Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erfassung einer
Unwucht bei einer Waschmaschine, bei der eine Steigleitung
mit einem Drucksensor und mit einem Laugenbehälter
verbunden ist, ein Verfahren zur Steuerung eines
Schleuderprozesses sowie eine Waschmaschine mit einer
Steigleitung und einem Drucksensor.
Bei einer bekannten Waschmaschine (DE 195 22 393 A1) ist in
einem Laugenbehälter eine Trommel drehbar gelagert, wobei
die Trommel mit einem Motor veränderbarer Drehzahl
angetrieben wird. Der Auslaufbereich des Laugenbehälters
ist mit einer Steigleitung verbunden, die innerhalb der
Waschmaschine von dem Anschlußpunkt im Auslaufbereich nach
oben geführt ist. Am oberen Ende der Steigleitung sind ein
Drucksensor und mehrere Beschleunigungssensoren angeordnet.
Während des Einlaufs von Frischwasser wird mittels des
Drucksensors das Wasserniveau innerhalb des Laugenbehälters
erfaßt. Die Beschleunigungssensoren messen die
Beschleunigung des Systems Laugenbehälter und Steigleitung.
Mit den Beschleungungssensoren werden somit
Beschleunigungen der Waschtrommel erfaßt, die durch
Unwuchten innerhalb der Waschtrommel verursacht werden. Es
wird vorgeschlagen, beim Beschleunigungshochlauf der
Waschtrommel die unwuchtbedingten Beschleunigungen zu zwei
Zeitpunkten zu messen. Zum ersten Zeitpunkt wird die
Beschleunigung abgebrochen, wenn die Unwucht zu groß ist,
oder es wird bis zum zweiten Zeitpunkt weiter beschleunigt.
Die Endschleuderdrehzahl wird in Abhängigkeit davon
festgelegt, welche Unwuchtstärke zum zweiten Meß'zeitpunkt
mit den Beschleunigungssensoren gemessen wurde. Aus
Kostengründen wird vorgeschlagen, zur
Beschleunigungsmessung auch den Niveausensor zu verwenden.
Es wird jedoch festgestellt, daß dessen Ausgangssignal zu.
gering ist, um das zur Unwuchtmessung notwendige,
dynamische Unwuchtssignal zu erzeugen. Das Verfahren und
die Vorrichtung erfordern zur Feststellung der Unwucht ein
dynamisches Signal, welches auf die Unwucht zurück zu
führen ist, während das quasistatische Signal, welches nur
durch ein Flüssigkeitsniveau in der Steigleitung
hervorgerufen werden kann, nicht zur Berücksichtigung
kommt.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur
Unwuchtmessung und eine Waschmaschine mit einem Drucksensor
und einer Steigleitung vorzusehen, bei denen unter
Ausnutzung der Empfindlichkeit eines Drucksensors zur
Niveaumessung eine Unwucht genau und zuverlässig erfaßbar
ist.
Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1, 11
bzw. 17 gelöst.
Bei dem Verfahren gemäß Anspruch 1 wird in einer
Steigleitung, die zum unteren Bereich des Laugenbehälters
hin geöffnet ist und an deren oberem Bereich ein
Drucksensor angeordnet ist, zur Unwuchtmessung eine
Flüssigkeitssäule eingestellt. Druckschwankungen innerhalb
des Laugenbehälters werden durch die Flüssigkeitssäule in
der Steigleitung vorzugsweise auf eine Luftsäule in der
Steigleitung oberhalb der Flüssigkeitssäule übertragen und
dort durch den Drucksensor erfaßt. Der Druck bei zumindest
einer Drehzahl der Trommel wird erfaßt und zur Feststellung
der Unwucht verwertet.
