DEP0011963MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 15. Mai 1954 Bekanntgemacht am 19. Januar 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung betrifft eine Maschine und ein Verfahren zur Herstellung von Broschüren, welche
den zugeführten Broschürenumschlag in einer Rillvorrichtung rillt, mittels eines Leimwerkes anleimt
und den auf einer schwenkbaren Anlegekonsole mit abschwenkbarem Anschlag angelegten
und in einer Blockzange angespannten Broschürenblock in einer Einpreßvorrichtung mit dem Umschlag
verbindet.
Die bisher zur Herstellung von Broschüren verwendeten
Maschinen arbeiten im wesentlichen vollautomatisch, zumindest bezüglich der Steuerungsvorgänge
innerhalb der Maschine. Diese Maschinen sind umständlich einzurichten und deshalb
nur für größere Broschürenauflagen geeignet. Für Buchbindereien mit kleineren Auflagen ist die
Maschine zu kostspielig und auch wegen der hohen Einrichtezeit nicht wirtschaftlich. Es bestand aber
ein ausgesprochener Bedarf für eine einfachere, billigere Maschine. Diese zu schaffen, ist die Aufgäbe
der Erfindung.
Die Vorrichtung nach der Erfindung kennzeichnet sich dadurch, daß das Spannen und Lösen der
Blockzange und der Einpreßschienen der Einpreßvorrichtung durch hand- und/oder fußbetätigte einstellbare
Kniehebelgestänge erfolgt, welche selbst-
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hemmend in ihrer Spannstellung verbleiben. Die Hand- oder Fußbetätigung der Spannelemente erfordert
keinen dauernden Spanndruck, da die erfindungsgemäß verwendeten Spannmittel selbsthemmend
und in ihrer Spannstellung verbleibend ausgebildet sind, bis der Handgriff oder der Fußhebel
auf Lösen gestellt wird. Dadurch ist es möglich, mehrere solcher Bewegungen nacheinander
vorzunehmen, so daß die Maschine von nur einer
ίο Person bedient werden kann, wenn eine selbsttätig
arbeitende Anlegevorrichtung vorgeschaltet wird. Falls aber auf jeder Seite der Maschine eine Bedienungsperson
zur Verfügung steht, kann die Leistung dadurch wesentlich vergrößert werden, daß
der . weniger ausgelasteten Bedienungsperson, welche die Broschürenumschläge anlegt, auch das
Spannen und Lösen der Einpreßvorrichtung durch den an ihrem Arbeitsplatz angeordneten Tritthebel
übertragen wird.. Die Leistung der Maschine ist nahezu die gleiche wie diejenige einer vollautomatischen
Maschine, der gegenüber sie die wesentlichen Vorteile der einfacheren Bedienung, leichteren
Einstellbarkeit, des geringeren Raumbedarfs und der Billigkeit hat.
Eine zweckmäßige Ausführungsform der Erfindung besteht darin, daß die Einpreßschienen der
Einpreßvorrichtung von beiden Bedienungsseiten aus bewegt werden können, wobei das mit einem
auf der Seite der Blockzange mit einem Handgriff versehene Gestänge durch eine zur anderen Seite
der Maschine gehende Welle verbunden und durch einen doppelseitigen Tritthebel für das Lösen und
Spannen auf der Anlegestation für die Broschürenumschläge bedienbar ist. Ein weiteres Merkmal der
Erfindung besteht darin, daß ein doppelarmiger Griff hebel in der Anlegekonsöle gelagert ist; er
trägt am Handgriff eine Sperrklinke und an seinem freien Ende. den Anschlag für den anzulegenden
Broschürenblock, der beim Hochschwenken der Anlegekonsole aus dem Bereich des in der Blockzange
zusammengepreßten Blockrückens zurückschwenkt.
Eine Vereinfachung der erfindungsgemäßen
Maschine wird ferner dadurch erreicht, daß vor der Einpreßvorrichtung, in Richtung der Zuführung,
der .Broschürenumschläge gesehen, ein Oberleimwerk angeordnet ist, so daß die Broschürenumschläge
ohne Wendevorrichtung in die Einpreßvorrichtung gelangen, und ferner dadurch, daß je
zwei Rillwerkzeugpaare symmetrisch zur Mittellinie des Umschlages auf zwei hintereinanderliegenden
Wellenpaaren mit gemeinsamem Antrieb derart angeordnet sind, daß je zwei Rillen, deren
Abstand einstellbar ist, in ebenfalls einstellbarem Abstand hergestellt werden. Bisher hat man Werkzeuge
zum Vorrillen und Nachrillen auf vier hintereinanderliegenden Wellen angeordnet, ohne
daß die Möglichkeit gegeben war, die Rillwerkzeuge auf kleine Blockrückenbreiten einzustellen.
Zweckmäßig sind die Profilierungen der Rillwerkzeuge an den beiden benachbarten Stirnflächen der
beiden Rollenpaare vorgesehen, wobei die Wellen durch Spindeltriebwerke nach Skalen einstellbar
sind. Dadurch ist es möglich, kleinste Rillenabstände ebenso wie große Abstände einstellen zu
können.
