AT112971B - Verfahren zum Veredeln vegetabilischer Faserstoffe. - Google Patents

Verfahren zum Veredeln vegetabilischer Faserstoffe.

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Leon Dr Lilienfeld
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  Verfahren zum Veredeln vegetabiliseller Faserstoffe. 



   Es ist bekannt, dass man durch Behandlung mit Alkali und Schwefelkohlenstoff vegetabilischen Faserstoffen wertvolle Eigenschaften verleihen kann, welche, je nach den Arbeitsbedingungen entweder in einem seidenähnlichen Glanz oder einem Apparat oder in beiden ihren Ausdruck finden. (Siehe z. B. 



  D. R. P. 129883, österr. Patente 100194 und 101300 und britische Patente 19912/1901, 1572/1915 und 168. 575). 



   Der Intensität des nach den bisherigen Verfahren erzielbaren Glanzes sind jedoch Grenzen gesetzt, deren Überschreitung mit einem Steifwerden der behandelten Gespinste oder Gewebe Hand in Hand geht. Sie verlieren hiebei ihren   natürlichen   weichen Griff und werden mehr oder weniger hart und papierig. 



   Das vorliegende Verfahren beruht auf der Beobachtung, dass besonders hervorragende Effekte in bezug auf Glanz oder Appret ohne Verschlechterung des Griffes erzielt werden können, wenn man das mit Alkali und Schwefelkohlenstoff behandelte Gewebe oder Gespinst nach dieser Behandlung, d. h. ohne es vorher mit einem Viskosefällmittel zusammenzubringen, der Wirkung eines Lösungsmittels für Zellulosexanthogenat aussetzt. 



   Wendet man während des ganzen Verlaufes oder während der hiefür geeigneten Phasen des Verfahrens Streckung an, dann erzielt man einen seidenähnlichen Glanz, welcher den nach den gewöhnlichen Merzerisationsverfahren erzielbaren erheblich übertrifft ohne den weichen Griff des Gewebes oder Gespinstes wesentlich zu beeinträchtigen. 



   Arbeitet man ganz ohne Streckung oder erlaubt man dem   T, : xtillaserstoff nach   oder während des Vorganges zu schrumpfen und belässt die Schrumpfung ganz oder zumindest teilweise bis zur Fertigstellung, dann ergeben sich Gewebe oder Gespinste mit   wollähnlicher   Beschaffenheit. 



     Berücksichtigt   man, dass der mit Hilfe von Alkali und Schwefelkohlenstoff erzielbare Glanz nicht nur durch den merzerisierenden Einfluss der Alkalilauge, sondern auch durch die Mitwirkung des Schwefelkohlenstoffes, d. h. die Überführung, zumindest der oberflächlichen Anteile des Gespinstes oder Gewebes in Zellulosexanthogenat hervorgerufen wird, so ist es   überraschend,   dass man diesen Glanz durch Behandlung mit Zellulosexanthogenat losenden Mitteln nicht oder nicht wesentlich herabsetzt. 



   Zur Ausführung des Verfahrens wird das mit Alkali und Schwefelkohlenstoff behandelte Gewebe oder Gespinst nach dieser Behandlung, d. h. ohne es vorher mit einem Viskose unter Regenerierung von 
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 genat ausgesetzt. Als solche Lösungsmittel kommen z. B. Wasser oder vorteilhaft eine Lösung einer basischen Substanz, z. B. Ätzalkali oder eines alkalisch reagierenden Alkalisalzes, z. B. Borax oder Alkaliphosphat oder Alkaliazetat, Alkalikarbonat od. dgl. oder eine Lösung eines Viskose nicht zersetzenden Neutralsalzes, z. B. Kochsalz oder eine verdünnte Lösung einer Viskose nicht fällenden Säure, z. B. 
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 Weise fertiggestellt werden, oder es kann direkt gewaschen und fertiggestellt werden. 



   Ausführungsbeispiele :
1. Gebleichtes oder   ungebleichtes   Baumwollgewebe oder Baumwollgarn wird in gestrecktem 
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 kürzerem oder längerem Verweilen in der Lauge (gegebenenfalls nach Entfernung des   Laugenübersehusses   durch Ausquetschen oder Abschleudern) der Einwirkung von   Schwefelkohlenstoffdämpfen   oder von flüssigem Schwefelkohlenstoff für sich oder im Gemische mit einem geeigneten Verdünnungsmittel (z. B. einer      bis   10% igen Sehwefelkohlenstofflösung   in Benzol) einige Sekunden bis 10 Minuten oder noch länger, z. B. bis zu 2 bis 5 Stunden ausgesetzt.

   Dann wird, gegebenenfalls nach Entfernung des überschüssigen Schwefelkohlenstoffes durch Abblasen oder Evakuieren, das Garn oder Gewebe in eine 5 bis 
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 das Garn oder Gewebe 5 Minuten bis zu 2 Stunden, worauf dann in ein Viskosefällbad eingegangen wird. 



