DE970773C - Phenole und Netzmittel enthaltende Desinfektionsmittel - Google Patents

Phenole und Netzmittel enthaltende Desinfektionsmittel

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DE970773C
DE970773C DESCH12482A DESC012482A DE970773C DE 970773 C DE970773 C DE 970773C DE SCH12482 A DESCH12482 A DE SCH12482A DE SC012482 A DESC012482 A DE SC012482A DE 970773 C DE970773 C DE 970773C
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DE
Germany
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cresol
chloro
disinfectants
alkali
soap
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DESCH12482A
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Dr-Ing Martin Deutsch
Dr Phil Albert Obladen
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Schuelke and Mayr GmbH
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Schuelke and Mayr GmbH
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11DDETERGENT COMPOSITIONS; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS DETERGENTS; SOAP OR SOAP-MAKING; RESIN SOAPS; RECOVERY OF GLYCEROL
    • C11D3/00Other compounding ingredients of detergent compositions covered in group C11D1/00
    • C11D3/48Medical, disinfecting agents, disinfecting, antibacterial, germicidal or antimicrobial compositions

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Description

AUSGEGEBEN AM 30. OKTOBER 1958
Sch 12482 IVaJ
Die Erfindung betrifft ein Phenole neben Phenolat und Netzmittel enthaltendes Desinfektionsmittel. Die meist verwendeten Fein- und Grob-Desinfektionsmittel enthalten als bakterizide Wirkstoffe Phenolderivate, die mit Hilfe von Seifen oder synthetischen Sulfonierungsprodukten von Kohlenwasserstoffen in Lösung gehalten werden. Zur Erleichterung des Lösevorganges und zur Erhöhung der Beständigkeit hat man derartigen Zubereitungen geringe Mengen ίο an freiem Alkali zugesetzt. Dieser Alkalizusatz wurde so bemessen, daß nicht das gesamte Phenol in das Phenolat übergeführt wurde, weil die Phenole bekanntlich ihre höchste bakterientötende Wirkung nur in freier Form entfalten, die Phenolate dagegen eine stark verminderte bakterizide Wirkung aufweisen. Man hat die phenolhaltigen Desinfektionsmittel daher stets nur unter Zusatz geringer Mengen freien Alkalis hergestellt und war der Ansicht, daß größere Alkalimengen nachteilig wären. Die bekannten Phenole, Seife oder oberflächenaktive Sulfonate enthaltenden so Desinfektionsmittel hatten aber nur eine geringfügige viruzide Wirkung.
Man hat phenolhaltigen Desinfektionsmitteln auch bereits Alkali in jedem Verhältnis zugefügt, jedoch stellte man fest, daß die Alkalisalze weniger bakterizid sind als die freien Phenole. Auch hat man Alkalikomplexverbindungen der Phenole als Desinfektionsmittel vorgeschlagen, um haltbare, feste Phenolverbindungen zu erzielen. Indessen ist das Her stellungsverfahren umständlich, die Komplexsalze spalten in wäßriger Lösung kein wirksames, freies Phenol ab, und die Desinfektionskraft ist verhältnismäßig gering.
Es ist auch bekannt, Sterilisationsmittel für Instrumente aus einem Gemisch von Alkalicarbonaten, -Hydroxyden, -Orthophosphaten und/ oder Silikaten mit einem Netzmittel und Chlorkresolen oder Phenolen oder deren Salzen her-
509 644/5
zustellen. Diese Zweikomponentengemische haben nur einen geringen bakteriziden. Effekt und sind in viruzider Hinsicht unwirksam.
Man hat auch Chlorkresolkalium mit Leinöl und Wasser angesetzt, wobei unter Abspaltung freien Kresols eine Verseifung des' Leinöles eintrat und die entstehende Seife das Kresol in Lösung hielt. Diese Desinfektionsmittel haben keinerlei viruzide Eigenschaften.
Man hat an Stelle der Phenol-Alkali-Komplexsalze auch die Alkalisalze der chlorierten Phenole verwendet, und zwar Gemische von Chloixylenolen und Cblorkresolen. Freie Phenole lagen hier nicht vor. Die Gemische waren wohl bakterizid, hatten aber keine viruzide Wirkung. Bei Zusatz von Seife wird lediglich die Löslichkeit verbessert. Sie ist aber ohne Einfluß auf die Viruzidität.
