Gießdüse oder Gießverteiler, Anordnung und Verfahren zur Beheizung und/oder
Vorwärmung einer Gießdüse
Die Erfindung betrifft eine Gießdüse oder einen Gießverteiler zum Überführen von schmelzflüssigem Metall in ein metallurgisches Aggregat oder Gefäß.
Die Erfindung betrifft weiterhin eine Anordnung zur Beheizung und/oder Vorwärmung einer solchen Gießdüse oder eines solchen Gießverteilers sowie ein Verfahren zur Beheizung und/oder Vorwärmung einer Gießdüse oder eines Gießverteilers.
Aus der DE 197 386 82 B4 ist ein Schmelzbehälter mit einem in einem Durchlass seines Bodens angeordneten Auslauf bekannt, welcher einen aus einzelnen fluidgekühlten Metallsegmenten gebildeten Trichter hat, der zur induktiven Beheizung von einer mit Wechselstrom beaufschlagbaren Spule umgeben ist und bei dem die Metallsegmente an ihrer oberen Seite einen gemeinsamen Metallring bilden. Der bekannte Schmelzbehälter besteht aus Keramik. In dem Durchlass des Schmelzbehälters ist ein Keramikeinsatz angeordnet, welcher aus einem unmittelbar in dem Durchlass sitzenden Keramikring und einem gegen diesen Keramikring anliegenden Dauereinsatz aus Keramik besteht, wobei die Metallsegmente mit ihrem Metallring lösbar in dem Dauereinsatz gehalten sind. Eine Beheizung des Auslaufs wird mit einer Induktionsspule bewirkt, die sich um die Metallsegmente der Gießdüse erstreckt.
Weiterer Stand der Technik ist aus den Druckschriften DE 11 2009 001 950 T5
EP 0 518 536 A1 , KR 10-1090429, US 3,779,743, US 3,888,300, WO 2015/101552 A1 , DE 20 17469 A1 , DE 36 40 269 C1 , EP 0 869 854 B1 , EP 1 042 087 B1 , JP 2013 039 588 A, US 6,070,649 und US 2016/0052049 A1 bekannt.
Es ist weiterhin im Stand der Technik bekannt, Gießdüsen bzw. Kegelsteine oder Tauchrohre mit direkten Brennern durch Verbrennen von Erdgas mit offener Flamme oder mit indirekten Brennern, die in einem Strahlungsrohr das Erdgas verbrennen, zu beheizen. Weiterhin ist bekannt, Gießdüsen mit sogenannten Porenbrennern zu erwärmen.
Eine kontrollierte Erwärmung einer Gießdüse ist mit den im Stand der Technik bekannten Mitteln verhältnismäßig schwierig, insbesondere unter Vakuum und/oder Schutzgasatmosphäre bei unterschiedlichen Drücken.
Insbesondere wenn Gießdüsen, Kegelsteine, Tauchrohre oder Gießverteiler aus einem keramischen Feuerfestwerkstoff bestehen, ist eine gleichmäßige und kontrollierte Erwärmung besonders wichtig, um Rissbildungen im Material zu verhindern.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Gießdüse oder einen Gießverteiler der eingangs genannten Art bereitzustellen, der die Nachteile des Standes der Technik vermeidet.
Der Erfindung liegt weiterhin die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung zur Beheizung und/oder Vorwärmung einer Gießdüse oder eines Gießverteilers und ein Verfahren zur Beheizung und/oder Vorwärmung eines Gießverteilers bereitzustellen, die die zuvor erwähnten Nachteile nicht aufweisen. Die Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1 betreffend eine Gießdüse oder einen Gießverteiler, die Merkmale des Anspruchs 5 betreffend eine Anordnung zur Beheizung und/oder Vorwärmung einer Gießdüse oder eines Gießverteilers, durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 8 sowie durch eine Anlage mit den Merkmalen des Anspruchs 10. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Ein Gesichtspunkt der Erfindung betrifft eine Gießdüse oder einen Gießverteiler
zum Überführen von schmelzflüssigem Metall in ein metallurgisches Aggregat oder Gefäß, die zumindest teilweise aus einem Refraktärwerkstoff besteht und die sich insbesondere dadurch auszeichnet, dass diese wenigstens ein in den Refraktärwerkstoff eingebettetes Widerstandsheizelement aufweist.
