<Desc/Clms Page number 1>
Wegventil für Zugbeeiihissungsvorrichtungen.
Gegenstand der Erfindung ist ein Wegventil für Zugbeeinflussungsvorrichtungen. Derartige Vorrichtungen wirken bekanntlich in der Weise, dass je ein auf der Strecke angeordneter, bei in Warnoder Haltstellung befindlichen Vor-oder Hauptsignal wirkungsbereiter Beeinflussungspunkt auf Übertragungsvorrichtungen an der Lokomotive derart einwirkt, dass ein sichtbares oder ein hörbares Signal ausgelöst oder eine Zwangsbremsung herbeigeführt wird. Um bei achtsamer Vorüberfahrt an dem in Warnstellung befindlichen Vorsignal das Wirksamwerden einer Signal-oder Bremsvorrichtung will- kürlich verhindern zu können, ist eine Wachsamkeitsvorrichtung vorgesehen.
Es ist selbstverständlich,
EMI1.1
richtung selbsttätig wieder hergestellt sein muss, bevor der Zug oder das Triebfahrzeug am nächsten Beeinflussungspunkt angelangt ist. War der erste Beeinflussungspunkt (Vorsignal) im Augenblick der Vorbeifahrt wirkungsbereit, so fällt diesem in bekannter Weise die Aufgabe zu, die Wirkungsbereitsehaft
EMI1.2
signals), so müssen andere Mittel für die Wiederherstellung der Wirkungsbereitschaft der Zwangsbremseinrichtung nutzbar gemacht werden. Es ist bereits der Vorschlag gemacht worden, eine als Wegventil" bezeichnete Vorrichtung hiefür zu verwenden.
Die Erfindung bezieht sich auf ein Wegventil, das durch Bedienung der Wachsamkeitsvorrichtung in den Zustand der Wirkungsbereitschaft gesetzt wird und so eingerichtet ist, dass es nach einer bestimmten Umdrehungszahl einer Lokomotivachse, d. h. nach Zurücklegen einer bestimmten Wegstrecke in Wirksamkeit tritt, indem es selbsttätig ein Ventil öffnet, das in einen bei Bedienung der Wachsamkeitsvor-
EMI1.3
luftbehälter der Lokomotive) eintreten lässt und dadurch die Sperrung der Wachsamkeitsvorrichtung aufhebt und deren selbsttätige RÜckkehr in die Normallage veranlasst.
Der Weg, den das Fahrzeug vom Augenblick der Bedienung der Wachsamkeitsvorrichtung, also vom Beginn der Wirkungsbereitschaft des Wegventils bis zu dessen Wirksamwerden im oben angedeuteten Sinne zurücklegt, ist dabei naturgemäss so bemessen, dass bis zum Erreichen des nächsten Beeinflussungspunktes (Hauptsignal) die Wach- samkeitsvorrichtung in die Normallage zurückgekehrt ist, in der allein unter Einwirkung des auf der Strecke befindlichen Beeinflussungspunktes eine Zwangsbremsung zustande kommen kann.
Das Wegventil nach der Erfindung ist auf der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel schematisch dargestellt.
Um das Zusammenwirken mit der Wachsamkeitsvonichtung verständlich zu machen, sind deren
EMI1.4
Auf einer Welle ist eine Scheibe a drehbar gelagert, die unter dem Einfluss zweier Spiralen bund c steht, die bei in Normalstellung befindlicher Scheibe entweder beide im gleichen Masse gespannt oder spannungslos sind, und von denen die eine bei der Drehung der Scheibe a in der einen Richtung gespannt oder stärker gespannt wird, während die andere entspannt wird oder in spannungslosem Zustande ver-
EMI1.5
entsprechend umgekehrte Einwirkungen. Die Federn sind vorgesehen, um die Scheibe a in die Normallage zurückzudrehen, wenn das von einer andern, unten erläuterten Vorrichtung auf sie ausgeübte Dreh- moment zu wirken aufhört.
Die Scheibe a ist am Umfang mit einer Verzahnung versehen, die einer
<Desc/Clms Page number 2>
Schnecke d entspricht. Diese Schnecke wird durch eine bekannte, biegsame Welle von einem Rade der Lokomotive aus in Umdrehung versetzt, läuft also ständig um, so lange die Lokomotive in Fahrt ist.
Neben der Verzahnung der Scheibe a, die entsprechend breit gehalten ist, ist in deren Umfang eine Nut eingearbeitet, die einen Schraubengang von geringer Steigung darstellt, da sie mehrmals-etwa zweimal-um den Umfang der Scheibe a herumläuft. Auf einen Teil des Umfangs ist diese Nut durch eine flache, nockenförmige Erhöhung f der Scheibe unterbrochen. Bei in der Normallage befindlicher Scheibe a ist der nockenförmigen Erhöhung f gegenüber ein an einem Drehhebel g angebrachter Stift h ständig leicht in der Nut ruhend vorgesehen. Über diesem befindet sich in einigem Abstand ein Stift, der den unteren Fortsatz einer Ventilspindel bildet. Ein an der Ventilspindel befindlicher Dichtungskolben k schliesst das Ventilgehäuse l dicht ab.
