DEP0020111DA - Verfahren und Einrichtung zur selbsttätigen Regelung von Betriebsgrößen, insbesondere in Endlosvordrucke verarbeitenden Maschinen - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur selbsttätigen Regelung von Betriebsgrößen, insbesondere in Endlosvordrucke verarbeitenden MaschinenInfo
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Description
Verfahren zur selbsttätigen Regelung von Betriebsgrössen werden im allgemeinen so durchgeführt, dass die Abweichungen der zu regelnden Grösse von dem Sollwert von einem Indikator festgestellt und durch eine vom ihm gesteuerte Regelgrösse ausgeglichen werden, wobei der Indikator so eingerichtet sein muss, dass der Regelvorgang rechtzeitig unterbrochen wird, um ein Über- bzw. Unterregeln der Betriebsgrösse zu vermeiden. Derartige Verfahren bedingen Regeleinrichtungen, welche die Betriebsgrösse in zwei Richtungen beeinflussen können und eine Vorrichtung zur Rückführung der zu regelnden Grösse auf den Sollwert enthalten.
Eine wesentliche Vereinfachung von Regeleinrichtungen würde eintreten, wenn die zu regelnde Grösse nur in einer Richtung beeinflusst zu werden brauchte, z.B. kein umkehrbarer Regelmotor, sondern nur ein in einer Richtung umlaufender Motor nötig wäre, und auf die Rückführungsvorrichtung ganz verzichtet werden könnte, ohne dass die Zeitkonstante des Regelvorganges zu gross würde.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die selbsttätige Regelung von Betriebsgrössen nach dem Verfahren durchgeführt wird, bei dem die zu regelnde Grösse absichtlich auf Beträge eingestellt wird, die um ein Geringes von dem Sollwert abweichen, und bei dem durch jeweils nur in einer Richtung wirkende Korrekturimpulse die Differenz zwischen Ist- und Sollwert ausgeglichen wird.
Mit besonderem Vorteil lässt sich dieses Verfahren bei der Regelung von Betriebsgrössen anwenden, die weitgehend belastungsunabhängig sind, und bei denen die Abweichungen des Istwertes vom Sollwert auf andere Einflüsse zurückzuführen sind. So ergeben sich zum Beispiel für den Papiervorschub bei Endlosvordrucke verarbeitenden Maschinen, insbesondere bei im Lochkartensystem arbeitenden Tabellier- und Schneidemaschinen, trotz genauester Einstellung des Vorschubapparates Abweichungen von der Normalstellung, deren Ursache in der mechanischen Übertragung liegen. Diese Abweichungen können automatisch in einfacher Weise dadurch ausgeglichen werden, dass erfindungsgemäss der Papiervorschub absichtlich auf einen vom Sollwert abweichenden Betrag eingestellt wird, d.h. die Richtung der Abweichung von vornherein festgelegt wird. Ihre veränderliche Grösse kann dann jeweils durch nur in einer Richtung wirkende Korrekturimpulse ausgeglichen werden. Als Indikator für die Abweichung werden vorteilhaft auf dem Papierstreifen in regelmässigen sich aus der Vordrucksgrösse ergebenden Abständen angebrachte Löcher verwendet, die Korrekturimpulse zur Wirkung kommen lassen, sobald die Differenz zwischen Ist- und Sollwert einen bestimmten Betrag erreicht hat.
Der Papiervordruck kann auf gegenüber dem Sollwert kleinere oder grössere Beträge eingestellt werden. Dementsprechend wird nach der Erfindung die Differenz zwischen Ist- und Sollwert durch in Richtung des Papiervorschubes wirkende einmalige Zusatzimpulse bzw. durch den Papiervorschub verzögernde, anhaltende Impulse ausgeglichen.
Für beide Möglichkeiten sind in den Abbildungen Ausführungsbeispiele dargestellt, und zwar zeigt:
Abb. 1 das Schema einer Regeleinrichtung für den Papiervorschub bei im Lochkartensystem arbeitenden Tabelliermaschinen und
Abb. 2 das Schema einer Regeleinrichtung für den Papiervorschub bei im Lochkartensystem arbeitenden Schneidemaschinen.
Die Erfindung ist jedoch nicht darauf beschränkt, sondern kann überall dort angewendet werden, wo es sich um die Regelung von vorzugsweise belastungsunabhängigen Betriebsgrössen handelt.
Gemäss Abb. 1 wird der von der Tabelliermaschine zu verarbeitende Papierstreifen P der Vorratsrolle O über eine Abwickelungsvorrichtung T entnommen und der den Vorschub des Papierstreifens P bewirkenden Walze W, die mit dem Vorschubapparat V in mechanischer Verbindung steht, zugeführt. Der Papierstreifen P ist in regelmässigen Abständen, die der zu verarbeitenden Formulargrösse entsprechen, mit Löchern L versehen und wird in der Löcherlinie zwischen zwei elektrischen Kontakten eines Kontaktpaares K hindurchgeführt. Die im Maschinentakt umlaufende Scheibe A trägt einen einarmigen Hebel H, der mit einer an der Scheibe A beweglich angeordneten Stützvorrichtung B verbunden ist. In die Bahn des Hebels H ragt der stabförmige Anker S eines Magneten M, wenn er von der Stromquelle F über an der Scheibe A befindliche Unterbrecherkontakte U und die Kontakte K erregt ist. Mit dem Hebel H steht über die Rolle R ein weiterer einarmiger Hebel C in Eingriff, der über die gefederte Schubstange D die Zeilentransportklinke Z betätigen kann. Die starre Verbindung am Zeilenvorschub ist durch eine in Zugrichtung leicht federnde Stange E ersetzt.