Es ist bekannt, daß..bei einer Waschmaschine während des
Schleuderns verschiedene Formen einer Unwucht auftreten
können. Eine Form ist eine sogenannte statische Unwucht,
die auch als Lastfall L0 bezeichnet wird, bei der die
Trommel im Idealfall nur in radiale Richtung zur Symmetrie-
bzw. Drehachse ausgelenkt wird. Ein weiterer Fall ist die
sogenannte dynamische Unwucht, bezeichnet als L0', bei der
die Waschtrommel in Achsrichtung ausgelenkt wird. Daneben
gibt es die bekannten Lastfälle L1 bis L4, die
unterschiedliche Mischformen der statischen und dynamischen
Unwucht darstellen. Auch die sogenannte quasistatische
Unwucht ist ein Unterfall der dynamischen Unwucht.. Bei der
quasistatischen Unwucht liegt keine der
Hauptträgheitsachsen auf der Symmetrieachse der Trommel.
Das Verfahren zur Erfassung einer Unwucht nach Anspruch 1
und die entsprechenden Unteransprüche eignen sich ganz
besonders vorteilhaft zur Erfassung einer dynamischen
Unwucht und der Fälle mit gemischten Unwuchtsanteilen, bei
denen ebenfalls eine dynamische Unwucht mit vorliegt.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung wird vor Beginn der
Druckmessung die Flüssigkeitssäule auf eine vorgegebene
Höhe eingestellt. Damit ist es zum einen möglich, von einem
vorgegebenen Referenzdruck zu Beginn der Drehung der
Trommel zu starten. Andererseits werden dadurch die durch
die Unwucht erzeugten Druckänderungen reproduzierbar, da
bei abweichender Höhe der Flüssigkeitssäule zu Beginn der
Messung jeweils ein anderer Druckwert erreicht wird. Eine
solche Kalibriermessung kann auch bei einer festgelegten
Referenzdrehzahl stattfinden. Eine Druckänderung wird dann
im Vergleich zu dieser Referenzmessung festgestellt. Es ist
jedoch auch möglich, bei verschiedenen Höhen der
Flüssigkeitssäule zu Beginn der Messung zu starten und
jeweils auf den entsprechenden Druckwert zu Beginn der
Messung zu normieren.
Vorzugsweise wird zur Erhöhung der Meßgenauigkeit und damit
der Unwuchtbestimmung der Druck bei mehreren verschiedenen
Drehzahlen der Trommel ermittelt. Besonders dann, wenn der
Druck über einen vorgegebenen Drehzahlbereich gemessen
wird, liegt eine zeit- oder drehzahlabhängige Druckkurve
vor, die sich mit zuvor bestimmten Druckverläufen
vergleichen läßt, um so eine Zuordnung zu erreichen. Ein
solcher Vergleich von Druckverläufen oder auch einfach die
Druckabhängigkeit bei einer bestimmten Drehzahl bei
verschiedenen Unwuchten wird vorteilhaft für jedes Modell
einer Waschmaschine durchgeführt, um Referenzwerte für
jedes Modell zu erhalten, die dann in einer Steuereinheit
als Vergleichsdaten für die Messung dienen.
Meßrauschen, statistische Schwankungen, wie z.B.
Wellenbewegungen auf der Flüssigkeit innerhalb des
Laugenbehälters, oder dergleichen, lassen sich durch eine
zeitliche Mittelwertbildung einfach unterdrücken oder
eliminieren. Damit wird die Erfassung der Unwucht noch
genauer. Vorteilhaft wird der zeitliche Mittelwert über
eine oder mehrere Drehungen der Trommel gebildet. Dadurch
werden eventuell vorhandene, dynamische Signalanteile vom
Drucksensor beseitigt, die z.B. durch Unwuchten während der
Drehung der Trommel hervorgerufen werden. Es ergibt sich
dabei eine ungefähr quasistatische Aufnahme des Drucks bei
einer Drehzahl. Die Zeitkonstante der Mittelung wird
daraufhin optimiert, daß z.B. bei einer zeitlichen
Variation der Drehzahl (Drehzahlhochlauf) die Druckänderung
während der Drehzahländerung noch zeitlich aufgelöst werden
kann.