  Als Viskosefällbad kann jedes in der Viskosetechnik bekannte Fällbad verwendet werden, z. B. 10% ige Schwefelsäure oder 4 bis   8% ige   Salzsäure, oder eine Lösung von 4 Teilen Natriumbisulfat und 7 Teilen Schwefelsäure von   660 Bé   in 6 Teilen Wasser, oder eine Lösung von 2 Teilen Ammoniumchlorid, 2 Teilen
Schwefelsäure von   660 Bé   und 2 Teilen Glyzerin in 14 Teilen Wasser oder eine Lösung von 15 Teilen Natriumsulfat, 1 Teil Zinksulfat, 7 Teilen Glukose und 8 Teilen Schwefelsäure von   660 Bé   in 69 Teilen Wasser od. dgl. Das Viskosefällbad kann bei Zimmertemperatur oder bei erhöhter Temperatur, z. B. 



  500 C zur Anwendung gebracht werden. Nachdem das Garn oder Gewebe kürzere oder längere Zeit im Fällbade verblieb, wird es ausgewaschen und getrocknet. 



   Vor oder nach dem Waschen kann das Garn oder Gewebe in bekannter Weise mit einem entschwefelnden Mittel, z. B. einer Lösung von Natriumsulfid, behandelt oder gebleicht werden oder beides. 



   Die fertiggestellten Produkte zeichnen sich durch einen hohen   seidenähnlichen   Glanz und einen angenehmen Griff aus. 



   2. Arbeitsweisewie im Beispiele   1,     jedoch mit dem Unterschiede, dass Wasser alsZellulosexanthogenat-   lösungsmittel verwendet wird. 



   3. Arbeitsweise wie im Beispiele 1 oder 2, jedoch mit dem Unterschiede, dass das Garn oder Gewebe, nachdem es mit dem Zellulosexanthogenatlösungsmittel behandelt wurde, ausgewaschen und fertiggestellt wird. 



   4. Arbeitsweise wie im Beispiele 1, 2 oder 3, jedoch mit der Abweichung, dass die Behandlung mit der Natronlauge im ungestreckten Zustande erfolgt und die Streckung erst mit der Einwirkung des
Schwefelkohlenstoffes einsetzt. 



   5. Arbeitsweise wie im Beispiele 1, 2,3 oder 4, jedoch mit dem Unterschiede. dass die Streckung vor dem Auswaschen aufgehoben wird. 



   6. Arbeitsweise wie im Beispiele 1, 2,3 oder 4, jedoch mit dem Unterschiede, dass die Streckung vor dem Trocknen ausgeschaltet wird. 



   Auch in den Ausführungsbeispiele 2,3, 4,5 und 6 erzielt man ein Produkt, welches einen hohen   seidenähnlichen   Glanz und weichen Griff aufweist. 



   7. Arbeitsweise wie im Beispiele 1, 2 oder 3, jedoch mit dem Unterschiede, dass das Gewebe oder
Garn während des ganzen Arbeitsvorganges nicht gestreckt wird. 



   Das Ergebnis ist ein Produkt, welches einen weichen fülligen Griff und   wollähnliche   Beschaffenheit zeigt. 



   8. Arbeitsweise wie im Beispiele 1, 2,3 oder 4, jedoch mit dem Unterschiede, dass die Streckung vor der Behandlung mit dem   Zellulosexanthogenatlösungsmittel ausgeschaltet   wird. 



   Das Ergebnis ist ein weiches Gewebe oder Garn mit wollähnlichem Charakter. 



   9. Arbeitsweise wie in den vorhergehenden Beispielen, jedoch mit der Abweichung, dass die Merzerisierlauge bloss 9 bis 12% Ätznatron enthält. 



   10. Gebleichtes oder ungebleichter Baumwollgewebe oder Baumwollgarn wird in gespanntem Zustande mit unverdünntem oder mit Benzol (z. B. 1 bis 5 Teile Benzol auf 1 Teil Schwefelkohlenstoff) verdünntem Schwefelkohlenstoff einige Sekunden bis zu einer      Stunde behandelt. Dann wird, gegebenenfalls nach Ausquetschung oder   Abschleuderung   des überschüssigen Schwefelkohlenstoffes, das Gewebe oder Garn mit 15 bis   20% iger   Natronlauge bei Zimmertemperatur einige Minuten bis mehrere Stunden behandelt. Weiterbehandlung wie im Beispiele 1, 2 oder 3. 



   11. Arbeitsweise wie im Beispiele 10, jedoch mit dem Unterschiede, dass die Streckung erst nach der Schwefelkohlenstoffbehandlung einsetzt. 



   12. Arbeitsweise wie im Beispiele 10, jedoch mit dem Unterschiede, dass die Streckung vor dem Eingehen in das Viskosefällbad ausgeschaltet wird. 



