Die Erfindung betrifft eine Haltevorrichtung für ein Werkzeug, mit
einem Grundkörper, der einen Schlitz aufweist, der mit zwei Vorsprüngen
versehen ist.
Eine solche Haltevorrichtung ist aus dem deutschen Gebrauchsmuster
299 04 169 bekannt und dient als Verpackung beispielsweise für ein
Bohrwerkzeug, insbesondere um es in einen Verkaufsständer zu hängen.
Das Bohrwerkzeug ist an seinem Schaft, der in einer Bohrmaschine aufgenommen
werden kann, mit üblicherweise insgesamt vier Nuten versehen.
Zwei der Nuten, die einander diametral gegenüberliegen, sind
stirnseitig offen und dienen als Drehmitnahmenuten, und die beiden
anderen Nuten, die einander ebenfalls diametral gegenüberliegen, sind
stirnseitig geschlossen und dienen als Verriegelungsnuten. Diese
Ausgestaltung ist unter der Bezeichnung "SDS +" am Markt bekannt. Zur
Aufnahme eines solchen Bohrwerkzeugs ist die bekannte Haltevorrichtung
derart ausgestaltet, daß sich die beiden Vorsprünge in unterschiedlichen
Ebenen erstrecken. Dies ermöglicht es, das Bohrwerkzeug durch
eine einfache Drehbewegung in die Haltevorrichtung einzulegen. Zu
diesem Zweck muß das Bohrwerkzeug lediglich so auf den Schlitz
aufgelegt werden, daß einer der Vorsprünge in eine der Verriegelungsnuten
eingreift. In diesem Zustand liegt das Bohrwerkzeug auf dem
versetzt zum ersten Vorsprung angeordneten zweiten Vorsprung lose auf.
Anschließend muß nur in einer Richtung senkrecht zur Längsachse des
Bohrwerkzeugs und zu dem Vorsprung hin, auf dem das Bohrwerkzeug lose
aufliegt, ein Druck auf das Bohrwerkzeug ausgeübt werden, wodurch es
in den Schlitz hineingedrückt wird und der zweite Vorsprung in die
zweite Verriegelungsnut einschnappt. Das Bohrwerkzeug ist dann sicher
und zuverlässig im Grundkörper eingerastet.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Haltevorrichtung der
eingangs genannten Art dahingehend weiterzuentwickeln, daß das Einbringen
des zu haltenden Werkzeugs in den Schlitz erleichtert wird.
Zu diesem Zweck ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß der Grundkörper
aus zwei Hälften besteht, die aneinander befestigt sind. Bei
dieser Gestaltung kann das Werkzeug im geöffneten Zustand der Haltevorrichtung
geeignet im Schlitz angeordnet werden. Anschließend wird
die andere Hälfte des Grundkörpers montiert. Das Werkzeug ist dann
zuverlässig zwischen den beiden Vorsprüngen im Schlitz gehalten.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den
Unteransprüchen.
Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf verschiedene
Ausführungsformen beschrieben, die in den beigefügten Zeichnungen
dargestellt sind. In diesen zeigen:
- Figur 1 in einer Seitenansicht eine erfindungsgemäße Haltevorrichtung
mit eingelegtem Werkzeug;
- Figur 2 eine Schnittansicht entlang der Ebene II-II von Figur 1
bei entferntem Werkzeug;
- Figur 3 einen Schnitt entlang der Ebene II-II von Figur 1;
- Figur 4 in einer Seitenansicht mehrere miteinander verbundene
Haltevorrichtungen;
- Figur 5 eine Schnittansicht der Haltevorrichtungen von Figur 4;
- Figur 6 in einer weiteren Seitenansicht die Haltevorrichtungen
von Figur 4;
- Figur 7 in einer Draufsicht mehrere Haltevorrichtungen, bevor
ein Werkzeug eingelegt wurde;
- Figur 8 in einer Seitenansicht die Haltevorrichtungen von
Figur 7;
- Figur 9 in einer weiteren Seitenansicht die Haltevorrichtungen
von Figur 7;
- Figur 10 in einer abgebrochenen Schnittansicht einen Teil der
Haltevorrichtung von Figur 1 in vergrößertem Maßstab;
- Figur 11 in einer Ansicht entsprechend derjenigen von Figur 10
eine Haltevorrichtung gemäß einer zweiten Ausführungsform;
- Figur 12 in einer Ansicht entsprechend derjenigen von Figur 10
eine Haltevorrichtung gemäß einer dritten Ausführungsform;
- Figur 13 in einer Ansicht entsprechend derjenigen von Figur 10
eine Haltevorrichtung gemäß einer vierten Ausführungsform;
- Figur 14 in einer Ansicht entsprechend derjenigen von Figur 10
eine Haltevorrichtung gemäß einer fünften Ausführungsform;
- Figur 15 in einer Ansicht entsprechend derjenigen von Figur 10
eine Haltevorrichtung gemäß einer sechsten Ausführungsform; und
- Figur 16 in einer Ansicht entsprechend derjenigen von Figur 10
eine Haltevorrichtung gemäß einer siebten Ausführungsform.
