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Zündeinrichtung für eine Panzermine Die Erfindung bezieht sich auf
die Zündeinrichtung für eine Panzermine, insbesondere eine Hohlladungsmine, mit
vier kreuzförmig angeordneten Auslösesträngen.
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Es sind Minen zur Verlegung im freien Gelände oder auf Straßen bekannt,
die mit einem oder mit mehreren Auslösesträngen versehen sind, wodurch mit einer
geringen Anzahl von Minen relativ große Flächen verminbar sind. Die Zündeinrichtungen
dieser bekannten Minen sind dabei so ausgebildet, daß sie entweder bei der Betätigung
eines beliebigen Auslösestranges oder bei der gleichzeitigen Betätigung zweier Auslösestränge
ausgelöst werden.
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Die erstgenannte Auslösungsart ist für Panzerminen, insbesondere Hohlladungsminen,
nicht geeignet, da diese ihre volle Wirksamkeit nur dann erreichen, wenn die Mine
unter der Bodenwanne des Panzerfahrzeuges, nicht aber unter den Ketten oder seitlich
des Panzers zur Detonation kommt, wo sie vollends unwirksam ist. Ein weiterer Nachteil
dieser Zündeinrichtungen besteht darin, daß damit versehene Minen auch von Tieren
und einspurigen Fahrzeugen ausgelöst werden.
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Straßenminen mit nur zwei Auslösesträngen, deren gleichzeitige Betätigung
zur Auslösung des Zünders erforderlich ist, haben ebenso wie die bereits beschriebenen
Zündeinrichtungen den Nachteil, daß sie durch eine starke Druckwelle ausgelöst werden
können; ferner ist zur wirksamen Verminung eines Geländes, in dem die Angriffsrichtung
des Gegners nicht bekannt ist, eine relativ große Anzahl von Minen erforderlich.
Diese
Mängel werden durch die Erfindung abgestellt, der die Aufgabe zugrunde liegt, eine
Zündeinrichtung für eine Hohlladungsmine zu schaffen, die nur von zweispurigen Fahrzeugen
auslösbar ist und die zur Verminung eines Geländes mit einer relativ geringen Anzahl
von Minen geeignet ist. Die Zündeinrichtung der -Mine, die vier kreuzförmig angeordnete
Auslösestränge aufweist, ist erfindungsgemäß gekennzeichnet durch solche Auslösemittel,
die bei gleichzeitiger Betätigung aller Auslösestränge oder bei der Betätigung rechtwinkelig
zueinander verlaufender Auslösestränge eine Auslösung der Zündeinrichtung verhindern;
dagegen eine Auslösung der Zündeinrichtung herbeiführen, wenn in an sich bekannter
Weise zwei in Richtung der Schenkel eines gestreckten Winkels verlaufende Auslösestränge
betätigt werden.
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Eine Zündeinrichtung mit mechanischer Zünderauslösung ist nach einer
Weiterbildung der Erfindung gekennzeichnet durch vier kreuzförmig gelagerte Schieber,
an deren äußeren Enden die Auslösestränge angreifen und deren dem Kreuzungsmittelpunkt
zugewandte Enden mit stirnseitigen Schrägflächen und seitlichen Schrägflächen versehen
sind, einen Druckkörper, der in Ruhelage der Schieber im Abstand von diesen in deren
gedachten Kreuzungsmittelpunkt auf einer Gleitfläche allseitig gleitbar aufsteht,
der ferner von den stirnseitigen Schrägflächen von zwei, und zwar gegeneinander
beweglichen und in einem gestreckten Winkel angeordneten Schiebern senkrecht zu
den Längsachsen der Schieber und deren Bewegungsrichtung anhebbar ist und dabei
in bekannter Weise einen unter der Kraft einer Schlagbolzenfeder stehenden Schlagbolzen
auslöst.
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Eine andere Ausführungsform der Zündeinrichtung weist eine elektrische
Zünderauslösung auf, bei der an eine Stromquelle über einen an einen Druckgeber
und ein Vorlaufwerk angeschlossenen Schalter zwei zeitverzögerte Zündstromkreise
geschaltet sind, von denen jeder zwei hintereinandergeschaltete Zündschalter aufweist,
die mit jeweils denjenigen der Auslösestränge verbunden sind, welche in einem gestreckten
Winkel ausgelegt sind.
