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Verfahren und Einrichtung zur Entwässerung der Stoffbahn auf offenen Langsieb- maschinen.
Die Entwässerung der Stoffbahn auf Langsiebmaschinen für die Herstellung von Zellulosekarton oder Papier wurde bisher entweder derart durchgeführt, dass die Stoffbahn von der letzten Nasspresse nacheinander mehreren geheizten Trockenzylindern zugeführt wird, auf deren Umfang die Stoffbahn mit Trockenfilzen angepresst wird (offene Langsiebmaschinen), oder derart, dass die feuchte Stoffbahn bei der Gautsche von einem Abnahmetuch abgenommen, noch einer Presse zugeführt und dann an den Umfang eines Trockenzylinders abgegeben wird, von dem die Stoffbahn als trockenes Papier abläuft (Selbstabnahmemaschinen). Das erstbeschriebene Verfahren hat den Nachteil,
dass trotz Anpressung der Stoffbahn durch einen Troekenfilz diese nur lose auf dem Umfang des Zylinders liegt und dadurch die Wasserverdampfung auf jedem einzelnen Zylinder eine nur geringe ist, daher 20 und oft mehr solcher Zylinder angeordnet werden müssen, um eine vollständige Trocknung zu erzielen, wodurch ein grosser Dampfverbrauch entsteht.
Es ist bei diesen Maschinen auch bekannt, nach der Trockenpartie noch einen angetriebenen Glättetroekenzylinder einzuschalten, doch hat dieser Zylinder der Hauptsache nach nur den Zweck der Erreichung einer einseitigen Glätte, die durch Verwendung eines Markierfilzes nach nochmaliger Anfeuchtung erzielt wird. Die Trockenleistung wird jedoch dadurch nicht erhöht. (Deutsche Presse. )
Auf den Selbstabnahmemaschinen wird wohl die Stoffbahn an den Umfang des Trockenzylinders angepresst und dadurch eine höhere Leistung des Zylinders erzielt, jedoch ist dazu die Verwendung eines teueren Abnahmetuches erforderlich, welches wieder auf die Qualität der Stoffbahn einen nachteiligen Einfluss ausübt.
Auf den mit einem Abnahmetuch arbeitenden Selbstabnahmemaschinen ist nur die Erzeugung dünnen Papiers möglich, da starke Papiersorten vom Abnahmetuch nicht mehr abgenommen werden können. Um auf Selbstabnahmemaschinen auch dickeres Papier erzeugen zu können, ist versucht worden, durch Einschaltung einer Nasspresse vor dem Trockenzylinder das Abnahmetuch zu vermeiden, jedoch ist dann, um eine Selbstabnahme zu erzielen, die Verwendung einer Filzwickelwalze notwendig, die ebenfalls einer starken Abnutzung unterworfen ist und, ebenso wie das Abnahmetuch, nur die Erzeugung eines einseitig glatten Papiers ermöglicht.
Auf diesen Maschinen ist auch nach Entfernung des Abnahmetuches die Erzeugung von stärkerem Papier (z. B. mehr als 200 /m) nicht möglich, weil durch die einzige vorhandene Nasspresse das Wasser nicht im erforderlichen Masse entfernt werden kann und dann bei stärkeren Papiersorten ein Abspringen und Aufsteigen des Papiers von der Filzwickelwalze und die dadurch bedingte Falten-und Schnallenbildung am Zylindereinlauf auftreten, welche das Papier unbrauchbar machen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Entwässerung der Stoffbahn durch Anpressen derselben an einen geheizten Zylinder durchzuführen und so den Vorteil der Selbstabnahmemasehine, die höhere Troekenleistung, auszunutzen, ohne jedoch das teuere Abnahmetuch zu benutzen, somit durch den Wegfall desselben den Nachteil der Selbstabnahmemaschine (schlechtere Qualität) auszuschalten.
Gemäss der Erfindung wird dies durch ein Verfahren erreicht, bei dem die Stoffbahn nach Passieren
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angetriebenen und geheizten Entwässerungszylinders angepresst und von dem Entwässerungszylinder der weiteren Trocknung zugeführt wird.
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Ausführungsbeispiel dargestellt.