Der Abstand des Stiftes î vom Hebel g und vom Stift h ist so bemessen, dass die unter den Stift h gelangende, nockenförmige Erhöhung f den Stift i und damit die Ventilspindel anzuheben vermag, so dass das auf der Ventilspindel sitzende, federbelastete Ventil m angehoben wird. Die Schnecke d ist auf einer um den Punkt n drehbaren Welle q angebracht, deren freies Ende im Bewegungsbereich eines Kolbens o liegt. Sie greift für gewöhnlich nicht in die Verzahnung der Scheibe a ein. Das Ventil m schliesst die von der Wachsamkeitsvorrichtung p kommende Leitung r gegen die Leitung s ab, die zum Sperrzylinder t am Wachsamkeitshebel u führt.
Von der Leitung r zweigt die Leitung v ab, die zum Kolben o führt. x ist der Hauptluftbehälter der Lokomotive oder einer andern Druckmittelquelle.
Die Wirkungsweise des Wegventils ist die folgende :
Wird bei achtsamer Vorüberfahrt an einem in Warnstellung befindlichen Vorsignal die Wachsamkeitsvorrichtung bedient, so strömt Druckluft aus dem Hauptluftbehälter x durch die Leitung)' bis zum geschlossenen Ventil m und über die Zweigleitung v zum Kolben o. Indem dieser niedergedrückt wird, wird die mittels der biegsamen Welle e von einem Rad der Lokomotive ständig in Drehung gehaltene Schnecke d mit der Verzahnung der Scheibe a in Eingriff gebracht.
Die Scheibe a wird also-je nach der Fahrtrichtung der Lokomotive-in Umdrehung versetzt und spannt dabei die eine der Federn b
EMI2.1
punkt der Betätigung der Wachsamkeitsvorrichtung an gerechnet, die nockenartige Erhöhung f unter den Stift h, hebt ihn an, veranlasst dadurch das Anheben des Ventils m und das Überströmen der Druckluft in die Leitung s und den Sperrzylinder t. Der in diesem befindliche Kolben wird gegen die Wirkung der ihn belastenden Feder verschoben, und der Wachsamkeitshebel u wird freigegeben und schnellt unter dem Einfluss der Rückstellvorrichtung (als Feder angedeutet) in die Normallage zurück, wodurch die Wirkungsbereitschaft der Zwangsbremsvorrichtung wieder hergestellt ist.
Voraussetzung für die angedeutete Wirkungsweise ist der Umstand, dass der mit dem Vorsignal verbundene, in einiger Entfernung von ihm zwischen Vor-und Hauptsignal angeordnete Beeinflussungpunkt nicht wirkungsbereit ist, d. h. dass das Vorsignal aus der Warnstellung in die Stellung"freie Fahrt" gebracht wurde, während das Fahrzeug die Strecke zwischen Vorsignal und zugehörigem Beeinflussungspunkt zurücklegte. Bleibt das Vorsignal in Warnstellung, bis die Lokomotive am zugehörigen Beeinflussungspunkt anlangt, so erfolgt die Beaufschlagung des Kolbens im Sperrzylinder t über die Leitung y, die vom nicht dargestellten Übertragungsventil überwacht wird und beim Öffnen dieses Ventils unter der Wirkung des Beeinflussungspunktes die Verbindung zwischen der Druckmittelquelle (Hauptluftbehälter) und dem Sperrzylinder t herstellt.
Durch Betätigung der Wachsamkeitsvorrichtung war durch Vermittlung des Druckluftkolbens o die Schnecke d mit dem Schneckenradkranz der Scheibe a in Eingriff gebracht worden, die Scheibe a hatte also ihren Lauf begonnen. Dadurch, dass nun infolge Wirksamwerdens des Beeinflussungspunktes über das nicht dargestellte Übertragungsventil Druckluft in den Sperrzylinder t gelangt, wird die Sperrung des Wachsamkeitshebels u aufgehoben, er kehrt in die Normalstellung zurück.
Der Schieber im Steuerventil P sperrt den Kanal r, die in ihm und dem Kanal v befindliche Druckluft entweicht über eine nicht dargestellte kleine Entlüftungsbohrung, der entlastete Kolben geht unter dem Einfluss des Gewichtes der Welle q oder unter dem Einfluss einer nicht dargestellten, leichten Rückdruckfeder in die Höhe, und der Eingriff der Schnecke d in die Verzahnung der Scheibe a wird aufgehoben. Die Scheibe a wird durch die jeweils gespannte Feder b oder c in die Normallage zurückgedreht, bevor die nockenartige Erhöhung t unter den Stift h gelangt war.
**WARNUNG** Ende DESC Feld kannt Anfang CLMS uberlappen**.