Trommel für eine Wäschebehandlungsmaschine
[0001] Die Erfindung betrifft eine Trommel für eine Wäschebehandlungsmaschine, wobei die Trommel innerhalb des Gehäuses der Wäschebehandlungsmaschine drehbar gelagert ist und mindestens eine Bodenscheibe sowie einen Mantel aufweist, die einzeln oder beide mit einer Wölbstruktur versehen sind.
[0002] Eine derartige Trommel ist aus DE 10 2006 010 179 A1 bekannt. Darin sind in den Trommelmantel in jeweils einer Linie entlang der Umfangsrichtung einzelne EIe- mente von Wölbstrukturen angeordnet, deren in der Flucht des Trommelmantels liegende Kontur eine Fläche mit mehreren, stetig ineinander übergehenden, bogenförmigen Grenzen bildet und nur eine einzige Symmetrieachse aufweist, die wenigstens annähernd in Umfangsrichtung des Trommelmantels verläuft. In den am stärksten gegenüber der Flucht des Trommelmantels ansteigenden Wandungsteilen der Elemente sind Flutlöcher angebracht, durch die ein Austausch zwischen dem Inneren der Trommel und ihrer Umgebung stattfinden kann.
[0003] In DE-PS 70 397 und in DE-AS 1 174 738 sind Wäschetrommeln beschrieben, deren Trommelmäntel quer zur Umfangsrichtung Leisten bzw. Rippen aufweisen. Diese dadurch gebildete Innen-Struktur soll den Effekt eines Waschbrettes nachahmen, bei dessen Einsatz die Wäsche von Hand über die Wellenstruktur gerieben wurde. Dieser Effekt kann die mechanische Behandlung der Wäsche unterstützen; er wird daher von Wäschereiexperten befürwortet. Die Trommel aus der DE 10 2006 010 179 A1 kann diesen Effekt nicht in ausreichendem Umfang darstellen, well dazu die Zahl der Elemente zu klein ist. Andererseits ist ein Trommelmantel mit reiner Wellen- bzw. Rip- penstruktur nicht stabil genug und stellt auch in fertigungstechnischer Hinsicht ein nicht geringes Problem dar, weil sich ein Mantelblech mit Wellen- oder Rippenstruktur nur sehr schwierig mit den Böden der Trommel verbinden lässt.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die Vorteile der Vorschläge aus dem Stande der Technik so miteinander zu vereinigen, dass eine Drehrichtungsab- hängig unterschiedliche Wirkung erzielt werden kann, dass die Flutlöcher Wäsche
[0005] schonender angeordnet und verteilt werden können und dass die Struktur eine eigene Schöpfwirkung mitbringt, durch die aus einer unten im Laugenbehälter vorrätigen Wassermenge während der Trommeldrehung Wasser geschöpft und von oben auf die Wäsche gefördert werden kann. [0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die im Kennzeichen des Anspruches 1 beschriebenen Merkmale in der der Weise gelöst, dass die Wölbstruktur aus mindestens zwei die Trommel wenigstens teilweise umfassenden Reihen von prismenartigen Prägungen mit einer im Wesentlichen rechteckigen Grundfläche besteht, von den die eine in Umfangsrichtung der Trommel gerichtete Fläche in einem steilen Win- kel, die entgegen gerichtete Fläche in einem flachen Winkel und von denen die Seitenflächen in einem wenigstens nahezu rechten Winkel zum Mantel stehen. Solche prismenartigen Prägungen, die in dichten Reihen vor- und nebeneinander in das Mantelblech geprägt sind, ahmen den Kunden überzeugende Waschbett-Wellenstrukturen des Standes der Technik nach, sind durch Prägepressen sehr einfach umzusetzen und sind aufgrund ihrer Vielzahl an der erforderlichen Waschmechanik wesentlich beteiligt. Durch die unterschiedliche Steilheit der Prismenflächen verbessern sich die Wäscheverteilung innerhalb der Trommel und die Entwässerung der Wäsche während des Schleudergangs; denn die Wirkflächen sind voneinander getrennt: Die flache ungelochte Fläche sorgt mit hohem Anpressdruck der Wäsche für die Entwässerung und die stei- Ie, gelochte Fläche für eine gute und barrierefrei Wasserabfuhr. Durch die verstärkte Schöpfwirkung kann der Wasserstand am Boden des umgebenden Laugenbehälters abgesenkt werden, wodurch die sogenannte tote Flotte vermindert wird. Letztendlich lässt die neue Struktur auch eine Erhöhung der Steifigkeit der gesamten Trommel erkennen. [0007] Je nach konstruktiven Umfeldbedingungen können die Prägungen eine auf der Außenseite oder auf die Innenseite des Mantels sich aufwölbende Struktur bilden. Da die Prägungen jedenfalls vor dem Rollen des Trommelmantels hergestellt werden, können die Prägungen im Wesentlichen gleich gestaltet sein. Lediglich die Flutlöcher sollten, sofern die Trommel in einer Flüssigkeit führenden Wäschebehandlungsmaschi- ne angewendet wird, von der Innenseite zur Außenseite gerichtet sein.
