Beschreibung
Strahlungsemittierendes Halbleiterbauelement und Verfahren zu dessen Herstellung
Die Erfindung betrifft ein Strahlungsemittierendes Halbleiterbauelement nach dem Oberbegriff der Patentansprüche 1,5,8 und 42 sowie ein Herstellungsverfahren hierfür nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 34.
Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf ein Strahlungsemittierendes Halbleiterelement mit einer auf einem Silizium- carbid-basiernden Aufwachssubstrat aufgebrachten Nitrid-ba- sierenden aktiven Mehrschichtstruktur.
Strahlungsemittierende Halbleiterbauelemente der genannten Art weisen in der Regel eine Halbleitermehrschichtstruktur mit einer aktiven, der Strahlungserzeugung dienenden Schicht auf, die auf einen strahlungsdurchlässigen Träger aufgebracht ist. Die Strahlungsauskopplung erfolgt durch den Träger hindurch. Bei dieser Anordnung ist jedoch die Strahlungsausbeute durch Totalreflexion der erzeugten Strahlung an der Trägeroberfläche stark eingeschränkt.
Bei quader- oder qürfelförmigen Trägern ist der Anteil der totalreflektierten, nicht auskoppelfähigen Strahlung aufgrund der orthogonalen Anordnung von Seitenflächen und Hauptflächen des Trägers besonders hoch. Eine Erhöhung der Strahlungsausbeute kann dadurch erzielt werden, daß Ausnehmungen in dem Träger gebildet sind, deren Seitenflächen vorzugsweise schräg zu den Hauptflächen des Trägers angeordnet sind.
Besonders vorteilhaft ist hierbei eine Formgebung, wie sie in der prioritätsbegründenden Patentanmeldung DE 100 067 38.7 angegeben ist. Der Inhalt dieser Patentanmeldung wird ausdrücklich zum Inhalt der vorliegenden Patentanmeldung gemacht .
Ein entsprechendes Bauelement ist m Figur 17 schematisch dargestellt. Das gezeigte Halbleiterbauelement weist ein strahlungsdurchlassiges Fenster 151 auf, auf das eine strah- lungserzeugende Mehrschichtstruktur 152 aufgebracht ist. Dabei ist mindestens eine Seitenflache des Fensters 151 so gestaltet, daß em erster Teilbereich 154 schräg, konkav oder stufenartig zur Normale der Mehrschichtstruktur 152 verlauft, an den sich ein zweiter, parallel zur Normale der Mehr- schichtstruktur angeordneter Bereich 155 anschließt. Weiterhin sind auf der Mehrschichtstruktur 152 einerseits und auf der der Mehrschichtstruktur 152 abgewandten Seite des Halb- leiterbauelementes andererseits zwei Kontaktflachen 153a, b ausgebildet .
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Strahlungsemittierendes Halbleiterbauelement mit verbessertem Wirkungsgrad zu schaffen. Weiterhin ist es Aufgabe der Erfindung, e Herstellungsverfahren hierfür zu entwickeln. Schließlich ist es Auf- gäbe der Erfindung, e entspechendes optisches Bauelement zu entwickeln .
Diese Aufgabe wird durch em Strahlungsemittierendes Halbleiterbauelement nach Patentanspruch 1,5,8 bzw. 42 sowie em Herstellungsverfahren nach Patentanspruch 34 gelost. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der abhangigen Ansprüche.
Die Erfindung geht davon aus, daß für den Wirkungsgrades das Verhältnis von auskoppelter Strahlungsleistung zu der hierfür aufzubringenden elektrischen Leistung maßgeblich ist. Die ausgekoppelte optische Leistung hangt neben dem durch das Bauelement fließenden Stom von dem Auskoppelgrad ab. Letzterer gibt an, wie groß der Anteil der ausgekoppelten Strahlung im Verhältnis zur insgesamt erzeugten Strahlung ist. Die elektrische Leistung wird von dem fließenden Strom und dem Serienwiderstand des Bauelements bestimmt. Eine Erhöhung des
Wirkungsgrads kann daher insbesondere durch eine Erniedrigung des Serienwiderstands sowie eine Erhöhung des Auskoppelgrads erreicht werden.
Erfindungsgemaß ist in einer ersten Ausfuhrungsform vorgesehen, ein Strahlungsemittierendes Halbleiterbauelement mit einer Mehrschichtstruktur, einer aktiven, der Strahlungserzeugung dienenden Schicht innerhalb der Mehrschichtstruktur und einem strahlungsdurchlassigen Fenster mit einer ersten Hauptflache und einer der ersten Hauptflache gegenüberliegenden zweiten Hauptflache zu bilden, wobei in dem Fenster mindestens eine Ausnehmung zur Bildung schräger Strahlungsauskoppelflachen geformt ist und mindestens eine Seitenflache des Fensters und/oder der Ausnehmung mit einer Kontaktflache versehen ist. Vorzugsweise erstreckt sich die Kontaktflache auch über die zweite Hauptflache des Fensters oder Teilbereiche hiervon.
Mit dieser Anordnung der Kontaktflache wird der Strompfad von der Kontaktflache zur aktiven Schicht im Mittel verkürzt und so vorteilhafterweise der Serienwiderstand des Bauelements reduziert .
Die Ausnehmung dient bei der Erfindung der Erhöhung der Strahlungsausbeute. Insbesondere durch Seitenflachen, die zu den Fensterhauptflachen schräg stehen, wird dabei entweder eine unmittelbare Auskoppelung oder eine Reflexion in eine die Auskopplung begünstigende Richtung erzielt. Unter einer Ausnehmung in dem Fenster ist sowohl eine Vertiefung in der zweiten Hauptflache des Fensters als auch eine randseitige
Abtragung des Fensters, wie beispielsweise in Figur 15 dargestellt, zu verstehen. Bei einer randseitigen Abtragung fallen teilweise die Seitenflachen des Fensters und der Ausnehmung zusammen.