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Besondere Bedeutung haben diese Zündeinrichtungen für Hohlladungsminen,
die mit relativ kleinen Sprengladungen eine hohe Durchschlagskraft beim Auftreffen
auf Panzer haben, aber nur von geringer Wirkung sind, wenn sie seitlich des Panzers
mit annähernd parallel zur Panzerplatte verlaufender Wirkungsrichtung gezündet werden.
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Weitere Einzelheiten der Erfindung sind aus den in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispielen und deren Beschreibung ersichtlich. Es zeigt Fig. i eine Seitenansicht
einer mit einer Zündeinrichtung im Boden verlegten Mine, Fig.2 eine Ansicht der
Zündeinrichtung und Mine von unten, Fig. 3 einen Längsschnitt gemäß der Linie II-II
in Fig. 2 durch eine mechanische Zündeinrichtung in vergrößertem Maßstab, Fig. 4.
eine Draufsicht auf die Schieber dieser Zündeinrichtung bei unbelasteten Auslösesträngen,
Fig. 5 eine der Fig. q. entsprechende Darstellung bei drei belasteten Auslösesträngen,
Fig. 6 eine der Fig. 5 entsprechende Darstellung bei gleichzeitiger Belastung aller
Auslösestränge, Fig.7 eine im Boden verlegte Mine mit elektrischer Zündeinrichtung,
Fig.8 ein Schaltbild der elektrischen Zündeinrichtung, Fig. 9 einen Auslösestrang
der elektrischen Zündeinrichtung in schräger Parallelprojektion.
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In Fig. i und 2 ist eine im Boden verlegte Panzermine i dargestellt,
die mit einer Zündeinrichtung 2 versehen ist. Die Zündeinrichtung befindet sich
in einem topfförmigen und an der Mine angeflanschten Zündergehäuse 3, an dem kreuzförmig
ausgelegte Auslösestränge 4 bis 7 angeschlossen sind. Die Auslösestränge 4 bis 7,
von denen einer, der Auslösestrang 5, verkürzt dargestellt ist und die übrigen abgebrochen
sind, münden am Zündergehäuse in starre Hülsen 8 bis i i und sind als zusammendrückbare
Schläuche i2 ausgebildet, die mit einer hydraulischen Flüssigkeit 13 gefüllt und
an ihren freien Enden mit einem Verschluß i-. versehen sind.
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Gemäß Fig. 3 sind am Boden ig des Zündergehäuses 3 vier Schieber 15
bis i8 (in Fig.4 bis 6) kreuzförmig gelagert. Zur Vereinfachung von Fig. 3 sind
dort nur die in der Blattebene liegenden Schieber 15 und 17 dargestellt. Ihre nach
außen weisenden Enden sind als Kolben 2o und 21 ausgebildet und in Hülsen 9 und
i i gleitend geführt. Ihre nach innen weisenden und dein Kreuzungsmittelpunkt zugewandten
Enden haben seitliche Schrägflächen 22, 23 und stirnseitige Schrägflächen 24., 25.
Senkrecht zu den Längsachsen der Schieber ist im Kreuzungsmittelpunkt ein walzenförmiger
Druckkörper 26 angeordnet, der an beiden Enden halbkugelförmig abgerundet ist. Beim
Überrollen zweier einander zugeordneter und in einem gestreckten Winkel ausgelegter
Auslösestränge 5 und 7 werden die Schieber i5 und 17 unter dem Druck der
hydraulischen Flüssigkeit 13 auf den Kreuzungsmittelpunkt zu bewegt, und der Druckkörper
26 wird durch Auflaufen der stirnseitigen Schrägflächen 24 und 25 der Schieber 15
und 17 angehoben. Dabei wird auch eine Hülse 27 angehoben, die gleitend im
Zündergehäuse 3 geführt ist und mit der Kraft einer Haltefeder 28 gegen den Druckkörper
26 gedrückt wird. Die Hubbewegung macht ferner ein kolbenförmig ausgebildeter Schlagbolzen
29 mit, der unter der Spannung einer Schlagbolzenfeder 30 in der Hülse 29 längsverschiebbar
gelagert ist. Vor seiner Auslösung ist er in der Hülse 27 mit Sperrkugeln 31 gehalten,
die in radialen Bohrungen 34 der Hülse 27 liegen und sich gegen eine Schulter 32
des Schlagbolzens 29 und die Innenwandung 35 des Zündergehäuses 3 abstützen. Beim
Anheben der Hülse 27 und des Schlagbolzens 29 werden die Sperrkugeln 31 durch die
Kraft der Schlagbolzenfeder 30 in den radialen Bohrungen 3.4 der Hülse 29
nach außen in eine ringförmige Nut 33 des Zündergehäuses 3 gedrückt, und der Schlagbolzen
29 wird dadurch freigegeben. Ein Dorn 38 des Schlagbolzens
29 tritt
dabei durch eine Bohrung 37 im Boden 36 der Mine i und zündet mittels einer Zündladung
39 die Mine.
