Die Erfindung betrifft eine kationisch modifizierte Aufhellerdispersion
für die Papierindustrie.
Der Weißgrad von Papieren und Kartonagen ist ein wesentlicher
technischer Parameter des Endproduktes. Die wichtigsten
Rohstoffe der Papiererzeugung, Zellstoff und Holzstoff, sind
aber nicht reinweiß, sondern gelbstichig. Vom menschlichen
Auge wird ein gelbes Weiß als dunkler empfunden als ein
bläuliches Weiß. Für die Erzeugung eines weißes Papiers ist es
also nötig, den Gelbstich mit Unterstützung bestimmter
Hilfsmittel,u.a. durch Zugabe von optischen Aufhellern zu beseitigen.
Durch die aus der zunehmenden ökologischen Verpflichtung resultierende
Einführung der chlorfreien Bleiche ist die durchschnittliche
Weiße der verfügbaren Zellstoffe in letzter Zeit
allerdings zurückgegangen. Gleichzeitig erhöhte sich der Gelbwert.
Der vermehrte Einsatz von Altpapier auch in hochwertigen
Druckpapieren hat ebenfalls eine Reduzierung der Weiße zur
Folge.
Die optischen Aufheller haben nun die Fähigkeit, durch Fluoreszenz
den Gelbstich auszugleichen, ohne gleichzeitig die Helligkeit
zu vermindern. Die optischen Aufheller adsorbieren UV-Licht
mit einem Maximum bei 350 - 360 nm und wandeln es in
sichtbares blaues Licht mit einem Maximum bei 440 nm um. Die
Substanzen sind sehr effektiv, so daß schon die Zugabe einer
kleinen Menge einen großen Einfluß auf die Weiße des Papiers
hat. Durch den Einsatz optischer Aufheller in der Papiermasse,
bei der Oberflächenleimung oder im Strich ist man in der Lage,
Papiere mit hoher Weiße herzustellen.
Die optischen Aufheller besitzen im allgemeinen einen anionischen
Ladungscharakter und verhalten sich in vielen Fällen wie
substantive Farbstoffe.
Für die Verwendung als Aufheller in der Papierindustrie haben
sich aufgrund ihrer Affinität zu Cellulose die Derivate der
Diamino-Stilben-Disulfonsäuren durchsetzen können. Tendenziell
haben Typen mit hoher Löslichkeit eine geringere Affinität zur
Faser. Die verfügbaren Produkte haben prinzipiell alle die
nachstehend angegebene Grundstruktur:
worin Me Alkali, vorzugsweise Natrium, und x, y, w und z verschiedene
Endgruppen, wie Halogen-, Alkyl-, Hydroxy- oder Alkylsulfogruppen
darstellen. Neben den Disulfonsäurederivaten
gibt es auch die Tetra- und Hexasulfonsäurederivate mit 4 bzw.
6 Sulfogruppen im Molekül. Die Löslichkeit und die Säurestabilität
nehmen mit der Anzahl der Sulfogruppen zu, während die
Affinität zur Faser abnimmt.
Als alternative Aufheller für die Papierindustrie wurden in
neuerer Zeit Distyryldiphenyl-Derivate eingeführt. Der Vorteil
dieser Produkte besteht in einer Verdoppelung der Stilbengruppe,
womit die Effizienz deutlich gesteigert werden konnte.
Diese Verbindungen haben die allgemeine Grundstruktur:
wobei die Anzahl der Sulfogruppen auch bis zu 6 betragen kann.
Ein für die Wirksamkeit ausschlaggebendes Merkmal der optischen
Aufheller vom Diamino-Stilben-Sulfonsäuretyp ist die
Existenz von zwei verschiedenen Atomanordnungen (Cis-Trans-Isomerie).
Nur in der Trans-Form kann der optische Aufheller
fluoreszieren, während die Cis-Form hierzu nicht in der Lage
ist. Handelsübliche Aufhellerlösungen liegen in der Trans-Form
vor. Durch die Einwirkung von Licht findet eine Umwandlung in
die Cis-Form statt, die durch eine ausreichende Fixierung des
Aufhellers an einer Oberfläche zum Teil vermieden werden kann.
Die Aufheller müssen aus diesem Grund an geeignete Trägermaterialien
(Carrier) gebunden werden.
Beim Einsatz der optischen Aufheller in der Papiermasse fungiert
Cellulose als Trägermaterial, da Aufheller eine natürliche
Affinität zu dieser besitzen. Die Substantivität bewirkt,
daß der Aufheller aufgrund von Elektronenwechselwirkungen
mit den OH-Gruppen der Cellulose an der Faser adsorbiert
wird, obwohl beide Substanzen negativ geladen sind.
Da die optischen Aufheller aber keine Affinität zu Pigmenten
oder synthetischen Bindemitteln haben, muß in Streichfarben
grundsätzlich eine weitere Komponente zugegeben werden, auf
der die Aufheller aufziehen können. Als Trägermaterialien
wirken z. B. Polyvinylalkohol, Carboxymethylcellulose, Stärke,
Casein, Polyacrylat-Verdicker, Melamin-, Formaldehyd-(MF)- und
Harnstoff-Formaldehyd-(HF)-Harze und Polyglykole. Da diese
Stoffe häufig eingesetzte Co-Binder oder Vernetzungsmittel
sind, ist die Möglichkeit der optischen Aufhellung auch in
Streichfarben gegeben.
Die Anwendung von optischen Aufhellern in der Masse für holzfreie
Papiere oder für Papiere mit einem geringen Anteil an
mechanischen Fasern hat in den letzten Jahren extrem zugenommen.
Bei Zeitungsdruck, verbessertem Zeitungsdruck und SC-Papier
(Super Calandered Papier) wurden dagegen in der Vergangenheit
keine Aufheller verwendet.
Der Hauptgrund dafür ist, daß optische Aufheller als anionische
Substanzen durch kationische Hilfsmittel, wie Alaun,
kationische Leimungs-, Naßfest- und Retentionsmittel gestört
werden. Dies ist um so gravierender, je höher die kationische
Ladungsdichte des Hilfsmitteis ist.
Besonders die Zugabe von stark kationischen Fixiermitteln, die
als Ersatz von Alaun (Al-Sulfat) bei der neutralen Papierherstellung
eingesetzt werden, kommt es zur Löschung bzw. Ausfällung
von anionischen Aufhellern. Dasselbe gilt für kationische
Zusätze in Leimpressenformulierungen (wie z. B. kationische
Stärke, kationische Dialkyldiketene (AKD), kationische
synthetische Oberflächenleimungsmittel) und in Streichfarben.
