DEP0040989DA - Verfahren zur Herstellung oberflächenaktiver Verbindungen aus Eiweißstoffen bzw. Eiweißabbauprodukten - Google Patents

Verfahren zur Herstellung oberflächenaktiver Verbindungen aus Eiweißstoffen bzw. Eiweißabbauprodukten

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DEP0040989DA
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Germany
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proteins
protein degradation
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degradation products
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English (en)
Inventor
Curt Dr. Fuchs
Bruno Dr. Werdelmann
Original Assignee
Dreiring-Werke KG, Krefeld
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Description

Aus der französischen Patentschrift 749 228 ist bekannt, dass man durch Umsetzung der Chloride höherer Fettsäuren mit Eiweißabbauprodukten vom Typ der Lysalbin- und Protalbinsäure zu oberflächenaktiven Verbindungen gelangt, die als Wasch-, Netz-, Dispergier- und Durchdringungsmittel Verwendung finden können. Die entstandenen Verbindungen vereinigen die schutzkolloiden Eigenschaften der hochmolekularen Eiweißspaltprodukte mit der oberflächenaktiven Wirkung der höheren Fettsäurereste. Infolge ihrer grossen Netz- und Dispergierwirkung sind sie für die verschiedensten Zwecke, z.B. in der Textil-, Leder-, Papier- und Rauchwarenindustrie sowie für die Kosmetik geeignet.
Es wurde nun gefunden, dass man an Stelle der Abkömmlinge von höheren gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren organische Sulfochloride - insbesondere Alkylbenzolsulfochloride und Alkylnaphtalinsulfochloride - mit Eiweißabbauprodukten kondensieren kann und dabei zu stark oberflächenaktiven Stoffen gelangt, die sich durch große Löslichkeit und besonders gute Härtebeständigkeit auszeichnen. Die Netz-, Dispergier- und Emulgierwirkung dieser neuen Verbindungen ist mindestens ebenso groß, wie die der Fettsäurederivate, die schutzkolloiden Eigenschaften zeigen sehr gute Werte. In der Kalkbeständigkeit werden die oben erwähnten oberflächenaktiven Verbindungen erheblich übertroffen.
Die aus den aromatischen Sulfochloriden gewonnenen Verbindungen sind viel wohlfeiler herstellbar als die Fettsäurekondensationsprodukte. Man benötigt zu ihrer Gewinnung nicht die relativ kostspieligen Fettsäurechloride, sondern geht von total synthetischen Vorprodukten aus, die jeder Zeit leicht zugänglich sind. Als besonders wertvoll haben sich Alkylbenzole erwiesen, die als Seitenkette eine normale oder verzweigte Alkylgruppe mit 8-12 Kohlenstoffatomen tragen. Brauchbare Kondensationsprodukte werden jedoch auch schon von Alkylbenzolen mit einer C(sub)4H(sub)9-Gruppe sowie solchen mit höheren Alkylresten (C(sub)13 bis C(sub)18) erhalten. Die Herstellung der Alkylbenzolsulfochloride erfolgt in an sich bekannter Weise durch Umsetzung der Alkylbenzole mit Chlorsulfonsäure. An Stelle technisch reiner Alkylbenzole können als Ausgangstoffe auch Isomeren-Gemische Verwendung finden, wie sie heute großtechnisch durch Umsetzung von aus chloriertem Kogasin I (Kohlenwasserstoffraktion aus der sogen. Fischer-Tropsch-Synthese mit 8-12 C-Atomen) mit Benzol bei Gegenwart von Aluminiumchlorid oder auch technischen Olefinen aus Kogasin I oder Isooctylen bezw. Isododecylen durch Kondensation mit Benzol bezw. dessen Homologen bei Gegenwart von
Borfluorid gewonnen werden.
Als Eiweißkomponente können sowohl Casein als auch dessen alkalische oder saure Spaltprodukte wie Lysalbinsäure, Protalbinsäure, Sarkosin, Glykokoll usw. Verwendung finden. Die Endkondensation der organischen Sulfochloride mit den Eiweißprodukten erfolgt zweckmässig bei Gegenwart von Alkali bezw. alkalisch wirkenden organischen oder anorganischen Stoffen und kann sowohl in wässeriger Suspension wie in Anwesenheit eines neutralen organischen Mediums vorgenommen werden.
Gegenüber den Reaktionsprodukten aus Paraffinsulfochloriden mit Eiweißabbauprodukten, deren Schutz nicht beansprucht wird, besitzen die aus den Alkylbenzol- bezw. Alkylnaphthalinsulfochloriden gewonnenen Erzeugnissen den Vorteil, dass sie nicht mit unverseifbaren Bestandteilen vorbelastet sind und daher grössere Schaum- und Reinigungskraft entfalten.
Beispiel 1.
20 kg eines aus einem technischen Alkylbenzol mit 8-10 C-Atomen in der Seitenkette (Sdp. 158 - 170° / 11mm, d(sub)20 = 0,870) gewonnenen rohen Sulfochlorides werden bei 40° mit einer Lösung von 30 kg techn. lysalbinsauren Natrium, 10 kg Wasser und 3 k Ätznatron bis zum Verschwinden der alkalischen Reaktion verrührt. Das entstehende dickflüssige braune Kondensationsprodukt ist in Wasser klar löslich, zeigt mit Wasser von 30° DH keinerlei Kalkempfindlichkeit und schäumt vor allem in der Wärme gut.
Beispiel 2.
50 kg des wie in Beispiel 1 gewonnenen techn. Alkylbenzolsulfochlorides werden mit einer Lösung von 7,5 kg Glykokoll, 10 kg Ätznatron und 20 kg Wasser bei 40° verrührt, bis die alkalische Reaktion verschwunden ist. Es entsteht eine transparente halbfeste Masse, die klar in Wasser löslich ist, keinerlei Kalkempfindlichkeit zeigt und sehr stark schäumt. Der Schaum ist dicht und lange Zeit haltbar. Die Analyse des Produktes ergibt 53% aktive organische Substanz.
Beispiel 3.
26,6 kg eines aus technischen Alkylnaphthalin mit einer Seitenkette von 8 - 11 C-Atomen (sdp. 180 - 240°/ 15 mm, d(sub)20 = 0,951) und Chlorsulfonsäure gewonnenen rohen Sulfochlorides (etwa 90%ig) werden bei 40 - 50° mit einer Lösung von 4,9 kg Glykokoll in 5,2 kg Natriumhydroxyd und 20 kg Wasser verrührt, bis die exotherm verlaufende Kondensation beendet ist und die Mischung gleichmässig transparent und hochviskos geworden ist. Die braune Paste ist in Wasser klar löslich und schäumt stark. Der Schaum ist dicht wie Seifenschaum und lange Zeit haltbar.
Die Analyse des Produktes ergibt einen Gehalt an 76% aktiver Substanz.

Claims (2)

1. Verfahren zur Herstellung oberflächenaktiver Verbindungen aus Eiweißstoffen bezw. Eiweißabbauprodukten, dadurch gekennzeichnet, dass man Alkylbenzol oder Alkylnaphthalinsulfochloride mit Casein oder dessen alkalischen oder sauren Spaltprodukten wie Lysalbinsäure, Protalbinsäure, Sarkosin, Glykokoll usw. in wässeriger Suspension oder in Gegenwart eines organischen Lösungsmittels kondensiert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Kondensation bei Gegenwart von Alkali bezw. alkalisch wirkender organischer bezw. anorganischer Stoffe durchführt.

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