DEP0019903DA - Verfahren zur Gewinnung pentosanarmer Zellstoffe für die Kunstfaserherstellung - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung pentosanarmer Zellstoffe für die KunstfaserherstellungInfo
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Description
Die deutsche Patentschrift 745 547 behandelt ein Verfahren zur Herstellung von Zellstoff unter Erhitzung von zellulosehaltigen Rohstoffen, wie Holz, Stroh oder Gräsern in Lösungen, die neben Natriumbisulfat noch Natriumsulfat enthalten, vor dem alkalischen Aufschluss. Dabei werden für die Herstellung dieser Lösungen die vorwiegend Natriumbisulfat neben Natriumsulfat enthaltenden Abfallspinnbäder des Viskoseprozesses nach entsprechender Verdünnung verwendet.
Bei dieser Arbeitsweise ist es möglich, mit wesentlich höheren Konzentrationen an titrierbarer Säure zu arbeiten als bei salzfreien Bädern. Der erhaltene Zellstoff weist sogar noch einen etwa erhöhten Alphagehalt und noch verringerten Holzgummigehalt auf als bei Anwendung salzfreier Mineralsäure.
Bei der bekannten Arbeitsweise müssen jedoch infolge der puffernden Wirkung des Salzes entweder höhere Säurekonzentrationen zur Anwendung kommen, oder es muss die Einwirkungszeit verlängert werden.
Es wurde nun gefunden, dass sich besonders für die Kunstfaserherstellung geeignete Zellstoffe von verringertem Pentosangehalt insbesondere aus Einjahrespflanzen auch herstellen lassen, wenn man für die Säurevorbehandlung der zellulosehaltigen Rohstoffe vor dem alkalischen Aufschluss eine mineralsalzhaltige Schwefelsäure verwendet, die kein Neutralsalz mehr enthält. Die puffernde Wirkung des Salzes ist dann wesentlich geringer, sodass die Säurekonzentration erniedrigt oder die Nachbehandlungszeit stark abgekürzt werden kann. Wesentlich ist, dass das alkalische Aufschlussverfahren der sauren Vorbehandlung angeglichen wird, da nur dann ein pentosanarmer Kunstfaserzellstoff in guter Ausbeute erhalten werden kann. Gemäss der Erfindung erfolgt die Säurevorbehandlung mit einer verdünnten Schwefelsäure, die weniger als 10 g H(sub)2SO(sub)4 im Liter enthält, bei Temperaturen über 100°. Dabei soll die Säure auf 100 g Schwefelsäure weniger als 140 g Natriumsulfat enthalten. Der an die Säurevorbehandlung anschliessende alka-
lische Aufschluss erfolgt nach dem Sulfatverfahren bei einem hohen Gehalt an wirksamem Alkali (mehr als 25 g wirksames Alkali/Liter).
Beispiel:
850 kg lufttrockenes Stroh, entsprechend 750 kg absolut trocken, werden mit 7 000 Liter 0,5%iger Schwefelsäure, der vorher 35 kg Natriumsulfat zugefügt wurden, in einem säurefesten geschlossenen Gefäss möglichst rasch auf 130° erwärmt und 3 Stunden bei dieser Temperatur gelassen. Danach wird die Hydrolysiersäure abgelassen und der mit Wasser ausgewaschene Rückstand auf einen Wassergehalt von etwa 60% abgepresst. Der Sulfataufschluss erfolgt mit einer Lauge, die 20% wirksames Alkali, als NaOH berechnet, enthält. Die Kochung wird mit einem Laugeverhältnis von etwa 1 : 5 durchgeführt bei einer Höchsttemperatur von 160 bis 165°. 80% des wirksamen Alkalis sind in der Kochlauge als NaOH enthalten und 20% als Na(sub)(2S neben 15% Na(sub)2CO(sub)3. In einer Ausbeute von etwa 45% wird ein Zellstoff erhalten, der 95% Alphazellulose neben 1,5% Holzgummi enthält.
Claims (1)
- Verfahren zur Gewinnung pentosanarmer Zellstoffe für Kunstfaserherstellung nach dem Sulfatverfahren aus Einjahrespflanzen durch Vorbehandlung mit verdünnter Schwefelsäure unter Druck, dadurch gekennzeichnet, dass eine natriumsulfathaltige Schwefelsäure verwendet wird, die weniger als 10 g H(sub)2SO(sub)4 im Liter und die auf 100 g Schwefelsäure nicht mehr als 140 g Natriumsulfat enthält, und der anschliessende Sulfataufschluss mit einer Lauge durchgeführt wird, die mehr als 25 g wirksames Alkali/Liter enthält.
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