Die Erfindung betrifft einen Dampfturbinenrotor, der sich
entlang einer axialen Ausdehnung erstreckt, aufweisend: eine
Außenseite, die an einen Außenraum grenzt, der zur Aufnahme
einer Hauptströmung eines fluiden Arbeitsmediums vorgesehen
ist, und eine erste Stelle entlang der Außenseite, bei der
eine erste Schaufelreihe gehalten ist. Die Erfindung betrifft
auch eine Dampfturbine. Weiter betrifft die Erfindung ein
Verfahren zur aktiven Kühlung eines Dampfturbinenrotors der
genannten Art.
Bei der Beaufschlagung einer Dampfturbine mit heißem Dampf
als Arbeitsmedium ist man bestrebt, zur Steigerung der erreichbaren
Dampftemperaturen hochbeanspruchte Bauteile gezielt
zu kühlen. Dies umfasst - soweit möglich - eine Abschirmung
und eine Wärmeabfuhr durch eine entsprechend dimensionierte
Kühlung. Unter einer Dampfturbine im Sinne der vorliegenden
Anmeldung wird jede Turbine oder Teilturbine verstanden,
die von einem Arbeitsmedium in Form von Dampf durchströmt
wird. Im Unterschied dazu werden Gasturbinen mit Gas
und/oder Luft als Arbeitsmedium durchströmt, das jedoch völlig
anderen Temperatur- und Druckbedingungen unterliegt als
der Dampf bei einer Dampfturbine. Im Gegensatz zu Gasturbinen
weist bei Dampfturbinen z. B. das einer Teilturbine zuströmende
Arbeitsmedium mit der höchsten Temperatur gleichzeitig
den höchsten Druck auf. Ein offenes Kühlsystem ist
also nicht ohne Teilturbinen-externe Zuführung eines Kühlmediums
realisierbar. Kühlmaßnahmen, wie sie von Gasturbinen
bekannt sind, erweisen sich deshalb in ihrer von Gasturbinen
bekannten und lediglich für Gasturbinen geeigneten Form als
nicht übertragbar auf Dampfturbinen.
Unter einem Gehäuse einer Dampfturbine ist insbesondere das
stationäre Gehäusebauteil einer Dampfturbine oder einer Teilturbine
zu verstehen, das entlang der axialen Ausdehnung der
Dampfturbine einen Innenraum aufweist, der zur Durchströmung
mit dem Arbeitsmedium Dampf vorgesehen ist. Dies kann, je
nach Dampfturbinenart, ein Innengehäuse und/oder auch ein
Leitschaufelträger sein. Unter einem Dampfturbinengehäuse ist
auch ein Turbinengehäuse zu verstehen, welches kein Innengehäuse
oder keinen Leitschaufelträger aufweist.
In dem Innenraum ist entlang der axialen Ausdehnung ein mit
Schaufeln besetzter Rotor drehbar angeordnet, so dass bei
Durchströmung des Innenraums mit erhitztem und unter Druck
stehendem Dampf der Rotor über die Schaufeln durch den Dampf
in Drehung versetzt wird. Die Schaufeln des Rotors werden
auch als Laufschaufeln bezeichnet. Eine Dampfturbine weist
darüber hinaus stationäre Leitschaufeln auf, welche in die
Zwischenräüme der Rotorschaufeln greifen und durch das Innengehäuse/den
Leitschaufelträger gehalten werden. Eine Laufschaufel
ist üblicherweise entlang einer Außenseite eines
Dampfturbinenrotors gehalten. Dabei ist sie üblicherweise
Teil eines Laufschaufelkranzes, welcher eine Anzahl von Laufschaufeln
umfasst, die entlang eines Außenumfangs an der Außenseite
des Dampfturbinenrotors angeordnet sind. Dabei weist
jede Laufschaufel mit ihrem Schaufelblatt radial nach außen.
Ein Laufschaufelkranz wird auch als Laufschaufelreihe bezeichnet.
Üblicherweise ist eine Anzahl von Laufschaufelreihen
hintereinander geschaltet. Entsprechend ist an einer
zweiten Stelle entlang der axialen Ausdehnung hinter der ersten
Stelle ein weiterer zweiter Schaufelkranz entlang der
Außenseite des Dampfturbinenrotors gehalten.
Bei den bisher bekannten Kühlmethoden, insbesondere für einen
Dampfturbinenrotor, ist zwischen einer aktiven Kühlung und
einer passiven Kühlung zu unterscheiden. Bei einer aktiven
Kühlung wird eine Kühlung durch ein dem Dampfturbinenrotor
separat, d. h. zusätzlich zum Arbeitsmedium zugeführtes Kühlmedium
bewirkt. Dagegen erfolgt eine passive Kühlung lediglich
durch eine geeignete Führung oder Verwendung des Arbeitsmediums
in der Hauptströmung. Eine übliche Kühlung eines
Dampfturbinenrotors beschränkt sich auf eine passive Kühlung.
Aus der US 6,102,654 und der WO 97/49901 ist hingegen bekannt,
einen Rotor einer Dampfturbine mit kühlem, bereits expandiertem
Dampf zu durchströmen. Dabei wird Kühlmedium durch
einen im Wesentlichen zentralen Hohlraum entlang einer inneren
Rotorwandung geführt und dann von dort über separate radiale
Stichkanäle nach außen, insbesondere zu kühlenden Bereichen
des Gehäuses zugeleitet. Dadurch, dass der zentrale
Hohlraum und die Stichkanäle an der Stelle der höchsten Bauteilbelastung
angeordnet sind, führt dies zu einem erheblichen
Festigkeitsnachteil für den Rotor. Dies hat auch den
Nachteil, dass eine Temperaturdifferenz über die Rotorwandung
beschränkt bleiben muss, da sich sonst bei einer zu großen
Temperaturdifferenz der Rotor thermisch zu stark verformen
würde. Aus diesen Gründen ist ein derartiges Konzept bislang
noch nicht verbreitet zum Einsatz gekommen. Bei einer Durchströmung
des Rotors findet zwar eine Wärmeabfuhr statt, jedoch
erfolgt die Wärmeabfuhr relativ weit entfernt von der
Stelle der Wärmezufuhr. Eine Wärmeabfuhr in unmittelbarer
Nähe der Wärmezufuhr ist bisher nicht in ausreichendem Maße
verwirklicht worden.
Eine weitere, passive Kühlung kann mittels einer geeigneten
Führung und Verwendung der Expansion des Dampfes des Arbeitsmediums
erreicht werden. Dabei wird der einer Dampfturbine
zuströmende Dampf durch ausschließlich stationäre Teile,
z. B. einen Leitschaufelkranz oder radial wirkende Leitschaufeln
zunächst expandiert, bevor er rotierende Bauteile beaufschlagt.
Der Dampf erfährt dabei eine Abkühlung im Bereich
von etwa 10 K. Hierüber lässt sich allerdings nur eine sehr
begrenzte Kühlwirkung auf den Rotor erzielen.
In der US 6,102,654 wird eine aktive Kühlung eines Dampfturbinenrotors
nur in einem sehr eingeschränkten Umfang verwirklicht
und die Kühlung ist zudem auf den Einströmbereich
des heißen Arbeitsmediums beschränkt. Wie in FIG 1 dieser Anmeldung
wiedergegeben, wird gemäß der US 6,102,654 Kühlmedium
durch das Gehäuse auf ein Schutzschild und auf einen ersten
Leitschaufelring geleitet, um eine Temperaturbeanspruchung
des Rotors und des ersten Leitschaufelrings zu reduzieren.
Ein Teil des Kühlmediums wird dem Arbeitsmedium beigemischt.
Abgesehen von der Beschränkung der Kühlung auf den Einströmbereich
soll eine Kühlung lediglich durch ein Anströmen der
zu kühlenden Komponenten erreicht werden. Der dadurch erreichbare
Kühleffekt auf den Rotor ist begrenzt, da er sich
auf den Einströmbereich der Hauptströmung beschränkt.