Vorzugsweise ist bei der Erfindung eine zweite Kontaktfläche auf der Mehrschichtstruktur vorgesehen. Dadurch wird eine
Stromeinleitung nahe der aktiven Schicht innerhalb der Mehrschichtstruktur gewahrleistet. Besonders vorteilhaft ist es hierbei, diese Kontaktflache weitgehend strahlungsdurchlassig auszubilden, so daß eine Strahlungsauskopplung auch durch die zweite Kontaktflache hindurch möglich ist. Dies kann beispielsweise durch entsprechend dünne Metallisierungen oder geeignet transparente, elektrisch leitfahige Schichten erreicht werden.
Bei einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist die erste Kontaktflache spiegelnd ausgeführt. Dadurch werden die Strahlungsanteile, die aus dem Inneren des Fensters auf die Kontaktflache auftreffen, nicht absorbiert, sondern zurück reflektiert, so daß eine nachfolgende Auskopplung möglich ist. Sowohl eine strahlungsdurchlassige wie eine spiegelnde Kontaktflache tragen somit zur Erhöhung der Strahlungsausbeute bei, da sie entweder unmittelbar oder mittelbar die Auskopplung der Strahlung begünstigen.
Bei einer zweiten Ausfuhrungsform der Erfindung ist vorgesehen, ein Strahlungsemittierendes Halbleiterbauelement mit einer Mehrschichtstruktur, einer aktiven, der Strahlungserzeugung dienenden Schicht innerhalb der Mehrschichtstruktur und einem strahlungsdurchlassigen Fenster mit einer ersten Hauptflache und einer der ersten Hauptflache gegenüberliegenden zweiten Hauptflache zu bilden, wobei in dem Fenster mindestens eine Ausnehmung zur Bildung schräger Strahlungsauskoppelflachen geformt ist. Dabei weist das Bauelement mindestens eine Kontaktflache mit einer Mehrzahl von Offnungen auf.
Bevorzugt ist dabei mindestens eine der Fensteroberflachen zumindest teilweise mit einer erste Kontaktflache und die Mehrschichtstruktur zumindest teilweise mit einer zweiten Kontaktflache versehen, wobei zumindest eine der Kontaktflachen eine Mehrzahl von Offnungen aufweist.
Vorteilhafterweise kann auch m beiden Kontaktflachen jeweils eine Mehrzahl von Offnungen gebildet sein.
Diese, im folgenden als perforiert bezeichneten Kontaktfla- chen weisen gegenüber dünnen, strahlungsdurchlassigen Kontaktflachen den Vorteil einer höheren Langzeitstabilitat , insbesondere m einer Vergußmasse wie beispielsweise Epoxidharz, auf. Ferner können diese perforierten Kontaktflachen so gebildet werden, daß sie im Bereich der Offnungen eine hohe Transmission und in den mit Kontaktmaterial belegten Bereichen eine hohe Reflexion aufweisen, so daß an diesen Kontaktflachen die Absorption und damit der Strahlungsverlust vorteilhaft gering ist.
Perforierte Kontaktflachen auf der Mehrschichtstruktur weisen zusatzlich den Vorteil auf, daß sie die Mehrschichtstruktur nicht versiegeln, so daß beispielsweise Gase wie Wasserstoff, die bei der Herstellung in die Mehrschichtstruktur gelangen, aus dieser herausdiffundieren können. Dadurch wird auch die Gefahr verringert, daß solche Gase an der Grenzflache zwischen Mehrschichtstruktur und Kontaktflache aggregieren, die Kontaktflache passivieren und so den Kontakt- bzw. Serienwiderstand erhohen.
Vorzugsweise sind die Offnungen in der bzw. den Kontaktflachen kreisförmig, quadratisch, rechteckig, sechseckig oder kereuzschlitzformig gebildet. Diese Formen eignen sich insbesondere für eine regelmäßige Anordnung und sich technisch vergleichsweise einfach herstellbar. Vorzugsweise sind die Offnungen dicht gepackt angordnet mit der Maßgabe, daß die dazwischenliegenden Bereiche der Kontaktflache em zusammenhangendes Netz bilden und die Breite der Bereiche den Anforderungen zur Stomemleitung m das Bauelement genügt. Selbst- verstandlich sind die genannten Formgebungen nicht als Be- schrankung der Erfindung hierauf zu verstehen.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung m beiden Ausfuhrungsformen ist die Ausnehmung m Form einer Vertiefung m der zweiten Hauptflache des Fensters gebildet. Mit Vorteil ist dabei keine Änderung der einhüllenden Fenstergrundform erforderlich, so daß insbesondere Produktionsanlage, die oftmals für eine bestimmte Fenstergrundform ausgelegt sind, unverändert weiterverwendet werden können. Weiterhin kann auch eine Mehrzahl von Vertiefungen in der zweiten Hauptflache ausgebildet se n, wodurch die Strahlungsausbeute weiter er- höht wird. Diese Gestaltung ist insbesondere von Vorteil für großflächige Halbleiterbauelemente, da mit steigender Chipflache das Verhältnis von Flache zu Umfang steigt und somit mehr Vertiefungen m der Flache als umfangseitig angeordnet werden können.
Bei einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist die Vertiefung in der zweiten Hauptflache mit einem dreieckigen, trapezförmigen oder halbkreisförmigen Querschnitt (Schnitt senkrecht zur 2. Hauptflache) ausgebildet. Weitergehend kann der Querschnitt auch die Form eines Rechtecks mit einem angesetzten Dreieck, Trapez oder Halbkreis aufweisen. Allgemein ist die Ausbildung von Ausnehmungen mit mindestens einer nicht orthogonal zu den Hauptflachen angeordneten Seitenflache vorteilhaft.
Je nach konkreter Ausfuhrungsform wird dadurch der Einfallswinkel der erzeugten Strahlung zur Seitenflachennormale und damit der Anteil der total reflektierten Strahlung erniedrigt oder eine Reflexion m Richtung der Fensterflanken bewirkt, so daß eine unmittelbare Auskopplung oder zumindest eine Auskopplung nach weiteren Reflexionen stattfinden kann. Letzteres trifft insbesondere für Seitenflächen der Vertiefung zu, die mit einer spiegelnden Kontaktflache versehen sind.
