DEP0000574MA - Verfahren zum Herstellen von Viskose aus Kiefernzellstoff - Google Patents

Verfahren zum Herstellen von Viskose aus Kiefernzellstoff

Info

Publication number
DEP0000574MA
DEP0000574MA DEP0000574MA DE P0000574M A DEP0000574M A DE P0000574MA DE P0000574M A DEP0000574M A DE P0000574MA
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
viscose
pulp
degree
pine
pine pulp
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Richard Eugen Dr. Mölln Dörr
Robert Dr. Mölln Kroupa
Otto Dr. Hamburg Moldenhauer
Original Assignee
Phrix-Werke AG, Hamburg
Publication date

Links

Description

Bei der Herstellung von Viskose wird Zellstoff mit Alkalilauge getränkt und im allgemeinen nach einer sogenannten Vorreife, d.h. nach einer längeren Lagerung der Alkalicellulose an der Luft bei erhöhter Temperatur durch Einwirken von Schwefelkohlenstoff in Cellulosexanthogenat übergeführt. Die Vorreife kann auch durch Einwirken von Oxydationsmitteln, welche der Alkalicellulose schon bei der Herstellung zugegeben werden können, bewerkstelligt werden. Eine nicht vorgereifte Alkalicellulose ergibt Xanthogenate, welche sich verhältnismässig schwer lösen und Viskosen von ungewöhnlich hoher Viskosität liefern, die sich praktisch nicht verspinnen lassen.
Versucht man dieses bekannte Verfahren auf die Herstellung von Viskosen auf Kiefernzellstoff zu übertragen, welcher nach dem Sulfatverfahren gewonnen ist, so zeigt sich überraschenderweise, dass eine Viskosierung nur unvollkommen gelingt. Zwar setzt sich der in Alkalicellulose übergeführte und vorgereifte Zellstoff wie gewöhnlich mit Schwefelkohlenstoff um, das Lösen des gewonnenen Xanthogenats macht jedoch ungewöhnliche Schwierigkeiten. Trotz gründlichster Vermischung des Xanthogenats mit der Löselauge ergeben sich in der fertigen Viskose viele ungelöste Teile, die Viskose zeigt Faserbruchstücke und nur unvollständig gelöste, stark gequollene Fasern.
Eine solche Viskose lässt sich praktisch nicht filtrieren, da die Filter nach kurzer Zeit verstopfen. Es hat sich daher in Fachkreisen die Meinung eingebürgert, dass ein nach dem Sulfatverfahren gewonnener Kiefernzellstoff zur Viskoseherstellung nicht ge- eignet ist.
Es wurde nun überraschenderweise gefunden, dass eine glatte Überführung von nach dem Sulfatverfahren gewonnenem Kiefernzellstoff in Viskose dann gelingt, wenn der Polymerisationsgrad des Zellstoffs vor der Einwirkung der Alkalilauge auf einen Betrag herabgesetzt wird, der, nach den üblichen Methoden bestimmt, unter etwa 610 liegt. Eigentümlicherweise lässt sich der gleiche Erfolg durch eine Verlängerung der Vorreife der fertigen Alkalicellulose, ein Verfahren, welches bekanntlich ebenfalls eine Verminderung des Polymerisationsgrades herbeiführt, nicht erzielen. Während ein entsprechend vorbehandelter Zellstoff mit vermindertem Polymerisationsgrad vorzügliche, gleichmässige Viskosen liefert, welche den aus anderen Zellstoffen, z.B. Sulfitzellstoffen, gewonnenen Erzeugnissen in keiner Weise nachstehen, liefern Kiefernzellstoffe von höherem Polymerisationsgrad, auch bei stark verlängerter Vorreife, keine gleichmässigen, gut verspinnbaren Viskosen, obwohl die Viskosität dieser Lösungen bei entsprechender Durchführung der Vorreife durchaus innerhalb der üblichen Grenzen liegen kann.
Die Herabsetzung des Polymerisationsgrades des nach dem Sulfatverfahren gewonnenen Kiefernzellstoffs erfolgt nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung am einfachsten durch eine Oxydationsbehandlung, insbesondere durch Einwirkung von Chlor in alkalischer Lösung. Diese Arbeitsweise hat sich besonders deswegen als günstig erwiesen, weil der Zellstoff an sich vor seiner Verarbeitung auf Viskose einer Bleiche unterworfen werden muss, die meist mit Alkalihypochloritlösungen vor sich geht. Erfindungsgemäss genügt jedoch keine einfache Bleiche, vielmehr muss diese so geführt werden, dass dabei gleichzeitig die gewünschte Verminderung des Polymerisationsgrades eintritt, wobei aus wirtschaftlichen Gründen darauf zu achten ist, dass möglichst geringe Anteile des Zellstoffs zu Hemicellulose oder gar völlig löslichen Verbindungen abgebaut werden, welche die Ausbeute vermindern und unter Umständen die Festigkeit der aus der Viskose hergestellten Fasern schädigen.
