DEC0010991MA - - Google Patents
Info
- Publication number
- DEC0010991MA DEC0010991MA DEC0010991MA DE C0010991M A DEC0010991M A DE C0010991MA DE C0010991M A DEC0010991M A DE C0010991MA
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- waste
- digestion
- takes place
- alkaline
- crosslinked
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Active
Links
Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 28. März 1955 Bekanntgemacht am 23. August 1®56
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Wiedergewinnung
von zu Kunststoffen vernetzbaren höhermolekularen Spaltprodukten aus Abfällen vernetzter stickstoffhaltiger Polykondensationsprodukte.
Bei der Herstellung von Kunststoffartikeln auf der Grundlage von Isocyanaten und Polyestern
entsteht immer ein gewisser Prozentsatz von Ab- : fällen, der besonders groß wird, wenn man Artikel
ίο aus Kunststoffschaum anfertigt. Die Verwertung dieser Abfälle machte bislang immer noch
■ Schwierigkeiten, weil der Urethangruppen aufweisende Polyesterkunststoff — im Gegensatz zu
den üblichen Thermoplasten — erst bei verhältnismäßig hohen Temperaturen erweicht, wobei gleichzeitig
eine der Substanz abträgliche Zersetzung eintritt. Dadurch gehen gerade die wertvollen
Eigenschaften dieser Kunststoffe zum größten Teil verloren. Andererseits wurde schon versucht,
Linearpolymere in der Hitze und in Gegenwart von Wasser zu depolymemsieren. Bei diesen Vorschlägen
handelt es sich um die Aufarbeitung synthetischer Fasern ohne irgendeinen Zusatz' von
Chemikalien. Ein anderer bekannter Vorschlag bezieht sich ebenfalls auf die Aufarbeitung eines
linearpolymeren Stoffes unter Druck und Hitze, wobei ausdrücklich die Abwesenheit von Feuchtigkeit
gefordert ist. Außerdem sollen nach dieser Veröffentlichung die Abfälle noch mit einem Überschuß
von Diisocyanaten sowie mit Säuren bzw. Säureabspaltern oder tertiär organischen Basen
versetzt werden. Die Säuren und Basen sollen nur
609 580/502
C 10991 IVb/39b
dazu dienen, um die Umsetzungsgeschwindigkeit zu beeinflussen. Von einer Teilnahme an der eigentlichen
Reaktion, um auf die Struktur der Spaltprodukte einzuwirken, ist bei diesem Vorschlag
nichts ausgesagt.
Eine weitere Veröffentlichung sieht vor, aus linearen Polyurethanen unter Druck und Hitze zusammen
mit dem Wasser Diamine und Diole zu spalten. Die vorstehend aufgeführten bekannten
ίο Verfahren haben jedoch den Nachteil, daß die Verseifungsreaktion
nicht vollständig abläuft und daß sie nicht in jedem Falle auf vernetzte Kunststoffe
anwendbar ist.
Durch die vorliegende Erfindung wird die Aufarbeitung der Abfälle so vervollkommnet, daß diese
quantitativ wieder verwertet werden können, wobei die Spaltprodukte ein ausgezeichnetes Reaktionsvermögen
auf Grund ihrer freien OH-Gruppen besitzen. Gleichzeitig werden die guten
physikalischen und chemischen Eigenschaften der unter Verwendung der Spaltprodukte hergestellten
Kunststoffe auf Isocyanat-Polyester-Grundlage beibehalten.
Die Erfindung besteht darin, daß der Aufschluß der Abfälle in bekannter Weise in Anwesenheit
von Wasser bei erhöhter Temperatur und vorzugsweise unter Druck, jedoch unter gleichzeitiger Einwirkung
alkalisch reagierender Stoffe erfolgt. Durch die gleichzeitige Anwesenheit von Wasser
tritt ein teilweises Sprengen der Molekülgruppen, vorzugsweise an den Estergruppen, unter Verseifung
ein. Infolge der Einwirkung der alkalisch reagierenden Stoffe wird das Reaktionsgleichgewidht
in Richtung der Spaltprodukte verschoben,
d. h. die Verseifungsreaktion verläuft nunmehr
vollständig, und die für die Vernetzungsreaktion mit Isocyanaten notwendigen freien OH-Gruppen
werden durch das alkalische Medium, wesentlich heraufgesetzt.
