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Verfahren zur Herstellung von färbigem Baumwollgarn.
Die Erfindung bezweckt, ein Garn zum Stücken oder Weben melierter TÜcher aus Baumwolle oder ähnlichem Material zu erhalten, bei welchem verschieden gefärbte oder gefärbte und ungefärbte Teile innig vermischt sind.
Es war bisher gebräuchlich, melierte Baumwollwarrn aus Garnen herzustellen, die nach dem Spinnen des Garnes durch Einfärben von in kurzen Abständen voneinander befindliehen Garnstellen abwechselnd gefärbt wurden. Das farbige Garn gemäss der Erfindung unterscheidet sich von solchen
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quer durch den ganzen Querschnitt des Garnes erstrecken. Die aus Garnen gemäss der Erfindung hergestellten Stoffe unterscheiden sich wesentlich in ihrem Aussehen von Stoffen, die aus gewöhnlichen gefleckten Garnen hergestellt sind, indem scharfe Abgrenzungslinien zwischen den farbigen und nicht farbigen Teilen oder den verschieden farbigen Teilen vermieden werden.
Es war bisher gebräuchlich, Vorgespinste in Strähnenform in Abständen zu falbe, die aus einem Material aus langen zähen Fasern bestehen, wie z. B. wollene oder kammwollene Sttähne, in dem diese während einer geradlinigem Bewegung bedruckt oder andeiweitig in Abständen gefärbt wurden. Derartige Verfahren gewährleisten keine völlige Dnrchtränkung der Fäden durch das Färbematerial und können
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vei wendet weiden. Solche kurzfaserige Vorgespinste besitzen eine sehr geringe Dehnungsfestigkeit und reissen beim Versuch, die Einfärbung während ihrer Bewegung zu bewirken.
Gemäss der Erfindung werden die in kurzen Abständen voneinander angeordneten Stellen eines
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während der Faden zu einer Masse auf seiner Spule oder einem andern Kern aufgewickelt ist. Dies wird dadurch erreicht, dass begrenzte Mengen von Farbflissigkeit auf vorbestimmten, in Abständen voneinander angeordneten Stellen auf die Fadenmasse aufgebracht werden, wobei veranlasst wird, dass diese Farbmengen die ganze Fadenmasse zwischen gegenüberliegenden Flächen durchdringen und dazwischen ungefärbte Stellen freilassen. Wenn der Faden auf einem Kern während der Einfärbung aufgewunden ist, so erfolgt die Einfärbung in Zwischenräumen ohne Gefahr des Reissens des Garnes.
Nach diesem Färben wird, um ein Garn oder einen Zwirnfaden zu erhalten, der Faden abgewickelt, gezogen und gedreht bzw. mit andernFäden, welche in der gleichen Weise mit verschiedenen Farben behandelt wmden, gezwirnt. Das Drehen dient zum Zusammenpressen der Fasern, welche mit Farbe imprägniert wurden, und zielt darauf ab, die Farbe darin zulück zu halten ; der Zug und das Zwirnen dient dazu, scharfe Abgrenzllngslinien an den Enden der kurzen Färbestellen der Vorgespinste zu verhindern und diese Färbestellrn durch das Garn in einer gebrochenen spiralförmigen Anordnung zu verteilen.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Verfahrens zur Herstellung gefärbter Garne sowie ein nach diesem Verfahren hergestelltes Ga. in veranschaulicht. Fig. l zeigt in einer Seitenansicht einen losen Faden oder ein Vorgespinst, das auf einer Spuie aufgewickelt ist, wobei die Stellen der aufgewundenen Fadenmasse, die mit Farbflüssigkeit imprägniert sind, angedeutet erscheinen. Fig. 2 ist ein Querschnitt nach Linie II-II der Fig. 1. Fig. 3 ist eine vergrösserte Ansieht eines Teiles des Garnes, das aus diesem Vorgespinst und einem andein Vorgespinst ei zeugt wurde. Fig. 4 zeigt in einer Ansicht einen Teil eines Stoffes aus diesem Garn.