Am günstigsten hat sich die Durchführung der Bleiche in einem 4-Stufen-Verfahren erwiesen, wie es grundsätzlich als Thorne-Bellmer-Verfahren bekannt ist. Hierbei müssen die einzelnen Stufen so lange ausgedehnt bzw. die Behandlungstemperaturen so eingestellt werden, dass der gewünschte Polymerisationsgrad erreicht wird.
Die folgenden Beispiele sollen das Verfahren erläutern:
Beispiel 1Es wird ein Kiefernsulfatzellstoff verwendet, der nach der Kochung nur kurz mit Chlorwasserstoff gebleicht ist und einen Polymerisationsgrad von etwa 1050 aufweist. 100 kg dieses Zellstoffes, der eine Kupfer-Viskosität von cP 20 besitzt, werden mit 1500 kg 18%iger Natronlauge 60 Min. alkalisiert, anschliessend auf 300 kg abgepresst und zerfasert. Die Alkalicellulose reift man 48 Std. bei 23° und erreicht dann eine Cu-Viskosität von cP = 5. Die vorgereifte Alkalicellulose wird mit 35% CS(sub)2 - bezogen auf Cellulose - sulfidiert und zu einer Viskose von 8% Cellulose und 7% NaOH gelöst. Die Viskose hat eine Viskosität von 40 Sek. und zeigt viele ungelöste Teilchen wie Faserbruchstücke, Quellfasern und undefinierbare Schmutzteilchen. Die Filtrationsfähigkeit dieser Viskose ist sehr schlecht und gibt nach der Methode der Fachgruppe einen KW = 350.
Beispiel 2
Ein nach dem Sulfatverfahren hergestellter Kiefernzellstoff wird einer 4-Stunden-Bleiche mit Chlorwasser, Natronlauge und Natriumhypochlorit unterworfen. In der ersten Stufe wird der Stoff in einer Quirlbütte mit Wasser auf eine Stoffdichte von 3-6% gebracht und mit 2 - 2,5% Chlor, auf den trockenen Stoff berechnet, bei Temperaturen von 20 - 25° etwa 45 Min. behandelt. Das Chlor kann am einfachsten in Form von Chlorwasser zugegeben werden, welches etwa 5 g Chlor im Liter enthält. Der p(sub)H-Wert der Lösung wird auf etwa 2- 3 eingestellt.
Nach dieser Behandlung wird der Stoff mit Chlorwasser abfiltriert und gelangt nach einer Zwischenwäsche mit Wasser in ein Mischgefäss, in welchem er auf eine Stoffdichte von 3 - 7% gebracht wird. In diesem Mischgefäss erfolgt die Einwirkung einer Natronlauge, deren Konzentration 1% NaOH, auf den trockenen Stoff berechnet, beträgt. Die Behandlungsdauer wird auf etwa 1 Stunde bemessen.
Der alkalisch behandelte Stoff wird beispielsweise auf einem Zellenfilter von der Natronlauge soweit wie möglich befreit und nach kurzer Wäsche mit Wasser auf eine Stoffdichte von 14 - 18% gebracht. In dieser Form wird der Stoff in einem weiteren Mischgefäss mit einer Natriumhypochloritlösung, die 1 - 1,5% aktives Chlor enthält, etwa 2 1/1 Stunden bei Raumtemperatur behandelt. Statt der Natriumhypochloritlösung kann auch eine Calciumhypochloritlösung benutzt werden, welche dieselbe Konzentration an aktivem Chlor aufweist. Der p(sub)H-Wert der Lösung beträgt etwa 8 - 10.
Nach nochmaliger Filtration und Wäsche gelangt der Stoff schliesslich in einen Bleichholländer, in dem er auf eine Stoffdichte von 6% eingestellt wird, und wird hier bei etwa erhöhter Temperatur von etwa 40 - 45° nochmals mit einer Natrium- oder Calciumhypochloritlösung, die 1 - 1,3% aktives Chlor enthält, fertig gebleicht. Die Chlorkonzentrationen sind jedesmal auf den absolut trockenen Stoff bezogen. Die Dauer der Fertigbleiche richtet sich nach dem gewünschten Farbton und dem Polymerisationsgrad. Sie dauert etwa 6 - 8 Stunden und soll so geführt werden, dass der Polymerisationsgrad des fertigbehandelten Stoffes bei etwa 600 liegt.
Der so behandelte Stoff wird dann, wie üblich, gewaschen, abgesäuert und fertiggewaschen.
100 kg eines derart vorbehandelten Kiefernsulfatzellstoffes, der eine Kupferviskosität von cP 10,5 aufweist, werden, wie nach Beispiel 1, mit 1500 kg 18%iger Natronlauge 10 Min. alkalisiert, anschliessend auf 300 kg abgepresst und zerfasert. Die Vorreife der Alkalicellulose wird auf 18 Std. verkürzt, wodurch man wieder zu einer Alkalicellulose von cP = 5 gelangt. Die weitere Verarbeitung ist wie in Beispiel 1. Die resultierende Viskose ist faserfrei und klar. Der KW wird mit 45 ermittelt.
Die textilen Daten der aus dieser Viskose erhaltenen Fäden unterscheiden sich in keiner Weise von den Daten einer aus Kunstseiden-Sulfitzellstoff in gleicher Weise hergestellten Kunstfaser.

