DEP0022933DA - Lehr- und Hilfsmittel für die Herstellung von Zweifarbendrucken - Google Patents
Lehr- und Hilfsmittel für die Herstellung von ZweifarbendruckenInfo
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Description
Die Herstellung orginalgetreuer Drucke nach farbigen Entwürfen in der bisher gebräuchlichen Weise bietet erhebliche Schwierigkeiten nicht nur bei der Anwendung mehrerer Grundfarben, sondern auch dann, wenn der Fertiger des Originals im Interesse der Vereinfachung des Druckes beispielsweise nur zwei Grundfarben vorsieht.
Die vom Graphiker zur Ausführung seines Entwurfs benutzten Aquarell-, Tempera- und Plakatfarben unterscheiden sich in ihren Eigenschaften grundsätzlich von den Druckfarben. Die Aufhellung der Grundfarben im Druck erfolgt durch Aufrastung, der Graphiker dagegen pflegt seine Malfarben mit Weiss aufzuhellen. Dabei erhält er aber Farbtöne, die von den aufgerasterten Druckfarben gänzlich verschieden sind. Will der Gebrauchsgraphiker den Farbton festlegen, der dem Übereinanderdruck der Grundfarben entspricht, so wird er vergeblich versuchen, dies durch Mischung der den Grundfarben entsprechenden Malfarben zu erreichen.
Auch der Chemigraph ist bei der Herstellung der für den
Druck benötigten Druckplatten bei der bisher üblichen Technik gezwungen, seinen Farbauszügen Druckfarben zugrunde zu legen, die mit den vom Graphiker vorgesehenen Farben nicht übereinstimmen. So bringt die Schwierigkeit der von einander verschiedenen Mal- und Druckfarben, wie auch der unterschiedlichen Misch- und Aufhellungsmethoden des Gebrauchsgraphikers gegenüber denen des Chemigraphes und des Druckers in das Herstellungsverfahren einer farbigen Reproduktion eine grosse Unsicherheit, die selbst durch gefühlsmässige Kleinarbeit und mühsame Nachbesserungen nicht zu überbrücken ist, im ganzen aber einen grossen Zeitaufwand und erhebliche Kosten verursacht, um zuletzt doch häufig zu Misserfolgen zu führen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es nun, hier Abhilfe zu schaffen, derart, dass sowohl dem Graphiker, als auch dem Chemigraphen und dem Drucker das mühsame und unsichere Anpassen erspart wird und Richtlinien gegeben sind, nach denen sie leicht und sicher arbeiten können mit der Gewissheit, dass der entstehende Farbdruck dem Original so genau wie überhaupt nur möglich nachkommt.
Die Aufgabe ist durch eine eigenartige, besonders zweckmässige Zusammenstellung mehrerer verschiedenartiger, aber in Bezug auf den Lehrzweck zusammenhängender, zum Teil bekannter Darstellungen gelöst worden. Es sind nämlich der vorzugsweise auf zwei Grundfarben aufgebauten, an sich bekannten Farbskala, die durch
Übereinanderdrucken von zwei einfarbig abgestuften Skalen erzielt ist, Teilauszüge in jeder der Grundfarben beigegeben, sowie ein aus solchen Teilauszügen sich ergebener Zusammendruck.
Aus diesem, auf einem Blatt, Bogen oder Heft zusammen und nebeneinander gestellten Darstellungen kann der Graphiker, welcher den ursprünglichen Entwurf fertigzustellen hat, sowie der ihn verwertende Chemigraph und schliesslich der Drucker diejenigen Lehren ziehen, die er benötigt, um ein erfolgbringendes Zusammenarbeiten der drei Beteiligten möglich zu machen, gleichviel ob gerade die in den Darstellungen benützten Farben oder andere verwendet werden.
Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den beigefügten Zeichnungen veranschaulicht.
Fig. 1 zeigt in kleinem Maßstab und nur in groben Umrissen ein Ausführungsbeispiel des neuen Lehr- und Hilfsmittels in Gestalt eines auseinander gefalteten dreigeteilten Blattes.
