Die Erfindung betrifft Metallbearbeitungsflüssigkeiten und
Betriebsflüssigkeiten für Kühlkreisläufe und/oder Hydraulikanlagen.
Bei den meisten Metallzerspanungen und -umformungen sind Metallbearbeitungsflüssigkeiten
wie beispielsweise Kühlschmierstoffe
unerlässlich. Die Hauptaufgabe der Kühlschmierstoffe
besteht im Schmieren und Kühlen. Es muss gekühlt werden, um
die bei der Bearbeitung entstehende Wärme abzuführen. Die
Schmiereigenschaften sind wichtig, um durch die Verminderung
der Reibung bei der Bearbeitung entstehende Wärme von vornherein
niedrig zu halten. Ferner muß ein Kühlschmierstoff gute
Spül- und Korrosionsschutzeigenschaften aufweisen und die
Bestimmungen des Arbeitsschutzes einhalten, insbesondere hinreichend
hautverträglich sein. Entsprechende Metallbearbeitungsflüssigkeiten
werden für Bearbeitungsvorgänge wie beispielsweise
Ziehen, Schleifen, Schneiden, Hohnen und sonstige
spanende oder nicht spanende Bearbeitungen eingesetzt.
Betriebsflüssigkeiten für Kühlkreisläufe bzw. Hydraulikanlagen
werden zur Übertragung von Wärme bzw. Druck eingesetzt.
Um die Werkstoffe des Kühl- bzw. Hydrauliksystems vor Korrosion
zu schützen, enthalten diese Flüssigkeiten regelmäßig
Korrosionsinhibitoren. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
Flüssigkeiten der eingangs genannten Art zu schaffen,
die eine gute Beständigkeit bzw. hohe Standzeiten aufweisen
und gut handhabbar sind.
Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dass die Flüssigkeiten
Aminopolyole enthalten, die aus- gewählt sind aus der
Gruppe bestehend aus:
a) primäre Aminopolyole, b) sekundäre oder tertiäre Aminopolyole, bei denen die
Aminogruppe einen oder zwei gleiche oder unterschiedliche
Substituenten aufweist ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus:
- gesättigte oder ungesättigte, geradkettige,
cyclische, verzweigte, ein- oder mehrbasige
Carbonsäuren mit 1 bis 40 C-Atomen,
- C1- bis C18-Alkyl, C5- bis C6-Cycloalkyl,
Aryl, Aralkyl, Hydroxyalkyl und Aminoalkyl,
c) Mischungen von zwei oder mehreren Aminopolyolen
dieser Gruppe in beliebigen Verhältnissen.
Zunächst seien einige im Rahmen der Erfindung verwendeten Begriffe
erläutert. Unter den Begriff Metallbearbeitungsflüssigkeit
fallen in erster Linie Kühlschmierstoffe und Metallreiniger.
Metallreiniger dienen der Reinigung und Entfettung
von Metalloberflächen, beispielsweise bei der Vorbereitung
zur Galvanisierung. Der Begriff der Kühlschmierstoffe ist
einleitend bereits definiert worden. Es handelt sich um bevorzugt
wässrige Flüssigkeiten, die bei Bearbeitungsvorgängen
wie Bohren, Mahlen, Fräsen, Drehen, Schneiden, Sägen, Schleifen,
Gewindeschneiden, Walzen oder Ziehen von Metallen zum
Kühlen und/oder Schmieren eingesetzt werden.
Aminopolyole sind Verbindungen mit einer oder mehreren Aminogruppen,
die mehrere Hydroxylgruppen am Grundgerüst tragen.
Aminozucker sind Aminopolyole, welche sich durch reduktive
Aminierung von Monosacchariden und reduzierenden Oligosacchariden
ableiten.
Die genannten Metallbearbeitungs- und Betriebsflüssigkeiten
enthalten häufig Säuren, insbesondere organische Säuren, als
Korrosionsinhibitoren. Zur Einstellung der Flüssigkeiten auf
den üblicherweise gewünschten leicht alkalischen pH-Wert müssen
Neutralisationskomponenten zugesetzt werden. Im Stand der
Technik werden zu diesem Zweck häufig Alkanolamine eingesetzt.
