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Verfahren und Gerät zur Messung und gegebenenfalls Regelung des Niveauspiegels
von Glasschmelzen in Wannenschmelzöfen
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren
und Gerät zur Messung und gegebenenfalls Regelung des Niveauspiegels von Glasschmelzen
in Wannenschmelzöfen.
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Dazu ist bereits eine Einrichtung bekannt, bei der ein Luft- oder
Gasstrom von im wesentlichen konstanter Ergiebigkeit auf eine Oberflächenstelle
der Glasschmelze geleitet und die Niveauschwankungen der Schmelze durch die von
den Niveauschwankungen hervorgerufenen Druckschwankungen im Luft- oder Gasstrom
gemessen werden. Der Luft- oder Gasstrom wird durch ein Düsenrohr auf die Oberfläche
der Schmelze gerichtet. Der sich im Düsenrohr einstellende Druck hängt dabei von
der Entfernung zwischen der Mündungsöffnung des Düsenrohrs und der Oberfläche des
Glasschmelzbades ab. Die Höhe des Drucks gibt deshalb ein Maß fiir die Höhe des
Glasspiegels. Die Druckschwankungenwerden auf eine Steuervorrichtung übertragen,
die beim Absinken des Niveauspiegels für den Nachschub von Rohglas in die Schmelzwanne
sorgt.
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Die Erfahrung hat nun gezeigt, daß der vom Düsenrohr kommende Luftstrom
die Oberfläche der Glasschmelze an der Auftreffstelle zum Kräuseln bringt und eine
ständige Form von Wellen erzeugt. Dies führt zu laufenden Druckschwankungen im Düsenrohr,
obwohl die Höhe des Glasspiegels außerhalb der Auftreffstelle unverändert ist. Die
ständigen Druckschwankungen machen eine exakte Messung der Spiegelhöhe und
damit
eine befriedigende Steuerung des Rohglasnachschubs unmöglich.
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Bei der Erfindung sind diese Schwierigkeiten dadurch vermieden, daß
ein abgekühlter Gas- oder Luftstrom auf die Oberflächenstelle der Glasschmelze geleitet
und die Auftreffstelle und ihre Umgebung abgekühlt oder von der Raumatmosphäre des
Schmelzofens thermisch isoliert oder zusätzlich ein fester Schwimmer zwischen dem
gasförmigen Strahl und der Oberfläche des im Schmelzen befindlichen Glases eingesetzt
wird. Durch die Kühlung der Auftreffstelle und ihrer Umgebung überzieht sich die
Glasschmelze an der Meßstelle mit einer feinen Haut, die das Kräuseln der Oberfläche
der Schmelze verhindert. Unter Wirkung des Gasstrahls entsteht in der Oberfläche
der Schmelze dann eine kleine Vertiefung von bleibender Form, die eine genaue Messung
der Niveauhöhe und damit eine entsprechende Steuerung des Rohglasnachschubs erlaubt.
Bei diesem Meßverfahren ist es außerdem nötig, daß die Temperatur des Luftstroms
ständig gleich bleibt. Jede Temperaturänderung hat sonst auch eine Druckänderung
zur Folge. Dazu wird der Gasstrom bei der Erfindung gekühlt und trifft deshalb immer
mit gleicher Temperatur auf die Glasschmelze auf.
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In der Zeichnung ist Fig. I eine schematische Gesamtansicht der Vorrichtung
zum Messen und Regulieren des Niveauspiegels der in Schmelzung befindlichen Glasmasse,
Fig. 2 eine abgewandelte Ausführungsart der in Fig. I gezeigten Vorrichtung, Fig.
3 ein Horizontalquerschnitt längs der Linie III-III in Fig. 2 unter gleichzeitiger
Mitaufzeigung von Teilen im Grundriß, Fig. 4 eine andere Ausführungsform eines Teiles
der in Fig. 2 gezeigten Vorrichtung, Fig. 5, 6, 7 Aufriß, Seitenriß und Grundriß
der Steuerorgane für die Reguliervorrichtung, Fig. 8 ein Schemabild der die Reguliervorrichtung
versorgenden elektrischen Stromkreise.
