DE96890C - - Google Patents

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DE96890C
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    • D05SEWING; EMBROIDERING; TUFTING
    • D05BSEWING
    • D05B85/00Needles

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Sewing Machines And Sewing (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 52: Nähmaschinen.
in NEW-YORK.
* Nähmaschine mit offenöhriger Nadel.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 10. Februar 1897 ab.
Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet eine Nähmaschine, deren Nadeln mit offenen Oehren versehen sind, gleichviel ob diese mit einem oder mit zwei Fäden arbeitet. Die Erfindung zielt darauf ab, den Nadelfaden, um ihn möglichst zu schonen, dem Schlingenfänger (Schiffchen, Greifer und dergl.) mit gröfserer Freiheit oder Unmittelbarkeit bezw. minderer Reibung zuzuführen, als es bisher durchführbar erschien, und geschieht dies mit Hülfe von Verbesserungen an dem Stichbildungsorgan, sowie den bezüglichen Fadenvorlegewerkzeugen.
Bei vorliegender Nähmaschine geschieht die Schleifenbildung an der Seite der Zuführung des Nadelfadens, und zwar so, dafs der unter der Stichplatte arbeitende Schlingenfänger an erwähnter Zuführungsseite in die Fadenschleife eintritt, und dafs die Stichvollendung durch unmittelbaren Fadenanzug ohne Berührung des Fadens mit Nadel'öhrwa'nden herbeigeführt wird.
Auf beiliegender Zeichnung stellt Fig. 1 eine Nähmaschine in der Stirnansicht mit der Einfädelvorrichtung dar,
Fig. 2 eine ähnliche Ansicht mit theilweisem Schnitt nach der Linie 2-2 in Fig. 3, in Richtung des Pfeiles gesehen,
Fig. 3 einen waagrechten Schnitt nach Linie 3-3 der Fig. 1,
Fig. 4 eine Unteransicht des Druckfufses;
Fig. 5 bis 8 veranschaulichen die neue Art der Stichbildung, während
Fig..9 bis 12 den erfolglosen Versuch veranschaulichen, eine gewöhnliche, also mit geschlossenem Oehr versehene Nadel bei der hier mafsgebenden Stichbildung zu benutzen..
Die Vorgänge bei der Darstellung eines Stiches spielen sich in folgend erläuterter Weise ab. Vorausgesetzt dabei ist eine Zweifadenschiffchennähmaschine, für welche mit 1 der Ober- oder Spulfaden bezeichnet ist, mit 3 der Unter- oder Schiffchenfaden; ferner stellt N die offenöhrige Nadel, 2 die Fadenschlinge oder Schleife dar, und wird ersichtlich, dafs das offene Oehr so geformt ist, um den Faden für die Schleifenbildung hinreichend lange zurückzuhalten, und dafs die .lange Nuth an derjenigen Nadelseite liegt, an welcher das Schiffchen X vorbeigeht. Fig. 5 zeigt das Schiffchen im Begriffe stehend, in die Oberfadenschlinge 2 an der Spulenseite der Nadel einzutreten, sobald die letztere aufwärts steigt. Aus Fig. 6 geht hervor, wie das Schiffchen X durch die Schlinge hindurchgeht und seinen Bedarf an Faden 1 unmittelbar von der Spule oder einem anderweiten Vorrathsmittel (und nicht durch das Nadelöhr) nach^ zieht.
Fig. 7 zeigt das Schiffchen noch weiter vorwärts bewegt und bereit, aus der Schlinge herauszutreten, wodurch dieselbe frei wird und aufgenommen werden kann., mit dem Erfolg der bezüglichen Stichbildung. In Fig. 8 ist der betreffende Stich 4 dicht angezogen, der Faden 1 von der Nadel N befreit und bezw. fähig, demnächst von dieser behufs Herstellung des nächstfolgenden Stiches wieder ergriffen zu werden, gezeigt.
Durch die Fig. 9 bis 12, welche den vorhergehenden 5 bis 8 entsprechen, wird nunmehr erkennbar, dafs, wenn hier das Schiffchen X1 in die Stellung gekommen ist, um die auf der Spulenseite der Nadel liegende Schlinge 5 zu ergreifen (anstatt den Schlingentheil 7, wie seither üblich), der Stich 8 sich zwischen Nadel und Spule bildet (Fig. 12), ohne weitere Zufuhr von Oberfaden zur Nadel. Deshalb mufs, wie Fig. 12 darthut, der Faden bei der fortgesetzten Aufsteigung ] der Nadel zerreifsen, sofern das Ende 9 des Oberfadens nicht nachgeben kann.
Damit ist der Vorzug der neuen Stichbildung "mit Hülfe der offenöhrigen Nadel dargelegt: Der Faden unterliegt geringerer Abnutzung, wenn er unmittelbar dem Schiffchen zugeführt wird (wie aus den Fig. 5 bis 8 hervorgeht), als wenn er durch das Nadelöhr zu demselben gelangt. Ein weiterer Vorzug ist die Bildung einer festeren Naht und die Möglichkeit, die Maschine schneller laufen zu lassen.
Das Einfädeln bezw. Vorlegen des Oberfadens erfolgt bei jedem Niedergang der Nadel durch die auf der Zeichnung in Fig. 1 bis 4 dargestellte Einrichtung. Hier · veranschaulicht A die Druckstange, B die Nadelstange und E die Stoffplatte einer der gewöhnlichen Nähmaschinenarten. Die Grundplatte des Druckfufses C ist zur Anbringung der verbesserten Einrichtung zum Fadenvorlegen benutzt. Die Nadelstange B trägt eine mit offenem Oehr versehene Nadel N (Fig. 5 bis 8); das offene Oehr ist der Druckstange zugewendet, ohne dafs diese Bedingung jedoch unter allen Umständen aufrecht erhalten werden mUfste, denn die Anordnung des offenen Oehres nach der entgegengesetzten Seite hin würde nur verlangen, dafs die Fadenvorlegewerkzeuge in umgekehrter Richtung arbeiten, was sehr wohl durchführbar ist.
Auf der Oberseite des Druckfufses erhebt sich ein Ständer D, welcher ein Ganzes mit demselben bilden oder darauf befestigt sein kann. Ein seitlich vorspringender Arm R dieses Ständers trägt, um einen Zapfen d schwingbar, den einarmigen Hebel F. Das andere gabelförmige Endey dieses Hebels steht in Eingriff mit der Schraube b an der Nadelstange, so dafs dadurch die auf- und abwärtsgehende Bewegung der letzteren in eine Schwingung des Hebels F um Punkt d umgesetzt wird. Ein Zapfen α zwischen den Endpunkten desselben Hebels F springt in die Curvennuth h eines Hebels G ein, dessen Drehzapfen g im Ständer festsitzt. Die Bewegungsart des Hebels G hängt von der besonderen Form der Curvennuth h ab. Unten ist eine Art von Verbindung des Hebels G mit den unterhalb der Druckfufsplatte angeordneten Armen k und / (der zufolge diese schwingende Bewegungen ausführen) durch einen Vorsprung 0 erwähnten Hebels hergestellt, welcher in einen Schlitz des Armes k eintritt.
Die Arme k und /, welche einerseits· durch einen im Spalt M des Druckfufses gerade geführten Bolzen t zusammenhängen, tragen am anderen Ende in Gestalt des Hakens (oder Führers) A1 und Greifers (oder Fingers) Z1 die eigentlichen Fadenvorlegewerkzeuge, während sie durch bei q und q1 anfassende Gelenke w und n>1 an einem feststehenden Zapfen S1 angeschlossen sind. Wenn nun zufolge des beim Gang der Maschine stattfindenden Hin- und Herganges des Hebels G die Arme k und / mit ihrem Zapfen t im Spalt M hin- und hergleiten , so wird der zwischen Haken und Greifer ausgebreitete Faden bei jeder Niederbewegung der Nadel in das offene Oehr der- " selben in bekannter, in der in Patentschrift Nr. 89506 erläuterten Weise eingelegt, und es erhellt, dafs bei der neuen Art der Stichbildung der Haken k1 auf derselben Seite der Nadel wie das Schiffchen /Fig. 3) oder der sonst benutzte Ergänzungsstichbildemechanismus gelegen ist. Die soweit dargelegte neue Anordnung der Hebel G und F besitzt viele technische Vorzüge gegenüber denjenigen Vorkehrungen, welche bisher benutzt wurden, um am Druckfufs eine waagrechte hin- und hergehende Bewegung von der senkrechten Bewegung der Nadelstange abzuleiten.