Primäre Alkanolamine sind flüchtig und werden zusammen
mit dem Brauchwasser der Lösungen oder der Emulsionen dem
Kühlschmierstoff durch Verdampfung (Aerosolbildung) und Absaugung
in der Werkzeugmaschine oder im Rücklaufbehälter des
Hydrauliksystems entzogen. Dies bewirkt einen schnellen Abfall
des pH-Wertes, der dafür sorgt, dass die Qualität des
Kühlschmierstoffes leidet und das System keinen ausreichenden
Korrosionsschutz mehr zeigt. Ferner wird das Bedienungspersonal
sowohl mit Alkanolamindämpfen bzw. Aerosolen belastet als
auch mit den dermatologisch bedenklichen Alkanolaminen in
flüssiger Form. Die Standzeiten entsprechender Kühlschmierstoffe
sind daher gering.
Sekundäre Alkanolamine werden wenig eingesetzt, da sie unter
bestimmten Bedingungen zur Nitrosaminbildung neigen. Tertiäre
Alkanolamine zeigen keine ausreichende Alkalitätsreserve, da
sie verhältnismäßig leicht neutralisiert werden und dann der
pH-Wert der Flüssigkeit absinkt, wodurch sowohl der Korrosionsschutz
als auch die Emulsionsstabilität verringert wird.
Die Erfindung hat gezeigt, dass sich Aminozucker ganz besonders
als Neutralisationskomponente bzw. Alkalitätsreserve in
erfindungsgemäßen Flüssigkeiten eignen. Insbesondere die bevorzugten
primären Aminozucker besitzen eine hohe Alkalitätsreserve
und sind gleichzeitig zum einen schwer flüchtig und
zum anderen besser hautverträglich als Alkanolamine.
Neben den sich von D-Zuckern ableitenden optisch aktiven Aminozuckern
können auch deren optisch nicht aktive Racemate
verwendet werden. Racemate sind Mischungen aus gleichen Anteilen
der beiden Enantiomere einer optisch aktiven Verbindung.
Bevorzugt werden tertiäre und/oder primäre Aminozucker, besonders
bevorzugt werden primäre Aminozucker verwendet. Diese
haben eine ausreichende Alkalitätsreserve. Es gibt Nitrosaminabkömmlinge
des N-Methyl-Galactamins, die nicht cancerogen
sind. Mit N-Methyl-Galactamin läßt sich demzufolge eine neue
Ausgangsbasis schaffen für sekundäre Aminozucker, die kein
Nitrosaminproblem nach sich ziehen. Bevorzugt sind die Aminozucker
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: D-Glucamin
(1-Amino-1-deoxy-D-glucit, 1-Amino-1-deoxy-D-sorbit), D-Mannamin
(1-Amino-1-deoxy-D-mannit), D-Galactamin ('1-Amino-1-deoxy-D-galacit),
2-Amino-2-deoxy-D-glucit, 2-Amino-2-deoxy-D-mannit,
2-Amino-2-deoxy-D-gulit, 2-Amino-2-deoxy-D-idit, D-Gulamin,
Xylamin, Methylglucamin, Ethylglucamin, Methylxylamin,
Butylxylamin, Hydroxyethylglucamin, Methylfructamin,
Fructamin, Galactosamin, Methylgalactamin, D-Glucosamin (2-Amino-2-deoxy-D-glucose),
1,2-Diamino-1,2-desoxy-D-glucit,
Isomaltamine (Aminoderivate der Isomaltose, Isomaltulose und
alpha-D-Glucopyranosyl (1'→6)-D-fructose (Trehalulose)), alpha-D-2-Desoxy-2-amino-gluco-pyranosyl-(1'→1)-D-sorbit,
alpha-D-1-Desoxy-1-amino-glycopyranosyl-(1'→6)-D-sorbit,
alpha-2-Desoxy-2-amino-glycopyranosyl-(1'→6)-D-sorbit,
D-Mannit
und Racemate der vorgenannten Stoffe.