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In Fig. I ist die Wanne I eines Glasschmelzofens dargestellt, in
der sich das in Schmelzung befindliche Glas 2 bis zu dem Höhenstand oder Niveauspiegel
3 erhebt. Von dieser Niveauspiegelfläche wird eine kleine Begrenzungszone 5 durch
einen Wasserumlaufkasten 4 abgekühlt, der von zwei konzentrischen Rohren 7 und 8
zirkulierend gespeist wird, wobei die Rohre 7 und 8 über zwei biegsame Schlauchleitungen
9 und 10 in geeigneter Weise an eine Wasserversorgungsquelle angeschlossen sind.
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Innerhalb des Rohres 7 und des Wasserumlaufkastens 4 geht ein drittes
konzentrisches Rohr 6 hindurch, das von einem Luft- oder Gasstrom konstanter Ergiebigkeit
durchflossen wird, der beispielsweise über eine biegsame Schlauchleitung I6 von
einem Ventilator I7 aus zugeführt wird. Das Rohr 6 endigt dabei in einem Düsenrohr
II, dessen Mündungsöffnung etwas oberhalb der Abkühlungszone 5 liegt. Unter der
Einwirkung des aus dem Düsenrohr II austretenden Luft- oder Gasstrahles baucht sich
die Schmelzglasoberfläche ein und nimmt an dieser Einbauchstelle eine schalenförmige
Umrißkontur an, ie dies unter 5 punktiert angedeutet ist.
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Die Gesamtanordnung der konzentrischen Rohre 6, 7, 8 ist auf einem
horizontal angeordneten Drehzapfen 12 aufmontiert, der von einem auf dem Fundamentboden
befestigten Abstützbock I3 getragen wird, wodurch die konzentrischen Rohre in die
Lage versetzt sind, um den Drehzapfen 12 zu schwenken.
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Die konzentrischen Rohre ruhen andererseits auf einer Regulierschraube
14 auf, die von einem feststehenden Gestellbügel I5 getragen wird und die eine genaue
Einstellung der Lage des Düsenrohres II gegenüber der Oberfläche 3 der in Schmelzung
befindlichen Glasmasse 2 gestattet.
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Das zu dem Düsenrohr entgegengesetzt liegende äußerste Ende des Rohres
6 steht mit einem Gerät zur Messung des in dem Rohr 6 herrschenden Druckes in Verbindung,
wobei dieses Meßgerät beispielsweise ein U-förmiges Manometerrohr I8, 20 sein kann,
das bis zu einem bestimmten Niveauspiegel Wasser enthält Der in dem an den Rohrschenkel
18 des Manometers angeschlossenen Rohr 6 herrschende Druck wird durch die in dem
anderen Rohrschenkel 20 des Manometers sich aufbauende Wassersäule von der Höhe
ausgeglichen. Diese Höhe h, die das Maß für den Druck in dem Rohr 6 darstellt, ändert
sich sonach in Abhängigkeit von den Schwankungen eben dieses Druckes.
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Ein auf dem Wasserspiegel des Manometer-Rohrschenkels 20 aufsitzender
Schwimmer 2I ist an einem biegsamen Faden 22 aufgehängt, der über eine Seilrolle
23 läuft, an der er zwecks Vermeidung von Relativverrutschungen befestigt- ist.
Die Achse 24 der Seilrolle kann dabei frei in einem Lager Ig schwingen, während
andererseits das Gewicht des Schwimmers 21 durch ein Gegengewicht 25 ausgeglichen
wird, das an dem zweiten Teil des Fadens 22 befestigt ist.
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Auf der Achse 24 ist in starrer Verbindung mit derselben eine Zeigernadel
26, 27 befestigt, die einerseits zur Aufzeichnung des Druckes und andererseits auch
zur Regulierung des Niveauspiegels der in Schmelzung befindlichen Glasmasse dient.
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Der Arm 26 der Zeigernadel trägt einen Tintenschreibkopf mit Feder,
wogegen ein mit Gradeinteilung versehenes Papierband abrollt, das sich zwischen
zwei Walzen 28, 28' spannt, die durch ein Uhrwerk 29 angetrieben werden.