Die erforderliche Menge des Wassers richtet sich nach der chemischen Struktur des Kunststoffes.
In der Regel verwendet man einen Überschuß von 100%, bezogen auf die formelmäßig
notwendige Menge. Zusätzlich gibt man noch so viel Wasser zu, damit der vorhandene Raum des
Druckgefälles ausgefüllt ist.
Zweckmäßig wird man Abfälle aufarbeiten, die in Schaumform vorliegen. Es besteht jedoch die
Möglichkeit, gemäß dem vorliegenden Verfahren auch massive Kunststoffabfälle aufzuarbeiten.
Als alkalisch reagierende Substanzen können in . erster Linie Ammoniak und/oder Natronlauge verwendet
werden. Es ist ferner möglich, Kalilauge od. dgl. oder auch organische Basen zu verwenden,
doch wird man in der Regel den Gebrauch von Ammoniak und Natronlauge schon aus Gründen
der Wirtschaftlichkeit vorziehen.
Bei dem Verfahren ist es infolge der schonenden Reaktionsbedingungen nicht unbedingt erforderlieh,
ein Schutzgas, wie z. B. Stickstoff, CO2, Edelgase,
zu verwenden. Doch liegt es ebenfalls im Rahmen der Erfindung, mit einem Schutzgas zu
arbeiten. Dieser Fall kann beispielsweise eintreten, wenn die Gefahr besteht, daß aus irgendwelchen
Gründen die normale Arbeitstemperatur überschritten wird. .
Zweckmäßig erfolgt der Aufschluß der Abfälle bei Temperaturen unter 2800, um eine unerwünschte
thermische Zersetzung zu vermeiden. In der Regel wird die Arbeitstemperatur etwa 200'0
betragen. Auch damit erreicht man eine Schonung der Abfallsubstanz. Die angeführte Arbeitstemperatur
ist nur beispielsweise genannt und nicht im Sinne einer Beschränkung aufzufassen. Bei zu
hoher Temperatur besteht jedoch die Gefahr einer Dunkelfärbung der Substanz.
Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gewonnene Spaltprodukt fällt in Form einer Flüssigkeit
mittlerer Viskosität ohne Rückstand an und kann ohne weiteres der für die Herstellung von 8c£
vernetzten Kunststoffen dienenden Polyestermasse zugesetzt werden. Das gewonnene Produkt zeichnet
sich durch besonders gute Reaktionsfähigkeit aus. Die mit dessen Hilfe hergestellten Schaumkunst- λ
Stoffartikel weisen gute physikalische und ehemische
Eigenschaften auf, die gegenüber den aus frischen Ausgangsstoffen hergestellten Artikeln
keinen Abfall in den physikalischen Werten zeigen.
Ausführungsbeispiel
500 g Schaumkunststoff werden im Autoklav zusammen mit 50 g 3 n-Ammoniak auf 2000 hochgeheizt,
darauf auf 1500 abgekühlt und der Dampf abgelassen. Wenn die Anzahl der Säuregruppen in
den Spaltprodukten zu hoch ist, was sich leicht feststellen läßt, so kann das erhaltene Produkt
nachträglich noch mit einer Base, z. B. 40°/oiger Natronlauge, versetzt werden, um die Zahl der reaktionsfähigen
O Η-Gruppen zu erhöhen. Auf diese Weise kann eine Substanz erhalten werden, deren
OH-Zahl 214 und deren Säurezahl 5 beträgt.
Claims (4)
1. Verfahren zur Wiedergewinnung von zu Kunststoffen vernetzbaren höhermolekularen
Spaltprodukten aus Abfällen vernetzter stickstoffhaltiger Polykondensationsprodukte, dadurch
gekennzeichnet, daß der Aufschluß der Abfälle in bekannter Weise in Anwesenheit von
Wasser bei erhöhter Temperatur und Vorzugsweise unter Druck, jedoch unter gleichzeitiger
Einwirkung alkalisch'reagierender Stoffeerfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Aufschluß von in Schaumform vorliegenden Abfällen erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als alkalisch
reagierender Stoff Ammoniak und/oder Na- I tronlauge verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der Aufschluß bei Temperaturen unter 2800 erfolgt. «
In Betracht gezogene Druckschriften.:
Deutsche Patentschriften Nr. 831 772, 861 926; USA.-Patentschriften Nr. 2348751, 2364387.
