AT115408B - Verfahren zur Darstellung eines Schutzmittels gegen Diphterie in Form einer in die Haut einreibbaren Masse. - Google Patents
Verfahren zur Darstellung eines Schutzmittels gegen Diphterie in Form einer in die Haut einreibbaren Masse.Info
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<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Darstellung eines Schutzmittels gegen Dipl1terie in Form einer in die Haut einreibbaren Masse. Schon im Jahre 1909 hat der Erfinder auf Grund langjähriger Versuche vorgeschlagen. Tetanuskulturen dadurch zu entgiften, dass das klare Filtrat der Kulturen durch Zusatz von Formaldehydlösung auf eine Formaldehydkonzentration von O'2O eingesteHt und die Lösung etwa vier Wochen auf 37 erhitzt wird. Hiedurch verliert das von den Bakterien gebildete lösliche sekretorische Tetanusgift, das stärkste Bakteriengift, seine Giftigkeit so vollkommen, dass es auf subkutanem Weg in den Organismus eingeführt werden kann, ohne eine schädliche Reaktion auszulösen ; trotzdem aber ist die so behandelte Kultur imstande. Tiere und Menschen gegen die Infektion mit Tetanusbazillen durch Antitoxinbildung in hohem Grade zu immunisieren. Später wurden von verschiedener Seite Versuche gemacht, die gleiche Methode zur Entgiftung von Diphtherietoxinen zu verwenden. Dabei stellte sieh aber heraus, dass Injektionen dieser anscheinend entgifteten Toxine. der Toxoide. von Menschen doch schlecht vertragen wurden. indem man sehr häufig hohe Temperaturen sowie starke Entziindungserseheinungen an der Injektionsstelle beobachten musste. Es ist nun durch weiteres Fortsehreiten auf diesem Wege gelungen, ein Schutzmittel gegen Diphtherie darzustellen. mit dessen Hilfe eine vollkommene Immunisierung ohne jede lästige Begleiterscheinung erreicht werden kann. Um zu diesem Ziel zu gelangen, musste das Toxoid in die geeignete Form gebracht werden, um durch Einreibung, also im Wege der Haut, in den Organismus eingeführt zu werden, so dass jede Einwirkung auf das subkutane Gewebe ausgeschaltet ist und nur die oberste Hautdecke zur Antitoxinbildung herangezogen wird. Zu diesem Zweck wird gemäss der Erfindung eine Kultur von Diphteriebakterien, beispielsweise in Bouillon, u. zw. vorzugsweise in unfiltriertem Zustande, in der an sich bereits bekannten Art der Einwirkung von Formalin in der Wärme ausgesetzt. Es empfiehlt sich jedoch, die Formaldehydkonzentration stärker zu wählen und die Einwirkung auch bei etwas höherer Temperatur vor sich gehen zu lassen. Die so behandelte Kultur wird hernach in an sieh bekannter Weise bis zur Entstehung einer einreibbaren salbenartigen Masse eingeengt. Hiebei steigt aber auch die Formaldehydkonzentration, zumal da sich der Aldehyd beim Erhitzen der wässerigen Lösung bekanntlich polymerisiert. Es hat sich gezeigt, dass der Formaldehyd, um zu den vollkommensten Ergebnissen zu gelangen, im eingeengten Produkt unschädlich gemacht werden muss. Hiezu sind alle bekannten Methoden mehr oder minder geeignet, welche aus dem Formaldehyd ungiftige und reizlose Umwandlungsprodukte entstehen lassen, ohne dass der immunisierende Effekt des Präparates beeinträchtigt wird. So kann die eingeengte Lösung zu diesem Zweck beispielsweise mit überschüssiger Kalkmilch behandelt werden, wobei aus dem Aldehyd Formose, ein Gemenge zuckerähnlicher Stoffe, entsteht. Ebenso kann der Aldehyd durch Erwärmen in Gegenwart von Dextrin, zweckmässig im Vakuum, in die Formaldehyd-Dextrin-Verbindung umgewandelt werden. Zur Überführung des Formaldehyds in unschädliche Umwandlungsprodukte können auch die Alkalien in Form ihrer Hydroxyde oder alkalisch wirkende Salze oder Seifen verwendet werden, ferner Ammoniak und seine Salze sowie organischen Derivate. Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens wird der Aldehyd durch Einwirkung von Ammoniak in Hexamethyltetramin übergeführt, eine Substanz, die sehr reaktionsfähig ist und noch bedeutende antiseptische Wirkungen entfaltet, aber so reizlos ist, dass sie selbst bei interner Verabreichung keinerlei unerwünschte Begleitwirkungen hervorruft. Die so entstehende dicke Flüssigkeit wird auf grosse Flächen der Haut eingerieben. Es wurde durch zahlreiche Versuche am Menschen gezeigt, dass der Organismus nach ungefähr zwei Einreibungen Immunität <Desc/Clms Page number 2> gegen Diphtheriegift erworben hat. Der exakte Beweis wurde dadurch erbracht, dass immun gewordenen Kindern Blut entnommen und der Antitoxingehalt des Blutes bestimmt wurde. Es zeigte sich, dass mit Hilfe dieser Einreibungen durch die blosse Mitwirkung der Oberhaut ein ausserordentlich hoher Antitoxingehalt im Blute erreichbar ist. Dieser Befund steht in bester Übereinstimmung mit der gesicherten Erfahrung, dass nur die dermotropen Infektionskrankheiten, das sind Krankheiten, bei denen die Haut stark in Mitleidenschaft gezogen wird, wie Masern, Fleckfieber, Blattern, Scharlach usw., eine praktisch brauchbare und bedingungslos anerkannte Immunität hinterlassen. EMI2.1 mässig im Vakuum) eingeengt. Sodann wird soviel Ammoniak zugefügt, dass die Flüssigkeit gegen Laek- mus neutral oder schwach alkalisch reagiert. Beispiel 2. Eine hochgiftige, etwa 10 Tage alte Bouillonkultur von Diphteriebazillen wird mit Formaldehyd im Verhältnis 5% versetzt. Diese Lösung wird durch 10 Tage bei 380 gehalten und dann auf 1/15 des ursprünglichen Volumens im Vakuum eingeengt. Sodann wird Dextrin zugesetzt in solcher Menge, dass eine salbenartige Konsistenz entsteht. Das Präparat ist dann gebrauchsfertigt. PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Darstellung eines Schutzmittels gegen Diphterie in Form einer in die Haut einreibbaren Masse durch lang anhaltende schonende Behandlung des sekretorischen Giftes von Diphteriebezillen mit Formaldehyd in der Wärme, dadurch gekennzeichnet, dass die unfiltrierte Diphteriebazillen- kultur, vorzugsweise eine Bouillonkultur, auf einen Forma : ldehydgehalt von 0'6% eingestellt, durch längere Zeit bei 380 C gehalten und sodann auf des des ursprünglichen Volumens bis zur Entstehung einer salbenartigen Masse eingeengt wird.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Formaldehyd im eingeengten Produkt durch Überführung in ungiftige und reizlose Umwandlungsprodukte unschädlich gemacht wird.3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Formaldehyd in Hexamethylentetramin übergeführt wird.
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