Aus der WO 97/49901 ist bekannt, einen einzelnen Leitschaufelkranz
selektiv durch einen von einem zentralen Hohlraum
bespeisten separaten radialen Kanal im Rotor zu kühlen. Dazu
wird Kühlmedium über den Kanal dem Arbeitsmedium beigemischt
und der zu kühlende Leitschaufelkranz durch Kühlmedium selektiv
angeströmt. Der Kühleffekt auf den Rotor ist dabei
verbesserungswürdig. Darüber hinaus bewirkt die Bohrung
nachteiligerweise eine deutliche Spannungserhöhung des Rotors
gegenüber der Ausgestaltung ohne Bohrung.
In der EP 1154123 ist eine Möglichkeit der Entnahme und Führung
eines Kühlmediums aus anderen Bereichen eines Dampfsystems
und die Zuführung des Kühlmediums im Einströmbereich
des Arbeitsmediums beschrieben.
Zur Erzielung höherer Wirkungsgrade bei der Stromerzeugung
mit fossilen Brennstoffen besteht das Bedürfnis, höhere
Dampfparameter, d. h. höhere Drücke und Temperaturen als bisher
üblich anzuwenden. Dabei sind beim Dampf als Arbeitsmedium
Drücke über 250 bar und Temperaturen über 540 C vorgesehen.
Im Detail sind solche Dampfparameter in dem Artikel
"Neue Dampfturbinenkonzepte für höhere Eintrittsparameter und
längere Endschaufeln" von H. G. Neft und G. Franconville in
der Zeitschrift VGB Kraftwerkstechnik, Nr. 73 (1993), Heft 5,
angegeben. Der Offenbarungsgehalt des Artikels wird hiermit
in die Beschreibung dieser Anmeldung aufgenommen. Insbesondere
sind Beispiele höherer Dampfparameter in Bild 13 des Artikels
genannt. In dem genannten Artikel wird zur Verbesserung
der Kühlung eines Dampfturbinenrotors eine Kühldampfzufuhr
und Weiterleitung des Kühldampfs durch die erste Leitschaufelstufe
und gegebenenfalls auch durch die zweite Leitschaufelstufe
vorgeschlagen. Damit wird eine aktive Kühlung
lediglich für das Dampfturbinengehäuse bereitgestellt. Zudem
ist die Kühlung auf den Hauptströmungsbereich des Arbeitsmediums
beschränkt und noch verbesserungswürdig.
Alle bisher bekannten Kühlverfahren für einen Dampfturbinenrotor
sehen also, soweit es sich überhaupt um aktive Kühlverfahren
handelt, allenfalls ein gezieltes Anströmen eines
separaten und zu kühlenden Turbinenteiles vor und sind auf
den Einströmbereich des Arbeitsmediums beschränkt. Dies kann
bei einer Belastung üblicher Dampfturbinen mit höheren Dampfparametern
zu einer auf die ganze Turbine wirkenden, erhöhten
thermischen Belastung führen, welche durch eine oben beschriebene
übliche Kühlung des Rotors nur unzureichend abgebaut
werden könnte. Dampfturbinen, die zur Erzielung höherer
Wirkungsgrade beispielsweise mit höheren Dampfparametern arbeiten,
benötigen eine verbesserte Kühlung, insbesondere des
Rotors, um eine höhere thermische Belastung der Dampfturbine
in genügendem Maße abzubauen. Dabei besteht das Problem, dass
bei der Nutzung bisher üblicher Turbinenmaterialien die zunehmende
Beanspruchung des Rotors durch erhöhte Dampfparameter
zu einer nachteiligen thermischen Belastung des Rotors
und einer unzulässigen Temperaturerhöhung desselben führen
kann.
Es ist deshalb Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung
und ein Verfahren und eine Verwendung anzugeben, die
eine ausreichende Kühlung eines Dampfturbinenrotors, insbesondere
beim Betrieb einer Dampfturbine mit erhöhten Dampfparametern
und üblichen Turbinenmaterialien, gewährleisten.
Diese Aufgabe wird durch die Erfindung mittels eines eingangs
genannten Dampfturbinenrotors gelöst, bei dem mindestens eine
integrierte Durchführung vorgesehen ist, die sich wenigstens
zwischen einem vor der ersten Stelle angeordneten ersten
Bereich und einem hinter der ersten Stelle angeordneten
zweiten Bereich durchgängig erstreckt.
Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, dass zur Bereitstellung
einer ausreichenden Kühlung eines Dampfturbinen-Rotors
eine über den Einströmbereich des Arbeitsmediums und
eine über die lediglich separate Kühlung der ersten Schaufelstufe
hinausgehende, aktive Kühlung innerhalb eines Dampfturbinenrotors
vorgesehen sein sollte. Die Erkenntnis der Erfindung
liegt darin, dass dies mit einer durchgängig im Rotor
integrierten Durchführung erreicht werden kann, die wenigstens
über eine Schaufelstufe hinausgeht. Dies schafft die
Möglichkeit einer aktiven Kühlung eines erheblichen oder ganzen
Teils des die Laufschaufeln aufnehmenden Rotors. Der Teil
geht jedenfalls über den Einströmbereich hinaus und geht wenigstens
über eine Schaufelstufe hinaus. Vorteilhaft erstreckt
sich der Teil über wenigstens zwei Schaufelstufen,
günstigerweise über mehrere Stufen der Laufbeschaufelung. Damit
wird die Möglichkeit geschaffen, ein Kühlfluid mittels
eines im Rotor integrierten und zusammenhängenden Durchführungssystems
durchgängig zu führen.
Dies hat den wesentlichen Vorteil, dass die Kühlung eines
Dampfturbinenrotors nicht nur über wenigstens eine, vorteilhaft
über mehrere Schaufelstufen, also wenigstens zwischen
einem vor der ersten Stelle angeordneten ersten Bereich und
einem hinter der ersten Stelle angeordneten zweiten Bereich
durchgängig erfolgt, sondern hat auch den Vorteil, dass die
Wärmeabfuhr in unmittelbarer Nähe der Wärmezufuhr, nämlich in
der Nähe seiner Oberfläche, erfolgt. Auf diese Weise wird die
Kühlung bei üblichen Dampfturbinen verbessert, so dass diese
mit geringeren Materialkosten gefertigt werden könnten. Des
Weiteren erlaubt das vorgeschlagene Kühlungskonzept den Entwurf
neuer Dampfturbinenkonzepte für höhere Eintrittsparameter,
insbesondere auch bei höchsten Dampfparametern wie sie
beispielsweise bei Temperaturen oberhalb von 500 C bestehen.
Beispiele dafür finden sich in dem oben genannten Artikel
"Neue Dampfturbinenkonzepte für höhere Eintrittsparameter und
längere Endschaufeln" von H. G. Neft und G. Franconville.
Beispielhafte Dampfparameter des Dampfes als Arbeitsmedium
liegen beispielsweise bei 250 bar und 545 C bzw. bei 300 bar
und 600 C.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen
zum Dampfturbinenrotor zu entnehmen und geben im
Einzelnen vorteilhafte Möglichkeiten an, den vorgeschlagenen
Rotor hinsichtlich der genannten und weiterer Vorteile im
Einzelnen weiterzubilden.