[0008] Die Entscheidung über die Abmessungen und der Anordnungen der einzelnen Prägungen zueinander muss ebenfalls den konstruktiven Umfeldbedingungen vorbehalten bleiben, die mit den Prozessabläufen der Wäschebehandlung abgestimmt werden sollten. Beispielsweise kann die Breite der rechteckigen Grundfläche etwa ihrer Länge oder dem Doppelten ihrer Länge u.s.w. entsprechen. Auch können die nebeneinander liegenden Reihen so zueinander versetzt sein, dass benachbarte Prägungen nicht miteinander korrespondieren. Auch die gemischte Anwendung von Prägungen unterschiedlicher Abmessungen, die zueinander in einem geradzahligen Verhältnis stehen sollten, um die erwünschte Rippenstruktur zu erhalten, kann erwogen werden. Die in den Unteransprüchen beschriebenen Merkmale können zusammen mit denen des Anspruchs 1 einzeln oder gemeinsam in jeder möglichen Kombination angewendet werden, ohne den gemeinsamen Erfindungsgedanken zu verlassen.
[0009] Anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen ist die Erfindung nachstehend erläutert. Es zeigen Fig. 1 eine Wäschetrommel einer Wäschebehandlungsmaschine mit drei
Reihen von in den Trommelmantel von innen nach außen geprägten prismenartigen Elementen,
Fig. 2 anhand eines entlang der Umfangsrichtung verlaufenden Schnitts durch den Trommelmantel das Verhältnis von Trommeldrehung zu Laugenfluss bei einer von außen nach innen geprägten Struktur,
Fig. 3 Trommeldrehung und Laugenfluss entsprechend Fig. 2 bei einer von innen nach außen geprägten Struktur,
Fig. 4 einen Abschnitt eines Trommelmantels vor dem Rollen zu einem Zylinder mit Prägungen in einem Verhältnis von Breite (Abmessung pa- rallel zur Trommelachse) zur Länge (Abmessung in Umfangsrichtung) der rechteckigen Grundfläche von 2 : 1 bei der Verteilung von drei Reihen von Prägungen auf der gesamten Breite des Trommelmantels,
Fig. 5 einen Abschnitt gemäß Fig. 4 mit einem Seitenverhältnis von 4 : 1 und ebenfalls drei Reihen von Prägungen,
Fig. 6 einen Abschnitt gemäß Fig. 4 mit einem Seitenverhältnis von 2 : 1 und sechs Reihen von Prägungen,
Fig. 7 einen Abschnitt gemäß Fig. 4, bei dem die nebeneinander liegenden
Prägungen zueinander um eine halbe Länge versetzt sind, Fig. 8 einen Abschnitt gemäß Fig. 5, bei dem die nebeneinander liegenden
Prägungen zueinander um eine halbe Länge versetzt sind,
Fig. 9 einen Abschnitt gemäß Fig. 7, bei dem die nebeneinander liegenden
Prägungen zueinander um eine halbe Länge versetzt sind, und
Fig. 10 einen Abschnitt gemäß Fig. 6, bei dem Prägungen mit unterschiedli- chen Seitenverhältnissen gemischt angeordnet sind.
