DE9826C - Apparat zum systematischen Auslaugen von Körpern mittelst warmer, leicht siedender Flüssigkeiten - Google Patents
Apparat zum systematischen Auslaugen von Körpern mittelst warmer, leicht siedender FlüssigkeitenInfo
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Classifications
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Vaporization, Distillation, Condensation, Sublimation, And Cold Traps (AREA)
Description
1879.
Klasse 12.
JUL. WILH. KLINGHAMMER in BRAUNSCHWEIG.
Apparat zum systematischen Auslaugen von Körpern mittelst warmer leicht siedender
Flüssigkeiten.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 30. März 1879 ab.
Bei einer grofsen Anzahl Fabrikationen werden leicht siedende Substanzen angewendet,
um mittelst derselben die löslichen Theile von den unlöslichen durch systematische Auslaugung
zu trennen (z. B. Oeldarstellung aus Oelsamen mittelst Schwefelkohlenstoff oder Petroleumäther,
Alkaloiddarstellung durch Ausziehen von Pflanzensubstanzen mit Alkohol, Aether, Benzin,
Chloroform, Schwefelkohlenstoff, Fuselöl, Auslaugen von Salzen aus Verbindungen des Zuckers
mit Basen mittelst verdünnten Alkohols; Tanningewinnung aus Galläpfeln mittelst Aetheralkohols
u. s. w.).
Bisher wurden diese Substanzen mit den kalten Lösungsmitteln ausgelaugt, da die Anwendung
heifser Flüssigkeiten grofse Verluste an Lösungsmitteln zur Folge hatte.
Der nachbeschriebene Apparat vermeidet solche Verluste und gestattet nicht nur im
ersten Gefäfse, sondern in einer ganzen Reihe von Auslaugegefäfsen eine bestimmte, dem
Siedepunkte der auslaugenden Flüssigkeit nahe Temperatur zu erhalten.
Das Lösungsmittel wird von einem beliebigen Sammelpunkte nach dem hochstehenden Gefäfse
A mittelst Pumpen gehoben und durchströmt dann von unten nach oben das Wärmegefafs
B, d. h. einen cylindrischen Apparat mit Doppelboden, in welchem eine gröfsere Anzahl
Rohre befestigt ist, die von Dampf umspült werden, während sich die zu erwärmende
Flüssigkeit durch die Rohre hindurch bewegt. Der Dampfzugang steht mit einem Wärmeregler
(vergl. Patentges. vom 16. Juli 1879, P. A.
No. 19523) in Verbindung, welcher verhindert, dafs die Flüssigkeit im Wärmegefäfs höher als
4 bis 59 unter dem Siedepunkt der auslaugenden Flüssigkeit erwärmt wird.
Vom oberen Theil des Wärmegefäfses geht die erwärmte Flüssigkeit durch das Rohr C
mittelst entsprechender Ventile in eins der beliebig grofsen Anzahl Auslaugegefäfse E. Der
obere Theil dieser Apparate steht durch das Rohr D mit dem Rohrstrang F in Verbindung,
der auch nach dem Luftraum des Reservoirs A und nach einem Condensator G führt, dessen
Einrichtung ich weiter unten beschreiben werde.
Die von dem ersten Gefäfse E ablaufende Flüssigkeit wird entweder als genügend concentrirter
Extract nach Destillationsblasen, deren Luftraum dann ebenfalls mit dem Rohre F in
Verbindung gesetzt wird, abgelassen, oder durch ein hochsteigendes Rohr y auf ein zweites Auslaugegefafs
zur weiteren Concentrirung der Flüssigkeit geführt. Da aber bei der Berührung der Flüssigkeit mit der kälteren Substanz des
ersten Gefäfses eine starke Abkühlung der auflösenden Flüssigkeit entsteht, so wird die übersteigende
Flüssigkeit in dem Leitungsrohr erwärmt durch ein Rohr, welches in Fig. 6
dargestellt ist.
In ein gufseisernes Mantelrohr von 1,7 bis 1,9 m Länge ist ein Messingrohr von der Weite
des Leitungsrohres dadurch eingedichtet, dafs das gufseiserne Rohr auf jeder Seite in dem
Flantsch auf eine Länge von 0,05 m ausgefräst ist, so dafs das Messingrohr durch einen entsprechenden
Dorn in dasselbe eingedichtet werden kann.
An jedem gufseisernen Rohre befindet sich bei senkrechten Rohrleitungen, Fig. 6, ein
Stutzen zum Einlassen des Dampfes e und d und ein Stutzen zum Auslassen desselben und
des Condensationswassers c und /. Bei waagrechten Rohrleitungen ist bei Verbindung mehrerer
Rohre sowohl für Condensationswasser als für Dampf eine besondere Ueberleitung zu construiren,
Fig. 7. Bei sehr leicht siedenden Flüssigkeiten wird zur Vermeidung der Ueberhitzung
ein Wärmeregler an jedem Rohre angebracht.
