DEP0004724DA - Verfahren zum Imprägnieren von Holzstämmen. - Google Patents
Verfahren zum Imprägnieren von Holzstämmen.Info
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Description
Carl Schmittutz, Pfaffenhofen /lim Bayern
"Verfahren zum Imprägnieren von
Holzstämmen,, Htä-
Unter dem Hamen "Osmose-Verfahren" ist das Imprägnieren
von saftfrischen, entrindeten und geschnitzten Holzstämmen mit Hilfe wasserlöslicher Imprägniersalze
bekannt geworden. Die Imprägniersalze werden in Pastenform auf die Mantelfläche der saftfrischen
Holzstämme aufgetragen, die so "behandelten Holzstämme v/erden in Stapeln, dicht übereinanderliegend, gelagert,
und es erfolgt eine Abdeckung der Holzstapel, vorzugsweise, um ein Abwandern der Imprägnierstoffe durch den
Einfluss von Niederschlägen auszuschalten. Nach einer Lagerungszeit der so behandelten H&olzstapel von etwa
einem Monat ist der Imprägnierungsvorgang beendet mit dem Ergebnis, dass nicht nur allein bei Kiefern- sondern
auch bei Ficht ens t aminen, eine auf der ganzen Länge des Mastes gleichmässig tiefgehende Imprägnierung
erreicht wird. Diese Imprägnierwirkung ist an das Vorhandensein
von besonderen Imprägnieranstalten mit entsprechenden maschinellen Einrichtungen nicht gebunden.
Das Verfahren nach der Erfindung hat zur Aufgabe,
unter teilweiser Mitbenutzung der beim Osmose-Verfahren sich ergebenden Imprägniervorgängen, zwangsweise beim
Imprägnieren von Holzstämmen eine Zonenimprägnierung in der Weise herbeizuführen, dass der als Mast zu benutzende
Holzstamm im Bereich der Bodengleiche und der Zopfzone, also die am meisten gefährdeten Stellen, die wirksamste
Imprägnierung erhält, und dass der im Erdboden stehende Mastfuss und die über den Erdboden hinausragende weniger
gefährdete Schaftzone des Mastes weniger stark imprägniert sind. Darüber hinaus wird nach dem Verfahren
der Erfindung der Zweck verfolgt, den Zeitpunkt der Ingebrauchnahme
des Holzstammes, unabhängig von der Durchführung des Imprägniervorganges 5 selbst zu machen.
Dementsprechend besteht die Erfindung in erster Linie darin, dass schon die saftfrischen Holzstamme
als Maste in das Erdreich eingebaut und in der Bodengleiche mit einer an sich bekannten Imprägnierungsbandage
versehen werden. Die in der Imprägnierbandage untergebrachte
Imprägniersalzmenge kann, der Grosse des Mastes
entsprechend, derart gewählt werden, dass nicht nur eine Imprägnierung des in dem Erdreich stehenden Mastfusses
erfolgt, sondern auch der aus dem Boden herausragende Teil des Mastes vollkommen oder im wesentlichen imprägniert
wird. Die Imprägniersalze werden vorzugsweise in der an sich bekannten Pastenform verwendet.
Eingehende Versuche haben erst die erforderlichen Erkenntnisse vermittelt, die notwendig waren um die DurehführHngbarkeit
des Verfahrens der Erfindung unter Gewähr-
leistung des angestrebten Erfolges möglich zu machen.
Es hat sich ergeben, dsss die Ausbreitungsgeschwindigkeit
der kristalloiden Imprägniermittel bzw. deren lösungen im Holz in radialer Richtung am langsamsten vor
sich geht, während die Eindringungsgeschwmdigkeit in
der Längsrichtung des Stammes wesentlich grosser ist. Die entscheidende Erkenntnis für die Durchführbarkeit
der -Erfindung ist jedoch die Feststellung, dass bei einem safferischen in der Erde stehenden Holzstamm die Ausbreitung
sgeschwindigkeit der gelösten Imprägnierstoffe in der Längsrichtung des Stammes,und zwar in der laufrichtung
Wurzel - Wipfel, um ein vielfaches grosser ist, als bei Verwendung eines trockenen Holzstammes.
Die zunächst radial in das Holz eindringenden Imprägnierstoffe werden beim saftfrischen Stamm durch den
in der Richtung Wurzel - Wipfel drängenden Saftstrom in überraschend schneller und hochwirksamer Weise in den
Saftbahnen des Stammes hochgetragen, von denen aus die Ausbreitung der Imprägnierstoffe in den verschiedenen
Höhenlegen des Stammes über dessen Querschnitt sich vollzieht.