Zur Erzeugung der Flüssigkeitssäule in der Steigleitung
wird vorteilhaft ein Flüssigkeitsniveau im Laugenbehälter
eingestellt, wobei dieses oberhalb der Öffnung der
Steigleitung liegt. Besonders vorteilhaft liegt dieses
Flüssigkeitsniveau im Laugenbehälter unterhalb der
Unterkante der Trommel. Vorzugsweise soweit.unterhalb der
Trommel, daß die drehende Trommel bei Unwucht nicht in die
Flüssigkeit im Laugenbehälter eintaucht. Dadurch wird eine
Verteilung der Flüssigkeit innerhalb des Laugenbehälters
durch die Trommel vermieden und somit eine Änderung der
Flüssigkeitssäule in der Steigleitung aufgrund des
Eintauchens der Trommel in die Flüssigkeit.
Die Flüssigkeitssäule in der Steigleitung wird durch das
Öffnen eines Wasserzulaufs und damit durch das Einlassen
von z.B. Frischwasser und/oder durch Abpumpen der
Flüssigkeit, die bereits innerhalb des Laugenbehälters ist,
eingestellt. Damit läßt sich vorteilhaft eine definierte
Flüssigkeitssäule einstellen.
Um eine Änderung der Höhe der Flüssigkeitssäule vor,
während oder nach der Messung zu vermeiden, wird die Wäsche
in der Trommel vorteilhaft vorentwässert, indem diese z.B.
vorgeschleudert wird. Während des Vorschleuderns wird
vorteilhaft die ausgeschleuderte Flüssigkeit abgepumpt, so
daß die Wäsche bei der Erfassung der Unwucht keine oder nur
im geringen Umfang Flüssigkeit abgibt. Ein Vorschleudern
mit geringer Drehzahl genügt hierbei.
Bei dem Verfahren zur Steuerung eines Schleuderprozesses
gemäß Anspruch 11 wird zunächst nach einem der eben
beschriebenen Verfahren das Vorhandensein einer Unwucht
erfaßt. Liegt keine Unwucht vor, so kann mit der
gewünschten Soll-Schleuderdrehzahl geschleudert werden.
Liegt dagegen eine Unwucht vor, die einen Grenzwert
übersteigt, so wird das Schleudern mit einer gegenüber der
Soll-Schleuderdrehzahl reduzierten Drehzahl ausgeführt.
Vorteilhaft werden dabei für jede Unwuchtstärke oder für
Bereiche von Unwuchtstärken verschiedene, maximal zulässige
Drehzahlen festgelegt. Liegt die Soll-Schleuderdrehzahl
ohnehin unterhalb der maximal zulässigen Schleuderdrehzahl
bei der festgestellten Unwucht, so wird die Soll-Schleuderdrehzahl
nicht reduziert.
Ganz besonders vorteilhaft wird bei Feststellung einer
Unwucht zunächst versucht durch Umverteilen der Wäsche die
Unwucht selbst aufzulösen. Vorteilhaft wird dazu durch
Reversieren der Trommel bei geringer Drehzahl die Wäsche
innerhalb der Trommel neu verteilt und danach wieder eine
Erfassung der Unwucht durchgeführt. Dieser Vorgang kann
einmal oder mehrmals durchgeführt werden bevor festgelegt
wird, daß selbst bei Umverteilung der Wäsche die Unwucht
nicht aufzulösen ist und daher mit reduzierter
Schleuderdrehzahl zu schleudern ist.
Bei der Waschmaschine nach Anspruch 17 ist durch eine
Steuereinheit der Wasserzulauf und/oder der Wasserablauf
derart steuerbar, daß sich in der Steigleitung eine
definierte Flüssigkeitssäule einstellt. Dadurch ist bei
einer solchen Waschmaschine ein Verfahren zur Ermittlung
der Unwucht bzw. zur Steuerung der Schleuderdrehzahl wie
oben beschrieben durchführbar.