Die heifse Auslaugung kann mittelst dieser Vorrichtung auf eine beliebige Anzahl Auswaschgefäfse
ausgedehnt werden. Sämmtliche Gefäfse stehen mit dem Rohrstrange F in Verbindung,
welcher den Luftinhalt der Gefäfse und etwa entstehende Dämpfe nach dem Condensator G
führt. Derselbe besteht, wie der Calorisator B, aus einem mit Doppelboden versehenen Cylinder,
in Welchem Kupfer- oder Messingrohre eingedichtet sind, durch welche Luft oder Dämpfe
hindurchgehen und entweder condensirt werden; dann sammelt sich die Flüssigkeit in einem
unter den Rohren befindlichen Raum H, in welchem durch eine Kühlschlange γ die warme
condensirte Flüssigkeit auf die Temperatur der umgebenden Luft gebracht wird, um, wenn die
Flüssigkeit in dieser eine bestimmte Höhe erreicht hat, durch das Rohr ρ und den unter
Glasglocke mit Vorrichtung zur Bestimmung des specifischen Gewichtes versehenen Controlapparat
T nach dem Spiritusreservoir geführt zu werden; oder sie gehen uncondensirt aus
dem obersten Theile des Raumes H durch das Rohr J in die unterste Windung einer Kühlschlange
L, welche in einem hermetisch verschlossenen Gefäfse liegt, treten aus dieser
Schlange (aus welcher etwa condensirte Flüssigkeit wieder durch J nach H zurückläuft) in das
untere Element einer Colonne M, wovon Fig. 3 den Grundrifs und Fig. 4 nach A -B, Fig. 3,
und Fig. 5 nach C-D, Fig. 3, die senkrechten Querschnitte zeigen.
In der cylindrischen Wandung der Colonne befindet sich ein Boden, der mit sechs Oeffnungen
α b, Fig. 5, versehen ist, durch welche die Gase und Dämpfe, welche durch K eintreten,
hindurchgehen. Diese Oeffnungen sind mit cylindrischen Ansätzen versehen, welche
wenige Millimeter über die Oberfläche der Flüssigkeit hinausragen, die in dem Gefäfse
stehen bleibt. Ueber jede dieser Oeffnungen wird eine gufseiserne Glocke c d, Fig. 5, gestürzt,
welche an ihrem unteren Rande mit Ausschnitten versehen ist, deren . Oberkante unter dem Niveau der Flüssigkeit steht. Das
durch α b strömende Gemenge von Gas und Flüssigkeit steigt unter der Glocke weg durch
die Flüssigkeit mit möglichst grofser Vertheilung hindurch, wobei die condensirbaren Theile
niederschlagen und der Flüssigkeit hinzugefügt werden, während die nicht condensirten Beständtheile
in die höher stehenden Elemente gelangen,, um von den letzten durch das Rohr O
weitergeführt zu werden.
Die sich in den Elementen sammelnde Flüssigkeit steigt bis auf das durch den Steg e, Fig. 4,
bestimmte Niveau und läuft dann durch das nach unten führende Rohr, welches mit seiner
Unterkante unter die Oberfläche der Flüssigkeitsschicht des tiefer stehenden Elementes
taucht, um dann vom untersten Element durch das Rohr N in das Ablaufrohr für Spiritus zu;
gelangen.
Das Rohr O führt vom obersten. Theil der
Colonne in den unteren Theil eines Cylinders P, welcher über einem Siebboden mit kleinen Coksstücken
angefüllt ist, über die ein durch ein feines Sieb vertheilter Wasserregen von Zeit zu
Zeit eingeführt werden kann. .Die durch O eintretenden
Gase durchströmen die angefeuchteten Coks, wobei die noch beigemengten Dämpfe niedergeschlagen werden, während die gasartigen
Theile (Luft) durch ein oben am Cylinder angebrachtes Rohr entweichen.
Die sich condensirenden Dämpfe werden mit dem eingeführten Wasser von Zeit zu Zeit durch
einen Hahn nach der Spirituswaage T abgelassen.
Das Kühlwasser tritt zuerst in den unteren Theil des Gefäfses für die Kühlschlange L,
fliefst aus dem oberen Theile derselben durch die Schlange γ durch das Rohr δ in den unteren
Theil des Rohrcondensators und aus dem oberen Theile desselben frei ab.
Claims (1)
- Patent-An Spruch:Die Benutzung von mit Dampfmantel umgebenen Leitungsrohren zur Verbindung von Gefäfsen, in welchen die löslichen Theile fester Substanzen durch erwärmte leichtflüchtige Substanzen ausgezogen werden, und die Vorrichtungen zur möglichst vollständigen Wiedergewinnung des bei der Auslaugung benutzten Lösungsmittels durch wiederholtes systematisches Abkühlen und Berühren der aus den Gefäfsen entweichenden lufthaltigen Dämpfe mit Flüssigkeitsschichten.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE9826C true DE9826C (de) |
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ID=287156
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT9826D Active DE9826C (de) | Apparat zum systematischen Auslaugen von Körpern mittelst warmer, leicht siedender Flüssigkeiten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE9826C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1111783B (de) * | 1958-07-11 | 1961-07-27 | Dichter E H Jakob Dr Ing | Selbsttaetige Maschine zum Bearbeiten der Enden an langen Glasroehren |
| DE1127042B (de) * | 1959-09-14 | 1962-04-05 | Rota Patent A G | Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von fremdkoerperfreien Glasgefaessen, insbesondere Ampullen, Injektionsflaschen u. dgl., aus Glasroehren |
-
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- DE DENDAT9826D patent/DE9826C/de active Active
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1111783B (de) * | 1958-07-11 | 1961-07-27 | Dichter E H Jakob Dr Ing | Selbsttaetige Maschine zum Bearbeiten der Enden an langen Glasroehren |
| DE1127042B (de) * | 1959-09-14 | 1962-04-05 | Rota Patent A G | Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von fremdkoerperfreien Glasgefaessen, insbesondere Ampullen, Injektionsflaschen u. dgl., aus Glasroehren |
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