DEP0018368DA - Ackerschlepper mit Allradantrieb - Google Patents
Ackerschlepper mit AllradantriebInfo
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Description
Für den Bau von Traktoren, insbesondere für die Landwirtschaft bestimmten Zugmaschinen, hat man bereits wiederholt versucht, Teile der englischen Wehrmachtsfahrzeuge, insbesondere Jeepteile zu verwenden. Bekanntlich sind diese Jeeps mit Allradantrieb versehen, wobei im Falle des Kurvenfahrens der Antrieb der Vorderräder vom Getriebe abgeschaltet werden kann.
Ein derartig angetriebenes Fahrgestell ist für den Bau von Ackerschleppern aus verschiedenen Gründen ungeeignet. Zunächst muss für eine grösstmögliche Wendigkeit gesorgt sein; der Achsabstand des Fahrgestells muss also, um enge Kurven gut durchfahren zu können, möglichst gering sein.
Das hat zur Folge, dass schon beim Geradeausfahren bei kleinen Steuerungsänderungen ein erheblicher Ausgleich zwischen Vorder- und Hinterradachsenantrieb erforderlich ist. Hierfür ein an sich bekanntes Zwischendifferential vorzuschlagen, ist für Ackerschlepper nicht möglich, weil bei einem Schlepper im Gegensatz zu gewöhnlichen Kraftfahrzeugen die vier Räder im Ackerboden fast nie den gleichen Widerstand finden. Bei der Feldbestellung kommen vielmehr durch die ungleichen Haftmöglichkeiten das eine oder das andere Rad zum Wühlen, so dass das Zwischendifferential gesperrt werden müsste, um beim Wenden wieder entsperrt zu werden. Das gesperrte Zwischendifferential entspricht dem Jeepallradantrieb in eingeschaltetem Zustand. Man müsste also beim
Wenden den Vorderradantrieb ausschalten. Nun geschieht aber das Wenden bei der Feldbestellung häufig unter Zuglast. Man wäre mithin gezwungen, sowohl in dem einen wie anderen Falle auf den Allradantrieb zu verzichten, auf den aber gerade wegen derr Zuglast der grösste Wert zu legen ist. Hinzu kommt, dass bedacht werden muss, dass ein Ackerschlepper unter der Führung eines Landwirts so einfach wie möglich bedienbar sein muss.
Alle Versuche, die in Deutschland angefallenen Jeepteile zum Bau eines guten Ackerschleppers zu verwenden, haben daher zu ungenügenden Bauarten geführt. Die Erfindung schafft hier Wandel und besteht im wesentlichen darin, dass die zum Ausgleichgetriebe der Vorderräder führende Kardanwelle derart unterbrochen ist, dass der Allradantrieb stets eingeschaltet bleiben kann und sich der Antrieb der Vorderräder beim Kurvenfahren selbsttätig periodisch ein- und ausschaltet.
Dies geschieht erfindungsgemäss durch den Einbau einer selbsttätig wirkenden Kupplung, die, wenn die Vorderräder beim Kurvenfahren zum Voreilen neigen, auskuppelt, um sofort wieder einzukuppeln, wenn die Voreilung nachlässt. Bei anhaltender Voreilung wiederholt sich dieser Vorgang, so dass der Vorderradantrieb immer eingeschaltet bleibt, ohne dass ein Mahlen bzw. Wühlen des einen oder anderen Vorderrades eintreten könnte. Der neuartige Vorgang kann noch unterstützt werden, indem - insbesondere bei Zuglast - das in Frage kommende Hinterrad für sich alleine abbremsbar ist. Die Vorderradachse wirkt dann als Frontantrieb.
Der neue Schlepper ist auf der Zeichnung in Aufsicht (Abb. 1) schematisch veranschaulicht. Abb. 2 zeigt die neue Kupplung in Ansicht. Die Hauptteile des Schleppers: das Ausgleichgetriebe 1 für die Hinterachse und 2 für die Vorderachse, die Kardanwellen 3, 4a und 4b mit ihren zugehörigen Kreuzgelenken, das Schaltgetriebe 5 und die nicht gezeichnete Kupplung, die Steuerung 6 und die Vorder- und Hinterräder mit ihren Achsen sind Jeepteile. Die in Abb. 2 besonders gezeichnete Unterbrechung der zu den Vorderrädern führenden Kardanwelle ist wie folgt ausgebildet: Die Kardan-
welle 4a endet in eine Kupplungshälfte 7a, die unter Einfluss einer Feder 8 mit einer Kupplungshälfte 7b in Eingriff steht, die, mit der Kardanwelle 4b verbunden, einen verlängerten Zapfen aufweist, auf dem die Kupplungshälfte 7a verschiebbar angeordnet ist. Bei dem gezeichneten Ausführungsbeispiel ist die Kupplung als Klauenkupplung 7a, 7b ausgebildet, wobei die einen Flanken der Klauen so abgeschrägt sind, dass sich beim Vorwärtsfahren der Zugmaschine, wenn die Vorderräder beim Kurvenfahren eingeschwenkt werden, die Kupplungshälfte 7b aus der Kupplungshälfte 7a herausschieben kann, um eine Klaue weiter wieder einzukuppeln und sich wieder herauszudrehen usw.
Die beiden Hinterräder sind jedes für sich durch ein mechanisches Bremsgestänge 8a bzw. 8b abbremsbar. Wenn also beispielsweise die Zugmaschine eine Linksschwenkung vornehmen soll, wird vermittels des Bremsgestänges 8a das linke Hinterrad abgebremst. Die Vorderräder, insbesondere das rechte Vorderrad, sind bestrebt, vorzueilen. Die Kupplungshälfte 7b der Kardanwelle 4a klinkt aus der zugehörigen Klaue der Kupplungshälfte 7a aus, um in deren nächstfolgende Klaue wieder einzuklinken usw. Es findet also selbsttätig der erforderliche Ausgleich des eingeschaltet bleibenden Vorderradantriebs statt, ohne dass ein Wühlen der Vorderräder eintritt.
Es liegt natürlich im Bereich der Erfindung, anstelle der Klauenkupplung 7a, 7b eine Friktionskupplung in Scheiben- oder Konusform oder eine ähnlich wirkende Kupplung vorzusehen.
Claims (3)
1. Ackerschlepper mit Allradantrieb, für dessen Aufbau im wesentlichen Jeepteile verwendet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die zu den Vorderrädern führende Kardanwelle (4a, 4b) vermittels einer selbsttätig arbeitenden Kupplung (7a, 7b) derart unterteilt ist, dass beim Kurvenfahren ein selbsttätiger Ausgleich des eingeschaltet bleibenden Vorderradantriebs erfolgt, indem beide Wellen (4a, 4b) abhängig vom Voreilen der Vorderräder ein- und auskuppeln.
2. Ackerschlepper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der vom Getriebe (5) ausgehende Kardanwellenteil (4a) in eine Kupplungshälfte (7a) endet, die mit dem Drehsinn der Vorwärtsbewegung schräg gestellten Kupplungsflanken versehen ist, in die entsprechende Klauen der Kupplungshälfte (7a) des anderen Kardanwellenteils (4b) derart eingreifen, dass bei Voreilen der Vorderräder ein selbsttätiges Herausgleiten der Kupplungshälfte (7b) aus der Kupplungshälfte (7a) entgegen einer Feder (8) stattfindet.
3. Ackerschlepper nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungstätigkeit durch die Möglichkeit der Einzelabbremsung der Hinterräder vermittels zweckmässig mechanisch wirkender Bremsgestänge (8a), (8b) gefördert wird.
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