Bei einer ganz besonders vorteilhaften Ausgestaltung ist
der Querschnitt der Steigleitung kleiner als die Oberfläche
der Flüssigkeit im Laugenbehälter nachdem die definierte
Flüssigkeitssäule eingestellt wurde. Durch das Verhältnis
der Querschnitte bzw. Oberflächen ergibt sich eine
Übersetzung des Drucks innerhalb des Laugenbehälters auf
einen höheren Druck innerhalb der Steigleitung bzw. der
Luftsäule über der Flüssigkeitssäule, so daß eine
Druckänderung einfach mit dem Drucksensor erfaßbar wird.
Ausführungsformen der Erfindung werden anhand von Figuren
näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung des Zusammenwirkens
einzelner Komponenten einer Waschmaschine,
- Fig. 2
- ein Ablaufschema zur Unwuchterfassung und
Festlegung der Schleuderdrehzahl,
- Fig. 3
- die Drehzahl- bzw. Zeitabhängigkeit einer
Druckänderung bei verschiedenen Unwuchten und
- Fig. 4
- eine Klassierungsmatrix zur Festlegung einer
maximal zulässigen Schleuderdrehzahl.
Fig. 1 veranschaulicht schematisch die Wechselwirkung
verschiedener Komponenten einer Waschmaschine. Innerhalb
eines Laugenbehälters 1 der Waschmaschine ist eine drehbar
gelagerte Trommel 2 angeordnet. In den Laugenbehälter 1
wird über einen Zulauf 3 Frischwasser evtl. versetzt mit
Waschmittel oder dergleichen zugeleitet. Der
Frischwasserzulauf 3 ist über ein Magnetventil 4 mit einem
Hausleitungsanschluß verbunden. Im tiefsten Bereich des
Laugenbehälters 1 ist ein Auslauf 5 angeordnet, der mit
einer Abpumpleitung 6 verbunden ist. Die Abpumpleitung 6
ist an eine Pumpe 7 angeschlossen, die die Flüssigkeit aus
dem Laugenbehälter 1 abpumpt. Vom Auslauf 5 zweigt eine
Steigleitung 10 ab, die außerhalb des Laugenbehälters 1
nach oben geführt ist. Am oberen Ende der Steigleitung 10
ist ein Drucksensor 11 angeordnet, der den Druck innerhalb
der Steigleitung 10 mißt. Die Trommel 2 wird durch einen
Motor 12 angetrieben.
Eine Programmablaufsteuereinheit 20 dient der Steuerung des
Ablaufs der einzelnen Programme der Waschmaschine. Die
Steuereinheit 20 steuert eine Antriebseinheit 21 des Motors
12 an. Durch die Ansteuerung der Antriebseinheit 21 wird
die Trommel 2 vorwärts oder rückwärts mit einer Drehzahl
während des normalen Waschbetriebs von ca. 30 Umdrehungen
pro Minute und beim Schleudern kontinuierlich einstellbar
von 0 bis ca. 1400 Umdrehungen pro Minute angetrieben.
Weiterhin wird durch die Steuereinheit 20 die Umwälzpumpe 7
und das Magnetventil 4 angesteuert. Über eine Signal- und
Kommunikationsleitung 22 steht die Steuereinheit mit einer
Sensorelektronik 23 in Verbindung, die wiederum das Signal
vom Drucksensor 11 einer Signalaufbereitung unterzieht und
ggf. auswertet.
Über die Leitung 22 kann die Steuereinheit 20 ein
Synchronisationssignal an die Sensorelektronik 23 senden,
so daß beispielsweise die Messung des zeitabhängigen Drucks
mit der Drehzahlerhöhung durch den Motor 12 synchronisiert
wird. Im normalen Waschbetrieb wird durch den Drucksensor
11 die Höhe der Wassersäule in der Steigleitung 10 beim
Befüllen des Laugenbehälters 1 mit Wasser gemessen. Dadurch
läßt sich das Magnetventil 4 schließen, sobald ein
gewünschtes Flüssigkeitsniveau innerhalb des
Laugenbehälters 1 erreicht wurde.