Vorzugsweise ist die Vertiefung m der zweiten Hauptflache des Fensters n Form eines Grabens mit einer der oben genannten Querschnittsformen ausgebildet. Eine solche Vertiefung
ist beispielsweise durch Einsagen des Fensters von der zweiten Hauptflache aus unter Verwendung eines Sageblattes mit Formrand herstellbar. Erfolgt dieses Einsagen im Waferver- bund, so können vorteilhafterweise in einem Herstellungs- schritt eine Vielzahl von Fenstern strukturiert werden.
Alternativ können die Vertiefungen auch eingeatzt werden. Bei dieser Ausfuhrungsform können insbesondere auch räumlich isolierte, allseitig berandete Vertiefungsformen gebildet wer- den. Mit Vorteil ist auch hier im Waferverbund die Strukturierung einer Vielzahl von Fenstern in einem Herstellungs- schritt möglich.
Bei einer besonders bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist die die Strahlungsausbeute erhöhende Ausnehmung am Rand der zweiten Hauptflache gebildet und so geformt, daß sich das Fenster zur zweiten Hauptflache hm verjungt. Bevorzugt ist die Ausnehmung so gebildet, daß die Seitenflachen der Ausnehmung in der Nahe der Mehrschichtstruktur einen zur Normale der Mehrschichtstruktur schräg stehenden ersten Teilbereich aufweisen, der in größerer Entfernung zur Mehrschichtstruktur n einen parallel zur Normalen der Mehrschichtstruktur verlaufenden zweiten Teilbereich übergeht.
Vorzugsweise ist das Fenster in dem den zweiten Bereich entsprechenden Abschnitt quaderformig gebildet. Vorteilhafterweise wird durch den angeschragten Teilbereich die Strahlungsausbeute erhöht, wahrend der verbleibende Fensterbereich eine quaderformige Grundform aufweist und so leicht zu mon- tieren ist. Hierbei sind insbesondere die Seitenflächen den zweiten Teilbereiches mit einer Kontaktflache versehen. Die Kontaktflache kann sich auch über den ersten Teilbereich der Seitenflachen erstrecken und ist dann vorzugsweise spiegelnd ausgebildet, so daß durch Reflexion der erzeugten Strahlung Richtung der Mehrschichtstruktur die Strahlungsausbeute erhöht wird.
Mit Vorteil kann die beschriebene Struktur mit geringem Herstellungsaufwand geformt werden, indem beispielsweise em Wafer zur Vereinzelung der Halbleiterkorper mit einem Sageblatt mit Formrand eingesagt und nachfolgend die Halbleiterkorper durch Brechen des Wafers vereinzelt werden. Um die Vereinzelung durch Brechen zu erleichtern, ist em vorheriges Einsagen des Wafers zweckmäßig. Bei Verwendung eines geeigneten Sageblatts mit Formrand kann dabei zugleich die beschriebene Fensterform herausgebildet werden. Weitere vorteilhafte Aus- gestaltungen hierzu sind in DE 100 067 38.7 angegeben, auf die sich die vorliegende Erfindung insbesondere bezieht.
Em erfmdungsgemaßes Herstellungsverfahren beginnt mit der Bereitstellung einer Fensterschicht, aus der spater das ei- gentliche Fenster gefertigt wird.
Auf die Fensterschicht wird eine der Mehrschichtstruktur entsprechende Halbleiterschichtenfolge aufgebracht. Die Aufbringung erfolgt vorzugsweise epitaktisch oder im Rahmen eines Waverbondmg-Verfahrens. Bei der Epitaxie stellt die Fensterschicht vorteilhafterweise zugleich das Epitaxiesubstrat dar. Bei einem Waferbondmg-Verfahren wird die Halbleiterschichtenfolge zunächst auf einem geeigneten Substrat hergestellt und nachfolgend auf die Fensterschicht gebondet. Mit Vorteil können hier als Fenstermaterial auch Materialien eingesetzt werden, die nicht für em Epitaxieverfahren geeignet sind.
In einem weiteren Schritt wird die Fensterschicht zur Ausbildung der Ausnehmung in geeigneter Weise strukturiert. Die Strukturierung kann beispielsweise wie beschrieben durch Einsagen oder Atzen der Fensterschicht erfolgen. Die Strukturierung kann auch in mehreren, nicht notwendigerweise aufeinanderfolgenden Schritten durchgeführt werden. So ist es hinsichtlich der mechanischen Bruchstabilitat der Fensterschicht vorteilhaft, die Fensterschicht zunächst vorzustruktuπeren und erst m einem spateren Stadium des Herstellungsverfahrens die endgültige Strukturierung vorzunehmen.
In einem weiteren Schritt werden die Kontaktflachen auf die Fensterschicht aufgebracht. Die Kontaktflachen werden vorzugsweise als Kontaktmetallisierung aufgedampft oder aufge- staubt.
Abschließend werden die Halbleiterbauelemente fertiggestellt. Dies umfaßt insbesondere die Vereinzelung des Verbunds aus Fensterschicht und Halbleiterschichtenfolge in eine Mehrzahl von Fenstern mit darauf befindlicher Mehrschichtstruktur. Die Vereinzelung erfolgt vorzugsweise durch Einsagen und/oder Brechen der Fensterschicht. Im Rahmen der Fertigstellung können auch noch zusatzliche Kontaktflachen wie beispielsweise Kontaktmetallisierungen auf der Mehrschichtstruktur aufge- bracht werden.
Zur Ausbildung der Kontaktmetallisierung werden üblicherweise Bedampfungsanlagen verwendet, aus denen der Metalldampf mit einer gewissen Vorzugsrichtung austritt. Hierbei ist es vor- teilhaft, die zu bedampfende Flache der Fensterschicht schräg zu dieser Vorzugsrichtung anzuordnen. Damit wird em Niederschlag des Metalldampfes auf der zweiten Hauptflache der Fensterschicht wie auch auf den durch die Strukturierung gebildeten Seitenflachen der Ausnehmungen erreicht.