Die Wirkungsweise der in Abb. 1 dargestellten Einrichtung ist folgende:
Durch absichtliche Einstellung des von der Formulargrösse und seiner Beschriftung an sich bestimmten, von dem Vorschubapparat V bewirkten Papiervorschubes auf gegenüber den eigentlich notwendigen Vorschuben etwa kleinere Beträge, wird erreicht, dass die Löcher in jedem Falle die Tendenz haben, entgegen der Vorschubrichtung des Papiers zu wandern.
Gelangt nun während der Ruhestellung des Papiers in der Tabelliermaschine im Verfolg dieser "Rückwanderung" ein Loch L zwischen die Kontakte des Kontaktpaares K, so wird der Magnet M über die Kontakte K und die Unterbrecherkontakte U, die gleichfalls während dieser Zeit geschlossen sind, erregt und schiebt den stiftförmigen Anker S vor. Der an der sich während eines Maschinentaktes einmal drehenden Scheibe A befestigte Hebel H stösst gegen den Stift S und wird aufgehoben, dabei die Stütze B mitnehmend und sie einklinkend. Dadurch wird Hebel H in seiner angehobenen Stellung festgehalten, so dass bei der weiteren Drehung der Scheibe A der mit der Rolle R auf ihm gleitende Hebel C angehoben und über die Schubstange D und die Zeilentransportklinke Z die Papierwalze W, um einen Zahn vorwärts bewegt wird. Danach klinkt die Rolle R die Stütze B wieder aus und der Hebel H geht in die Ausgangsstellung zurück. Der Unterbrecher U sorgt dafür, dass nur ein kurzer Stromstoss stattfindet, damit in Ruhestellung der Maschine keine Strom fliessen kann.
Durch das erfindungsgemässe Verfahren und die danach arbeitende Einrichtung gemäss Abb. 1 wird hiernach einmal erreicht, dass infolge der absichtlichen Einstellung eines zu kleinen Vorschubes eine Verschiebung der Endlosformulare nach vorwärts verhindert und andererseits eine Verschiebung nach Rückwärts vom Steuerloch L am Kontakt K begrenzt wird.
Die in Abb. 2 dargestellte, für die Verwendung bei im Lochkartensystem arbeitenden Schneidemaschinen bestimmte Regeleinrichtung besteht aus zwei Elektromagneten M(sub)1 und M(sub)2 mit stabförmigen Ankern S(sub)1 bzw. S(sub)2, aus den zwei Kontaktpaaren K(sub)1 und K(sub)2 und einer ein Gewicht G tragenden Kurvenanordnung N. Der zwischen den Kontaktpaaren K(sub)1 und K(sub)2 geführte Papierstreifen ist wiederum mit Löchern L in regelmässigen, von der Formulargrösse bestimmten Abständen versehen. Die Stromkreise der Magneten M(sub)1
und M(sub)2 sind gleichfalls über Unterbrecherkontakte U geführt, die bei der Rotation der Scheibe A von einem an ihr angebrachten Kontaktstück kurzzeitig geschlossen werden.
Die Wirkungsweise dieser Einrichtung ist folgende:
Der Papiervorschub ist gegenüber dem Sollwert etwa grösser eingestellt. Die Löcher L werden also die Tendenz zeigen, in Vorschubrichtung auszuwandern. Gelangen sie dabei zwischen das Kontaktpaar K(sub)1, so wird der Stromkreis des Magneten M(sub)1 geschlossen. Stift S(sub)1 wird vorgeschoben und bewegt den Hebel F und damit die Kurvenanordnung N im Uhrzeigersinne. Das Gewicht wird leicht auf das Papier aufgesetzt und hemmt den Papiervorschub. Diese Bremsung des Papiervorschubes wird solange aufrechterhalten, bis eines der nachfolgenden Löcher L in den Bereich des Kontaktpaares K(sub)2 gelangt. Dann wird der Magnet M(sub)2 erregt und die Belastung des Papiers durch das Gewicht G wieder aufgehoben, indem Anker S(sub)2 den Hebel F und die Kurvenanordnung N entgegen der Uhrzeigerrichtung bewegt.
Mit der Einrichtung nach Abb. 2 wird somit in relativ ähnlicher Weise wie bei der in Abb. 1 dargestellten Einrichtung erreicht, dass durch absichtliche Einstellung eines zu grossen Papiervorschubes eine Verschiebung des Papiers nach rückwärts infolge ungenauer mechanischer Übertragung des Vorschubes verhindert und die im Betrieb unvermeidlich auftretenden Abweichungen von den einmal eingestellten Sollwert durch die Kontaktpaare K(sub)1 und K(sub)2 begrenzt werden.