Der Begriff Gießdüse im Sinne der vorliegenden Erfindung umfasst sowohl konische bzw. trichterförmige als auch röhrenförmige oder zylindrische Teile, die zur Abgabe von schmelzflüssigem Metall ausgebildet sind. Dies umfasst sowohl sogenannte Kegelsteine als auch Tauchrohre oder Ausläufe an Verteilerrinnen oder gar gesamte Gießverteiler.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Gießdüse oder der Gießverteiler aus einem keramischen Werkstoff besteht, in den wenigstens ein Widerstandsheizelement eingebettet sein kann. Durch die vorzugsweise vollständige Einbettung des Widerstandsheizelements in den Werkstoff lässt sich eine besonders gleichmäßige Wärmeverteilung und Aufheizung der Gießdüse oder des Gießverteilers erreichen.
Bei einer besonders vorteilhaften Variante der Gießdüse oder des Gießverteilers gemäß der Erfindung ist eine Vielzahl von Widerstandsheizelementen vorgesehen, die für unterschiedliche Heizleistungen ausgelegt sind.
Wenigstens ein Widerstandsheizelement kann als Heizleiter aus Metall oder Graphit ausgebildet sein.
Ein weiterer Gesichtspunkt der Erfindung betrifft eine Anordnung zur Beheizung und/oder Vorwärmung einer Gießdüse oder eines Gießverteilers der vorstehend beschriebenen Art unter Vakuum und/oder unter Schutzgasatmosphäre, umfassend wenigstens eine Spannungsquelle und einen Stromleiter, die mit Stromanschlüssen der Gießdüse oder des Gießverteilers verbunden sind.
Die Anordnung zeichnet sich insbesondere durch wenigstens eine Regel- und Steuereinrichtung zur Regelung der Heizleistung des wenigstens einen Widerstandselements aus.
Bei einer besonders vorteilhaften Variante der Anordnung gemäß der Erfindung ist eine Vielzahl von Spannungsquellen oder eine Spannungsquelle mit mehreren Leistungsebenen zur Bestromung von mehreren Widerstandsheizelementen vorgesehen, die für unterschiedliche Heizleistungen ausgelegt sind. Dadurch kann einem Vorwärmen, Erwärmen und Erhitzen mit unterschiedlichen Temperaturen und beliebigen Unter- und Überdrücken für Schmelz- und Warmhalteöfen, Pfannen sowie Rinnen und Verteilerrinnen Rechnung getragen werden.
Weiterhin wird erfindungsgemäß ein Verfahren zur Beheizung und/oder Vorwärmung einer Gießdüse oder eines Gießverteilers mit wenigstens einem in einen Refraktärwerkstoff der Gießdüse oder des Gießverteilers eingebetteten Widerstandsheizelement vorgeschlagen, das sich durch eine kontinuierliche oder quasi kontinuierliche Erwärmung der Gießdüse oder des Gießverteilers unter Vakuum und/oder Schutzgasatmosphäre durch eine geregelte Bestromung wenigstens eines Widerstandsheizelements auszeichnet.
Vorzugsweise erfolgt eine Beheizung und/oder Erwärmung mit unterschiedlichen Heizleistungen und/oder mit unterschiedlichen Temperaturzonen.