Eine besonders bevorzugte Weiterbildung sieht eine zweite
Stelle entlang der Außenseite vor, bei der eine zweite Schaufelreihe
gehalten ist, wobei entlang der axialen Ausdehnung
die zweite Stelle hinter der ersten Stelle angeordnet ist und
wobei sich die Durchführung wenigstens zwischen einem vor der
ersten Stelle angeordneten ersten Bereich und einem hinter
der zweiten Stelle angeordneten zweiten Bereich durchgängig
erstreckt. Es könnte auch zwischen der ersten Stelle und der
zweiten Stelle eine Anzahl von weiteren Stellen vorgesehen
sein, bei denen jeweils eine Schaufelreihe gehalten ist. Insbesondere
ist die mindestens eine Durchführung in vorteilhafter
Weise Teil eines zusammenhängenden Durchführungssystems,
das sich entlang der axialen Ausdehnung des Dampfturbinenrotors
erstreckt. Dies schafft die Möglichkeit, Kühldampf
parallel zur Hauptströmung zu führen. Die Kühlung mehrerer
Schaufelstufen wird möglichst entlang des gesamten Rotors
ermöglicht. Je nach Anforderungen und Bedarf könnte ein
Durchführungssystem flexibel ausgelegt sein. Die mindestens
eine Durchführung könnte sich günstigerweise zwischen einem
vor dem ersten Schaufelkranz angeordneten ersten Bereich und
einem hinter dem letzten Schaufelkranz angeordneten zweiten
Bereich durchgängig erstrecken. Ein Durchführungssystem
könnte jedoch auch aus Teilsystemen aufgebaut sein. Es könnte
dabei zusätzlich oder alternativ eine erste Anzahl von Durchführungen
vorgesehen sein, die jeweils durchgängig über eine
einzige oder mehrere Schaufelstufen entlang der axialen Ausdehnung
hinaus gehen. Diese könnten dabei über weitere zweite
Durchführungen zu einem Durchführungssystem verbunden sein,
die radial oder beliebig anders ausgerichtet sind. Die mindestens
eine Durchführung bzw. die erste Anzahl von Durchführungen
sind dabei vorteilhaft oberflächennah angeordnet. Die
weiteren zweiten Durchführungen könnten auch beliebig im Rotor
verlaufen oder aus der Rotoroberfläche heraus führen.
Günstigerweise ist ein offenes Kühlsystem vorgesehen, das die
Möglichkeit der Anpassung der Parameter des Kühlmediums an
die Parameter des Arbeitsmediums vorsieht. Dies wird im Einzelnen
anhand des vorgeschlagenen Verfahrens weiter unten erläutert.
Im Unterschied zum Arbeitsmedium bei Gasturbinen weist bei
Dampfturbinen das zuströmende Arbeitsmedium mit der höchsten
Temperatur auch gleichzeitig den höchsten Druck auf. Günstigerweise
ist bei einem Dampfturbinenrotor deshalb die mindestens
eine Durchführung Teil eines zusammenhängenden Durchführungssystems,
das eine externe Zuführung aufweist, die für
die Zuströmung von Kühlmedium vorgesehen ist. Dies schafft
die Möglichkeit, das Kühlmedium mit einem zumindest geringfügig
höheren Druck als das Arbeitsmedium der Durchführung zuzuleiten.
Dies kann vorteilhaft dadurch erreicht werden, dass
das Kühlmedium dem Wasser-Dampf-Kreislauf an einer Stelle höheren
Druckes und hinreichend niedriger Temperatur entnommen
wird.
Im Folgenden werden weitere vorteilhafte Ausgestaltungen eines
Durchführungssystems beschrieben, dessen Teil die mindestens
eine Durchführung gemäß dem vorgeschlagenen Konzept
ist. Ein solches Durchführungssystem ist vorteilhaft oberflächennah
zur Außenseite des Dampfturbinenrotors angeordnet.
Oberflächennah heißt in diesem Zusammenhang insbesondere,
dass das Durchführungssystem, speziell die mindestens eine
Durchführung, in einem Bereich der radialen Ausdehnung des
Dampfturbinenrotors angeordnet ist, welcher durch die Außenseite
des Rotors einerseits und die innere radiale Ausdehnung
einer Laufschaufelnut andererseits begrenzt ist. Die
mindestens eine Durchführung und/oder eine beliebige weitere
Durchführung des Durchführungssystems kann dabei je nach Bedarf
in vorteilhafter Weise als ein Kanal oder als eine beliebige
Art von Hohlraum innerhalb des Rotors, vorzugsweise
in dessen oberflächennahen Bereich, ausgelegt sein. Dies ermöglicht
eine weitere Verbesserung der Wärmeabfuhr am Ort des
Wärmeeintrags. Das vorgeschlagene Kühlungskonzept innerhalb
des genannten Dampfturbinenrotors ist damit effektiver wirksam
als eine in der Nähe eines zentralen Hohlraums an der Innenseite
der Rotorwandung benachbart zur Laufachse für den
Rotor angreifende Kühlung. Des Weiteren ergeben sich Vorteile
hinsichtlich des Verformungsverhaltens eines Dampfturbinen-Rotors.
Die Kühlung nach dem vorgeschlagenen Konzept verstärkt
auch den Nutzen von Wärme-Isolations-Schichten auf Rotor
und Schaufeln. Derartige Schichten besitzen einen vergleichsweise
geringen Wärmeleitkoeffizienten und können unter
der Voraussetzung, dass eine ausreichende Wärmesenke vorhanden
ist, eine hohe Temperaturdifferenz aufbauen. Damit
können Rotor, Schaufelfüße und zum Teil auch Schaufelblätter
auf einer wesentlich geringeren Temperatur gehalten werden
als ohne eine Isolationsschicht. Alternativ zu einer Isolationsschicht
oder in Kombination mit einer solchen kann, bei
Verwendung des vorgeschlagenen Kühlungskonzepts, die Anwendung
von weniger gut leitenden Schaufelwerkstoffen sinnvoll
sein. Ein zu bevorzugendes Beispiel dafür sind beispielsweise
austenitische Werkstoffe.
Ein zusammenhängendes Durchführungssystem weist günstigerweise
einen entlang einer umfänglichen Ausdehnung des Rotors
wenigstens teilweise umlaufenden Kanal auf. Zusammen mit der
wenigstens einen axial verlaufenden Durchführung ermöglicht
dies eine gesamtumfängliche Kühlung des Dampfturbinenrotors,
vorzugsweise nahe seiner Außenseite.
Vorteilhaft werden die Parameter des Kühlmediums in Abhängigkeit
der Parameter des Arbeitsmediums über ein offenes Kühlsystem
stufenweise angepasst. Günstigerweise weist dazu der
erste Bereich eine erste Öffnung zur Hauptströmung auf. Vorteilhaft
weist auch der zweite Bereich eine zweite Öffnung
zur Hauptströmung auf. Dadurch wird eine Kühlung mehrerer
Schaufelstufen ermöglicht, wobei das Kühlmedium jeweils einen
der Hauptströmung ähnlichen Druck aufweist, so dass vorteilhaft
eine Minimierung der Differenzdruckbeanspruchung angestrebt
ist.
Die mindestens eine Durchführung könnte als Bohrung, Nut oder
auf andere geeignete Weise integriert sein. Darüber hinaus
erweist es sich als ganz besonders günstig, wenn die Außenseite
des Rotors durch ein umlaufendes Abschirmblech gebildet
ist. Dies ermöglicht, dass der Dampfturbinenrotor im gekühlten
Beschaufelungsbereich günstigerweise vollständig gegen
die Hauptströmung abgeschirmt ist. Dies hat wesentliche Vorteile
hinsichtlich einer Oxidation des Rotorwerkstoffes. Ein
umlaufendes Abschirmblech könnte günstigerweise durch eine
Schaufelreihe, insbesondere durch die Schaufelfüße, gehalten
sein.
Die mindestens eine Durchführung lässt sich je nach Bedarf
ausführen. So erweist es sich als günstig, wenn die Durchführung
durch eine Schaufel, insbesondere durch einen Schaufelfuß,
geführt ist. Dabei könnte eine Nut an einem Schaufelfuß
ein Teil der Durchführung sein. Gegebenenfalls könnte auch
eine Bohrung durch einen einzelnen Schaufelfuß oder, alternativ
oder zusätzlich, durch zwei benachbarte Schaufelfüße Teil
der Durchführung sein. Weiter erweist es sich als günstig,
einen Kanal in einem Schaufelblatt vorzusehen, der mit der
Durchführung zusammenhängend verbunden ist. Auf diese Weise
ist eine vorteilhafte Kühlung des Laufschaufelblattbereichs
z. B. über eine Filmkühlung möglich.
Die Erfindung führt auch auf eine Dampfturbine mit einem
Dampfturbinenrotor gemäß dem oben vorgeschlagenen Konzept
oder einer Weiterbildung davon.