Die bekannten Komplexverbindungen erfordern einen unnötigen Aufwand bei der Herstellung. Ihre Zusammensetzung ist zudem an die Konstitution gebunden, so daß eine Verdünnung, die mit Rücksicht auf die Erzielung eines breiten Wirkungsspektrums erwünscht wäre, nicht möglich ist. Die freien Phenole schließlich können wegen ihres durchdringenden Geruchs nur begrenzter Anwendung zugeführt werden·. Außerdem wirken sie." stark ätzend, so daß sie in den notwendigen Konzentrationen die Haut, insbesondere die Schleimhäute, stark angreifen.
Schließlich sind auch Desinfektionsmittel bekanntgeworden, die aus wäßrigen Lösungen von p-Chlor-m-kresol, Salzen der Kresolsulfonsäuren und einem Netzmittel bestanden. Die Mischungen hatten einen starken Geruch und waren nicht hautverträglich. Auch bei Zusatz von Triäthanolamin, das sich mit der Kresolsulfonsäure zu einem wirksamen Dispergierungsmittel umsetzt und in solcher Menge angewandt wurde, daß nur ein Teil der Sulfonsäure neutralisiert wird, blieb das p-Chlorm-kresol in freier Form erhalten, so daß diese Gemische keine viruzide Wirkung aufwiesen.
Es wurde nun gefunden, daß hochwertige, Phenole neben Phenolat und Netzmittel in wäßriger Lösung enthaltende Desinfektionsmittel gewonnen werden, wenn die Lösung einen Gehalt an wenigstens io%■ p-Chlor-m-kresolat aufweist.
Es war bisher zwar üblich, neben p-Chlor-m-kresol anders konstituierte, insbesondere höhermolekulare Phenolderivate in Desinfektionspräparaten zu verwenden, wobei der Gedanke der potenzierten Wirkungssteigerung zugrunde lag. Durch diese Tatsache wird die vorliegende Erfindung nicht berührt, da das neue Wirkprinzip der Virusinaktivierung nicht an p-Chlor-m-kresol gebunden ist, sondern an die Form des Alkalisalzes des p-Chlor-m-kresols. Es ist augenscheinlich und durch entsprechende Versuche bewiesen, daß lediglich das p-Chlor-m-kresol-Alkalisalz in hohem Maße virusinaktivierend wirkt, und es konnte daher aus der gemeinsamen Verwendung von p-Chlorm-kresol mit anderen Phenolderivaten nicht geschlossen werden, daß das p-Chlor-m-kresol-Alkalisalz, dessen Zusatz oder Bildung zwecks Erzielung einer hohen Bakterizidie stets vermieden wurde, eine derart überlegene Wirkung hinsichtlich der Virusinaktivierung hervorrufen würde.
Infolge der kombinierten hochbakteriziden und viruziden Wirkung eignen sich die erfindungsgemäßen Desinfektionsmittel hervorragend für die praktische Anwendung in Krankenhäusern, in der ärztlichen Praxis undim Haushalt zur prophylaktischen Behandlung von Räumen, Wäsche u. dgl. vor Infektionsgefahr. Zum Nachweis des erzielten technischen Fortschritts wurden folgende Versuche durchgeführt: go
Mit Columbia-SK-Virus infiziertes Mäusehirn wurde zerrieben und in Wasser suspendiert. Anschließend zentrifngierte man und nahm die überstehende virushaltige Suspension ab. Hiervon bestimmte man den Titer (Zahl der infektiösen Dosen). Die Versuche wurden mit einer Virusverdünnung 1:100 durchgeführt. Jeder Versuch wurde mit sechs Tieren durchgeführt und die Überlebenszeit in Tagen bestimmt. Die stets mitlaufenden Vergleichsversuche gaben Auskunft über die Infektiösität der Virussuspension. Im allgemeinen zeigten die Kontrolltiere nach 3 bis 6 Tagen Paresen, nach weiteren 1 bis 2 Tagen gingen sie an der Infektion ein. Ein Mittel wurde als gut wirksam beurteilt, wenn nach lotägiger Beobachtung der Tiere Mortalitätsquotienten von 0/6 oder 1/6 gefunden wurden. Die Versuche wurden bei Zimmertemperatur durchgeführt und mehrfach wiederholt.
