Beschreibung
Verfahren zur Herstellung ungesättigter halogenhaltiger Kohlenwasserstoffe sowie dafür geeignete Vorrichtung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung ungesättigter halogenhaltiger Kohlenwasserstoffe aus gesättigten halogenhaltigen Kohlenwasserstoffen sowie eine zur Durchführung des Verfahrens besonders geeignete Vorrichtung. Ein bevorzugtes Verfahren betrifft die Herstellung von Vinylchlorid (nachstehend auch mit ,NC" bezeichnet) aus 1 ,2-Dichlorethan (nachstehend auch mit „DCE" bezeichnet).
Die unvollständige thermische Spaltung von DCE zur Gewinnung von VC wird seit vielen Jahren großtechnisch betrieben. Dabei werden Spaltöfen eingesetzt, bei denen das DCE bei Ofen-Eingangsdrucken von 0,8 bis 4 MPa und bei Temperaturen von 450 bis 550°C teilweise in VC und Chlorwasserstoff thermisch gespalten wird. Typische Spaltumsätze liegen bei etwa 55 Mol% des eingesetzten DCE.
Das Verfahren benötigt für die verschiedenen Verfahrensschritte, wie dem Erhitzen des DCE bis zur Spalttemperatur, der Reaktion selbst und der anschließenden Aufreinigung des Produktgemisches, beträchtliche Energiemengen. Eine Gruppe von Maßnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des Verfahrens zielt auf die
Energierückgewinnung ab wie beispielsweise in den EP-B-276,775, EP-A-264,065 und DE-A-36 30 162 vorgeschlagen.
Eine weitere Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des Verfahrens könnte darin bestehen, einen möglichst hohen Umsatz bei der Spaltreaktion anzustreben. Zu diesem Zweck hat man dem Eduktgas bereits sogenannte Spaltpromotoren (nachstehend auch „Pyrolysepromotoren" genannt) zugesetzt. Dabei handelt es sich um Verbindungen, die unter den im Reaktor herrschenden Bedingungen in Radikale
zerfallen und in die Kettenreaktion, die zur Bildung der gewünschten Produkte führt, eingreifen. Der Einsatz derartiger Verbindungen ist beispielsweise aus der US-A- 4,590,318 oder der DE-A-3,328,691 bekannt.
Weitere Verfahren, bei denen Spaltpromotoren bei der Pyrolyse von DCE eingesetzt werden, sind aus der WO-A-96/35,653, der US-A-4,584,420, der US-A-3,860,595, der DE-A-1 ,952,770 und der DE-A-1 ,953,240 bekannt. Gemeinsam ist allen diesen Verfahren, dass diese Spaltpromotoren dem zu spaltenden Gasgemisch zugesetzt werden, und daraus durch thermische Zersetzung Radikale erzeugt werden. Ein dem Zusatz der Spaltpromotoren vorgelagerter Schritt der Radikalerzeugung ist dem
Stand der Technik nicht zu entnehmen.
Die ältere und nicht vorveröffentlichte WO-A-02/94,743 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Durchführung von radikalischen Gasphasenreaktionen. Dabei wird ein durch thermische Zersetzung von Spaltpromotoren in einem vorgelagerten
Schritt außerhalb des Reaktors erzeugtes Radikale enthaltendes Gas in den Reaktor eingeleitet.
Aus der WO-A-00/29,359 ist zusätzlich bekannt, dass die Standzeit des Katalysators durch die Gegenwart von Wasserstoff verlängert werden kann. Der Wasserstoff wird hier dem Eduktgas beigemischt.
Es ist auch bereits vorgeschlagen worden, ein Eduktgas enthaltend DCE mit einem heißen Partikel- und/oder Gasstrom oder einem heißen Gasstrom zu vermischen und die von letzterem übertragene Wärme für die Pyrolyse von EDC zu verwenden.
Bei dem aus der US-A-5,488,190 beschriebenen Verfahren wird die Pyrolyse des Eduktgases in einem Spaltofen ersetzt durch eine sogenannte Ultrapyrolyse, bei der die heißen Partikel bzw. Gase ihre Energie möglichst rasch auf das Eduktgas übertragen und bei der die Pyrolyse innerhalb von weniger als einer viertel Sekunde durchgeführt sein muss. In dieser Schrift wird auch vorgeschlagen, den heißen
Partikeln oder Gasen Spaltpromotoren zuzusetzen. Dabei wird die Reaktionswärme zur Spaltung des DCE vollständig durch das injizierte heiße Medium in die Reaktionszone eingebracht.
Ferner ist bereits vorgeschlagen worden, DCE mit Hilfe von Laserlicht in Radikale zu spalten und diese in Radikalkettenreaktionen, wie zur Darstellung von Vinylchlorid, einzusetzen. Beispiele dafür finden sich in SPIE, Vol. 458 Applications of Lasers to Industrial Chemistry (1984), S. 82-88, in Umschau 1984, Heft 16, S. 482 sowie in den DE-A-2,938,353, DE-C-3,008,848 und EP-A-27,554. Bis heute hat diese
Technik allerdings keinen Eingang in die industrielle Produktion gefunden. Ein Grund mag darin liegen, dass sich die bislang vorgeschlagenen Reaktoren für einen Dauerbetrieb nicht eignen.
Mit der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren bereitgestellt, das einen im
Vergleich zu herkömmlichen Verfahren verlängerten kontinuierlichen Betrieb eines Spaltofens gestattet.
Im Vergleich zu den bekannten Verfahren werden erfindungsgemäß aus Spaltpromotoren mittels nicht-thermischer oder thermischer Zersetzung in einem oder mehreren räumlich begrenzten Bereichen innerhalb oder außerhalb des Reaktors, aber getrennt von der eigentlichen Spaltreaktion, Starterradikale erzeugt, die in einem nachfolgenden Schritt in den sich durch den Reaktor bewegenden Gasstrom eingeleitet werden. Durch die Bereitstellung von erhöhten Konzentrationen von Starterradikalen in räumlich begrenzten Bereichen des Reaktorinnern wird die nachfolgende thermische Spaltung des Eduktes gefördert. Außerdem werden bei der Erzeugung der Starterradikale solche Bedingungen angewandt, dass die Koksbildung minimiert wird.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines Pyrolyseverfahrens von halogenhaltigen aliphatischen Kohlenwasserstoffen, mit dem im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren bei ansonsten gleicher Betriebstemperatur größere Umsätze möglich sind oder mit dem im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren bei ansonsten gleichen Umsätzen eine Absenkung der Betriebstemperatur, möglich ist.
Es wurde jetzt gefunden, dass durch Zuführung kleiner Mengen von Starterradikalen enthaltenden Gasen in den Reaktor eine Vergrößerung der
Produktausbeute bei der kontinuierlichen Pyrolyse erreicht werden kann, ohne dass große Mengen an diesen Gasen zugesetzt werden müssen.
In einer Ausführungsform (nachstehend mit „Variante I" bezeichnet) betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung ethylenisch ungesättigter halogenhaltiger aliphatischer Kohlenwasserstoffe durch thermische Spaltung von gesättigten halogenhaltigen aliphatischen Kohlenwasserstoffen umfassend die Maßnahmen: a) Einleiten eines Eduktgasstroms enthaltend erhitzten gasförmigen halogenhaltigen aliphatischen Kohlenwasserstoff in einen Reaktor, in dessen Innenraum mindestens eine Zuleitung für ein Gas mündet, b) Einleiten eines erhitzten Gases, das durch thermische oder nichtthermische Zersetzung von Spaltpromotoren erzeugte Radikale enthält, durch die mindestens eine in den Reaktor mündende Zuleitung, wobei das erhitzte Gas im Falle der Erzeugung der Radikale durch thermische
Zersetzung mindestens die Temperatur aufweist, die der an der Stelle der Mündung der Zuleitung herrschenden Temperatur des Reaktionsgemisches im Reaktor entspricht und wobei das erhitzte Gas im Falle der Erzeugung der Radikale durch nicht-thermische Zersetzung mindestens die Temperatur aufweist, die der Temperatur des Taupunktes des Reaktionsgemisches an der Stelle der Mündung der Zuleitung im Reaktor entspricht, und c) Einstellen eines solchen Drucks und einer solchen Temperatur im Innern des Reaktors, so dass durch thermische Spaltung des halogenhaltigen aliphatischen Kohlenwasserstoffs Halogenwasserstoff und ethylenisch ungesättigter halogenhaltiger aliphatischer Kohlenwasserstoff gebildet werden, mit der Massgabe, dass im Falle der Radikalerzeugung durch thermische Zersetzung dieses durch Erhitzen eines mit Inertgas verdünnten Spaltpromotoren enthaltenden Gases erfolgt oder durch Leiten eines Spaltpromotoren enthaltenden
Gases über eine Wärmequelle, deren Oberfläche mit Inertgas gespült wird.
In einer weiteren Ausführungsform (nachstehend mit „Variante II" bezeichnet) betrifft
die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung ethylenisch ungesättigter halogenhaltiger aliphatischer Kohlenwasserstoffe durch thermische Spaltung von gesättigten halogenhaltigen aliphatischen Kohlenwasserstoffen umfassend die Maßnahmen: a) Einleiten eines Eduktgasstroms enthaltend erhitzten gasförmigen halogenhaltigen aliphatischen Kohlenwasserstoff in einen Reaktor, in dessen Innenraum mindestens eine Zuleitung für ein erhitztes und Spaltpromotoren enthaltendes Gas mündet, d) thermische oder nicht-thermische Erzeugung von Radikalen aus Spaltpromotoren mittels einer dafür geeigneten Vorrichtung innerhalb eines vorbestimmten Volumens im Innern des Reaktors, e) Einleiten des erhitzten und Spaltpromotoren enthaltenden Gases durch die Zuleitung in das vorbestimmte Volumen, wobei das erhitzte Gas im Falle der Erzeugung der Radikale durch thermische Zersetzung mindestens die Temperatur aufweist, die der an der Stelle der Mündung der Zuleitung herrschenden Temperatur des Reaktionsgemisches im Reaktor entspricht, und wobei das erhitzte Gas im Falle der Erzeugung der Radikale durch nicht-thermische Zersetzung mindestens die Temperatur aufweist, die der Temperatur des Taupunktes des Reaktionsgemisches an der Stelle der Mündung der Zuleitung im Reaktor entspricht, und c) Einstellen eines solchen Drucks und einer solchen Temperatur im Innern des Reaktors, so dass durch thermische Spaltung des halogenhaltigen aliphatischen Kohlenwasserstoffs Halogenwasserstoff und ethylenisch ungesättigter halogenhaltiger aliphatischer Kohlenwasserstoff gebildet werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird beispielhaft am System DCE / VC beschrieben. Es eignet es sich auch zur Herstellung anderer halogenhaltiger ungesättigter Kohlenwasserstoffe aus halogenhaltigen gesättigten Kohlenwasserstoffen. Allen diesen Reaktionen ist gemeinsam, dass die Spaltung eine Radikalkettenreaktion darstellt, bei der neben dem gewünschten Produkt ungewünschte Nebenprodukte gebildet werden, die bei Dauerbetrieb zu einem Verkoken der Anlagen führen.