Hinsichtlich der Abfolge der beschriebenen Herstellungs- schritte zeichnen sich drei nachfolgend beschriebene Alternativen durch besondere Vorteile aus:
Bei der ersten vorteilhaften Alternative wird auf die Fensterschicht zunächst die Halbleiterschichtenfolge aufgebracht, nachfolgend die Fensterschicht strukturiert und abschließend zur Ausbildung der Kontaktflachen bedampft. Insbesondere bei der epitaktischen Herstellung der Halbleiter- schichtenfolge können hierzu bestehende Fertigungsvorrichtungen unverändert verwendet werden, da sich bei der Epitaxie die Fensterschicht noch nicht von Fensterschichten nach dem
Stand der Technik unterscheidet. Zudem wird die Fensterschicht erst am Ende des Herstellungsverfahrens strukturiert, so daß die Gefahr eines Bruches der Fensterschicht bei den vorangehenden Schritten vergleichsweise gering ist.
Eine zweite vorteilhafte Alternative stellt ein Verfahren dar, bei dem die Fensterschicht zunächst strukturiert und mit Kontaktflachen versehen wird. Nachfolgend wird die Halblei- terschichtenfolge aufgebracht. Hierbei können zur Ausbildung der Kontaktmetallisierung höhere Temperaturen, wie sie zur
Sinterung bestimmter Kontaktmetallisierungen notig sind, angewendet werden. Diese Temperaturen sind in der Regel so hoch, daß die Halbleiterschichtenfolge dabei beschädigt wurde. Durch die Ausbildung der Kontaktmetallisierung am Be- ginn des Herstellungsverfahrens wird daher eine solche Beschädigung vermieden.
Bei einer dritten vorteilhaften Alternative des Herstellungsverfahrens findet die Strukturierung der Fensterschicht in zwei Schritten statt. Dazu wird zunächst die Fensterschicht soweit vorstrukturiert, wie es für die Ausbildung der Kontaktflachen auf den Seitenflachen erforderlich ist. Nachfolgend werden die Kontaktflachen, beispielsweise durch Bedampfen, ausgebildet. Auf die so vorstrukturierte und mit Kon- taktflachen versehene Fensterschicht wird nun die Halbleiterschichtenfolge aufgebracht. Abschließend erfolgt die End- strukturierung der Fensterschicht. Vorzugsweise wird dieser zweite Strukturierungsschritt mit einer Vereinzelung der Bauelemente verbunden, indem beispielsweise die Fensterschicht mit einem Formsageblatt eingesagt und dann durch Brechen zerteilt wird. Um die Bruchgefahr der strukturierten Fensterschicht zum mindern, kann die Fensterschicht auch auf einen geeigneten Hilfstrager montiert werden.
Weitere Merkmale, Vorzuge und Zweckmäßigkeiten der Erfindung werden nachfolgend anhand von Ausfuhrungsbeispielen in Verbindung mit den Figuren 1 bis 16 erläutert.
Es zeigen :
Figur 1 eine schematische Schnittdarstellung eines ersten Ausfuhrungsbeispiels eines erf dungsgemaßen Halbleiterbau- elementes,
Figur 2 eine schematische Schnittdarstellung eines zweiten Ausfuhrungsbeispieles eines erfmdungsgemaßen Halbleiterbau- elementes,
Figur 3 eine schematische Schnittdarstellung eines dritten Ausfuhrungsbeispieles eines erfmdungsgemaßen Halbleiterbau- elementes
Figur 4 eine schematische Schnittdarstellung eines vierten Ausfuhrungsbeispieles eines erf dungsgemaßen Halbleiterbau- elementes
Figur 5 eine schematische Schnittdarstellung eines fünften Ausfuhrungsbeispieles eines erf dungsgemaßen Halbleiterbau- elementes
Figur 6 eine schematische Schnittdarstellung eines sechsten Ausfuhrungsbeispieles eines erf dungsgemaßen Halbleiterbauelementes
Figur 7 eine schematische Schnittdarstellung eines siebten Ausfuhrungsbeispieles eines erfmdungsgemaßen Halbleiterbau- elementes
Figur 8 eine schematische Schnittdarstellung eines achten Ausfuhrungsbeispieles eines erf dungsgemaßen Halbleiterbau- elementes
Figur 9 eine schematische Schnittdarstellung eines neuten Ausfuhrungsbeispieles eines erfmdungsgemaßen Halbleiterbau- elementes
Figur 10 eine schematische Schnittdarstellung eines zehnten Ausfuhrungsbeispieles eines erfmdungsgemaßen Halbleiterbau- elementes
Figur 11 eine schematische Schnittdarstellung eines elften Ausfuhrungsbeispieles eines erfmdungsgemaßen Halbleiterbau- elementes
Figur 12 eine schematische perspektivische Darstellung eines zwölften Ausfuhrungsbeispiels eines erfmdungsgemaßen Halbleiterbauelements,
Figur 13 eine schematische Darstellung eines dreizehnten Ausfuhrungsbeispiels eines erfmdungsgemaßen Halbleiterbauele- ments,
Figur 14 eine schematische Darstellung eines ersten Ausfuhrungsbeispiels eines erfmdungsgemaßen Herstellungsverfahrens in fünf Zwischenschritten,
Figur 15 eine schematische Darstellung eines zweiten Ausfuhrungsbeispiels eines erfmdungsgemaßen Herstellungsverfahrens in sechs Zwischenschritten,
Figur 16 eine Vorrichtung zur Durchfuhrung eines Zwischenschrittes bei den Ausfuhrungsbeispielen eines erfmdungsgemaßen Herstellungsverfahrens und
Figur 17 eine schematische Darstellung eines strahlungsemit- tierenden Halbleiterbauelementes nach der prioritatsbegrundenden Patentanmeldung DE 100 067 38.7.
Das in Figur 1 gezeigte Ausfuhrungsbeispiel weist em Fenster 1 mit einer ersten Hauptflache 2 und einer zweiten Hauptflache 3 auf. Auf die erste Hauptflache 2 ist eine Mehrschichtstruktur 4 mit einer aktiven, im Betrieb strahlungsemittie- renden Schicht 5 aufgebracht, die von einer Kontaktmetallisierung 6 bedeckt wird.
