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Vorrichtung zur Mischung von Flüssigkeiten, insbesondere zur Mischung des Spül. wassers für Aborte u. dgl. mit einer Desinfektionsflüssigkeit.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Mischung von Flüssigkeiten, bei der eine Flüssigkeit, die absatzweise in einen Aufnahmebehälter eintritt und sich dort ansammelt, die Abgabe einer andern Flüssigkeit, die in einem Vorratsgefäss gehalten wird, durch eine Düse bewirkt, mittels Verdrängung von Luft in einem Rohre, das in offener Verbindung mit den beiden Behältern steht, wobei die zwei Flüssig- keiten miteinander vermischt aus dem Aufnahmebehälter treten. Die Erfindung kennzeichnet sich dadurch, dass eines der Enden des das Vorratsgefäss mit dem Aufnahmsbehälter verbindenden Rohres zu einem ständigen Flüssigkeitsverschluss ausgebildet ist oder mit einem solchen in Verbindung steht, wobei zur Regelung der Flüssigkeitsabgabe der Flüssigkeitsverschluss und die Düse unabhängig voneinander einstellbar sind.
Die gemäss der Erfindung gebaute Vorrichtung kann Anwendung zum Mischen sowie zur Abgabe von Flüssigkeiten für die verschiedensten Zwecke finden. So kann z. B. die Vorratslösung desinfizierende, reinigende, geruchzerstörende, weichmachende, sterilisierende oder färbende Eigenschaften mit bezug zu der andern Flüssigkeit haben, die auf verschiedene Art in den Aufnahmebehälter gebracht werden kann, wie z. B. durch die Abnahme von einem Flüssigkeitsstrom oder durch Kippeimer usw.
Im nachfolgenden werden beispielsweise Ausführungsformen der Erfindung erläutert, die insbesondere anwendbar sind für selbsttätige Desinfektion, Reinigung oder Geruchlosmachung von Pissoiroder Abortbeeken, bei denen die desinfizierende oder sonstige Flüssigkeit der Spülflüssigkeit auf dem Wege vom Spülbehälter zum Becken zugesetzt wird, wobei die Mischung nach dem Spülstrom oder gerade vor ihm oder zugleich mit ihm, bzw. mit seinem Ende abgegeben wird.
Die Fig. 1-3 der Zeichnung zeigen Schnitte durch drei Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes.
In Fig. 1 ist A der Behälter, in dem das Wasser während des normalen Spülvorganges angesammelt wird, und B das Vorratsgefäss für eine Desinfektions-oder sonstige Flüssigkeit, die in den Behälter A eintritt, so dass dieser auch als Mischraum dient. Zwischen A und B ist ein Luftspalt, der einstellbar gemacht werden kann, so dass in A stets der äussere Luftdruck herrscht.
Der Behälter A steht mit dem Spülrohr C durch ein Rohr D in Verbindung. Dieses ragt mit einer Ablenkfläche E in das Rohr C, so dass ein Teil des Wassers nach A während des Spülens abgelenkt wird. Es können Einrichtungen vorgesehen werden, um die Menge und Geschwindigkeit beim Ein-und Ausströmen durch D zu regeln. Solche sind z. B. die in Fig. 1 ersichtlichen mit seitlichen Öffnungen versehenen Rohrstücke, die durch Verdrehen entsprechende Öffnungen in D freigeben oder abdecken.
Nach Ablauf des Spülwassers oder seines grössten Teiles gelangt die Mischung aus A durch die Öffnung e im Rohre D sowie auch durch das aufgebogene Ende E in das Rohr C und von dort in die Abortmuschel.
Der Behälter B ist am oberen Ende luftdicht verschlossen und am unteren Ende mit einer Düse F versehen, durch die die Flüssigkeit nach A fliesst. B trägt auch ein Rohr G mit offenen Enden, das zum Teil innerhalb und zum Teil ausserhalb dieses Gefässes verläuft, wobei es die Gefässwand luftdicht durch-
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dringt. Vorteilhaft sind die Rohre-Fund ss verschiebbar und demnach einstellbar in der Wand zwischen j und B befestigt. Das obere Ende von G liegt nahe der oberen Wand von B und über dem Flüssigkeit- spiegel daselbst, das untere Ende dieses Rohres hingegen ragt in den Behälter A hinein und erstreckt sich bis unter die Düse oder Öffnung F.
Dieses Ende des Rohres G ist mit einem ständigen Flüssigkeitsverschluss H versehen, der gegen die Aussenluft zu offen ist. Der Verschluss H kann ein von dem Rohr G getrennter Teil sein und kann durch bekannte Mittel regelbar gemacht werden oder er kann wie dargestellt, dadurch hergestellt werden, dass das Ende des Rohres Gnach aufwärts gebogen wird. Das Gefäss B wird in aufrechter Stellung mit Flüssigkeit gefüllt und dann umgekehrt, um es in die Arbeitsstellung zu bringen. Vorteilhaft wird daher die Düse F lotrecht über der Öffnung des Verschlusses N angebracht, damit, wenn B nach der Füllung umgekehrt wird, die aus F ausfliessende Flüssigkeit in den Verschluss H gelangt, so dass das Flüssigkeitsgleichgewicht sich herstellt und ein Verlust vermieden ist.
Gewöhnlich steht die Flüssigkeit innerhalb von B über F mit der entsprechenden Flüssigkeit- säule über dem Verschluss R im Rohr a im Gleichgewicht. Wenn das Wasser beim Spülen in den Behälter A über den Spiegel des Verschlusses H eintritt, bringt es die Flüssigkeitssäule im Rohre G zum Steigen.