   13. Arbeitsweise wie im Beispiele 10, jedoch mit der Abweichung, dass die   Streckung   vor dem Trocknen ausgeschaltet wird. 



   Die sich in den Beipsielen 10 bis 13 ergebenden Produkte sind in bezug auf Aussehen und Griff den in den Beispielen 1 bis 6 ähnlich. 



   14. Arbeitsweise wie im Beispiele 10, jedoch mit dem Unterschiede, dass das Gewebe oder Garn während des ganzen Arbeitsvorganges nicht gestreckt wird. 



    15. Arbeitsweise wie im Beispiele 10 oder 11, jedoch mit dem Unterschiede, dass die Streckung vor der Behandlung mit dem Zellulosexanthogenatlosungsmittel ausgeschaltet wird.   

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   In den Beispielen 14 und 15 erzielt man ein Garn oder Gewebe von wollähnlicher Beschaffenheit.
16. Gebleichtes oder ungebleichtes Baumwollgarn oder Baumwollgewebe wird in gespanntem Zustande mit unverdünntem oder verdünntem Schwefelkohlenstoff einige Sekunden bis 15 Minuten behandelt. Dann wird das Gewebe oder Garn, gegebenenfalls nach Ausquetschung oder Abschleuderung des   überschüssigen     Schwefelkohlenstoffes,   in 5 bis 12% ige Natronlauge von 15 bis   200 C gebracht   und einige Sekunden bis 2 Stunden oder selbst länger damit behandelt. Dann wird die Natronlauge, in der sieh das Gewebe oder Garn befindet, auf 0   bis -100 C abgekÜhlt   und einige Sekunden bis 10 Minuten bei dieser Temperatur gehalten.

   Weiterbehandlung wie im Beispiele 1, 2 oder 3. 
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 0   bis - 100 C   abgekühlte Natronlauge von 10% gebracht und darin einige Sekunden bis 10 Minuten belassen wird. 



   18. Arbeitsweise wie im Beispiele 16 oder 17, jedoch mit dem Unterschiede, dass die Streckung erst nach der Schwefelkohlenstoffbehandlung einsetzt. 



   19. Arbeitsweise wie im Beispiele 16 oder 17, jedoch mit dem Unterschiede, dass die Streckung vor dem Eingehen in das Viskosefällbad ausgeschaltet wird. 



   20. Arbeitsweise wie im Beispiele 16 oder   17,   jedoch mit der Abweichung, dass die Streckung vor dem Trocknen ausgeschaltet wird. 



   Die sich in den Beispielen 16-20 ergebenden Produkte sind in bezug auf Aussehen und Griff den in den Beispielen 1-6 ähnlich. 



   21. Arbeitsweise wie im Beispiele 16 oder 17, jedoch mit dem Unterschiede, dass das Gewebe oder Garn während des ganzen Arbeitsvorganges nicht gestreckt wird. 



   22. Arbeitsweise wie im Beispiele 16,17 oder 18, jedoch mit dem Unterschiede, dass die Streckung vor der Behandlung mit dem   Zellulosexanthogenatlösungsmittel   ausgeschaltet wird. 



   In den Beispielen 21 und 22 erzielt man ein Garn oder Gewebe von wollähnlicher Beschaffenheit.
Das Baumwollgewebe oder Baumwollgarn kann entweder roh oder vorbehandelt (z. B. ausgekocht oder nach irgendeiner bekannten Methode gebäueht), benetzt oder unbenetzt, merzerisiert oder nicht merzerisiert dem vorliegenden Verfahren zugeführt werden. Es kann auch mit einem hydrolysierenden bzw. gelatinierenden Mittel (z. B. einer starken   Mineralsäure,   wie Schwefelsäure von 49-60  Bé oder Phosphorsäure von 55-57  Bé oder darüber, oder Salzsäure von   240 Bé   oder Salpetersäure von 43-46  Bé oder darüber, oder heisser Chlorzinklösung von   600 Bé   oder einer Kupferoxydammoniaklösung hoher Konzentration) vorbehandelt sein. 



   Die fertiggestellten Produkte können in bekannter Weise kalandert,   geschreinert   oder gebeetelt od. dgl. werden. 



   Beispiele für gemusterte Effekte durch Reservage ergeben sich von selbst. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Veredeln vegetabilischer Faserstoffe durch Behandlung mit Alkali und Schwefelkohlenstoff, dadurch gekennzeichnet, dass man die so behandelten Faserstoffe, ohne sie vorher mit einem Fällbade zu behandeln, der Wirkung eines Zel'ulosexanthogenatlösungsmittels aussetzt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Zellulosexanthogenatlösungsmittel eine basische Substanz, z. B. die Lösung eines Alkalihydroxydes, verwendet wird.
AT112971D 1927-05-03 1927-05-03 Verfahren zum Veredeln vegetabilischer Faserstoffe. AT112971B (de)

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