Fig. 2 zeigt das zusammengefaltete Blatt.
Fig. 3 ist eine andere Ausführungsform eines ebenfalls dreigeteilten Blattes, bei welchem der vordere teil auf den mittleren Teil gelegt ist.
Fig. 4 zeigt in grösserem Maßstab eine Einzeldarstellung aus dem rechten Blatteil der Ausführungsform nach Fig. 1.
Fig. 5 ist ebenfalls in grösserem Maßstab eine Darstellung aus dem mittleren Blatt der Ausführungsform nach Fig. 1 oder 3.
Fig. 1 zeigt ein Blatt, das durch Faltung in drei Teile unterteilt ist und verschiedene bildliche Darstellungen enthält, die im Folgenden erläutert werden sollen.
Ausserhalb dieser Darstellung enthält es vorzugsweise auf dem teil b sowie auf den Rückseiten der teile c und d, in der Zeichnung nicht wiedergegebene textliche Erläuterungen und Gebrauchsanweisungen. Die in Fig. 1 nicht sichtbare Seite des Teiles b, die bei zusammengefaltetem Blatt oben liegt, enthält ein Titelbild a. Dieses besteht aus drei Reihen g, e, f von je drei Einzelbildern. Das Bild links der ersten Reihe ist ein Teilbild in einem der zwei Volltöne, die bei dem Beispiel angewendet werden. Das mittlere Bild der oberen Reihe g ist ein Teilbild in der zweiten Farbe. Das Bild rechts ein Bild, das durch Übereinanderdruck der beiden Grundfarben entstanden ist. Auch bei den reihen e und f zeigt das linke Teilbild einen Druck in der einen, das mittlere Teilbild einen Druck des Bildes in der anderen Farbe, das Bild rechts je einen zugehörigen Zusammendruck. Die Drucke unterscheiden sich jedoch dadurch, dass in der oberen Bildreihe nur Volltöne, in der mittleren Reihe Drucke, bei denen die beiden Farben stellenweise durch Rasterung aufgehellt sind, benützt sind. Die Reihe f verwendet Volltöne und Rastertöne. Ein Vergleich der Bildreihen und Bilder zeigt dem Betrachter die reichlichen Möglichkeiten, die sich durch
entsprechende Verwendung von Volltönen, Rastertönen und entsprechenden Übereinanderdruckformen der zwei Farben erzielen lassen.
Der Teil c zeigt eine Mischtabelle g(sub)1, die in Fig. 5 deutlicher wiedergegeben ist und aus fünf waagerechten Reihen von Feldern 1, 2, 3, 4, 5, und fünf Reihen A, B, C, D, E besteht. Das Feld A(sub)5 zeigt die eine der beiden Farben z. B. Rot im Vollton, das Feld E(sub)1 die andere Farbe z. B. Blau ebenfalls im Vollton. Das Feld A(sub)1 bleibt weiss, das feld E(sub)5 zeigt den vollen Übereinanderdruck der beiden Farben. Die übrigen Felder zeigen durch Rasterung erzielte Aufhellung und Übereinanderdrucke der beiden Farben. Ebenso zeigt die waagerechte Reihe 1 im Feld E(sub)1 den vollen Farbton (blau), die Felder D(sub)1, C(sub)1 und B(sub)1 dieselbe Farbe stufenweise aufgehellt durch Rasterung bis zum weissen Feld A(sub)1.
Ebenso zeigt die senkrechte Reihe A im Feld A(sub)5 den anderen vollen Farbton (rot) und die Felder (sub)4, A(sub)3, A(sub2 dieselbe Farbe stufenweise aufgehellt bis wieder zum weissen Feld A(sub)1.
Die ganze Tabelle oder Farbsmischtafel g(sub)1 ist ein Übereinanderdruck der beiden Teilbilder h und i auf dem Blatteil c. Im teilbild enthält die senkrechte Reihe E in all ihren Feldern den Vollton der einen Farbe (blau), die reihen D bis B diesen Farbton stufenweise aufgehellt. Die reihe A ist weiss.