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Fig..I bis 6 dienen zur näheren Erläuterung der Wirkungsweise der
Schieber 15 bis 18 und des Druckstückes 26 und zeigen vereinfachte Draufsichten
auf Schieberanordnungen für Zündeinrichtungen nach den vorhergehenden Figuren.
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Iii Fig. q. sind alle Schieber 15 bis 18 in Ruhestellung, d. h., die
den Schiebern zugeordneten und in der Z",iclinung weggelassenen Auslösestränge sind
unb:lastet. Das walzenförmige Druckstück 26 steht dabei im Kreuzmittelpunkt senkrecht.
Fig. 5 zeigt die gleichen Schieber 15 bis 18 bei Belastung der den Schiebern 15,
16 und 18 zugeordneten Auslösestränge. Wenn die -Mine außerhalb der Spur eines Panzers
liegt und dieser nur einen einzigen Auslösestrang, beispielsweise denjenigen Strang
überrollt, welcher dem Schieber 15 zugeordnet ist, so nähert sich der Schieber 15
dem gedachten Kreuzungsmittelpunkt und schiebt dabei das untere Ende des Druckkörpers
26 zur Seite. Der Druckkörper wird dabei nicht angehoben, und es erfolgt keine Auslösung
der Mine, die in diesem Fall nur von geringer Wirkung wäre. Ähnlich verhält es sich,
wenn der Panzer an der Mine vorbeifährt und dabei nur Auslösestränge überrollt,
die einen rechten Winkel einschließen. Eine Auslösung der Mine erfolgt immer dann,
wenn sie zwischen der Spur des Panzers liegt und dieser zwei in einem gestreckten
Winkel ausgelegte Auslösestränge überrollt. Dieser Fall der Auslösung wurde bereits
in der Beschreibung zu Fig. 3 erörtert. Wenn der Panzer die Mine überfährt und dabei
nacheinander mehr a15 zwei Auslösestränge überrollt, wird die Mine ebenfalls immer
ausgelöst. Bei der in Fig. 5 dargestellten Lage der Schieber 15 bis 18 wurde z.
B. zunächst der Auslösestrang des Schiebers 15 überrollt. Der Schieber 15 hat dabei
das untere Ende des Druckkörpers 26 nach rechts geschoben. Wird nunmehr einer der
Auslösestränge belastet, der mit einem der rechtwinkelig zum Schieber 15 angeordneten
Schieber 16 oder 18 verbunden ist, so wird der Druckkörper ebenfalls in der vorher
beschriebenen Weise mit seinem unteren Ende in der Bewegungsrichtung des Schiebers
versetzt. Eine Auslösung des Zünders der Mine erfolgt erst beim Aufrichten und Anheben
des schrägstehenden Druckkörpers 26. Dies geschieht dann, wenn gleichzeitig die
Auslösestränge der in einem gestreckten Winkel angeordneten Schieber 15 und 17 oder
16 und i8 belastet «erden.
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In Fig. 6 ist das Verhalten der Schieber 15 bis 18 bei gleichzeitiger
Belastung aller Auslösestränge dargestellt, wie sie beispielsweise bei starken Detonationswellen
auftritt. Die Schieber 15 bis i8 laufen dabei mit ihren seitlichen Schrägflächen
22 und 23 gleichzeitig aufeinander auf, wobei der Druckkörper 26 von den stirnseitigen
Schrägflächen 2.4 und 25 der Schieber nicht angehoben werden kann und somit keine
Zündung der Mine erfolgt.
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An Stelle der in Fig. 3 dargestellten, mit einer hydraulischen Flüssigkeit
13 gefüllten Schläuche 12 können auch bekannte mechanische Gliederketten an den
Schiebern 15 bis 18 angreifen.
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In Fig. 7 ist eine im Boden verlegte Mine mit elektrischer Auslöseeinrichtung
dargestellt. Zur Vereinfachung der Zeichnung wurde der nach vorn aus der Zeichenebene
austretende Auslösestrang weggelassen. Über einer Mine 81 ist ein Zündergehäuse
82 angeordnet, in dem die Bauelemente des Zünders untergebracht sind und an dessen
Deckel 83 der Bedienungsknopf 84 eines mit einem Vorlaufwerk versehenen Schalters
und ein mit diesem Schalter verbundener Druckgeber 85 angebracht sind. Ferner sind
an das Zündergehäuse vier kreuzförmig ausgelegte Auslösestränge 86 angeschlossen,
von denen nur drei dargestellt sind und die sowohl als hydraulische, mechanische
oder elektrische Auslösestränge ausgebildet sein können.
