DE970773C - Phenole und Netzmittel enthaltende Desinfektionsmittel - Google Patents
Phenole und Netzmittel enthaltende DesinfektionsmittelInfo
- Publication number
- DE970773C DE970773C DESCH12482A DESC012482A DE970773C DE 970773 C DE970773 C DE 970773C DE SCH12482 A DESCH12482 A DE SCH12482A DE SC012482 A DESC012482 A DE SC012482A DE 970773 C DE970773 C DE 970773C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- cresol
- chloro
- disinfectants
- alkali
- soap
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired
Links
Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C11—ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
- C11D—DETERGENT COMPOSITIONS; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS DETERGENTS; SOAP OR SOAP-MAKING; RESIN SOAPS; RECOVERY OF GLYCEROL
- C11D3/00—Other compounding ingredients of detergent compositions covered in group C11D1/00
- C11D3/48—Medical, disinfecting agents, disinfecting, antibacterial, germicidal or antimicrobial compositions
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
- Wood Science & Technology (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)
Description
AUSGEGEBEN AM 30. OKTOBER 1958
Sch 12482 IVaJ
Die Erfindung betrifft ein Phenole neben Phenolat
und Netzmittel enthaltendes Desinfektionsmittel. Die meist verwendeten Fein- und Grob-Desinfektionsmittel
enthalten als bakterizide Wirkstoffe Phenolderivate, die mit Hilfe von Seifen oder synthetischen
Sulfonierungsprodukten von Kohlenwasserstoffen in Lösung gehalten werden. Zur Erleichterung
des Lösevorganges und zur Erhöhung der Beständigkeit hat man derartigen Zubereitungen geringe Mengen
ίο an freiem Alkali zugesetzt. Dieser Alkalizusatz wurde
so bemessen, daß nicht das gesamte Phenol in das Phenolat übergeführt wurde, weil die Phenole bekanntlich
ihre höchste bakterientötende Wirkung nur in freier Form entfalten, die Phenolate dagegen eine
stark verminderte bakterizide Wirkung aufweisen. Man hat die phenolhaltigen Desinfektionsmittel daher
stets nur unter Zusatz geringer Mengen freien Alkalis hergestellt und war der Ansicht, daß größere Alkalimengen
nachteilig wären. Die bekannten Phenole, Seife oder oberflächenaktive Sulfonate enthaltenden so
Desinfektionsmittel hatten aber nur eine geringfügige viruzide Wirkung.
Man hat phenolhaltigen Desinfektionsmitteln auch bereits Alkali in jedem Verhältnis zugefügt, jedoch
stellte man fest, daß die Alkalisalze weniger bakterizid sind als die freien Phenole. Auch hat man Alkalikomplexverbindungen
der Phenole als Desinfektionsmittel vorgeschlagen, um haltbare, feste Phenolverbindungen
zu erzielen. Indessen ist das Her stellungsverfahren umständlich, die Komplexsalze
spalten in wäßriger Lösung kein wirksames, freies Phenol ab, und die Desinfektionskraft ist verhältnismäßig
gering.
Es ist auch bekannt, Sterilisationsmittel für Instrumente aus einem Gemisch von Alkalicarbonaten,
-Hydroxyden, -Orthophosphaten und/ oder Silikaten mit einem Netzmittel und Chlorkresolen
oder Phenolen oder deren Salzen her-
509 644/5
zustellen. Diese Zweikomponentengemische haben nur einen geringen bakteriziden. Effekt und sind in
viruzider Hinsicht unwirksam.
Man hat auch Chlorkresolkalium mit Leinöl und Wasser angesetzt, wobei unter Abspaltung freien
Kresols eine Verseifung des' Leinöles eintrat und die entstehende Seife das Kresol in Lösung hielt.
Diese Desinfektionsmittel haben keinerlei viruzide Eigenschaften.
Man hat an Stelle der Phenol-Alkali-Komplexsalze auch die Alkalisalze der chlorierten Phenole
verwendet, und zwar Gemische von Chloixylenolen und Cblorkresolen. Freie Phenole lagen hier nicht
vor. Die Gemische waren wohl bakterizid, hatten aber keine viruzide Wirkung. Bei Zusatz von Seife
wird lediglich die Löslichkeit verbessert. Sie ist aber ohne Einfluß auf die Viruzidität.