Hinsichtlich des Verfahrens wird die Aufgabe durch die Erfindung
mit einem Verfahren zur aktiven Kühlung eines Dampfturbinenrotors
der eingangs genannten Art gelöst, bei dem erfindungsgemäß
vorgesehen ist, ein fluiden Kühlmedium entlang
der axialen Ausdehnung wenigstens zwischen einem vor der ersten
Stelle angeordneten ersten Bereich und einem hinter der
ersten Stelle angeordneten zweiten Bereich durchgängig zu
führen.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass
der Dampfturbinenrotor eine zweite Stelle entlang der Außenseite
aufweist, bei der eine zweite Schaufelreihe gehalten
ist, wobei entlang der axialen Ausdehnung die zweite Stelle
hinter der ersten Stelle angeordnet ist und wobei das fluide
Kühlmedium wenigstens zwischen einem vor der ersten Stelle
angeordneten ersten Bereich und einem hinter der zweiten
Stelle angeordneten zweiten Bereich durchgängig geführt wird.
Es erweist sich dabei als besonders vorteilhaft, dass das
Kühlmedium in einem zusammenhängenden Durchführungssystem
entlang der axialen Ausdehnung über die erste Stelle und die
zweite Stelle und über eine Anzahl von dazwischenliegenden,
weiteren Stellen, bei denen jeweils eine Schaufelreihe gehalten
ist, geführt wird.
Da das einer Dampfturbine zuströmende Arbeitsmedium mit der
höchsten Temperatur gleichzeitig auch den höchsten Druck aufweist,
ist es besonders günstig, dass das Kühlmedium dem
Dampfturbinenrotor von extern zugeführt wird. Vorteilhaft
übersteigt dabei der Druck des Kühlmediums einen Druck des
Arbeitsmediums in der Hauptströmung.
Es erweist sich als besonders günstig, dass das Kühlmedium
mit einem Druck geführt wird, der in Abhängigkeit eines
Drucks der Hauptströmung angepasst ist und insbesondere die
Kühlmediumströmung gedrosselt wird. Diese Weiterbildung ermöglicht
die Ausbildung eines an höhere Dampfparameter angepassten,
offenen Kühlsystems. Eine Drosselung des Kühlmediums
zur Druckanpassung an die Hauptströmung erfolgt in vorteilhafter
Ausgestaltung stufenweise durch entsprechende Gestaltungen
der mindestens einen Durchführung, bevorzugterweise in
Verbindung mit Öffnungen zur Hauptströmung.
Weiterhin wird günstigerweise das Kühlmedium mit einer Temperatur
und/oder in einer Menge zugeführt, die in Abhängigkeit
einer Temperatur der Hauptströmung angepasst wird. Dies kann
vorteilhaft durch eine sicherheitstechnischen Anforderungen
genügende Armatur geregelt werden, die den Schnellschluss-
und Stellvorgängen der Turbinenventile leittechnisch folgt.
Die Temperatur des Kühlmediums ist gemäß sicherheitstechnischen
Anforderungen vorteilhaft festzulegen und leittechnisch
zu überwachen. Gegebenenfalls kann bei einer Schwachlast eine
überproportionale Menge an Kühlmedium in das Durchführungssystem
eingebracht werden, so dass die Temperatur der Hauptströmung
nach dem gekühlten Beschaufelungsbereich durch verstärkte
Zumischung von Kühlmedium hinreichend niedrig gehalten
wird.
Bei Ausfall des Kühlmediums kann der Betrieb der Turbine erforderlichenfalls
mit Hilfe einer Anzahl von Turbinenventilen
unterbrochen werden, was als Schnellschluss bezeichnet wird.
Die oben erläuterte Konzeption der Zuführung des Kühlmediums
und der Leitung des Kühlmediums in einem rotorintegrierten,
vorteilhaft oberflächennahen Durchführungssystem kann entsprechend
den Anforderungen ausgelegt und angepasst werden.
Das vorgeschlagene Konzept kann auch, gemäß einer Variante
der Erfindung, zum Anfahren und/oder zur Schnellabkühlung einer
Turbine verwendet werden.
In besonders vorteilhafter Ausgestaltung sind der Rotor
und/oder die Turbinenschaufeln mit einer Wärme-Isolationsbeschichtung
versehen. Derartige Wärme-Isolationsschichten weisen
üblicherweise einen vergleichsweise geringen Wärmeleitkoeffizienten
auf und können unter der Voraussetzung, dass lokal
eine geeignete Wärmesenke bereitgestellt wird, eine hohe
Temperaturdifferenz aufbauen. Die Funktion dieser Wärmesenke
kann durch das vorliegend vorgesehene Kühlsystem übernommen
werden, so dass der solchermaßen ausgestaltete Rotor für die
Verwendung von Wärme-Isolationsschichten besonders geeignet
ist. Dabei können Rotor, Schaufelfüße und eventuell auch
Schaufelblätter auf einer wesentlich geringeren Temperatur
gehalten werden als ohne derartige Isolationsschichten. Alternativ
zu oder in Kombination mit der Verwendung von Isolationsschichten
kann auch die Verwendung vergleichsweise
schlecht wärmeleitender Schaufelwerkstoffe wie beispielsweise
austenitischer Werkstoffe vorgesehen sein.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nun nachfolgend anhand
der Zeichnung im Vergleich zum Stand der Technik, welcher
ebenfalls dargestellt ist, beschrieben. Diese soll die
Ausführungsbeispiele nicht notwendigerweise maßstäblich darstellen,
vielmehr ist die Zeichnung, wo zur Erläuterung dienlich,
in schematisierter und/oder leicht verzerrter Form ausgeführt.
Im Hinblick auf Ergänzungen der aus der Zeichnung
unmittelbar erkennbaren Lehren wird auf den einschlägigen
Stand der Technik verwiesen. Dabei ist zu berücksichtigen,
dass vielfältige Modifikationen und Änderungen betreffend
Form und Detail einer Ausführungsform vorgenommen werden können,
ohne von der allgemeinen Idee der Erfindung abzuweichen.
Die in der vorstehenden Beschreibung, in der Zeichnung sowie
in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können
sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die
Ausgestaltung der Erfindung wesentlich sein. Die allgemeine
Idee der Erfindung ist nicht beschränkt auf die exakte Form
oder das Detail der im Folgenden gezeigten und beschriebenen
bevorzugten Ausführungsform oder beschränkt auf einen
Gegenstand, der eingeschränkt wäre im Vergleich zu dem in den
Ansprüchen beanspruchten Gegenstand.
Die bevorzugte Ausführungsform der Erfindung wird im Zusammenhang
mit einem Kühlsystem beschrieben, das einen druckangepassten
Kühldampfmassenstrom bereitstellt, der die rotierenden
Bauteile, also den Rotor und die Laufschaufeln, gezielt
kühlen kann. Damit kann die hier vorgeschlagene, bevorzugte
Ausführungsform einen wesentlichen Beitrag zur kostengünstigen,
großtechnischen Realisierbarkeit höherer
Dampfparameter und höherer Wirkungsgrade leisten. Darüber
hinaus kann eine hier beschriebene oder davon abweichende und
modifizierte Ausführungsform der Erfindung ebenfalls genutzt
werden, um kostengünstigere Rotor- und Schaufelwerkstoffe bei
derzeitigen Dampfparametern zu verwenden.
Die Figuren der Zeichnung zeigen im Einzelnen:
- FIG 1
- ein bekanntes Kühlkonzept bei einem Dampfturbinenrotor, das auf die Kühlung im Einströmbereich des
Arbeitsmediums beschränkt ist;
- FIG 2
- eine schematisierte Darstellung eines Kühlungskonzepts bei einem Dampfturbinenrotor gemäß einer bevorzugten Ausführungsform;
- FIG 3
- eine Darstellung der Zuführung des Kühlmediums und
der Leitung des Kühlmediums in einem rotorintegrierten, oberflächennahen Kanalsystem im Beschaufelungsbereich bei der bevorzugten Ausführungsform;
- FIG 4
- eine Detaildarstellung entlang des Schnitts A-A bei
dem Kanalsystem der FIG 3;
- FIG 5
- eine Detaildarstellung entlang des Schnitts B-B bei
dem Kanalsystem der FIG 3;
- FIG 6
- eine Detaildarstellung entlang des Schnitts B-B bei
einer abgewandelten Gestaltung des Kanalsystems der
FIG 3;
- FIG 7
- eine schematisierte Darstellung einer Übertragungsmöglichkeit des Kühlmediums in den Bereich der
Laufschaufelbefestigung gemäß der bevorzugten Ausführungsform;
- FIG 8
- eine Darstellung einer weiteren Übertragungsmöglichkeit des Kühlmediums in den Bereich der Laufschaufelbefestigung gemäß der bevorzugten Ausführungsform;
- FIG 9
- eine Darstellung einer weiteren Gestaltungsmöglichkeit des Kanalsystems zur Leitung des Kühlmediums
im Bereich der Laufbeschaufelung;
- FIG 10
- eine Darstellung noch einer weiteren Gestaltungsmöglichkeit des Kanalsystems zur Leitung des Kühlmediums im Bereich der Laufbeschaufelung;
- FIG 11
- eine Darstellung zur Gestaltung eines Abschirmblechs in einem Überlappungsbereich.