Bevorzugt ist die Herstellung von Vinylchlorid aus 1 ,2-Dichlorethan.
Als erhitztes Gas zum Einleiten über die Zuleitung(en) in den Eduktgasstrom kann jedes Gas verwendet werden, dass aus Spaltpromotoren abgeleitete Radikale enthält.
Bei Variante I des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt die Bildung von Radikalen aus Spaltpromotoren in der Zuleitung zum Reaktor, vorzugsweise kurz vor der Einmündung der Zuleitung in den Reaktor. Die Zuleitung kann in die Reaktorwand münden oder vorzugsweise in das Reaktorinnere, um Wandreaktionen der erzeugten Radikale zu vermeiden. Bei dieser Variante befindet sich also die Radikalerzeugungsvorrichtung in der Zuleitung oder vorzugsweise an deren reaktorseitigem Ende und die gebildeten Radikale werden durch die Zuleitung in den Reaktor eingespeist.
Gemäß Variante II des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt die Einspeisung des Spaltpromotoren enthaltenden Gases über eine Zuleitung in ein vorbestimmtes Volumen des Reaktorinnenraumes und die Spaltpromotoren werden dort durch die Einwirkung einer Radikalerzeugungsvorrichtung in Radikale gespalten. Die Zuleitung kann auch hier in die Reaktorwand münden oder vorzugsweise in das
Reaktorinnere, um Rekombinationen der erzeugten Radikale an der Reaktorwand zu verhindern. Bei dieser Variante sind also Zuleitung und
Radikalerzeugungsvorrichtung voneinander getrennt und die Radikale werden im Reaktorinnern durch Einwirkung der Radikalerzeugungseinrichtung gebildet.
Für beide Varianten des erfindungsgemäßen Verfahrens kann es darüber hinaus angebracht sein, in der Nähe der Mündung der Zuleitung für das Radikale bzw. Spaltpromotoren enthaltende Gas eine weitere Zuleitung anzubringen, durch die erhitztes Inertgas in den Raumbereich des Reaktors eingeleitet werden kann, in den die Radikale eingeleitet werden oder in dem aus den Spaltpromotoren Radikale erzeugt werden. Dieses Inertgas dient zur Verdünnung der reaktiven Komponenten und zur Vorbeugung des Entstehens von Koksablagerungen.
Beispiele für Spaltpromotoren sind an sich bekannt. Dabei handelt es sich in der Regel um halogenhaltige, vorzugsweise chlorhaltige Verbindungen oder um molekularen Sauerstoff. Beispiele dafür finden sich in den bereits erwähnten US-A- 4,590,318 und DE-A-3,328,691. Unter den besonderen Bedingungen des erfindungsgemäßen Verfahrens ist z.B. auch DCE als Promotor der Pyrolysereaktion zu betrachten, da dieses z.B. bei erhöhten Temperaturen, die zur thermischen Radikalerzeugung eingestellt werden, in Radikale zerfällt, die den weiteren Verlauf der Pyrolysereaktion fördern. Weiterhin können diese Radikale auch durch nichtthermische Zersetzung des DCE, z.B. mittels elektrischer Entladungen oder photolytisch, erzeugt werden.
Bevorzugte Spaltpromotoren sind molekulares Chlor, Nitrosylchlorid, Trichloracetylchlorid, Chloral, Hexachloraceton, Benzotrichlorid, Monochlormethan, Dichlormethan, Trichlormethan, Tetrachlormethan oder Chorwasserstoff.
Das einzuleitende und Spaltpromotoren bzw. daraus erzeugte Radikale enthaltende Gas kann daneben noch Inertgas und/oder Gase, die Bestandteile des Reaktionssystems darstellen, enthalten.
Beispiele für Inertgase sind unter den im Reaktor herrschenden
Reaktionsbedingungen inerte Gase, wie Stickstoff, Edelgase, z.B. Argon, oder Kohlendioxid.
Beispiele für Gase, die Bestandteile des Reaktionssystems darstellen, sind Chlorwasserstoff oder Dichlorethan.
Da die Einleitung des radikalhaltigen Gases die Temperatur im Reaktor nicht verringern soll, empfiehlt es sich, die Temperatur von Gasen enthaltend nichtthermisch erzeugte Radikale mindestens so hoch zu wählen, dass diese mindestens der Temperatur des Gasstroms am Ort der Einmündung der Zuleitung in den
Reaktor entspricht, während die Temperatur von Gasen enthaltend thermisch erzeugte Radikale üblicherweise erheblich höher ist, als die Temperatur des Gasstroms am Ort der Einmündung der Zuleitung in den Reaktor.
Bei der Erzeugung der Radikale durch nicht-thermische Zersetzung ist es auch möglich, dass das Radikale bzw. Spaltpromotoren enthaltende, erhitzte und in den Reaktor einzuleitende Gas eine Temperatur aufweist, die unterhalb der Temperatur des Reaktionsgemisches am Ort der Einmündung der Zuleitung in den Reaktor liegt. Es ist aber erforderlich, dass die Temperatur des Radikale bzw. Spaltpromotoren enthaltenden, erhitzten und in den Reaktor einzuleitenden Gases mindestens die Temperatur des Taupunktes des Reaktionsgemisches an der Stelle der Mündung der Zuleitung im Reaktor aufweist.
Vorzugsweise wird das einzuleitende Gas erst kurz vor dem Einleiten oder Eindüsen in den Eduktgasstrom erhitzt. Typische Temperaturen des einzuleitenden Gases bewegen sich im Bereich von 250 bis 1500°C, vorzugsweise 300 bis 1000°C.
Typische Temperaturen des Eduktgasstromes bewegen sich im Bereich von 250 bis 500°C.
Der durch das eingeleitete Gas hervorgerufene Effekt ist neben der gewählten Temperatur auch von der Natur des Gases und auch von dessen Menge abhängig. Üblicherweise setzt man insgesamt nicht mehr als 10 Gew.%, vorzugsweise nicht mehr als 5 Gew. %, besonders bevorzugt 0,0005 bis 5 Gew.%, bezogen auf den
Gesamtmassenstrom im Reaktor zu.
Typischerweise wird mehr als 90%, vorzugsweise mehr als 95 %, der benötigten Reaktionswärme durch die Heizung der Reaktorwände zugeführt, während die durch das heiße, radikalhaltige Gas zugeführte Wärme im Falle der thermischen
Radikalerzeugung zur vorgelagerten Zersetzung der Promotorsubstanz dient. Im Falle der nicht-thermischen Radikalerzeugung dient die durch das heiße radikalhaltige Gas zugeführte Wärme dazu, dessen Temperatur über der Taupunktstemperatur des Reaktionsgemisches and der Stelle der Einleitung zu halten.
Es wird angenommen, dass das Einleiten eines radikalhaltigen erhitzten Gases die Radikalkettenreaktion im Eduktgas fördert, was letztendlich zu einer erhöhten
Konzentration von Radikalen und einem erhöhten Umsatz bei der Spaltreaktion führt.
Als Zuleitungen für das Radikale enthaltende erhitzte Gas können alle dem Fachmann für diesen Zweck bekannten Vorrichtungen eingesetzt werden. Beispiele dafür sind Rohrleitungen, die in den Reaktor münden und die an ihrem reaktorseitigen Ende vorzugsweise eine Düse aufweisen. Bevorzugt werden Zuleitungen, die unmittelbar vor ihrem reaktorseitigen Ende eine Heizvorrichtung für das erhitzte Gas aufweisen.
Die Mündung der Zuleitungen kann in der Reaktorwand liegen. Vorzugsweise münden die Zuleitungen in das Innere des Reaktors, insbesondere in die Mitte des Gasstroms im Reaktor, so dass das erhitzte Gas möglichst nicht mit den Reaktorwänden in Kontakt kommt.
Die Erzeugung der Radikale aus Spaltpromotoren kann in der Zuleitung zum Reaktor erfolgen. Es ist aber auch möglich, eine Vorrichtung zur Erzeugung von Radikalen am Ende der Zuleitung für das Spaltpromotoren enthaltende Gas anzubringen oder die Vorrichtung zur Erzeugung von Radikalen ist im Innern des Reaktors angebracht und erzeugt innerhalb eines vorbestimmten Volumens eine erhöhte Radikalkonzentration, und die Zuleitung zum Reaktor mündet in dieses vorbestimmte Volumen und gestattet die Einleitung von erhitztem Gas, wie Inertgas und/oder Spaltpromotoren enthaltendes Gas.
Die Erzeugung von Radikalen aus Spaltpromotoren kann durch thermische oder nicht-thermische Verfahren erfolgen. Beispiele für nicht-thermische Verfahren sind die photolytische Spaltung mittels elektromagnetischer Strahlung oder Teilchenstrahlung oder die Erzeugung von nicht-thermischen Plasmen mittels elektrischer Entladungen.
