DEC0010469MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 22. Dezember 1954 Bekanntgeinacht am 21. Juni 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur
Herstellung von gefärbten Gläsern, mit hohem
Silikatgehalt,
Wie in der U.SA,.-Pat.entschri.ft. a 303. ^56 beschrieben,
ist,, kann man, einen, gefärbten.Gegenstand
aus. Glas,, das mehr als, 93,0Zo. SiQ2 enthält dadurch
herstellen,, daß. man ein. leicht schmelzbares Glas
von niedrigem,Silikatgehalt· schmilzt und, formt und
aus di.esem. lösliche, nicht; siliciumoxydhaltige Bestandteile
, durch Auslaugen mit verdünnter Säure extrahieijt, so, daß ein. stark siliciumhaltiges Gebilde
zurückbleibt, das. seine ursprüngliche. Form, beibehält und eine Vielzahl miteinander, verbundener
submikroskopischer Poren besitzt,. Dieses poröse.
Glas wird dann mit einer Lösung eines anorganisehen-Glasfärbeniittels,
wie eines; Metallsalze oder einer anderen. Metall verbindung,, imprägniert,, danach
getrocknet und,, ohne zu schmelzen, erhitzt, um die Poren zu. schließen und das Gla-sfärbemittel·
in. ihnen, einzuschließen.,
Bei der Durchführung eines, solchen Verfahrens wurde gefunden, daß eine andere Verteilung des
Metallsalzes oder der anderen Verbindung in dem imprägnierten, j>o.rös.en Glasgegenstand während
des; Trocknens erfolgt und ein kleiner Teil des
Salzes, in den Poren zur-Oberfläche des Glasgegenstandes,
diffundiert.. Eine solche Diffusion, führt
dazu,, daß, die Konzentration, des erhaltenen Farb-
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oxyds in dem imprägnierten Glasgegenstand nach dem Brennen an dessen Oberfläche etwas höher ist
als im Inneren. Außerdem ist an den Stellen, wo die Oberfläche des 'Gegenstandes geschützt oder
sonstwie am freien Trocknen gehindert ist, z. B. wo die Haltevorrichtung" mit der Oberfläche des imprägnierten Glases während des Trocknens in Berührung
oder in deren Nähe kommt, die Konzentration des Farboxyds stets bedeutend geringer als
ίο auf den angrenzenden, nicht geschützten Teilen der
Oberfläche.
Diese ungleichmäßige Verteilung des Farboxyds verursacht Ungleichmäßigkeiten nicht nur der Färbung,
sondern auch ,des Wärmeausdehnungskoeffizienten eines solchen Glasgegenstandes,'" so daß
immer dort, wo 'eine größere1 Konzentration des
Farboxyds vorliegt, die Farbe gesättigter und der Ausdehnungskoeffizient höher ist. Der erhaltene,
im allgemeinen höhere Ausdehnungskoeffizient an
der Oberfläche des Gegenstandes .vecSrsächt .eine
Oberflächenspannung, die die mechanische Festigkeit des Gegenstandes verringert. Die durch .das
ungleichmäßige Trocknen entstandenen seitlichen Änderungen des Ausdehnungskoeffizienten sind ein
weiterer Grund für die Verringerung der Festigkeit.
Die ungleichmäßige Färbung eines solchen Glasgegenstandes liegt außerdem ' in den1., unvermeid-:
liehen Unterschieden in der Dicke des ,,.Materials
begründet, die auf die ungleichmäßige Verteilung des Glases in geblasenen Gegenständen oder auf
die unterschiedliche" Dicke von · Preßglas mit
Mustern zurückzuführen ist." Bei dem obengenannten Verfahren wird der poröse "Glasgegenstand...in
seiner gesamten Dicke mit dem Glasfärbemittel imprägniert, wodurch die dickeren Teile mehr
Färbemittel enthalten und daher.dunkler erscheinen,
als die dünneren Teile.
Ziel dieser Erfindung ist ein Verfahren zum' Färben von Glasgegenständen unter Ausschaltung
der obengenannten Schwierigkeiten-,■; wobei gleichmäßigere Färbungen, bei. geringerem Zeitaufwand,
erhalten und unerwünschte Spannungen vermieden'
werden. : :il ■■"-■■'■
Das erfindungsgemäße Verfahren zum Färben von Glasgegenständen ist dadurch gekennzeichnet,
daß man die Oberfläche des Gegenstandes oder einen Teil davon mit der Lösung des Glasfärbemittels
derart in Berührung bringt, daß, die Lösung
5<S nur von den Poren ah und nahe der Oberfläche absorbiert
,wird, während die von dieser Oberfläche weiter einwärts liegenden Poren nicht imprägniert
werden'.. Die ImprägiüerUng wird unmittelbar darauf lediglich mit einer flüchtigen Flüssigkeit, so
lange, fortgesetzt, bis die'absorbierte Lösung-durch
Kapillarwirkung weiter in 'das Glas eingedrungen ist. ■"\" .. :'" . ■■'.-,.