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Der Arm 27 der Zeigernadel trägt an seinem äußersten Ende einen elektrischen
Kontakt, der durch einen Leitungsdraht 30 an den einen Pol einer elektrischen Stromquelle
3I angeschlossen ist; der andere Pol dieser Stromquelle ist dabei an zwei Schaltrelais
32, 33 angeschlossen, bei denen Kontakte 34, 35 in der Weise vorgesehen sind, daß
jeweils dann, wenn die Zeigernadel um ihre Achse 24 ausschwingt, der Arm 27 der
Zeigernadel je nach deren Ausschlagsinn entweder mit dem Kontakt 34 oder mit dem
Kontakt 35 in Berührung kommt, wodurch entweder der elektrische Stromkreis des Schaltrelais
32 oder der Stromkreis des Schaltrelais 33 geschlossen wird. Diese beiden Relais,
die von an sich bekannter Bauart sein können, sind dabei derart angeordnet, daß
das erste Relais die Beschleunigung und das zweite Relais die Verlangsamung des
Elektromotors steuert, der den Beschickungsapparat für die Zubringung des Roh-
materials
in den Wannenschmelzofen in Gang setzt, wobei diese Steuerung in der Weise erfolgt,
wie dies mit Bezug auf Fig. 8 im folgenden noch ausführlich beschrieben wird.
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Das im vorausgehenden beschriebene Gerät arbeitet wie folgt: Unter
der Einwirkung des mit einer bestimmten Geschwindigkeit aus dem Düsenrohr austretenden
Gas- oder Luftstrahles baucht sich die Oberfläche des Glasschmelzbades in örtlicher
Umgrenzung ein und bildet dabei eine schalenförmige Vertiefung, die angenähert die
unter 5 angegebene punktierte Form aufweist.
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Wenn der Niveauspiegel 3 des geschmolzenen Glases ansteigt, dann
nähert sich derselbe dem Düsenrohr II, und der Aufschlagdruck des Luft- oder Gasstrahles
auf das Glas steigt dadurch an, was eine Zunahme des Strömungsdruckes in dem Rohr
6 oberhalb des Düsenrohres II hervorruft. Umgekehrt nimmt der Strömungsdruck in
dem Rohr 6 ab, wenn der Niveauspiegel der Schmelzglasmasse fällt. Man kann sonach
die Messung des Druckes in dem Rohr 6 oberhalb des Düsenrohres II dazu benutzen,
um die Entfernung zwischen der in Schmelzung befindlichen Glasoberfläche und dem
Düsenrohr II zu bestimmen.
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Die Niveauschwankungen der Glasmasse erzeugen demnach Druckschwankungen
in dem Rohr 6 und folglich auch Niveauschwankungen des Wasserstandes in dem Manometer-Rohrschenkel
20. Diese letzteren Schwankungen ziehen eine Versetzung des Schwimmers 21 in dem
einen oder anderen Sinne nach sich und damit auch eine Verstellung der Zeigernadel
26, 27.
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Der Arm 26 der Zeigernadel registriert dabei die Niveauschwankungen
des Schmelzglasspiegels auf dem Papierband. Der Arm 27 der Zeigernadel tritt dagegen
entsprechend dem jeweiligen Ausschlagsinn der Zeigernadel entweder mit dem Kontakt
34 oder dem Kontakt 35 in Berührung, wodurch unter Zwischenwirkung der Schaltrelais
32 bzw. 33 der den Beschickungsapparat antreibende Motor entweder in beschleunigendem
oder verlangsamendem Sinne gesteuert wird.
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Auf diese Weise wird jeweils die beschickte Rohmaterialmenge entweder
größer oder kleiner, so daß dadurch die Schwankungen des Niveauspiegels der Glasmasse
in dem Wannenschmelzofen ausgeglichen werden.
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Selbstverständlich ist das ordnungsmäßige Funktionieren des Gerätes
an gewisse zu erfüllende Voraussetzungen geknüpft. Da das Glas relativ flüssig ist,
zeigt dessen durch den gasförmigen Strahl beaufschlagte Oberfläche die Neigung,
sich zu kräuseln und sich dabei ständig in ihrer Formgebung zu verändern; in diesem
Falle ist der sich in dem Rohr 6 einstellende Druck nicht stabil, und die Messungen
sind unexakt.
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Es kann dabei sogar vorkommen, daß vorspringende Teile des heißen
Schmelzglases sich an dem Düsenrohr verkleben und dadurch das Funktionieren des
Gerätes in Frage stellen.
