DE521753C - Verfahren zum Schutz von lebenden Pflanzen und zur Bekaempfung von deren Krankheiten - Google Patents
Verfahren zum Schutz von lebenden Pflanzen und zur Bekaempfung von deren KrankheitenInfo
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Description
- Verfahren zum Schutz von lebenden Pflanzen und zur Bekämpfung von deren Krankheiten Das vorliegende Verfahren dient zum Schutz von lebenden Pflanzen, insbesondere von Bäumen und Sträuchern, und zur Bekämpfung von deren Krankheiten. Es besteht darin, daß man die Pflanzen ganz oder teilweise mit Gummimilchsäften behandelt, welche nach Verdunsten des in ihnen enthaltenen Wassers eine zusammenhängende Kautschukschicht auf den Pflanzen bilden, Es ist bereits bekannt, Pflanzenschädlinge dadurch zu bekämpfen, daß man die von ihnen befallenen Pflanzen mit einem überzug aus einem Material versieht, das durch geeignete Behandlung aus Kolophonium, Alkohol, Kollodiumwolle und Terpelltinöl gewonnen wird. Da auf diese Weise eine feste Kruste auf der Pflanze entsteht, ist das Verfahren zur Behandlung insbesondere der zarten, biegsamen Teile von Pflanzen durchaus ungeeignet. Es ist auch vorgeschlagen -worden. zur Vernichtung von Insekten auf Pflanzen auf diese ein Gemisch aus Sauermilch, Gasolin und Stinkasant aufzutragen. Nach diesem Verfahren ist indessen keine zusammenhängende Haut zu erhalten. Es ist ferner bekannt, frische Pflanzen zu konservieren, indem man ihren Zelleninhalt durch Glycerin ersetzt und danach den Pflanzenkörper mit einer Kautschukschicht überzieht. Schließlich hat man auch versucht, Früchte, Eier, Frischpflanzeil u. dgl. durch C1berziehen mit Kautschukmilch und Verdampfen des in ihr enthaltenen Wassers mit einer Kautschukhaut zu versehen und sie dadurch zu konservieren. Soweit sich die vorstehenden Verfahren eines zusammenhängenden Kautschuküberzuges bedienen, beziehen sie sich auf die Konservierung toter Pflanzen; im Gegensatz hierzu betrifft das Verfahren der vorliegenden Erfindung den Schutz von lebenden Pflanzen. Der Erfindung gemäß wird auf letztere Kautschukmilch aufgetragen und das in ihr enthaltene Wasser zum Verdunsten gebracht, so daß sich eine zusammenhängende Kautschukschicht bildet.
- Die zur Ausübung des Verfahrens verwendeten Milchsäfte können sowohl in natürlichem Zustande wie auch konserviert sein, sie können natürliche Konzentration besitzen oder verdünnt oder konzentriert sein, auch können sie in Gestalt von in flüssigem Zustande vulkanisierter Kautschukmilch benutzt werden.
- Die Anwendungsmöglichkeiten sind überaus vielfältig. Es können z. B. zum Versand kommende Pflanzen, Bäume und Sträucher, die bisher entweder mit Erdballen oder Sr'iutzumhüllungen vor dem Verderben geschützt werden mußten, billiger und vollkonimener dadurch geschützt werden, daß man die Wurzeln bis zum Wurzelhals in Kautschukmilchsaft, z. B. eine etwa i o oloige vulkanisierte Kautschukmilchemulsion taucht. Nach dem Verdunsten des Wassers der Enlulsion sind sämtliche Wurzeln, auch die feinsten Faserwurzeln, mit einer dünnen Gummihaut umgeben und lassen sich in diesem Zustand tage- und wochenlang befördern und aufbewahren, ohne den geringsten Schaden zu nehinen; das Wachstum der'. Pflanzen ist im Gegenteil, sobald sie wieder in die Erde kornmen, von Anfang an ein freudi-es.
- Beim Baumschnitt hat sich, wenn die Schnittflächen mit Gummimilchsaft bestrichen wurden, gezeigt, daß die Wunden in kurzer Zeit vernarben.
- Ferner können so z. B. gewisse Obstbaumkrankheiten, die unter der Bezeichnung Krebs bekannt sind, oder sonstige Schädigungen der Baumrinde, sowohl an den Ästen wie an den Wurzeln, nach dem Verfahren der Erfindung erfolgreich mit Gummimilch behandelt werden.
- Bei der Veredelung von Obstbaum-, Rosen-und Weinveredelungsarten war bisher in den meisten Fällen ein Bestreichen der Veredelungsstelle mit Baumwachs erforderlich. Verwendet man statt dessen Gummirnilch, so wird die Veredelungsstelle vollkommen luftdicht abgeschlossen und der Verwachsungsprozeß geht rasch und sicher vonstatten.
- Auffällig günstige Erfolge ergeben sich bei Behandlung wunder Stellen an Bäumen, Z. B» bei dem bekannten Harzfluß der Steinobstbäume oder bei Krebsschäden. Zu deren Behandlung reinigt man zuerst die kranken Stellen mit einer Stahlbürste o. dgl. und bestreicht sie darauf mit demGunimimilchsaft. Das Bestreichen wird zwei- bis dreimal hintereinander vorgenommen. Schon nach 8 Tagen tritt eine vollkommene Gesundung der erkrankten Bäume ein und der Harzfluß hört in dem Augenblick auf, in welchem der Guminimilchsaft auf der Wunde eintrocknet.
- Die verschiedenen Pilzkrankheiten, wie Rost, Peronospora, Mehltau u. dgl., können durch Bespritzen mit Gummisaft bzw. seinen Lösungen wirksam bekämpft werden, ohne daß dabei die Pflanzen irgendwelchen Schaden nehmen. Die Mikroorganismen der Schädlinge werden dadurch mit einer luftdichten dünnen Gummihaut überzogen und ersticken nach kurzer Zeit. Insbesondere wirksam sind Emulsionen mit höherem Schwefelgehalt.
Claims (1)
- PATECTAINSPRUCH: Verfahren zum Schutz von lebenden Pflanzen, insbesondere Bäumen und Sträuchern, und zur Bekämpfung von deren Krankheiten, dadurch gekennzeichnet, daß man die Pflanzen entweder ganz oder nur einzelne Teile mit Giimniiinilchsäften, die sich sowohl im natürlichen wie konservierten, konzentrierten, verdünnten und vulkanisierten Zustand befinden können, behandelt und so mit einer Schicht überzieht.
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| DE521753C true DE521753C (de) | 1931-03-26 |
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1929
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| EP0027344A1 (de) * | 1979-10-13 | 1981-04-22 | Neville Hutchings | Verfahren zur Verbesserung des Ernteertrags |
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