Der Anteil der Aminozucker an den erfindungsgemäßen Flüssigkeiten
kann 1 bis 80 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 50 Gew.-%,
besonders bevorzugt 1 bis 30 Gew.-% betragen. Bevorzugte Untergrenzen
sind 5 Gew.-% bzw. 10 Gew.-%. Bei den sekundären
und den tertiären Aminozuckern trägt die Aminogruppe einen
der in Anspruch 1 genannten Substituenten. Bei der Reaktion
der Aminozucker mit einer Carbonsäure bildet sich je nach Reaktionsbedingungen
ein Ammoniumsalz der Carbonsäure oder die
entsprechenden Carbonsäureamide und/oder Carbonsäure- ester
bzw. Gemische aus denselben.
Kühlschmierstoffe können nach ihrem Mineralölanteil in drei
Gruppen eingeteilt werden:
a) synthetische Kühlschmierstoffe, die mineralölfrei
sind, b) halbsynthetische Kühlschmierstoffe, die ca. 10 bis
60 Gew.-% Mineralöl enthalten und c) Kühlschmierstoffe, die ca. 60 bis 80 % Mineralöl
enthalten.
Die Kühlschmierstoffe können weiterhin Polyglykole enthalten.
Anstelle von Mineralölen können auch natürliche oder synthetische
Fettsäureester, z.B. Rüböl oder Esteröle, verwendet
werden.
Erfindungsgemäß können zusätzlich Alkanolamine zugesetzt werden.
Den erfindungsgemäßen Flüssigkeiten können weitere Bestandteile
wie Korrosionsinhibitoren, Kupfer-Passivatoren,
Antiverschleißmittel, Emulgatoren, Trägerstoffe, Fällungsmittel,
Sauerstoffabfänger, Komplexierungsmittel oder schaumverhütende
Mittel zugesetzt werden.
Beispiele für Korrosionsinhibitoren sind organische Säuren,
deren Salze und Ester, z.B. Benzoesäure, p-tert.-Butylbenzoesäure,
Dinatriumsebacat, Triethanolaminlaurat,
Isononansäure, Isooktansäure, Arylsulfonamidocarbonsäuren,
Triazincarbonsäure, 2-Ethylhexansäure, Neodecansäure, Oktansäure,
Dicarbonsäuren C10, C11, C12, C13, C15 als einzelne oder in
Kombination untereinander, das Triethanolaminsalz von p-Toluolsulfonamidocapronsäure,
Natrium-N-lauroylsarcosinat
oder Nonylphenoxyessigsäure oder Polycarbonsäuren; stickstoffhaltige
Substanzen, z.B. Fettamine, N-Acylsarkosine,
oder anorganische Nitrite der Nitrate; phosporhaltige Substanzen,
z.B. Aminphosphate, Phosphonsäuren, Phosphonate,
Phosphonocarbonsäuren, Phosphinocarbonsäuren, oder anorganische
Phosphate wie NaH2PO4, und schwefelhaltige Substanzen,
z.B. Salze von Petroleumsulfonaten oder Alkylbenzolsulfonaten,
oder heterocyclische Verbindungen, die im Ring ein
Schwefelatom oder mehrere enthalten. Bevorzugte Korrosionsinhibitoren
sind organische Mono-, Di-, Tri- und/oder Tetracarbonsäuren,
insbesondere Dicarbonsäuren mit 3 bis 15, besonders
bevorzugt mit 11 oder 12 C-Atomen. Weiterhin bevorzugte
Korrosionsinhibitoren sind anorganische Säuren ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus Borsäure und Phosphorsäure. Borsäure
kann von den Aminozuckern ebenfalls neutralisiert werden und
besitzt neben Korrosionsschutzeigenschaften auch biostatische
Eigenschaften in den erfindungsgemäßen wässrigen Systemen.
Biostatische Produkte erhält man weiterhin bei der Reaktion
von sekundären und/oder primären Aminozucker mit Triazincarbonsäure.
Als Kupfer-Passivatoren können z.B. Benztriazole, Methylen
bis-benztriazole wie Natrium-2-mercaptobenztriazol, Thiadiazole,
z.B. 2,5-Dimercapto-1,3,4-thiadiazol-Derivate, oder Tolyltriazole
dienen.