Anhand der Figuren 1 bis 10 wird nun eine erste Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung beschrieben.
Die Haltevorrichtung besteht aus einem kastenartigen Grundkörper
10, der wiederum aus zwei wannenartigen Hälften 12, 14 besteht. Die
beiden Hälften liegen entlang einer Mittelebene M des Grundkörpers
aneinander an.
Jede Hälfte weist eine Deckplatte 16 auf, in der sich eine Aussparung
18 erstreckt. Die Aussparung hat hier einen rechteckigen Querschnitt,
wobei sich ausgehend von den beiden längeren Seiten der Aussparung
zwei Laschen 20 erstrecken. Somit weist der Grundkörper einen
von einer Seite zur anderen durchgehenden Schlitz 21 auf, wobei an
einer Außenfläche des Grundkörpers eine Öffnung vorgesehen ist.
Am Ende jeder Lasche 20 ist ein Teil eines Vorsprungs 22
angeordnet, so daß bei aufeinandergelegten Hälften 12, 14 ein
vollständiger Vorsprung 22 erhalten ist. Bei der Ausgestaltung gemäß
der ersten Ausführungsform (s. insbesondere Figur 10) stoßen die
beiden Laschen 20 jeder Hälfte stumpf mit den gegenüberliegenden
Laschen zusammen.
Der Grundkörper ist vorzugsweise als Kunststoff-Spritzteil ausgeführt.
Es ist dann möglich, mehrere Grundkörper nebeneinanderliegend
herzustellen (s. Figur 7), wobei die einzelnen Grundkörper miteinander
durch Sollbruchstellen 24 verbunden sind. Zwischen den beiden Hälften
12, 14 eines Grundkörpers 10 ist ein Filmscharnier 26 ausgebildet.
Die Montage erfolgt dadurch, daß ein in der Haltevorrichtung aufzunehmendes
Werkzeug mit beispielsweise seinem Schaft, der mit
mindestens zwei einander gegenüberliegenden, geschlossenen Nuten
versehen ist, zwischen die beiden Laschen 20 einer Hälfte des
Grundkörpers 10 eingelegt wird. Die am Ende der Laschen 20
vorgesehenen Teile der Vorsprünge 22 schnappen dabei bereits in die
Nuten ein. Anschließend wird die zweite Hälfte des Grundkörpers auf
die mit dem Werkzeug versehene Hälfte aufgebracht, wobei die beiden
Teile durch ein beliebiges geeignetes, dem Fachmann bekanntes Mittel
aneinander befestigt werden, beispielsweise Kleben, lokales Verschweißen
oder auch Verrasten. Das Werkzeug ist dann sicher und
zuverlässig zwischen den beiden Vorsprüngen 22 gehalten, wobei der
Schaft innerhalb des Schlitzes liegt und durch die Öffnung in der
Außenfläche des Grundkörpers aus diesem austritt.
Nach dem Einbringen des Werkzeugs in den von den beiden Aussparungen
18 gebildeten Schlitz und dem Befestigen der beiden Hälften
des Grundkörpers aneinander ergibt sich die in den Figuren 4 und 5
gezeigte Gestalt, bei der mehrere Grundkörper noch aneinanderhängend
vorliegen. Die Grundkörper können einfach dadurch voneinander getrennt
werden, daß die Verbindung zwischen Ihnen entlang der Sollbruchstelle
zertrennt wird.
Wenn eine lösbare Rastverbindung dazu verwendet wird, die beiden
Hälften 12, 14 des Grundkörpers 10 aneinander zu befestigen, kann das
Werkzeug ohne Beschädigung des Grundkörpers entnommen werden, indem
die beiden Hälften wieder voneinander getrennt werden. Auch ist dann
eine Wiederverwendung des Grundkörpers möglich.