Deutsche Patentschriften Nr. 831 772, 861 926; USA.-Patentschriften Nr. 2348751, 2364387.
© 1609 580/502 8. 56
Family
ID=
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| EP0592952B1 (de) | Verfahren zur Herstellung von Recyclatpolyolen und deren Verwendung bei der Herstellung von Polyurethanen | |
| DE2721724C3 (de) | Verfahren zum Abbau und zur Aufbereitung von Polyurethan und Verwendung der Verfahrensprodukte | |
| DE1071329B (de) | Ver fahren zur Herstellung von Polyurethan-Schaumstoffen | |
| DE2437889C3 (de) | Polyurethan-Elastomere und ihre Herstellung | |
| DE1108904B (de) | Verfahren zur Herstellung von Urethangruppen aufweisenden Schaumstoffen | |
| DE2557172A1 (de) | Verfahren zur gewinnung einer polyolhaltigen fluessigkeit aus starrem polyurethanschaumstoff | |
| DE1595273A1 (de) | Verfahren zur Herstellung von Polyurethanprepolymeren | |
| DE2238740C3 (de) | Perfluoralkylgruppenhaltige Polyäther und Verfahren zu deren Herstellung und deren Verwendung | |
| DE1932832A1 (de) | Neue Isocyanatverbindung einschliesslich eines neuen Amins und deren Verwendung zur Herstellung von Polyurethanen | |
| DE913474C (de) | Verfahren zur Herstellung von hochporoesen festen oder elastischen Kunststoffkoerpern | |
| DE1468812A1 (de) | Verfahren zur Herstellung eines Polyaetherkondensations-Produktes | |
| DE967601C (de) | Verfahren zur Wiedergewinnung von zu Kunststoffen vernetzbaren hoehermolekularen Spaltprodukten aus Abfaellen vernetzter stickstoffhaltiger Polykondensationsprodukte | |
| DE2534465B2 (de) | Verfahren zur Rückgewinnung von OH-Gruppen enthaltenden Spaltprodukten aus Polyätherpolyurethanschaumstoffen | |
| DE831604C (de) | Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen | |
| DE1031509B (de) | Verbesserung der Lagerbestaendigkeit von endstaendige Isocyanatgruppen aufweisenden isocyanatmodifizierten gesaettigten Polyestern, Polyesteramiden oder Polyaethern | |
| DEC0010991MA (de) | ||
| DE2263819A1 (de) | Alpha-alkoxy-omega-siloxanole und verfahren zu irer herstellung | |
| DE1301910B (de) | Verfahren zur Herstellung thermoplastisch verarbeitbarer Polyurethane | |
| DE60314939T2 (de) | Verfahren zur Behandlung von Urethan-Harz, Zusammensetzung für dessen Recycling und Regenerations-Verfahren | |
| DE1054707B (de) | Verfahren zur Herstellung lagerfaehiger und regelbar vernetzbarer isocyanat-modifizierter gesaettigter Polyester, Polyesteramide und Polyaether | |
| DE2523491C2 (de) | Verfahren zur Herstellung von Ammonium-p-styrolsulfonat oder dessen Polymeren | |
| DE4030831A1 (de) | Polyol-polyether mit hohem gehalt an ethylenoxid und niedriger viskositaet | |
| EP4119541A1 (de) | Neue carbodiimide mit endständigen harnstoff- und/oder urethangruppen, verfahren zu deren herstellung und deren verwendung | |
| DE19519333C2 (de) | Verfahren zur Herstellung von Hydroxylgruppen aufweisenden Verbindungen mit geringem Gehalt an primären aromatischen Diaminen aus (Polyurethan)Polyharnstoffabfällen | |
| DE933783C (de) | Verfahren zur Herstellung hochmolekularer, vernetzter Kunststoffe |