DEP0004141BA - Verfahren zur Haltbarmachung von Heilmooren - Google Patents

Verfahren zur Haltbarmachung von Heilmooren

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DEP0004141BA
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DE
Germany
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moors
cubes
paraffin
medicinal
preservation
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Expired
Application number
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English (en)
Inventor
Heinrich Bad Pyrmont Hagedorn
Original Assignee
Güldenmoor Vertrieb, Bad Pyrmont
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Description

Die Verschickung von Heilmooren erfolgt bisher allgemein in Form von trockner Substanz, weil man eine zuverlässige Haltbarkeit von feuchten Mooren infolge der auftretenden Schimmelbildungen nicht erzielen konnte. Man war ferner der Auffassung, daß auch die getrocknete Substanz, deren Verschickung an sich leichter durchführbar und wirtschaftlicher ist, die Heilwirkung der Moore nicht beeinträchtige.
Selbst beim Versand von getrockneten Heilmooren hat man eine mangelhafte Haltbarkeit festgestellt, die man darauf zurückführte, daß die im Moorschlamm enthaltenen Verunreinigungen weder auf chemischem noch auf mechanischem Wege restlos entfernt werden können. So hat man vorgeschlagen, den Schlamm der Elektrolyse zu unterwerfen, ihn anschließend zu trocknen und darauf zu versenden.
Nach einem anderen Verfahren gemäß der deutschen Patentschrift 484 279 wurde in Vorschlag gebracht, das Moor durch ultraviolette Strahlen zu aktivieren und zuvor die unlöslichen Stoffe und die löslichen anorganischen Salze zu entfernen, sowie darauf die Lösung der organischen Stoffe zu konzentrieren.
Die exakten wissenschaftlichen Forschungen der letzten Jahre haben jedoch eindeutig erwiesen, daß durch die Trocknung des Moores wertvollste Säuren und Mineralstoffe verlorengehen und das Moor seine für die therapeutische Anwendung notwendige Wasseraufnahmefähigkeit zum größten Teil verliert. Die volle Wirksamkeit des Moores ist also an seine Naturfrische gebunden.
Gemäß der Erfindung wird zur Haltbarmachung von Heilmooren vorgeschlagen, das Moor nach Abpressen des wertlosen Porenwassers durch Klassierung und Feinmahlung aufzuschließen, zu würfeln, zu formen und nach flüchtiger Abtrocknung der Oberflächen mit einem Paraffinmantel zu überziehen, durch den das Moor nach außen luftdicht abgeschlossen wird.
Zusätzlich kann der mit Paraffinmantel überzogene Würfel noch in Cellulosehydrat-Folien verpackt werden.
Nach dem neuen Verfahren bleibt das Moor säuregebunden, naturfrisch und vor Austrocknung und Schimmelbildung bewahrt und hat dadurch nicht nur seine ursprüngliche volle Heilkraft, diese wird vielmehr durch den Paraffinmantel noch wirksam unterstützt.
Ausführungsbeispiel:
Das Moor kommt als Frischmoor, so wie es frisch gestochen wird, zur Verarbeitung. Die Lagerung erfolgt in einer gemauerten und gedeckten Grube. Nunmehr erfolgt das Abpressen des therapeutischen wertlosen Porenwassers. Die Menge dieses Porenwassers ist stark unterschiedlich und richtet sich nach der Witterung und der Höhe des Grundwasserspiegels. Das Porenwasser, auch Okklusionswasser genannt, ist locker an Hohlräume gebunden, die größer als 1 mm sind. Dieses Wasser wird unter Druck leicht abgegeben. Die therapeutisch außerordentlich wichtigen, zur Erhaltung des Quellungs- und Wärmehaltungsvermögens notwendigen Kapillar- und Kolloidwässer usw. sind dagegen nicht abpressbar, sie gehen nur durch Verdunstung oder durch Erwärmung des Moores auf etwa 150°C verloren.
Nach der Abpressung des Porenwassers erfolgt die Klassierung, d.h. die Ausscheidung der nicht vertorften Gehölze und Steine und anschließend die Feinmahlung auf 1 - 2 mm Korngröße.
Nunmehr wird die Masse zum Würfel geformt.
Die Anbringung des Paraffinmantels geschieht in der Weise, daß die Oberflächen der Würfel in einer Klimaanlage leicht abgetrocknet werden, dabei bleiben die Würfel weiter feucht, erhalten also auch keine trockenen Oberflächen. Anschließend werden die Würfel mehrere Male in Paraffin getaucht. Anfänglich erfolgt das Eintauchen, um jede Pore zu schließen, in kochendes Paraffin, abschließend wird das Paraffin jedoch nur auf 60°C erhitzt. Zur Vermeidung von Rissen und Sprüngen ist es dabei wichtig, daß die Temperatur der Würfel und des Raumes zwischen etwa 18 und 20°C liegt.
Die fertigen Moorschlammwürfel erhalten zweckmäßig eine Größe von 10 x 12 x 6 cm bei einer Paraffinmantelstärke von etwa 1 mm.
Die fertig mit Paraffin umgebenen Würfel werden endlich in Cellophan eingeschlagen und in Pappkartons verpackt und verschickt. Diese so verpackten Würfel bleiben lange Zeit frisch und völlig unverändert.

Claims (2)

1. Verfahren zur Haltbarmachung von Heilmooren, dadurch gekennzeichnet, daß das Moor nach Abpressen des wertlosen Porenwassers durch Klassierung und Feinmahlung aufgeschlossen, zu Würfeln geformt und nach flüchtiger Abtrockung der Oberflächen zwecks luftdichten Abschlusses mit einem Paraffinmantel überzogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die mit dem Paraffinmantel überzogenen Würfel in Cellulosehydrat-Folien verpackt werden.

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