DEF0016583MA - - Google Patents

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DEF0016583MA
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dicyan
fertilizer
ammonia
nitrogen
fertilizers
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Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 17. Januar 1955 Bekanntgemacht am 22. März 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Auf dem Düngemittelgebiet ist bisher die Verwendung von Mineraldüngern, wie Ammonnitrat, Ammonsulfat, Kalkstickstoff und Harnstoff, vorherrschend. Diese Stickstoffverbindungen sind verhältnismäßig leicht wasserlöslich und unterliegen im Boden daher leicht einer Auslaugung durch die Feuchtigkeit. Außerdem bewirkt die hohe Wasserlöslichkeit eine hohe Anfangskonzentration an Stickstoff, welche für das Jugendwachstum der Pflanze nicht erforderlich ist. Durch den anfangs hohen Nährstoff stoß und den nachfolgenden Nährstoffmangel wird in vielen Fällen der optimale Ernteertrag nicht erreicht. Ferner sind Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsprodukte sowie Polymerisationsprodukte der Blausäure und Melamin als Düngemittel bekannt. Diesen Verbindungen ist gemeinsam, daß sie den Stickstoff in organisch gebundener Form enthalten und langsam im Verlauf eines längeren Zeitraumes abgeben.
Es wurde nun gefunden, daß sich die durch Reaktion von Ammoniak und Dicyan, gegebenenfalls in An-Wesenheit von Blausäure, entstehenden Produkte mit Vorteil als schnell und langsam wirkende Düngemittel eignen. Sie enthalten bis zu 61 °/0 N in einer für die Pflanze verwertbaren Form und sind pflanzenphysiologisch ungiftig. Etwa ein Drittel des Stickstoffs hegt in wasserlöslicher Form vor, während der Rest organisch gebunden und schwerlöslich bzw. unlöslich ist. Die Auswertung einer Anzahl von Gefäßversuchen hat
509 698/311
F 16583 IVa/16
im Vergleich zu löslichen Stickstoffsalzen eine gute Wirkung bezüglich der Stickstoffausnutzung durch die Pflanze sowie eine besonders geringe Auswaschbarkeit der Produkte im Boden gezeigt,
Es ist an sich bekannt, daß sich Ammoniak und Dicyan zu einer Verbindung der Bruttoformel C2H3N3 umsetzen. Nach den Berichten der Deutschen Chemischen Gesellschaft, 4. Jahrgang (1871), S. 949, vereinigen sich gleiche Volumina der beiden Gase in der Gasphase zu einem tiefschwarzgefärbten Körper der Zusammensetzung C2H3N3. Der Chemismus der Umsetzung und die Struktur dieser Verbindung sind aber noch unbekannt.
Die erfindungsgemäß vorgeschlagenen Produkte lassen sich in der Gasphase gegebenenfalls unter Variierung des Druckes ohne Schwierigkeit darstellen.
Es hat sich herausgestellt, daß die Anwesenheit von Blausäure in dem Reaktionsgemisch die Bildung und die Eignung des Produktes als Düngemittel günstig' beeinflußt. Daher ist eine vorherige Abtrennung der bei der Herstellung von Dicyan gleichzeitig entstehenden mehr oder weniger großen Mengen von Blausäure nicht erforderlich und im allgemeinen sogar unzweckmäßig. Es ist auch möglich, gegebenenfalls besondere Mengen von Blausäure dem Reaktionsgemisch zuzufügen. "
.Die Anwendung der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Produkte kann in beliebiger Weise erfolgen. Man kann sie auch mit anderen Düngestoffen, Zusätzen und Trägerstoffen verschiedener Art vermischen. · . .
Es ist ein Verfahren zur Herstellung von Cyanamiden der Erdalkalimetalle bekannt, bei dem man auf Oxyde oder Carbonate der genannten Metalle Dicyan oder solches enthaltende Gasgemische einwirken läßt. Diese Cyanamide unterscheiden sich grundsätzlich in ihrer chemischen Zusammensetzung von den Produkten, deren Verwendung als Düngemittel erfindungsgemäß vorgeschlagen wird.
Beispiele
i. In etwa 500 g flüssiges Ammoniak werden 260 g Dicyan, das sofort absorbiert wird, eingeleitet. Hierauf wird das überschüssige Ammoniak abgedampft. Es verbleibt ein schwarzbraunes Reaktionsprodukt mit
einem Stickstoffgehalt von 60 bis 60,6%. Der theoretische Stickstoffgehalt beträgt 60,8 °/0.
2. Dicyan und Ammoniak im Überschuß werden in einem Gefäß bei einem Druck von. etwa 2 atü zur Reaktion gebracht. Die Umsetzung geht quantitativ im Molverhältnis Dicyan: Ammoniak = 1:1 vor sich und führt zu dem erwarteten Produkt.
3. Man bringt äquivalente Mengen Dicyan und Ammoniak, insgesamt je 2 Mol, in 500 g Toluol, das sich in einem mit Rührung versehenen 2 1-Rundkolben befindet, zur Umsetzung. Das braune bis schwarze Produkt wird durch Filtration ,abgetrennt. .
4. Ein gemäß der Erfindung erhaltenes Produkt mit einem Stickstoffgehalt von 58,5 bis 59% wurde im Verhältnis Produkt: Mineraldünger = 3:1 zu Düngeversuchen auf lehmigem Sandboden und Winterweizen als Versuchsfrucht gemäß folgender Aufstellung verwendet. Bei dem verwendeten Mineraldünger handelt es sich um einen Volldünger NPK 12/12/21, bei Kalksalpeter um einen solchen mit
15,5% Stickstoff.
Düngung Ohne Kornertrag
g/Gefäß
NPK als Volldünger
Produkt gemäß der Erfindung
+ PK äqu.
NPK als Volldünger
Produkt gemäß der Erfindung mit ein-
gearb. Kalksalpeter + PK äqu.
NPK als Volldünger
11,1
14,1
19,4
27,2

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: ■
    Verwendung der durch Reaktion von Ammoniak und Dicyan, gegebenenfalls-in Anwesenheit von Blausäure entstehenden Produkte als Düngemittel, gegebenenfalls zusammen mit anderen Düngestoffen.
    Angezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 549 030.
    © 509 698/311 3.56

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