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Aus diesem Grunde wird gemäß Erfindung die Oberfläche des Glasschmelzbades
an derjenigen Stelle, wo die Höhenstandsmessung stattfinden soll, künstlich abgekühlt.
Bei der im vorhergehenden beschriebenen Ausführungsform wird diese Abkühlung einerseits
durch einen Wasserumlaufkasten 4 herbeigeführt, der einen Teil der Wärme in der
von demselben überdeckten Zone absorbiert und außerdem durch den Luft- oder Gasstrom
selbst, indem derselbe seinerseits bei seinem Durchgang im Innern der konzentrischen
Rohre 7 und 8 abgekühlt wird.
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Ein ähnlicher Effekt läßt sich ferner dadurch erreichen, daß man
die Meßstelle von dem Rest der Raumatmosphäre des Schmelzofens thermisch isoliert,
indem ganz um die Meßstelle herum ein teilweise geschlossener Raum geschaffen wird,
wie dies in Fig. 2 und 3 gezeigt ist.
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Bei dieser letzteren Ausführungsform umgibt ein aus feuerfestem Material
bestehender Ring 36, der teilweise in die Glasschmelze 2 eingetaucht ist, ein Schmelzglasvolumen
37 und isoliert praktisch die Oberfläche dieses Schmelzglasvolumens gegenüber der
Raumatmosphäre des Ofens; dies wird durch eine Verbreiterung oder Ausweitung 38
des äußersten Endes des durch die Rohre 8 und 7 gebildeten Wasserkühlmantels erreicht,
wobei dieser Wasserkühlmantel gegebenenfalls durch eine wärmeisolierende Schutzverkleidung
8' thermisch abgesichert ist. Die Ausweitung 38 wird dabei von dem Kühlwasser durchlaufen
und übt dadurch einen Abkühleffekt auf die im Inneren des Ringes 36 gelegene Glasschmelzmasse
aus. In dem Ring 36 ist außerdem ein Abzugskanal 39 mit angeordnet, der ein Entweichen
der aus der Düse II austretenden Luft (bzw. des Gases) aus dem durch den Ring 36
und die Kühlwassermantelausweitung 38 gebildeten Einschließungsraum gestattet.
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Um das Düsenrohr II gegen die Strahlungswirkung des geschmolzenen
Glases abzusichern, ist es vorteilhaft, wenn dasselbe mit Ausnahme seines gegen
die Meßzone 5 hin gerichteten Teiles durch eine Verkleidung aus feuerfestem und
wärmeisolierendem Material geschützt wird.
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In Fig. 4 ist eine weitere Ausführungsform der Erfindung gezeigt.
Dieselbe weist, ähnlich wie in Fig. 2, die Rohre 6, 7, 8, ferner die Wasserkühlmantelausweitung
38 sowie das Düsenrohr II auf. Unterhalb der Düse II ist eine aus feuerfestem Material
bestehende Scheibe 58 angeordnet, die auf dem Schmelzglasspiegel schwimmt. Der aus
dem Düsenrohr II austretende Gasstrahl schlägt dabei gegen die Scheibe 58 auf, die
mit Abzugskanälen 59 ausgebohrt ist, durch die der auf die Scheibe aufprallende
Gasstrahl entweichen kann.
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Die Scheibe 58, die sonach eine Art Aufschlagflächenvergrößerungsteil
darstellt, ist gegenüber der Düse II durch eine Aushöhlung 60 zentriert, in der
ein Ansatz 6I der Wasserkühlmantelausweitung 38 zum Einsitzen kommt, der in eben
dieser Aushöhlung 60 der Scheibe 58 gleiten kann. Dank der Zirkulation des Kühlwassers
in der Ausweitung 38 sowie der Abkühlung des gasförmigen Aufschlagstrahles wird
die Scheibe 58 abgekühlt, wodurch die Korrosionseinwirkung seitens des geschmolzenen
Glases herabgesetzt wird. Die Ausweitung 38 des Wasserkühlmantels ist bei der zuletzt
beschriebenen Ausführungsform weniger ausgeprägt als in dem Falle von Fig. 2. Die
Ausweitung 38 überdeckt hier lediglich die Scheibe 58 und übt somit keine abkühlende
Wirkung auf den Ring 36 aus.