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Fig. 8 zeigt ein Schaltbild der elektrischen Zündeinrichtung, aus
dem ihre Wirkungsweise ersichtlich ist. Eine Stromquelle 87 liegt an den Eingangsklemmen
88 eines -zweipoligen Schalters 89. Über eine Schubstange 9o ist der Schalter 89
an einen Druckgeber 9i, der als Membrandose ausgebildet ist, und an ein Vorlaufwerk
92 angeschlossen. Mit Hilfe des Vorlaufwerkes 92 wird der Schalter zeitverzögert
geschlossen, beispielsweise einige 1-Iinuten nach der Einschaltung desselben. Die
Stromquelle liegt dann an den im folgenden beschriebenen Zündstromkreisen, und die
Mine ist scharf. Tritt aber eine starke Detonationswelle durch Artilleriebeschuß
oder eine Atombombenexplosion auf, so soll die Mine vorübergehend entschärft werden,
um eine unbeabsichtigte Auslösung zu verhindern. Die Stromquelle 87 wird in diesem
Falle durch kurzzeitiges Öffnen des Schalters 89 mittels des an der Schubstange
9o angeschlossenen Druckgebers 9i abgeschaltet. Die Ansprechzeit des Druckgebers
9i ist kürzer als die der Zündstromkreise 99 und 95, die dabei ebenfalls kurzzeitig
über die Schalter io2 bis io5 möglicherweise geschlossen werden, An den Ausgangsklemmen
93 des Schalters 89 liegen die beiden gleichartigen Zündstromkreise 94 und 95. In
jedem Zündstromkreis 94 bzw. 95 ist eine Zündstrecke 96 bzw. 97 parallel zu einem
Kondensator 98 bzw. 99 und in Serie zu einem Widerstand ioo bzw. ioi geschaltet
und über zwei getrennt zu betätigende Zündschalter io2, 103 bzw. io4, 105,
die hintereinandergeschaltet sind, mit den Ausgangsklemmen 93 des zweipoligen Schalters
89 verbunden. Der Kondensator 98 bzw. 99 und der Widerstand ioo bzw. ioi sind dabei
so dimensioniert, daß die Zündverzögerung, mit der die Zündstrecke 96 anspricht,
der Geschwindigkeit der zu bekämpfenden Panzer angepaßt ist und die Auslösung der
Mine erst dann erfolgt, wenn der Panzer nach dem Schließen der Zündschalter 102,
103 bzw. io.I, 105
noch etwas weiter gerollt ist und sich mit seiner Wanne
über der Mine befindet. Die Zündschalter 102, 103 sowie die Zündschalter
104, io5 der Zündstromkreise 94 bzw. 95 sind mit hydraulischen oder mechanischen
Auslösesträngen verbunden, die in einem gestreckten Winkel ausgelegt sind, wobei
die Auslösestränge beider Zündstromkreise 9.4, 95 ein
Kreuz bilden.
An Stelle der Zündschalter io2 bis io5 können auch Klemmen vorgesehen sein, an denen
elektrische Auslösestränge angeschlossen sind, welche die mechanischen oder hydraulischen
Auslösestränge und die Zündschalter io2 bis io5 ersetzen.
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In Fig. g ist ein elektrischer Auslösestrang in schräger Parallelprojektion
aufgeschnitten dargestellt. Auf einem gelochten Iso.lierstoftband io6 sind beidseitig
bandförmige Metallfolien 107, 108 aufgebracht, und alle drei Bänder io6 bis io8
sind von einem aufgespritzten Schlauch iog aus Kunststoff umgeben. Der Schlauch
iog liegt eng an den Bändern io6 bis io8 an und schützt sie vor Verschmutzung bzw.
Korrosion. Eine äußere metallische Umhüllung i io des Schlauches iog verhindert
eine induktive Beeinflussung der Zündeinrichtung. Eine sichere Kontaktgabe wird
mit Kupferfolien von o,i mm Dicke unter Verwendung einer Isolierfolie von o,o2 mm
Dicke erreicht, die mit kreisrunden Löchern von 3 mm Durchmesser versehen ist.