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Das Verfahren zur Herstellung eines Garnes gemäss Fig. 3 ist folgendes : Nachdem Baumwollfasern mittels der für diesen Zweck gewöhnlich verwendeten Maschinen (Krempel, Streckmaschine, Spulmaschinen) zu einem Vorgespinst geformt wurden, werden in kurzen Abständen voneinander stehende Stellen der Vorgespinste mit Farben imprägniert, u. zw. bevor die Vorgespinste in ein Garn gesponnen werden. Die Einfärbung wird ohne Abnahme der Vorgespinste von den Spulen der letzten Spulmaschine durchgeführt, so dass die Vorgespinste durch die Einfärbung weder zerrissen noch beschädigt werden und nach der Einfäbung richtig aufgewunden und direkt auf dem Anfsteckbrett der Spinnmaschine angeordnet sind.
Die Einfärbung erfolgt durch Anwendung begrenzter Mengen von Farbflüssigkeit an vorbestimmten Stellen eines zu einer Masse auf einer Spule B aufgewickelten Vorgespinstes (Fig. 1 und 2), wobei die Farbflüssigkeitsmengen veranlasst werden, in dieWiekelmasse einzudringen. Mit Rücksicht auf die lose Beschaffenheit der Baumwollfasern in dem Vorgespinst kann das Durchdringen der Farbflüssigkeit sehr leicht bewirkt werden. Die Einfärbung kann nach dem im Patent Nr. 104379 beschriebenen Verfahren und Einrichtungen durchgeführt werden. Die eingefärbten Teile der Wickelmasse sind in den Fig. 1 und 2 durch Schattenlinien angedeutet. Die eingefärbten Teile D sind der Länge nach auf der Spale angeordnet und dem Spulenumfang nach in Abständen voneinander angeordnet.
Jeder eingefärbte Teil erstreckt sich von der äusseren Fläche der Fadenll1asse zur inneren Fläche derselben, die in Berührung mit der Spule ist. Auf diese Weise werden am Vorgespinst entlang seiner ganzen Länge kurze Farbstellen erhalten, die voneinander in Abständen stehen.
Ein anderes Vorgespinst, das auf einer Spule derselben Grösse wie die Spule B aufgewickelt ist, wird dann mit einer von der Farbe der ersten Spule unterschiedlichen Farbe teilweise eingefärbt. Die Teile der zweiten eingefärbten Fadenmasse können in derselben Weise angeordnet sein, wie die eingefärbten Teile der ersten Fadenmasse.
Die zwei Vorgespinste werden dann gerade ausgespannt oder gestreckt und miteinander fest verzwirnt. Dies wird dadurch erreicht, dass die Spulen mit den auf ihnen auf gewundenen zwei Vorgegespinsten auf dem Aufsteckbrett einer Spinnmaschine angeordnet werden und die Vorgespinste durch Streckrollen der Maschine zur selben Spindel laufen.
Ein Teil eines durch Verzwirnung der Vorgespinste erhaltenen Garnes ist in Fig. 3 dargestellt.
Hiebei ist die Nebeneinanderanordnung der zwei verschiedenen gefärbten Teilen mit ungefärbten Teilen des Garnes angedeutet, eine Anordnung welche eine Vermischung der Farben untereinander ergibt, wenn das Garn wie in Fig. 4 angedeutet, in einem Stoff gestrickt wird.
Es ist klar, dass durch Änderung der Lage und Anordnung der eingefärbten Stellen sowie durch besondere Wahl der einzelnen miteinander zu verzwirnenden, ganz oder teilweise gefärbten Vorgame,
Game erhalten werden können, die zum Stricken eines melierten Tuches in irgendeiner gewünschten Farbe sich eignen. Das Aussehen des erzeugten Stoffes kann auf diese Weise jedem persönlichen Geschmack angepasst werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von färbigem Baumwollgarn, dadurch gekennzeichnet, dass ein auf einem Kern auf gewundener Faden aus Baumwollfasern in Abständen eingefärbt wird, bevor dem Faden die Endstreckung gegeben und derselbe in ein Garn gesponnen wird.