Alle Einstellungen der Maschine lassen sich an Hand von Skalen schnell und übersichtlich vornehmen.
Nach der Erfindung ist in der Einpreßvorrichtung eine elektrisch beheizte Anpreßplatte angeordnet,
auf die der mit einem Leimauftrag in der Rückenzone versehene Broschürenumschlag aufliegt
und mit dem Blockrücken verbunden wird.
Hierdurch wird die Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens, nach welchem der Broschürenumschlag in seiner Rückenzone einen
Kaltleimauftrag erhält, der in der Einpreßvorrichtung, in der der aus losen Blättern zusammengepreßte
Blockrücken aufgesetzt wird, erwärmt wird, so daß die einzelnen Blätter des Broschürenblockes
durch den Feuchtigkeitsdampf aufgefächert werden und durch den Leimeintritt miteinander
und mit dem Umschlagrücken verbunden werden.
Der Gegenstand der Erfindung ist in der Zeichnung an einem Ausführungsbeispiel dargestellt,
und zwar zeigt
Fig. ι die Maschine zur Herstellung von Broschüren
in Ansicht, · ,
Fig. 2 eine Aufsicht auf die Maschine nach Fig. i,
Fig. 3 und 4 . Seitenansichten von Einzelheiten der Fig. 1, nämlich Fig. 3 Spannung der Blockzange
und Fig. 4 die' Spannung der Einpreßschienen. .
Am Maschinengestell 1 befindet sich der Anlegetisch 2, das Rillwerk 3 mit den Rillwerkzeugen
4, das Oberleimwerk 5 mit der Auftragwalze 6 und der Gegenwalze 7, ferner die Transportbänder
8, welche den Broschürenumschlag 9 in die Einpreßvorrichtung 10 fördern, deren Einpreßschienen
mit 11 bezeichnet sind, ferner die schwenkbare Anlegekonsole 12 mit der Blockzange
13 und dem für das richtige Anlegen des Broschürenblockes 14 dienenden abschwenkbaren Anschlag
15. Der motorische Antrieb erfolgt über das Zahnradgetriebe 16 auf die Rillwerkzeuge 4 und
auf das Oberleimwerk 5, dessen Auftragwalze und' Gegenwalze angetrieben werden, sowie auf die
Transportbänder 8. Die übrigen Betätigungen erfolgen von Hand oder durch Tritthebel, wie dies
näher beschrieben wird.
In der Anlegekonsole 12 ist der zweiarmige Griff hebel 17 gelagert, der an seinem einen Ende
den Anschlag 15 und an dem anderen "Ende die Sperrklinke 18 trägt, die selbsttätig beim Hochschwenken
der Anlegekonsole, wie dies durch die Pfeilrichtung in Fig. 1 angedeutet ist, einrastet und
den Anschlag 15 aus dem Bereich des bereits eingespannten Blockrückens abschwenkt. Beim Zurückschwenken
der Anlegekonsole in die waagerechte Stellung, in der ein neuer Blockrücken angelegt
wird, wird die Sperrklinke 18 von Hand ausgelöst. Für die Spannbewegung der Blockzange 13
dient das in Fig. 3 dargestellte Kniehebelgetriebe 19, das durch den Handgriff 20 bewegt wird. Durch
die gekröpften Lenker 21 werden die Schieber 22
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der Llockzange 13 gleichzeitig gespannt und gelöst.
Die Spannstellung, die in Fig. 3 dargestellt ist, bleibt aufrechterhalten, da der Totpunkt des Getriebes
am Ende der Spannbewegung bereits überschritten ist, wie dies durch die schräge Linie 23
angezeigt wird. Das Getriebe ist also selbsthemmend. Zum Öffnen der Blockzange wird der Handhebel
nach links geschwenkt. Die Blockzange 13 ist durch Verstellung der Schieber 22 mittels der in
den Längsschlitzen 24 hindurchgreifenden Schrauben 25 auf verschiedenen Abstand je nach der
Stärke des Blockrückens einstellbar.
Die Einpreßschienen 11 werden durch das Kniehebelgestänge
26, 27, das mittels der Schraubenspindeln 28 eingestellt wird, ebenfalls selbsthemmend
in die Spannstellung gebracht. Diesem Zweck dient der an dem Gestängeteil 27 angeordnete
Handgriff 29, der durch die in Fig. 1 und 4 dargestellten kniehebelartig wirkenden Lenker auf die
Verstellung der Einpreßschienen gegeneinander wirkt, wobei die gezeichnete Stellung die Spannstellung
ist. Wird der Handgriff 29 so geschwenkt, daß die Anlenkpunkte der Schraubenspindeln 28 an
dem Gestänge 27 in der durch die gestrichelte Linie angedeuteten Stellung stehen, so sind die Einpreßschienen
auseinanderbewegt. Die Betätigung der Einpreßschienen kann entweder von Hand mittels
des Handhebels oder durch Fußbetätigung erfolgen. Zu diesem Zweck wird der Gestängeteil 27 über den
Lenker 30 mit dem auf der Welle 31 sitzenden, nicht bezeichneten Winkelhebel verbunden. Die
Welle 31 führt zu der anderen Bedienungsseite der Maschine; hier ist der doppelseitige Tritthebel 32
angeordnet, der zum Spannen und Lösen der Einpreßschienen dient und von der auf dieser Seite
arbeitenden Bedienungsperson durch Niederdrükken der einen oder der anderen Trittplatte 33 bewegt
wird.