Die bekannten Komplexverbindungen erfordern einen unnötigen Aufwand bei der Herstellung.
Ihre Zusammensetzung ist zudem an die Konstitution gebunden, so daß eine Verdünnung, die
mit Rücksicht auf die Erzielung eines breiten Wirkungsspektrums erwünscht wäre, nicht möglich
ist. Die freien Phenole schließlich können wegen ihres durchdringenden Geruchs nur begrenzter
Anwendung zugeführt werden·. Außerdem wirken sie." stark ätzend, so daß sie in den notwendigen
Konzentrationen die Haut, insbesondere die Schleimhäute, stark angreifen.
Schließlich sind auch Desinfektionsmittel bekanntgeworden, die aus wäßrigen Lösungen von
p-Chlor-m-kresol, Salzen der Kresolsulfonsäuren und einem Netzmittel bestanden. Die Mischungen
hatten einen starken Geruch und waren nicht hautverträglich. Auch bei Zusatz von Triäthanolamin,
das sich mit der Kresolsulfonsäure zu einem wirksamen Dispergierungsmittel umsetzt und in solcher
Menge angewandt wurde, daß nur ein Teil der Sulfonsäure neutralisiert wird, blieb das p-Chlorm-kresol
in freier Form erhalten, so daß diese Gemische keine viruzide Wirkung aufwiesen.
Es wurde nun gefunden, daß hochwertige, Phenole neben Phenolat und Netzmittel in wäßriger
Lösung enthaltende Desinfektionsmittel gewonnen werden, wenn die Lösung einen Gehalt an wenigstens
io%■ p-Chlor-m-kresolat aufweist.
Es war bisher zwar üblich, neben p-Chlor-m-kresol anders konstituierte, insbesondere höhermolekulare
Phenolderivate in Desinfektionspräparaten zu verwenden, wobei der Gedanke der potenzierten Wirkungssteigerung
zugrunde lag. Durch diese Tatsache wird die vorliegende Erfindung nicht berührt, da das
neue Wirkprinzip der Virusinaktivierung nicht an p-Chlor-m-kresol gebunden ist, sondern an die Form
des Alkalisalzes des p-Chlor-m-kresols. Es ist augenscheinlich
und durch entsprechende Versuche bewiesen, daß lediglich das p-Chlor-m-kresol-Alkalisalz
in hohem Maße virusinaktivierend wirkt, und es konnte daher aus der gemeinsamen Verwendung von p-Chlorm-kresol
mit anderen Phenolderivaten nicht geschlossen werden, daß das p-Chlor-m-kresol-Alkalisalz,
dessen Zusatz oder Bildung zwecks Erzielung einer hohen Bakterizidie stets vermieden wurde, eine
derart überlegene Wirkung hinsichtlich der Virusinaktivierung hervorrufen würde.
Infolge der kombinierten hochbakteriziden und viruziden Wirkung eignen sich die erfindungsgemäßen
Desinfektionsmittel hervorragend für die praktische Anwendung in Krankenhäusern, in der ärztlichen
Praxis undim Haushalt zur prophylaktischen Behandlung
von Räumen, Wäsche u. dgl. vor Infektionsgefahr. Zum Nachweis des erzielten technischen Fortschritts
wurden folgende Versuche durchgeführt: go
Mit Columbia-SK-Virus infiziertes Mäusehirn wurde zerrieben und in Wasser suspendiert. Anschließend
zentrifngierte man und nahm die überstehende virushaltige Suspension ab. Hiervon bestimmte man den
Titer (Zahl der infektiösen Dosen). Die Versuche wurden mit einer Virusverdünnung 1:100 durchgeführt.
Jeder Versuch wurde mit sechs Tieren durchgeführt und die Überlebenszeit in Tagen bestimmt.
Die stets mitlaufenden Vergleichsversuche gaben Auskunft über die Infektiösität der Virussuspension. Im
allgemeinen zeigten die Kontrolltiere nach 3 bis 6 Tagen Paresen, nach weiteren 1 bis 2 Tagen gingen sie
an der Infektion ein. Ein Mittel wurde als gut wirksam beurteilt, wenn nach lotägiger Beobachtung der Tiere
Mortalitätsquotienten von 0/6 oder 1/6 gefunden wurden. Die Versuche wurden bei Zimmertemperatur
durchgeführt und mehrfach wiederholt.