Bei Variante I des erfindungsgemäßen Verfahrens wird im Falle der Radikalerzeugung durch thermische Zersetzung ein mit Inertgas verdünntes und Spaltpromotoren enthaltendes Gas eingesetzt oder das Spaltpromotoren
enthaltende Gas wird über eine Wärmequelle geleitet, deren Oberfläche mit Inertgas gespült wird. Diese Maßnahmen tragen deutlich zur Verringerung der Tendenz zur Koksbildung bei.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird das Radikale enthaltende, mit Inertgas verdünnte und einzuleitende Gas in der Zuleitung unmittelbar vor der Einleitung in den Reaktor elektrisch erhitzt.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird das Spaltpromotoren enthaltende, vorzugsweise mit Inertgas verdünnte und einzuleitende Gas am Ende der Zuleitung unmittelbar vor der Einleitung in den Reaktor durch eine Vorrichtung zur Erzeugung von Radikalen, insbesondere durch eine elektrische Entladungsstrecke, geleitet.
Eine weitere bevorzugte Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst die
Erzeugung eines thermischen Plasmas aus Inertgas, Abkühlung des thermischen Plasmas durch die Zuführung von Inertgas auf die gewünschte Temperatur, so das ein Gas mit einer Temperatur erzeugt wird, die ausreichend hoch ist, um aus einem Spaltpromotor Radikale erzeugen zu können, Vermischen dieses Gases mit einem Spaltpromotor und Einleiten dieses Radikale enthaltenden Gemisches in den
Reaktor.
Eine weitere bevorzugte Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens betrifft den Einsatz von Gasen, die von Spaltpromotoren abgeleitet sind, und in denen mittels einer elektrischen Entladung, vorzugsweise einer Funken-, Barriere- oder
Koronaentladung, Radikale erzeugt worden sind.
Eine weitere bevorzugte Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens betrifft den Einsatz von Gasen, die von Spaltpromotoren abgeleitet sind, und in denen mittels einer Mikrowellenentladung oder einer Hochfrequenzentladung Radikale erzeugt worden sind.
Noch eine weitere bevorzugte Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens betrifft den Einsatz von Gasen, die von Spaltpromotoren abgeleitet sind, und in denen mittels einer chemischen Reaktion gleichzeitig Hitze und Radikale erzeugt worden sind. Beispiele dafür sind die Verbrennung oder die katalytische Umsetzung eines Überschusses von Chlor mit Wasserstoff im oder kurz vor der Einmündung der
Zuleitung in den Reaktor. So kann eine Chlorknallgasflamme eingesetzt werden, wobei Chlor im Überschuss eingesetzt wird und bei der vorzugsweise ein Inertgas zugesetzt ist. Ganz besonders bevorzugt ist die Umsetzung eines Überschusses an Chlor mit Wasserstoff in Gegenwart von Inertgas an einer katalytisch wirksamen Oberfläche, z.B. an Platin.
Noch eine weitere bevorzugte Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens betrifft den Einsatz von Gasen, die von Spaltpromotoren abgeleitet sind, und in denen in der Zuleitung zum Reaktor oder in einem vorbestimmten Volumen im Innern des Reaktors mittels einer photochemischen Reaktion Radikale erzeugt worden sind. Ein
Beispiel dafür ist der Einsatz einer in der Zuleitung zum Reaktor angebrachten zur Erzeugung von Radikalen geeigneten Strahlungsquelle, wie einer Excimerlampe, einer Quecksilberdampflampe, einem Laser, sowie die Einstrahlung von zur Erzeugung von Radikalen geeigneter elektromagnetischer Strahlung oder von Teilchenstrahlung, wie von alpha- oder beta-Teilchen, in die Zuleitung zum Reaktor bzw. in den Reaktor.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ein Reaktor eingesetzt, der im Innern mindestens ein auf einem gasdurchlässigen Träger angeordnetes katalytisch aktives Metall aufweist.
Als katalytisch aktives Metall kann jedes Metall einschließlich Metalllegierungen eingesetzt werden, das unter den im Reaktor herrschenden Reaktionsbedingungen beständig ist, beispielsweise nicht schmilzt. Es wird angenommen, dass metallische Oberflächen und/oder bei der Spaltreaktion gebildete Metallhalogenide die
Aktivierungsenergie eines oder mehrerer Schritte der Radikalkettenreaktion absenken und dadurch eine weitere Beschleunigung der Reaktion hervorrufen.
Bevorzugt wird als katalytisch aktives Metall ein Metall oder eine Metalllegierung aus der 8. Nebengruppe des Periodensystems der Elemente, insbesondere Eisen, Kobalt, Nickel, Rhodium, Ruthenium, Palladium oder Platin, sowie Legierungen dieser Metalle mit Gold, eingesetzt wird.
Ganz besonders bevorzugt sind Rhodium, Ruthenium, Palladium und Platin.
Als gasdurchlässige Träger lassen sich alle dem Fachmann bekannten Träger verwenden, die sich in ausgewählten Bereichen der Reaktorinnenwand und/oder des Reaktorinnern anbringen lassen und die mit Zuleitungen für Spülgas versehen sind.
Dabei kann es sich um einen Käfig handeln, der beispielsweise von einem Gitter oder einer durchbrochenen Metallplatte gebildet wird, der eine Katalysatorschüttung aufnehmen und von dem Spülgas durchströmt werden kann, beispielsweise durch zentrische Einleitung mittels eines perforierten Rohres.
Weiterhin kann es sich bei dem gasdurchlässigen Träger um eine gasdurchlässige Platte handeln, die von einem Flächengebilde, wie einem Drahtnetz, aus katalytisch aktivem Metall umgeben ist.
Bevorzugt handelt es sich bei dem gasdurchlässigen Träger um einen porösen
Formkörper. Dieses kann aus dem katalytisch aktiven Metall bestehen. Vorzugsweise handelt es sich um eine poröse Keramik, die insbesondere mit dem katalytisch aktiven Metall beschichtet ist; oder es handelt sich um eine poröse Keramik, die mit dem katalytisch aktiven Metall dotiert ist.
Das katalytisch aktive Metall kann in beliebiger Form in oder auf dem gasdurchlässigen Träger angebracht sein. Dem Fachmann sind derartige Anordnungen bekannt.
Beispielsweise kann das katalytisch aktive Metall in der Form von Ausformungen mit einem möglichst grossen Oberfläche-zu-Volumen-Verhältnis vorliegen. Vorzugsweise ist das katalytisch aktive Metall als Beschichtung und/oder als Dotierung auf bzw. in dem gasdurchlässigen Träger angebracht.
Für das Aufrechterhalten einer möglichst langen Betriebsdauer ist es erforderlich, die katalytische Aktivität des Metalls möglichst lange zu erhalten und/oder während des Weiterbetriebs des Reaktors wieder herstellen bzw. regenerieren zu können.
Es wurde gefunden, dass sich dieses durch Spülen der katalytischen Oberfläche mit einem gasförmigen Reduktionsmittel erreichen lässt.
Als gasförmiges Reduktionsmittel lassen sich alle bei den im Reaktor herrschenden Temperaturen gasförmigen Reduktionsmittel für Verkokungsprodukte einsetzen. Beispiele dafür sind Wasserstoff oder ein Gemisch aus Wasserstoff und Inertgas.
Die Zuführung des gasförmigen Reduktionsmittels erfolgt über den gasdurchlässigen Träger und wird durch diesen dem katalytisch aktiven Metall zugeleitet.
Dabei kann d as Zuleiten d es gasförmigen Reduktionsmittels kontinuierlich oder in vorbestimmten Zeitintervallen erfolgen.
Das gasförmige Reduktionsmittel unverdünnt oder zusammen mit Inertgasen, wie Stickstoff und/oder Edelgasen, zugeführt werden.
Die Temperatur des über den gasdurchlässigen Träger zugeführten gasförmigen Reduktionsmittels wird zweckmäßigerweise der Temperatur angepasst, die im Innern des Reaktors am Ort des gasdurchlässigen Trägers herrscht.
Durch eine kontinuierliche oder intermittierende Injektion von heißen Gasen in das
Reaktionsgemisch lässt sich der Umsatz bei der Pyrolysereaktion steigern und die Produktausbeute erhöhen; durch die parallele Spülung mit Inertgas und/oder Reduktionsmittel lässt sich die Verkokung der Oberfläche des gegebenenfalls im Innern des Reaktors angebrachten katalytisch aktiven Metalls effizient verhindern bzw. verlangsamen und dadurch die Betriebsdauer des Spaltofens verlängern sowie der Umsatz der Spaltreaktion nochmals vergrößern. Beim Spülvorgang wird der Betrieb des Reaktors nicht unterbrochen.
Anstelle von oder zusammen mit dem gasförmigen Reduktionsmittel können in den Reaktor über den gasdurchlässigen Träger dem katalytisch aktiven Metall ferner Spaltpromotoren zugeleitet werden. Beispiele dafür sind weiter oben aufgeführt.
Bevorzugt mündet mindestens eine Zuleitung für Spaltpromotoren enthaltendes heißes Gas in der Nähe des Eintritts des Eduktgasstromes in den Reaktor.
Dadurch kann an dieser Stelle ein aus Spaltpromotoren gebildetes, Radikale enthaltendes erhitztes Gas in den Reaktor eingeleitet werden, wobei bereits bei Eintritt des Eduktgases in den Reaktor eine hohe Konzentration an Radikalen vorliegt, die zu einem effizienten Verlauf der Kettenreaktion beiträgt.
In einer bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens wird in den Eduktgasstrom beim Durchlauf durch den Reaktor über mehrere Zuleitungen ein aus Spaltpromotoren gebildetes, Radikale enthaltendes erhitztes Gas eingeleitet.
Ganz besonders bevorzugt ist die Anzahl der Zuleitungen im ersten Drittel des Reaktors größer als im zweiten Drittel und/oder im dritten Drittel.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann unter Verwendung der an sich üblichen
Drucke und/oder Temperaturen betrieben werden. Gängige Betriebsdrucke liegen im Bereich von 0,8 bis 4 MPa (Ofeneingang); gängige Betriebstemperaturen liegen im Bereich von 450 bis 550°C (Ofenausgang) und im Bereich von 250 bis 350°C (Ofeneingang). Die endotherme Spaltreaktion benötigt eine ständige Zufuhr von Energie; dieses erfolgt bei der Passage des zu spaltenden Gases durch den
Reaktor.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist eine Absenkung der üblichen Betriebstemperaturen möglich. Dadurch wird eine wirtschaftlichere Verfahrensweise ermöglicht. Anstelle einer Absenkung der Betriebstemperaturen ist eine
Ausbeutesteigerung möglich.
Eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens betrifft die thermische Spaltung des Produktgases in einem dem Reaktor nachgelagerten adiabatischen Nachreaktor umfassend die Maßnahmen: f) Einleiten des Produktgasstroms enthaltend erhitzten halogenhaltigen aliphatischen Kohlenwasserstoff, Halogenwasserstoff und ethylenisch ungesättigten halogenhaltigen aliphatischen Kohlenwasserstoff aus dem Reaktor in einen adiabatischen Nachreaktor, in dem die Reaktion unter Ausnutzung der vom Produktgasstrom gelieferten Wärme unter Abkühlung des Produktgases fortgeführt wird, und in dessen Innenraum gegebenenfalls mindestens eine Zuleitung für ein aus Spaltpromotoren gebildetes, Radikale enthaltendes erhitztes Gas mündet, sowie g) gegebenenfalls Einleiten eines aus Spaltpromotoren durch thermische oder nicht-thermische Zersetzung gebildeten, Radikale enthaltenden erhitzten Gases durch die in den adiabatischen Nachreaktor mündende Zuleitung(en), wobei die Temperatur des erhitzten Gases im Falle der
Erzeugung der Radikale durch thermische Zersetzung mindestens die an der Stelle der Zuleitung herrschenden Temperatur des Reaktionsgemisches aufweist und wobei das erhitzte Gas im Falle der Erzeugung der Radikale durch nicht-thermische Zersetzung mindestens die Temperatur aufweist, der Temperatur des Taupunktes des
Reaktionsgemisches an der Stelle der Mündung der Zuleitung in den adiabatischen Nachreaktor entspricht, mit der Massgabe, dass im Falle der Radikalerzeugung durch thermische Zersetzung dieses durch Erhitzen eines mit Inertgas verdünnten Spaltpromotoren enthaltenden Gases erfolgt oder durch Leiten eines Spaltpromotoren enthaltenden
Gases über eine Wärmequelle, deren Oberfläche mit Inertgas gespült wird.
Dabei kann das erfindungsgemäße Verfahren nur die Maßnahmen f) und g) im adiabatischen Nachreaktor umfassen, ohne dass ein vorgeschalteter Reaktor verwendet wird, in dessen Innenraum mindestens eine Zuleitung für ein erhitztes
Gas mündet.
Bevorzugt wird jedoch das erfindungsgemäße Verfahren mit den Maßnahmen f) und g) im adiabatischen Nachreaktor kombiniert mit dem Einsatz eines_vorgeschalteten Reaktors, in dessen Innenraum mindestens eine Zuleitung für ein erhitztes Gas mündet.
Die Erfindung betrifft auch einen Reaktor zur Durchführung des oben definierten Verfahrens umfassend die Elemente: i) in den Reaktor mündende Zuleitung für den Eduktgasstrom enthaltend gesättigten halogenhaltigen aliphatischen Kohlenwasserstoff, ii) mindestens eine in das Innere des Reaktors mündende Zuleitung für ein erhitztes Gas, iii) mit der Zuleitung verbundene Quelle für einen Spaltpromotor, iv) in der Zuleitung angebrachte Vorrichtung zur Erzeugung von Radikalen aus Spaltpromotoren, v) gegebenenfalls Heizvorrichtung für das Aufheizen des Gases in der
Zuleitung, vi) Heizvorrichtung für das Aufheizen und/oder die Aufrechterhaltung der
Temperatur des Gasstromes im Reaktor, und vii) aus dem Reaktor führende Ableitung für den Produktgasstrom der thermischen Spaltung enthaltend ethylenisch ungesättigten halogenhaltigen aliphatischen Kohlenwasserstoff.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform betrifft die Erfindung auch einen Reaktor zur Durchführung des oben definierten Verfahrens umfassend die Elemente: i) in den Reaktor mündende Zuleitung für den Eduktgasstrom enthaltend gesättigten halogenhaltigen aliphatischen Kohlenwasserstoff, ii) mindestens eine in das Innere des Reaktors mündende Zuleitung für ein erhitztes Gas, iii) mit der Zuleitung verbundene Quelle für einen Spaltpromotor, viii) am Ende der Zuleitung angebrachte Vorrichtung zur Erzeugung von
Radikalen aus Spaltpromotoren v) gegebenenfalls Heizvorrichtung für das Aufheizen des Gases in der Zuleitung,
vi) Heizvorrichtung für das Aufheizen und/oder die Aufrechterhaltung der
Temperatur des Gasstromes im Reaktor, und vii) aus dem Reaktor führende Ableitung für den Produktgasstrom der thermischen Spaltung enthaltend ethylenisch ungesättigten halogenhaltigen aliphatischen Kohlenwasserstoff.
In einer ebenfalls bevorzugten Ausführungsform betrifft die Erfindung einen Reaktor zur Durchführung des oben definierten Verfahrens umfassend die Elemente: i) in den Reaktor mündende Zuleitung für den Eduktgasstrom enthaltend gesättigten halogenhaltigen aliphatischen Kohlenwasserstoff, ix) im Innern des Reaktors angebrachte Vorrichtung, die innerhalb eines vorbestimmten Volumens im Innern des Reaktors aus Spaltpromotoren Radikale erzeugt, x) mindestens eine in das vorbestimmte Volumen im Innern des Reaktors mündende Zuleitung für ein erhitztes und Spaltpromotoren enthaltendes Gas, iii) mit der Zuleitung verbundene Quelle für einen Spaltpromotor, v) Heizvorrichtung für das Aufheizen des Gases in der Zuleitung, vi) Heizvorrichtung für das Aufheizen und/oder die Aufrechterhaltung der Temperatur des Gasstromes im Reaktor, und vii) aus dem Reaktor führende Ableitung für den Produktgasstrom der thermischen Spaltung enthaltend ethylenisch ungesättigten halogenhaltigen aliphatischen Kohlenwasserstoff.
Als Reaktor können alle dem Fachmann für derartige Reaktionen bekannten Typen eingesetzt werden. Bevorzugt wird ein Rohrreaktor.
Dem erfindungsgemäßen Reaktor kann ein adiabatischer Nachreaktor nachgeschaltet sein, der vorzugsweise die oben definierten Elemente ii), iii) und iv) oder ii), iii) und viii) oder ix), x), iii) und v) enthält. In dem adiabatischen Nachreaktor wird die benötigte Reaktionswärme durch die Wärme des zugeführten Produktgasstromes geliefert, der sich dadurch abkühlt.
Anstelle der Kombination des erfindungsgemäßen Reaktors mit einem adiabatischen Nachreaktor enthaltend die Elemente ii), iii) und iv) oder ii), iii) und viii) oder ix), x), iii) und v) kann ein solcher adiabatischer Nachreaktor auch mit einem an sich bekannten Reaktor verschaltet sein, der die Elemente ii), iii) und iv) oder ii), iii) und viii) oder ix), x), iii) und v) nicht aufweist.
Vorzugsweise besteht die Zuleitung für das erhitzte Gas aus Rohrleitungen aus Metall, die in der Wand oder vorzugsweise den Innenraum des Reaktors münden und die an ihrem reaktorseitigen Ende eine Düse aufweisen und die vorzugsweise unmittelbar vor ihrem reaktorseitigen Ende eine elektrische Heizvorrichtung für das erhitzte Gas aufweisen. In einer bevorzugten Variante besteht diese Heizvorrichtung vollständig aus Keramik.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Reaktors umfasst einen Generator für ein thermisches Plasma, beispielsweise einen
Hochfrequenz-Plasmagenerator, der mit der Zuleitung für das Radikale enthaltende Gas zum Reaktor verbunden ist, wobei der Hochfrequenz-Plasmagenerator mit einer weiteren Zuleitung für einen Spaltpromotor und gegebenenfalls mit einer weiteren Zuleitung für ein Inertgas verbunden ist.
Der Hochfrequenz-Plasmagenerator ist vorzugsweise in der Nähe der Einmündung der Zuleitung in den Reaktor an der äußeren Reaktorwand angebracht.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Reaktors umfasst eine Vorrichtung zur Erzeugung einer elektrischen Entladung, vorzugsweise einer Funken-, Barriere- oder Koronaentladung, die mit der Zuleitung zum Reaktor verbunden ist. Diese ist ebenfalls vorzugsweise in der Nähe der Einmündung der Zuleitung in den Reaktor an der äußeren Reaktorwand angebracht.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Reaktors umfasst eine Vorrichtung zur Erzeugung einer Mikrowellenentladung oder einer Hochfrequenzentladung, die mit der Zuleitung zum Reaktor verbunden ist. Diese ist
ebenfalls vorzugsweise in der Nähe der Einmündung der Zuleitung in den Reaktor an der äußeren Reaktorwand angebracht.
Noch eine weitere bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Reaktors umfasst eine Vorrichtung, in der mittels einer chemischen Reaktion gleichzeitig Hitze und Radikale erzeugt werden, und die wenigstens zwei Zuleitungen für die Reaktanten sowie einen Brenner aufweist, der direkt in den Reaktor mündet.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Reaktors umfasst eine Strahlungsquelle, die in der Zuleitung zum Reaktor angeordnet ist oder deren Strahlung in die Zuleitung zum Reaktor geleitet wird. Diese ist ebenfalls vorzugsweise in der Nähe der Einmündung der Zuleitung in den Reaktor an der äußeren Reaktorwand angebracht.
In einer ganz bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Reaktors ist im
Innern des Reaktors mindestens eine poröse Keramik in Form einer Kerze vorhanden, deren Oberfläche mit katalytisch aktivem Metall beschichtet ist und/oder die mit katalytisch aktivem Metall dotiert ist, und die Kerze ist mit einer Zuleitung für ein gasförmiges Reduktionsmittel und/oder einen Spaltpromotor zur Weiterleitung an das katalytisch aktive Metall ausgestattet.