Antiverschleißmittel können AW(Anti-Wear)- oder EP(Extreme-Pressure)-Additive
sein, z.B. Schwefel, Phosphor oder halogenhaltige
Substanzen, wie sulfurierte Fette oder Olefine,
Tritolylphosphat, Mono- und dieester der Phosphorsäure, Additionsprodukte
von Ethyloxid und/oder Propylenoxid und Polyhydroxyverbindungen
oder ethoxylierte Phosphatester, wobei
chlorfreie Verbindungen bevorzugt sind.
Beispiele für Emulgatoren sind Ethercarbonsäuren, Fettsäurealkanolamide,
Natrium-Petroleumsulfonate, Mono- oder Diester
oder -ether von Polyethylen-, Polypropylen- oder gemischten
Polyethylen/Polypropylenglykolen oder Fettsäureseifen.
Als Trägerstoffe können z.B. Poly(meth)acrylsäure und seine
Salze, hydrolysiertes Polyacrylnitril, Polyacrylamid und dessen
Copolymere, Ligninsulfonsäure und deren Salze, Stärke und
Stärkederivate, Cellulose, Alkylphosphonsäuren, 1-Aminoalkyl-1,1-disphosphonsäuren
und ihre Salze, Polymaleinsäuren und
andere Polycarbonsäuren, Esteröle, natürliche oder synthetische
Fettsäureester, z.B. Rüböl, oder Alkaliphosphate verwendet
werden.
Beispiele für Fällungsmittel sind Alkaliphosphate oder Alkalicarbonate.
Beispiele für Sauerstoffabfänger sind Alkalisulfate, Morpholin
und Hydrazin.
Es können aber auch Komplexierungsmittel, z.B. Phosphonsäurederivate,
Nitriloessigsäure oder Ethylendiamintetraessigsäure
und deren Salze zugesetzt werden. Im übrigen weisen auch die
gegebenenfalls als Fungizide einzusetzenden N-Alkyl- bzw. N-Aryldiazoniumdioxidsalze
komplexierende Eigenschaften auf.
Beispiele für schaumverhütende Mittel sind Diesterarylsebacinsäurediamid,
Diesteraryladipinsäureamid oder Ethylenoxid-
und/oder Propylenoxid-Additionsprodukte solcher Amide,
Fettalkohole und deren Ethylenoxid- und/oder Propylenoxid-Additionsprodukte,
natürliche und synthetische Wachse, Silikonverbindungen,
Kieselsäurederivate und pyrogenes Siliciumdioxid.
Erfindungsgemäße Kühlschmierstoffe weisen demnach bevorzugt
folgende Bestandteile auf:
a) Aminozucker, bevorzugt tertiäre und besonders bevorzugt
primäre Aminozucker; sekundäre Aminozucker
sind ebenfalls einsetzbar wenn sichergestellt ist,
dass eventuell sich bildende Nitrosamine nicht cancerogene
Eigenschaften zeigen, b) Fungizide und/oder Bakterizide, c) Wasser, d) eine Ölphase, insbesondere Mineralöle und/oder natürliche
und/oder synthetische Fettsäurester, gegebenenfalls
Emulgatoren und/oder weitere Hilfsstoffe, e) gegebenenfalls Korrosionsinhibitoren, f) gegebenenfalls primäre, sekundäre und/oder tertiäre
Alkanolamine als zusätzliche Neutralisationskomponenten.
Als Emulgatoren bzw. weitere Hilfsstoffe sind besonders bevorzugt:
1. Ethercarbonsäuren der allgemeinen Formel I, in der R3, m
und q wie unten definiert sind, in Form ihrer Alkanolamide
und/oder Alkanolammoniumsalze mit Alkanolaminen der
allgemeinen Formel II, in der R2 wie unten definiert
ist, 2. Fettsäurealkanolamide auf der Basis geradkettiger oder
verzweigter, gesättigter oder ungesättigter Fettsäuren
mit 12 bis 22 Kohlenstoffatomen und Aminen der allgemeinen
Formel II, 3. Aryl- bzw. Alkylsulfonamidocarbonsäuren der allgemeinen
Formel III bzw. IV, in denen R4,R5,R6,R7 und R8 wie unten
definiert sind, in Form ihrer Alkanolamide und/oder Alkanolammoniumsalze
der Alkanolamine der allgemeinen Formel
II, in der R2 wie unten definiert ist, 4. geradkettige oder verzweigte, ungesättigte oder gesättigte
Mono-, Di-, Tri- und Tetracarbonsäuren sowie auch
cyclische Carbonsäuren mit 1 bis 40, vorzugsweise 5 bis
22 Kohlenstoffatomen zur Einstellung eines pH-Wertes im
Bereich 7,3 bis 10,0, bevorzugt 7,5 bis 9,5. 5. Gesättigte oder ungesättigte, geradkettige oder verzweigte
ein- oder mehrwertige Fettalkohole mit 8 bis 20
Kohlenstoffatomen.
