DEK0016355MA - - Google Patents

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BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 2. Dezember 1952 Bekanntgemacht am 26. Januar 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es ist bekannt, daß Aminoplaste, z. B. Harnstoff- und Melamin-Formaldehyd-Harze, nach Zusatz von sogenannten Härtern, z. B. anorganischen oder organischen Säuren, bereits lufttrocknend klebfrei und sehr hart auftrocknen. Da die Aminoplaste als Selbstbindemittel für kalthärtende Lacke infolge hoher Sprödigkeit jedoch nicht geeignet sind, hat man auch schon, ähnlich wie bei Phenoplasten, versucht, diese Sprödigkeit durch Zusatz der üblichen Weichmachungsmittel zu beseitigen. Über einen positiven Ausfall solcher Versuche ist nichts bekanntgeworden. Vielmehr findet sich der Hinweis, daß sich die Sprödigkeit durch Zusatz der üblichen Weichmachungsmittel infolge Ausschwitzens letzterer nicht beseitigen läßt. Obwohl insbesondere die Neigung von Ricinusöl und dessen Derivaten zum Ausschwitzen allgemein bekannt ist, wurde überraschenderweise gefunden, daß bei Zusatz von ungesättigten hydroxylgruppenhaltigen Fettsäuren und bzw. oder solche enthaltenden Glyceriden und bzw. oder deren Oxydationsprodukten zu Aminoplasten kein Ausschwitzen zu verzeichnen, ist und eine plastifizierende Wirkung vorliegt. Die erfindungsgemäße Plastifizierung von Aminoplasten beruht auf der Bildung von Einschlußverbindungen (vgl. hierzu z. B. Houwink, Chemie und Technologie der Kunststoffe, 1939, S. 278). Die plastifizierende Wirkung der genannten Komponenten
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kann durch bestimmte Verbindungen katalytisch begünstigt werden. Dabei ist von besonderem Vorteil, daß die katalytisch wirksamen, Verbindungen bzw. Stoffe in der Regel auch als Härter auf Aminoplaste wirken, so daß sich normalerweise die Mitverwendung besonderer Katalysatoren erübrigt. Toluolsulfosäuren besitzen z. B. diese katalytisch^ Wirkung und wirken darüber hinaus als Härter auf Aminoplaste, so daß Verwendung oder Mitverwendung von. Toluolsulf osäuren als. Härter besonders vorteilhaft ist. Es können aber auch unbedenklich ausschließlich andere Härter, z. B. Salzsäure, angewendet werden. Vielfach ist es vorteilhaft, Anstriche erst vorzunehmen, nachdem der zugesetzte Härter bereits längere Zeit, z. B. 8 bis 24 Stunden, auf die Mischung von Aminoplasten, mit den genannten Komponenten eingewirkt und die Bildung von Einschlußverbindungen Fortschritte gemacht hat, wie sich aus Beispiel 3 ergibt. Aminoplaste können auch vom Herstellungsprozeß her noch Säuren oder säureabspaltende Verbindungen oder Stoffe mit gleicher Wirkung wie diese enthalten, gegebenenfalls als Einschlußverbindungen. Selbstverständlich kann man aber auch Stoffe, wie Diisocyanate, anwenden, die nicht nur auf Aminoplaste als Härter wirken, sondern außerdem noch auf die bezeichneten ... Weichmachungsmittel, Ricinusöl usw., von Einfluß sind. Andererseits können die bezeichneten. Weichmachungsmittel vor dem Zusatz zu Aminoplasten
30' modifiziert sein, z. B. mittels Diisocyanate!! oder Maleinsäure. Als besonders geeignete Weichmachungsmittel für die Plastifizierung von Aminoplasten haben sich Ricinusöl und dessen Derivate gezeigt. Aber auch mit Aminoplasten unverfxägliehe öle, z. B. Leinöl, können in oxydierter Form, z. B. als geblasene öle, infolge dann vorliegender Verträglichkeit mit Aminoplasten zur Plastifizierung eingesetzt werden.