Weitere besonders bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens und Reaktors werden nachstehend anhand der Figuren 1 bis 9 beschrieben.
Es zeigen
Figur 1 : Eine bevorzugt eingesetzte Vorrichtung zum Erhitzen und Einleiten eines aus Spaltpromotoren gebildeten, Radikale enthaltenden erhitzten Gases in einen Spaltreaktor dargestellt im Längsschnitt
Figur 2: Eine Anordnung der Vorrichtung nach Figur 1 in einem Reaktionsrohr dargestellt im Längsschnitt
Figur 3: Rohrreaktor mit Vorrichtung gemäß Figur 1 im Längsschnitt
Figur 4: Eine bevorzugt eingesetzte Vorrichtung zur Erzeugung von Radikalen durch ein nichtthermisches Plasma und zum Einleiten des aus Spaltpromotoren gebildeten, Radikale enthaltenden erhitzten Gases in einen Spaltreaktor dargestellt im
Längsschnitt
Figur 5: Eine weitere bevorzugt eingesetzte Vorrichtung zur Erzeugung von Radikalen durch ein nichtthermisches Plasma und zum Einleiten des aus Spaltpromotoren gebildeten, Radikale enthaltenden erhitzten Gases in einen
Spaltreaktor dargestellt im Längsschnitt
Figur 6: Eine Anordnung der Vorrichtungen nach Figuren 4 oder 5 in einem Reaktionsrohr dargestellt im Längsschnitt
Figur 7: Eine weitere bevorzugt eingesetzte Vorrichtung zur Erzeugung von Radikalen aus Spaltpromotoren durch Strahlung und zum Einleiten des aus Spaltpromotoren gebildeten, Radikale enthaltenden Gases in einen Spaltreaktor dargestellt im Längsschnitt
Figur 8: Eine Modifikation der Vorrichtung nach Figur 7 dargestellt im Längsschnitt
Figur 9: Eine weitere Modifikation der Vorrichtung nach Figur 7 dargestellt im Längsschnitt
In einer besonders bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens kommt der Eduktgasstrom beim Durchlauf im Reaktor mit einem Radikale_enthaltenden Gas in Berührung, das in einer oder mehreren Heizvorrichtungen der in Figur 1 skizzierten Art erzeugt worden ist.
Bei der Heizvorrichtung handelt es sich um eine elektrisch betriebene Heizpatrone (1), die vorzugsweise mit Keramikummantelung versehen ist und die in einem
Gehäuse (2) angeordnet ist, das einen oder mehrere konzentrische Ringspalte (3) aufweist.
Das Gehäuse (2) kann aus Keramik und/oder aus Metall bestehen. Das Gehäuse besitzt vorzugsweise zylindrische Gestalt.
Die Heizpatrone (1 ) ist in dem Gehäuse (2) mittels einer gasdichten, druck - und temperaturbeständigen Durchführung (4) fixiert. Vorzugsweise handelt es sich dabei um eine mit einem Schraubgewinde versehene Durchführung (4), in welche die Heizpatrone eingeschraubt und fixiert werden kann.
Das Gehäuse (2) weist einen Gaseintritt (5) auf, durch den ein Spaltpromotoren enthaltender und gegebenenfalls mit Inertgas verdünnter Gasstrom eingeleitet werden kann. Vorzugsweise befindet sich der Gaseintritt (5) an der Außenwand des Gehäuses (2).
In dem Gehäuse sind vorzugsweise mehrere konzentrische Ringspalte (3) ausgebildet, durch die das Spaltpromotoren enthaltende Gas strömt. Diese Ringspalte (3) besitzen mindestens zwei Öffnungen, durch die das Spaltpromotoren enthaltende Gas in den Ringspalt ein- und ausströmt. Vorzugsweise sind diese
Öffnungen in Höhe der vorderen und hinteren Endung der Heizvorrichtung angebracht. Dies hat zur Folge, dass der Gasstrom jeden Ringspalt entlang der gesamten Länge der Heizvorrichtung durchströmt und dass sich die Strömungsrichtung des Gasstromes in jedem Ringspalt umkehrt. Der Gasstrom bewegt sich in der dargestellten Ausführungsform von der Außenseite des
Gehäuses (2) durch die Ringspalte (3), wird in den Ringspalten (3) mehrfach umgelenkt, und strömt schließlich längs der im Innern angebrachten Heizpatrone (1) und danach durch einen Gasaustritt (6), der vorzugsweise als Düse gestaltet ist, in den Reaktionsraum.
Das Gehäuse (2) kann aber auch lediglich einen Ringspalt aufweisen. In diesem Fall strömt das Gas sofort längs der Heizpatrone (1 ) durch den Gasaustritt (6) in den Reaktionsraum.
Die in Figur 1 dargestellte Ausgestaltungsform mit mehreren Ringspalten bietet den Vorteil, dass die Außenwand der Heizvorrichtung sich durch das starke Aufheizen des Spaltpromotoren enthaltenden Gases an der Heizpatrone (1) nicht oder nicht wesentlich über die im Reaktionsraum herrschende Temperatur aufheizt. Dies beugt der verstärkten Bildung von Koksablagerungen auf der Außenwand vor.
In einer weiteren Ausgestaltungsform kann die Außenwand der Heizvorrichtung, insbesondere der Teil der Heizvorrichtung, der in den Reaktionsraum hineinragt, mit einem inerten Material, z. B. einem Metalloxid, Keramik, Bornitrid oder Siliziumnitrid beschichtet sein.
Weiterhin kann die der Heizpatrone (1) gegenüberliegende Innenwand der Heizvorrichtung mit solchen Materialien beschichtet sein.
In einer weiteren Ausgestaltungsform weist die Vorrichtung mindestens zwei getrennte Gaszuleitungen auf, wobei die eine Zuleitung der Einspeisung eines Inertgases und die andere Zuleitung der Einspeisung einer Promotorsubstanz dient. Dabei ist die Zuleitung für die Promotorsubstanz vorzugsweise so angeordnet, dass die Vermischung mit dem Inertgas erst kurz vor dem Eintritt in den Reaktionsraum erfolgt.
Die in Figur 1 dargestellte Heizvorrichtung ist an ihrer Außenwand mit einem Konus (8) versehen, an dessen Außenseite sich ein Gewinde (7) befindet. Der Konus (8) und derjenige Teil der Heizvorrichtung, der die abdichtende Kante für die Linienabdichtung ausbildet, bestehen aus Werkstoffen, die etwa die gleiche thermische Ausdehnung besitzen, insbesondere aus dem gleichen Werkstoff.
Eine mögliche Anordnung der Heizvorrichtung am Reaktionsrohr ist in Figur 2 dargestellt. An das Reaktionsrohr (9) ist eine Halterung (10) angeschweißt, die ein Gewinde (11) sowie einen Vorsprung (12) aufweist, der eine umlaufende Dichtkante bildet.
Wird nun die in Figur 1 beschriebene Heizvorrichtung in die Halterung (10) eingeschraubt, so schneidet die Vorsprung (12) in den Konus (8) und bildet so eine zuverlässige Dichtung aus.
Dieses Abdichtungsprinzip wird bereits in der DE-A-44 20 368 beschrieben.
Ebenfalls wie in 44 20 368 bereits beschrieben kann eine zusätzliche Abdichtung durch eine (in der Figur 2 nicht dargestellte) Stopfbuchspackung erfolgen.
Die in Figur 1 dargestellte Heizvorrichtung kann in einen konventionellen Rohrreaktor zur Herstellung ethylenisch ungesättigter halogenhaltiger aliphatischer
Kohlenwasserstoffe durch thermische Spaltung von gesättigten halogenhaltigen aliphatischen Kohlenwasserstoffen eingebaut werden.
Ein solcher Einbau ist in Figur 3 schematisch dargestellt.
Der Rohrreaktor umfasst einen Ofen sowie ein Reaktionsrohr.
Im Allgemeinen ist ein solcher mit einem Primärenergieträger, wie mit Öl oder Gas, befeuerter Ofen in eine sogenannte Strahlungszone (16) und eine Konvektionszone (17) aufgeteilt.
In der Strahlungszone (16) wird die für die Pyrolyse erforderliche Wärme vor allem durch Strahlung der brennerbeheizten Ofenwände auf das Reaktionsrohr übertragen.
In der Konvektionszone (17) wird der Energieinhalt der heißen, aus der Strahlungszone austretenden Rauchgase durch konvektive Wärmeübertragung genutzt. So kann das Edukt der Pyrolysereaktion, z.B. EDC, vorgewärmt, verdampft oder überhitzt werden. Ebenso ist auch die Erzeugung von Wasserdampf und/oder die Vorwärmung von Verbrennungsluft möglich.
Bei einer typischen Anordnung, wie sie z.B. in EP-A-264,065 dargestellt wird, wird flüssiges EDC zunächst in der Konvektionszone des Spaltofens vorgewärmt und
danach in einem speziellen Verdampfer außerhalb des Spaltofens verdampft. Das dampfförmige EDC wird dann wiederum der Konvektionszone zugeführt und dort überhitzt, wobei bereits die Pyrolysereaktion einsetzen kann. Nach erfolgter Überhitzung tritt das EDC in die Strahlungszone ein, wo der Umsatz zu Vinylchlorid und Chlorwasserstoff stattfindet.
Infolge der in der Strahlungszone und der im Eintritt der Konvektionszone herrschenden hohen Temperaturen ist es vorteilhaft, die in Figur 1 skizzierte Vorrichtung nicht direkt innerhalb dieser Zonen anzuordnen, da sonst z.B. eine definierte Temperatureinstellung des zur Förderung der Spaltreaktion eingeleiteten erhitzten und Radikale enthaltenden Gases oder Gasgemischs nicht oder nur erschwert möglich ist.
Daher wird eine Anordnung bevorzugt, wie sie in Figur 3 schematisch dargestellt ist.