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Es ließ sich feststellen, daß die in demGlasschmelzofen herrschenden
Druckschwankungen ihrerseits rückwirkend Schwankungen des in dem Rohr 6 auftretenden
Druckes hervorrufen können, wodurch die Anzeigewerte des Manometers gefälscht werden.
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Um dies zu vermeiden, genügt es, wenn der Rohrschenkel 20 des Manometers
von der freien Atmosphäre thermisch isoliert wird und wenn derselbe durch eine besondere
Leitung mit der Raumatmosphäre des Ofens verbunden wird; eine derartige Verbindungsleitung
kann beispielsweise durch die Rohrführung 62 (Fig. 2) gegeben sein, die entweder
in Nähe des Wasserumlaufkastens 4 in den Schmelzofen einmündet oder die mit den
Abzugskanälen 39 bzw. 59 unmittelbar verbunden ist, wobei dieselbe dann ihrerseits
an ihrem in den Schmelzofen eingeführten Teil mit einer Abkühlvorrichtung versehen
ist.
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Wenn die Abzugskanäle 39 bzw. 59 an den Rohrschenkel 20 des Manometers
angeschlossen werden, dann besteht keine Möglichkeit mehr, den Schwimmer 21 über
den biegsamen Faden 22 mit einem Anzeigegerät zu verbinden. In diesem Falle (s.
Fig. 2) wird das U-förmige Manometer I8 bis 20 durch ein Gerät 63, das ein Pendelzeiger-Druckmesser
an sich bekannter Bauart sein kann, ersetzt, wobei dieses Meßgerät auf der Achse
24 der Zeigernadel 26, 27 aufmontiert wird und einerseits mit einem Teil des Rohres
6 sowie andererseits über die Rohrführung 62 mit dem Abzugskanal 39 verbunden wird.
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Man kann aber auch die Abzugskanäle 39 bzw. 59 einfach mit der freien
Atmosphäre verbinden; auf diese Weise wird ebenfalls der Einfluß der Druckschwankungen
des Schmelzofens eliminiert.
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In vorstehenden beiden Fällen geben dann die durch das Manometer
angezeigten Druckdifferenzen mit äußerster Präzision die Niveauspiegelschwankungen
des Glasschmelzbades an.
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Das weiter oben beschriebene Reguliersystem wird jeweils in Tätigkeit
gesetzt, wenn sich der Niveauspiegel 3 des Schmelzglases um einen hinreichenden
Abstand von der Düsenmündung entfernt hat, damit die Zeigernadel dadurch mit einem
der Kontakte 34 oder 35 in Berührung kommt. In diesem Augenblick tritt die Beschleunigungs-
oder Verzögerungswirkung auf den Elektromotor des Rohmaterialbeschickungsapparates
in Funktion und hält jeweils so lange an, bis sich der Niveauspiegel 3 der Glasschmelzmasse
im umgekehrten Sinne verschiebt, wodurch schließlich der Berührungsschluß zwischen
dem Arm 27 der Zeigernadel und einem der Kontakte 34 oder 35 wieder unterbrochen
wird. Diese Art Regelung erfolgt jeweils unter plötzlicher Ein- und Ausschaltung
des vollen Steuerstromkreises.
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Es kann sich jedoch als vorteilhaft erweisen, statt dessen eine verhältnismäßige
oder abgestufte Regulierung vorzusehen, die eine Einwirkung auf den Antriebsmotor
des Beschickungsapparates proportional zur Größe des Abstandes zwischen dem tatsächlichen
Niveauspiegel 3 und dem theoretisch aufrechtzuerhaltenden Niveauspiegel der Schmelzglasmasse
gestattet.
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In diesem Falle wird gemäß vorstehender Erfindung eine Vorrichtung
verwendet, wie sie in den Fig. 5, 6 und 7 dargestellt ist und sogleich anschließend
beschrieben wird.
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Der Arm 27 der Zeigernadel, der durch den Leitungsdraht 30 an die
elektrische Stromquelle 3I angeschlossen ist, trägt einen Kontakt 40. Bei dieser
Ausführungsform besteht der Arm 27 der Zeigernadel aus einer biegsamen elastischen
Zunge, die mit ihrem äußersten Ende in einer zur Ausschwingebene der Zeigernadel
senkrechten Ebene elastisch ausgebogen werden kann; hierbei nimmt der Arm 27 der
Zeigernadel gegebenenfalls eine Stellung 27' (s. Fig. 6) ein, während umgekehrt
derselbe bei Fortfall des die elastische Ausbiegung hervorrufenden Einflusses wieder
in seine geradlinige Form zurückfedert.