Im allgemeinen wird man Lösungen von Harnstoff- bzw. Melamin-Formaldehyd-Harzen, vorzugsvon nicht plastifizierten Harzen, mindestens S °/o, bezogen auf festes Aminoplast, insbesondere 20 bis 80%, an ungesättigten hydroxylgruppenhaltigen Fettsäuren, und bzw. oder solche, enthaltenden Glyceriden und bzw. oder deren Oxydationsprodukten zufügen und erhält dann nach entsprechendem Härterzusatz kalthärtende Lacke, deren Elastizität infolge Plastifizierung der Aminoplaste mittels der genannten. Komponenten erhalten bleibt und die auf Metalluntergrund nach vorheriger rostschützender Grundierung und auf Holz infolge guter Wasserbeständigkeit auch für Außenanstriche geeignet erscheinen und sich insbesondere durch Lichtbeständigkeit auszeichnen. Für flexible Unterlagen kann der Zusatz der genannten Komponenten zu Aminoplasten, gegebenenfalls auf über ioo°/<> gesteigert' werden, insbesondere bei Grundierungen..
Selbstverständlich kann man. -aber auch andere Lackrohstoffe, z. B. Alkydharze, .Äthoxylinharze, Polyvinylacetat, Phenolharze, oder andersartig als erfindungsgemäß plastifizierte bzw. elastifizierte Aminoplaste, z. B. mit Adipinsäureestern plastifizierte Aminoplaste, mitverwenden.
Die Verwendungsmöglichkeit von, Testbenzin an Stelle anderer Lösungsmittel, z. B. an Stelle von Alkoholen, Estern, Benzolkohlenwasserstoffen, bedeutet einen technischen Vorteil von der Lösungsmittelseite her insofern, als Verarbeitbarkeit, Streichbarkeit und Verlauf der erfindungsgemäßen Lacke verbessert sind. Bei der Herstellung pigmentierter Lacke wirkt sich das ausgezeichnete Pigmentbindevermögen der genannten Komponenten aus, z. B. das des Ricinusöles. Außerdem ist es möglich, die bezeichneten Weichmachungsmittel bereits vo<r dem Zusatz zu Aminoplasten zu pigmentieren, z. B. mittels Kneter und Dreiwalzenstuhl. Dies bedeutet eine fabrikatorische Vereinfachung.
Trocknung und Lagerfähigkeit der erfindungsgemäßen Lacke sind bei den üblichen Härterzusätzen stets für die Praxis völlig ausreichend und halten sich in den lacktechnisch üblichen Grenzen (8 Stunden bis 6 Tage). Im Einzelfall ist es möglich, kalthärtende Lacke mit bei Zimmertemperatur praktisch monatelanger Lagerfähigkeit herzustellen, z.B. gemäß Beispiele. ·
Ferner besteht die Möglichkeit, Aminoplaste mit den bezeichneten, Weichmachungsmitteln. vor dem Härterzusatz einer gemeinsamen, Temperaturbehandlung zu unterwerfen. Hierbei kann Anwendung von Härtern,, insbesondere von Sulfosäuren, ζ. B. p-Toluolsulfosäure, in gewissem Umfang vorteilhaft sein, weil dadurch Plastifizierung und Viskositätserhöhung besonders begünstigt werden. Am besten ist es jedoch, eine etwaige wünschenswerte Viskositätserhöhung auf kaltem Wege vorzunehmen, wobei die Bildung von Einschlußverbindungen mit steigender Viskosität zunimmt. . Hierbei verfährt man so, daß zunächst solche Mengen, an auf Aminoplaste als Härter wirkende Verbindungen zur Einwirkung gelangen, die bereits bei normaler Temperatur eine vollständige oder weitgehende Aushärtung und sehr begrenzte Lagerbeständigkeit der Aminoplaste zur Folge haben würden, und daran anschließend, bei Erreichung der gewünschten. Viskosität, gegebenenfalls unter Anwendung zusatzlicher Mengen an organischen Lösungsmitteln,, in dem Maße, wie die Viskosität steigt, härterfreie Lösungen, von Aminoplasten zugesetzt werden, so daß im Endergebnis nur solche Mengen an auf Aminoplast als Härter wirkende Verbindungen anwesend sind, die bei normaler Temperatur keinen merklichen Einfluß auf die.Lagerbeständigkeit der Aminoplaste ausüben. .
