DEC0000863MA - Verfahren zur Herstellung organischer Carbonyl-Verbindungen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung organischer Carbonyl-Verbindungen

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DEC0000863MA
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DE
Germany
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hydrogen
mixture
reaction
carbon
pressure
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Expired
Application number
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English (en)
Inventor
Franz Dr.-Ing. Broich
Hans Dr. Bueren
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Huels AG
Original Assignee
Chemische Werke Huels AG
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Description

Es ist bekannt, organische Carbonyl-Verbindungen dadurch herzustellen, daß man Gemische von Kohlenoxyd und Wasserstoff in Gegenwart eines Hydrierungskatalysators auf Olefine bei Temperaturen zwischen etwa 40 - 200° und Drucken zwischen etwa 20 - 300 at einwirken läßt. Als besonders geeignete Hydrierungskatalysatoren kommen die Metalle der 8. Gruppe des Periodischen Systems, insbesondere Kobalt, in Betracht, die durch Oxyde des Thoriums, Magnesiums, Chroms u.dgl., aktiviert sein können und zweckmäßig suspendiert in inerten Flüssigkeiten, wie Paraffinölen, Benzol, angewendet werden. Dieses als Oxosynthese bezeichnete Verfahren hat man dahingehend abgewandelt, daß man anstelle der suspendierten Katalysatoren feststehende Katalysatoren verwendet, bzw. kombinierte feststehende und gelöste bzw. gelöste Katalysatoren allein. Diese Verfahren befriedigen jedoch in verschiedener Hinsicht nicht, z.B. weil an die Oxonierung eine Entkobaltung unter gleichzeitiger Regenerierung des Katalysators eingeschaltet werden muß, wenn die entstandene organische Carbonylverbindung hydriert werden soll.
Es wurde nun gefunden, daß man organische Carbonyl-Verbindungen aus Kohlenoxyd, Wasserstoff und Olefinen in Gegenwart von kobalthaltigen Katalysatoren wesentlich vorteilhafter herstellen kann, wenn man ein aus Kohlenoxyd, Wasserstoff und Olefinen bestehendes Gasgemisch mit einer Katalysatorlösung behandelt, die durch Einleiten eines Kohlenoxyd-Wasserstoff-Gemisches in die Lösung einer organischen Kobaltverbindung in einem indifferenten organischen Lösungsmittel hergestellt wurde, worauf das Reaktionsgemisch von der entstandenen organischen Carbonyl-Verbindung befreit und die Katalysatorlösung, gegebenenfalls nach Regeneration durch Behandeln mit einem Kohlenoxyd-Wasserstoff-Gemisch, erneut mit einem aus Kohlenoxyd, Wasserstoff und Olefinen bestehenden Gasgemisch in Berührung gebracht wird.
Das bei diesem Verfahren einzuhaltende Verhältnis von Kohlenoxyd zu Olefin zu Wasserstoff bewegt sich in den Grenzen von etwa 1 : 1 : 1 Mol bis zu etwa 1 : 1 : 2 Mol. Geeignete Olefine sind beispielsweise Äthylen, Propylen, Butylen. Im Falle der Verwendung von Propylen und Butylen empfiehlt es sich, diese für sich gesondert neben dem Kohlenoxyd-Wasserstoff-Gemisch in das Reaktionsgefäß einzuleiten. Die anzuwendenden Drucke bewegen sich zwischen 20 - 300 at, während die einzuhaltenden Temperaturen zwischen 40 - 200° liegen. In den angewandten indifferenten organischen Lösungsmitteln, wie flüssige Paraffine, Benzol, Toluol, Xylol, Tetra- und Dekahydronaphthalin, lösliche Kobaltverbindungen sind z.B. die Salze des Kobalts mit höheren Fettsäuren, wie Vorlauffettsäuren und Naphthensäuren.
