DEV0004091MA - - Google Patents

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DEV0004091MA
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Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 8. Dezember 1951 Bekanntgemacht am 15. November 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
INTERNAT. KLASSE C 08 j
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Gegenständen, die penmanentbakterizide Eigenschaften aufweisen. Um Gegenstände für sanitäre Anlagen zu desinfizieren, werden dieselben bekanntlich mit Seifenlauge, der gegebenenfalls Desinfektionsmittel, wie Lysol, zugesetzt sein können, behandelt. Diese Maßnahme reicht jedoch keineswegs aus, um die Infektionsgefahr ständig zu beseitigen. Die bisher in der Regel verwendeten Desinfektionsmittel verlieren ihre Wirksamkeit verhältnismäßig rasch, so daß die ' Schutzmaßnahmen häufig wiederholt werden müssen.
Es ist ferner nicht mehr neu, vorzugsweise keramischen, aber auch anderen Massen als Grundstoff oligodynamisch wirkende Stoffe in Form von Metalloxyden oder möglichst reinen Metallen zuzusetzen, um Krankheitskeime zu töten oder wenigstens in ihrer Wirksamkeit zu lahmen. Es hat sich jedoch gezeigt, daß die oligodynamische Wirkung der bisher angewendeten Metalle bzw. Metallverbindungen unerwünscht schnell nachläßt, wenn die in Frage kommenden Gegenstände mit schwefelhaltigen Stoffen oder Schwefelverbindungen in Berührung kommen. Daher ist der Gebrauch der oligodynamisch wirkenden Stoffe nur auf bestimmte Gebiete beschränkt. Eine Erhöhung der Wirkungsdauer ist zwar schon angestrebt worden, jedoch muß der Grundstoff in diesem Fall
m 707/353
V 4091 IVb/39b
einer besonderen Behandlung mit chemischen Stoffen unterzogen werden. Bei einer solchen Behandlung ist darauf zu achten, daß die Einwirkung der chemischen Stoffe auf die poröse Grundmasse
, 5 die Weiterverarbeitung zu den entsprechenden Gegenständen nicht ausschließt.
Es ist weiterhin bekannt, Gegenstände mit einer jodhaltigen Paste zu überziehen und diese anl· trocknen zu lassen, um eine bakterizide Wirkung
ίο der Oberfläche der Gegenstände zu erreichen. Da das Jod flüchtig ist, kommt es für eine dauernde Desinfektionswirkung nicht in Betracht. Außerdem ist dieses Verfahren verhältnismäßig umständlich und teuer.
Während bisher nur ganz bestimmte Gegenstände in der Regel oberflächlich mit Mitteln behandelt wurden, durch deren Einwirkung Bazillen bzw. Krankheitskeime in ihrer Wirksamkeit auf den menschlichen Körper beim Berühren gelähmt oder getötet werden sollen, befaßt sich die Erfindung mit einem Verfahren zur Herstellung aller Gegenstände, die im öffentlichen und auch zum großen Teil im privaten Leben Infektionsherde darstellen können. Hierher gehören Gegenstände für sanitäre Anlagen, wie Griffe, Knöpfe, Klinken, Halte- und Stoßstangen an Türen und Fenstern, an Möbelstücken,- Treppengeländer und andere - Ausrüstungsgegenstände, insbesondere in Krankenanstalten, öffentlichen Gebäuden, Verkehrsmitteln, Warenhäusern, Bank- und Verwaltungsgebäuden sowie allgemein Gegenstände,. die auf ihrer Oberfläche beim Berühren durch Kranke, Bazillenträger, Genesende, Krankheitserreger festhalten.
Zu den Gegenständen zählen aber auch Flächen, wie Fußböden, Decken, Wände, insbesondere in Operationssälen, Krankenhäusern, Badeanstalten und anderen derartigen Gebäuden.
