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Hydraulische Presse zum Furnieren, Verleimen und Kaschieren von gleichartigen
plattenförmigen Gegenständen Den Gegenstand der Erfindung bildet eine hydraulische
Presse zum Furnieren, Verleimen und Kaschieren von gleichartigen plattenförmigen
Gegenständen, insbesondere von etwa gleich großen Tischlerplatten und Türen. Bisher
erzeugt man solche Gegenstände in der Regel in Mehrzweckpressen. Darunter sind Pressen
zu verstehen, mit denen man ohne bauliche Veränderung der Presse Gegenstände anfertigen
kann, die sich nach Beschaffenheit und Abmessungen stark voneinander unterscheiden.
Bei Mehrzweckpressen müssen die auf das Preßgut einwirkenden Teile einerseits dem
zulässigen Höchstdruck entsprechend bemessen und andererseits mit Rücksicht auf
die wechselnde Beschaffenheit und Größe des Preßgutes möglichst starr gebaut sein.
Im praktischen Gebrauch solcher Pressen verläuft die Biegungslinie der gegeneinanderwirkenden
Preßdruckplatten mit wechselnden und unterschiedlichen Krümmungsradien. Dadurch
wird die Druckverteilung auf das Preßgut ungleichmäßig. Um an allen Stellen des
jeweiligen Preßgutes noch einen genügenden Preßdruck zu erhalten, muß man den Gesamtdruck
entsprechend hoch wählen. Das wiederum bedingt eine schwere Bauart der Presse.
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Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß man zur Herstellung
der eingangs erwähnten Gegenstände mit einer Einzweckpresse wesentlich
leichterer
und einfacherer Bauart auskommen kann, wenn es gelingt, den verhältnismäßig niedrigen
Preßdrück wirklich gleichmäßig auf das Preßgut zu verteilen. Dieses Ziel wird erfindungsgemäß
dadurch erreicht, daß die gegeneinanderwirkenden Preßdruckplatten hinsichtlich ihrer
Gestaltung (Querschnitt) derart elastisch ausgebildet sind und die äußeren Preßdruckkräfte
beim Preßvorgang an ihnen derart verteilt angreifen, daß sich beide Preßdruckplatten
gleichmäßig in gleicher Richtung durchbiegen. Zu diesem Zweck kann.die eine Preßdruckplatte,
nämlich das Widerlager, in üblicher Weise an den vier Ecken eingespannt und die
andere als Preßtisch dienende Druckplatte durch eine Mehrzahl von hydraulischen
Druckzylindern zu beaufschlagen sein, die in der Längsmittelachse des Preßtisches
angeordnet sind. Dabei bleibt die Angriffsfläche des Preßdruckes stets innerhalb
der Wirkungsbereiche der vier Gegendruckkräfte. Selbst bei ziemlich exzentrischem
Druckangriff erhält man eine gleichmäßig gewölbte Biegungsfläche des Widerlagers,
und zwar in Längsrichtung der Presse naturgemäß eine stärkere Wölbung als in Querrichtung.
Das gleiche gilt auch für die Durchbiegung des Preßtisches, bei welchem durch die
genannte Anordnung der hydraulischen Zylinder eine gleichmäßige Verteilung des Preßdruckes
sichergestellt ist.
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Man hat bereits vorgeschlagen, die beiden Preßdruckplatten so zu lagern,
daß sie sich in gleicher Richtung durchbiegen, ihre Biegungsflächen sich also ineinanderschmiegen.
Bei der bekannten Presse sind aber die Abstützpunkte des Widerlagers in eine verhältnismäßig
kleine, etwa in der Pressenmitte liegende Fläche zusammengezogen, während umgekehrt
die hydraulischen oder mechanischen Druckmittel auf die vier Ecken des Preßtisches
einwirken. Wollte man bei einer solchen Presse die beiden Druckplatten verhältnismäßig
elastisch ausbilden, so würde schon eine kleine Verschiebung der Angriffsresultanten
des Preßdruckes zu einer ungleichmäßigen und unkontrollierbaren Durchbiegung des
Widerlagers führen. Ferner würden die im praktischen Betriebe unvermeidbaren Unterschiede
der an den vier Preßtischecken angreifenden Druckkräfte eine unsymmetrische Durchbiegung
des Preßtisches hervorrufen.
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In vorteilhaftem Gegensatz zu diesem Vorschlag und zu den früher üblichen
Mehrzweckpressen kann man bei der Presse nach der Erfindung eine beträchtlich größere
Durchbiegung der gegeneinander wirkenden Preßdruckplatten zulassen und gelangt so
zu einer wesentlich leichteren Prassenhauart. Außerdem läßt sich für jeden Einzelfall
einerseits der günstigste Preßdruck und andererseits das Maß der noch zulässigen
Durchbiegung der Preßdruckplatten genau festlegen. Denn jede erfindungsgemäße Einzweckpresse
dient, wie ihr Name besagt, stets nur zur Herstellung von Preßgütern gleichartiger
Beschaffenheit und Abmessungen. Trotz der im Vergleich zu Mehrzweckpressen wesentlich
einfacheren und wohlfeileren Bauart der erfindungsgemäßen Presse erhält man auf
ihr wegen der gleichmäßigen Verteilung des Preßdruckes auf alle Stellen des Preßgutes
besonders hochwertige Erzeugnisse.
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In der Zeichnung sind als Ausführungsbeispiel der Erfindung die in
Betracht kommenden Teile einer hydraulischen Presse zur Herstellung von Tischlerplatten
in schematischer Darstellung veranschaulicht, und zwar zeigt Abb. r die Vorderansicht
und Abb. 2 eine Seitenansicht dieser Teile.
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Die obere Preßdruckplatte a und die ihr entgegenwirkende untere Preßdruckplatte
c wirken in gegensätzlichen Richtungen auf das mit b bezeichnete Preßgut. Die obere
Platte a ist in der üblichen Weise eingespannt, wie die Pfeile e andeuten. Auf die
untere Druckplatte c wirken hydraulische Preßkolben d ein. Die Druckplatten
a
und c sind derart elastisch ausgebildet und die äußeren Preßdruckkräfte
greifen an ihnen derart verteilt an, daß beim Prellvorgang beide Druckplatten a
und c sich gleichmäßig und in gleicher Richtung durchbiegen. Die Durchbiegung ist
in der Zeichnung übertrieben dargestellt. Die auf der geschilderten Presse hergestellten
Tischlerplatten besitzen nach allen Richtungen hin gleichmäßige Dicke. Nach Herausnehmen
aus der Presse strecken sich die Platten b entweder von selbst oder können mit geringem
Aufwand gestreckt werden.