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In Gegenüberstellung zu dem Arm 27 der Zeigernadel sind die beiden
Kontakte 34 und 35, die auch in Fig. I gezeigt sind, angeordnet. Bei dem durch die
Fig. 5 bis 7 dargestellten Ausführungsbeispiel bestehen diese Kontakte aus zwei
schräg zugeschnittenen keilförmigen Schaltklötzen 34' und 35', deren äußerste sich
einander gegenüberstehende Enden um einen Zwischenabstand voneinander entfernt sind,
der die Stärke des von dem Arm 27 der Zeigernadel getragenen Kontaktes 40 nur ganz
wenig überschreitet. Das äußere Ende des Zeigernadelarmes 27 steht außerdem mit
einem Steuernocken 41 in Kontaktberührung, der durch einen Motor mit Untersetzungsgetriebe
42 angetrieben wird, wobei dieser Motor mit konstanter Drehzahl umläuft. Bei jeder
Umdrehung des Steuernockens 41 wird das äußere Ende des Armes 27 der Zeigernadel
in Richtung gegen die keilförmigen Schaltklötze 34', 35' hin ausgebogen, wobei der
Zeigernadelarm 27 jeweils wieder die geradlinige Form annimmt, sobald derselbe von
dem Druck des Steuernockens 41 befreit ist.
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Wenn der Niveauspiegel der Schmelzglasmasse normal ist, dann befindet
sich der Arm 27 der Zeigernadel (und diese als Ganzes) in ihrer mittleren Einstellung,
wobei in diesem Falle bei jeder durch den Steuernocken 41 bewirkten elastischen
Ausbiegung des Armes 27 der Zeigernadel der Kontakt 40 zwischen den beiden keilförmigen
Schaltklötzen 34', 35' hindurchgeht, ohne dieselben zu berühren. Sobald sich der
Niveauspiegel 3 des Schmelzglases jedoch verschiebt, dann verläßt der Zeigernadelarm
27 (und die Zeigernadel als Ganzes) seine Mittelstellung, und der Kontakt 40 kommt
nun bei jeder Umdrehung des Steuernockens 41 je nach dem Ausschlagssinn der Zeigernadel
gegen den einen oder anderen der keilförmigen Schaltklötze 34' bzw. 35' in Berührungsanschlag.
Je weiter der Zeigernadelarm 27 jeweils von seiner mittleren Einstellung entfernt
ist, desto länger ist die Berührungsdauer des Kontaktes 40 mit dem denselben gerade
gegenüberstehenden Schaltldotz 34' oder 35'. Solange dieser Kontaktschluß besteht,
betätigt der elektrische Strom das entsprechende Relais 32 oder 33 und ruft dadurch
eine Beschleunigung oder Verlangsamung des Antriebsmotors des Beschickungsapparates
hervor.
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Hieraus ergibt sich, daß die Regulierung proportional zur Ausschlagsweite
der Zeigernadel, d. h. proportional zu der relativen Niveauspiegeldifferenz der
Schmelzglasmasse erfolgt, vorausgesetzt, daß diese Regulierung
sich
jeweils über die Gesamtdauer jeder Schaltschlußberührung des Kontaktes 40 mit einem
der Schaltklötze 34' oder 35' hinzieht, und daß die Dauer dieser Schaltschlußberührung
jeweils um so größer ist, je mehr der Ausschlag des Zeigernadelarmes 27 von dessen
Mittelstellung abweicht. Wenn dieser Ausschlag gegebenenfalls den Wert D erreicht,
dann bleibt - wie in Fig. 7 zu sehen - der Zeigernadelarm 27 mit entweder dem einen
oder den anderen der keilförmigen Schaltklötze in ständiger Kontaktberührung, d.
h. die Reguliervorrichtung arbeitet dann ohne Unterbrechung. Die Regelung selbst
erstreckt sich sonach o bis 1000/0.