Grundsätzlich werden bekannte Dampfturbinenrotoren als Vollstückrotoren
und vollständig ohne aktive Kühlsysteme gefertigt.
Im Stand der Technik gemäß der US 6,102,654 ist jedoch,
wie in FIG 1 dargestellt, eine Dampfturbine 1 beschrieben,
die ein auf die Kühlung im Einströmbereich beschränktes Kühlsystem
aufweist. Diese weist einen auf einer Achse 2 drehbar
angeordneten Rotor 3 auf, an dessen Rohrwelle eine Anzahl von
Rotorschaufeln 4 angeordnet ist. Diese sind in einem stationären
Gehäuse 5 mit einer Leitbeschaufelung 6 angeordnet. Der
Rotor 3 wird über die Rotorschaufeln 4 durch das im Einströmbereich
7 einströmende Arbeitsmedium 8 angetrieben. Zusätzlich
zum Arbeitsmedium 8 strömt über einen separaten Eingangsbereich
9 ein Kühlmedium 10 dem Arbeitsmedium 8 zu. Dabei
kühlt das Kühlmedium 10 durch Anströmen ausschließlich
einen ersten Kranz 11 der stationären Leitbeschaufelung sowie
ein Abschirmblech 12. Dadurch wird die Temperaturbelastung
des Rotors 3 und des ersten Leitschaufelkranzes 11 verringert.
Zudem wird über eine Sperrleitung 13 Kühlfluid 10 von
einem Eingangsbereich 9 des Kühlfluids 10 über den ersten
Leitschaufelkranz 11 hinweg auf einen Bereich 14 geleitet,
der direkt zwischen dem Gehäuse 5 und der ersten Rotorschaufel
15 liegt. Dadurch wird der Eingangsraum 9 des Kühlfluids
10 gegen das Arbeitsmedium 8 abgedichtet, wobei das Kühlfluid
10 als Sperrfluid wirkt. Der Kanal 13 selbst ist als
Sperrleitung ausgelegt und wirkt nicht als Kühlleitung.
Bei der Kühlung des Rotors 3 wird Kühldampf 10a über einen
separaten Stichkanal 16a einem im Wesentlichen zentralen
Hohlraum 16b, welcher parallel der Rotorachse verläuft, zugeführt.
Von dort wird ein solcher Kühldampf 10a auch über separate
radiale Stichkanäle 16 wieder nach außen geführt. Der
Kühldampf 10a wird darüber wieder der Hauptströmung in Bereichen
16c zugeführt, um den Rotor an einer Stelle zu kühlen.
Das Kühlmedium 10a umströmt also im Wesentlichen den Rotor 3
in einem Einströmbereich 7 und in einem zentralen Hohlraum
16b. Eine effektive Kühlung des Rotors selbst ist dadurch
nicht gegeben, da die Führung des Kühlmediums im zentralen
Hohlraum 16b entfernt von der Rotoroberfläche erfolgt und somit
nicht an einem Ort des Wärmeeintrags. Die separaten Kanäle
16a, 16 sind als Stichkanäle zur Kühlung einer bestimmten
Stelle des Rotors ausgebildet und können ebenfalls keine effektive
Kühlung des Rotors 3 bewirken, da sie radial von einem
zentralen Hohlraum 16b zu einem Bereich der Hauptströmung
16c verlaufen. Die hier dargestellte Kühlung eines Rotors
gemäß dem Stand der Technik ist noch verbesserungswürdig, da
sie keine oberflächennahe Kühlung zur Verfügung stellt. Durch
den zentralen Hohlraum tritt im Übrigen eine vergleichsweise
hohe Rotorbeanspruchung auf, wobei zusätzlich auch noch der
Bearbeitungsaufwand für die Anbringung der Stichkanäle erhöht
ist. Weiterhin bietet dieses Konzept keine hinreichende
Abschirmung der Rotorwelle gegenüber der Hauptströmung des
Dampfes.
FIG 2 zeigt eine schematische Darstellung einer Dampfturbine
20 gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform. Diese
weist einen Rotor 21 mit einer Anzahl von Rotorschaufeln 24
auf, welcher drehbar in einem Gehäuse 23 mit einer Anzahl von
Leitschaufeln 22 gelagert ist. Turbine 20 mit Rotor 21 und
Gehäuse 23 erstrecken sich dabei entlang einer axialen Ausdehnung
25. Die drehbaren Rotorschaufeln 24 greifen dabei wie
Finger in Zwischenräume zwischen die stationären Leitschaufeln
22.
Der hier dargestellte Rotor 21 weist eine Außenseite 26a auf.
Die Außenseite 26a grenzt an einen zur Aufnahme einer Hauptströmung
27 eines fluiden Arbeitsmediums vorgesehenen Außenraum
27a. Der Rotor weist eine Anzahl von Stellen an der Außenseite
26a auf, bei denen jeweils eine Laufschaufelreihe 24
gehalten ist. Dabei erstreckt sich gemäß der besonders bevorzugten
Ausführungsform ein Kanalsystem 28 zur Führung eines
Kühlmediums von einem ersten Bereich 28a entlang der Stellen
für die Lauf schaufeln 24 bis zu einem zweiten Bereich 28b
durchgängig.
Dabei weist das Kanalsystem entlang der axialen Ausdehnung 25
eine Anzahl von Öffnungen 29 zur Hauptströmung 27 auf. Diese
dienen in Zusammenwirkung mit den Durchtrittsöffnungen des
Kanalsystems der stufenweisen Druckreduzierung des Kühlmediums
parallel zur Hauptströmung 27. Von Stufe zu Stufe der
Laufschaufeln 24 kann das Kühlmedium dabei vorzugsweise durch
Strömungswiderstände gedrosselt werden. Dazu eignet sich,
beispielsweise jeweils bei einer Laufschaufelstufe 24, der
Durchtritt des Kühlmediums durch eine Bohrung. Bei der Drosselung
wird der Druck ohne Verrichtung technischer Arbeit reduziert.
Das Kühlmedium besitzt bei ähnlichem Druck und niedrigerer
Temperatur eine höhere Dichte als das Strömungsmedium
in der Hauptströmung, womit sich ein besseres Wärmeübergangsverhalten
ergibt. Die durch Drosselung und Temperaturerhöhung
bewirkte Volumenerhöhung des Kühlmediums kann vorteilhaft dadurch
kompensiert werden, dass nach und nach ein Teil des
Kühlmediums an die Hauptströmung über die Öffnungen 29 abgegeben
wird. Dadurch wird auch eine gute Anpassung des Kühlmediumdruckes
an den Druck der Hauptströmung erreicht. Die hier
beschriebene Ausführungsform stellt somit ein offenes Kühlsystem
dar.