Hierbei ist der Spaltofen um mindestens zwei zusätzliche, nicht beheizte Kompartments (18) erweitert, die thermisch isoliert sein können. Aus der eigentlichen Strahlungs- bzw. Konvektionszone (16, 17) werden dann Schlaufen des Reaktionsrohrs durch diese Kompartments (18) geführt. In diesen Schlaufen, vorzugsweise an den Bögen der Schlaufen und mündend in die geraden Längen dieser Schlaufen, wird dann die Heizvorrichtung gemäß Figur 1 (19) zum Einleiten eines erhitzten Radikale enthaltenden Gases montiert, also in das Reaktionsrohr eingebaut, so dass der Eduktgasstrom an diesen Stellen mit dem erhitzten Radikale enthaltenden Gas in Kontakt gebracht werden kann.
Die aus der Strahlungs- bzw. Konvektionszone (16, 17) in die unbeheizten Kompartments (18) geführten Schlaufen des Reaktionsrohrs sind vorzugsweise mit einer thermischen Isolation versehen.
In einer weiteren besonders bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen
Verfahrens kommt der Eduktgasstrom beim Durchlauf im Reaktor mit einem Radikale enthaltenden nichtthermischen Plasmas in Berührung, das in einer oder mehreren Vorrichtungen der in Figuren 4 und 5 skizzierten Art erzeugt worden ist.
Figuren 4 und 5 zeigen eine an sich bekannte Vorrichtung zur vorgelagerten Erzeugung von Radikalen durch ein nichtthermisches Plasma aus einem dampfförmigem Spaltpromotor oder einem Gemisch aus Spaltpromotor und Inertgas, sowie die Einspeisung des Plasmas in den erfindungsgemäßen Reaktor.
Dabei werden in einem, vom Reaktionsraum der Spaltreaktion abgetrennten Volumen, mittels einer elektrischen Entladung aus einem gasförmigen Spaltpromotor Radikale erzeugt. Hierbei kann der unverdünnte Spaltpromotor verwendet werden, oder der Promotor kann mit einem Inertgas, wie Stickstoff oder Edelgas, verdünnt werden. Bei der elektrischen Entladung handelt es sich vorzugsweise um eine
Barriere- oder Koronaentladung. Die so erzeugten Radikale werden dann in den eigentlichen Reaktionsraum des erfindungsgemäßen Reaktors eingespeist.
Die in den Figuren 4 und 5 dargestellte vorzugsweise im erfindungsgemäßen Reaktor eingesetzte Vorrichtung ist aus der DE-A-19648 999 bekannt. Die vorbekannte Vorrichtung wird zur Behandlung von Oberflächen mittels Hochdruckplasma eingesetzt.
Vorteilhafterweise wird die Vorrichtung zur Erzeugung eines nichtthermischen Plasmas mit einem Abdichtungssystem kombiniert, wie es bereits für die
Einbringung einer Messsonde in einen Spaltofen zur Erzeugung von Vinylchlorid aus der DE-A-4420 368 bekannt ist.
Abweichend von der in DE-A-196 48 999 beschriebenen Vorgehensweise wird die Vorrichtung zur Plasmaerzeugung erfindungsgemäß bei wesentlich höheren
Drucken von mindestens 5 bar, vorzugsweise 12 bis 26 bar, betrieben.
Gegenüber dem aus der DE-A-196 48 999 bekannten Betrieb bei Atmosphärendruck sind zur Erzeugung z.B. einer Barriereentladung wesentlich höhere elektrische Spannungen erforderlich.
Die erfindungsgemäß bevorzugt eingesetzte Vorrichtung zur Plasmaerzeugung umfasst einen Gaseinlass (43), einen Plasmaerzeugungsbereich (32) mit
mindestens zwei Elektroden (33, 34) und einen Gasauslass (28), der in einen Reaktionsraum (46) mündet, wobei Reaktionsraum (46) und Plasmaerzeugungsbereich (32) räumlich voneinander getrennt sind.
Ein Beispiel der im erfindungsgemäßen Reaktor eingesetzten und in der DE-A-196
48 999 beschriebenen Vorrichtung wird im folgenden unter Bezugnahme auf Figur 4 näher erörtert, welche einen Längsschnitt zeigt.
Die Vorrichtung weist ein im wesentlichen zylindrisches Gehäuse (20) mit einem hinteren Ende (21) und einem vorderen Ende (22) auf. Entlang seiner Außenseite
(23) ist das Gehäuse (20) mit einem Konus (24) und einem Gewinde (25) versehen. Gehäuse (20) besteht aus einem leitenden Material, wie Metall, vorzugsweise Stahl oder einem anderen Metall, das unter den im Reaktor herrschenden Bedingungen beständig ist.
Im Bereich seines vorderen Ende (22) verjüngt sich das zylindrische Gehäuse (20) und weist im Bereich seiner Zylinderachse (26) eine als Gasauslaß (28) dienende Öffnung auf. Diese Öffnung kann durch einen Stutzen gebildet werden. Im Bereich seines hinteren Endes (21 ) trägt das Gehäuse (20) einen Flansch (29), welcher Kanäle und Zuführungen aufweist, die weiter unten beschrieben werden.
Im Inneren des Gehäuses (20) befindet sich ein zur Achse (26) axialsymmetrisch angeordnetes, einseitig im Bereich des Gasauslasses (27) geschlossenes Keramikrohr (30). Der Außendurchmesser dieses Keramikrohres (30) ist so gewählt, dass sich zur Innenseite (31 ) des Gehäuses (20) ein Ringspalt ergibt, der im folgenden als Plasmaerzeugungsbereich (32) bezeichnet wird. Die Innenseite des Keramikrohres (30) ist mit Hilfe eines_Metallauftrags, beispielsweise eines Leitsilberauftrags leitfähig beschichtet und bildet eine Elektrode (33) einer Plasmaerzeugungsvorrichtung. Die andere Elektrode (34) wird durch das elektrisch leitende Gehäuse (20) selbst gebildet. Zwischen der als Innenbeschichtung ausgebildeten Elektrode (33) und der durch das Gehäuse (20) gebildeten Elektrode (34) befindet sich also das Keramikrohr (30) und der ringspaltförmige Plasmaerzeugungsbereich (32).
Im Inneren des Keramikrohres (30) befindet sich ein weiteres Rohr (35), welches ebenfalls axialsymmetrisch zur Zylinderachse (26) angeordnet, jedoch beidseitig offen ist. Dieses weitere Rohr (35) ist mit Hilfe einer sich gegen das geschlossene Ende (36) des Keramikrohres (30) abstützenden Feder (37) im Bereich des vorderen Endes (22) des Gehäuses (20) innerhalb des Keramikrohres (30) mit Abstand fixiert, so dass sich auch zwischen der Außenseite des weiteren Rohres (35) und der leitfähig beschichteten Innenseite des Keramikrohres (30) ein Ringspalt (38) befindet. Die Feder (37) ist beispielsweise drei oder vierflügelig ausgebildet und ermöglicht in jedem Fall einen ungehinderten Gasdurchtritt vom Innenraum des weiteren Rohres (35) in den Ringspalt (38).
Die Feder (37) verbindet auch eine innerhalb des weiteren Rohres (35) axialsymmetrisch angeordnete Hochspannungszuführung (39), mit der die eine Elektrode (33) bildenden elektrisch leitfähigen Beschichtung, wodurch dieser ein Wechselstrom zugeführt werden kann. Dagegen ist das die andere Elektrode (34) bildende Gehäuse (20) geerdet, so dass es gefahrlos berührt werden kann.
Der Flansch (29) am hinteren Ende (21) des zylindrischen Gehäuses (20) dient im wesentlichen der Zuführung von Gas und Hochspannung sowie zur Erdung und zur Führung des Gasflusses durch die verschiedenen Spalte innerhalb des Gehäuses
(20). Der zylindrische Flansch (29) ist mit Schrauben (40), welche in_den Außenbereich des zylindrischen Gehäuses (20) eingreifen, hieran befestigt. In seiner Mitte weist der Flansch (29) eine isolierende, gasdichte und druckfeste Durchführung (41) auf, durch welche die Hochspannungszuführung (39) axial in das Gehäuse (20) geführt wird. Ferner weist der Flansch (29) einen Gaseinlass (43) auf, der von einem äußeren Anschlussstück über einen Kanal (42) bis in den Innenbereich des weiteren Rohres (35) führt, die hintere Seite des weiteren Rohres (35) dichtet mit einem Dichtsteg (44) des Flansches (29) ab.
Weiterhin weist der Flansch (29) an seiner dem Gehäuse (20) zugewandten Seite eine ringförmige Nut (45) auf, deren Durchmesser so bemessen ist, dass sie den Ringspalt (38) zwischen weiterem Rohr (35) und Keramikrohr (30) mit dem Ringspalt
des Plasmaerzeugungsbereiches (32) zwischen Keramikrohr (30) und Gehäuseinnenseite (31 ) abdichtend verbindet.
Zum Betrieb der Vorrichtung wird der Gaseinlass (43) mit dem gewählten Gas oder Gasgemisch beaufschlagt und zwischen Hochspannungszuführung (39) und Gehäuse (20) wird eine hochfrequente Hochspannung angelegt. Die zu wählende Spannung und Frequenz hängen von der Art des Gases, der Geometrie der Anordnung, der Art der Oberflächenbehandlung und weiteren Faktoren ab und können vom Fachmann frei gewählt werden.
Das Gas gelangt vom Gaseinlass (43) in das Innere des weiteren Rohres (35), durchströmt dieses weitere Rohr (35) bis zur Feder (37), tritt in den Bereich zwischen Feder (37) und geschlossenem Ende des Keramikrohres (30) und wieder nach unten in den Ringspalt (38) zwischen Keramikrohr (30) und weiterem Rohr (35). Das Gas gelangt dann wieder zum Flansch (29) in dessen Ringnut (45) und wird abermals, diesmal nach oben, umgelenkt in den Ringspalt zwischen Außenseite des Keramikrohres (30) und Innenseite des Gehäuses (20), der den Plasmaerzeugungsbereich (32) bildet. Nach_Durchströmung dieses Plasmaerzeugungsbereiches gelangt das Gas in den Bereich des Gasauslasses (28) und verlässt dort die Vorrichtung in den Reaktionsraum (46), wo die zu initiierende Reaktion abläuft.