Vor allem bei kationischen Streichfarbenformulierungen, die
bei gestrichenen Inkjet-Papieren zum Stand der Technik gehören,
versagen anionische Aufheller. Kationische Aufheller entsprechen
aber nicht der 36. Empfehlung des Bundesgesundheitsamtes
(BGA) für Farbstoffe in Lebensmittelverpackungen. Werden
hochweiße Papiere gefordert, so können vielfach die qualitativen
und wirtschaftlichen Vorteile von kationischen Leimungs- oder
Streichfarbensystem wegen des Weißeverlustes und der
Schädigung des anionischen optischen Aufhellers nicht genutzt
werden.
Die DE 26 28 571 A1 beschreibt ein Verfahren zur Verbesserung
der Wirkung von optischen Aufhellern in der Papierindustrie,
wobei anionische Aufheller mit einem Polypiperidiniumhalogenid
(einem kationischen Polymer), das sich in dispergiertem
Zustand auf einem feinteiligen Träger adsorbiert befindet, in
Berührung gebracht werden. Der Träger kann z. B. einen feinteiligen
anorganischen Füllstoff oder einen feinteiligen organischen
Stoff, wie Stärke, Carboxymethylcellulose, feinteilige
Zellstofffasern oder feinteiligen Holzschliff, darstellen. Unter
den feinteiligen Trägern (dies gilt auch für Stärke) versteht
man Substanzen, die nicht in kolloidal gelöster Form
vorliegen, d. h. das kationische Polymer zieht auf die Oberfläche
des anorganischen oder organischen Trägers auf.
Die CH 6 17 453 A5 beschreibt wäßrige Lösungen wasserlöslicher
optischer Aufheller, die einen anionischen optischen Aufheller,
ein Amioplast-Vorkondensat (ein kationisches Polymer) und
gegebenenfalls einen zusätzlichen Lösungvermittler enthalten.
Der Lösungsvermittler kann beispielsweise ein Polyglykol sein.
Es handelt sich hierbei aber nicht um ein Schutzkolloid. Ferner
ist die Aufhellerdispersion anionisch.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Aufhellerwirkung
von anionisch optischen Aufhellern in Anwesenheit von kationischen
Störsubstanzen bzw. kationischen Oberflächen- und
Streichfarbenformulierungen zu verbessern. Eine weitere Aufgabe
besteht darin, ein Ausbluten des Aufhellers zu vermindern
und seine Lichtstabilität zu erhöhen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine kationisch modifizierte
Aufhellerdispersion für die Papierindustrie gelöst,
die
a) einen anionischen optischen Aufheller, b) ein nichtionisches bzw. anionisches oder schwach
kationisches Schutzkolloid und c) ein kationisches oder kationisiertes Polymer enthält.
Vorzugsweise ist das anionische Schutzkolloid schwach anionisch.
Unter dem Begriff "schwach anionisch" bzw. "schwach
kationisch" versteht man, daß das Schutzkolloid eine Ladungsdichte
von weniger als 1 mmol/g, vorzugsweise um etwa
0,25 mmol/g hat.
Man nimmt an, daß das Schutzkolloid (b) den anionischen Aufheller
(a) umhüllt, so daß nur eine geringe Wechselwirkung mit
dem kationischen oder kationisierten Polymer (c) stattfindet,
wodurch ein Ausflocken des Aufhellers (a) und eine damit einhergehende
Floureszenzlöschung verhindert wird. Wie nachstehend
noch näher erläutert wird, kann nach einer zweiten Ausführungsform
der Erfindung auch das kationische Polymer umhüllt
werden (Koazervatbildung) wodurch ein Ausflocken des
Aufhellers (a) verhindert wird, auch wenn dieser jetzt nicht
mehr umhüllt ist.
Die Ladungsdichte wird nach folgender Methode bestimmt: eine
wäßrige Dispersion des schwach anionischen bzw. schwach kationischen
Schutzkolloids wird in einer Konzentration von 0,1
bis 5 Gew.-% mit einem Standard-Polyelektrolyten entgegengesetzter
Ladung nach der Streaming Current Detection(SCD)-Methode
titriert. Diese Methode ist im einzelnen in der Literaturstelle
Peter Heß, "Untersuchungen zur Anwendung der Polyelektrolyttitration
auf dem Gebiet der Papierherstellung",
Dissertation Technische Hochschule Darmstadt, 1983, beschrieben.
Es können aber auch stärker anionische Schutzkolloide (b) mit
einer Ladungsdichte von etwa 1 bis 1,5 mmol/g verwendet werden.
Durch die optimale Fixierung des kationisch modifizierten Aufhellers
an der Faser sowie durch seine schwach kationische Ladung
(Ladungsdichte der Dispersion etwa 0,001 bis 0,5 mmol/g,
vorzugsweise von 0,01 bis 0,3 mmol/g) lassen sich auch unter
erschwerten Bedingungen, z. B. in Gegenwart von Al+3-Ionen,
kationischen Fixier-, Naßfest- und Leimungsmitteln, ausgezeichnete
Aufhellerwirkungen sogar bei stark holzhaltigen und
altpapier(AP)-haltigen Stoffsystemen erzielen.
Die kationisch modifizierten Aufheller lassen sich auch ohne
Probleme in kationischen Leimpressenformulierungen und
Streichfarbensystemen einsetzen. Neben einer ausgezeichneten
Aufhellerwirkung in kationischen Leim- und Streichfarbenformulierungen
werden auch erhebliche Qualitätsverbesserungen im
Hinblick auf Inkjet-Bedruckbarkeit, und die Verbesserung der
Ausblut- und Lichtechtheit von Inkjet-Farben erzielt.
Durch die Zugabe der erfindungsgemäßen kationisch modifizierten
Aufheller ist nicht nur der angestrebte Verzicht der reduktiven
Bleiche realisierbar, sondern es sind auch die von
vielen Herstellern von Altpapier und holzhaltigem (h.h.) Papier
gewünschten, um 3 bis 4 Punkte höheren Weißgrade wirtschaftlich
erzielbar. Dabei kann vor allem der synergistische
Bleich- und Aufhellereffekt genutzt werden, der sich mit Kombinationen
von Photoaktivatoren und optischen Aufhellern ergibt.
Geeignete Photoaktivatoren sind z.B. in den EP-A-0 588
767 und EP-A-0 588 768 sowie in der DE-A-199 16 078.3 beschrieben.
Der als Ausgangsmaterial für die erfindungsgemäße, kationisch
modifizierte Aufhellerdispersion verwendete anionische optische
Aufheller ist vorzugsweise ein Stilbenderivat oder eine
Distyryldiphenylverbindung, wie sie vorstehend bei der Diskussion
des Standes der Technik angegeben wurden.