Claims (2)

1) Verfahren zum Herstellen von Viskose aus nach dem Sulfat-Verfahren hergestellten Kiefernzellstoff, dadurch gekennzeichnet, dass der Zellstoff vor seiner Alkalisierung auf einen Polymerisationsgrad unter etwa 610 gebracht wird.
2) Verfahren nach Anspruch 1), dadurch gekennzeichnet, dass die Verminderung des Polymerisationsgrades des Zellstoffs durch Behandeln mit Alkalihypochloritlösungen erfolgt.

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2141757A1 (de) Verfahren zum Bleichen von Cellulosepulpe
DE2219505A1 (de) Chlorfreie mehrstufenbleiche von zellstoff
DE2433235A1 (de) Verfahren zum entfernen von hemizellulose aus in prozesszirkulation befindlichen hemizellulosehaltigen alkalischen loesungen
DEP0000574MA (de) Verfahren zum Herstellen von Viskose aus Kiefernzellstoff
DE912169C (de) Verfahren zum alkalischen Aufschluss von Pflanzenstoffen
DE328034C (de) Verfahren zur Herstellung von Einzelfasern aus Bastfaserbuendeln unter gleichzeitiger Aufschliessung und Entfernung vorhandener Holzteile und Inkrusten
AT143842B (de) Verfahren zur Herstellung von Kunstseide, Fäden, Folien, Bändchen u. dgl. aus Viskose.
DE749266C (de) Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Gebilden, wie Kunstseide und Zellwolle, aus Viskose mit verbesserten textilen Eigenschaften
DE972448C (de) Verfahren zur Nachbehandlung von Cellulosematerial
DE969601C (de) Verfahren zur Herstellung eines aschearmen, fuer die chemische Weiterverarbeitung geeigneten Zellstoffes aus Einjahrespflanzen
US1653124A (en) Interrelated pulp-refining and viscose process
DE576339C (de) Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Faeden, Folien und anderen geformten Gebilden aus Celluloseestern und- aethern
DE879005C (de) Verfahren zum Bleichen von aus einer Cellulose- oder Cellulosederivat-loesung ersponnenen Kunstfasern oder -faeden
DE533647C (de) Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff aus Pflanzenfaserstoffen mittels Chlors
DE537846C (de) Verfahren zur Herstellung hochwertiger Cellulose fuer die Weiterverarbeitung auf Celluloseester, Kunstseide u. dgl. aus Holzzellstoff
DE570030C (de) Verfahren zur Herstellung von Viscose
DE748769C (de) Verfahren zur Herstellung von Kunstseide und Zellwolle
DE745547C (de) Verfahren zur Herstellung von Zellstoff
DE541303C (de) Verfahren zur Herstellung einer niedrigviscosen Viscoseloesung fuer die Kunstseidefabrikation
DE730279C (de) Verfahren zur Herstellung von Viscose
DE743852C (de) Verfahren zur Herabsetzung der Viskositaet von Viskose
AT151642B (de) Verfahren zur Herstellung von pigmentmattierter Kunstseide nach dem Viskoseverfahren.
DE734653C (de) Verfahren zur Gewinnung von fuer die Herstellung von Photopapieren geeigneten Zellstoffen
DE1546261C3 (de) Verfahren zum Bleichen von Cellulose für die Herstellung von Kunstseide
AT89639B (de) Verfahren zur Erzeugung von Halbzellstoffen aus stark verholzten Pflanzen, wie Holz usw., sowie Ganzzellstoffen oder verspinnbaren Textilfasern aus schwach verholzten Pflanzen, wie Jute, Manilahanf, Schilf, Typha, Brennesseln etc.