Sowohl die Gießdüse oder Gießverteiler als auch die Anordnung und das Verfahren können Anwendung finden bei Vakuum-Induktions- Schmelzeinrichtungen bzw. Vakuum-Induktionsöfen, deren Induktionsspulen in einer Vakuumkammer oder außerhalb der Vakuumkammer angeordnet sind, bei Induktionshöfen oder Induktions-Schmelzofen Anlagen, die unter atmosphärischen Bedingungen betrieben werden, bei Vorherd Speicheröfen mit Stopfengießvorrichtung, die unter Vakuum und/oder unter atmosphärischen Bedingungen betrieben werden, bei Elektrolichtbogenöfen, die unter
atmosphärischen Bedingungen mit Bodenabstich betrieben werden, bei Gieß- und Umfüllpfannen, die unter Vakuum oder atmosphärischen Bedingungen mit Bodenabstich betrieben werden sowie bei Rinnen und Verteilerrinnen, die an Stranggießanlagen und/oder Vakuum-Induktions-Schmelzeinrichtungen oder Induktions-Schmelzöfen mit Gießdüsen, Tauchrohren oder dergleichen.
Erfindungsgemäß ist auch eine Anlage zum Chargieren, Schmelzen und Gießen von Metall unter Vakuum und/oder Schutzgasatmosphäre mit wenigstens einer Gießdüse und/oder mit wenigstens einem Gießverteiler und/oder Anordnung der vorstehend beschriebenen Art vorgesehen, die wenigstens eine Vakuum- Induktions-Schmelzeinrichtung, Mittel zum Chargieren von Ausgangsstoffen unter Vakuum und/oder Schutzgas in die wenigstens eine Vakuum-Induktions- Schmelzeinrichtung, und wenigstens eine Vakuum-Induktions-Gießeinrichtung umfasst, die an die wenigstens eine Vakuum-Induktions-Schmelzeinrichtung anschließbar ist, wobei die Vakuum-Induktions-Gießeinrichtung wenigstens eine Speicherkammer umfasst, die gasdicht an eine Stranggießanlage oder eine Pulververdüsungsanlage als nachgeschaltetes Aggregat ankoppelbar ist.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels in den beigefügten Zeichnungen erläutert.
Es zeigen:
Figur 1 eine Ansicht einer Anlage gemäß der Erfindung,
Figur 2 eine schematische Darstellung einer vertikalen Stranggießanlage als nachgeschaltetes Aggregat,
Figur 3 eine schematische Darstellung einer horizontalen Stranggießanlage als nachgeschaltetes Aggregat,
Figur 4 eine schematische Darstellung einer Kreisbogen Stranggießanlage als nachgeschaltetes Aggregat,
Figur 5 eine schematische Darstellung einer Gieß-Walzanlage als nachgeschaltetes Aggregat,
Figur 6 eine schematische Darstellung einer Pulververdüsungsanlage als nachgeschaltetes Aggregat,
Figur 7 eine schematische Schnittansicht der Anlage gemäß Figur 1 entlang der Schnittebene Vl-Vl in Figur 1 und
Figur 8 eine Schnittansicht durch eine Gießdüse gemäß der Erfindung mit einer Anordnung zum Beheizen.
Die in Figur 1 dargestellte Anlage umfasst eine Vakuum-Induktions- Gießeinrichtung 1 und zwei an die Vakuum-Induktions-Gießeinrichtung 1 angeschlossene Vakuum-Induktions-Schmelzeinrichtungen 2A, 2B. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Vakuum-Induktions-Gießeinrichtung 1 an eine vertikale Stranggießanlage 3 als nachgeschaltetes Aggregat angekoppelt. Anstelle dieser vertikalen Stranggießanlage 3 können die in den Figuren 3-6 dargestellten Aggregate vorgesehen sein.
Wie dies insbesondere aus der Schnittansicht in Figur 7 erkennbar ist, umfasst die Vakuum-Induktions-Gießeinrichtung 1 eine Speicherkammer 4 und einen Vorherd 5, die miteinander kommunizieren. Innerhalb der Speicherkammer 4 ist ein Tiegelinduktor 30 angeordnet, der die Schmelze auf Gießtemperatur hält.