In nachfolgender Tabelle I sindWirkwerte bekannter phenolischer Desinfektionsmittel aufgeführt:
Ver
dünnung
Tabelle I Titer der Virus
suspension
Mortalitäts
quotient
Mortalitätsquotient
d. Kontrolltiere
So ' Präparat ι: 50
ι: 50
Einwirk.-
Dauer
Stunden
ι: 100
1:100
ι: 100
6/6
6/6
5/6
6/6
6/6
6/6
13% p-Chlor-m-Kresol
24% Rizinusöl-Kaliseife
55 ad 100 Wasser
7% Benzylphenol
20% Alkyl-sulfonsaures Natrium
ad 100 Wasser
6% o-Phenylphenol
60 3% p-Chlor-m-Kresol
1% Chlor-xylenol
20% Alkylsulfosaures Natrium
ad 100 Wasser
Ol Ol Ol
Aus der Tabelle I ist zu ersehen, daß die freie Phenole enthaltenden Präparate keine nennenswerten virusinaktivierenden Eigenschaften aufweisen.
Die gleichen Versuche wurden nun mit zwei Desinfektionsmitteln durchgeführt, von denen das erste nur freies Kresol, das zweite freies Kresol und Kresolat enthielt.
Tabelle II
Präparat Ver
dünnung
Einwirk.-
Dauer
Minuten
Titer der Virus
suspension
Mortalitäts
quotient
Mortalitätsquotient
d. Kontrolltiere
20% p-Chlor-m-kresol
20 % Rizinusöl-Kaliseife
ad 100 Wasser
10% p-Chlor-m-kresol
10 % p-Chlor-m-kresol-Kalisalz
20% Rizinusöl-Kaliseife
ad 100 Wasser
i:50
i:50
30
30
1:100
1:100
6/6
0/6
6/6
6/6
Tabelle II zeigt das Ergebnis von Vergleichsversuchen mit bekannten Phenolaten mit wechselndem Alkaligehalt, der sich aus dem pH-Wert der jeweiligen Verdünnung ergibt.
Der Vergleichsansatz wurde aus einer Stammlösung mit 20 % Wirkstoff hergestellt, die 1: 50 verdünnt wurde, so daß die zum Versuch angewendete Gebrauchslösung 0,4% Wirkstoff enthielt. Da der Virustiter ι: 100 betrug, war das Verhältnis von Wirkstoff zu Infektionseinheiten wie 40:1.
Tabelle III
Zusammensetzung
Verdünnung °/0
PH der
verdünnten
Lösung Viruskonzentration
Einwirkungsdauer Minuten
Mortalitätsquotient
20% Seife
20 % p, p'-Dichlor-o, o'-dioxydiphenyl-
methanmonokaliumsaiz
20% Seife
20 % Cyclohexylresorcin
18% Seife
10 % Hexylresorcin
18% Seife
12,5 % p-Chlorphenol
18% Seife
10 % Hexachlorophen
26,4% Emulgator
8,25% o-Phenylphenol
8,25 % Benzylphenol
2
2
20
10
20
9.1
10,6 9,0 9,62
10,6 ι: 1000
ι: 1000
ι: 100
ι: 100
ι: 20
ι: 100
30
30
60
60
60
6/6 6/6 5/6 6/6 6/6
4/6
Bei demVersuchmitHexachlorophennach Tabelle III enthielt die Stammlösung wegen der geringeren Löslichkeit 10% Hexachlorophen, die zu einer 20%igen Gebrauchslösung verdünnt wurde, also 2 % Wirkstoff enthielt. Da die Viruskonzentration 1:20 betrug, wurde hier zwar eine höhere Viruskonzentration angewandt. Das Verhältnis von Wirkstoff zu Infektionseinheiten betrug aber auch hier wie nach Tabelle II 40: i. Es wurden also in allen Fällen äquivalente Mengen Wirkstoff und Viren behandelt. Beim Hexachlorophenversuch wurde nur die Einwirkungszeit auf das Doppelte ausgedehnt, um zu zeigen, daß die viruzide Wirkung trotz günstigerer Bedingungen hinter dem erfmdungsgemäßen Desinfektionsmittel zurücksteht.
Die angegebenen Teile bedeuten, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes vermerkt ist, stets Gewichtsteile. Man kann die Wirkstoffe auch in größeren Mengen zusetzen. ng
Das p-Chlor-m-kresolat erhält man durch Neutralisation von p-Chlor-m-kresol (o-Chlor-s-oxy-i-methylbenzol) mit der stöchiometrischfen Menge Ätzalkali, wie Kaliumhydroxyd, Natriumhydroxyd oder Lithiumhydroxyd. Es kann vorab hergestellt und der erfindungs- iac gemäßen Mischung zugesetzt oder im Gemisch aus dem freien Kresol durch Zusatz der berechneten Menge Alkali erzeugt werden.