Hiedurch wird ein Teil der Luft im oberen Teil des Rohres G nach B gedrängt, wodurch ein Teil der in diesem Gefäss enthaltenen Flüssigkeit zum Austritt durch die Düse F nach A gezwungen wird, Hiebei ist die Menge von Flüssigkeit, die auf diese Weise abgegeben wird, bedingt durch die Höhe, bis zu der das Wasser in A über den Flüssigkeitsspiegel des Verschlusses H steigt und (oder) durch den inneren Durehmesser des Rohres G. Die höchste wirksame Höhe, bis zu welcher die Flüssigkeit hiebei steigen kann, ist gegeben durch die Höhenlage der Düse F.
Nach Ablauf des Spülwassers tritt die Mischung in A durch das Rohr D aus und wie der Spiegel der Mischung unter die Düse F fällt, fällt die Flüssigkeitssäule im Rohr G, wodurch Luft nach B durch F gesaugt und so das Gleichgewicht hergestellt wird.
Wenn das Spülwasser wieder eintritt und über den Spiegel des Verschlusses T ? im Mischraum steigt, wiederholt sich der Vorgang.
Das Steigen und Fallen des Wassers in A und damit auch die Menge der Flüssigkeit, die B abgibt. kann durch das Heben und Senken des Rohres a und damit des Wasserverschlusses H und (oder) der Düse F geregelt werden. Diese Regelung kann z. B. dadurch geschehen, dass man B von A mehr oder weniger entfernt.
Es ist vorteilhaft, die Abwärtsbewegung der Flüssigkeitssäule im Rohre G zu drosseln, weil sonst, wenn Luft in die Düse F tritt, die Flüssigkeitssäule im Rohre G so schnell fällt, dass ihr Beharrungsvermögen sie unter den Stand bringt, der zur Herstellung des Gleichgewichtes erforderlich ist, so dass die Flüssigkeitssäule schwankt und ein unerwünschtes Ausstossen von Flüssigkeit aus F bewirkt. Eine einfache Drosselung wird durch eine Verringerung des inneren Querschnittes des Rohres G in der Nähe des Wasserverschlusses H erreicht. Hiedurch wird die fallende Flüssigkeitssäule im Rohre G gebremst, so dass sie langsam fällt und nicht bis unter den Stand kommt, der nötig ist, um das Gleichgewicht herzustellen.
Infolgedessen wird nur jene Menge Flüssigkeit durch F abgegeben, die dem Steigen der Flüssigkeitssäule im Rohre G entspricht.
Der Behälter A, die Düse F und das Rohr können mit Teilungen versehen oder ausgestaltet sein, dass man die Menge der Flüssigkeit im Behälter A ablesen und nach Wunsch regeln kann und dass man auch in die Lage gesetzt ist, den Gehalt der Mischung festzustellen und beliebig zu regeln.
Auch nach Fig. 2 gibt B seinen Flüssigkeitsinhalt durch die Düse F in den Behälter A ab. Die Düse F kann am Boden von B (voll ausgezogen) sich befinden oder aber an der Seite (gestlichelt). Der Wasserverschluss H ist innerhalb von A unabhängig von B angeordnet, jedoch mit diesem durch ein Luftrohr G verbunden, das durch die Flüssigkeit durchtritt und unter dem Spiegel der Düse F endet. Bei dieser Lage des Endes von G tritt keine Flüssigkeit aus F aus, ausser wenn die Luft in B durch das Steigen des Wassers in A zusammengepresst wird. Das Rohr G steigt vorteilhaft um eine solche Höhe K über
B an, dass die Flüssigkeit nicht in den Wasserverschluss R übergerissen wird.
Nach Fig. 3 ist die Bauart des Rohres G nach Fig. 1 und 2 insofern vereinigt, als es mit einem
Verschluss H versehen ist, der jedoch sich in B befindet ; mit dem unteren Ende unter dem oberen Ende von F. Im Rohre G steht die Flüssigkeit in unveränderlicher Höhe gegenüber dem Spiegel der Flüssigkeit in A, weil der Luftdruck a, a in B mehr dem hydrostatischen Druck K immer gleich ist dem äusseren Luftdruck und in dem Masse als der Druck K fällt, der Druck a, a steigt, dadurch, dass Luft über die Flüssigkeit in B eindringt, wie bei der Bauart nach Fig. 1.
Wenn das Spülwasser in A eintritt, steigt es im Rohr G (Fig. 3), verdrängt dort die Luft, die in Blasen durch die Flüssigkeit in B steigt, wodurch der innere Luftdruck a, a erhöht und eine Flüssigkeitsmenge durch F abgegeben wird, die gleich ist der
Luft, die in das Rohr G gedrückt wurde. Wenn die Mischung aus A austritt, fällt die Flüssigkeitssäule im Rohre G und es tritt Luft in B durch F ein und dringt in Blasen zur Oberfläche der Flüssigkeit empor, so lange bis das Gleichgewicht wieder hergestellt ist.
Das Ende des Rohres innerhalb von B kann verengt werden, so dass eine Drosselung entsteht, derart, dass die Luft aus der Öffnung in einer Reihe von kleinen
Luftbläschen austritt, statt in Form von wenigen grossen Blasen, wodureh Schwankungen von der Art, wie bei der Ausführungsform nach Fig, 1 erläutert, vermieden werden,