DE99508C - - Google Patents

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DE99508C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12NMICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
    • C12N1/00Microorganisms, e.g. protozoa; Compositions thereof; Processes of propagating, maintaining or preserving microorganisms or compositions thereof; Processes of preparing or isolating a composition containing a microorganism; Culture media therefor
    • C12N1/06Lysis of microorganisms
    • C12N1/066Lysis of microorganisms by physical methods

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 6: Bier, Branntwein.
Dr. EDUARD BUCHNER in TUBINGEN.
in unveränderter Form.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 12. Januar 1897 ab.
Die Aufgabe, den flüssigen Zellinhalt von Mikroorganismen fast ebenso concentrirt wie in der Zelle und mit allen seinen Eigenschaften, die er in der Zelle besafs, zu gewinnen, ist bisher nicht gelöst worden. Bei Aufsuchung eines Weges zur Lösung dieser Aufgabe mufste die Anwendung chemischer Mittel ausgeschlossen sein, jede Temperaturerhöhung, wie sie z. B. bei dem in der Patentschrift Nr. 89819, KI. 53, beschriebenen Verfahren stattfindet, mufste vermieden werden, auch mufsten, da es Eiweifskörper giebt, welche, ursprünglich gelöst, nach dem Trocknen nicht wieder in Lösung zu bringen sind, die frischen lebenden Organismen, nicht vorher getrocknete, zur Verarbeitung gelangen. Es ist nun gelungen, durch eine einfache Combination zweier Operationen dies Ziel zu erreichen, nämlich so, dafs die Zellen zunächst mit unlöslichen indifferenten Stoffen, wie Sand, Glaspulver und Kieseiguhr, gemischt, durch Zerreiben zerrissen werden und hierauf die entstandene teigartige Masse eventuell nach Beimischung von wenig Wasser oder einem anderen für den speciellen Zweck indifferenten Lösungsmittel unter sehr hohem Druck ausgeprefst wird. Das Zerreiben der Mikroorganismen mit Sand und Kieseiguhr allein, wie es in den Berichten der Deutschen chemischen Gesellschaft 1895, III., S. 3038, Absatz 5 und 6, beschrieben ist, genügt nicht. Hierdurch werden die Zellen zwar geöffnet, aber es tritt fast kein Saft heraus. Erst durch das Auspressen unter hohem Druck gelingt es, den flüssigen Inhalt herauszuquetschen. Anders führt das Auspressen ohne vorheriges Zerreiben nicht zu einem Ergebnisse, denn unverletzte Mikroorganismen sind so elastisch und schlüpfrig, dafs sie bei höherem Druck, noch ehe es gelingt, sie zu zerdrücken, durch das Prefstuch und die seitlichen Oeffnungen sich herausdrücken. Nur durch ■. das Zusammenwirken von Zerreiben und Auspressen unter hohem Druck gelingt es, den Zellinhalt in der gewünschten Weise zu gewinnen.
Durch dieses Verfahren konnte aus Prefshefe eine Flüssigkeit gewonnen werden, welche, obwohl frei von Hefezellen, die Eigenschaft besitzt, Zuckerlösung zu vergä'hren; subcutan injicirt wirkt diese Flüssigkeit bactericid und ruft Leukocytose hervor. Aus dem Tuberkelbacillus, dem Bacillus pyocyaneus'und anderen Bacterien lassen sich in gleicher Weise Prefssäfte von toxischer Wirksamkeit herstellen.
Das Verfahren in seiner Anwendung auf Bierhefe gestaltet sich folgendermafsen:
ι kg für die Darstellung von Prefshefe gereinigte, vorher durch Auspressen von anhaftendem Wasser befreite Hefe wird mit dem gleichen Gewicht Quarzsand und 250 g Kieseiguhr gemengt und sorgfältig zerrieben, bis das Ganze feucht und plastisch geworden ist. Man setzt nun dem Teig 100 g Wasser zu und prefst
die in ein Tuch eingeschlagene Masse unter einem Druck von 4 bis 500 Atmosphären aus. Nach nochmaligem Zerreiben unter Zugabe von 50 g Wasser und Auspressen erhält man insgesammt ca. 500 ecm Prefssaft, der mit etwas Kieseiguhr geschüttelt und dann filtrirt (allenfalls durch eine Kieseiguhrkerze oder dergleichen) eine fast klare, nur wenig opalescirende Flüssigkeit von weingelber Farbe bildet (siehe Ber. d. d. ehem. Ges. 30, 117, 1110).

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Gewinnung des flüssigen Zellinhaltes von Mikroorganismen in solcher Form, dafs derselbe fast ebenso concentrirt wie in der Zelle und mit allen seinen Eigenschaften, die er in der Zelle besafs, gewonnen wird, darin bestehend, dafs man die Mikroorganismen mit unlöslichen indifferenten Stoffen, wie Sand, Glaspulver, Kieselguhr, zerreibt und die Masse unter hohem Drucke auspreist.
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