Da die leitfähige Beschichtung des Keramikrohres (30) auf gleichem elektrischem Potential liegt wie die Hochspannungszuführung (39), bleibt das Gas sowohl innerhalb des weiteren Rohres (35) als auch im Ringspalt (38) elektrisch unbeeinflusst. Die Umleitung des Gases durch das weitere Rohr (35) und den Ringspalt (38) erfolgt im wesentlichen zum Zwecke der Innenkühlung der Vorrichtung. Das Arbeitsgas wirkt somit gleichzeitig als Kühlgas, wodurch man sich eine weitere Innenkühlung ersparen kann.
Erst im Plasmaerzeugungsbereich (32) befindet sich das Gas zwischen den Elektroden (33), gebildet durch die leitfähige Beschichtung des Keramikrohres (30), und (34), gebildet durch das Gehäuse (20), und wird durch die angelegte
hochfrequente Hochspannung teilweise ionisiert, also in den zur Erzeugung von Radikalen erwünschten Plasmazustand versetzt. Beim Betrieb der Vorrichtung ist die Durchströmungsgeschwindigkeit so hoch zu wählen, dass der Plasmazustand auch nach Austritt des Plasmagases durch den Gasauslaß (28) erhalten bleibt.
In einer weiteren Ausgestaltungsform kann die Außenwand der erfindungsgemäß eingesetzten Vorrichtung, insbesondere der Teil der Vorrichtung, die in den Reaktionsraum hineinragt, mit einem inerten Material, z. B. einem Metalloxid, Keramik, Bornitrid oder Siliziumnitrid beschichtet sein, um die Ablagerung von Koks zu verlangsamen oder zu verhindern.
In einer weiteren, in Figur 5 dargestellten Ausgestaltungsform weist die Vorrichtung an Stelle des Gasauslasses (28) eine oder mehrere Bohrungen (47) im Gehäuse (20) auf, durch die Radikale enthaltendes Gas in den Reaktionsraum (46) austreten kann.
Die erfindungsgemäß eingesetzte Vorrichtung ist an ihrer Außenwand vorzugsweise mit einem Konus (24) sowie einem Gewinde (25) versehen.
Eine bevorzugte Anordnung der Vorrichtungen nach Figuren 4 und 5 am
Reaktionsrohr ist in Figur 6 gezeigt.
An das Reaktionsrohr (48) ist eine Halterung (49) angeschweißt, die ein Gewinde (50) sowie einen Vorsprung (51) aufweist, der eine umlaufende Dichtkante bildet. Wird nun die in Figur 4 bzw. Figur 5 beschriebene Vorrichtung in die Halterung eingeschraubt, so schneidet die Dichtkante (51) in den Konus (46) und es bildet sich eine zuverlässige metallische Dichtung aus.
Dieses Abdichtungsprinzip ist aus der DE-A-4,420,368 bekannt. Ebenfalls wie dort bereits beschrieben kann eine zusätzliche Abdichtung durch eine
Stopfbuchspackung (in der Figur nicht dargestellt) erfolgen.
Die Anbringung der gesamten Vorrichtung am Reaktor kann in der gleichen Weise erfolgen, wie in Figur 3 dargestellt.
In einer weiteren besonders bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens kommt der Eduktgasstrom beim Durchlauf im Reaktor mit einem
Radikale enthaltenden Gas in Berührung, das in einer oder mehreren Vorrichtungen der in Figuren 7, 8 und 9 skizzierten Art erzeugt worden ist.
In dieser Vorrichtung werden Radikale durch Photolyse einer Promotorsubstanz erzeugt, wobei die Promotorsubstanz gasförmig entweder in/einer Form oder im
Gemisch mit einem Inertgas und / oder mit einem gasförmigen Reduktionsmittel vorliegen kann.
Die Photolyse findet dabei in einem vom eigentlichen Reaktionsraum abgetrennten Kompartment statt, welches von dem jeweiligen Gas(gemisch) durchströmt und photolytisch in Radikale gespalten wird. Das Radikale enthaltende Gas(gemisch) tritt dann durch eine Öffnung, die als Düse ausgestaltet sein kann, in den eigentlichen Reaktionsraum ein.
Während der Durchströmung, aber gegebenenfalls auch noch nach dem Austritt aus der Düse, wird die Promotorsubstanz durch Wechselwirkung mit dem Licht einer geeigneten Lichtquelle photolysiert. Dabei bilden sich Radikale, die dann die im eigentlichen Reaktionsraum ablaufende Reaktion fördern. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass nur kleine Mengen der Promotorsubstanz gebraucht werden.
Die aus der Literatur bereits bekannte direkte Zugabe einer Promotorsubstanz in den Reaktionsraum führt zur Radikalerzeugung durch thermischen Zerfall des Promotors auf dem Temperaturniveau der zu beeinflussenden Reaktion, beispielsweise im Bereich von 450 - 550 °C oder durch heterogenen Zerfall (Wandreaktionen). Dabei ist der Promotor in Mengen zuzugeben, die bereits einen merklichen Eingriff in das
Reaktionssystem darstellen und neben der erwünschten Umsatzerhöhung zu einer erhöhten Bildung von Nebenprodukten, d.h. zu einer Verschlechterung der Selektivität führt sowie zu einer Erhöhung der Koksbildungsrate.
Diese Nachteile kompensieren den durch die Umsatzerhöhung gewonnenen wirtschaftlichen Vorteil und führen dazu, dass die Anwendung von Promotorsubstanzen sich bis heute in der industriellen Praxis nicht durchsetzen konnte.
Die hier beschriebene Vorgehensweise umgeht diesen Nachteil, indem die Promotorsubstanz gezielt und effektiv in einem von der eigentlichen Reaktion abgetrennten Kompartment in Radikale zersetzt wird und daher nur die Zugabe kleiner Mengen an Promotorsubstanz erforderlich ist.
Promotorsubstanzen bei der Herstellung von halogenhaltigen ethylenisch ungesättigten Kohlenwasserstoffen sind meist Substanzen, die unter den Reaktionsbedingungen des Verfahrens Chlorradikale bilden. Dieses kann Chlor selbst sein, aber auch Chlorverbindungen wie z.B. CCI4 oder andere chlorierte Kohlenwasserstoffe. Im hier beschrieben Verfahren kann die Promotorsubstanz auch DCE sein, das dann vorzugsweise mit einem Inertgas verdünnt wird.
Zur Durchführung der beschriebenen Verfahrensvariante wird Licht aus einer für die beschriebenen Zwecke geeigneten Lichtquelle durch einen Lichtleiter oder ein optisch durchlässiges Fenster, vorzugsweise ein Quarzfenster, in ein von eigentlichen Reaktionsraum abgetrenntes Kompartment eingekoppelt und durchstrahlt das Kompartment selbst und vorzugsweise auch einen Teil des angrenzenden Reaktionsraumes.
Im Kompartment bildet das Promotorgas (das aus der reinen Promotorsubstanz bestehen oder ein Gemisch der Promotorsubstanz mit einem Inertgas sein kann) ein Gaspolster aus, welches den Lichtleiter oder das optische Fenster chemisch weitgehend vom Reaktionsraum abkoppelt. Der Zweck dieser Maßnahme soll im folgenden am Beispiel der EDC - Spaltung näher erläutert werden.
Eine unerwünschte Nebenreaktion der EDC - Spaltung ist die Ablagerung von Koks auf den Reaktorwänden. Der Prozess der Koksabscheidung verläuft auf nichtmetallischen Werkstoffen wie z.B. Quarz langsamer als auf metallischen
Werkstoffen. Diese Tatsache macht man sich in neuerer Zeit zunutze, um die Koksbildung in Reaktorrohren durch das Aufbringen nichtmetallischer Überzüge auf die Rohrinnenwand zu verlangsamen. Trotz dieser Tatsache würde sich Koks auch auf dem optischen Fenster abscheiden, sofern dieses direkt dem Reaktionsgemisch ausgesetzt wäre, also z.B. direkt in die Reaktorwand eingesetzt wäre.
Diese Problematik wurde bereits in der DE-A-30 08 848 beschrieben. Dort wird die photochemische Initiierung der Spaltreaktion durch direkte Einstrahlung von Licht in den Reaktionsraum vorgeschlagen, und zwar sowohl mit Metalldampflampen als auch mit Lasern als Lichtquelle. Dort wird auch die Beobachtung beschrieben, dass sich bei Verwendung kontinuierlich arbeitender Lichtquellen, wie Metalldampflampen, das Fenster rasch mit Nebenprodukten bedeckt, während es bei Verwendung von Lasern frei bleibt.
Als Abhilfemaßnahme wird das Arbeiten mit hoher Strömungsgeschwindigkeit im
Bereich des optischen Fensters vorgeschlagen, damit die gebildeten Nebenprodukte erst stromabwärts vom Fenster in merklicher Menge gebildet werden.
An dieser Vorgehensweise ist jedoch von Nachteil, dass die „Selbstreinigung" des Fensters wahrscheinlich auf die Verwendung von gepulsten Lasern beschränkt ist, da hier durch eine kurzzeitige lokale Erhitzung des Gases in und um die Kokspartikel Druckstöße erzeugt werden, welche die Kokspartikel bzw. die Koksschicht dann von Fenster absprengen. Die Verwendung von gepulsten Lasern wird zwar in der DE-A- 30 08 848 nicht explizit erwähnt, wohl aber in der DE-A-29 38 353, auf die in der DE- A-30 08 848 ausdrücklich Bezug genommen wird.
Die den DE-A-30 08 848 und DE-A-29 38 353 zugrunde liegenden Experimente wurden in Quarzreaktoren durchgeführt. In industriellen Reaktoren aus Metall wird jedoch schon im Eintrittsbereich des Reaktors und damit „stromaufwärts" eines möglicherweise angebrachten optischen Fensters Koks gebildet. Mögliche Ursachen hierfür sind einerseits, dass schon im Eintrittsbereich das Reaktors durch Wandreaktionen Koksprekursoren gebildet werden und andererseits darin, dass auch bei sorgfältiger destillativer Reinigung des Edukt-DCE im industriellen
Verfahren mit dem Edukt geringe Mengen an Koksprecursoren in den Reaktor eingetragen werden. Es besteht daher ein Bedarf nach weiteren Verfahren, die sich in einfacher weise in die industrielle Praxis umsetzen lassen und bei denen eine Koksbildung wirksam vermieden werden kann.