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Da der mit Untersetzungsgetriebe ausgerüstete Elektromotor 42 ohne
Aussetzen ständig umläuft, wiederholt sich die Regulierwirkung bei jeder Umdrehung
des Steuernockens 41 und kommt nur dann zum Aussetzen, wenn der Zeigernadelarm 27
seine Mittelstellung wieder eingenommen hat, da dann der Kontakt 40 nicht mehr bei
jeder elastischen Ausbiegung des Zeigernadelarmes 27 auf einen der keilförmigen
Schaltklötze 34' oder 35' auftrifft.
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In Fig. 6 ist eine andere Anordnung für automatische Regelung in
schematischer Darstellung gezeigt. Diese Anordnung kann zusammen mit der in Fig.
I gezeigten Anordnung und Zeigernadel 26-27 gekoppelt werden.
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Jenachdem, ob der Niveauspiegel der Schmelzglasmasse steigt oder fällt,
kommt der Zeigernadelarm 27 gegen einen der Kontakte 34 oder 35 in Anstoßberührung,
wobei die Kontakte 34, 35 in entsprechender Zuordnung die Relais 32 bzw. 33 schalten.
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Der Antriebsmotor des Beschickungsapparates für das zu verhüttende
Glasmaterial ist unter 43 dargestellt. Es handelt sich dabei um einen Gleichstromverbundmotor.
Derselbe weist eine Ankerwicklung 44 auf, die mit einem unveränderlichen Widerstand
45 in Serie geschaltet ist; zu dem Widerstand 45 ist ein veränderlicher Schiebewiderstand
46 parallel geschaltet, dessen Laufschieber 47 durch eine Gewindewelle 48 betätigt
wird. Die Gewindewelle 48 ist dabei in zwei Lagern 49, 50 eingesetzt und kann einerseits
durch ein Handrad 51 sowie durch einen reversierbaren Elektromotor 52 abgetrieben
werden. Die beiden Umlaufrichtungen des Motors 52 werden durch einen Umschalter
gesteuert, der durch die beiden Doppelkontakte 53, 54 gegeben ist. Diese Doppelkontakte
sind einbaumäßig zusammen mit einem Elektromagnet 55 angeordnet, dessen Anschlußklemmen
mit den Schaltrelais 32 und 33 derart verbunden sind, daß jede Hälfte des Elektromagnets
55 mit jeweils einem der Relais 32 bzw. 33 in Serie geschaltet ist, wobei der Elektromagnet
55 außerdem den die Doppelkontakte 53, 54 aufweisenden Umschalter je nach der Stellung
des Zeigernadelarmes 27 in dem einen oder anderen Richtungssinn betätigt. Die Feldwicklung
des Motors 43 ist mit zwei unveränderlichen Widerständen 56, 57 in Serie geschaltet,
die durch die Relais 32 und 33 jeweils für sich getrennt aus dem Steuerstromkreis
durch Kurzschlußüberbrückung ausgeschaltet werdenkönnen.
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Der durch das Relais 32 gesteuerte Stromunterbrecher ist normalerweise
offen, während der durch das Relais 33 gesteuerte Stromunterbrecher normalerweise
geschlossen ist.
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Sobald der Zeigernadelarm 27 gegen den Kontakt 34 anstößt, wird der
Widerstand 56 in dem Steuerstromkreis eingeschaltet und dadurch die Drehzahl des
Motors 43 beschleunigt; wenn andererseits der Zeigernadelarm 27 mit dem Kontakt
35 in Berührung kommt, dann wird der Widerstand 57 in dem Steuerstromkreis überbrückend
kurzgeschlossen, was eine Verlangsamung der Drehzahl des Motors 43 zur Folge hat.
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Gleichzeitig mit der Steuerung der Relais 32 und 33 betätigt der
Zeigernadelarm 27 auch den Elektromagnet 55, der je nach der Einstellung des Zeigernadelarmes
27 den Elektromotor in dem einen oder anderen Richtungssinn in Umlauf versetzt.
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Hierdurch läuft der Schieber 47 an dem Schiebewiderstand 46 hin oder
her, wodurch die Regelung der normalen Umlaufgeschwindigkeit des Motors in dem gleichen
Sinne wie durch die Relais 32, 33 feinstufig modifiziert wird. Die Regelung ist
sonach eine doppelte, indem dieselbe einerseits über den Ankerstromkreis des Motors
43 und andererseits über den Stromkreis der Feldwicklung eben dieses Motors zur
Auswirkung kommt.