Die Formeln I bis IV sind wie folgt definiert:
R3-(O-CmH2m)q-O-CH2-COOH
in der R
3 eine geradkettige oder verzweigte Alkyl- oder Alkenylgruppe
mit 9 bis 18 Kohlenstoffatomen, m die Zahl 2
und/oder 3 und q eine Zahl im Bereich von 0 bis 20 bedeuten,
wahlweise in Form ihrer Alkanolamide und/oder Alkanolammoniumsalze
mit Alkanolaminen der allgemeinen Formel II,
(R2)3N
in der mindestens eine Gruppe R
2
a) eine Hydroxyalkylgruppe mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen, b) eine Hydroxyalkyl-oxyalkylengruppe mit jeweils 2
bis 6 Kohlenstoffatomen in dem Hydroxyalkyl- und
Oxyalkylenrest
oder c) eine Dihydroxyalkylgruppe mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen
und, wenn weniger als drei der Gruppe R2 die
vorstehende Bedeutung aufweisen, die übrigen Gruppen
R2 Wasserstoff sind.
(R4)Aryl-SO2-N(R5)-R6-COOH
in der R
4 Wasserstoff oder eine Methyl- oder Ethylgruppe oder
mehrere, R
5 Wasserstoff oder eine Methyl-, Ethyl-, beta-Cyanoethyl
oder Hydroxymethylgruppe, R
6 eine Alkylengruppe
mit 4 bis 6 Kohlenstoffatomen und Aryl einen Phenyl-,
Naphtyl- oder Antracenylrest bedeuten.
R7-SO2-NR8-CH2-COOH
in der R
7 eine geradkettige oder verzweigte Alkylgruppe mit
12 bis 22 Kohlenstoffatomen bedeuten, wahlweise in Form ihrer
Alkanolamide und/oder Alkanolammoniumsalze mit Alkanolaminen
der allgemeinen Formel II.
Die erfindungsgemäßen Flüssigkeiten können als Fungizide Pyrithion
oder Derivate desselben und/oder N-Alkyldiazeniumdioxidsalze
und/oder 3-Jodo-2-propinylbutylcarbamat enthalten.Als
Bakterizide können Formaldehyddepotstoffe und/oder
Alkylamine zugesetzt werden.
Ein weiterer bevorzugter Inhaltsstoff der erfindungsgemäßen
Flüssigkeiten können Triazincarbonsäuren sein. Bevorzugt entsprechen
diese der nachfolgend definierten Formel V:
1,3,5-Triazin-2,4,6-tris[NH-(CH2)m-CO-O-R1]
in der m eine Zahl im Bereich von 4 bis 11 bedeutet und R
1
Wasserstoff oder eine der folgenden Bedeutungen aufweist:
1. ein Alkaliatom, ein Moläquivalent eines Erdalkaliatoms
oder ein Ammoniumion, abgeleitet von einem Alkanolamin
der allgemeinen Formel (II), 2. eine geradkettige oder verzweigte Alkyl- oder Alkylengruppe
mit 1 bis 23 Kohlenstoffatomen, 3. eine Cycloalkylgruppe mit 5 bis 6 Kohlenstoffatomen im
cyclischen Rest, die gegebenenfalls mit einer Alkylgruppe
mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder mehreren substituiert
ist, 4. einen Rest eines Polyols mit 2 bis 15 Kohlenstoffatomen
und 2 bis 6 Hydroxylgruppen einschließlich Anlagerungsprodukten
von Ethylenoxid und/oder Propylenoxid an geradkettige
oder verzweigte Alkohole mit 6 bis 18 Kohlenstoffatomen, 5. einen Rest eines Polyethylen-, Polypropylen- oder gemischten
Polyethylen/Polypropylenglykols, dessen freie
Hydroxylgruppe gegebenenfalls mit einer Alkylgruppe mit
1 bis 4 Kohlenstoffatomen substituiert ist, 6. einen Rest einer Hydroxycarbonsäure mit 2 bis 18 Kohlenstoffatomen, 7. eine Phenylalkylgruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen in
dem Alkylrest, oder 8. einen Rest eines Alkanolamins der allgemeinen Formel
(II).