. Beispiel ι
100 Teilen einer 6o°/oigen Lösung eines nicht plastifizierten Harnstoff-Formaldehyd-Harzes in organischen. Lösungsmitteln werden 20 Teile Ricinusöl und 30 Teile Testbenzin unter Rühren zugefügt. Vor der Verwendung werden dem Lack 5 Teile einer 50°/oigen Lösung von p-Toluolsulfosäure, gelöst in Äthylglykol, zugemischt.
Ein, Anstrich mit diesem Lack trocknet auf neutralem Untergrund, z.B. Glas, innerhalb weniger Stunden durch. Die Lagerfähigkeit ist abhängig von der Art der verwendeten Harzlösung und be-
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trägt im allgemeinen bei Zimmertemperatur mindestens 24 Stunden.
Beispiel 2
100 Teile einer 55°/oigen Lösung eines Melamin-Formaldehyd-Harzes in Butanol erhalten unter Rühren einen Zusatz von 10 Teilen geblasenem Ricinusöl, Viskosität 90 Poisen, 32 Teilen Äthylalkohol, 94°/oig, 6 Teilen einer so°/oigen Lösung von
p-Toiuolsulfosäure, gelöst in Äthylglykol, und von 12 Teilen einer Salzsäurelösung, hergestellt durch Vermischen von 1 Teil konzentrischer Salzsäure mit 2,6 Teilen Äthylalkohol. <
Ein Anstrich mit diesem Lack trocknet auf neutralem Untergrund, z. B. Glas, innerhalb 24 Stunden durch. Die Lagerfähigkeit des Lackes ist ausgezeichnet.
Beispiel 3
60 Teilen einer 6o°/oigen Lösung eines nicht plastinzierten Harnstoff-Formaldehyd-Harzes in organischen Lösungsmitteln werden 15 Teile geblasenes Leinöl, Viskosität 30 Poisen, und 20 Teile Xylol unter Rühren zugefügt. Vor der Verwendung werden dem Lack zunächst 5 Teile einer 33°/oigen Lösung von p-Toluolsulfosäure, gelöst in Äthylglykol/Äthylalkohol 1:1, zugemischt.
Je nach Art der verwendeten Harzlösung zeigen Anstriche auf Glas, die sofort nach dem Zumischen des Härters vorgenommen werden, einen mehr oder weniger starken Schleier. Die mit Härter versetzte Harzlösung wird nun so\ lange gelagert, bis diese Schleierbildung bei erneut vorgenommenen Anstrichen nicht mehr feststellbar ist und klare und hochglänzende Lackanstriche erhalten werden. Dies ist in der Regel nach einer Lagerzeit der mit Härter versetzten Harzlösung von etwa 4 bis 24 Stunden der Fall. Die Lagerfähigkeit ist ebenfalls abhängig von der Art der verwendeten Harzlösung und beträgt im allgemeinen bei Zimmertemperatur mindestens 24 Stunden. Bei Verwendung der im Handel befindlichen nicht plastinzierten Harnstoff-Formaldehyd-Harzlöisung (»Beckamin« 801) empfiehlt sich beispielsweise die Verwendung der mit Härter versetzten Harzlösung nach einer Lagerzeit von etwa 24 Stunden, Ein Anstrich trocknet auf neutralem Untergrund, z. B. Glas, innerhalb' weniger Stunden durch. Die Lagerfähigkeit beträgt bei Zimmertemperatur mindestens 6 Tage.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH:
    Kalthärtende Lacke auf Basis von Aminoplasten mit einem Zusatz von Weichmachungsmitteln und Härtern, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösungen von. Harnstoff- bzw. Melamin-Formaldehyd-Harzen, vorzugsweise von nicht plastinzierten Harzen, als Weichmacher hydroxylgruppenhaltige Fettsäuren und bzw. oder ' solche enthaltende Glyceride und bzw. oder deren Oxydationsprodukte, insbesondere Ricinusöl, sowie Härter, insbesondere p-Toluolsulfosäure, enthalten.
    Angezogene Druckschriften:
    Merkblatt der BASF über Plastogal CB, EBS
    und HB vom November 1949, über Plastogal BT vom Mai 1951;
    Broschüre »BASF-Lackrohstoffe«, 1951, S. 7
    bis 10.

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