Das Fenster 1 selbst ist aus einer quaderformigen, im Schnitt rechteckigen Grundform 7 gebildet, die umfangsseitig Ausneh- mungen 8 aufweist. Die so entstehenden Fensterflanken 10 entsprechen auch den Seitenflachen der Ausnehmung und weisen einen ersten Teilbereich 10 a auf, der schräg zu den Hauptflachen 2, 3 des Fensters angeordnet ist und der m größerer Entfernung von der Mehrschichtstruktur 4 in einen zweiten, zu den Hauptflachen orthogonalen Teilbereich 10 b übergeht.
In diesem zweiten Teilbereich 10 b sind die Fensterflanken mit einer Kontaktmetallisierung 11 versehen, die auch die zweite Hauptflache 3 des Fensters 1 bedeckt. Durch die an der Fensterflanke 10 b hochgezogene Kontaktflache 11 werden die Stromwege 12 von der aktiven Schicht zur Kontaktflache 11 im Mittel verkürzt und somit der Serienwiderstand des Bauelementes vorteilhaft gesenkt. Die Auskopplung der Strahlung erfolg vorzugsweise im angeschragten Bereich 10 a der Fensterflan- ken .
Bei dem m Figur 2 gezeigten Ausfuhrungsbeispiel erstreckt sich die Kontaktmetallisierung 11 bis über die angeschragten Teilbereiche 10 a der Fensterflanken. Damit wird eine weitere Verkürzung der Stromwege 12 und somit eine Reduktion des Serienwiderstands erreicht. Allerdings stehen nun die Teilbereiche 10 a nicht mehr für eine direkte Strahlungsauskopplung zur Verfugung. Daher ist bei diesem Ausfuhrungsbeispiel die Kontaktmetallisierung 11 spiegelnd ausgeformt, so daß die m das Fenster emittierten Strahlungsanteile größtenteils wieder in Richtung der Mehrschichtstruktur 4 reflektiert und nachfolgend ausgekoppelt werden. Dies ist exemplarisch anhand der
Strahlen 13 a und 13 b verdeutlicht. Alternativ können die entsprechenden Kontaktflachen auch perforiert werden.
Bei dem in Figur 3 dargestellten dritten Ausfuhrungsbeispiel verlauft im Unterschied zu den vorangehend beschriebenen Ausfuhrungsbeispielen die Ausnehmung 8 als zentrale Vertiefung durch das Zentrum der zweiten Hauptflache 3. Die Kontaktmetallisierung 11 ist vollflachig über die zweite Hauptflache 3 und die Seitenflachen der Vertiefung 8 ausgebildet. Innerhalb der Vertiefung 8 wird so der Stromweg 12 zur aktiven Schicht verkürzt und der Serienwiderstand des Bauelementes reduziert. Zur Erhöhung der Strahlungsausbeute kann die Kontaktmetallisierung wieder spiegelnd gebildet sein.
In Figur 4 ist ein viertes Ausfuhrungsbeispiel gezeigt, bei dem die einhüllende des ersten Ausfuhrungsbeispiels vorteilhaft mit der zentralen Vertiefung des dritten Ausfuhrungsbeispiels kombiniert ist. Mit Vorteil wird so der Serienwiderstand durch die Verkürzung der Stromwege 12 wie bei dem drit- ten Ausfuhrungsbeispiel gesenkt, wobei zugleich die gesamte Fensterflanke zur Auskopplung der Strahlung zur Verfugung steht. Zusatzlich wird aufgrund der zentralen Vertiefung 8 mit spiegelnder Kontaktmetallisierung 11 die Strahlungsausbeute durch die seitlich herausreflektierten Strahlungsan- teile 13 erhöht.
Bei dem in Figur 5 dargestellten fünften Ausfuhrungsbeispiel erstreckt sich die Kontaktmetallisierung 11 sowohl über die zentrale Vertiefung 8 in der zweiten Hauptflache des Fensters 1 wie auch über Teilbereiche der Fensterflanken 10. Gegenüber dem vierten Ausfuhrungsbeispiel wird so der Serienwiderstand weiter gesenkt, wobei dies eine verminderte Strahlungsausbeute im Bereich der Kontaktmetallisierung mit sich bringt. Je nach Gewichtung der Parameter Serienwiderstand und Strah- lungsausbeute kann das vierte oder das fünfte Ausfuhrungsbeispiel vorteilhafter sein, wobei der Übergang zwischen diesen
Ausfuhrungsbeispielen j e nach Umfang der Kontaktmetallisierung auf den Fensterflanken fließend ist.
Die Erhöhung der Strahlungsausbeute durch Reflexion an der zentralen Vertiefung 8 m der zweiten Hauptflache 3 kann auf verschiedene Art und Weise stattfinden. Eine Möglichkeit wurde bereits im Rahmen des vierten Ausfuhrungsbeispieles in Figur 4, Strahl 13 c gezeigt. Wird der Scheitelwinkel der zentralen Vertiefung 8 vergrößert, so hat dies eine vermehrte Reflexion n Richtung der Mehrschichtstruktur 4 und somit eine Auskopplung durch die Mehrschichtstruktur 4 zur Folge.
Dies ist in dem sechsten Ausfuhrungsbeispiel in Figur 6 anhand des Strahles 13 d schematisch dargestellt. Abgesehen von der zentralen Vertiefung 8 entspricht dieses Ausfuhrungsbeispiel dem vierten Ausfuhrungsbeispiel, Figur 4. Die zentrale Vertiefung 8 hingegen ist deutlich tiefer als in Figur 4 eingeschnitten und weist einen fünfeckigen Querschnitt auf, der sich aus einem Rechteck mit angefugtem Dreieck zusammensetzt. Der Scheitelwinkel des Dreieckes ist dabei großer als bei dem m Figur 4 dargestellten Ausfuhrungsbeispiel und bewirkt eine vermehrte Reflexion in Richtung der Mehrschichtstruktur 4. Hierbei ist es vorteihaft, die Kontaktflache 6 auf der Mehrschichtstruktur perforiert auszubilden und so den Auskopplung durch diese Kontaktflache zu vergrößern.
