DEV0001507MA - Verfahren zur Herstellung von Viscosekunstseide im fortlaufenden Arbeitsgang - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Viscosekunstseide im fortlaufenden Arbeitsgang

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DEV0001507MA
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Germany
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rollers
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Expired
Application number
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English (en)
Inventor
Hermann Dr. Rathert
Original Assignee
Vereinigte Glanzstoff-Fabriken AG, Wuppertal
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Description

Für die Herstellung von künstlichen Fäden aus Viscose im fortlaufenden Arbeitsgang sind schon vielfache Vorschläge bekannt geworden. Eine Anzahl dieser Vorschläge hat bereits recht befriedigende technische Ergebnisse gezeitigt; indessen ist es nicht gelungen, nach den bisherigen Verfahren, insbesondere nach denen, die sich solcher Vorrichtungen bedienen, wie sie etwa in den deutschen Patentschriften 625.353, 645.940 und 662.463 angegeben sind, zu Produkten zu gelangen, die allen Anforderungen wirklich genügen. Bei Benutzung der Verfahren und Vorrichtungen, wie sie in den genannten Patentschriften angegeben werden, ist es auch im praktischen Betrieb durchaus möglich, die Herstellungsbedingungen für die künstlichen Fäden selbst bei einer grossen Anzahl von nebeneinander liegenden Spinnstellen absolut gleichmässig zu gestalten, mit Ausnahme des Trocknens der Fäden beim Laufen über die geheizten Walzen, durch welches das erzeugte fertige Textilgut aller Spinnstellen nicht immer in sich vollständig übereinstimmende Eigenschaften aufweist. Gerade das Schrumpfvermögen, die Dehnung, überhaupt die physikalischen Daten, wie auch die Elastizität der einzelnen Fäden können infolge der nahezu unvermeidlichen Schwankungen der Trocknungsbedingungen etwas von einander abweichen und geben dann Anlass zu Nachteilen bei der späteren textilen Verarbeitung der Produkte. Es ist auch nicht möglich, nach diesen bekannten Verfahren tatsächlich ausgeschrumpfte künstliche Fäden zu gewinnen, wie sie für manche Zwecke der Technik unbedingt gefordert werden.
Gemäss der Erfindung gelingt es nun, alle die erwähnten Nachteile zu umgehen bzw. auszuschalten, wenn bei der Herstellung von künstlichen Fäden aus Viscose im fortlaufenden Arbeitsgang die in üblicher Weise gesponnenen, auf Walzen u.dgl. gewaschenen und gegebenenfalls nachbehandelten Fäden sofort anschliessend einer Trockenvorrichtung zugeleitet werden, die mit angetriebe- nen Führungswalzen oder -rollen versehen ist, deren Fördergeschwindigkeit entsprechend der beim Trocknen der Fäden auftretenden Schrumpfung beliebig einstellbar ist, worauf die getrockneten Fäden als Wickel u.dgl. gesammelt oder unmittelbar einer Zwirnvorrichtung zugeführt werden. Dabei kann man auch so vorgehen, dass die an einer grösseren Anzahl von Spinnstellen gesponnenen, auf Walzen u.dgl. gewaschenen und gegebenenfalls nachbehandelten Fäden zu einer Fadenschar zusammengefasst und getrennt nebeneinanderlaufend sogleich einer Trockenvorrichtung zugeführt werden, deren Fördergeschwindigkeit der Fadenschrumpfung entsprechend einstellbar ist, worauf die getrockneten Fäden erneut, gegebenenfalls durch ein Avivier- oder Schlichtebad, angefeuchtet und wieder in einer gleichen Trockenvorrichtung getrocknet und schliesslich zu einem Wickel, insbesondere zu einem Kettenbaum, aufgewickelt werden.
Bei dieser Verfahrensweise werden die Kunstseidefäden insgesamt einer ganz gleichmässigen Behandlung unterworfen, insbesondere werden die noch feuchten Fäden im Verlaufe des Herstellungsprozesses keinerlei Beanspruchung ausgesetzt, durch die das Ausschrumpfen in einem nicht gewollten Masse oder das Verhalten ungünstig beeinflusst werden könnte. Die Zuführung der noch feuchten Fäden sofort zur Trockenvorrichtung unter Vermeidung jeder zusätzlichen Beanspruchung schafft die Sicherheit, dass ein vollkommen gleichmässiges Ausschrumpfen der Fäden beim Trocknen erreicht wird.
Zur Ausführung des Verfahrens geht man beispielsweise so vor, dass man den aus dem Spinnbad austretenden Faden über ein geschränktes Walzenpaar in vielen Schraubenwindungen leitet. Zweckmässig sind die Walzen senkrecht übereinander angeordnet und sind zwangläufig angetrieben. Auf diesen Walzen werden die Fäden gewaschen und nachbehandelt und sofort nach dem Ablaufen von den Walzen einem Transportband u.dgl. zugeführt, wo sie lose abgelegt werden, um dann zu einer Trockenvorrichtung zu gelangen. Wenn man das Transportband u.dgl. nicht durch die Trockenvorrichtung hindurchlaufen lassen will, kann man auch die Fäden durch das Transportband nur bis an die Trockenvorrichtung heranschaffen, sie dort vom Transportband abnehmen und mittels ange- triebener Förderwalzen, die in ihrer Umfangsgeschwindigkeit regelbar sind, durch die Trockenvorrichtung führen, wobei die Fördergeschwindigkeit der einzelnen Walzen einstellbar ist und dem jeweiligen Schrumpfvermögen der Fäden angepasst werden kann. Die getrockneten Fäden werden nach Verlassen der Trockenvorrichtung in Wickelform gesammelt, sie können aber auch, sofern man gezwirnte Fäden zu erhalten wünscht, einer geeigneten Zwirnvorrichtung zugeleitet werden.
Das Verfahren gemäss der Erfindung ermöglicht auch die unmittelbare Herstellung von Kettenbäumen, indem man die gewaschenen und nachbehandelten Fäden nicht einzeln die vorstehend beschriebenen weiteren Verfahrensstufen durchlaufen lässt, sondern sie nach Verlassen der Walzen, auf denen sie gewaschen und nachbehandelt worden sind, zu einer Fadenschar zusammenfasst. Diese Fadenschar, die von einer grösseren Anzahl nebeneinanderliegender Spinnstellen kommt, wird einer Trockenvorrichtung zugeleitet und nach diesem ersten Trocknen in ein Avivage- oder Schlichtebad geführt, wobei man darauf zu achten hat, dass die Verweilzeit in dem Bad nicht zu kurz gewählt wird, damit auch ein guter Schlichteeffekt erzielt werden kann. Infolgedessen wird die Abmessung der Badpassage mindestens einige Meter betragen müssen. Durch die Wiederbefeuchtung der bereits getrockneten Fäden und die Länge des Avivage- bzw. Schlichtebades werden die letzten Spuren von etwa noch vorhandenen Ungleichmässigkeiten im Gefüge der einzelnen Fäden ausgeglichen, so dass beim darauffolgenden Trocknen der Fadenschar unter überall denselben Bedingungen eine durchaus einwandfreie Ware erhalten wird.
Zur betrieblichen Überwachung bei der unmittelbaren Herstellung von z.B. Kettenbäumen wird man zweckmässig die an sich bekannten Fadenwächter an geeigneter Stelle einbauen, damit bei etwaigen Störungen durch Reissen eines Fadens sofort Abhilfe geschaffen werden kann.
Das Verfahren nach der Erfindung gestattet es ohne weiteres, künstliche Fäden herzustellen, die einem jeweils verlangten Zweck entsprechen. So kann man durch die Regelung der Fördergeschwindigkeit der Fäden beim Trocknen das Schrumpfvermögen praktisch voll- ständig beseitigen, was insbesondere für Webseide ein unbedingtes Erfordernis ist. Man kann aber auch den Fäden ein hohes Schrumpfvermögen dadurch verleihen, dass man die Fördergeschwindigkeit nicht dem beim Trocknen der Fäden einsetzenden Schrumpfen anpasst, sondern sie dabei einer hohen Spannung aussetzt; es lassen sich ferner durch entsprechend abgeänderte Bedingungen Fäden von grosser Festigkeit, geringer Dehnung bei gleichzeitig hohem Schrumpfvermögen, ferner Fäden mit hoher Dehnung und guten Festigkeitseigenschaften erzeugen, überhaupt praktisch alle Sorten von Fäden mit den jeweils gewünschten Eigenschaften. Insgesamt zeichnen sie sich vor allen bislang bekannten künstlichen Textilfäden dadurch aus, dass sie eine in sich vollkommen gleichmässige Ware bilden, die in jeder nur denkbaren Wickelform ohne Nachteil in der Technik verarbeitet werden kann.

