DE972980C - Verfahren zum Traenken von Gegenstaenden, insbesondere elektrischen Apparaten oder Apparateteilen unter Vakuum - Google Patents
Verfahren zum Traenken von Gegenstaenden, insbesondere elektrischen Apparaten oder Apparateteilen unter VakuumInfo
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Description
- Verfahren zum Tränken von Gegenständen, insbesondere elektrischen Apparaten oder Apparateteilen unter Vakuum Die blasen- und lünkerfreie Ausfüllung von Hohlräumen, beispielsweise in der Isolierung elektrischer Maschinen, Geräte oder Kabel, ist nur möglich, wenn man vor dem Einbringen des Tränkmittels sorgfältig evakuiert und die Luft aus allen Hohlräumen und Spalten entfernt. Es ist für diese Zwecke, insbesondere bei der Tränkung elektrischer Kabel, bereits bekannt, zwecks restloser Entfernung von Luftresten das Tränkgut nach dem Evakuieren mix einem Gas zu behandeln, das in der nachträglich zu verwendenden Imprägniermasse löslich ist. Hierfür können unter anderem auch Bestandteile der verwendeten Imprägniermasse selbst oder Dämpfe der Imprägnierflüssigkeit Verwendung finden. Bei dem nachfolgenden Absaugen dieses Gases werden gleichzeitig alle noch in der Isolierung verbliebenen Luftreste mit abgesaugt. Diese bekannten Verfahren sind ohne weiteres durchführbar, wenn man Tränkmittel benutzt, die eine geringe Dampfspannung haben. Bei Tränkmitteln jedoch, die bei der Tränktemperatur eine verhältnismäßig hohe Dampfspannung aufweisen, ist es nicht möglich, zu einem Druck zu kommen, der unterhalb des Siededruckes des am niedrigsten siedenden Anteiles des Tränkmittels liegt. Infolgedessen werden beim Einfüllen des Tränkmittels in das evakuierte Tränkgefäß die leichtest siedenden Anteile des Tränkmittels verdampfen und dann mit abgesaugt werden. Dadurch ergibt sich eine unzulässige Veränderung der Zusammensetzung .des Tränkmittels und im weiteren Verlauf gegebenenfalls Blasenbildung.
- Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, auch bei solchen aus mehreren Komponenten mit unterschiedlicher Dampfspannung bestehenden Tränkmitteln eine blasenfreie Tränkung von Gegenständen, insbesondere elektrischen Apparaten und Apparateteilen, unter Vakuum zu ermöglichen.
- Die Erfindung besteht darin, daß bei einem Verfahren zum Tränken von Gegenständen, insbesondere elektrischen Kabeln, Apparaten oder AppaTateteilen, mit aus mehreren Komponenten verschiedener Dampfspannung bestehenden Tränkmitteln unter Vakuum, bei dem in das Tränkgefäß, in dem sich der zu tränkende Gegenstand befindet, nach Evakuierung Anteile des Tränkmittels in Gas- öder Dampfform einströmen gelassen werden, hierfür die niedrigst siedende Komponente des Tränkmittels verwendet wird und ohne nochmalige Evakuierung nach Erreichung des Druckgleichgewichtszustandes das Tränkmittel selbst eingefüllt wird. Auf diese Weise ist es möglich, auch bei weit getriebenem Vakuum von z. B. 0,02 Torr eine blasenfreie Tränkung zu erzielen, da in dem bereits mit den Dämpfen gefüllten Vakuumraum das Tränkmittel keime Veranlassung mehr zur Bildung von Siedeblasen hat bzw. ein Verdampfen von Teilen des Tränkmittels nicht mehr eintreten kann.
- Die zunächst in das Tränkgefäß einzubringende Komponente des Tränkmittels kann in flüssiger Form verwendet werden. Zweckmäßiger ist ,es jedoch, sie in Form von Dampf einströmen zu lassen, der auf die gleiche Temperaturerwärmt ist, die das Tränkgut hat, so daß Verdampfungswärme nicht verbraucht wird.