In nachfolgender Tabelle I sindWirkwerte bekannter
phenolischer Desinfektionsmittel aufgeführt:
| Ver dünnung |
Tabelle I | Titer der Virus suspension |
Mortalitäts quotient |
Mortalitätsquotient d. Kontrolltiere |
|
| So ' Präparat | ι: 50 ι: 50 |
Einwirk.- Dauer Stunden |
ι: 100 1:100 ι: 100 |
6/6
6/6 5/6 |
6/6 6/6 6/6 |
| 13% p-Chlor-m-Kresol 24% Rizinusöl-Kaliseife 55 ad 100 Wasser 7% Benzylphenol 20% Alkyl-sulfonsaures Natrium ad 100 Wasser 6% o-Phenylphenol 60 3% p-Chlor-m-Kresol 1% Chlor-xylenol 20% Alkylsulfosaures Natrium ad 100 Wasser |
Ol Ol Ol | ||||
Aus der Tabelle I ist zu ersehen, daß die freie Phenole enthaltenden Präparate keine nennenswerten
virusinaktivierenden Eigenschaften aufweisen.
Die gleichen Versuche wurden nun mit zwei Desinfektionsmitteln durchgeführt, von denen das erste
nur freies Kresol, das zweite freies Kresol und Kresolat enthielt.
| Präparat | Ver dünnung |
Einwirk.- Dauer Minuten |
Titer der Virus suspension |
Mortalitäts quotient |
Mortalitätsquotient d. Kontrolltiere |
| 20% p-Chlor-m-kresol 20 % Rizinusöl-Kaliseife ad 100 Wasser 10% p-Chlor-m-kresol 10 % p-Chlor-m-kresol-Kalisalz 20% Rizinusöl-Kaliseife ad 100 Wasser |
i:50 i:50 |
30 30 |
1:100 1:100 |
6/6 0/6 |
6/6 6/6 |
Tabelle II zeigt das Ergebnis von Vergleichsversuchen mit bekannten Phenolaten mit wechselndem
Alkaligehalt, der sich aus dem pH-Wert der jeweiligen Verdünnung ergibt.
Der Vergleichsansatz wurde aus einer Stammlösung mit 20 % Wirkstoff hergestellt, die 1: 50 verdünnt
wurde, so daß die zum Versuch angewendete Gebrauchslösung 0,4% Wirkstoff enthielt. Da der Virustiter
ι: 100 betrug, war das Verhältnis von Wirkstoff zu Infektionseinheiten wie 40:1.
Zusammensetzung
Verdünnung °/0
PH der
verdünnten
Lösung Viruskonzentration
Einwirkungsdauer Minuten
Mortalitätsquotient
20% Seife
20 % p, p'-Dichlor-o, o'-dioxydiphenyl-
methanmonokaliumsaiz
20% Seife
20 % Cyclohexylresorcin
18% Seife
10 % Hexylresorcin
18% Seife
12,5 % p-Chlorphenol
12,5 % p-Chlorphenol
18% Seife
10 % Hexachlorophen
26,4% Emulgator
8,25% o-Phenylphenol
8,25 % Benzylphenol
8,25% o-Phenylphenol
8,25 % Benzylphenol
2
2
2
20
10
20
10
20
9.1
10,6 9,0 9,62
10,6 ι: 1000
ι: 1000
ι: 100
ι: 100
ι: 20
ι: 1000
ι: 100
ι: 100
ι: 20
ι: 100
30
30
60
60
60
30
60
60
60
6/6 6/6 5/6 6/6 6/6
4/6
Bei demVersuchmitHexachlorophennach Tabelle III enthielt die Stammlösung wegen der geringeren Löslichkeit
10% Hexachlorophen, die zu einer 20%igen Gebrauchslösung verdünnt wurde, also 2 % Wirkstoff
enthielt. Da die Viruskonzentration 1:20 betrug,
wurde hier zwar eine höhere Viruskonzentration angewandt. Das Verhältnis von Wirkstoff zu Infektionseinheiten
betrug aber auch hier wie nach Tabelle II 40: i. Es wurden also in allen Fällen äquivalente
Mengen Wirkstoff und Viren behandelt. Beim Hexachlorophenversuch wurde nur die Einwirkungszeit auf
das Doppelte ausgedehnt, um zu zeigen, daß die viruzide Wirkung trotz günstigerer Bedingungen
hinter dem erfmdungsgemäßen Desinfektionsmittel zurücksteht.