Das Verfahren gemäß Erfindung besteht darin, den Grundstoffen, wie Kunststoffen, kunststoffartigen und zum Teil Kunststoff enthaltenden Massen organische Verbindungen beizugeben, die ionenaustauschende Eigenschaften besitzen, und außerdem darin, bakterizide Verbindungen auf die Oberfläche der Gegenstände aufzubringen. Dort werden die bakterizid wirkenden Stoffe durch Ionenaustauscher gebunden. Das Verfahren zur Herstellung der Gegenstände wird wie folgt durchgeführt: Den Ausgangsstoffen der Grundmasse bzw. der letzteren selbst werden organische Verbindümgen mit zusätzlich sauren oder basischen Gruppen, wie aromatische Polyoxycarbonsäuren, aromatische Polyoxysulfonsauren, Phenolaldehydsulfonate, sulfonierte Styrol derivate, sulfonierte Kohle, aromatische Amine, Amiinderivate, fertige Polymerisate oder Kondensate aus diesen Stoffen oder auch andere derartig wirkende Stoffe zugesetzt. Die Zusätze können mit den Grundstoffen oder auch mit den Ausgangsstoffen derselben gemischt sein. Die Wahl der Zusätze hängt ab von der elektrischen Gesamtladung der anzuwendenden bakteriziden Verbindungen. Ist die Gesamtladung positiv, d. h. handelt es sich um eine Base, so wird eine Verbindung mit sauren Gruppen eingebaut und umgekehrt. Es können auch Verbindungen der obengenannten Art mit sowohl sauren als auch basischen zusätzlichen funktionellen Gruppen verwendet werden.
Werden nun die bakterizid wirksamen Verbindungen in wäßriger Lösung aufgebracht, so erfolgt ihr Austausch als Ionen gegen die gleichsinnig geladenen Ionen an den funktionellen Gruppen auf der Oberfläche des jeweiligen behandelten Gegenstandes. Kommt ein Bakterium mit der Oberfläche in Berührung, so tauscht es die bakterizide Substanz gegen ein gleichsinnig geladenes anderes Ion aus, nimmt es dadurch auf und wird somit getötet. Um die bakterizide Wirkung zu erzeugen, werden Stoffe verwendet, wie Chloride, Oxy cyanate, Salicylate des Quecksilbers, des Wismuts oder anderer Metalle, organische Fluor-Phosphor-Verbindüngen, Phenyl-Quecksilber-Verbindungen.
Die bakterizide Wirkung auf der Oberfläche der Gegenstände ist sehr stark, bleibt lange Zeit erhalten, nutzt sich mechanisch nicht ab und kann beliebig oft erneuert werden. Ein weiterer sehr großer Vorteil, der durch das vorgeschlagene Verfahren zur Herstellung der. Gegenstände erreicht wird, besteht darin, daß verschiedene bakterizide Substanzen mit gezielten Wirkungen getrennt oder gleichzeitig eingesetzt werden können, was besonders bei Epidemien außerordentlich wertvoll ist.

Claims (3)

PATENTANSPRÜCHE:
1. Verfahren zum Herstellen von Gegenständen aus Kunststoffen, kunststoffähnlichen oder Kunststoff enthaltenden Massen, die permanent bakterizide Eigenschaften aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundmasse oder den Ausgangsstoffen Verbindungen sowohl anorganischer als auch organischer Natur beigegeben werden, die entweder saure oder basische Gruppen oder beide enthalten und durch Ionenaustausch wirksam sind, und die Oberfläche der Gegenstände mit bakterizid wirkenden Stoffen behandelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Stoffe mit ionenaustauschender Wirkung Polymerisate oder Kondensate aus aromatischen Polyoxycarbonsäuren, aromatischen Polyoxysulfonsauren, Phenolaldehydsulfonaten, sulfonierten Styrolderivaten, aromatischen Aminen bzw. Aminderivaten sind.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzielung der bakteriziden Wirksamkeit Stoffe, wie Chloride, Oxycyanate, Salicylate des Quecksilbers, des
, Wismuts oder anderer Metalle, ferner organische Fluor-Phosphor-Verbindungen, Phenyl-Quecksilber-Verbindungen eingesetzt werden.
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