Gegenstand der Erfindung ist ferner die Verwendung von Aminopolyolen,
bevorzugt Aminozuckern als Neutralisationskomponente
in Metallbearbeitungsflüssigkeiten, Betriebsflüssigkeiten
für Kühlkreisläufe und/oder Hydraulikanlagen, Anstrichmitteln,
Kosmetika, physiologischen Lösungen und Trägerstoffen
für Arzneimittel.
Anstrichmittel sind alle Mittel zum Behandeln von Oberflächen,
die auf diesen Oberflächen verbleiben, wie beispielsweise
Lacke, Farben, Beizen oder dergleichen.
In Kosmetika soll in der Regel ein etwa physiologischer pH-Wert
im Bereich 4,5 bis 7 eingestellt werden. Etwaige vorhandene
Säuren oder Säurefunktionen müssen zu diesem Zweck häufig
gepuffert bzw. neutralisiert werden. Aminopolyole, bevorzugt
Aminozucker, insbesondere tertiäre und/oder primäre Aminozucker,
eignen sich besonders gut für diesen Zweck, da sie
nicht flüchtig und dermatologisch gut verträglich sind. Sekundäre
Aminozucker können ebenfalls eingesetzt werden, wenn
sichergestellt ist, das eventuell auftretende Nitrosamine
kein cancerogenes Potential zeigen.
Physiologische Lösungen und Trägerstoffe für Arzneimittel benötigen
ebenso Neutralisationskomponenten, um einen physiologischen
pH-Wert im Bereich von 4,5 bis 7 einzustellen. Erfindungsgemäß
sind in diesen Lösungen und Trägerstoffen Aminopolyole,
bevorzugt Aminozucker als Neutralisationskomponente
vorgesehen.
Die Flüssigkeiten der Erfindung können durch Zusammenmischen
der einzelnen Komponenten hergestellt werden. Sofern sie
Fettsäurealkanolamide enthalten, ist es bevorzugt, die wässrige
Lösung der Aminozucker mit diesen zu mischen. Dies hat
den Vorteil, dass lediglich flüssige Reaktionsgemische weiterverarbeitet
werden müssen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen
und Vergleichsbeispielen erläutert. Die Vergleichsbeispiele
enthalten lediglich die im Stand der Technik üblichen
Alkanolamine als Neutralisationskomponenten. Zweck der Beispiele
und Vergleichsbeispiele ist es, zu zeigen, dass Flüssigkeiten
mit Aminozuckern als Neutralisationskomponente mindestens
vergleichbare Korrosionsschutzeigenschaften aufweisen.
Als Korrosionsschutzmittel enthalten die Beispiele und
Vergleichsbeispiele Triazincarbonsäure bzw. Arylsulfonamidocarbonsäure.
Als Arylsulfonamidocarbonsäure wird in den Beispielen
p-Toluolsufouamidohexansäure verwendet.
Vergleichsbeispiel 1
39 g (0,260 mol) Triethanolamin wurde mit 35 g Wasser auf
60°C erwärmt und mit 26 g (0,028 mol) Triazincarbonsäure
50%ig verrührt, bis eine klare Flüssigkeit entstand. Man erhielt
100 g einer klaren, mittelviskosen Flüssigkeit.
Vergleichsbeispiel 2
39 g (0,260 mol) Triethanolamin wurde mit 35 g Wasser auf
60°C erwärmt und mit 26 g (0,068 mol) Arylsulfonamidocarbonsäure
75%ig verrührt, bis eine klare Lösung entstand. Man erhielt
100 g einer klaren mittelviskosen Flüssigkeit.