Die angegebenen Teile bedeuten, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes vermerkt ist, stets Gewichtsteile. Man kann die Wirkstoffe auch in größeren Mengen
zusetzen. ng
Das p-Chlor-m-kresolat erhält man durch Neutralisation
von p-Chlor-m-kresol (o-Chlor-s-oxy-i-methylbenzol)
mit der stöchiometrischfen Menge Ätzalkali, wie Kaliumhydroxyd, Natriumhydroxyd oder Lithiumhydroxyd.
Es kann vorab hergestellt und der erfindungs- iac gemäßen Mischung zugesetzt oder im Gemisch aus
dem freien Kresol durch Zusatz der berechneten Menge Alkali erzeugt werden.
Die bakterizid wirkenden Phenolderivate sind die üblicherweise in Desinfektionsmitteln gebräuchlichen
Stoffe, die am aromatischen Ring mindestens eine
phenolische Hydroxylgruppe tragen und die beliebige Substituenten aufweisen können. So kommen z. B. jn
Frage: Phenol, Kresol, Xylenol, Thymol, Carvacrol, Propylphenol, Butylphenol, Hexylphenol, Octylphenol,
Phenylphenol, Benzylphenol, Benzylkresol, ferner Kondensationsprodukte von Phenolderivaten mit
Formaldehyd, wie z. B. 2, 2'-Dioxy-5, 5'-dichlor-diphenylmethan, 2, 2'-Dioxy-3, 5, 6, 3', 5', 6'-hexachlordiphenylmethan
(Hexachlorophen) sowie alle halogenierten und alkylierten stellungsisomeren Verbindungen.
Als Netzmittel oder waschaktive Emulgatoren eignen sich die bekannten fettsauren Salze in Form
der Natron- oder Kalisalze, wie sie in bekannter Weise aus pflanzlichen oder tierischen Ölen und Fetten, wie
Rizinusöl, Rüböl, Sojaöl, Leinöl u. dgl., gewonnen werden können. Ferner sind auch die Alkalisalze fettseifenähnlicher,
langkettiger Carbonsäuren brauchbar, deren Alkylrest gegebenenfalls durch Hetero-
ao atome, wie Sauerstoff, Stickstoff oder Schwefel, unterbrochen ist, z. B. sogenannte Alkyl-äther-carbonsäuren.
Des weiteren sind als Emulgatoren alle sulfonierten Kohlenwasserstoffe der aliphatischen, aromatischen,
gemischt-aliphatisch-aromatischen und hydroaromatischen Reihe geignet, z. B. Alkylsulfonate, Alkoholsulfonate,
Alkyl-aryl-sulfonate, Alkyl-naphthalin-sulfonate,
Alkyl-tetrahydro-naphthalin-sulfonate usw.
Selbstverständlich können auch Gemische derartiger Netzmittel verwendet werden, vor allem in einer Zusammensetzung,
wie sie üblicherweise technisch anfallen.
Über die mengenmäßige Zusammensetzung der erfindungsgemäßen
Mischungen geben im einzelnen die Beispiele Auskunft. Im allgemeinen ergeben folgende
MischungsverhältnissegünstigeResultate: io°/0p-Chlorm-kresol-Kalisalz,
5 °/0 Benzylphenol, 5 % o-Phenylphenol,
20% Fettseife bzw. 20% Alkylsulfonat ad 100 Wasser.
In manchen Fällen, insbesondere zur Erzielung eines möglichst niedrigliegenden Stockpunktes, ist es
zweckmäßig, organische Lösungsmittel zuzufügen, z. B. n-Propylalkohol, Isopropylalkohol, Methylglykol,
Äthylgly-kol u. ä.