Auf. diese Weise "wird der., poröse Gläsgegenstand'hur
in einer dünnen' Schicht, die sich von dessen Oberfläche,'hich/innen ■ erstreckt, mit dem
Giasfärbemittel .imprägniert. .Eine .'solche, gefärbte,
imprägnierte Schicht liegt also zwischen einer
hellen 'oder ungefärbten, ■'imprägnierten Außenschicht
an der Oberfläche und dem nicht imprägnier- ■-,·
ten Mittelteil des Gegenstandes. Durch die Bildung einer Schicht an der Oberfläche des porösen Glasgegenstandes,
die nur eine flüchtige Flüssigkeit oder ein Lösungsmittel, wie z. B.: Wasser, enthält und
die mit der die Lösung des: Glasfärbemittels enthaltenden
inneren Schicht eine Grenze bildet, wird eine Diffusion des,.Glasfärbemittels zur Oberfläche
des Gegenstandes während des Trocknens verhütet und eine ungleichmäßige "Verteilung desselben an
der Oberfläche des Gegenstandes vermieden.
Um das Glasfärbemittel in einer dünnen Schicht des porösen Glasgegenstandes zu konzentrieren, ist
die Verwendung einer noch stärker konzentrierten Lösung als bisher,erforderlich. Daher geht die ervfindungsgemäße
Imprägnierung der porösen Glasgegenstände zur Erzielung einer gewünschten Färbung
sehr schnell vor sich und erfordert nur wenige Sekunden oder Minuten.
Die selektive Imprägnierung des porösen Glasgegenstandes hängt von der Kapillarwirkung ab,
und, es ist erforderlich, daß das poröse Glas im wesentlichen trocken ist oder daß seine _Poren vor
dem Imprägnieren im wesentlichen leer sind. Wenn die Imprägnierung mit der Lösung des Glasfärbemittels
bis zur gewünschten Tiefe fortgeschritten ist, wird das imprägnierte poröse Glas von der
Lösung des, Glasfärbemittels getrennt und unmittelbar
in,eine flüchtige Flüssigkeit, wie z. B. Wasser oder das Lösungsmittel der Imprägnierungslösung,
eingetaucht. Jede wesentliche Verzögerung beim Badwechsel kann zu einer ungleichmäßigen Färbung
führen, die durch die ununterbrochene und ' ungleichmäßige Absorption der an der Oberfläche
des Glases vor dem Abwaschen anhaftenden überschüssigen Lösung hervorgerufen wird.
.,.,.DierDicke der gefärbten imprägnierten Schicht
und die für ihre Imprägnierung erforderliche Zeit hängen von dem gewünschten Farbton ab und der
Konzentration der Imprägnierung, wobei eine hohe Konzentration erwünscht ist, um die später zu verdampfende.
Flüssigkeitginenge so niedrig wie mög-' Hch zu halten'ürfd um eine ausreichende Porositäts-.
reserve· im Mittelbereich des Gegenstandes für die nachfolgende Adsorption der flüchtigen Flüssigkeit
oder des Lösungsmittels in die Oberfläche aufrechtzuerhalten.
Wegen der Geschwindigkeit einer derartigen Absorption ist ein möglichst kurzes Eintauchen
vorteilhaft. Zur Erzielung einer optimalen Wirkung ist jedoch etwa 1 Minute erforderlich.