Fig. 1 zeigt die Maschine im Aufriss, Fig. 2 ist ein Grundriss des Stellwerkes für die Heb- und
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die auf den Säulen 4, 5 aufruhen, tragen die Lager 7 für den Entwässerungszylmder S, der durch Dampf geheizt und mit einem Antrieb 9 versehen ist. Die Lager 7 sind durch ein Stellwert in vertikaler Richtung
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die in den-Schneckenrädern 22 und 23 ihr Muttergewinde finden.
Durch Drehen des Handrades 11 wird die Welle 10 in Drehung versetzt, diese Drehung wird durch die Kegelräder 12, 14 bzw. l5, 15-auf die Wellen 16, 17, die Schnecken 20, 21 die Schneckenräder 22, 23 und die Hebeschrauben 25 übertragen, durch welche die Lager 7 des Entwässerungszylinders je nach dem Drehsinn gehoben oder gesenkt werden.
Der Entwässerungszylinder 8 ruht mit dem seinen Eigengewicht entsprechenden Druck auf der Na#pre#walze 3 anf. Zwischen den Walzen 2 und 3 ist zur Weiterbewegung der Stoffbahn der gewöhnliche Nassfilz 26 angeordnet, der über mehrere Leitwalzen 27 geführt ist. Am Umfange der Nasspresswalze 3 ist ein-Schaber 0 und am Umfange des Entwässerungszylinders 8 ein Schaber 31 zur-Abnahme der Stoffbahn angeordnet. Zur Unterstützung der Aufführung der Stoffbahn auf den Zylinder 8 ist an seinem Umfange eine Aufführwalze 38 vorgesehen.
Die Wirkungsweise der Maschine ist folgende :
Vorerst wird durch Betätigung des Handrades 11 der Entwässerungszylinder so weit gehoben. dass zwischen seinem Umfang und dem Umfang der Walze 3 ein Zwisehenraum verbleibt. Die Stoffbahn 36 wird nun durch den Nassfilz 26 zwischen den Walzen 2 und 3 hindurch, um-die Warze J herumgeführt und durch den Schaber 30 abgenommen. Die Stoffbahn wird nun von Hand aus um den Entwässerungszylinder 8 herum-und unter die Anpresswalze jS eingeführt.
Nach Passieren des Zylinders 8 wird die Stoffbahn vom Schaber 31 vom Zylinder 8 abgehalten, über die Leitrolle 32 geführt und entweder über Nassrollen 40 oder über die Leitrolle 33 zum Trockenzylinder 35 der weiteren vollständigen Trocknung
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geführt ist, wird durch Betätigung des Handrades 11 der Zylinder 8 auf die obere Nasspresswalze. 3 herabgelassen und presst nun mit seinem Gewicht das dazwischen liegende Stoffblatt. Um ein gleichmässiges Weiterlaufen der Stoffbahn zwischen der Walze 3 und dem Zylinder 8 zu erreichen, ist der Antrieb 9 für den Entwässerungszylinder derart regelbar, dass stets eine Übereinstimmung der Umfangsgeschwindigkeiten der Walze 3 und des Zylinders 8 erzielbar ist.
Bei dem Verfahren gemäss der Erfindung wird die feuchte Stoffbahn fest an den heissen Umfang des Entwässerungszylinders 8 angepresst und dadurch eine sehr ausgiebige Entwässerung erreicht, die es ermöglicht, mit einer geringeren Anzahl von Trockenzylindern 35 auszukommen, als bei den bisher üblichen Langsiebmaschinen, wodurch gegenüber diesen Maschinen eine Dampfersparnis erzielt wird.
Durch die nochmalige Pressung zwischen der Walze 3 und dem Entwässerungszylinder 8 wird eine Ebnung und ein Ausmerzen der oft unerwünschten Filzmarkierung, somit ein festeres und gleichmässigeres Stoffblatt erzielt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Entwässerung der Stoffbahn auf offenen Langsiebmaschinen, dadurch gekennzeichnet, dass die Stoffbahn (36) nach Passieren der Nasspressvorrichtung (2, 3) ohne Verwendung von zusätzlichen Einrichtungen, z. B. Abnahmetuch oder Filzwickelwalze) an den Umfang eines an einer Walze (z. B. Nasspresswalze 3) mit Druck anliegenden, angetriebenen und geheizten Entwässerungs- zylinders (8) angepresst und von dem Entwässerungszylinder (8) der weiteren Trocknung zugeführt wird.