Fig. 2 zeigt eine Ausführungsform des Programmablaufs zur
Ermittlung der Schleuderdrehzahl durch die Steuereinheit
20. Nach dem Start des Schleuderprogramms (S0) wird in
einem Schritt S1 ein Vorschleudern durchgeführt. Das
Vorschleudern wird bei einer niedrigen Drehzahl der Trommel
2 im Bereich von 100 bis 500 Umdrehungen pro Minute
ausgeführt. Vorzugsweise wird eine Drehzahl von 300
Umdrehungen pro Minute eingestellt, da diese oberhalb des
Drehzahlbereichs beim Drehzahldurchlauf zur Ermittlung der
Endschleuderdrehzahl liegt (siehe Fig. 4). Dabei wird der
größte Teil der Flüssigkeitsmenge bereits aus der Wäsche
entfernt. Zusätzlich wird im Schritt S1 der Zähler REG auf
Null gesetzt und die ausgeschleuderte Flüssigkeit
abgepumpt. Beim Schritt S2 wird das Abpumpen der
Flüssigkeit abgeschlossen und durch Einleiten von
Frischwasser über den Zulauf 3 ein definiertes Niveau der
Flüssigkeit in der Steigleitung eingestellt. Das Niveau
wird dabei so eingestellt, daß die Öffnung der Steigleitung
10 zum Auslauf 5 vollständig in Flüssigkeit eingetaucht
ist, d.h. es besteht keine Luftverbindung zwischen der
Luftsäule in der Steigleitung 10 und der Luft im
Laugenbehälter 1. Weiterhin genügt dieses definierte
Flüssigkeitssäulenniveau der Bedingung, daß bei diesem das
Flüssigkeitsniveau im Laugenbehälter 1 soweit unterhalb der
Unterkante der Trommel 2 liegt, daß selbst bei Auslenkung
der Trommel 2 aufgrund von Unwuchten diese nicht in die
Flüssigkeit eintaucht.
Nachdem das Flüssigkeitsniveau eingestellt ist (S2), wird
im Schritt S3 eine Druckmessung bei stehender Trommel 1
durchgeführt, wobei der Druckwert P1 gemessen wird. Danach
beginnt beim Schritt S4 der Hochlauf der Drehzahl der
Trommel. Vorzugsweise wird dabei die Trommel mit
gleichmäßiger Drehzahlzunahme beschleunigt. Beim Schritt S5
wird nach einer vorgegebenen Zeit nach Start des Hochlaufs
der Trommel ein zweiter Druckwert P2 gemessen. Vorzugsweise
wird der zweite Druckwert P2 in einem Zeitbereich von 15
bis 30 Sekunden nach Start des Hochlaufs gemessen,
vorzugsweise bei 20 Sekunden.
Beim Schritt S6 wird geprüft, ob die Differenz zwischen den
Druckwerten (P1 - P2) größer einem Druckgrenzwert ist (P1 -
P2 > PUnwucht). Ist der Druck P2 nicht um mindestens den
Druckwert PUnwucht unter den Druck P1 gefallen, wird die
normale Endschleuderdrehzahl im Schritt S7b eingestellt.
D.h. hier wird die Endschleuderdrehzahl eingestellt, die
von der Programmablaufsteuereinheit ursprünglich vorgegeben
wurde oder die von einem Bediener gewählt wurde. Statt der
unmittelbaren Ausführung des Schrittes S7b nach dem Schritt
S6 kann optional im Schritt S7a nachgeprüft werden, ob eine
Gesamtwartezeit seit dem Start des Hochlaufs überschritten
wurde. Vorzugsweise liegt diese Wartezeit 2 bis 10 Sekunden
über der Zeit, zu der P2 erstmalig im Schritt S5 gemessen
wird. Falls diese Wartezeit nicht abgelaufen ist, wird der
Ablauf von Schritt S5 ab nochmals wiederholt, so lange bis
die Wartezeit überschritten wurde oder der Druckabfall
größer PUnwucht ist. Durch die Wartezeit im Schritt S7a wird
sichergestellt, daß auch bei höherer Drehzahl während des
Hochlaufs nicht doch noch ein Druckabfall größer PUnwucht
eintritt.