Claims (2)

1. Verfahren zur Herstellung von künstlichen Fäden aus Viscose im fortlaufenden Arbeitsgang, dadurch gekennzeichnet, dass die in üblicher Weise gesponnenen, auf Walzen u.dgl. gewaschenen und gegebenenfalls nachbehandelten Fäden sofort anschliessend einer Trockenvorrichtung zugeleitet werden, die mit angetriebenen Führungswalzen oder -rollen versehen ist, deren Fördergeschwindigkeit entsprechend der beim Trocknen der Fäden auftretenden Schrumpfung beliebig einstellbar ist, worauf die getrockneten Fäden als Wickel u.dgl. gesammelt oder unmittelbar einer Zwirnvorrichtung zugeführt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die an einer grösseren Anzahl von Spinnstellen gesponnenen, auf Walzen u.dgl. gewaschenen und gegebenenfalls nachbehandelten Fäden zu einer Fadenschar zusammengefasst und getrennt nebeneinander laufend sogleich einer Trockenvorrichtung zugeführt werden, deren Fördergeschwindigkeit der Fadenschrumpfung entsprechend einstellbar ist, worauf die getrockneten Fäden erneut, gegebenenfalls durch ein Avivier- oder Schlichtebad, angefeuchtet und wieder in einer gleichen Trockenvorrichtung getrocknet und schliesslich zu einem Wickel, insbesondere zu einem Kettenbaum, aufgewickelt werden.

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