Die Herstellung der erfindungsgemäßen Desinfektionsmittel kann z. B. derart erfolgen, daß man
20% Rizinusöl unter Zugabe von Wasser und der theoretisch erforderlichen Alkahmenge verseift, so daß
eine hochprozentige Seifenlösung erhalten wird. Anschließend fügt man etwa 10 °/0 des Kaliumsalzes des
p-Chlor-m-kresols hinzu sowie 5 % o-Phenylphenol und 5% Benzylphenol. Man füllt mit 20% Methylglykol
sowie Leitungswasser auf 100 Teile auf und erhält nach etwa einstündigem Rühren unter mäßiger Erwärmung
eine viskose, klare, schäumende Flüssigkeit, die in beliebigen Verhältnissen mit Wasser mischbar
ist und in 0,5- bis 5%igen Gebrauchslösungen für alle Arten von Desinfektionszwecken geeignet ist. Die
Gebrauchsverdünnungen sind in Wasser klar löslich und reagieren schwach alkalisch. Auf Grund des
Seifengehaltes besitzen die Lösungen eine gute Reinigungswirkung und sind daher für die Zwecke dei
allgemeinen Grob-Desinfektion besonders geeignet. Es sei besonders hervorgehoben, daß durch einen Arbeitsgang
Bakterien und Viren gleichzeitig getötet bzw. inaktiviert werden. Damit ergibt sich die besondere
Wirtschaftlichkeit und Fortschrittlichkeit der neuen, eine kombinierte Wirkung hervorrufenden erfindungsgemäßen
Präparate im Vergleich mit Mitteln, die nur die eine oder andere Art der infektiösen Erreger ausschalten
und demnach selektiv wirken. Die Ergiebigkeit der erfindungsgemäßen Mischpräparate ist auf
Grund der niedrigen Gebrauchskonzentrationen derjenigen der bisher üblichen Präparate zur ausschließlichen
Bakterienabtötung gleich.
16 Gewichtsteile des Kaliumsalzes des p-Chlor-m-kresols
werden mit 10 Gewichtsteilen p-Chlor-sym. xylenol,
20 Gewichtsteilen des Kaliumsalzes eines Kohlenwasserstoff-Sulfonierungsproduktes
mit einer Kettenlänge von C10 bis C20 vermischt. Anschließend fügt man
zur Erhöhung der Haltbarkeit des Stammpräparates 10 Gewichtsteile Methylglykol hinzu und füllt mit
Wasser auf 100 Teile auf. Geruchskorrigentien können beigegeben werden.
Man erhält eine viskose Flüssigkeit, die in 0,5- bis
2%igen Verdünnungen für eine allgemeine Desinfektion von Bakterien- und Virusmaterial eingesetzt werden
kann. Die Gebrauchslösungen sind fast geruchlos und schäumen stark. Viren vom Typ Columbia SK werden in
der Konzentration 1: 100 durch die 2%ige Gebrauchslösung nach 30 Minuten Einwirkungsdauer bei Zimmertemperatur
restlos inaktiviert. Bakterien verschiedener Stämme, z. B. Staph. aureus, B. coli, B. pyocyaneum,
werden bei dichter Einsaat durch die 1J2 0U^ Gebrauchslösung
bei 5 Minuten Einwirkungsdauer bei Zimmertemperatur im Suspensionsversuch restlos abgetötet.
12 Gewichtsteile des Kaliumsalzes des p-Chlorm-kresols,
5 Gewichtsteile p-Chlor-sym. xylenol, 5 Gewichtsteile o-Phenylphenol werden miteinander vermischt
und mit Hilfe von 20 Gewichtsteilen einer durch Verseifung von Rizinusöl mit Kalilauge gewonnenen
neutralen Seife unter Mitverwendung von 20 Gewichtsteilen Methylglykol emulgiert, wobei mit
Leitungswasser auf 100 Teile ergänzt wird. Zur Beschleunigung des Lösevorganges erwärmt man das
Gemisch auf etwa 50 bis 6o° und rührt die Masse glatt.
Es wird ein Desinfektionsmittel erhalten, dessen 2%ige Gebrauchslösung Viren vom Stamme Columbia
SK der Konzentration 10-2 innerhalb 30 Minuten Einwirkungsdauer bei Zimmertemperatur restlos inaktiviert.