Es ist möglich, unmittelbar auf den Deckplatten 16 eine Beschriftung
anzubringen, beispielsweise zu den Abmessungen des in der
Haltevorrichtung aufgenommenen Werkzeugs. Es ist alternativ möglich,
auf die Deckplatten einen anderen Informationsträger aufzubringen,
beispielsweise eine Papplasche.
In Figur 11 ist eine Haltevorrichtung gemäß einer zweiten Ausführungsform
gezeigt. Im Unterschied zur ersten Ausführungsform stoßen
hier die beiden Laschen 20 jeder Hälfte 12, 14 stufenartig aneinander.
Dies verbessert die Genauigkeit, mit der die beiden Teile des Vorsprungs
22 aneinander anliegen.
In Figur 12 ist eine Haltevorrichtung gemäß einer dritten Ausführungsform
gezeigt. Bei dieser Ausgestaltung sind die beiden Vorsprünge
22 an den Laschen 20 ausgebildet, die von der Hälfte 12 zum
Inneren der Haltevorrichtung hin hervorstehen. Die Hälfte 14 des
Grundkörpers 10 ist mit zwei Rastlaschen 30 versehen, die an einer
Kante auf der Rückseite der Laschen 20 angreifen. Auf diese Weise
werden die beiden Hälften 12, 14 unmittelbar aneinander befestigt,
ohne daß separate Verbindungsmittel erforderlich sind.
In Figur 13 ist eine Haltevorrichtung gemäß einer vierten Ausführungsform
gezeigt. Bei dieser Ausführungsform ist jede Hälfte 12,
14 mit einer einzigen Lasche 20 versehen, an der der vollständige
Vorsprung 22 ausgebildet ist. Bei dieser Ausführungsform ergibt sich
eine besonders hohe Flexibilität der beiden Vorsprünge 22.
In Figur 14 ist eine Haltevorrichtung gemäß einer fünften Ausführungsform
gezeigt. Diese basiert auf der dritten und der vierten
Ausführungsform, wobei die Rastlaschen nicht mehr, wie dies bei der
dritten Ausführungsform vorgesehen war, beide an einer der beiden
Grundplatten angebracht sind. Statt dessen ist vorgesehen, daß jede
Grundplatte mit einer Rastlasche und einem Vorsprung 22 versehen ist,
wobei die entsprechende Rastlasche an dem Vorsprung der anderen Hälfte
angreift.
In Figur 15 ist eine Haltevorrichtung gemäß einer sechsten Ausführungsform
gezeigt. Diese basiert auf der ersten Ausführungsform,
bei der die beiden Laschen 20 jeder Hälfte stumpf mit den gegenüberliegenden
Laschen zusammenstoßen. Zur Befestigung der beiden
Hälften des Grundkörpers aneinander wird ein mittels einer Druckkraft
erzielbarer Eingriff zwischen einer Aufnahmeöffnung 28, die in der
einen Hälfte des Grundkörpers ausgebildet ist, und einem zylindrischen
Vorsprung 30 verwendet, der in der anderen Hälfte des Grundkörpers
ausgebildet ist. Die Aufnahmeöffnung und der Vorsprung sind nach Art
einer Preßpassung so dimensioniert, daß der Vorsprung nur mit einer
bestimmten Mindestdruckkraft in die Aufnahmeöffnung eingedrückt werden
kann und dann dort aufgrund der entstehenden Reibung festgehalten
wird. Eine solche Verbindung der beiden Hälften des Grundkörpers wird
auf jeder Seite der Aussparung für den Werkzeugschaft vorgesehen.
In Figur 16 ist eine Haltevorrichtung gemäß einer siebten Ausführungsform
gezeigt. Diese basiert auf der sechsten Ausführungsform,
wobei hier anstelle der Preßpassungs-Verbindung Rastlaschen, wie sie
aus den Figuren 12 und 14 bekannt sind, verwendet werden, die
beiderseits der Aussparung zur Aufnahme des Werkzeugs angeordnet sind.
Abweichend von den gezeigten Ausführungsformen ist es nicht
unbedingt erforderlich, den Grundkörper kastenartig auszubilden. Es
kann auch ein seitlich offener Grundkörper oder ein Grundkörper
verwendet werden, der eine andere Grundform als die gezeigte
rechteckige Grundform aufweist.