[00010] Die in Fig. 1 dargestellte Wäschetrommel 1 ist außerhalb der zugeordneten Wäschebehandlungsmaschine isoliert dargestellt, in der sie um eine Achse 1 rotieren könnte, und enthält eine Bodenscheibe 3, mit der die Trommel mittels eines Trommel- sterns 4 in der Wäschebehandlungsmaschine befestigt sein kann. Der Trommelmantel 5 ist in bekannter Weise an der Bodenscheibe 3 befestigt und trägt drei umlaufende Reihen von Prägungen 6. Da am Trommelmantel 5 keine Flutlöcher zu sehen sind, könnte diese Trommel für eine Wäschebehandlungsmaschine vorgesehen sein, deren Behandlungsprozesse nicht mit Flüssigkeit durchgeführt werden. Die gestrichelten Bö- gen 7 kennzeichnen eine Umfangslinie der Trommel.
[0010] Entlang einer solchen Umfangslinie 7 verlaufen die in Fig. 2 und 3 dargestellten Schnitte durch den Trommelmantel 5, der in diesen Beispielen für mit Flüssigkeit durchgeführte Wäschebehandlungsprozesse mit Flutlöchern 8 ausgestattet ist, die in den steilen Flanken 10 der prismatischen Prägungen 5 sitzen. Hier sind die Übergänge zwischen den steilen (10) und den flachen Flanken 9 stark verrundet wiedergegeben. Sie können aber auch ähnlich der Darstellung in Fig. 1 scharfkantiger sein. Bei der Drehrichtung 11 der Trommel schöpfen die nach innen gerichteten Prägungen 6 durch ihre Flutlöcher 8 eine große Menge Wasser (Pfeile 12). In Gegendrehrichtung der Trommel entweicht hier wieder Wasser - in dann geringerer Menge bei normaler Be- handlungsgeschwindigkeit, in erheblicher Menge jedoch bei Schleudergeschwindigkeit
(gegen Pfeilrichtung 12). Die Prägungen 5 haben auch Seitenflächen 25, die wenigsten annähernd senkrecht auch dem Trommelmantel 5 stehen. In Fig. 2 ist eine dieser Seitenflächen 25 einer Prägung 5 durch eine gerasterte Fläche dargestellt.
[0011] Bei der in Fig. 3 dargestellten Trommel, deren Prägungen 5 nach außen ge- stellt sind, kehren sich die Verhältnisse von Trommeldrehung 11 und Wasserströmung 12 um.
[0012] Der in Fig. 4 dargestellte Trommelmantel-Abschnitt zeigt Prägungen 13 mit einem Verhältnis der Kantenlängen seiner rechteckigen Grundfläche von 2 : 1 , entsprechend der Breite 14 (parallel zur Trommelachse 2) zur Länge 15 (in Umfangsrichtung). Von den Prägungen 13 dieser Größe haben nur drei Reihen auf der Trommelmantelbreite M nebeneinander Platz.
[0013] Der Abschnitt in Fig. 5 hat ebenfalls Prägungen 16 der Breite 14. Sie sind gegenüber den Prägungen 13 in Fig. 4 aber nur halb so lang (Länge 17). Daher ist ihr Seitenverhältnis 4 bis 5 : 1. Von dieser Form der Prägungen 16 gehen ebenfalls drei Reihen auf die Breite M des Trommelmantels 5.
[0014] Sechs Reihen von Prägungen 18 gehen auf die Breite M des Trommelmantels 5 in Fig. 6; den diese haben zwar ebenfalls die Länge 17 wie in Fig. 5 aber eine Breite 19, die nur halb so groß ist wie die in Fig. 4 und 5. Daher ist das Seitenverhältnis - wie in Fig. 4 - 2 : 1. Darüber hinaus sind auch Prägungen möglich, deren Breite und Länge mindestens nahezu übereinstimmen. Bei genügend kleinen Breiten kann man sogar zwölf und mehr Reihen von Prägungen im Trommelmantel 5 unterbringen.
