DEP0045347DA - Verfahren zur biotechnischen Herstellung von eiweiß- und stärkespaltenden Fermenten - Google Patents
Verfahren zur biotechnischen Herstellung von eiweiß- und stärkespaltenden FermentenInfo
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Description
Es ist bekannt, daß Schimmelpilze auf geeigneten Nährböden Fermente mannigfaltiger Art zu bilden vermögen. Unter diesen finden sich neben Amylasen vor allem Proteasen verschiedener Wirkungsrichtung. Es ist weiter bekannt, daß man bei Anwendung von kleiehaltigen Nährböden durch Zusatz von Leim oder Kazein die Ausbeute - vor allem an Proteasen - steigern kann.
Wie nun gefunden wurde, läßt sich die Ausbeute an Proteasen in durch Züchtung von Schimmelpilzen gewonnenen Fermantgemischen um das Mehrfache steigern, ohne daß eine Beeinträchtigung der Amylasenbildung erfolgt, wenn man den zur Verwendung gelangenden (festen oder flüssigen) Nährböden eu- und/oder mesoplasmatische Proteine (z.B. Muskeleiweiß) bzw. deren Abbauprodukte zusetzt, wobei man sowohl im submersen als auch im Oberflächen-Verfahren arbeiten kann. Zur technischen Durchführung der vorliegenden Erfindung gelangen somit solche Schlacht- und/oder Fischabfälle zur Anwendung, die Eiweiß der gekennzeichneten Genese enthalten; nicht brauchbar im Sinne des Verfahrens der vorliegenden Anmeldung sind demgegenüber alloplasmatische Eiweißarten, also solche, welche lediglich aus Gerüstsubstanzen des tierischen Organismus herrühren (Knochenmehl, Leim usw.), desgleichen Milch bzw. deren Eiweißbestandteile (Molkeneiweiß, Kasein). Als besonders vorteilhaft hat sich Fischmehl erwiesen. Gewünschten- bzw. erforderlichenfalls werden den Nährböden oder auch erst dem Erntegut spezifisch wirkende Aktivatoren (wie z.B. Ammoniumsalze, gewisse Spurenelemente usw.) zugesetzt, wie es dem Fachmann bekannt ist.
Die unter Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens gewonnenen Fermentgemische unterscheiden sich von den mittels Schimmelpilzen bisher hergestellten Präparaten nach Wirkungsrichtung und -intensität in vorteilhafter Weise. Je nach Art des Ausgangsmaterials und des kultivierten Schimmelpilzes können sie in der Therapie (insbesondere der Verdauungskrankheiten), in der Textilindustrie (z.B. als Wasch- und Entschlichtungsmittel), für die Beizung und Aescherung tierischer Häute oder sonstige Zwecke verwendet werden.
Beispiel
300 g Weizenkleie werden mit 30 g Fischmehl homogen vermengt, worauf das Gemisch mit etwa 200 ccm Leitungswasser gleichmäßig angefeuchtet wird. Hierauf wird die Masse im Brutraum in 3 cm hoher Schicht auf Regalen ausgebreitet und an zwei aufeinanderfolgenden Tagen je eine Stunde im strömenden Dampf sterilisiert. Nun werden Konidien aus einer Reinkultur von Aspergillus crycae eingeblasen. Der Brutraum wird in gewissen Zeitabständen mit steriler, feuchter Luft ventiliert. Nach etwa 5 Tagen wird die Kultur unter Anwendung geeigneter Sterilisierungsmaßnahmen abgebrochen, worauf die Masse getrocknet wird. Das trockene Erntegut aknn für die meisten Zwecke direkt zur Verwendung gelangen; in manchen Fällen aber ist es geraten, eine Extraktion des Erntegutes vorzunehmen, wobei die Enzyme in Lösung gehen. Man erhält ein Produkt, welches pro Gramm Trockensubstanz etwa 9000 B-Einheiten und 100.000 W-Einheiten enthält. Züchtet man denselben Pilzstamm unter sonst gleichen Bedingungen auf Weizenkleie, welcher kein Fischmehl zugesetzt war, so erhält man nur etwa 2000 B-Einheiten, während man 3 - 4000 B-Einheiten erhält, wenn dem Nährboden Kasein zugesetzt war.
Claims (2)
1.) Verfahren zur biotechnischen Herstellung von eiweiß- und stärkespaltenden Fermenten durch Züchtung von Schimmelpilzen, dadurch gekennzeichnet, daß man den Nährböden eu- und/oder mesoplasmatische Proteine bzw. deren Abbauprodukte - gegebenenfalls unter zusätzlicher Verwendung der üblichen Aktivatoren - zusetzt.
2.) Verfahren gemäß Anspruch 1.), dadurch gekennzeichnet, daß die Züchtung in Gegenwart von Fischmehl durchgeführt wird.
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