Das nichtionische Schutzkolloid ist vorzugsweise Polyvinylalkohol
(PVA), Polyvinylpyrrolidon (PVP), Polyethylenglykol
(PEG), Polyacrylamid (PAA) und/oder ein nichtionisches oder
amphoteres Polysaccharid, das anionische Schutzkolloid ein
Polysaccharid mit einer Ladungsdichte von bis zu etwa 1,5,
vorzugsweise von bis zu 1,0 mmol/g und das schwach kationische
Schutzkolloid ein kationisiertes Polysaccharid, wie
Galaktomannan oder Guar mit einer Ladungsdichte von bis zu
etwa 1 mmol/g.
Die nichtionischen Schutzkolloide sind im allgemeinen Handelsprodukte.
So wird z.B. PVA durch Teil- oder Vollverseifung vom
Polyvinylacetat erhalten. Handelsprodukte sind die "Mowiol®"-Typen
der Firma Hoechst AG, z.B. Mowiol 3-83, Mowiol 4-88
(teilverseift), Mowiol 3-98, Mowiol 4-98 und Mowiol 6-98
(vollverseift). Die erzielbaren Feststoffgehalte ergeben sich
aus der Verseifungszahl und dem Molekulargewicht.
Geeignete Polyvinylpyrrolidone (PVP) werden zum Beispiel von
der Firma BASF AG in den Handel gebracht. Sie weisen nach
Angaben des Herstellers folgende Molekulargewichte auf:
K 15 : MG = 8 500; K 30 : MG = 38 000; K 90 : MG = 700 000
Auch Polyethylenglykole (PEG) können als Schutzkolloide verwendet
werden. Die günstigsten Effekte konnten im Molekulargewichtsbereich
zwischen 1 500 - 3 000 erzielt werden. Weitere
nichtionische, wasserlösliche Polymere sind handelsübliche
Polyacrylamide (PAA).
Die nichtionischen oder amphoteren Polysaccharide werden beispielsweise
von der Firma Meyhall (Galactomannane, Guars)
sowie von Stärkeherstellern (Cerestar, Roguette, u.a.) vertrieben.
Die vorzugsweise schwach anionischen Schutzkolloide sind
ebenfalls im Handel unter den Bezeichnungen Galactomannan,
Guar, Stärke erhältlich.
Nachstehend ist ein allgemeines Verfahren zur Herstellung von
nichtionischen bzw. schwach kationischen Schutzkolloid-Dispersionen
angegeben.
Das Schutzkolloid (z.B. PVA) wird unter Rühren in Wasser eingestreut.
Die Mischung wird auf eine Mindesttemperaturvo 90°C
erwärmt, bis der PVA vollständig gelöst ist. Nach dem Abkühlen
auf etwa 60-65°C werden die vorgesehenen kationischen Hilfsmittel
(z.B. Poly-DADMAC) sowie die nichtionischen Hilfsmittel
(z.B. PVP oder PEG) langsam unter Rühren zugesetzt und eingerührt.
Anschließend können weitere Chemikalien unter Rühren
zugesetzt werden.
Die schwach kationischen Schutzkolloid-Dispersionen können
z.B. wie folgt hergestellt werden:
Beispiel A
Herstellung einer schwach kationischen PVA-Dispersion:
100 Gew.-Teile PVA (Mowiol 4-98), fest 6,5 Gew.-Teile Poly-DADMAC (Certrex 340) WS 38% 3 Gew.-Teile PVP K 30 (Luviskol K 30 ) WS 30% 2,5 Gew.-Teile PEG Mol-Gew. 2000 W, fest 0,04 Gew.-Teile Etingal L (Handelsware).
Der PVA wird in 350 Gew.-Teilen Wasser bei 95°C über 30 Minuten
aufgeschlossen. Nach dem Abkühlen auf 60°C werden die
restlichen Chemikalien eingerührt. Die Dispersion hat eine
Ladungsdichte von 0,10 bis 0,70 mmol/g.
Beispiel B
Herstellung einer 30%-igen, stärker kationischen PVA-Dispersion:
100 Gew.-Teile PVA Mowiol 3-83 30 Gew.-Teile Poly-DADMAC ( Certrex 340) WS 38% 4 Gew.-Teile PVP K 30 (Luviskol K 30) WS 30% 3 Gew.-Teile PEG Mol-Gew. 3000 0,04 Gew.-Teile Etingal L.
Die Herstellung erfolgt analog zu Beispiel A mit einem Feststoffgehalt
von 30 Gew.-%. Die Dispersion hat eine Ladungsdichte
von 1,0 bis 2,0 mmol/g. Sie kann auch zur Bereitstellung
des kationisierten Polymers (Komponente C) verwendet
werden.
Die kationischen oder kationisierten wasserlöslicher Polymere
(c) sind im allgemeinen dadurch gekennzeichnet, daß sie in der
Hauptkette und/oder in den Seitenketten quaternäre Stickstoffatome
enthalten. Beispiele für derartige Verbindungen sind
polymere Diallyverbindungen, Melamin-Formaldehydharze, Epichlorhydrinharze,
Dicyandiamidharze, quaternäre Acrylate sowie
anorganische Polymere, wie Polyaluminiumhydroxychlorid (PAC).
Besonders hat sich hierbei Poly-(Diallyldimethylammoniumchlorid)
(Poly-DADMAC) bewährt, das vorzugsweise ein Molekulargewicht
von 45 000 und 120 000 und folgende mögliche Struktur
aufweist:
Andere geeignete kationische Polymere haben die Strukturen:
Des weiteren können folgende kationische Polymere für die
Kationisierung bzw. für die Einstellung der kationischen
Ladungsdichte (der Schutzkolloid-Dispersion) (b) eingesetzt
werden, wobei von relativ niedermolekularen Verbindungen
ausgegangen wird.
Polyvinylaminhydrochlorid:
Polyvinylpyridiniumsalze
R= H, Methyl, Ethyl-, n-Butyl; X= OH, Cl, Br
Polyvinylbenzyltrimethyammoniumchlorid
kationisch modifizierte Polyacrylamide (PAA)
Polyamidamine (PAAM)
Polyethylenimin (PEI)
Polyamine (PA)
Neben diesen organischen kationischen Polymeren kann als anorganisches
Polymer Polyaluminiumhydroxychlorid (PAC)
Al2(OH)5Cl.2,5 H2O verwendet werden.
Vorzugsweise beträgt das Verhältnis der Komponenten a:b:c =
1:1-10:1-6. Dieses Verhältnis hängt von der Anzahl der Sulfogruppen
im optischen Aufheller ab.