Anhand der beiliegenden Abbildung sei das beanspruchte Verfahren erläutert:
Das Reaktionsgefäß 1 dient zur Herstellung der Kobaltkatalysatorlösung und enthält zu Beginn der Herstellung die Lösung eines organischen Kobaltsalzes in Toluol; auf je 100 Teile Lösungsmittel werden bis zu 7 Teile Kobalt, als Metall gerechnet, eingesetzt. In das Reaktionsgefäß 1 wird sodann durch die Leitung 7 mit Hilfe der Pumpe 4 ein Kohlenoxyd-Wasserstoff-Gemisch von unten her eingepreßt, wobei zweckmäßig ein kleiner Wasserstoff-Überschuß angewendet wird. Nach dem Einstellen eines Druckes von ca. 200 at bei ca. 125° wird das Kohlenoxyd-Wasserstoff-Gemisch unter Ersatz des verbrauchten Kohlenoxyds und Wasserstoffes durch Leitung 7 solange eingepumpt, bis der Katalysator entstanden ist. Darauf wird die Katalysatorlösung durch Leitung 8 in das mit Füllkörpern gefüllte Reaktiongsgefäß 2 oben eingeführt, wo sie gegen das von unten eingeführte und im Kreis durch Pumpe 5 eingepumpte Kohlenoxyd-Wasserstoff-
Olefin-Gemisch herabrieselt, das nach Maßgabe des Verbrauchs durch Leitung 9 nachgeliefert wird, wobei man einen Druck von ca. 200 at und eine Temperatur von ca. 125° einhält. Das aus dem Reaktionsgefäß 2 austretende Reaktionsgemisch wird in eine Destillationskolonne 3 entspannt, wobei die entstandene Carbonyl-Verbindung über Kopf nach 10 abdestilliert, während die Katalysatorlösung mittels Pumpe 6 über Leitung 11 nach Reaktionsgefäß 1 zur Regenerierung oder/und über Leitung 12 auf das Reaktionsgefäß 2 zur Wiederverwendung gegeben wird. Diese Arbeitsweise gestattet ohne weiteres das Aufeinanderabstimmen von verschiedenen Verweilzeiten in den Reaktionsgefäßen 1 und 2 zum Erzielen optimaler Ausbeuten.
Die Anordnung gestattet auch das Arbeiten mit gleichen Verweilzeiten in den Reaktionsgefäßen 1 und 2 bei verschiedenen Reaktionsbedingungen, z.B. bei einem Druck von 300 at und einer Temperatur von 140° im Reaktionsgefäß 1 und bei einem Druck von 150 at und einer Temperatur von 120° im Reaktionsgefäß 2.
Die Umsetzung im Reaktionsgefäß 2 kann, wie gezeigt, im Rieselverfahren oder aber im Sumpfphasenverfahren (nicht gezeigt) durchgeführt werden, wobei man im Gegenstrom oder Gleichstrom arbeiten kann.
Da die Reaktionsgeschwindigkeiten bei der Katalysatorherstellung (Reaktionsgefäß 1) und der Oxonierung (Reaktionsgefäß 2) verschieden sind, die erste Reaktion verläuft langsamer als die zweite, kann man durch entsprechende Wahl der Größe der beiden Reaktionsräume oder/und der Reaktionsbedingung (Druck und Temperatur) die beiden Reaktionen so aufeinander abstimmen, daß optimale Ausbeuten an Carbonylverbindungen erhalten werden. Beim Arbeiten unter den gleichen Reaktionsbedingungen hinsichtlich Druck und Temperatur kann man im Reaktionsgefäß 2 mit kleineren Verweilzeiten arbeiten und es kleiner als Reaktionsgefäß 1 halten. Bei gleichen Verweilzeiten in den Reaktionsgefäßen 1 und 2 hat man die Möglichkeit, bei gleicher Größe der Reaktionsgefäße unter verschiedenen Drucken und Tem- peraturen zu arbeiten und dadurch etwa gleiche Reaktionsgeschwindigkeiten zu erzielen.
Beispiel:
In einem 2 1-V2A-Rührautoklaven werden 400 cm(exp)3 einer Toluol-Lösung eingefüllt, die 25 g Kobalt als Salz der (Alpha)-Äthylcapronsäure gelöst enthält. Darauf wird ein Gemisch von Kohlenoxyd und Wasserstoff im Volumenverhältnis 1 : 1 bzw. 1 : 1,2 bis zu einem Druck von 170 atü bei Außentemperatur aufgepreßt und der Autoklav nach Inbetriebnahme des Rührers auf 130° aufgeheizt, wobei der Druck im Autoklaven auf 210 atü ansteigt. Sofern das Kohlenoxyd-Wasserstoff-Gemisch mit Autoklaven nicht durch Nachkomprimieren auf diesem Druck erhalten wird, fällt dieser innerhalb von 40 Min. von 210 atü bei 130° auf 110 atü bei 130° ab.
