DEP0014143MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 20. Mai 1955 Bekanntgemacht am 4. Oktober 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Verpackungsmaterialien für Metalle.
Die Verpackung von Metallteilen und Metallgegenständen vor ihrer Lagerung oder vor dem Versand,
hat die Aufgabe, einen Angriff der metallischen Oberfläche durch die Bestandteile der Atmosphäre
zu verhindern. Der in der Luft vorhandene Sauerstoff führt beispielsweise bei Eisen schon nach verhältnismäßig
kurzer Zeit und bei Gegenwart von nur geringen Feuchtigkeitsmengen zu einem Rostantrug,
der nicht nur die Güte der metallischen Oberfläche schädigt, sondern vielfach eine Verwendung
des Gegenstandes für den gedachten Z\veck ausschließt. Solche Störungen treten aber nicht nur
bei Gegenständen aus Eisen auf, sondern auch die Gegenstände aus Nichteisenmetallen erleiden durch
die Atmosphäre oft einen Korrosionsangriff, z. B. Entzinkung bei Messing.
Um diese Schädigungen zu verhindern, kommen schon seit alters her die Metallgegenstände vielfach
eingefettet oder eingeölt zum Versand. An Stelle solcher direkt auf die Oberfläche aufgebrachter
Überzüge werden heute im großen Maßstab sogenannte Ölpapiere verwendet, weil · bekanntlich
Papier oder Folien ohne irgendeine Imprägnierung nicht hinreichend zu schützen vermögen. Die Ölpapiere
haben den Nachteil, daß ihre Wirkung schon nach verhältnismäßig geringer Zeit bedeutend
609 656/427
P 14143 IVa/55 f
nachläßt und daher bei längeren Transporten oder Lagerungen sich die Ölpapiere als unverläßlich erweisen.
Überdies sind sie infolge ihrer Imprägnierung mit entflammbaren' organischen Stoffen
leicht brennbar. .
Den gleichen 'Nächteil der leichten Brennbarkeit zeigen auch neuere Verpackungspapiere, die mit
synthetisch hergestellten organischen Verbindungen, insbesondere Ammoniumverbindungen, durch
ίο Bestreichen oder Aufspritzen imprägniert wurden.
Alle dafür in Betracht kommenden organischen Verbindungen sind aber infolge ihrer schwierigen
Herstellung so teuer, daß der Einsatz solcher Papiere nicht nur \vegen ihrer leichten Brennbar keit,.
sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen in großtechnischem Maßstab nicht erfolgen kann. ,. :
Schließlich sind' auch' Verpackungsmaterialien
bekanntgeworden, welche zum Schutz gegen die Einwirkung der in der Atmosphäre normalerweise
als \^erunreinigung enthaltenen Gase und Dämpfe mit Nitriten und gegebenenfalls Karbonaten imprägniert
sind. . ' ■ ■
Es hat sich aber gezeigt, daß das hierbei verwendete Natriumnitrit nur verhältnismäßig kürze
Zeit rostschützend wirkt, da es sich schon nach wenigen Wochen durch Umwandlung in Nitrat zersetzt.
Auch ein Zusatz von Karbonaten als Stabilisator zu den Nitriten kann, diese Umwandlung
nicht hintanhalten. Um bei solchen Papieren diese Umwandlung des Nitrites so zu verzögern,' daß
selbst noch nach Jahren das Papier seine rostschützende Wirkung beibehält, wird erfindungsgemäß
ein Herstellungsverfahren vorgeschlagen, das darin besteht, daß neben den Nitriten und gegebenenfalls
Karbonaten Sulfate, und zwar insbesondere der Alkalien und Erdalkalien zugesetzt
werden. Die Zugabe von Natriumsulfat zu einer Mischung von Nitriten und Karbonaten hat die
überraschende Wirkung gebracht, daß der Korro-
40- sionsschutz um ein Vielfaches des bisher Erreichten
verbessert werden konnte. ■
Zur Herstellung röstschützender Verpackungsmaterialien
für Eisen und dessen Legierungen werden die Faserstoffe oder Folien gemäß der Erfin-
dung mit Lösungen imprägniert, die neben Nitriten noch Karbonate und Sulfate der Alkalien und Erdalkalien
enthalten. Die Lösungen, deren Gesamtsalzgehalt je nach der Art des Faserstoffes bzw. der
Folie zwischen 5 °/o< und der Sättigung liegt, ent-.