Die Bedeutung der Wirksamkeit der in den Dienst der Erfindung zu stellenden Saftbahnen in der Längrichtung
des im Erdboden stehenden saftfrischen Mastes wird erklärlich durch einen Hinweis darauf, dass ein ins Wasser
gestellter abgeschnittener Zweig Blätter und Blüten zu treiben vermag. Auch ein im Herbst gefällter Baumstamm zeigt
im Frühjahr neues Leben, zumal wenn der Baumstaram injder
Sichtung Wurzel - Wipfel in den Erdboden gestellt wird. Unter dem Merkemal· "Saftfrisch" nach der Erfindung ist somit
ein solcher Zustand zu verstehen, bei dem die Saftbahnen des Holsstsmmes in dessen Längsrichtung die Imprägnierstoffe
hochtragen bei gleicher Zufuhrmöglichkeit der Feuchtigkeit des Erdbodens, und zwar auch für den Fall, dass eine vorangegangene
Wasserung des Holzes sich als sweckmässig gezeigt haben sollte.
Die Feuchtigkeit des Bodens, in dem der Mast eingegraben
wird, ist von besonderer Bedeutung, denn sie reguliert mehr oder weniger den Auftrieb der Imprägniermittel, der
dann besonders günstig ist, wenn die Verdunstung oberhalb des Bodens in einem gewissen Verhältnis zum Feuchitigkeitsnachschub
unterhalb des Bodens steht. Dieser Nachschub ist wiederum von der Lebenskraft des noch lebenden Holzes
abhängig, die mit der Vergiftung des Holzes durch Imprägniermittel ein Ende findet. Anschliessend bleibt noch die
physikalische Dynamik, die dem Mast den natürlich abgestoppten Auftrieb durch die Feuchtigkeitsdifferanz zwischen
Luft und Holz solange - wenn auch vermindert aufrecht erhält, bis der Gleichgewichtszustand der Feuchtigkeit
zwischen Holz und Luft erreicht ist. In Ausnutzung der vorstehend geschilderten Erkenntnisse waren gemäss
der Erfindung die weiteren Fragen zu losem "An welcher Stelle hat die Zufuhr der Imprägnierstoffe an dem im Erdboden
stehenden saftfrischen Holzstamm zu erfolgen, und wird eine einzige Zufuhrstelle für die Imprägniermittel
ausreichend sein, um den Holzstamm auf der ganzen Länge
genügend zu imprägnieren?"
Die Lösung dieser Fragen verlief ausserordantlich günstig, weil die günstigste Eintrittsstelle der Imprägniermittel
in den Stamm in die Zone der Bodengleiche fiel, die als kritische Angriffszone der Fäulnis bekannt ist.
Bei einem Mast von 10 m Länge mit einer Eingrabtiefe von 1/5 bis 1/6 seiner Länge liegt also·, die günstigste Eintrittsstelle für die Imprägnierstoffe etwa 1,7 bis 2 m von Fussende
des Mastes entfernt. Es hat sich weiter gezeigt, dass
bei Verwendung der Imprägnierstoffe in Pastenform und einer diffusionsfest en Bandage eine iäöge der Bandage von etwa
60 cm Mastenlänge ausreichend ist, um dem Mastm dessen
Durchmesser in der Bodengleiche etwa 22 bis 25 cm ist, insgesamt 2 - 3.kg Imprägnierstoff zuzuführen. Die Benutzung
des Imprägnierstoffes in Pastenform ist im vorliegenden Fall besonders vorteilhaft, weil hierdurch der Imprägniervorgang
so scSanell begünstigt wird, dass dessen
Beendigung vor der endgültigen Austrocknung be zw. Vergiftung des Holzes sich vollzieht. Die einzelnen Vorgänge bei
dem Imprägnierverfahren nach der Erfindung seinen an dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel veranschaulicht.
Hach Fig. 1 ist um den Mast a-a die Bandage b-b gelegt,
welche den Imprägniermittelauftrag e-e fest upaschliesst.
d-d ist die Bode ng leiche. Der Imprägniermittelauftrag besteht
aus einem γ/asserlöslichen Imprägniermittelgemisch oder
aus einem Öl-Salz-Gemisch, welches das mehlartig gefeinte
Imprägnierpulver enthält, das teilweise in echte Lösung überführt ist und das sowohl mit Wasser wie auch mit öl
oder mit beiden zusammen zu einem mörtelartigen Brei ange-
rührt werden kann.
Dieser Imprägnierstoffauftrag wird gegen das Abwandern nach dem Brdreich hin mit einer wasserdichten und diffusionsfesten
Wickelbandage, die sich mit 4 - 5 cm überlappt und die nach oben mxä. unten den I mprägniermit te lauftrag
um etwa 5-10 cm überdeckt, geschützt. Diese Bandage wird so angebracht, dass sie. etwa 30 cm über und 30 cm unter
Bodengleiche reicht. Sofort nachdem der Imprägnierstoff aufgetragen ist, beginnt der Diffusionsprozess, her¥orgerufen
durch das Konzentrationsgefälle zwischen Baumsaft und der Salzlösung des auf den Masten aufgebrachten Imprägnierstoffes,
der schon teilweise in echte Lösung-überführt
ist, Der noch nicht gelöste Stoff wird, da die Holzsubstanz eine selektive Membrane darstellt, durch den Mehraustritt
von Lösungsmitteln, in diesem Falle der Baumsaft, in echte L ö sting über führ t.