Claims (3)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Eine Nähmaschine mit offenöhriger Nadel, bei welcher dadurch eine möglichste Schonung des Nadelfadens erreicht werden soll, dafs die Schleifenbildung aus demselben an der Seite der Zuführung dieses Fadens erfolgt,, also der unter der Stichplatte arbeitende Schlingenfänger bezw. das den Unter-■ faden enthaltende Werkzeug (Schiffchen) an der Seite der Zuführung in die Fadenschleife eintritt, und dafs die Vollendung des Stiches mittelst unmittelbaren Fädenanzuges (also nicht durch das Nadelöhr) geschieht.
  2. 2. Eine Nähmaschine nach Anspruch 1 , bei welcher für die dort gekennzeichnete Stich-. bildungsweise von den durch ihre Arme (kl) zufolge vereinter Gelenk- (w η>λ q ql) und Geradführung (t M) zweckentsprechend bewegten Vorlegewerkzeugen, bei deren Rückwärtsbewegung von der Vorderseite der Nadel aus, der Haken (kl) auf der Seite bleibt, wo der Schlingenfänger (ζ. Β. Schiffchen) in die Fadenschlinge eintritt, und der Fadengreifer (ll) auf der anderen Seite, um den Faden ausgebreitet der niedergehenden Nadel darzubieten.
  3. 3. Eine Ausführungsform des unter 2. erwähnten Fadenvorlegers, sofern dessen am Druckfufs angeordnete Werkzeuge (kl V-)
    ihre Bewegung in waagrechter Ebene von der lothrecht darauf gerichteten Bewegung der Nadelstange durch Vermittelung der Hebel (G und F) empfangen, von denen der letztere mit einem Ende (d) am Druckfufs gelagert, mit dem anderen (f) getrieblich mit der Nadelstange verbunden ist, während der auch am Druckfufs (bei g) gelagerte Nuthcurvenhebel (G) getrieblich mit dem vorigen (F) durch einen zwischen Drehzapfen (d) und Ende (f) desselben angeordneten Stift (a) dadurch zusammenhängt, dafs dieser in die Curvennuth (h) eingreift.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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