Die Anordnung umfassend die Speicherkammer 4 und den Vorherd 5 ist in Kipplagern 6 um eine horizontale Achse schwenkbar gelagert (siehe Figur 1 ) und mittels wenigstens einer Kolben-Zylinder-Anordnung 7 um die horizontale Achse
drehbar gelagert.
Die Vakuum-Induktions-Gießeinrichtung 1 umfasst zwei Stopfengießvorrichtungen 8 sowie zugehörige Gießdüsen 9, über die schmelzflüssiges Metall an das jeweils nachgeschaltete Aggregat, beispielsweise an die vertikale Stranggießanlage 3, übergeben werden kann. Weiterhin ist die Vakuum-Induktions-Gießeinrichtung 1 auf einem auf Schienen 10 verfahrbaren Untergestell 11 angeordnet, über die die Vakuum-Induktions-Gießeinrichtung 1 quer ihrer Kippachse verfahrbar ist. Die Vakuum-Induktions-Gießeinrichtung 1 ist auf Wiegezellen des Untergestells 11 gelagert.
Die Speicherkammer 4 der Vakuum-Induktions-Gießeinrichtung 1 ist jeweils über seitliche Durchführungen 12, welche sich durch die Kipplager 6 erstrecken, an jeweils eine Vakuum-Induktions-Schmelzeinrichtung 2A, 2B angeschlossen. Die Verbindung zwischen den Vakuum-Induktions-Schmelzeinrichtungen 2A, 2B und der Speicherkammer 4 der Vakuum-Induktions-Gießeinrichtung 1 ist mittels Faltenbalgabdichtungen 13 verschlossen. Die Durchführungen 12 sind weiterhin mittels Vakuumschiebern 14 verschließbar.
Das Aufschmelzen der Ausgangsstoffe erfolgt in den Vakuum-Induktions- Schmelzeinrichtungen 2A, 2B, die die Schmelze an die Speicherkammer 4 der Vakuum-Induktions-Gießeinrichtung 1 übergeben. Die Vakuum-Induktions- Schmelzeinrichtungen 2A, 2B sind im Wesentlichen identisch, sodass nachstehend nur eine der Vakuum-Induktions-Schmelzeinrichtungen 2A, 2B beschrieben wird.
Jede der Vakuum-Induktions-Schmelzeinrichtungen 2A, 2B umfasst eine Ofenkammer 15, die Teil eines Oberofens 16 ist und die mit einem Schmelztiegel 17 gasdicht verschlossen ist. Der Schmelztiegel 17 ist in bekannter Art und Weise als induktiv beheiztes Schmelzgefäß ausgebildet. Dieser wird über ein nicht dargestelltes Schienensystem an den Oberofen 16 herangefahren und von unten
an diesem befestigt. Der Schmelztiegel 17 wird bei dem dargestellten Beispiel in dem Oberofen 16 gehalten. Der Oberofen 16 ist in Kipplagern 6 schwenkbar gelagert und mittels zweier Kolben-Zylinder-Anordnungen 7 um eine horizontale Schwenkachse drehbar gelagert. An die Oberseite des Oberofens 16 ist ein Chargierturm 18 angeflanscht, der ebenfalls gasdicht anschließbar ist und als Schleuse für Chargierkörbe 19 dient, die das Ausgangsmaterial in den Schmelztiegel 17 einbringen. Seitlich an die Ofenkammer 15 ist eine Wechselkammer 20 angeschlossen, über die eine Verteilerrinne 21 als Gießverteiler in die Ofenkammer 15 einbringbar ist. Die Wechselkammer 20 ist ebenfalls als Schleusenkammer ausgebildet und über einen Vakuumschieber 14 bezüglich der Ofenkammer 15 absperrbar.