Die bakterizid wirkenden Phenolderivate sind die üblicherweise in Desinfektionsmitteln gebräuchlichen Stoffe, die am aromatischen Ring mindestens eine
phenolische Hydroxylgruppe tragen und die beliebige Substituenten aufweisen können. So kommen z. B. jn Frage: Phenol, Kresol, Xylenol, Thymol, Carvacrol, Propylphenol, Butylphenol, Hexylphenol, Octylphenol, Phenylphenol, Benzylphenol, Benzylkresol, ferner Kondensationsprodukte von Phenolderivaten mit Formaldehyd, wie z. B. 2, 2'-Dioxy-5, 5'-dichlor-diphenylmethan, 2, 2'-Dioxy-3, 5, 6, 3', 5', 6'-hexachlordiphenylmethan (Hexachlorophen) sowie alle halogenierten und alkylierten stellungsisomeren Verbindungen.
Als Netzmittel oder waschaktive Emulgatoren eignen sich die bekannten fettsauren Salze in Form der Natron- oder Kalisalze, wie sie in bekannter Weise aus pflanzlichen oder tierischen Ölen und Fetten, wie Rizinusöl, Rüböl, Sojaöl, Leinöl u. dgl., gewonnen werden können. Ferner sind auch die Alkalisalze fettseifenähnlicher, langkettiger Carbonsäuren brauchbar, deren Alkylrest gegebenenfalls durch Hetero-
ao atome, wie Sauerstoff, Stickstoff oder Schwefel, unterbrochen ist, z. B. sogenannte Alkyl-äther-carbonsäuren.
Des weiteren sind als Emulgatoren alle sulfonierten Kohlenwasserstoffe der aliphatischen, aromatischen, gemischt-aliphatisch-aromatischen und hydroaromatischen Reihe geignet, z. B. Alkylsulfonate, Alkoholsulfonate, Alkyl-aryl-sulfonate, Alkyl-naphthalin-sulfonate, Alkyl-tetrahydro-naphthalin-sulfonate usw. Selbstverständlich können auch Gemische derartiger Netzmittel verwendet werden, vor allem in einer Zusammensetzung, wie sie üblicherweise technisch anfallen.
Über die mengenmäßige Zusammensetzung der erfindungsgemäßen Mischungen geben im einzelnen die Beispiele Auskunft. Im allgemeinen ergeben folgende MischungsverhältnissegünstigeResultate: io°/0p-Chlorm-kresol-Kalisalz, 5 °/0 Benzylphenol, 5 % o-Phenylphenol, 20% Fettseife bzw. 20% Alkylsulfonat ad 100 Wasser.
In manchen Fällen, insbesondere zur Erzielung eines möglichst niedrigliegenden Stockpunktes, ist es zweckmäßig, organische Lösungsmittel zuzufügen, z. B. n-Propylalkohol, Isopropylalkohol, Methylglykol, Äthylgly-kol u. ä.
Die Herstellung der erfindungsgemäßen Desinfektionsmittel kann z. B. derart erfolgen, daß man 20% Rizinusöl unter Zugabe von Wasser und der theoretisch erforderlichen Alkahmenge verseift, so daß eine hochprozentige Seifenlösung erhalten wird. Anschließend fügt man etwa 10 °/0 des Kaliumsalzes des p-Chlor-m-kresols hinzu sowie 5 % o-Phenylphenol und 5% Benzylphenol. Man füllt mit 20% Methylglykol sowie Leitungswasser auf 100 Teile auf und erhält nach etwa einstündigem Rühren unter mäßiger Erwärmung eine viskose, klare, schäumende Flüssigkeit, die in beliebigen Verhältnissen mit Wasser mischbar ist und in 0,5- bis 5%igen Gebrauchslösungen für alle Arten von Desinfektionszwecken geeignet ist. Die Gebrauchsverdünnungen sind in Wasser klar löslich und reagieren schwach alkalisch. Auf Grund des Seifengehaltes besitzen die Lösungen eine gute Reinigungswirkung und sind daher für die Zwecke dei allgemeinen Grob-Desinfektion besonders geeignet. Es sei besonders hervorgehoben, daß durch einen Arbeitsgang Bakterien und Viren gleichzeitig getötet bzw. inaktiviert werden. Damit ergibt sich die besondere Wirtschaftlichkeit und Fortschrittlichkeit der neuen, eine kombinierte Wirkung hervorrufenden erfindungsgemäßen Präparate im Vergleich mit Mitteln, die nur die eine oder andere Art der infektiösen Erreger ausschalten und demnach selektiv wirken. Die Ergiebigkeit der erfindungsgemäßen Mischpräparate ist auf Grund der niedrigen Gebrauchskonzentrationen derjenigen der bisher üblichen Präparate zur ausschließlichen Bakterienabtötung gleich.