Grundsätzlich könnte bei der bevorzugten Ausführungsform eines
Dampfturbinenrotors auch eine hier nicht dargestellte Variante
eines Kühlsystems als ein geschlossenes Kühlsystem
vorgesehen werden. Dabei ergeben sich zwar einige Nachteile,
die aber je nach Bedarf, wenn erwünscht, in Kauf genommen
werden können. Bei einem geschlossenen Kühlsystem wird eine
Abgabe des Kühlmediums an die Hauptströmung 27 nicht oder nur
am Ende des gekühlten Bereichs realisiert. Dabei würden also
die Öffnungen 29 des offenen Systems der FIG 2 im Wesentlichen
entfallen. Kühlmedium würde lediglich von einem ersten
Bereich 28a zu einem zweiten Bereich 28b geleitet, ohne dass
dabei eine unmittelbare Druckanpassung an die Hauptströmung
erfolgen würde. Der stufenweise Druckabbau könnte ebenfalls
durch eine Drosselung vorgenommen werden. Eine Abgabe des
Kühlmediums an die Hauptströmung findet jedenfalls nicht pro
Schaufelstufe 24 statt. So kann bei einem geschlossenen Kühlsystem
beispielsweise eine Abgabe des Kühlmediums an die
Hauptströmung 27 gar nicht, nur im Endbereich 28b oder nur
bei einer stark verringerten Anzahl von Stufen 24 erfolgen.
Der Druck im Kanalsystem wird somit nur mittelbar an die
Hauptströmung angepasst. Nachteilig dabei ist, dass die für
das Kühlmedium erforderlichen Querschnitte durch Temperaturerhöhung
und Druckabsenkung bei einem geschlossenen Kühlsystem
im Verlauf des Kanalsystems deutlich anwachsen. Dies
führt zu einer unerwünschten Reduzierung der tragenden Querschnitte
von Schaufelfüßen und/oder dem Rotor, da eine Ausgestaltung
des Kanalsystems 28 als geschlossenes Kanalsystem
von einem ersten Bereich 28a zu einem zweiten Bereich 28b hin
in seinem Querschnitt anwachsen müsste, um einer Erhöhung des
Volumenstroms Rechnung zu tragen. Dies läuft zwar den Festigkeitsanforderungen
im Rotor- und Schaufelbefestigungsbereich
zuwider, könnte aber ausgeglichen werden. Sollte das Kühlmedium
nach Wahrnehmung der Kühlungsaufgabe nicht an das Arbeitsmedium
abgegeben werden können, beispielsweise aufgrund
zu unterschiedlicher Druck- und Temperaturparameter, so würde
das Kühlmedium in einem Bereich 28b separat vom Arbeitsmedium
aus dem Rotor 21 geführt werden. Bei der Kühlung mehrerer
Stufen 24 mit einem geschlossenen System stellt sich, je nach
abgedecktem Expansionsbereich, ein hoher Differenzdruck zwischen
strömendem Medium in der Hauptströmung 27 und dem Kühlmedium
im geschlossenen Kanalsystem ein, wenn die Öffnungen
29 der FIG 2 nicht vorhanden sind. Dies wäre je nach Wahl des
Kühlmitteldrucks durch eine relativ schlechtere Kühlwirkung
oder bei hohem Kühlmitteldruck durch eine relativ höhere Differenzdruckbeanspruchung
der Bauteile gekennzeichnet. Bei einer
geringen Dichte des Kühlmediums weist dieses nämlich eine
geringe Wärmekapazität auf und bewirkt damit einen schlechteren
Wärmeübergang. Dennoch handelt es sich auch bei einem
geschlossenen System um ein aktives Kühlsystem, das den
Dampfturbinenrotor 21 im Vergleich zu einer passiven Kühlung
oder im Vergleich zur nur begrenzten Kühlung im Einströmbereich
eines Rotors erheblich besser kühlen kann.
Das offene Kanalsystem 28 weist zum einen eine durchgängige
oberflächennahe Durchführung auf, von der mehrere Abzweigungen
zu den Öffnungen 29 hin abbiegen. Des Weiteren handelt es
sich bei der hier gezeigten Ausführungsform auch um ein zusammenhängendes
Kanalsystem 28 in dem Sinne, dass möglichst
separate weitere Kanäle, die aus der Rotoroberfläche herauslaufen
könnten, vermieden sind. Dies hat den Vorteil, dass
der Kühldampfmassenstrom von Stufe zu Stufe abnehmen kann und
dass der selbe Kühldampf über mehrere Stufen hinweg wirken
kann. Im Vergleich zu aus dem Stand der Technik der FIG 1 bekannten
Einzelkanälen 16 bei einem Rotor oder 13 bei einem
Gehäuse, die separat geführt sind, bemisst sich der erforderliche
Druck nämlich nach dem höchsten Druck der Hauptströmung.
Bei den separaten Kanälen gemäß dem Stand der Technik
wäre ein Druck für die nachfolgenden Stufen nicht mehr angepasst.
Dies führt zu einer zusätzlichen Beanspruchung der
Turbine durch einen höheren Differenzdruck. Auch würde ein
höherer Druck in separaten Kanälen für mehrere Schaufelreihen
zu einer erheblichen Steigerung der mechanischen Beanspruchung
des Dampfturbinenrotors führen. Auch müsste für separate
Kanäle ein zusätzlicher Aufwand für die Bereitstellung
unterschiedlicher Druckstufen zur Verfügung gestellt werden,
was nachteilig ist. Grundsätzlich könnte aber, wie im allgemeinen
Teil der Beschreibung erläutert, im Rahmen einer Abwandlung
ein Durchführungssystem flexibel ausgelegt und auch
aus Teilsystemen aufgebaut sein.
In FIG 3 ist ein Dampfturbinenrotor 30 gemäß der bevorzugten
Ausführungsform im gekühlten Beschaufelungsbereich näher dargestellt.
Eine entsprechende Dampfturbine 31 weist weiterhin
ein nicht dargestelltes Gehäuse mit einer Leitbeschaufelung
32 auf. Der Dampfturbinenrotor 30 sieht dabei eine erste
Stelle 30a und eine zweite Stelle 30b entlang der Außenseite
33 vor, wobei entlang der axialen Ausdehnung 34 die zweite
Stelle 30b hinter der ersten Stelle 30a angeordnet ist. Die
Außenseite 33 grenzt dabei an einen Außenraum 35, der zur
Aufnahme einer Hauptströmung 36 eines fluiden Arbeitsmediums
vorgesehen ist. Allerdings ist in diesem Fall die Außenseite
33 nicht durch die eigentliche Oberfläche der Rotorwelle gebildet,
sondern durch ein mit dem Rotor mitrotierendes Abschirmblech
38, das durch die Schaufelfüße 39a, 39b gehalten
ist. Die Schaufelfüße 39a, 39b sind weiterhin in Schaufelnuten
40a, 40b verankert. Eine Anzahl von Schaufeln 41a wird
entlang des Umfangs des Rotors 30 nebeneinander und jeweils
in radialer Orientierung 42 angeordnet und bildet so eine erste,
auch als Laufschaufelstufe bezeichnete Laufschaufelreihe
an der Stelle 30a. Entsprechend ist eine Anzahl von zweiten
Schaufeln 41b an einer zweiten Stelle 30b nebeneinander umfänglich
in der Nut 40b angeordnet und bildet eine zweite
Laufschaufelreihe.
Eine ergänzende oder alternative Abwandlung zu dem in FIG 3
dargestellten Abschirmblech 38 könnte auch durch eine angearbeitete
Abschirmfläche an den Schaufelfüßen 39a, 39b erfolgen.
Zwar würde dadurch ein zusätzlicher Material- und Fertigungsaufwand
erforderlich werden, jedoch könnte eine ähnliche
Abschirmwirkung wie mit einem Abschirmblech 38 erreicht werden
und je nach Bedarf vorteilhaft sein.
Das Kanalsystem 43 der FIG 3 weist mindestens eine zwischen
einem vor der ersten Stelle 30a angeordneten ersten Bereich
und einem hinter der ersten Stelle 30a und bei dieser Ausführungsform
auch hinter der zweiten Stelle 30b angeordneten
zweiten Bereich durchgängig sich erstreckende Durchführung 44
auf. Die Durchführung 44 erstreckt sich bei dieser Ausführungsform
praktisch entlang des gesamten Beschaufelungsbereichs
des Rotors (Länge je nach Bedarf). Die Durchführung 44
wird zum einen von der Wandung 37 des Rotors 30 und zum anderen
von dem Abschirmblech 38 gebildet. Eine Vielzahl solcher
Durchführungen 44 ist in axialer Richtung 34 umfänglich
entlang der Außenseite 33 des Rotors 30 angeordnet. Das Kanalsystem
43 weist außerdem eine Anzahl von umfänglich umlaufenden
Nuten 45 auf, die bei dieser Ausführungsform entlang
der axialen Ausdehnung 34 jeweils auf Höhe einer Leitschaufel
32 angeordnet sind. Die Leitschaufel 32 weist eine
Deckplatte 32a auf. Die Durchführungen des Kanalsystems 43
können durch Fräsungen in der Oberfläche 37 der Rotorwelle
aufgebracht werden und durch flächige Bauelemente des
Abschirmblechs 38 abgedeckt werden. Dabei bezieht das Kanalsystem
43 auch Schaufelnuten (FIG 9, FIG 10) und/oder Bohrungen
46a, 46b (FIG 5, FIG 6, FIG 9, FIG 10) in Schaufelfüßen
39a, 39b mit in den Strömungsverlauf ein.