Für das Anleimen des Broschürenumschlages in der Rückenzone wird Kaltleim verwendet, der
mittels der elektrisch beheizten Anpreßplatte 34 während des Einhängens des Broschürenblockes 14
bei gleichzeitiger Anpressung des vorzugsweise trocken angelegten Rückens an den belejmten Umschlag
erwärmt wird. Durch das Verdampfen der Feuchtigkeit wird der aus einzelnen Blättern bestehende,
nicht geheftete Blockrücken selbsttätig aufgefächert, so daß der erwärmte Kaltleim zwischen
die einzelnen Blätter dringt und diese unter sich und gleichzeitig mit dem Umschlag verbindet.
Die Eindringtiefe des Leimes wird hierbei durch den starken Druck der dicht oberhalb des Blockrückens,
angreifenden Einpreßschienen, die schneidenartig ausgebildet sind, begrenzt. Die in der
Anpreßplatte angeordneten Heizelemente sind mit
35 bezeichnet.
Die Rillwerkzeuge 4 bestehen aus übereinander
angeordneten Rollen, die auf zwei hintereinander angeordneten Wellenpaaren 36, 37 einstellbar befestigt
sind. Die beiden auf dem ersten Wellenpaar
36 angeordneten Rillwerkzeugpaare liegen vor der Mittellinie 38,,, die die Mitte des Blockrückens bzw.
des Umschlages andeutet. Die beiden anderen Rillwerkzeugpaare sind auf dem zweiten Wellenpaar
so befestigt, daß sie im gleichen Abstand hinter der Mittellinie 3S0, liegen. Der Abstand von der
Mittellinie ist mittels der Spindeltriebe 38, 39 einstellbar und an den Skalen 40, 41 ablesbar. Die
Profilierungen 42 an den Rollen der Rillwerkzeuge sind unmittelbar an den beiden sich benachbarten
Stirnflächen der beiden Rollenpaare angeordnet, so daß die beiden symmetrisch zur Mittellinie 3S0 in
den Broschürenumschlag eingepreßten Rillen auf kleinsten Abstand einstellbar sind. Die vier Rillen
des Umschlages werden durch die Rillwerkzeuge in einem Arbeitsgang eingedrückt.
Claims (8)
1. Maschine zum Herstellen von Broschüren, welche den zugeführten Broschürenumschlag in
einer Rillvorrichtung rillt, mittels eines Leimwerks anleimt und den auf einer schwenkbaren
Anlegekonsole mit abschwenkbarem Anschlag angelegten und in einer Blockzange eingespannten
Broschürenblock in einer Einpreßvorrichtung mit dem IJmschlag verbindet, dadurch gekennzeichnet,
daß das Spannen und Lösen der Blockzange (13) und der Einpreßschienen (11)
durch hand- und/oder fußbewegte einstellbare Kniehebelgestänge erfolgt, welche selbsthemmend
in ihrer Spannstellung verbleiben.
2. Maschine nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch zwei Tritthebel (32), die über eine Welle
(31) miteinander und über ein Gestänge (30, 27,26) mit den Einpreßschienen (11) verbunden
sind.
3. Maschine nach· den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß ein doppelarmiger Griffhebel (17) in der Anlegekonsole (12) gelagert
und am Handgriff eine Sperrklinke (18) und an seinem freien Ende ein Anschlag (15)
vorgesehen ist.
4. Maschine nach den Ansprüchen 1 bis 3, gekennzeichnet durch ein Oberleimwerk (5) vor
der Einpreßvorrichtung (10).
5. Maschine nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß je zwei Rillwerkzeugpaare
(4) symmetrisch zur Mittellinie des Umschlages auf zwei hintereinanderliegenden Wellen (36, 37) mit gemeinsamem Antrieb angeordnet
sind.
6. Maschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Profilierungen (42) der
Rillwerkzeuge (4) an den beiden benachbarten Stirnflächen der beiden Rollenpaare vorgesehen
sind und die Wellen (36,37) durch Spindeltriebwerke (38, 39) nach Skalen (40, 41) einstellbar
sind. lao
7. Maschine nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß in der Einpreßvorrichtung
(10) eine elektrisch beheizte Anpreßplatte (34) angeordnet ist.
8. Verfahren zur Herstellung von Broschüren auf einer Maschine nach einem der Ansprüche 1
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bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Broschürenumschlag (9) in seiner Rückenzone einen
Kaltleimauftrag erhält, der in der Einpreßvorrichtung (10), in der der aus losen Blättern
zusammengepreßte Blockrücken (14) aufgesetzt
wird, erwärmt wird, so daß die einzelnen Blätter des Broschürenblockes durch den Feuchtigkeitsdampf aufgefächert und durch den Leimeintritt
miteinander und mit dem Umschlagrücken verbunden werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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