Im Teilbild i zeigt die unterste Reihe 5 den anderen Vollton (rot), die oberste Reihe 1 reines Weiss. Die dazwischen liegenden Reihen sind stufenweise durch Rasterung allmählich aufgehellt.
Fig. 4 der Zeichnung gibt in grösserem Maßstab, allerdings nur in Schwarz-weiss-Darstellung den Teildruck b wieder; Fig. 5
dagegen die Mischtabelle g(sub)1. Schon aus der Schwarz-weiss-Darstellung lässt sich die reiche Gradation erkennen. Die Auswahl oder die Bestimmung eines der möglichen Farbtöne aus der Tabelle g(sub)1 lässt sich dadurch erleichtern, dass man in an sich bekannter Weise ene Maske anwendet, deren Ausschnitt der Größe eines der felder der Tabelle entspricht und die somit die benachbarten nun störend wirkenden Felder abdeckt.
Ganz rechts auf Teil d findet sich oben bei k ein Volltonabdruck der ersten, unten bei m ein Volltonabdruck der zweiten Farbe und in der Mitte bei n ein Übereinanderdruck der beiden Farben. Die Flächen k und m sind in kleine felder unterteilt, die durch Perforation usw. zum Abtrennen vorbereitet sind. Die abgetrennten Stücke dienen zur Erleichterung der Verständigung, beispielsweise bei Bestellungen, bei Arbeitsvorschriften usw.
Bei dem in Fig. 3 gezeigten Ausführungsbeispiel befindet sich auf der Vorderseite e(sub)1 ein einziges, durch den Zusammendruck von zwei Farben stellenweise entsprechend aufgerastertes, verhältnismässig grosses Bild, das den erzielbaren Reichtum an Farbtönen erkennen lässt. Anstelle der Teilfarben-Skalen h und i der Fig. 1 sind hier die beiden Teildrucke h(sub)1 und i(sub)1 in jeder der beiden Farben wiedergegeben. Auch der so ermöglichte Vergleich wirkt sehr lehrreich und erlaubt es dem Benützer des neuen Hilfsmittels sich rasch und sicher zurecht zu finden. Der in Fig. 3 nicht sichtbare, in Fig. 1 mit c bezeichnete Teil kann hier entsprechend der Fig. 1 und der Fig. 5 gestaltet sein.
Claims (5)
1.) Lehr- und Hilfsmittel für die Herstellung von Zweifarbendrucken, dadurch gekennzeichnet, dass der auf zwei Grundfarben in an sich bekannter Weise aufgebauten, durch Übereinanderdrucken von zwei Skalen, deren eine die eine Grundfarbe in waagrechte Streifen abgestuft vom reinen, satten Farbton aufgehellt bis zu reinem Weiß, die andere die zweite Grundfarbe in senkrechter Streifen ebenso von der reinen Farbe bis weiß abgestuft enthält, gewonnenen Farbenskala, Teilauszüge in jeder der beiden Grundfarben und ihren Abtönungen, sowie ein aus solchen Teilauszügen sich ergebender Zusammendruck beigegeben sind.
2.) Ausführungsform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Teilauszüge die beiden Einzelfarbenskalen je für sich wiedergegeben sind.
3.) Ausführungsform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Teilauszüge einfarbige Teildrucke des Gesamtbildes wiedergegeben sind.
4.) Ausführungsform nach Anspruch 1 oder den Unteransprüchen, gekennzeichnet durch die Beigabe von Masken, deren Öffnung der Grösse und Gestalt eines der durch die Kreuzung zweier Streifen der Einzelfarbskalen erhaltenen Quadrates ent-
spricht und deren Anwendung auf die Mischtabelle die Auswahl der Mischfarbe erleichtert.
5.) Ausführungsform nach Anspruch 1 oder den Unteransprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass der Mischtabelle Farbenabdrücke der reinen Grundfarben beigegeben sind, von denen, zweckmässig durch Trennlinien, Perforationen oder dergl. vorbereitet und mit einem den Farbnamen angebenden Überdruck versehene, Abschnitte entnommen und dem Original oder den Andrucken angeheftet von Hand zu Hand weitergegeben werden können.
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