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Elektrodenanordnung für Elektronenröhren.
Für Elektronenröhren mit hoher Gesamtemission hat sich der zylindersymmetrisehe Aufbau, bei dem der geradlinig gestreckte Glühdraht in der Achse der als Kreiszylinder ausgebildeten übrigen Elektroden verläuft, nicht bewährt, da zur Erzielung geeigneter Heizdaten eine grosse Glühdrahtlänge erforderlich ist, die zu unbequemen Abmessungen führt.
Schon seit langer Zeit verwendet man daher für Endverstärkerröhren oder ähnliche hochbeanspruchte Typen einen Glühdraht, der zickzackförmig (V-, N-oder W-förmig) in einer Ebene ausgespannt ist und der von einem kastenförmigen Gitter und einer ebensolcher Anode umgeben ist. Als Ideal schwebt dem Konstrukteur dabei eine Glühkathodenebene vor Augen, der auf jeder Seite eine parallele Gitterebene und eine Anodenebene gegenübersteht.
Solche Elektrodenaufbauten wurden bisher meist stehend ausgeführt, d. h. so, dass die Achse des Tellerrohres durch die Glühfadenebene hindurchgeht. Es sind auch Anordnungen bekannt geworden, bei denen die Achse des Tellerrohres auf der Glühfadenebene senkrecht steht, wobei der Vorteil grösserer mechanischer Stabilität bei gleichzeitig kleineren Ballondimensionen erreicht wird. Bei andern Kathodenanordnungen mit indirekt geheiztem zylindrischen Blech ist auch eine schräge Aufstellung schon vorgeschlagen worden.
Demgegenüber besteht die vorliegende Erfindung darin, dass die parallelen Aufbauebenen (Glühfaden, Gitter und Anode) gegenüber der Achse des Tellerrohres geneigt angeordnet werden, beispielsweise so, dass sie mit ihr einen Winkel von 450 einschliessen. Dabei ergibt sich eine Anzahl von fabrikatorischen Vorteilen, die weder bei dem liegenden noch bei dem stehenden Aufbau vorhanden sind, während gleichzeitig alle Vorteile der bekannten Anordnung gewahrt bleiben.
Bekanntlich ist es vorteilhaft, die Herstellung eines aktivierenden Oxydüberzuges auf einen Röhrenglühfaden durch Bespritzen mit einem fein verteilten Nebel vorzunehmen, der jene Stoffe enthält, die man auf dem Glühfaden niederzuschlagen wünscht. Die Bespritzung des Glühfadens, die vor dem Aufbringen der Anode erfolgt, muss jedoch so geschehen, dass dabei kein schädlicher Überzug auf der Quetschstelle der Drahtdurchführung entsteht. Dies ist bei dem stehenden Aufbau leicht zu erreichen, Die Besprühung muss senkrecht zur Glühfadenebene erfolgen und da diese bei stehendem Aufbau mit der Tellerrohrachse zusammenfällt, so ist die Sprührichtung auch senkrecht zur Längenausdehnung des Füsschens, so dass ohne weiteres die Glasteile durch eine geeignete Maske geschützt werden können.
Beim liegenden Aufbau, der sonst vorteilhafter wäre, muss man jedoch die Zerstäubung in der Richtung der Tellerrohrachse vornehmen. Bei schiefliegendem Aufbau ist es ohne weiteres möglich, ebenso wie bei dem stehenden Aufbau zu verfahren und die Glasteile durch geeignete Schirme zu verdecken.
In Fig. 1 ist ein solcher schiefliegender Aufbau in der Seitenansicht und in Fig. 2 in der Ansicht von vorne dargestellt. Aus diesen Zeichnungen ist es ersichtlich, dass bei der geneigten Anordnung die Länge der Stützdrähte sehr verschieden ist, wodurch es erreicht wird, dass die mechanische Eigenschwingung dieses Gebildes undefiniert wird, wodurch die als Klingen"bekannte Mikrophonwirkung der Röhre bedeutend vermindert wird.
Ein weiterer Vorteil der schiefen Anordnung ist die Vermeidung der Erwärmung des Glasfüssehens durch die Bestrahlung des Glühfadens sowie die einfache Möglichkeit, ein etwa zur Vakuumverbesserung verwendetes Zerstäubungsmetall von den Einführungsstellen im Füsschen ferne zu halten.
Zu dem Zwecke muss man das zu zerstäubende Metall vor der Erhitzung an jener Anodenebene befestigen, die von dem Durchführungsfüssehen am weitesten entfernt ist.
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Die schiefe Anordnung des Elektrodenaufbaues ist ausserordentlich raumsparend, denn trotz Unterbringung grosser Elektrodenoberflächen braucht der Ballon weder in seiner Höhenausdehnung noch in seinem Durchmesser der vollen Länge des Aufbaues entsprechen. Der tiefste Punkt des Anodenkastens kann, wenn der Platzaufwand dies erheischt, tiefer liegen als die Quetschstelle des Füsschens.
Bei dem schiefliegenden Aufbau gestaltet sich ferner die Anbringung der Glühfadenspannfedern sehr zweckmässig. Diese können, wie in Fig. 1 dargestellt, in jene Stützdrähte verlegt werden, die zum oberen Ende des Aufbaues führen, wodurch eine zügige Federung auf grossem Wege erzielt wird.