Das Durchführungssystem 43 weist außerdem Öffnungen 47, 48
und 49 zur Anpassung des Druckes des Kühlmittelstroms an den
Druck des Arbeitsmediumstroms durch Abgabe eines Teils des
Kühlmittelstroms an die Hauptströmung auf.
Die Abschirmung durch ein Abschirmblech 38 im Beschaufelungsbereich
kann durch eine Abschirmung auch des Einströmbereichs
des Kühlmediums mittels eines weiteren Abschirmbleches erreicht
werden, welches hier nicht dargestellt ist, und weitere
Vorteile hinsichtlich der Oxidation des Turbinenrotormaterials
mit sich bringt.
Alternativ oder zusätzlich zu einem Abschirmblech 38 kann ein
Durchführungssystem 43 oder eine Durchführung 44, 45 auch in
Form von Bohrungen oder auf andere geeignete Weise innerhalb
des Rotors 30 oberflächennah angebracht sein.
In FIG 4 ist die Ansicht des Schnittes A-A der FIG 3 gezeigt.
Dabei ist die umlaufende Nut 45 der FIG 3 in gestrichelter
Linie ausgeführt. Entsprechend ist die axiale Nut 44 als
Einbuchtung in der Oberfläche 37 der Rotorwelle des
Dampfturbinenrotors schematisch angedeutet.
FIG 5 zeigt eine Möglichkeit zur Anbringung einer Bohrung 46a
in einem Schaufelfuß 39a. Eine Vielzahl entlang des Rotors
umfänglich nebeneinander angeordneter Schaufelfüße 39a, 39a'
mit Bohrungen 46a, 46a' bildet eine Schaufelreihe an der
Stelle 30a.
Eine alternative Ausführung der Bohrungen 46a, 46a' der FIG 3
ist in FIG 6 als Bohrung 46a" gezeigt. Eine Bohrung 46a" ist
in jeweils zwei benachbarten Schaufelfüßen 39a" angebracht.
Im Gegensatz zu Gasturbinen weist bei Dampfturbinen das einer
Teilturbine zuströmende Arbeitsmedium mit der höchsten Temperatur
gleichzeitig den höchsten Druck auf. Um insbesondere
ein offenes Kühlsystem für eine Dampfturbine zu verwirklichen,
müssen also geeignete Maßnahmen zur Zuführung des Kühlmediums
getroffen werden. Eine Zuführung des Kühlmediums kann
nach Entnahme eines solchen Mediums aus dem Wasser-Dampf-Kreislauf
an einer Stelle höheren Druckes und hinreichend
niedriger Temperatur erfolgen. Geeignete Entnahmestellen sind
insbesondere:
- vor Eintritt in die der Teilturbine vorgeschalteten Überhitzerteile
des Kessels,
- vor Eintritt in den Kessel überhaupt,
- nach dem Austritt aus einer vorgeschalteten Teilturbine,
- aus einer Anzapfung aus einer vorgeschalteten Teilturbine,
- durch separate Bereitstellung mittels einer geeigneten
Pumpe, die das Kühlmedium an einer Stelle niedrigen Drucks
aus der Vorwärmstelle entnimmt und auf den erforderlichen
Druck bringt. Um einem Kühlungsausfall bei Ausfall der
Pumpe entgegenzuwirken, ist ein zusätzlicher Aufwand, gegebenenfalls
ein redundanter Aufbau erforderlich.
FIG 7 zeigt eine Möglichkeit 70 der Übertragung eines Kühlmediums
71 von einem Bereich 72 vor einer ersten Leitschaufelreihe
78 in einen weiteren Bereich 73 der Laufschaufelbefestigung
entlang der axialen Ausdehnung 74 hinter der ersten
Leitschaufelreihe 78. Dargestellt ist hier ein Innengehäuse
76a, das in einem Außengehäuse 76 einer Dampfturbine 77
angebracht ist. Das Kühlmedium kann über eine Zuführung 70 in
ein oberflächennahes Kanalsystem 79 im Rotor 75 eingebracht
werden und entlang der axialen Ausdehnung 74 im Bereich der
Laufbeschaufelung 75a geführt werden. Parallel kann das
Kühlmedium den Dichtungsbereich durchströmen (Kühlung,
Reduzierung der Enthalpieverluste).
Der Strom 69 des Kühlmediums 71 im Außengehäuse 76 dient der
Kühlung des Außengehäuses. Der Zustrom des Kühlmediums wird
durch sicherheitstechnischen Anforderungen genügende Ventile
geregelt.
Zusätzlich zu der Einleitungsmöglichkeit 70 des Kühlmediums
in FIG 7 könnte Kühlmedium auch im Bereich der Einströmung
des Arbeitsmediums in das rotorintegrierte Kanalsystem 79
eingeleitet werden. Die FIG 8 zeigt eine weitere vorteilhafte
Möglichkeit der Einleitung von Kühlmedium 80 bei einer
bevorzugten Ausführungsform, die bei einer Turbine 1 der
FIG 1 gemäß dem Stand der Technik nunmehr eine oberflächennahe
Kühlung zur Verfügung stellt. Die einander entsprechenden
Teile der Turbine 1 gemäß dem Stand der Technik und der
Turbine 81 gemäß der besonders bevorzugten Ausführungsform
sind mit gleichen Bezugszeichen versehen. Im Folgenden wird
das aktive Kühlsystem zur Führung des Kühlmediums 80 zur
aktiven Kühlung des Rotors 83 beschrieben. Das Kühlmedium 80
wird über einen Eingangsbereich 9 zum einen, wie bereits in
FIG 1 gezeigt, einem Einströmbereich des Arbeitsmediums 8
zugeführt. Des Weiteren wird es aber durch ein Abschirmblech
12 hindurch geleitet und in einem Raum 82 hinter dem
Abschirmblech 12 wird das Kühlmedium 80 entlang der axialen
Ausdehnung 85 innerhalb der Rotorwandung oberflächennah,
d. h. im Bereich 84 der Befestigung der Rotorschaufeln 15
geführt. Insbesondere wird das Kühlmedium 80 entlang der axialen
Ausdehnung 85 wenigstens zwischen einem vor dem ersten
Laufschaufelkranz 15 angeordneten ersten Bereich 82 und einem
hinter dem ersten Laufschaufelkranz 15 angeordneten zweiten
Bereich 88 durchgängig geführt. Bei dieser Ausführungsform
der Turbine 81 wird der erste Bereich 82 genutzt, um das
Kühlmedium 80 dem oberflächennahen axialen Durchführungssystem
des Rotors 83 zuzuführen. Obwohl hier nicht dargestellt,
kann das Kühlmedium 80 außerdem praktisch entlang des
gesamten Laufbeschaufelungsbereichs des Rotors 83 geführt
werden (tatsächliche Ausgestaltung (Länge) nach technischen
Erfordernissen). Insbesondere können dabei einzeln oder in
Kombination-alle weiteren anhand der übrigen Figuren beschriebenen
Maßnahmen zur Ausbildung des aktiven Kühlsystems
bei der Turbine 81 vorgesehen werden. Insbesondere ist auch
bei dieser Ausführungsform der FIG 8 das Kühlsystem als offenes
Kühlsystem ausgelegt.