Die tief eingeschnittene und vollständig metallisierte Ausnehmung 8 fuhrt zudem aufgrund der Nahe der Bodenflache der Ausnehmung zur Mehrschichtstruktur 4 zu einer besonders gro- ßen Verkürzung der Stromwege 12.
Bei dem in Figur 7 dargestellten siebten Ausfuhrungsbeispiel ist im Unterschied zu dem sechsten Ausfuhrungsbeispiel der Scheitelwinkel der zentralen Ausnehmung kleiner gewählt. Die fuhrt zu einer vermehrten Reflexion m Richtung der schragge- stellten Fensterseitenflachenteile 10a und in Verbindung damit zu einer erhöhten Auskopplung auf Seiten der Mehrschicht-
Struktur 4. Auch hier ist es vorteilhaft, die Kontaktflache 6 auf der Mehrschichtstruktur 4 perforiert auszubilden. Verschiedene Strahlwege sind schematisch anhand der Strahlen 13 dargestellt .
Bei dem in Figur 8 gezeigten achten Ausfuhrungsbeispiel ist im Unterschied zu den bisherigen Ausfuhrungsbeispielen nur die zweite Hauptflache 3 und die Mehrschichtstruktur 4 mit Kontaktflachen versehen, wobei die Kontaktflache 6 auf der Mehrschichtstruktur perforiert ausgebildet ist. Damit wird eine besonders hohe Strahlungsauskopplung über die Seitenflächen 10 erreicht. Die zentrale Vertiefung 8 ist so gebildet, daß an einem Teil ihrer Seitenflachen totalreflektiert wird.
Bei den in Figur 9 und 10 gezeigten Ausfuhrungsbeispielen sind die Seitenflachen des Fensters teilweise mit perforierten Kontaktflachen versehen. Damit ist auch in den Bereichen dieser Kontaktflachen mit Vorteil eine Strahlungsauskopplung möglich, wobei durch die Verringerung des Abstands zwischen den Kontaktflachen 6 und 11 der Serienwiderstand vorteilhaft verringert ist. Bei dem in Figur 9 gezeigten Ausführungsbeispiel erstreckt sich die Kontaktflache auch über die zentrale Ausnehmung 8. Bei dem Ausführungsbeispiel nach Figur 10 hingegen ist zur Verringerung des Herstellungsaufwands die zen- trale Ausnehmung unbedeckt, die Strahlung 13 wird an der Innenseite der zentralen Ausnehmung 8 totalreflektiert.
In Figur 11 ist em weiteres Ausführungsbeispiel dargestellt, das im Unterschied zu den bisher beschriebenen Ausfuhrungs- beispielen zwei zentrale Vertiefungen 8 a, b aufweist. Die
Ausnehmungen 8 a, b und die darauf ausgebildete Kontaktmetallisierung 11 entspricht in ihrer Form dem sechsten Ausfuhrungsbeispiel, wobei selbstverständlich eine Kombination mit den anderen gezeigten Ausfuhrungsbeispielen ebenfalls möglich ist. Die mehrfache Anordnung von Vertiefungen in der zweiten Hauptflache 3 ist insbesondere für großflächige Halbleiter- bauelemente vorteilhaft, da mit einer Mehrzahl von Ausnehmun-
gen sowohl der Serienwiderstand des Bauelementes als auch die Strahlungsausbeute über die gesamte Bauelementflache gesenkt bzw. erhöht werden kann. Soweit es die Stabilität des Bauelementes zulaßt, können selbstverständlich auch mehr als die gezeigten zwei Vertiefungen 8a, b gebildet werden.
Vorzugsweise besteht bei den Ausfuhrungsbeispielen das Fenster 1 aus Siliciumcarbid, auf das eine Galliumnitrid-basie- rende Mehrschichtstruktur aufgebracht ist. Siliciumcarbid wird bevorzugt als Epitaxiesubstrat für Galliumnitrit-basie- rende Halbleiterbauelemente verwendet. Unter Galliumnitrid- basierenden Materialien sind dabei neben GaN selbst von GaN abgeleitete oder damit verwandte Materialien, insbesondere ternare oder quaternare Mischkristallsysteme wie AlGaN (Ali- xGaxN, O≤x≤l), InGaN (Inι_xGaxN, O≤x≤l), InAlN (Ir_ι-XA1XN,
O≤x≤l) und AlInGaN (Alι_x-yIr_xGayN, O≤x≤l, O≤y≤l) zu verstehen.
Die epitaktische Herstellung solcher Galliumnitrid-basieren- der Bauelemente erfordert ein weitgehend an Galliumnitrid- Gitter angepaßtes Substrat, wofür sich Siliciumcarbid besonders eignet .
Allerdings weist Siliciumcarbid einen sehr hohen Brechungsindex von etwa 2,7 auf, so daß die Totalreflexionsverluste ent- sprechend hoch bzw. der Auskoppelgrad entsprechend gering ist. Die gezeigten Ausfuhrungsbeispiele erhohen insbesondere aufgrund der angeschragten Seitenflachen mit Vorteil die Strahlungsausbeute. Der durch den reduzierten Querschnitt des Fensters prinzipiell vergrößerte serielle Widerstand des Bau- elementes wird bei der Erfindung vorteilhafterweise durch die seitlich hochgezogenen Kontaktflachen kompensiert bzw. sogar daruberhinaus erniedrigt. Die Ausbildung spiegelnder, semitransparenter oder perforierter Kontaktmetallisierungen tragt zu einer weiteren Erhöhung der Strahlungsausbeute bei.
Die Erfindung ist jedoch nicht auf Galliumnitrid-basierende Systeme beschrankt, sondern kann ebenso bei anderen Halblei-
tersystemen, wie beispielsweise Galliumarsenid-, Galliumphos- phid oder Zmkselenid-basierenden Materialien angewandt werden. Auch hier verbleibt em erheblicher Teil der erzeugten Strahlung aufgrund von Totalreflexion m der Mehrschicht- struktur-Fenster-Anordnung und wird schließlich absorbiert.