Mit der vorliegenden Erfindung werden diese Nachteile umgangen und es wird ein Verfahren bzw. ein Reaktor zur Verfügung gestellt, bei denen Licht in einen unter den Bedingungen der VC - Herstellung oder unter ähnlichen Bedingungen betriebenen Reaktor eingekoppelt werden kann. Dazu wird eine Promotorsubstanz in einem vom eigentlichen Reaktionsraum abgetrennten Kompartment zunächst photolytisch gespalten und dann in den Reaktionsraum eingebracht.
Figur 7 zeigt eine im erfindungsgemäßen Reaktor bevorzugt eingesetzte Vorrichtung zur photolytischen Erzeugung von Radikalen aus Spaltpromotoren. An einen Bogen des Reaktionsrohrs ist eine Halterung angeschweißt, die in ihrem Inneren ein
Gewinde (52) sowie eine umlaufende Dichtkante (53) aufweist. In diese Halterung kann eine konische Hülse (54) eingeschraubt werden, deren vorderes Ende als Düse ausgebildet sein kann und die zwecks besserer Verschraubbarkeit z.B. einen Innensechskant (55) aufweisen kann. Wird die konische Hülse (54) in die Halterung (56) eingeschraubt, so bildet diese mit der Dichtkante (53) der Halterung eine unter den Bedingungen der Reaktion zuverlässige Abdichtung. Dieses bewährte Dichtprinzip wurde bereits in der DE-A-44 20 368 beschrieben.
In die Halterung (56) kann unter Ausnutzung des selben Dichtprinzips eine weitere Hülse (57) eingeschraubt werden, die ein optisch durchlässiges Fenster (58) enthält, z. B. ein Quarzfenster, das mit einer halbdurchlässigen Metallschicht (59) beschichtet sein kann, wobei das Metall vorzugsweise ein Hydrierkatalysator und ganz besonders bevorzugt ein Platinmetall ist.
Das optische Fenster ist zwischen Halterungen (60, 61) eingespannt, die an ihren dem Fenster zugewandten Seiten umlaufende Aussparungen (62) aufweisen, die jeweils eine Dichtung (63, 64), vorzugsweise eine Metalldichtung und ganz besonders bevorzugt eine Golddichtung aufnehmen.
Das Fenster (58) wird von der Halterung (60) gegen die Halterung (61 ) gepresst. Dies kann durch Verschraubung der Halterung (60) mit einem Lagerring oder Lagerblöcken (65) geschehen, der z.B. mit Sacklöchern (66) versehen ist.
Die Halterungen (60) und (61 ), die Aussparungen (62) und die dickere der
Dichtungen sind so dimensioniert, dass sich beim Verschrauben der Anordnung eine definierte Flächenpressung der Dichtungen einstellt und das optische Fenster nicht beschädigt wird.
Der Zwischenraum (67) zwischen den Hülsen (54) und (57) ist mit einer oder mehreren Gaszuleitungen versehen und bildet ein vom Reaktionsraum (68) sowie vom Außenraum (69) abgetrenntes Kompartment.
Die Pyrolyse von beispielsweise DCE zu VC findet im Reaktionsraum (68) statt. Die gesamte Anordnung ist an einem Bogen des Reaktionsrohrs montiert, der aus der eigentlichen Strahlungszone des Ofens herausragt und von dieser thermisch isoliert ist.
Durch den Gaseinlass (70) strömt ein Inertgas, z.B. Stickstoff oder ein Edelgas, oder ein Gemisch eines Inertgases mit einer Promotorsubstanz oder eine gasförmige
Promotorsubstanz in das Kompartment (67). Das Gas verlässt das Kompartment und strömt durch die Öffnung (71 ) in den Reaktionsraum ein.
Durch die permanente Spülung des Kompartments ist das optische Fenster vom Reaktionsraum (68) durch ein Gaspolster getrennt. Daher können Koksprecursoren, wie Acetylen, Benzol oder Chloropren nicht an das Fenster gelangen und dort Koksablagerungen bilden.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist das optische Fenster mit einer optisch halbdurchlässigen Metallschicht beschichtet, wobei das Metall ein Hydrierkatalysator ist, z.B. Palladium.
Wird dem Promotorgas nun eine geringe Menge Wasserstoff zugemischt, so werden Koksvorläufer, die trotz Anspülung bis an das optische Fenster gelangen, an dessen Oberfläche reduziert. Dadurch können sich auf der Oberfläche des Fensters keine Koksablagerungen bilden.
Das Licht der Lichtquelle durchstrahlt das optische Fenster und überträgt Energie auf die Moleküle der Promotorsubstanz, die dadurch in Radikale_zerfällt (Photolyse), die dann die im eigentlichen Reaktionsraum (68) ablaufende Reaktion fördern. Normalerweise ist die Erzeugung von Radikalen und deren anschließender Transport in den Reaktionsraum schwierig, da unter den herrschenden
Druckverhältnissen (typischerweise 9 - 25 bar) die Radikale rasch rekombinieren.
Bei der erfindungsgemäßen Anordnung werden jedoch das gesamte Kompartment und vorzugsweise auch der Reaktionsraum durchstrahlt. Dies hat zur Folge, dass die gewünschten Radikale auch in der Öffnung (71) und in der dieser Öffnung benachbarten Zone des Reaktionsraums aus der Promotorsubstanz gebildet werden und somit sicher in das Reaktionsgeschehen eingreifen können. Daher sind keine hohen Strömungsgeschwindigkeiten des Initiator- bzw. Spülgases erforderlich, um etwa im Kompartment erzeugte Radikale schnell in den Reaktionsraum zu transportieren.
Dies bedeutet auch, dass die Initiierung mit sehr geringen Mengen an Promotorgas durchgeführt werden kann, wodurch nur in geringem Maß in das Reaktionssystem eingegriffen und die Bildung unerwünschter Nebenprodukte weitgehend unterdrückt wird.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung und in Figur 8 dargestellten Ausgestaltung weist das Kompartment (67) einen weiteren Gaseinlass (72) auf, der bis nahe der Oberfläche des optischen Fensters (58) geführt wird. So ist es möglich, das Fenster und dessen unmittelbare Umgebung mit Inertgas oder einem Gemisch aus Inertgas und Wasserstoff zu spülen, während die Promotorsubstanz oder ein Gemisch aus Promotorsubstanz und Inertgas durch den Gaseinlass (70) zugegeben
werden. Durch eine solche Anordnung lässt sich das optische Fenster noch besser gegen Koksablagerungen schützen.
Eine weitere bevorzugte und in Figur 9 dargestellte Ausgestaltung ähnelt der in Figur 8 dargestellten Ausgestaltung. Der weitere Gaseinlass (72) wird hier allerdings in
Richtung der Öffnung (71) geführt und dient der Zuführung der Promotorsubstanz. Der Gaseinlass (70) dient lediglich der Zuleitung von Inert- oder Spülgas. Auf diese Weise erfolgt die Erzeugung der Radikale aus der Promotorsubstanz in der Nähe des Reaktionsraumes (68) und entfernt vom_optischen Fenster (58). Dadurch ist ein weiterer Schutz des optischen Fensters (58) gegenüber Koksablagerungen möglich.
Als Lichtquelle kann jede Lichtquelle verwendet werden, deren Licht zur Photolyse der verwendeten Promotorsubstanz geeignet ist. Dies kann eine UV-Lampe (z.B. eine Metalldampflampe) oder ein Laser sein. Bei Verwendung von Lasern ist es bei der hier vorgeschlagenen Anordnung ohne Bedeutung, ob ein gepulster Laser oder ein Dauerstrahllaser verwendet wird. Auch Excimer-Lampen können als Lichtquelle verwendet werden.
Die Einkopplung der eingesetzten Strahlung ist auf unterschiedliche Weisen möglich. So kann das Licht z.B. durch ein Lichtleiterbündel (wie in Fig. 8 angedeutet) eingekoppelt werden. Weiterhin kann die Lichtquelle (z.B. im Falle der Verwendung einer Metalldampf- oder Excimerlampe) direkt in der Hülse (57) hinter dem optischen Fenster eingebaut werden. In diesem Fall ist vorzugsweise eine entsprechende Kühlung vorzusehen. Auch kann das Licht durch ein weiteres Fenster in die Hülse (57) eingekoppelt und durch Spiegel auf das Fenster (58) umgelenkt werden.
In einer besonderen Ausführungsform wird zur Lichteinkopplung eine Vorrichtung analog zu den DE-A-198 45 512 bzw. DE-Gbm-200 03 712 verwendet. Die vorbekannten Vorrichtungen dienen zur Beobachtung von Vorgängen im Brennraum von in Betrieb befindlichen Verbrennungskraftmaschinen und werden z. B. in Form sogenannter Zündkerzenadapter eingesetzt. Neben Ihrem eigentlichen Einsatzzweck, der optischen Beobachtung von Verbrennungsvorgängen, sind solche
Vorrichtungen aufgrund Ihrer Druck - und Temperaturfestigkeit ebenso zum Einkoppeln von Licht in chemische Reaktoren geeignet, in denen ähnliche Druck- und Temperaturverhältnisse herrschen wie in laufenden Verbrennungsmotoren.
Falls solche Vorrichtungen eingesetzt wird, könnte das in den Figuren 7, 8 und 9 dargestellte optische Fenster mit dem beschriebenen Abdichtungssystem entfallen. Die Lichtzuleitung würde dann in Form eines Adapters analog einem oder mehrerer sog. Zündkerzenadapter in eine in der Hülse (55) befindliche Trennwand eingeschraubt werden.
Die Anbringung der Vorrichtung zur photolytischen Erzeugung von Radikalen aus Spaltpromotoren am erfindungsgemäßen Reaktor kann in der gleichen Weise erfolgen, wie in Figur 3 dargestellt.