Nach der zweiten Ausführungsform stellt das kationisierte Polymer
(c) ein Koazervat aus einem anionischen oder nichtionischem
hydrophilen, OH-Gruppen enthaltenden Polymer, vorzugsweise
einem Polysaccharid und/oder einem Polyvinylalkohol und
einem kationischen Polymer dar. Das Koazervat hat eine geringere
kationische Ladungsdichte als das kationische Polymer,
wodurch eine Umhüllung des anionischen Aufhellers (a) mit dem
Schutzkolloid (b) (wie bei der ersten Ausführungsform) nicht
mehr nötig ist. Das Koazervat ist also nicht in der Lage, den
anionischen Aufheller auszufällen. Auf diese Weise wird auch
die Herstellung der Aufhellerdispersion vereinfacht.
Wenn der nicht umhüllte Aufheller (a) verwendet wird, ist der
durch das nichtionische bzw. anionische Schutzkolloid gebildete
Schutzüberzug über dem kationischen Polymer vorzugsweise
dicker, da es sonst leichter zu einer Ausfällung oder Löschung
des Aufhellers kommt. Der Schutzüberzug bewirkt, daß das Koazervat
nur eine geringe elektrische Ladung hat. Es ist vor allen
Dingen wichtig, daß bei Beginn der Vermischung des kationischen
Polymers mit dem nichtionischen bzw. schwach anionischen
Schutzkolloid noch kein Aufheller in der Dispersion vorhanden
ist, sondern dieser erst nachträglich zugesetzt wird.
Es ist also nicht nötig, den Aufheller (a) zu umhüllen, wenn
das kationische Polymer zuvor umhüllt wird.
Bei beiden Ausführungsformen kommt es darauf an, daß eine Komponente
(Aufheller bzw. kationisches Polymer) immer umhüllt
ist.
Bei der zweiten Ausführungsform kann das Schutzkolloid (b)
ganz oder teilweise entfallen, wenn ein Überschuß an anionischem
oder nichtanionischen Polysaccharid im Koazervat verwendet
wird. Das Verhältnis zwischen optischem Aufheller (a) und
dem vorstehend genannten Koazervat beträgt im allgemeinen
etwa 5 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise etwa 10 bis 25 Gew.-%.
Die erfindungsgemäße Aufhellerdispersion hat vorzugsweise eine
Feststoffkonzentration von etwa 5 bis 25 Gew.-%, wobei der
Anteil des anionischen optischen Aufhellers etwa 0,5 bis 5
Gew.-% beträgt.
Ferner hat die erfindungsgemäße Aufhellerdispersion im allgemeinen
einen pH-Wert, im Bereich von etwa 4,5 bis etwa 10
vorzugsweise von etwa 5,5 bis 7,5.
Die Ladungsdichte der erfindungsgemäßen Aufhellerdispersion
beträgt vorzugsweise etwa 0,002 bis 0,8 mmol/g, insbesondere
0,08 bis 0,3 mmol/g. Die Ladungsdichte der Gesamtdispersion
wird hierbei nach dem gleichen Verfahren bestimmt wie die Ladungsdichte
der Schutzkolloid-Dispersion aus den Komponenten
(a) und (b).
Nach einer weiteren Ausführungsform kann die erfindungsgemäße
Aufhellerdispersion zusätzlich ein feinteiliges, unlösliches
Silicat enthalten. Das unlösliche Silicat stellt vorzugseise
ein Schichtsilicat, insbesondere ein quellfähiges smektitisches
Schichtsilicat, einen Zeolith und/oder ein synthetisches
Alkali- oder Erdalkali-Aluminiumsilicat, dar.
Man nimmt an, daß das Schichtsilicat das schwach kationische
Koazervat adsorbiert, weil es anionisch ist. An dem Koazervat-Schichtsilicat-Komplex
lagert sich auch der anionische Aufheller
an, wodurch dessen Ausbluten vermieden wird. Außerdem hat
der sorbierte Aufheller eine höhere Lichtstabilität.
Überraschenderweise wurde gefunden, daß trotz der Erhöhung des
Füllstoffgehalts die Reißfestigkeit des behandelten Papiers
erhalten bleibt, wenn der Füllstoff mit dem Schutzkolloid (b)
und/oder dem kationischen oder kationisierten Polymer (c) umhüllt
ist. Es tritt also ein Synergie-Effekt auf.
Die bevorzugt verwendeten Schichtsilcate adsorbieren den anionischen
Aufheller, das Schutzkolliod und/oder das Koazervat an
den äußeren Oberflächen oder zwischen den Schichten. Die besonders
bevorzugten quellfähigen smektitischen Schichtsilicate
bieten als Adsorbentien den genannten Komponenten eine größere
Vielfalt unterschiedlicher Bindungsstellen an als andere Pigmente.
Fast durchwegs werden die absorbierten Makromoleküle
nicht wieder desorbiert, wenn die Lösung verdünnt wird oder
der pH-Wert und die Ionenstärke geändert werden. Die smektitischen
Schichtsilicate weisen aufgrund ihres Aufbaus ein hohes
Wasserbindevermögen auf.
Das bekannteste quellfähige smektitische Schichtsilicat, Bentonit,
ist ein Dreischichtmineral, in dem die Al-Oktaederschicht
zwischen zwei Si-Tetraederschichten liegt. Isomorpher Ersatz
von Al3+ durch Mg2+ in der mittleren Lamelle erzeugt negative
Schichtladungen, die durch Kationen zwischen den
Schichten kompensiert werden. Diese Kationen sind hydratisierbar,
was im Falle von Natriumionen zur völligen Delamierung
der Schichten in wäßriger Suspension führen kann.
Die hohe Quellfähigkeit führt zu einer einfachen Delaminierung
des Bentonits in die Einzellamellen. Aufgrund ihrer Oberfläche
und deren Mikrostruktur (Ausbildung unzähliger Wasserstoff-Brückenbindungen)
weisen delaminierte Bentonite eine sehr gute
Adhäsion zu Papierfaser auf. Durch die Quellung erfolgende
Aufteilung in einzelne Silicatschichten werden ferner die inneren
Oberflächen auch für komplizierte polymere Moleküle zugänglich.
Auch an den Außenflächen werden beachtliche Mengen
von Makromolekülen gebunden, weil diese nur wenige Haftstellen
benötigen. Die Bindung von polymeren Molekülen kann das Gefüge
der Smektitteilchen drastisch verändert werden. Durch Verkleben
der Pigmentteilchen über Makromoleküle wird die Wasserstabilität
der erhaltenen Aggregate erhöht.
Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Verfahren zur Herstellung
einer kationisch modifizierten Aufhellerdispersion, wie
sie vorstehend definiert ist; das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet,
daß man (Variante 1) den anionischen optischen
Aufheller (a) zunächst in einer oder mehreren Stufen mit dem
nichtionischen bzw. schwach ionischen oder schwach kationischen
Schutzkolloid (b) im wäßrigen Medium zusammenbringt und
anschließend das kationische oder kationisierte Polymer (c)
zusetzt, oder daß man (Variante 2) den anionischen Aufheller
(a) mit dem Koazervat im wäßrigen Medium zusammenbringt.
Im allgemeinen wird das Verfahren nach Variante 1 so durchgeführt,
daß man in der (den) ersten Stufe(n) den anionischen
Aufheller in einem wäßrigen Medium vorlegt und diesem Medium
unter Rühren das nichtionische bzw. schwach anionische oder
schwach kationische Schutzkolloid zusetzt, bis man in die Nähe
des Ladungsnullpunktes kommt bzw. diesen bis in den leicht
positiven Bereich überschreitet, worauf man eine Dispersion
des kationischen oder kationisierten Polymers (c) zusetzt.
Die Herstellung der kationisch modifizierten Aufhellerdispersion
aus einem anionischen Aufheller (a) erfolgt also nach
Variante 1 in mehreren Teilschritten, deren Ablauf exakt eingehalten
werden muß, um Ausfällungsreaktionen zu vermeiden.
Beim ersten Schritt ist dafür zu sorgen, daß durch die Zugabe
der Schutzkolloide (b) eine optimale Fixierung des anionischen
Aufhellers an den nichtionischen bzw. schwach kationischen Polymeren
erfolgt. Dabei wird auch eine deutliche Reduzierung
der anionischen Ladung des optischen Aufhellers erzielt.
Die Reduzierung der Ladung zeigt sich auch in einem deutlichen
Anstieg der Viskosität, was durch eine Wechselwirkung zwischen
Polykation und Polyanion bzw. Polyanion und nichtionischem Polymer
bedingt ist. Trägt man die Viskositätszunahme gegen die
zugegebene Menge an entgegengesetzt geladenem Polyelektrolyten
auf, so erhält man S-förmige Kurven. Das Verfahren wird in der
Literatur auch als Bestimmungsmethode herangezogen. Diese Methode
wird auch erfindungsgemäß zur Bestimmung der Ladungsdichte
der Schutzkolloiddispersion (b) und der kationisch modifizierten
Aufhellerdispersion insgesamt angewendet. Diese
Methode ist vorstehend näher definiert.
In wäßriger Lösung sind Polyelektrolyte dissoziiert in polyvalente
Makroionen und eine äquivalente Anzahl solvatisierter
niedermolekularer Gegenionen. Koazervation tritt auf, wenn
eines der Polymere negativ und das andere positiv geladen ist.
Man spricht auch von Komplexkoazervaten, heteropolaren Symplexen
sowie Symplexen mit zusätzlicher Nebenvalenzbindung
(H-Brücken).
Nachstehend sind die Ladungsdichten einiger kationischer Polymerer
angegeben:
| kationisches Polymer | Ladungsdichte (mmol/g) |
| Poly-DADMAC | 5,5 - 7,5 |
| Dicyanidimid-Kondensatprodukt | 2,5 - 3,5 |
| Kationische MF- Harze | 3,0 - 4,0 |
| Polyamin-Epichlorhydrin-Harze | 3,5 - 4,5 |
| Polyethylenimin (PEI) | 5 - 10 |
Nach der Variante 2 wird der nicht umhüllte anionische Aufheller
(a) vorzugsweise erst nach der Bildung des Koazervats zugesetzt.
Gegenstand der Erfindung ist ferner die Verwendung der vorstehend
beschriebenen kationischen Aufhellerdispersionen bei der
Papierherstellung (in der Masse), bei der Oberflächenleimung,
beim Streichen von Papier sowie zur Aufhellung der Füllstoff- und
Streichfarbenpigmente.
Gegenstand der Erfindung ist weiterhin das Papier, das die
vorstehend beschriebenen Aufhellerdispersionen enthält oder
damit bestrichen ist.
Die Erfindung ist durch die nachstehenden Beispiele erläutert
(Variante 1, Beispiele 1 bis 8, Variante 2, Beispiele 9 bis
12):
Beispiel 1
100 Gew.-Teile eines anionischen Stilbenderivat-Aufhellers
(Handelsware) mit 6 Sulfogruppen (LEUKOPHOR® SHR-flüssig, Hersteller
Clariant Deutschland GmbH) werden in einem Becherglas
vorgelegt. Dann werden langsam unter Rühren 50 Gew.-Teile
einer (30%-igen) PVP K 30-Lösung zugegeben. Anschließend
werden 10 Gew.-Teile einer 10%-igen PEG-(MG 2000)-Lösung unter
Rühren zudosiert, worauf 40 Gew.-Teile Wasser 10 min. unter
Rühren gut eingemischt werden. Dann werden 80 Gew.-Teile der
schwach kationischen PVA-Dispersion von Beispiel A ganz
langsam unter Rühren zudosiert, 10 min. gut durchgemischt und
mit 30 Gew.-Teilen Wasser versetzt. Die Ladungsdichte der
Dispersion beträgt 0,06 mmol/g.
Dann werden 60 Gew.-Teile der kationischen PVA-Dispersion von
Beispiel B (als Teil der Komponente (c)) ganz langsam unter
Rühren zudosiert und 15 min. gut durchgemischt. Schließlich
werden 20 Gew.-Teile einer 5 %igen Poly-DADMAC-Lösung (Rest
der Komponente (c)) und 25 Gew.-Teile einer PAC-Lösung (Cartafix
LA-flüssig) zugegeben. Die fertige Dispersion hat eine
Ladungsdichte von 0,3 mmol/g.
Beispiel 2
100 Gew.-Teile eines anionischen Distyryl-Diphenylderivat-Aufhellers
(Uvitex® NFW; Hersteller Ciba-Geigy; enthält auch PEG
und ein Tensid) werden in einem Becherglas vorgelegt. Dann
werden 50 Gew.-Teile einer (30%-igen) PVP K 30 - Lösung und 50
Gew.-Teile Wasser zugegeben.
Die Mischung wird unter Rühren (10 min.) gut durchgemischt.
Dann werden 90 Gew.-Teile der schwach kationischen PVA-Dispersion
(von Beispiel A) ganz langsam unter Rühren zudosiert,
und die Mischung wird 10 min. gut durchgerührt. Die Ladungsdichte
der Dispersion beträgt 0,009 mmol/g.