Mit dem Bezugszeichen 22 sind auf Wiegezellen gelagerte Bunkeranlagen bezeichnet, die Ausgangsstoffe oder Legierungszusätze über Beschickungsleitungen 23 dem Schmelztiegel 17 und/oder der Speicherkammer 4 aufgeben können. Die Bunkeranlagen 22 und/oder Beschickungsleitungen 23 können jeweils mittels nicht näher bezeichneter Vakuumschieber zu den Ofenkammern 15 und/oder zu der Speicherkammer 4 verschlossen werden.
Bei dem Verfahren gemäß der Erfindung werden zunächst Rohstoffe über Chargierkörbe 19 den Schmelztiegeln 17 unter Vakuum und/oder Schutzgasatmosphäre zugeführt und in diesen ebenfalls unter Vakuum und/oder Schutzgasatmosphäre aufgeschmolzen, gegebenenfalls unter Beschickung mit weiteren Legierungsbestandteilen. Nach abgeschlossener Behandlung der Schmelze in einem Schmelztiegel 17 wird beispielsweise in die Ofenkammer 15 einer Vakuum-Induktions-Schmelzeinrichtung 2A eine in einer Wechselkammer 20 vorgewärmte Verteilerrinne 21 in die Ofenkammer 15 so verbracht, dass diese sich unterhalb einer Gießschnauze 24 des Schmelztiegels 17 befindet. Die Verteilerrinne 21 ist so bemessen, dass diese sich in der Gießstellung bis in die Speicherkammer 4 erstreckt. Die Vakuum Induktions-Schmelzeinrichtungen 2A, 2B haben bezüglich der Speicherkammer 4 der Vakuum-Induktions-
Gießeinrichtung 1 ein Gefälle von etwa 2°. Der Schmelztiegel 17 wird um die Kipplager 6 geschwenkt, sodass sich die Schmelze in diesem vollständig in die Verteilerrinne 21 entleeren kann. Die Schmelze gelangt durch die mittels Faltenbalgabdichtung 13 verschlossenen Durchführungen 12 von der Vakuum- Induktions-Schmelzeinrichtung 2A in die Vakuum-Induktions-Gießeinrichtung 1. Über eine Regelung der Stopfengießvorrichtung 8 in dem Vorherd 5 der Vakuum- Induktions-Gießeinrichtung 1 gelangt die Schmelze dann ebenfalls unter Vakuum und/oder Schutzgas in das nachgeschaltete Aggregat. Während die Schmelze in einer Vakuum-Induktions-Schmelzeinrichtung 2A gegossen wird, kann die Behandlung der Schmelze in der anderen Vakuum-Induktions-Schmelzeinrichtung 2B erfolgen, die anschließend die Schmelze zwecks Überführung in die Speicherkammer 4 der Vakuum-Induktions-Gießeinrichtung 1 in eine Verteilerrinne 21 gießt.
Über eine Stopfenregelung wird die flüssige Schmelze durch die Gießdüsen 9 beispielsweise in die Stranggießkokille der vertikalen Stranggießanlage 3 dosiert.
Die Stopfengießvorrichtung 8 umfasst in Stopfenkammern 25 geführte Stopfenstangen 26, die an ihrem führenden Ende einen Verschlusskörper bilden oder aufweisen und bei verschlossenen Gießdüsen 9 in diese eintauchen. Die Vakuumdichtigkeit der Stranggießkokillen wird über Vakuumflansche 27 gewährleistet, die Teil der in Figur 8 dargestellten Faltenbalgabdichtung 13 sind.
Die Dosierung von Gießpulver in die Stranggießkokille bzw. auf die Schmelze unter Vakuum und/oder Schutzgas erfolgt durch mindestens eine vakuum- und schutzgasdichte Dosiereinrichtung 28, die auf Wiegezellen gelagert sowie auf einem verfahrbaren Wagen 29 angeordnet ist. Eine Dosierleitung, die gegen die Atmosphäre mit einem Vakuumventil geschützt ist, mündet in die Vakuumabdichtung der Schnittstelle zwischen der Vakuum-Induktions- Gießeinrichtung 1 und das nachgeschaltete Aggregat bzw. die nachgeschaltete Stranggießanlage 3.