[0015] Beim Rollen eines Trommelmantel-Bandes der Beispiele gemäß Fig. 4 bis 6 wird es, wenn man nicht besondere Vorkehrungen dagegen trifft, voraussichtlich zu Knicken im Trommelmantel 5 kommen, die genau an den Zwischenräumen zwischen zwei aufeinander folgenden Prägungen einer Reihe auftreten werden. Um diese Gefahr abzumildern bzw. gänzlich zu beseitigen, wählt man möglichst kleine Prägungen - daher viele nebeneinander - und versetzt sie von Reihe zu Reihe. Hierfür sind die Beispiele in Fig. 7 bis 9 geeignet, die ansonsten dieselben Merkmale aufweisen wie die Beispiel der Fig. 4 bis 6. In den Beispielen der Fig. 7 bis 9 ist der Versatz, z. B. 0,5 x 15, eine halbe Prägungslänge 15 bzw. 17. Man kann den Versatz aber auch kleiner wählen,
z. B. ein Drittel der Länge 15, wenn drei Reihen auf der Mantelbreite M Platz haben, oder ein sechstel, wenn sechs Reihen auf der Mantelbreite M Platz haben. Der Bruchteil der Länge muss jedoch keine Proportionalität zur Zahl der Reihen aufweisen. Je kleiner der Versatz zwischen den Reihen ist, desto geringer wird die Neigung zur Kni- ckung des Trommelmantels 5 beim Formen des Zylinders.
[0016] Beim Beispiel der Fig. 10 ist zwar kein Versatz der Reihen gegeneinander möglich, jedoch kann die Knickungsneigung auch durch genügend kleine Längen 21 der Prägungen 20 und 22 vermindert werden. Das Beispiel der Fig. 10 zeichnet sich aber noch durch eine weitere Besonderheit aus: Die Prägungen sind nicht alle gleich breit. Die Prägungen 20 haben gegenüber ihrer Länge 21 eine doppelt so große Breite 19. Dazwischen sind aber immer wieder Prägungen 22 angeordnet, deren Breite 14 das Vierfache ihrer Länge 21 beträgt. Die zusätzliche Besonderheit in diesem Beispiel ist, dass diese breiteren Prägungen 22 ebenfalls regelmäßig so angeordnet sind, dass beim Drehen der Trommel die auf ihrer Innenseite sich entlang wälzende Wäsche in Richtung des regelmäßigen Versatzes der zusätzlichen Prägungen 22 in Parallelrichtung zur Trommelachse bewegt wird. Zur Verdeutlichung dieses regelmäßigen Versatzes ist eine (sich schräg über die Reihen erstreckende) Folge von Prägungen 22 gerastert dargestellt. Dies kann man dazu ausnutzen, die Wäsche bevorzugt gegen die Trommelöffnung oder gegen den Trommelboden hin zu bewegen. [0017] Selbstverständlich sind auch andere Kombinationen von Prägungen unterschiedlicher Abmessungen und Proportionen möglich. Dabei sind auch Mischungen unterschiedlichster Prägungen möglich, die einen Versatz in Umfangsrichtung wie auch eine sich schräg über die Reihen erstreckende Folge von gleichartigen Prägungen zulassen. Auch durch Mischungen von Prägungen, die in unterschiedliche Richtungen gestellt sind, lassen sich vorteilhafte Effekte erzielen. So können beispielsweise in
Kombination von unterschiedlichen anderweitigen Ausprägungen des Trommelmantels, z. B. durch unterschiedlich geformte Wäschemitnehmer, in bestimmten Trommelmantel- Bereichen unterschiedliche mechanische Einwirkungen erzielt werden, die durch jeweils unterschiedliche Trommeldrehrichtungen noch unterstützt werden können.