Dann werden 40 Gew.-Teile Wasser, 70 Gew.-Teile der kationischen
PVA-Dispersion von Beispiel B ganz langsam unter
Rühren zudosiert und 15 min. gut durchgemischt. Schießlich
werden 25 Gew.-Teile einer 5%-igen Poly-DADMAC-Lösung
zugesetzt.
Die so erhaltene kationische Aufhellerdispersion hat eine
Ladungsdichte von 0,085 mmol/g.
Beispiel 3
100 Gew.-Teile eines anionischen Aufhellers (Tinopal® SK B von
Ciba-Geigy, ein Distyryl-Diphenylderivat-Aufheller) werden in
einem Becherglas vorgelegt.
Dann werden 30 Gew.-Teile 30-%ige PVP K30 -Lösung und 50 Gew.-Teile
Wasser zugegeben und unter Rühren 10 min. gut durchgemischt.
Anschließend werden 75 Gew.-Teile der kationischen
PVA-Dispersion von Beispiel A ganz langsam unter Rühren zudosiert
und 10 min. gut durchgemischt. Die Ladungsdichte der
Dispersion beträgt 0,01 mmol/g.
Dann werden nochmals 30 Gew.-Teile Wasser und 85 Gew.-Teile
der kationischen PVA-Disperison von Beispiel B ganz langsam
unter Rühren zudosiert und 15 min. gut durchmischt.
Die so erhaltene kationisch modifizierte Aufhellerdispersion
hat eine Ladungsdichte von 0,12 mmol/g.
Beispiel 4
100 Gew.-Teile eines anionischen Aufhellers (Uvitex® NFW) [von
Ciba-Geigy, ein Distyryl-Diphenylderivat-Aufheller)] werden in
einem Becherglas vorgelegt. Dann werden 70 Gew.-Teile einer
(30%-igen) PVP K 30-Lösung und 40 Gew.-Teile Wasser zugegeben.
Nach 10 min. werden 40 Gew.-Teile einer (15%-igen) PVA-Lösung
(Mowiol 4-98) langsam zudosiert. Die Mischung wird 10 min. mit
30 Gew.-Teilen Wasser verrührt. Die Ladungsdichte der Dispersion
beträgt 0,2 mmol/g.
Dann werden 90 Gew.-Teile des kationischen PVA von Beispiel B
ganz langsam unter Rühren zudosiert werden. Die Dispersion
wird 15 min. gut durchgemischt, worauf 30 Gew.-Teile einer
5%-igen Poly-DADMAC-Lösung zugesetzt werden.
Die Ladungsdichte der so erhaltenen kationisch modifizierten
Aufhellerdispersion beträgt 0,002 mmol/g.
Beispiel 5
100 Gew.-Teile eines anionischen AufhellerS (Uvitex® NFW) werden
in einem Becherglas vorgelegt. Dann werden 250 Gew.-Teile
einer kationischen PVA-Dispersion (Cartabond® VP WSI, Clariant
Deutschland GmbH) langsam unter Rühren zudosiert. Die Ladungsdichte
der Dispersion beträgt 0,1 bis 0,2 mmol/g.
Diese Dispersion wird mit 60 Gew.-Teilen Wasser und 40 Gew.-Teilen
kationischer PVA-Dispersion von Beispiel B 15 min.
unter Rühren gut durchgemischt. Anschließend werden 35 Gew.-Teile
einer 5%-igen Poly-DADMAC-Lösung langsam unter Rühren
zudosiert.
Die kationisch modifizierte Aufhellerdispersion hat eine
Ladungsdichte von 0,04 mmol/g.
Beispiel 6
100 Gew.-Teile eines anionischen Stilbenderivat-Aufhellers mit
6 Sulfogruppen (LEUKOPHOR® SHR-flüssig) werden in einem
Becherglas vorgelegt, worauf 45 Gew.-Teile Wasser zugesetzt
werden. 200 Gew.-Teile der kationischen PVA-Disperion von
Beispiel A werden ganz langsam unter Rühren zudosiert und 10
min. gut durchgemischt. Dann werden 20 Gew.-Teile Wasser und
10 Gew.-Teile PVP K 30 und 5 Gew.-Teile 10%-ige PEG zudosiert
und 15 min. gerührt. Die Ladungsdichte der schwach kationischen
Schutzkolloiddispersion beträgt 0,01 mmol/g.
Dann werden 60 Gew.-Teile kationische PVA-Dispersion von Beispiel
B ganz langsam unter Rühren zudosiert, worauf 15 min gut
durchmischt wird. Schließlich werden 30 Teile Polyaluminiumchlorid-(PAC)-Lösung
(Cartafix® LA-flüssig) zugesetzt.
Mit der PVP K 30-Lösung wird eine zusätzliche Stabilisierung
der Dispersion erzielt. Die PAC-Lösung ohne Zusatz des Schutzkolloids
und des kationisierten Polymers würde die Fluoreszenz
des Stilbenderivat-Aufhellers normalerweise löschen. Im vorliegenden
Beispiel kann es jedoch zur weiteren Ladungseinstellung
verwendet werden.
Die Ladungsdichte der kationisch modifizierten Aufhellerdispersion
beträgt 0,4 mmol/g.
Beispiel 7
Weißgradverbesserung mit AP-Stoff im Zeitungsdruck
durch kationisch modifizierten optischen Aufheller
5 g otro eines Altpapierfaserstoffs, der aus der laufenden
Produktion eines Zeitungsdruckherstellers stammt, werden nach
dem Deinkingvorgang entnommen und dann in 1 Liter Wasser
suspendiert. Als Hilfschemikalien werden 0,5 % Aluminiumsulfat,
0,25 Gew.-% eines kationischen Polymers (Poly-DADMAC) und
0,4 Gew.-% eines Retentionshilfsmittels (Polyethylenimin)
zugesetzt. Dieser Vorgang wird ein zweites und drittes Mal
wiederholt, nur mit dem Unterschied, daß vor der Zugabe des
Retentionsmittels 0,2 Gew.-% eines optischen Aufhellers (0,65
Gew.-% des kationischen Polymergemisches) von Beispiel 2 bzw.
6 zugegeben werden. Die Stoffsuspension wird auf 6 Liter
verdünnt und mittels eines Rapid-Köthen-Blattbildungsgeräts
entwässert. Die Bestimmung des Weißgrades (R 457) erfolgt in
Anlehnung an DIN 53245, Teil 1 + 2, und die Bestimmung der
Helligkeit mit einem Gerät, das die Anforderungen von DIN
53145, Teil 1 erfüllt. Die Bestimmung des Gelbstiches erfolgt
nach DIN 53 145.