Ist der Druckabfall beim Schritt S6 größer PUnwucht (P1 - P2 >
PUnwucht), so wird das Verfahren mit dem Schritt S10
fortgesetzt. Beim Schritt S10 wird geprüft, ob der Zähler
REG = 3 ist. Ist dies nicht der Fall, so wird im Schritt
S11 der Zähler um eins erhöht und im Schritt S12 eine
Umverteilung der Wäsche durchgeführt. Dazu wird die Trommel
angehalten und in einem Reversiermodus bei geringer
Drehzahl betrieben, beispielsweise bei 10 Umdrehungen pro
Minute, wobei die Wäsche innerhalb der Trommel neu verteilt
wird. Das Verfahren wird dann beim Schritt S2 oder optional
beim Schritt S4 fortgesetzt. Wird beim Schritt S10
festgestellt, daß der Zähler REG = 3 ist, so wird die
Drehzahl in Abhängigkeit der Höhe der Unwucht festgelegt,
wobei die Größe der Unwucht von der Höhe der Druckdifferenz
P1 minus P2 abhängt (siehe unten).
Die Schritte S10, S11, S12 dienen der Aufhebung einer
Unwucht, falls diese einen gewissen Wert übersteigt und
möglicherweise durch Umverteilen der Wäsche innerhalb der
Trommel wieder beseitigt werden kann. Hier wurde
beispielhaft davon ausgegangen, daß nach einem dreimaligen
Umverteilungsversuch die Unwucht nicht aufgehoben werden
kann, und daher mit der verringerten Drehzahl geschleudert
werden muß. Optional kann auf das Umverteilen verzichtet
werden oder als Einstellwert beim Schritt S10 statt der
Zahl 3 eine andere Zahl verwendet werden, beispielsweise
eine Zahl zwischen 2 und 10. Die angegebenen Zeitwerte sind
beispielhaft und werden in Abhängigkeit des
Waschmaschinenmodells auf möglichst kurze Zeiten zur
sicheren Erfassung der Unwucht optimiert.
Beim Schritt S15 wird ggf. die Drehzahl der Trommel weiter
erhöht, bis eine Mindestdrehzahl bzw. Beschleunigungszeit
erreicht ist, um im Schritt S20 eine Festlegung der
maximalen Schleuderdrehzahl zu ermöglichen (Fig. 3 und 4).
Fig. 3 zeigt beispielhaft die Abhängigkeit des am Sensor
gemessenen Drucks von der Zeit. Kurve A zeigt, daß die
Drehzahl nahezu linear mit der Zeit hochgefahren wird.
Somit ändert sich die Charakteristik der Kurvenverläufe bei
Auftragung über der Drehzahl nicht. Kurve B zeigt den Fall,
wenn keine Unwucht in der Trommel vorhanden ist. Die Kurven
C bis G zeigen die Kurven im Lastfall L0', d.h. wenn nur
eine dynamische Unwucht vorliegt, so daß die Trommel im
Idealfall nur in Achsrichtung ausgelenkt wird. Die Kurven H
und I zeigen eine Mischform von dynamischer und statischer
Unwucht, hier den sogenannten Lastfall L1. Bei Kurve C
wurde eine Unwucht von 420 g eingestellt. Bei Kurve D eine
Unwucht von 520 g, bei Kurve E eine Unwucht von 700 g, bei
Kurve F eine Unwucht von 1000 g und bei Kurve G eine
Unwucht von 1600 g. Bei Kurve H wurden 420 g dynamische
Unwucht und 420 g statische Unwucht eingestellt. Bei Kurve
I wurden 700 g dynamische Unwucht und 420 g statische
Unwucht eingestellt. Mit zunehmender Unwucht nimmt der
maximale, zeitliche Gradient der Unwucht zu.