Beispiel 1
16 Gewichtsteile des Kaliumsalzes des p-Chlor-m-kresols werden mit 10 Gewichtsteilen p-Chlor-sym. xylenol, 20 Gewichtsteilen des Kaliumsalzes eines Kohlenwasserstoff-Sulfonierungsproduktes mit einer Kettenlänge von C10 bis C20 vermischt. Anschließend fügt man zur Erhöhung der Haltbarkeit des Stammpräparates 10 Gewichtsteile Methylglykol hinzu und füllt mit Wasser auf 100 Teile auf. Geruchskorrigentien können beigegeben werden.
Man erhält eine viskose Flüssigkeit, die in 0,5- bis 2%igen Verdünnungen für eine allgemeine Desinfektion von Bakterien- und Virusmaterial eingesetzt werden kann. Die Gebrauchslösungen sind fast geruchlos und schäumen stark. Viren vom Typ Columbia SK werden in der Konzentration 1: 100 durch die 2%ige Gebrauchslösung nach 30 Minuten Einwirkungsdauer bei Zimmertemperatur restlos inaktiviert. Bakterien verschiedener Stämme, z. B. Staph. aureus, B. coli, B. pyocyaneum, werden bei dichter Einsaat durch die 1J2 0U^ Gebrauchslösung bei 5 Minuten Einwirkungsdauer bei Zimmertemperatur im Suspensionsversuch restlos abgetötet.
Beispiel 2
12 Gewichtsteile des Kaliumsalzes des p-Chlorm-kresols, 5 Gewichtsteile p-Chlor-sym. xylenol, 5 Gewichtsteile o-Phenylphenol werden miteinander vermischt und mit Hilfe von 20 Gewichtsteilen einer durch Verseifung von Rizinusöl mit Kalilauge gewonnenen neutralen Seife unter Mitverwendung von 20 Gewichtsteilen Methylglykol emulgiert, wobei mit Leitungswasser auf 100 Teile ergänzt wird. Zur Beschleunigung des Lösevorganges erwärmt man das Gemisch auf etwa 50 bis 6o° und rührt die Masse glatt.
Es wird ein Desinfektionsmittel erhalten, dessen 2%ige Gebrauchslösung Viren vom Stamme Columbia SK der Konzentration 10-2 innerhalb 30 Minuten Einwirkungsdauer bei Zimmertemperatur restlos inaktiviert. Übliche .Bakterienarten der Stämme Staph. aur., B. coli, B. pyocyaneum werden durch dieo,5°/„ige Gebrauchslösung bei 5 Minuten Einwirkungsdauer bei Zimmertemperatur im Suspensionsversuch völlig getötet.
Das Stammpräparat stellt eine viskose Lösung dar und läßt sich mit Leitungswasser beliebig verdünnen. Die für die Praxis zur Anwendung gelangenden 0,5-bis 2°/oigen Lösungen schäumen stark, sind klar löslich
und bewirken zusätzlich einen beträchtlichen Reinigungseffekt.
Metallgegenstände werden nicht angegriffen.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRUCH:
  2. Phenole neben Phenolat und Netzmittel in wäßriger Lösung enthaltende Desinfektionsmittel, gekennzeichnet durch einen Gehalt an wenigstens 10% p-Chlor-m-kresolat.
  3. In Betracht gezogene Druckschriften: Fränkel, Arzneimittelsynthese iqiq,
  4. 4. Aufl. S. 528; Deutsche Medizin. Wochenschrift 72, 551, 1947; deutsche Patentschrift Nr. 247 410.
    © 609 508/307 4.56 (809 64*/5 10.58)
DESCH12482A 1953-05-06 1953-05-07 Phenole und Netzmittel enthaltende Desinfektionsmittel Expired DE970773C (de)

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Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE247410C (de) *

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DE247410C (de) *

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