Es wurden folgende Ergebnisse erhalten:
| | WG (mit UV) | Helligkeit | Gelbstich |
| AP-Stoff ohne opt. Aufheller | 62,6 | 68,1 | 11,3 |
| AP-Stoff mit kat. Aufheller Beisp. 2 | 65,1 | 68,6 | 8,9 |
| AP-Stoff mit kat. Aufheller Beisp. 6 | 64,8 | 68,7 | 9,4 |
Beispiel 8
Herstellung inkjet-geeigneter, gestrichener Papiere
Die Qualität des Inkjet-Ausdruckes wird von den mechanischen
Voraussetzungen der verwendeten Drucker sowie von den chemisch-physikalischen
Eigenschaften von Tinte und Bedruckstoff
bestimmt.
Es zeigte sich, daß mit bestimmten kationischen Polymergemischen
und mit den erfindungsgemäßen kationisch modifizierten
optischen Aufhellern, bedingt durch die Verbesserung der Adsorption
und Fixierung des anionischen Inkjet-Farbstoffes, neben
einer ausgezeichneten Weißgradverbesserung (Erzielung von
Aufhellerverbesserung in kationischen Systemen) sich auch eine
Verbesserung der Inkjet-Qualität erzielen läßt. Die hergestellten
Streichfarben wurden mittels eines motorisierten
Handrakels (Erichsen K Control Coater) auf holzfreie, oberflächengeleimtes
Rohpapier von 80 g/m2 mit einer Auftragsmenge
von 10g/m2 appliziert.
Für die Herstellung der Streichfarbenansätze wurden folgende
Geräte verwendet:
Zum Lösen des PVA sowie zum Stärkeaufschluß ein automatischer
Laborkocher; zum Dispergieren der Pigmente ein hochscherendes
Dispergiergerät (Labordisperger mit Zahnscheibe); zum Mischen
der einzelnen Komponenten ein Labormischer mit Propellerrührer;
zur Messung der rheologischen Eigenschaften, d.h. zur
Bestimmung der low- und high-shear-Viskosität ein Brookfield- und
Rotationsviskosimeter nach ISO 2555 (89) und DIN 53 214
(02.82).
Der pH-Wert wurde mit einer Glaselektrode bestimmt, das Zeta-Potential
nach PTS-RS: 016/93 nach dem Prinzip der Mikroelektrophorese
gemessen (vgl. auch "Zeta-Potential-Symposium",
München 1988, Tagungsband, S. 5-7).
Die gestrichenen Papiere wurden in einem Umluft-Trockenschrank
bei 50°C getrocknet. Für das Bedrucken der gestrichenen Papiere
wurde ein Canon BJC 4000-Drucker bzw. ein Hewlett-Packard
(HP) DJ 850-Drucker verwendet. Die Weißgradbestimmung (Farbortbestimmung)
erfolgte nach DIN 53 145, Teil 1 und Teil 2
(04.92) mit und ohne UV-Anteil. Die Rezeptur sowie die Eigenschaften
der Streichfarbe und die Beurteilung der gestrichenen
Papiere sind in der nachstehenden Tabelle angegeben.
Rezeptur:
Eigenschaften der Streichfarbe:
Beurteilung der gestrichenen Papiere:
Die Untersuchungsergebnisse zeigen, daß sich durch die Zugabe
der erfindungsgemäßen kationisch modifizierten Aufhellerdispersion
nicht nur erheblich Weißgradverbesserungen erzielen
lassen, sondern auch verbesserte Inkjet-Druckergebnisse im
Vergleich zur Standardrezeptur erhalten werden. Ein weiteres
Ergebnis der Laborversuche war, daß unterschiedliche Drucker
(Canon bzw. HP) sehr unterschiedliche Druckerergebnisse auf
demselben Papier liefern können.
Beispiel 9
Herstellung einer kationischen Leimpressenformulierung
a) Zubereitung der kationischen Stärke
Pulverförmige kationische Stärke (C-Film 5960, Hersteller Cerestar)
wird in einem Stärkekocher oder einem Wasserbad durch
Zusatz von Wasser (Feststoffgehalt 25 Gew.-%) bei 90°C 30 min.
aufgeschlossen.
Diese Stärke dient als Vergleichssubstanz.
b) Kationisches Stärkekoazervat:
94 Gew.-Teile einer anionischen Maisstärke (C Size 05597, Hersteller
Cerestar®) werden mit 6 Gew.-Teilen trockenem Poly-DADMAC
(MG 200.000) gut vermischt und unter Zusatz von Wasser
(Feststoffgehalt 25 Gew.-%) in einem Stärkekocher oder Wasserbad
30 min. bei 90°C aufgeschlossen. Die Ladungsdichte des Koazervats
beträgt 0,42 mmol/g;
c) Herstellung von kationischen Leimpressenformulierungen und
Auftrag auf ein holzfreies (hf) Rohpapier
Unter Verwendung der aufgeschlossenen kationischen Stärke (a)
bzw. des kationischen Stärkekoazervats (b) wurden mit einer
kationischen synthetischen Polyacrylat-Dispersion als Leimungsmittel
(Basoplast® 280 D BASF) durch Zusammenmischen die
nachstehend angegebenen kationischen Leimpresseformulierungen
hergestellt.
Zu jeder dieser kationischen Leimpressenformulierung wurden
jeweils 50 g/Liter (WS) anionischen Stilbenderivat-Aufhellers
mit 6 Sulfogruppen (Leukophor® SHR-flüssig) unter Rühren zugegeben.
Diese Leimpressenformulierung wurde mit einem motorisierten
Handrakel bzw. Filmziehgerät (Hersteller: Ericksen
GmbH) mit einem Rakelstab Nr. 4 (36 µm) auf ein holzfreies
Streichrohpapier von 70 g/m2 ohne optischen Aufheller im Rohpapier
aufgetragen. Die gestrichenen Papiere wurden in einem
Umlufttrockenschrank bei 65°C getrocknet.
Die Rezeptur der Leimpressenformulierung und die Versuchsergebnisse
sind nachstehend angegeben.
| Rezeptur | CIE-Weiße | R457 mit UV | R457 ohne UV |
| 80 Gew.-Teile kationisiertes Stärkekoazervat + 20 Gew.-Teile Basoplast® 280 D (Formulierung b) | 121,5 | 98,27 | 79,08 |
| 80 Gew.-Teile C-Film 5962 + 20T Basoplast® 280 D (Formulierung a) | 108,2 | 92,46 | 80,16 |
Die Weißgradbestimmung erfolgte nach DIN 53 145, Teil 1 und
Teil 2 mit und ohne UV-Anteil. Die Ergebnisse zeigen, daß sich
mit dem kationischen Stärke-Koazervat (b) im Vergleich zu kationischer
Stärke mit kationischem Leimungsmitteln erhebliche
Weißgradsteigerung, die bis zu 15 CIE-Weissen, höher liegen,
erzielen lassen.
