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Lautsprecher.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Lautsprecher und besteht darin, dass die vom Sprechs strom elektromagnetisch gesteuerte, auf die Schallmembrane wirkende schwingende Zunge oder daanaloge Band aus niehtmetallischem Material hergestellt wird. In der Zunge oder dem gleichwertigen Band ist erfindungsgemäss eine Einlage aus Weicheisen vorgesehen, welche vom Polschuh des Magnetsystems beeinflusst wird. Der Wert der Erfindung liegt darin, dass man eine Angleichung der mechanischen Impedanzen von Zunge bzw. Band und Membran erreichen kann und dadurch den grössten Wirkungsgrad erzielt. Wenn man die Zunge bzw. das Band zur Gänze aus Metall anfertigt, dann ist man nicht in der Lage, diese beiden mechanischen Impedanzen aufeinander abzustimmen.
Dadurch, dass man von Metall als Zungenmaterial abgeht, kann man weitgehendst Änderungen der spezifischen Eigenschaften der Zunge erreichen, da man Materialien verwenden kann, welche beim Schwingen keine störenden Unter-, Neben-und Obertone erzeugen. Man verwende zweckmässig Kunstharz, mit Kunstharz imprägniertes Papier, Kunstmassen aller Art, wie z. B. Galalith und Hartgummi, aber auch Horn, Bein, Elfenbein, Holz usw. In das schwingende Organ wird ein Weicheisenplättchen eingelegt, welches auf die anziehende Wirkung des Magneten reagiert, wodurch das Organ zur Schwingung gebracht wird.
Der Vorteil, der durch die Wahl nichtmetallischer Materialien gegeben ist, liegt darin, dass die hohen schwirrenden Obertöne, die schwingenden Metallamellen eigen sind, nicht auftreten und der Ton infolgedessen rein, voll und gleichmässig, insbesondere in den höheren Lagen, wiedergegeben wird. Ausserdem wird infolge des geringen spezifischen Gewichtes dieses Materials das Organ massearm, wodurch der Wirkungsgrad, die Genauigkeit und Natürlichkeit der Wiedergabe gesteigert werden. Selbstver- stündlich ist die Erfindung nicht nur bei Zungen, sondern auch bei Bändern anwendbar, die beidseits eingespannt sind und dazwischen die Weicheiseneinlage tragen.
Auf der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einer beispielsweisen Ausführungsform dargestellt, u. zw. zeigt : Fig. 1 den Lautsprecher in Seitenansicht, Fig. 2 den Lautsprecher in Vorderansicht bei abgenommener Membran ; die Fig. 3 und 4 zeigen eine Ausführungsform der Zunge in Seiten-und Draufsicht.
Das antreibende Magnetsystem des Lautsprechers besteht aus einem Hufeisenmagnet 1, welchem der Sprechstrom vom Radioapparat durch die Drähte 2 zugefÜhrt wird, der durch die Wicklungen der beiden aufgesetzten Polschuhen 3 fliesst. Der aus dem Röhrenverstärker ankommende Strom wirkt erregend auf die Polschuhe, die entsprechend den Impulsen des Stromes die Zunge 4 beeinflussen und zur Schwingung bringen, wodurch auch die Membran 9, welche mit der Zunge starrverbunden ist, in synchrone Bewegungen gerät ; die Verbindung zwischen Zunge und Membran kann z. B. durch Verschraubung erfolgen.
Die Zunge 4 bzw. ein Sehwingungsband ist aus nichtmagnetisierbarem Material hergestellt ; besonders vorteilhaft haben sich schwingende Organe erwiesen, die aus nichtmetallischem Material bestehen. Damit die Organe aus diesen Stoffen auf die magnetischen Impulse der Polschuhe reagieren können, werden sie mit einer Weicheiseneinlage 5 versehen.
Die Einlage ist zweckmässig lamelliert, um die Wirbelstrom-und Hysteresisverluste, die durch den kräftigen, in der Stärke schwankenden Kraftschluss entstehen, zu unterdrücken. Die Lamellen können z. B. in eine Kunstharzzunge eingepresst werden, so dass sieh jede weitere besondere Befestigung erübrigt. Bei ganz aus Eisen bestehenden Zungen ist die Lamellierung technisch schwierig durchzuführen
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und kostspielig. Wesentlich für die Erfindung ist es, dass ein Material verwendet wird, welches keine dominierende Eigenfrequenz besitzt und daher beim Schwingen keine Untertöne, Nebentöne und insbesondere keine schwirrenden Obertöne erzeugt. Man kann sich von der unterschiedlichen Wirkung der Schwingungen von Metall, z. B.
Eisen und von beispielsweise Kunstharz leicht dadurch überzeugen, dass gleichgeformte zungenartige Stücke auf eine Platte fallen lässt. Das Metallstück gibt hiebei eine Reihe von singenden hohen Obertönen von sich, während sich der Fall des nichtmetallischen Stückes dumpf und tonlos anhört. Als geeignetstes Material kommen alle Produkte in Betracht, denen diese schwirrenden Nebentöne bzw. Obertöne beim Schwingen fehlen.
Um die Schwingungen möglichst naturgetreu wiedergeben zu können, sollen die schwingenden Organe eine gewisse Starrheit besitzen, die sie dazu zwingt, nach erfolgter Erregung sofort zum Stillstand zu kommen, ohne dass dadurch ihre Elastizität herabgesetzt oder ihre Masse vergrössert wird. Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass die Zunge vom freien Ende 7 gegen die Einspannstelle 8 zu im Querschnitt allmählich vergrössert wird ; es kann aber auch bei gleichbleibendem Querschnitt eine steife Rippe 6 mit gegen die Einspannstelle zu grösser werdendem Querschnitt an der Zunge vorgesehen sein.
Dieses Mittel ist besonders geeignet, weil man insbesondere durch Hochkantstellung der Rippe ohne Vergrösserung des Gewichtes hohe Elastizität und Festigkeit erreicht ; bei Bändern steigt der Querschnitt von dem Orte der grössten Ausschwingung gegen die beiden Einspannstellen an.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Lautsprecher, dadurch gekennzeichnet, dass die vom Sprechstrom elektromagnetisch gesteuerte, auf die Schallmembran wirkende schwingende Zunge oder das analoge Band aus nichtmetallischem Material besteht.