Ohne Unwucht (Kurve B) nimmt der Druck im Laufe der Zeit
leicht zu. Zu jedem Zeitpunkt ist die Differenz P1 - P2 <
0. Dagegen steigt die Differenz P1 - P2 bei Unwucht während
des Drehzahlhochlaufs an, wobei das Absinken des Drucks um
so früher einsetzt, je größer die Unwucht ist.
Fig. 4 zeigt beispielhaft eine Entscheidungsmatrix bzw. ein
Entscheidungsdiagramm zur Festlegung der maximal zulässigen
Drehzahl bei Vorhandensein einer Unwucht. In der
Entscheidungsmatrix ist die Druckänderung über die Zeit
seit Drehzahlhochlauf aufgetragen. Mehrere Drehzahl/Zeit-Klassen
I bis V dienen der Ermittlung der maximal
zulässigen Drehzahl. Die Zuordnung zwischen dem gemessenen
Druckverlauf und der Klasse wird wie folgt durchgeführt:
Liegt der gemessene Druckverlauf im Zeitbereich von 15 bis
40 Sekunden (vorzugsweise im Bereich von 20 bis 35
Sekunden) zu 80% innerhalb einer der Drehzahl/Zeit-Klasse,
so wird der entsprechende Kurvenverlauf der jeweiligen
Klasse zugeordnet. Dabei wird eine Toleranz von 80%
Übereinstimmung vorgesehen, um Meßausreißer zu
berücksichtigen. Wenn im vorgegebenen Zeitbereich der
gemessene Kurvenverlauf des Drucks zu 80% innerhalb einer
der Drehzahlklassen liegt, so wird er dieser Drehzahlklasse
zugeordnet.
Beispielsweise wird die Kurve B von Fig. 3 der
Drehzahlklasse I zugeordnet, bei der die maximal zulässige
Drehzahl unbeschränkt ist, d.h. die maximal mögliche
Drehzahl der Waschmaschine ausgenutzt werden kann. Die
Kurve C fällt in den Drehzahlbereich II, die maximale
Schleuderdrehzahl beträgt 1200 Umdrehungen pro Minute. Die
Kurve G von Fig. 3 fällt in die Schleuderklasse V, d.h. ein
Schleudern ist hier nicht zulässig. Wurde hier bereits eine
Umverteilung z.B. drei Mal versucht, so wird eine
Fehlermeldung ausgegeben', wodurch ein Benutzer der
Waschmaschine informiert wird, daß ein Schleudern nicht
möglich ist. Die Kurve F fällt in den Bereich IV, so daß
die maximale Schleuderdrehzahl 700 Umdrehungen pro Minute
beträgt. Die Kurve E fällt in den Drehzahlbereich III, so
daß die maximale Schleuderdrehzahl 1000 Umdrehungen pro
Minute beträgt.
Die angegebenen, maximalen Schleuderdrehzahlen der
verschiedenen Klassen sind hier nur beispielhaft angegeben.
Auch die Anzahl der Klassen und Verläufe der Klassengrenzen
sind nur beispielhaft dargestellt. In einer weiteren
Ausführungsform kann vorgesehen werden, daß der Druck
lediglich zu einem Zeitpunkt festgestellt wird,
beispielsweise bei 28 Sekunden, wobei jeweils einem
Druckbereich eine Schleuderklasse zugeordnet wird.
Beispielsweise entspricht dabei einem DruckP2 - P1 > 0 (mm
H2O) die Schleuderklasse I. Einem Druck P2 - P1 = -14 bis -
17 mm Wassersäule entspricht der Schleuderklasse IV.
Bezugszeichenliste
- 1:
- Laugenbehälter
- 2:
- Trommel
- 3:
- Zulauf
- 4:
- Magnetventil
- 5:
- Auslauf
- 6:
- Abpumpleitung
- 7:
- Pumpe
- 10:
- Steigleitung
- 11:
- Drucksensor
- 12:
- Motor
- 20:
- Steuereinheit
- 21:
- Antriebseinheit
- 22:
- Signal- und Kommunikationsleitung
- 23:
- Sensorelektronik