Übliche .Bakterienarten der Stämme Staph. aur., B. coli, B. pyocyaneum werden durch dieo,5°/„ige
Gebrauchslösung bei 5 Minuten Einwirkungsdauer bei Zimmertemperatur im Suspensionsversuch völlig getötet.
Das Stammpräparat stellt eine viskose Lösung dar und läßt sich mit Leitungswasser beliebig verdünnen.
Die für die Praxis zur Anwendung gelangenden 0,5-bis 2°/oigen Lösungen schäumen stark, sind klar löslich
und bewirken zusätzlich einen beträchtlichen Reinigungseffekt.
Metallgegenstände werden nicht angegriffen.
Metallgegenstände werden nicht angegriffen.
Claims (4)
- PATENTANSPRUCH:
- Phenole neben Phenolat und Netzmittel in wäßriger Lösung enthaltende Desinfektionsmittel, gekennzeichnet durch einen Gehalt an wenigstens 10% p-Chlor-m-kresolat.
- In Betracht gezogene Druckschriften: Fränkel, Arzneimittelsynthese iqiq,
- 4. Aufl. S. 528; Deutsche Medizin. Wochenschrift 72, 551, 1947; deutsche Patentschrift Nr. 247 410.© 609 508/307 4.56 (809 64*/5 10.58)
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DESCH12482A DE970773C (de) | 1953-05-06 | 1953-05-07 | Phenole und Netzmittel enthaltende Desinfektionsmittel |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE747225X | 1953-05-06 | ||
| DESCH12482A DE970773C (de) | 1953-05-06 | 1953-05-07 | Phenole und Netzmittel enthaltende Desinfektionsmittel |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE970773C true DE970773C (de) | 1958-10-30 |
Family
ID=25947493
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DESCH12482A Expired DE970773C (de) | 1953-05-06 | 1953-05-07 | Phenole und Netzmittel enthaltende Desinfektionsmittel |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE970773C (de) |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE247410C (de) * |
-
1953
- 1953-05-07 DE DESCH12482A patent/DE970773C/de not_active Expired
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE247410C (de) * |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE69223628T3 (de) | Persaure antimikrobische mittel | |
| DE3229097A1 (de) | Mikrobizide mittel | |
| DE3750493T2 (de) | Flüssige sterilisierende Zusammensetzung. | |
| EP0683628B1 (de) | Desinfektionsmittel mit parasitizider wirksamkeit | |
| DE1617236B2 (de) | Germicide detergentien | |
| WO2004021786A1 (de) | Mittel zur inaktivierung pathogener erreger auf flächen, instrumenten und in kontaminierten flüssigkeiten | |
| DE680599C (de) | Verfahren zur Desinfektion und Konservierung | |
| DE970773C (de) | Phenole und Netzmittel enthaltende Desinfektionsmittel | |
| DESC012482MA (de) | ||
| EP0005829B1 (de) | Verfahren zur Herstellung von Desinfektionsmittel enthaltenden, wässrigen Putzmittelemulsionen und deren Verwendung | |
| DE2534481A1 (de) | Waessrige keimtoetende seifenzusammensetzung | |
| AT204187B (de) | Verfahren zur Herstellung eines Desinfektionsmittels | |
| CH323777A (de) | Desinfektionsmittel | |
| CH323778A (de) | Desinfektionsmittel | |
| DE19508654B4 (de) | Tuberkulozides Desinfekionsmittel und dessen Verwendung | |
| EP1380208B1 (de) | Desinfektionsmittel mit antiparasitärer Wirkung | |
| DE718003C (de) | Desinfektionsmittel | |
| EP0437900B1 (de) | Desinfektionsmittellösung zur verbesserten Keimabtötung | |
| DE975834C (de) | Reinigungspraeparat | |
| DE924488C (de) | Entwesungsmittel | |
| DESC012612MA (de) | ||
| DE244827C (de) | ||
| DE849779C (de) | Verfahren zur Herstellung eines insekticid und baktericid wirkenden Bade- bzw. Spritzmittels fuer Tiere | |
| DE710029C (de) | Desinfektionsmittel | |
| DE922383C (de) | Verfahren zum UEberfuehren von Schaedlingsbekaempfungsmitteln in waessrige Dispersionen |