Ebenso ist die Erfindung auch für andere als die bisher genannten Fenstermaterialien, beispielsweise Quarzglas, Diamant, ITO (Indium tm oxide) oder auf Zmkoxid, Zmnoxid, In- diumoxid oder Galliumphosphid-basierende Materialien vorteilhaft, da in der Regel bei all diesen Fenstern bei der Auskopplung em Übergang m em optisch dünneres Medium vorliegt, bei dem Totalreflexion auftreten kann und der Auskoppelgrad dementsprechend reduziert ist.
Weiterhin ist die Erfindung auch für vergossene oder anderweitig mit einer Umhüllung versehene Halbleiterkorper bzw. Fenster vorteilhaft, da die Umhüllung in der Regel einen niedrigeren Brechungsindex aufweist, so daß auch in diesem Fall die Strahlungsausbeute durch Totalreflexion vermindert wird.
Em Fenster aus den genannten Materialien kann nach der Herstellung der Mehrschichtstruktur auf die Mehrschichtstruktur aufgebracht werden. Bei einer epitaktischen Herstellung der Mehrschichtstruktur ist dies beispielsweise dadurch möglich, daß nach der Epitaxie das Epitaxiesubstrat abgelost und das Fenster an dessen Stelle mittels eines Waverbondmg-Verfahrens mit der Mehrschichtstruktur verbunden wird.
Alternativ kann das Fenster auch auf die epitaktisch hergestellte Halbleiteroberflache aufgebracht und danach das Epitaxiesubstrat abgelost werden. Diese Vorgehensweise besitzt den Vorteil, daß das Epitaxiesubstrat weiter verwendet werden kann, was insbesondere bei teuren Materialien hier beispielsweise Siliciumcarbid-Substraten zu einem deutlichen Kosten- vorteil fuhrt.
In Figur 12 ist anhand von fünf Zwischenschritten 12 a bis 12 c em erstes Ausführungsbeispiel eines erfmdungsgemaßen Herstellungsverfahrens schematisch dargestellt.
Zunächst wird eine Fensterschicht 20, aus der spater das Fenster 1 gefertigt wird, bereitgestellt, Figur 12 a. Die Fensterschicht 20 kann beispielsweise m Form eines Siliciumcar- bid-Substrates vorliegen.
Auf die Fensterschicht 20 wird eine Halbleiterschichtenfolge 21 aufgebracht, die insbesondere eine aktive, im Betrieb Strahlungserzeugende Halbleiterschicht enthalt. Die Halbleiterschichtenfolge 21 entspricht dabei der Mehrschichtstruktur 4 eines erfmdungsgemaßen Halbleiterbauelementes. Die Schichtenfolge wird vorzugsweise epitaktisch aufgewachsen oder mittels eines Waferbondmg-Verfahrens aufgebracht. Em Epitaxieverfahren reduziert vorteilhafterweise die Anzahl der Her- stellungsschπtte, da mit der epitaktischen Herstellung der Halbleiterschichtenfolge 21 auch bereits die Aufbringung auf die Fensterschicht 20 erfolgt. E Waferbondmg-Verfahren hingegen besitzt den Vorteil, daß auch zur Epitaxie ungeeignete, aber ansonsten vorteilhafte Materialien für die Fensterschicht verwendet werden können. Zudem können die bei der Herstellung der Halbleiterschichtenfolge verwendeten Epitaxiesubstrate weiterverwendet und so die Herstellungskosten reduziert werden.
Nach der Aufbringung der Halbleiterschichtenfolge 21 wird die Fensterschicht 20 strukturiert, Figur 12 b. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel wird dazu die Fensterschicht 12 an den für die spatere Vereinzelung vorgesehenen Trennungsstellen 24 eingesagt. Das Sageblatt weist einen Formrand auf, der im Sagebereich im Querschnitt zu der zu bildenden Ausnehmung 23 komplimentar ist. Zur Ausbildung einer zentralen Vertiefung, wie sie beispielsweise bei dem dritten Ausfuhrungsbeispiel
dargestellt ist, mußte lediglich der Sageschnitt zwischen den Trennungsstellen 24 erfolgen.
Nachfolgend wird auf der strukturierten Fensterschicht 20 eine durchgehende Kontaktmetallisierung 25 ausgebildet. Dieser Schritt wird nachfolgend genauer erläutert.
Abschließend wird der Verbund aus Halbleiterschichtenfolgen 21 und Fensterschicht 20 durch Brechen an den Trennungsstel- len 24 m einzelne Halbleiterbauelemente vereinzelt, wobei die Teile der Fensterschicht 20 das Fenster 1 und die darauf aufgebrachten Teile der Halbleiterschichtenfolge 21 die Mehrschichtstruktur 4 bilden.
In Figur 13 ist em zweites Ausfuhrungsbeispiel eines erfin- dungsgemaßen Herstellungsverfahrens gezeigt. Wiederum beginnt das Verfahren mit der Bereitstellung einer Fensterschicht 20, Figur 13 a. Die Fensterschicht 20 weist eine erste Hauptflache 26 auf, die zur Aufbringung einer Halbleiterschichten- folge vorgesehen ist. Auf der zweiten Hauptflache 27 der Fensterschicht erfolgt die Strukturierung.
Nachfolgend wird die Fensterschicht 20 vor der Aufbringung der Halbleiterschichtenfolge 21 vorstrukturiert, Figur 13 b. Dazu wird an den vorgesehenen Trennungsstellen 24 die Fensterschicht 20 auf der zweiten Hauptflache 27 eingesagt, so daß eine Mehrzahl von Ausnehmungen 23 mit beispielsweise rechteckigem Querschnitt entsteht. Die Sagetiefe bzw. die Tiefe der Ausnehmungen 23 ist so gewählt, daß gerade die mit einer Kontaktflache zu versehenden Seitenflächen freiliegen. Eine weitergehende, tiefere Strukturierung erfolgt erst m einem spateren Schritt des Herstellungsverfahrens, so daß die mechanische Stabilität der Fensterschicht zunächst weitgehend erhalten bleibt.