Als Regelglied werden sowohl bei der Einrichtung nach Abb. 1 als auch bei der nach Abb. 2 Einrichtungen verwandt, die jeweils nur in einer Richtung zu wirken, also entweder nur einen zusätzlichen Regelimpuls oder nur einen verzögernden Regelimpuls zu liefern brauchen. Dadurch ergeben sich technisch sehr einfache Vorrichtungen.
Claims (8)
1.) Vorrichtung zur selbsttätigen Regelung von Betriebsgrössen insbesondere in Endlosvordrucke verarbeitenden Maschinen wie z.B. im Lochkartensystem arbeitenden Tabellier- und Schneidemaschinen, dadurch gekennzeichnet, dass die zu regelnde Grösse absichtlich auf Beträge eingestellt wird, die um ein Geringes vom dem Sollwert abweichen, und dass durch jeweils nur in einer Richtung wirkende Korrekturimpulse die Differenz zwischen Ist- und Sollwert ausgeglichen wird.
2.) Verfahren zur selbsttätigen Regelung des Papiervorschubes bei Endlosvordrucke verarbeitenden Maschinen wie z.B. im Lochkartensystem arbeitenden Tabellier- und Schneidemaschinen, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der von der Maschine mechanisch bewirkte, vom Sollwert abweichend eingestellte Papiervorschub durch einmalige oder anhaltende, von auf dem Papierstreifen in regelmässigen, sich aus der Vordruckgrösse ergebenden Abständen angebrachten Löchern gesteuerte Korrekturimpulse geändert wird, sobald die Differenz zwischen Ist- und Sollwert einen bestimmten Betrag erreicht hat.
3.) Verfahren zur selbsttätigen Regelung des Papiervorschubes bei Endlosvordrucke verarbeitenden Maschinen, wie z.B. im Lochkartensystem arbeitenden Tabelliermaschinen, nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Papiervorschub auf gegenüber dem Sollwert kleinere Beträge eingestellt und die Differenz zwischen Ist- und Sollwert durch in Richtung des Papiervorschubes wirkende einmalige Zusatzimpulse ausgeglichen wird.
4.) Verfahren zur selbsttätigen Regelung des Papiervorschubes bei Endlosvordrucke verarbeitenden Maschinen, wie z.B. im Lochkartensystem arbeitenden Schneidemaschinen, nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Papiervorschub auf gegenüber dem Sollwert grössere Beträge eingestellt und die Differenz zwischen Ist- und Sollwert durch den Papiervorschub verzögernde, anhaltende Impulse ausgeglichen wird.
5.) Einrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der in regelmässigen Abständen mit Löchern (L) versehene endlose Papierstreifen (P) zwischen einem elektrischen Kontaktpaar (K) geführt ist, das beim kurzzeitigen Verweilen der Löcher (L) den Stromkreis eines Elektromagneten (M) schliesst, wobei dessen Anker (S) eine auf einer im Maschinentakt rotierenden Scheibe (A) angebrachte Hebelanordnung (H.B) so beeinflusst, dass die vom Vorschubapparat (V) angetriebene Papierwalze (W) um konstante Beträge in der Vorschubrichtung zusätzlich gedreht wird.
6.) Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der vorzugsweise in Stabform ausgebildete Anker (S) des Magneten (M) einen an der rotierenden Scheibe (A) befestigten einarmigen Hebel (H) anhebt, der dabei eine an der Scheibe (A) beweglich angeordnete Stützvorrichtung (B) mitnimmt und zum Einklinken bringt, wodurch Hebel (H) in seiner angehobenen Lage festgehalten und bei der weiteren Drehung der Scheibe (A) ein mittels Rolle (R) auf ihm gleitender, zweiter einarmiger Hebel (C) bewegt wird, der über einen Klinkenmechanismus (Z) die zusätzliche Drehung der vom Vorschubapparat (V) angetriebenen Papierwalze (W) bewirkt, worauf Rolle (R) die Stützvorrichtung (B) wieder ausklinkt und Hebel (H) in seine Ausgangslage zurückfällt.
7.) Einrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1, 2 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass der in regelmässigen Abständen mit Löchern (L) versehene endlose Papierstreifen (P) zwischen zwei eng benachbarten elektrischen Kontaktpaaren (K(sub)1, K(sub)2) geführt
ist, die beim kurzzeitigen Verweilen der Löcher (L) Stromkreise von zwei Elektromagneten (M(sub)1, M(sub)2) schliessen, deren Anker (S(sub)1 bzw. S(sub)2) über Hebel (F) eine ein Gewicht (G) tragende Kurvenanordnung (N) derart drehen, dass der Papierstreifen (P) vom Gewicht (G) be- bzw. entlastet wird, was eine Verzögerung zur Folge hat.
8.) Einrichtung nach Anspruch 5, 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Stromkreise der Elektromagneten (M, M(sub)1, M(sub)2) zusätzlich über Unterbrecherkontakte (U) geführt sind, die bei der Rotation der Scheibe (A) nur kurzzeitig während der Ruhelage des Papierstreifens (P) geschlossen werden.
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