Beispiel 10
Herstellung von kationischen Inkjet-Streichfarben
Nach der Arbeitsweise von Beispiel 8 wurden Inkjet-Streichfarben
hergestellt.
Rezeptur:
Eigenschaften der Streichfarbe:
Beurteilung der gestrichenen Papiere:
Die Untersuchungsergebnisse zeigen, daß sich durch die Zugabe
des erfindungsgemäßen kationischen Stärke-Koazervats erhebliche
Weißgradverbesserungen erzielen lassen. Daneben zeigten
die mit dem Stärke-Koazervat gestrichenen Papiere im Hinblick
auf Inkjet-Bedruckbarkeit tendenziell bessere Ergebnisse.
Durch den Einsatz dieser kationischen Stärke-Koazervate lassen
sich somit Papiere mit kationischen Hilfsmitteln bei kationischen
Streichfarben mit hoher Weiße wirtschaftlich herstellen.
Beispiel 11
Weißgradsteigerungen von optischen Aufhellern mit "kationischem
Bentonit-Stärke-Compound"
In einem Becherglas wurde ein alkalisch aktivierter Bentonit
Perstab® OA, Hersteller Süd-Chemie AG) durch Zusatz von Wasser
unter Rühren gut dispergiert, bis der Feststoffgehalt der
Dispersion 20 Gew.-% betrug. Zu dieser Dispersion wurden 4
Gew.-Teile des kationischen Stärke-Koazervats von Beispiel 9
(Feststoffgehalt 25 Gew.-%) langsam unter Rühren zugesetzt und
20 min. unter Rühren dispergiert (kationischer Bentonit-Stärke-Compound).
Zu dieser Dispersion wurden 0,2 Gew.-Teile (bezogen auf 1
Gew.-Teil Bentonit) des optischen Aufhellers von Beispiel 1
unter Rühren zugegeben. Die Dispersion wurde anschließend im
Trockenschrank bei 80°C eingetrocknet. Zum Vergleich wurde
eine uhbehandelte 20 %-ige Bentonit-Dispersion im Trockenschrank
eingetrocknet.
Nach der Trocknung bis zur Gewichtskonstanz wurden die Proben
gemahlen. Aus dem Pulver wurden Preßlinge hergestellt, deren
Weißgrad, Gelbwert und Helligkeit insbesondere folgende Ergebnisse
erhalten.
| | Bentonit unbehandelt (Vergleich) | mod. Bentonit mit opt. Aufheller (Erfindung) |
| R457 mit UV | 66,3 | 70,2 |
| Gelbwert | 11,4 | 9,4 |
| Helligkeit | 85,2 | 87,5 |
Der Gelbwert und die Helligkeit wurden wie nach Beispiel 7
bzw. 8 bestimmt.
Aus den Untersuchungsergebnissen geht hervor, daß bei dem modifizierten
Bentonit mit optischem Aufheller eine Verbesserung
des Weißgrades gegenüber dem unbehandelten Bentonit um 4 Punkte,
eine Steigerung der Helligkeit um 2 Punkte und eine Reduktion
des Gelbstichs um etwa 3 Punkte erzielbar sind.
Beispiel 12
Vermeidung des Ausblutens von optischen Aufhellern durch
Adsorption an dem "kationischen Bentonit-Stärke-Coumpound":
Durch den vermehrten Einsatz von anionischem Aufheller,
insbesondere bei Verwendung von 6 Sulfo-Typen mit geringer
Faseraffinität, kommt es zu verstärktem Ausbluten des
Aufhellers. Dies führt zu erheblichen Produktionsproblemen
Durch die Adsorption des Aufhellers an der aktiven "Bentonit-Stärke-Compound-Grenzfläche"
wird der Aufheller mit einem
geringen wirtschaftlichen Aufwand gebunden.
Mit den in Beispiel 9 beschriebenen "kationischen Bentonit-Stärke-Compound"
ohne optischen Aufheller wurden auf einem RK-Blattbildner
Laborblätter hergestellt.
Zu diesem Zweck wurden 5 g otro eines Altpapierfaserstoffs,
der aus der laufenden Produktion eines Kartonwerkes stammte,
in 1 Liter Wasser suspendiert. Als Hilfschemikalien wurden 0,2
Gew.-% Aluminiumsulfat und 0,3 Gew.-% eines Retentionshilfsmittels
(Polyethylenimin) zugesetzt.
In zwei weiteren Versuchen wurden vor der Zugabe des Retentionshilfsmittels
2,5 bzw. 5 Gew.-% Bentonit-Stärke-Compound
zugegeben. Die Stoffsuspensionen werden jeweils auf 6 Liter
verdünnt und mittels eines Rapid-Köthen-Blattbildungsgerätes
entwässert. Die Bestimmung des Weißgrades (R457) erfolgte in
Anlehnung an DIN 53 245, Teil 1+2. Die Bestimmung des Gelbstichs
erfolgte nach DIN 53 145. Die flächenbezogene Masse
wurde nach DIN EN ISO 536, die Bruchkraft, Bruchdehnung und
Reißlänge nach DIN EN ISO 1924-1 und die Ausblutechtheit nach
DIN EN 646 und 648 bestimmt. Die Ergebnisse sind in nachstehend
angegeben.
Die Untersuchungen zeigen, daß durch die Adsorption des Aufhellers
an der kationischen Grenzfläche (Stärke-Koazervat) das
Ausbluten des optischen Aufhellers stark reduziert bzw. ganz
unterbunden werden kann. Die Bindung des freien, nicht auf der
Faser aufgezogenen anionischen Aufhellers an dem kationischen
Bentonit-Stärke-Compound wird auch durch die etwas höhere
Weiße mit UV-Anregung bestätigt, obwohl bei den vorgegebenen
niedrigen Weißgraden mit optischen Aufhellern grundsätzlich
kein großer Aufhellereffekt zu erwarten ist. Die Untersuchungsergebnisse
zeigen weiterhin eine verbesserte Füllstoffretention
bei Verwendung des kationischen Bentonit-Compounds
sowie trotz der erhöhten Füllstoffgehalte eine Zunahme der
Festigkeitseigenschaften. Zu erwarten wäre eine Verringerung
der Festigkeit gewesen.