Die so gebildeten Ausnehmungen 23 und die verbleibenden Bereiche der zweiten Hauptflache 27 werden nun mit einer durch-
gehenden Kontaktmetallisierung 25 versehen. Da sich auf der Fensterschicht 20 noch keine Halbleiterschichten befinden, kann die Kontaktmetallisierung 25 vorteilhafterweise bei wesentlich höheren Temperaturen als im vorigen Ausfuhrungsbei- spiel ausgebildet werden. Dies vereinfacht bzw. ermöglicht beispielsweise eine Sinterung der Kontaktmetallisierung, die ebenfalls den Serienwiderstand des Bauelementes vorteilhaft senkt .
Im folgenden Schritt wird wie im zuvor bescnriebenen Ausfuhrungsbeispiel eine Halbleiterschichtenfolge 21, die eine aktive Schicht 24 enthalt, auf die erste Hauptflache 26 der Fensterschicht 20 aufgebracht. Da die Kontaktmetallisierung 25 bereits ausgebildet ist, können insbesondere auch empfmd- liehe Halbleiterstrukturen wie beispielsweise Mehrfachquantentop-Strukturen mit geringen Strukturdicken, die bei höheren Temperaturen leicht degradieren, gebildet werden.
Es folgt darauf em weiterer Strukturierungsschπtt , bei dem die bereits begonnene Strukturierung der Fensterschicht 20 vollendet wird. Hierbei werden die bereits gebildeten Ausnehmungen 23 durch nochmaliges Einsagen vertieft und weiter geformt, beispielsweise durch Ausbildung schräger Flanken in der Fensterschicht zur Erhöhung der Strahlungsauskopplung. Zudem wird auch die Halbleiterschichtenfolge 21 in einzelne Mehrschichtstrukturen 4 aufgeteilt. Zur Strukturierung der Halbleiterschichtenfolge 21 eignet sich beispielsweise e Atzverfahren unter Verwendung einer bekannten Maskentechnik.
Im letzten Schritt, Figur 13 f, wird der Verbund aus Fensterschichten und Mehrschichtstruktur wie im vorangegangenen Ausführungsbeispiel vereinzelt.
Bei dem beschriebenen Herstellungsverfahren ist es erforder- lieh, strukturierte Flachen, wie beispielsweise die Flache 27 und die darin gebildeten Ausnehmungen 23 in Figur 12, mit einer einheitlichen Kontaktflache zu versehen. Diese struktu-
rierten Flachen setzen sich aus einer Mehrzahl gewinkelt verbundener Einzelflachen zusammen, wodurch die Ausbildung einer Kontaktflache erschwert wird. Eine geeignete Vorrichtung zum Aufbringen einer Kontaktmetallisierung ist m Figur 14 gezeigt. Die Vorrichtung enthalt eine Metalldampfquelle 30, aus der Metalldampf 32 mit einer Vorzugsrichtung austritt. Als Metalldampfquelle 30 kann beispielsweise em Elektronen- strahlverdampfer mit einem Target und einem auf dieses Target gerichteten Elektronenstrahl verwendet werden.
Eine Fensterschicht 20 ist mit der zu bedampfenden Flache der Dampfquelle 30 zugewandt, wobei die zu bedampfende Flache schräg zur Vorzugsrichtung der Metalldampfquelle 32 angeordnet ist. Damit schlagt sich der Metalldampf 32 sowohl auf der Hauptflache 27 als auch auf den Innenseiten der Ausnehmungen 23 nieder. Der bedampfte Bereich innerhalb der Ausnehmungen wird im wesentlichen durch Abschattungen vorspringender Kanten bestimmt. Je nach Neigung der zu bedampfenden Flache gegen die Vorzugsrichtung der Bedampfungsquelle variiert so die Tiefe, bis zu der die Metallschicht innerhalb der Ausnehmungen 23 ausgebildet wird.
In Figur 15 ist perspektivisch em weiteres Ausfuhrungsbeispiel der Erfindung gezeigt, wobei das Fenster zu Erhöhung der Strahlungsauskopplung Fensterflanken mit einem schagge- stellten Bereich 10a aufweisen. Weiterhin ist die Mehrschichtstruktur 4 mit einer perforierten Kotaktflache 6 versehen, die eine Mehrzahl kreisförmiger Offnungen 14 aufweist. Die Kontaktflache selbst kann beispielsweise als dicke, spie- gelnde Platin oder Palladiumkontaktschicht ausgebildet sein, wobei die Dicke vorzugsweise zwsichen lOnm und 30nm liegt.
Alternativ kann die Kontaktschicht 6 auch dunner geformt sein, so daß die Kontaktschicht 6 strahlungsdurchlassig ist. Mit Vorteil wird dann die erzeugte Strahlung sowohl durch die Offnungen 14 als auch durch die Kontaktschicht hindurch ausgekoppelt .
In Figur 16 sind zwei Aufsichten auf em Ausfuhrungsbeispiel der Erfindung mit perforierter Kontaktflache gezeigt. Bei dem in figur 16 a dargestellten Ausfuhrungsbeispiel sind die Off- nungen in der Kontaktschicht 6 kreisförmig gebildet. Alternativ können die Offnungen auch beispielsweise kreuzschlitzar- tig gebildet sein, wie Figur 16b zeigt. Bevorzugt sind die Offnungen dicht gepackt angeordnet. Damit die dazwischenliegenden Kontaktflachenbereiche nicht zu schmal werden und da- mit die Stromeinleitung m das Bauelement verschlechtern, sind die kreuzschlitzartigen Offungen in Figur 16b so angeordnet, daß ihr gegenseitger Abstand nicht geringer ist als die Stegbreite a.
Der Durchmesser bzw. die Stegbreite a der Offnungen 14 ist vorteilhafterweise so bemessen, daß sich durch die Stromaufweitung eine weitgehend homogene Stromdichte in der aktiven Schicht ergibt.
Die Erläuterung der Erfindung anhand der gezeigten Ausfuh- rungsbeispiele stellt selbstverständlich keine Beschrankung der Erfindung auf diese Ausfuhrungsbeispiele dar.