- Das Verfahren gemäß der Erfindung ist grundsätzlich für alle Tränkmittel, die aus mehreren Komponenten bestehen, also beispielsweise die bekannten Tränklacke, die Lösungsmittel, wie Benzin, Solventnaphtha u. dgl., enthalten, anwendbar. Besonders vorteilhaft ist das Verfahren jedoch für Tränkmittel, die keine normalen Lösungsmittel enthalten, sondern nur aus polymerisationsfähigen oder schon zum Teil polymerisierten *Bestandteilen bestehen, wie beispielsweise die sogenannten Polyester-Gießharze mit einem Gehalt an Styrol od. 4g1.
- Als Beispiele dieser Art, die z. B. zur Tränkung elektrischer Spulen verwendet werden können, seien Maleinsäureglykolester im Gemisch mit Styrol oder Ester aus Allylalkohol und zweibasischien Säuren in Mischung mit Cyclopentadien genannt. Bei der Verwendung des erstgenannten Tränkmittels gemäß der Erfindung wird also zunächst, nachdem der gewünschte Enddruck in dem Tränkgefäß eT-reicht ist, der Weg zur Vakuumpumpe versperrt, worauf man Styrol - zweckmäßig in Dampffarm -einströmen läßt. Sobald das Tränkgefäß oder die Tränkferm mit den Dämpfen bis zum Gleichgewichtszustand gefüllt ist, läßt man dann das aus .einem Gemisch von Maleinsäuneglykolester mit Styrol bestehende Tränkmittel zuströmen. Nach vollständiger Durchtränkung kann dann die Polymerisation des Tränkmittels erfolgen. Brei Anwendung des zweiten vorgenannten Beispiels wird das Tränkgefäß entsprechend zunächst mit Cyclopentadien gefüllt und dann das Tränkmittel aus dem Gemisch eines Esters aus Allylalkohol und zweibasischen Säuren mit Cyclopentadien eingeführt.
- Die Erfindung ist aber nicht auf die genannten und beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern demgegenüber in weiten Grenzen sinngemäß abwandelbar.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Tränken von Gegenständen, insbesondere elektrischen Kabeln, Apparaten oder Apparateteilen, mit aus mehreren Komponenten verschiedener Dampfspannung bestehenden Tränkmitteln unter Vakuum, bei dem in das Tränkgefäß, in dem sich der zu tränkende Gegenstand befindet, nach Evakuierung Anteile des Tränkmittels in Gas- oder Dampfform einströmen gelassen werden, :dadurch gekennzeichnet, daß hierfür .die niedrigst siedende Komponente des Tränkmittels verwendet wird -und ohne nochmalige Evakuierung nach Erreichung des Druckgleichgewichtszustandes das Tränkmittel selbst .eingefüllt wird. z. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die nach Evakuierung in das Tränkgefäß eingeführte Komponente in auf gleiche Temperatur wie das Tränkgut vorgewärmter Dampfform zur Anwendung gelangt. 3. Anwendung :des Verfahrens nach Anspruch i für nur aus polymerisierbaren oder zum Teil polymerisierten Bestandteilen bestehende Tränkmittel. q.. Verfahren nach Anspruch 3, unter Anwendung eines Gemisches von Maleinsäur:eglykolester mit Styrol, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst nach Evakuierung in das Tränkgefäß Styroldämpfe eingeleitet und nach Erreichung des Gleichgewichtszustandes das Gemisch von Maleinsäureglykolester mit Styrol eingeführt wird. 5. Verfahren nach Anspruch 3, unter Anwendung von Ester aus Allylalkohol mit zweibasischen Säuren in Mischung mit Cyclopentadien, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst nach Evakuierung in das Tränkgefäß Cyclopentadien in Form von Dampf eingeführt und nach Erreichung des Endzustandes das Tränkmittel selbst eingefüllt wird. In Betracht gezogene Druckschriften: Österreichische Patentschrift Nr. 117 388; Leibnitz, »Einführung in die Anwendung, Prüfung und Bewerrtung von Elektro-Isolierlacken«, Fachbuch GmbH, Leipzig, 1951, S. 30; Raskop, »Isolierlacke«, Tedhn. Verlag H. Cram, Berlin, 1948, S. 79 und 8a.
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