Beispiel 1
39 g (0,215 mol) D-Glucamin wurde mit 35 g Wasser auf 60°C
erwärmt und mit 26 g (0,028 mol) Triazincarbonsäure 50%ig
verrührt, bis eine klare Lösung entstand. Man erhielt 100 g
einer klaren, mittelviskosen Flüssigkeit.
Beispiel 2
39 g (0,215 mol) D-Glucamin wurde mit 35 g Wasser auf 60°C
erwärmt und mit 26 g (0,068 mol) Arylsulfonamidohexansäure
75%ig verrührt, bis eine klare Lösung entstand. Man erhielt
100g einer klaren, mittelviskosen Flüssigkeit.
Beispiel 3
20 g (0,11 mol) D-Glucamin wurde mit 19 g (0,25 mol) Monoisopropanolamin
und 35 g Wasser auf 60°C erwärmt und mit 26 g
(0,028 mol) Triazincarbonsäure 50%ig verrührt, bis eine klare
Lösung entstand. Man erhielt 100 g einer klaren, mittelviskosen
Flüssigkeit.
Beispiel 4
20 g (0,11 mol) D-Glucamin wurde mit 19 g (0,25 mol) Monoisopropanolamin
und 35 g Wasser auf 60°C erwärmt und mit 26 g
(0,068 mol) Arylsulfonamidohexansäure 75%ig verrührt, bis eine
klare Lösung entstand. Man erhielt 100 g einer klaren,
mittelviskosen Flüssigkeit.
Beispiel 5
20 g (0,13 mol) Triethanolamin wurden mit 19 g (0,10 mol) D-Glucamin
und 35 g Wasser auf 60°C erwärmt und mit 26 g (0,028
mol) Triazincarbonsäure 50%ig verrührt, bis eine klare Lösung
entstand. Man erhielt 100 g einer klaren, mittelviskosen
Flüssigkeit.
Beispiel 6
20 g (0,13 mol) Triethanolamin wurden mit 19 g (0,10 mol) D-Glucamin
und 35 g Wasser auf 60°C erwärmt und mit 26 g (0,068
mol) Arylsulfonamidohexansäure 75%ig verrührt, bis eine klare
Lösung entstand. Man erhielt 100 g einer klaren, mittelviskosen
Flüssigkeit.
Es wurden Korrosionsschutztests nach DIN 51360 Blatt 2
(Filter-Späne-Test) in verschiedenen wässrigen Verdünnungen
durchgeführt.
Gusseisenspäne auf Filterpapier werden mit verschiedenen Verdünnungen
von 1 bis 4 % der Flüssigkeit gemäß den Beispielen
bzw. Vergleichsbeispielen übergossen und die Anrostung des
Papiers nach 2 Stunden visuell beurteilt. Dabei bedeuten:
0 - kein Rost 1 - Spuren von Rost 2 - leichter Rost 3 - mäßiger Rost 4 - starker Rost
| | Verdünnung% | Anrostung |
| Vergleichsbeispiel 1 | 1 | 4 |
| 2 | 3 |
| 3 | 0 |
| 4 | 0 |
| Vergleichsbeispiel 2 | 1 | 4 |
| 2 | 3 |
| 3 | 2 |
| 4 | 0 |
| Beispiel 1 | 1 | 3 |
| 2 | 3 |
| 3 | 0 |
| 4 | 0 |
| Beispiel 2 | 1 | 4 |
| 2 | 3 |
| 3 | 2 |
| 4 | 0 |
| Beispiel 3 | 1 | 2 |
| 2 | 0 |
| 3 | 0 |
| | 4 | 0 |
| Beispiel 4 | 1 | 2 |
| 2 | 0 |
| 3 | 0 |
| 4 | 0 |
| Beispiel 5 | 1 | 2 |
| 2 | 0 |
| 3 | 0 |
| 4 | 0 |
| Beispiel 6 | 1 | 2 |
| 2 | 1 |
| 3 | 0 |
| 4 | 0 |
Die Beispiele zeigen, dass erfindungsgemäße Flüssigkeiten eine
vergleichbare oder bessere Korrosionsschutzwirkung besitzen.