Bei Austritt des Kühlmediums am Ende des Kanalsystems in die
Hauptströmung ist das Kühlmedium der Hauptströmung nicht nur
im Druck, sondern auch in der Temperatur der Hauptströmung
weitgehend angepasst. Dies ist eine Folge der Wärmeaufnahme
des Kühlmediums im gekühlten Beschaufelungsbereich. Das Kühlmedium
nimmt dann an der weiteren Expansion in der Hauptströmung
Teil. Dies ist ein besonderer Vorteil eines offenen
Kühlsystems, was somit einen Enthalpietransport vom gekühlten
Beschaufelungsbereich in den nicht gekühlten Bereich bewirkt.
Die sicherheitstechnische Überwachung des Kühlmediums hat bei
der hier gezeigten Ausführungsform vor allem die Temperatur
des Kühlmediums zu regeln. Dabei ist zu beachten, dass eine
vorzeitige Kondensation/Tröpfchenbildung in der Strömung und
im Kanalsystem auch bei Teillasten ausgeschlossen ist. Des
Weiteren sollte eine Überhitzung der wesentlichen Bauteile
wie Rotor, Schaufeln bzw. Schaufelbefestigungen für alle relevanten
Lastfälle ausgeschlossen sein. Nach technischem Erfordernis
kann eine Vertrimmung zwischen Turbinenventilen und
Kühlmediumventilen vorgesehen werden.
Das beschriebene Kanalsystem der bevorzugten Ausführungsform
kann auch für Vorwärmzwecke vorteilhaft verwendet werden, indem
geeignetes Medium beim Anfahrvorgang eingespeist wird.
Dieses kann auch von anderen Stellen des Wasser-Dampf-Kreislaufs
entnommen werden als das spätere eigentliche Kühlmedium.
Vorteilhaft wirkt sich hierbei aus, dass das Vorwärmmedium
im Kanalsystem gedrosselt wird und zumindest hier
nicht zum Hochlauf eines Wellenstranges beiträgt. Analog kann
dieses Verfahren auch zur Schnellabkühlung verwendet werden.
Bei zukünftigen Rotoren oder Rotorwerkstoffen können die geschilderten
Vorgehensweisen einen Vorteil hinsichtlich der
Anfahrtszeiten und Abkühlzeiten bieten.
FIG 9 zeigt eine weitere Gestaltung eines Kanalsystems zur
Leitung des Kühlmediums im Bereich eines Schaufelfußes 90,
der in einer Nut 91 in einem Turbinenrotor 92 verankert ist.
Die axiale Durchführung 93 der bevorzugten Ausführungsform
ist im Bereich einer Leitschaufel 94 tiefer in das Innere eines
Rotors 92 eingelassen und weist so einen beispielhaft
dreieckförmigen Verlauf im Bereich der Gehäuseschaufel 94
auf. Jeder andere Verlauf ist möglich. Die Durchführung 93
ist über Kanäle 99 zur Hauptströmung offen. In den Bereich
der Durchführung wird zusätzlich eine Schaufelnut 95 mit einbezogen.
Zudem erfolgt die Durchführung durch einen Schaufelfuß
90 mittels eines Kanals 96, welcher oberhalb der Taille
97 des Schaufelfußes näher zum Schaufelblatt 98 hin angeordnet
ist. Dies hat den Vorteil, dass die Festigkeit der
Schaufelfußtaille 97 nicht beeinträchtigt wird.
In FIG 10 ist noch eine weitere Gestaltung ähnlich der in
FIG 9 gezeigten dargestellt. Im Unterschied zu FIG 9 erfolgt
eine Durchführung 106 auch im Bereich eines Schaufelblattes
108. Im Bereich des Schaufelblattes 108 gehen von der Durchführung
106 Kanäle 110 ab, welche Kühlmedium von einer Durchführung
106 auf die Schaufelblattoberfläche 108 leiten, um
eine Filmkühlung bereitzustellen.
Des Weiteren wird auch Kühlmedium über einen Kanal 109 im Bereich
einer Gehäuseschaufel 104 an die Hauptströmung des Arbeitsmediums
abgegeben. Weitere Details 100, 101, 102, 103,
107 entsprechen den in FIG 9 dargestellten.
In FIG 11 ist eine günstige Anordnung eines ersten Abschirmblechs
120 und eines zweiten Abschirmblechs 121 im Bereich
einer Stoßstelle 122 gezeigt. Die hier dargestellte Detailausführung
kann vorteilhaft bei einer Abschirmung 38 mit
Durchgangsöffnungen 123 und 124 in FIG 11 oder 47, 48 und 49
in FIG 3 vorgenommen werden. Ein solches Abschirmblech ist
vorteilhaft aus einem geeigneten, z. B. hochwarmfesten Werkstoff
hergestellt. Es besteht bei dieser Ausführung aus Teilstücken
120, 121, welche an ihren Stoßstellen 122 bevorzugt
eine für unterschiedliche Temperaturen bewegliche Überdeckung
125, 126 aufweisen.
In der in FIG 3 gezeigten Ausgestaltung liegt das Abschirmblech
im Bereich der Leitschaufeldeckplatten und sollte entsprechende
Dichtspitzen, d. h. berührungslose Dichtungen aufweisen.
Hierzu könnten Dichtspitzen umlaufend angedreht,
d. h. aus dem Vollen gefertigt werden, oder Dichtbänder eingestemmt
werden. Das, was sich als vorteilhaft erweist, kann
je nach Festigkeits- und Fertigungsanforderungen des Materials
und der Konstruktion im Einzelnen festgelegt werden.
Wenn das Kühlmedium über die Wellendichtung der Leitschaufeln
an die Hauptströmung abgegeben wird, kann unter Umständen der
Wirkungsgradverlust durch den über diese Dichtungen strömenden
Leckmassenstrom reduziert werden. Der Leckmassenstrom besteht
in diesem Fall nicht aus heißem Medium der Hauptströmung,
sondern aus Kühlmedium mit geringerer Enthalpie. Möglicherweise
wird dieser Effekt jedoch durch eine geringere Anzahl
von Dichtspitzen aufgrund des Platzbedarfs zur Einleitung
des Kühlmediums wieder aufgezehrt.
Zusammenfassend sind ein Dampfturbinenrotor, eine Dampfturbine
und ein Verfahren zur aktiven Kühlung eines Dampfturbinenrotors
sowie eine geeignete Verwendung der Kühlung vorgeschlagen
worden.
Bei bisher bekannten Dampfturbinen 1 wird ein Rotor entweder
nur passiv oder nur in einem Einströmbereich des Arbeitsmediums
in begrenztem Maße aktiv gekühlt. Bei einer zunehmenden
Beanspruchung des Rotors durch erhöhte Dampfparameter
des Arbeitsmediums ist eine ausreichende Kühlung des Dampfturbinenrotors
nicht mehr gewährleistet. Der vorgeschlagene
Dampfturbinenrotor 21, 30 erstreckt sich entlang einer axialen
Ausdehnung 25, 34 und weist auf: ein oberflächennahes
Kanalsystem entlang der axialen Ausdehnung 25, 34, eine
Außenseite 26a, die an einen Außenraum 27a, 35 grenzt, der
zur Aufnahme einer Hauptströmung 27, 36 eines fluiden Arbeitsmediums
8 vorgesehen ist, eine erste Stelle 30a entlang
der Außenseite 26a, 33 bei der eine erste Schaufel 41a gehalten
ist, eine zweite Stelle 30b entlang der Außenseite 26a,
33, bei der eine zweite Schaufel 41b gehalten ist, wobei
entlang der axialen Ausdehnung 25, 34 die zweite Stelle 30b
hinter der ersten Stelle 30a angeordnet ist. Zur Gewährleistung
einer ausreichenden Kühlung ist dabei mindestens eine
Durchführung 44, 46a, 46b, 93, 96, 103, 106 vorgesehen, die
sich, oberflächennah angeordnet, wenigstens zwischen einem
vor der ersten Stelle 30a angeordneten ersten Bereich 28a, 72
und einem hinter der zweiten Stelle 30b angeordneten zweiten
Bereich 28b, 73 durchgängig erstreckt. Es wird ein Verfahren
und eine Verwendung vorgeschlagen, bei dem ein fluides Kühlmedium
10 entsprechend geführt wird.