Darüber hinaus kann nur : ein geringer oder gar
kein, Vorteil erzielt werden, . und bei mehr als 2 Minuten/besteht die Neigung zu einer, nachteiligen
Erhöhung der Dicke der Oberflächenschicht. -
Nachdem der so imprägnierte poröse Glasgegen-'
stand getrocknet und. gebrannt worden ist,, um die
Poren1 zu schließen, und das Glas .zu, verfestigen,
wird das Glasfärbemittei in das entsprechende Oxyd umgewandelt, welches das Glas auf übliche.Weise :
färbt. Die: Dicke der gefärbten Schicht,'die durch
das färbende Oxyd 'nach dem' vorliegenden Verfahren
erzielt wird, ist überraschend gleichmäßig, und die Färbung des fertigen Gegenstandes als Ganzes"
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ist ohne Rücksicht auf die verschiedenen Dicken des Gegenstandes ebenfalls gleichmäßig. Ein nach
dem vorliegenden Verfahren hergestellter Gegenstand besitzt in seiner Oberfläche eine Druckspannung
statt einerZugspannung, wodurch seine mechanische Festigkeit erhöht wird, da die nicht gefärbte
Oberflächenschicht einen niedrigeren Ausdehnungskoeffizienten besitzt als seine gefärbte Schicht.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist besonders
Das erfindungsgemäße Verfahren ist besonders
ίο brauchbar für die Herstellung einer wärmefesten,
Infrarotstrahlung durchlässigen Glasplatte mit niedrigem Ausdehnungskoeffizienten, die als Kochfläche
über einer Heizlampe mit hoher Wattzahl verwendet werden soll. Eine derartige Platte, die
zu über 93% aus SiO2 besteht und einen Ausdehnungskoeffizienten
von etwa 8· io~7pro° Celsius besitzt,
hat für Infrarotstrahlunigen vorzugsweise eine Durchlässigkeit von 50% oder mehr und eine
Durchlässigkeit von weniger als 5% für sichtbare Strahlungen. Ihre sichtbare Farbe ist ein sehr
dunkles Rot, und sie kann durch Imprägnieren einer Platte des vorstehend beschriebenen porösen Glases
von· etwa 4 mm Dicke durch 60 Sekunden dauerndes Eintauchen in. eine aus 150 g Fe2(NO3)3·
9H2O, i5ogNi(NO3)2· 6H2O, 15OgAl2 (NO3)3·
9 H2O, 100 ecm HNO3 (1,42° Be) und Wasser bestehende
wäßrige Lösung hergestellt werden, wobei so viel Wasser verwendet wird, daß man 1 1
Lösung erhält. Die imprägnierte Platte wird dann - 30 60 Sekunden lang in reines Wasser eingetaucht, aus
dem sie dann entfernt und in einer auf 60 bis 8o° erhitzten Kammer getrocknet und anschließend
ohne Schmelzen gebrannt wird, um die Poren zu schließen und das Glas zu verfestigen.
Wenn eine derartige Platte nach dem in der USA.-Patentschrift 2 303 756 beschriebenen Verfahren
mit derartigen Färbemitteln vollständig durchgefärbt wird, besitzt sie nicht nur eine veränderliche
Zugfestigkeit in ihrer Oberfläche und eine ungleichmäßige Färbung infolge der Diffusion
der Farboxyde während des Trocknens, sondern das Verhältnis der Durchlässigkeit für Infrarotstrahlung zu jener für sichtbares Licht erreicht
auch nicht den gewünschten hohen Wert. Wenn dieselbe Farbstoffmenge durch die Imprägnierung
des porösen Glases nach dem Verfahren der Erfindung mit einer stärker konzentrierten Lösung
des Färbemittels in einer verhältnismäßig dünnen Innenschicht des Glases konzentriert ist, dann
wird das Verhältnis der Durchlässigkeit des Glases für die Infrarotstrahlung zu jener für das sichtbare
Licht überraschenderweise wesentlich erhöht. Der Grund hierfür ist nicht bekannt.
Claims (4)
1. Verfahren zum Färben eines Gegenstandes aus Glas, das einen SiO2-Gehalt von über 93%
hat und in seiner gesamten Masse eine Vielzahl von im wesentlichen leeren submikroskopischen
und miteinander in Verbindung stehenden Poren enthält, durch Imprägnieren der Poren mit einer
Lösung eines anorganischen Glasfarbstoffes und
anschließende Trocknung und Erhitzung des Gegenstandes ohne Schmelzen zum Schließen
der Poren und zur Einverleibung des Glasfarbstoffes in das Glas, dadurch gekennzeichnet,
daß die Oberfläche des Gegenstandes mit der Lösung in Berührung gebracht wird, so daß die
Lösung in die Poren an und nahe der Oberfläche absorbiert wird, während die von der
Oberfläche weiter einwärts liegenden Poren unimprägniert bleiben, und daß die Imprägnierung
unmittelbar danach mit dem Lösungsmittel allein fortgesetzt wird, bis die absorbierte Lösung
durch Kapillarwirkung weiter in das Glas vorgedrungen ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch ger kennzeichnet, daß der Gegenstand während der
aufeinanderfolgenden Imprägnierungen vollständig in die Lösung und in das Lösungsmittel
eingetaucht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Lösungsmittel
eine wäßrige Lösung verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als anorganisches Glasfärbemittel
ein Gemisch aus einem wasserlöslichen Eisensalz und einem wasserlöslichen Nickelsalz
verwendet wird.
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