halten im allgemeinen die Nitrite und Karbonate
in Mengen gleicher Größenordnung, während der Sulfatgehalt geringer sein kann. Als besonders
vorteilhaft hat sich noch der Zusatz von Phosphaten erwiesen.
Die bisher bekannten Imprägnierungsverfahren
zur Herstellung von Verpackungsmaterialien, konnten immer erst von dem schon erzeugten Faserstoff
oder den schon erzeugten Folien ausgehen. Erst nach der Erzeugung des Trägers konnte die Imprägnierung
durch Tauchen, Aufstreichen oder Aufspritzen vorgenommen werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren bietet nun den grundsätzlichen Vorteil, daß die Imprägnierung
schon in den Herstellungsprozeß der Faserstoffe oder Folien eingeschaltet werden kann, weil die
verwendeten Salze die Herstellungsvorgänge nicht stören. So kann bei Faserstoffen, wie Papier, die
Imprägnierung schon im Holländer, während der Leimung oder einer anderen Phase des Erzeugungsvorganges des Papierblattes erfolgen. Bei der Her-
stellung von Folien, die selbst in sehr feuchter Atmosphäre rostschützend wirken, werden die Salzlösungen
vorteilhaft zu einem Zeitpunkt zugesetzt, zu dem der Austrocknungs- und Verfestigungs- ^
Vorgang der Folien noch nicht eingeleitet wurde. Selbstverständlich kann man auch fertige Faser- · ■
stoffe oder Folien nach dem erfindungsgemäßen Verfahren imprägnieren, wenn es aus betrieblichen *
Gründen wünschenswert erscheint. Das erfindungsgemäße Verfahren ist vorteilhaft auch für die Herstellung;von
Verpackungsmaterial verwendbar, das gegen Säuredämpfe in der Atmosphäre schützen
,soll. Die Imprägnierung'erfolgt in diesem Falle mit
Salzlösungen, die den Karbonatgehalt der erfinidungsgemäßen Lösungen gegenüber den anderen
Komponenten erhöhen.
Auf Grund von verschiedenen Versuchen wurde festgestellt, daß der beste Korrosionsschutz erreicht
wird, wenn die Faserstoffe (z. B. Papier) oder Folien mit einer Lösung imprägniert werden, die
folgende Zusammensetzung aufweist: 100 Teile Wasser, 40 bis 60 Teile Nitrit (Natriumnitrit),
5 bis 10 Teile Sulfat (Glaubersalz) und 5 bis 10 Teile Karbonat (Soda).
.■■■.'·""
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von als Verpackung von Metallen dienenden Materialien,
insbesondere von Papier bzw. papierähnlichen Faserstoffen, Welche mit Lösungen von Nitriten
und gegebenenfalls Karbonaten imprägniert werden, dadurch gekennzeichnet, daß den
Lösungen von Nitriten und gegebenenfalls Karbonaten nochSulfate, insbesondere der Alkalien
und Erdalkalien, zugesetzt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß den Lösungen außerdem noch Phosphate zugesetzt werden. ■ ' '' £.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, ' '
dadurch gekennzeichnet, daß die Salzlösungen 1-im Holländer oder während der Leimung des
Papierstoffes zugesetzt werden.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Herstellung
von. rostschützenden Folien die Salzlösungen zu einem Zeitpunkt zugesetzt werden,
bei welchem- der Austrocknungs- und Ver·
festigungsprözeß der Folien noch nicht eingeleitet worden ist. ::■.■"■.■■.
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