Zum Wechsel der Gießdüse 9 und/oder der Stopfenstange 26 werden die Gießdüsen 9 mit dem Verschlusskörper der Stopfenstange 26 verschlossen, sodann wird die Vakuum-Induktions-Gießeinrichtung 1 gekippt, sodass die Schmelze sich von dem Vorherd 5 in die Speicherkammer 4 verlagert. Anschließend kann die Vakuum-Induktions-Gießeinrichtung 1 auf den Schienen 10 quer zu der Kippachse verlagert werden.
Die in Figur 8 im Schnitt dargestellte Gießdüse 9 umfasst einen Kegelstein 31 sowie ein Tauchrohr 32, die aus einem keramischen Feuerfestmaterial bzw. einem keramischen Refraktärwerkstoff bestehen. In den Werkstoff des Kegelsteins 31 sowie des Tauchrohres 32 sind Widerstandsheizelemente 33 in Form von Widerstandsdrähten eingebettet. Die Widerstandsheizelemente 33 werden über eine Hochstromversorgung 34 als Spannungsquelle mit Strom beschickt. Die Hochstromversorgung 34 kann über Hochstrom kabel 35 oder flexibler Hochstrombänder zu Stromanschlüssen 36 der Gießdüse 9 geführt sein.
In Figur 8 sind lediglich Stromanschlüssen 36 an dem Kegelstein 31 der Gießdüse 9 gezeigt. Erfindungsgemäß können sowohl der Kegelstein 31 als auch das Tauchrohr 32 eine Vielzahl von Widerstandsheizelementen 33 und Stromanschlüssen 36 zur Realisierung verschiedener Temperaturzonen umfassen. Die Leistungszufuhr an die Widerstandsheizelemente 33 erfolgt vorzugsweise mit Hilfe einer nicht dargestelltes Regeleinrichtung geregelt auf eine Soll-Temperatur und quasi kontinuierlich, sodass die Erwärmung bzw. Erhitzung sowohl des Kegelsteins 31 als auch des Tauchrohres 32 ohne Rissbildung auf eine vorgegebene Soll-Temperatur erfolgen kann.
Obwohl die in Figur 8 dargestellte Anordnung das Verfahren zur Beheizung und/oder Vorwärmung unter Bezugnahme auf eine Gießdüse 9 mit Kegelstein 31 und Tauchrohr 32 beschrieben ist, ist im Rahmen der Erfindung beispielsweise auch eine Beheizung der Verteilerrinnen 21 in der vorstehend beschriebenen Art
und Weise möglich.
Unter Hochstrom im Sinne der vorliegenden Erfindung werden Spannungen in der Höhe von bis zu 10 kV vorzugsweise bei Strömen von größer als 100 A verstanden.
Bezugszeichenliste
1 Vakuum-Induktions-Gießeinrichtung
2A, 2B Vakuum-Induktions-Schmelzeinrichtungen
3 Stranggießanlage
4 Speicherkammer
5 Vorherd
6 Kipplager
7 Kolben-Zylinder-Anordnungen
8 Stopfengießvorrichtung
9 Gießdüsen
10 Schienen
11 Untergestell
12 Durchführungen
13 Faltenbalgabdichtungen
14 Vakuumschieber
15 Ofenkammer
16 Oberofen
17 Schmelztiegel
18 Chargierturm
19 Chargierkörbe
20 Wechselkammer
21 Verteilerrinne
22 Bunkeranlagen
23 Beschickungsleitungen
24 Gießschnauze
25 Stopfenkammern
26 Stopfenstangen
27 Vakuumflansch
28 Dosiereinrichtung
29 Wagen
30 Tiegelinduktor
31 Kegelstein
32 Tauchrohr
33 Widerstandsheizelemente 34 Hochstromversorgung
35 Hochstrom kabel
36 Stromanschlüsse