Durch den vorgenommenen Teilaufstrich der Imprägnierpaste
bilden sich mehrere Diffusionswege, die radial und longitudinal und, wenn nicht der ganze Umfang des Stammes
be striche riyird, auch tangential verlaufen. Im vorliegenden
Ausführungsbeispiel handelt es sich um die beiden ersteren Diffusionswege, wozu sich noch die Ausbreitung infolge
der longitudinalen Saftbewegung entsprechend der Lebenskraft des noch saftfrischen Stammes schaltet. Diese verschiedenen
Diffusionswege der in das Holz eindringenden gelösten Imprägnier salze sind in S1Ig. 1-3 niit den eingezeichneten
Pfeilen f-f angedeutet. Pig. 2 zeigt die Laufrichtung in der Saftbahn c bei lebendem Holz, Fig. 3 die
Laufrichtung in der Saftbahn c abwärts, wenn das Holz tot ist.
Ausserordentlieh wichtig ist es festzustellen, dass
durch diese Imprägniermethode es möglich ist, dafür zu sorgen, dass dem Mast in der Zone der Bodengleiche durch das
Verfahren der Erfindung eine Imprägniermittelmengezugeführt werden kann, die 6 kg pro cbm entspricht. Die Schaftzone
des Mastes wird hierbei mit einer Imprägniermittelmenge von etwa 2 kg pro cbm imprägniert, während man bei
einem Mast von etwa 8 m Länge durch Anwendung eines Zopfschutzes, der etwa bis 1 m unterhalb der Mastspitze reicht,
dafür sorgen kann, dass diese Zopfzone mit 4 kg Imprägnierstoffmenge
pro obm Holz imprägniert wird. Die Imprägnierwirkung der Fäulniszone und gegebenenfalls der Zopfzone
liegt bei diesem Imprägnierverfahren viel höher als der erzielte Imprägniereffekt der weniger gefährdeten Schaftbeaw.
Pusszone. Man erkennt, dass durch das Verfahren der
der Vorschrift
Erfindung^ dem Mastenholz je obm 4 kg imprägnierter Salze zuzuführen, in der Weise entsprochen wird, dass, im Durchschnitt gesehen, noch eine grössere Imprägniersalzmßnge dem Holz zugeführt wird, jedoch in der Weise, dass in der Bodengleich, also dort, wo der Mast am meisten beansprucht wird, die grösste Imprägniermittelmenge dem Holz einverleibt ist und dass ausserdem die Fäulniszone und gegebenenfalls die Zopfzone stärker imprägniert wird als die Schaftzone des Mastes,
Erfindung^ dem Mastenholz je obm 4 kg imprägnierter Salze zuzuführen, in der Weise entsprochen wird, dass, im Durchschnitt gesehen, noch eine grössere Imprägniersalzmßnge dem Holz zugeführt wird, jedoch in der Weise, dass in der Bodengleich, also dort, wo der Mast am meisten beansprucht wird, die grösste Imprägniermittelmenge dem Holz einverleibt ist und dass ausserdem die Fäulniszone und gegebenenfalls die Zopfzone stärker imprägniert wird als die Schaftzone des Mastes,
Sofern es sich um die Imprägnierung von Masten handelt, die eine grüssere Länge als 8 m aufweisen, empfiehlt e3 sich,
vor der Aufrichtung des Mastes diesen auf der ganzen Länge mit einer imprägniersalzpaste von clfarbenähnlicher
Konsistenz zu streichen.
Die Ingebrauchnahme des Holzstammes in Form eines
in den Erdboden zu stellenden'Mastes kann jedenfalls
nach. dem. Verfahren der Erfindung vorgenommen werden, sobald
der Baumstamm gefällt un-d im entrindeten und geschnitzten Zustand Torliegt._
Von ganz besonderer wirtschaftlicher Bedeutung ist
es, dass der Mast sofort nach dem Fällen seiner Bestimmung zugeführt werden kann.
Claims (3)
- Patentansprüche o1β) Verfahren zum Imprägnieren von saftfrischen, entrindeten und geschnitzten Holzstämmen mit Hilfe wasserlöslicher Imprägniersalze, dadurch gekennzeichnet, dass die saftfrischen Holzstämme als Maste im Erdreich eingebaut und in der Bodengleichefmit einer/βΑ—edrO-fe—beteaimt'e'rri Imprägnierbandage versehen v/erden.
- 2.) Verfahren nach Anspruch λ, dadurch gekennzeichnet, dass die in der Imprägnierbandage untergebrachte Imprägniersalzmenge der Grosse des Mastes entsprechend derartiggewählt ist, dass nicht nur eine Imprägnierung des im Erdreich stehenden Mastfusses, sondern auch der aus dem Boden herausragende Teil des Mastes vollkommen oder im wesentlichen imprägniert wird.
- 3.) Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dsdurch gekennzeichnet, dass die Imprägniersslze in an sich bekannter V/eise in Pastenform verwendet werden=
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