Die erhaltene Katalysator-Lösung wird in ein zweites Reaktionsgefäß gegeben, in das ein Gemisch von Äthylen, Kohlenoxyd und Wasserstoff im Volumenverhältnis 1 : 1 : 1,2 bis zu einem Druck von 180 atü aufgedrückt wird. Das Reaktionsgefäß wird unter Rühren auf 130° aufgeheizt, wobei der Druck bis auf 230 atü ansteigt. Unter ständiger Ergänzung des Autoklavendruckes auf 230 atü mit dem genannten Äthylen-Kohlenoxyd-Wasserstoff-Gemisch wird in der ersten Stunde ein Druckabfall von insgesamt 235 atü bei gleichbleibender Temperatur, in der 2. Stunde ein solcher von 320 atü bei einem durch die Umsetzung ausgelösten Temperaturanstieg bis auf 160°, in der 3. bzw. 4. Stunde ein Druckabfall von 200 bzw. 150 atü bei einer Temperatur von 130° beobachtet. Insgesamt werden ca. 1,8 m(exp)3 Äthylen-Kohlenoxyd-Wasserstoff-Gemisch umgesetzt. Nach dem Abkühlen und Entspannen erhält man 1300 cm(exp)3 Umsetzungsprodukt, das nach Abzug der Katalysator-Lösung neben Spuren von Wasser etwa 90% Propionaldehyd enthält.
Der Propionaldehyd wird von der Katalysatorlösung durch Destillation in Kohlenoxyd- bzw. Stickstoff-Atmosphäre abgetrennt, worauf die Katalysatorlösung erneut beliebig oft unter den oben genannten Bedingungen wiederverwendet werden kann. In dem abdestillierten Propionaldehyd ist kein Kobalt nachweisbar.
Wird anstelle von Äthylen Propylen oder Butylen verwendet, so wird das Olefin aus einem Druckgefäß über ein Hochdruckgefäß und ein Schauglas, die beide mit dem Autoklaven im Druckausgleich stehen, entsprechend dem verbrauchten Kohlenoxyd-Wasserstoff-Gemisch nach und nach eingedrückt.
Sowohl die Vorbehandlung der Katalysatorlösung mit dem Kohlenoxyd-Wasserstoff-Gemisch als auch die eigentliche Umsetzung des Olefins läßt sich auch unter gleichbleibendem Druck, zweckmäßig bei 150 - 180 atü durchführen, indem das Kohlenoxyd-Wasserstoff-Gemisch allein bzw. das verbrauchte Äthylen-Kohlenoxyd-Wasserstoff-Gemisch entsprechend der Umsetzung nachgedrückt wird.
Am zweckmäßigsten wird kontinuierlich in 2 Stufen gearbeitet, derart, daß in einem Reaktionsgefäß ständig die Katalysatorlösung mit einem Kohlenoxyd-Wasserstoff-Gemisch behandelt wird, welche im Kreis geführt wird, während in dem anderen die Umsetzung des Olefins mit dem Kohlenoxyd und Wasserstoff erfolgt in Gegenwart der ständig zufließenden Katalysatorlösung.

Claims (1)

  1. Verfahren zur Herstellung organischer Carbonyl-Verbindungen aus Kohlenoxyd, Wasserstoff und Olefinen in Gegenwart von kobalthaltigen Katalysatoren, dadurch gekennzeichnet, daß man ein aus Kohlenoxyd, Wasserstoff und einem Olefin bestehendes Gasgemisch mit einer Katalysatorlösung behandelt, die durch Einleiten eines Kohlenoxyd-Wasserstoff-Gemisches in die Lösung einer organischen Kobaltverbindung in einem indifferenten organischen Lösungsmittel hergestellt wurde, worauf das Reaktionsgemisch von der entstandenen organischen Carbonyl-Verbindung befreit und die Katalysatorlösung, gegebenenfalls nach Regeneration durch Behandeln mit einem Kohlenoxyd-Wasserstoff-Gemisch, erneut mit einem Kohlenoxyd-Wasserstoff-Olefin-Gemisch in Berührung gebracht wird.

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