DE961783C - Verfahren zum kontinuierlichen Beschichten einer Traegerbahn mit einer viskosen wasserhaltigen Masse - Google Patents
Verfahren zum kontinuierlichen Beschichten einer Traegerbahn mit einer viskosen wasserhaltigen MasseInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein kontinuierliches Verfahren
zum Beschichten einer Trägerbahn mit einer viskosen wasserhaltigen Masse und ist von besonderem
Wert bei der Aufbringung viskoser wäßriger Lösungen in Form von Schichten auf fotografische
Filme und Papiere, z. B. bei dem Aufbringen viskoser wasserdurchlässiger Silberhalogen-KolloM-Dispersionen
auf Papier- und Filmunterlagen.
ίο Es sind bereits verschiedene Verfahren zum
Auftragen von Schichten aus viskosen wäßrigen Lösungen und besonders aus wasserhaltigen fotografischen
Emulsionen vorgeschlagen worden. Zu diesen bekannten Verfahren gehören solche, bei
denen die Beschiditungs- und Trocknungskammer
unter reduziertem Druck gehalten werden. Bei derartigen kontinuierlichen Beschichtungsvorgängen
dringt jedoch eine erhebliche Luftmenge in das System ein, wenn die Film- oder Papierbahn in die
Beschichtungskammer eintritt, und dieser Umstand begrenzt neben anderen Faktoren die Auftragsgeschwindigkeit.
Mit den vorbekannten Verfahren hat man Beschichtungsgeschwindigkeiten bis zu etwa 40 m je Minute erreicht.
Die vorliegende Erfindung betrifft nun ein Verfahren
zum kontinuierlichen Beschichten von Trägerbahnen mit viskosen wasserhaltigen Massen mit
einer Geschwindigkeit von erheblich mehr als 40 m je Minute, wobei die erzielten Schichten von gleichmäßiger
Dicke und keine Bläschen zwischen der Schicht und dem Träger eingeschlossen sind. Mit
Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens können außerordentlich dünne Schichten hergestellt werden.
Gemäß der vorliegenden Erfindung besteht das Verfahren zum kontinuierlichen Beschichten einer
Trägerbahn mit einer viskosen wasserhaltigen Masse darin, daß man diese Masse durch einen
Schlitzgießer in Form einer Schicht auf eine sich bewegende und mit einer linearen Geschwindigkeit
von wenigstens 45 m je Minute sowie i-bis 2oomal schneller als die Ausflußgeschwindigkeit der Masse
transportierte biegsame Trägerbahn aufträgt, und zwar bei weitgehender Abwesenheit nicht kondensierbarer
Gase, ζ. B. Luft, aber in Anwesenheit zugesetzter, leicht kondencierbarer Gase einer
inerten wasserlöslichen Flüssigkeit mit einem Siedepunkt von nicht höher als ioo° C bei Atmosphärendruck,
wobei ein Druck von 20 bis 190 mm Hg und eine Temperatur von 24 bis 650C
eingehalten werden.
Bei einer besonders zweckmäßigen Anwendungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird eine
viskose wasserhaltige Dispersion lichtempfindlicher Silberhalogenide in einem wasserdurchlässigen
natürlichen oder synthetischen Kolloid durch einen Schlitzgießer in Form einer dünnen Schicht auf
eine biegsame ,Trägerbahn aufgetragen, beispielsweise auf einen dünnen Film oder auf Papier, die
mit einer linearen Geschwindigkeit von wenigstens 45 m je Minute und 1- bis 2oomal schneller als die
Ausflußgeschwindigkeit der Dispersion transportiert wird, wobei in der Beschichtungszone der kondensierbare
Dampf einer fotografisch unwirksamen, mit Wasser mischbaren Flüssigkeit mit einem
Siedepunkt von nicht mehr als ioo° C bei atmosphärischem
Druck zugesetzt wird, und zwar bei einem absoluten Druck von 20 bis 190 mm Hg,
während der Partialdruck der nicht kondensierbaren Gase in dieser Zone nicht mehr als 5°/o des
Gesamtdruckes beträgt und wobei die Zone einer Temperatur von 24 bis 650C unterworfen wird.
Der Gesamtdruck in der Beschichtungszone sollte
vermöge des zugesetzten Dampfes ausreichend sein, um mit Wasser mischbare Lösungsmittel
(einschließlich Wasser) in der wasserhaltigen Masse oder Lösung, die zum Beschichten verwendet
wird, bei der Beschichtungstemperatur (z. B. 24 bis 650 C) am Sieden zu bindern. Da der
Partialdruck der nicht kondensierbaren Gase, in der Hauptsache Sauerstoff und Stickstoff, auf
weniger als 5 °/o des Gesamtdruckes gehalten wird, sind die in der Beschichtungszone verbleibenden
Dämpfe im wesentlichen alle kondensierbar. Diese Beifügung kann auf verschiedenen Wegen erzielt
werden, z. B. indem man zuerst den Druck in dem System unter den Arbeitsdruck erniedrigt, z. B.
auf 2 bis 3 mm Hg, und dann den kondensierbaren Dampf der wasserlöslichen Flüssigkeit in die Beschichtungszone
bringt und damit den Gesamtdruck von 20 bis 190 mm Hg erhöht oder indem man die
Zone mit kondensierbaren Dämpfen bei einem höheren Druck durchspült.
Zu den dafür geeigneten Mitteln gehören die Dämpfe solcher inerter, mit Wasser mischbarer
Flüssigkeiten, wie Wasser, Methylalkohol, Äthylalkohol und Aceton. Dieser kondensierbare Dampf
wird in das System mit einer Geschwindigkeit eingebracht, die die Verdampfungsgeschwindigkeit
oder die Abführung von wasserlöslichen Lösungsmitteln aus der aufgebrachten wasserdurchlässigen,
von dem Film getragenen Kolloidschicht übertrifft.
Der Mindestdruck der kondensierbaren Dämpfe in der unter reduziertem Druck stehenden Beschichtungszone
ist gleich dem oder etwas größer als der Dampfdruck, der dem Siedepunkt des Wasers und/oder der sonstigen Lösungsmittel in
der aufgebrachten Schicht bei dem reduzierten Druck entspricht. Das Wasser oder die Lösungsmittel
in der aufgebrachten Schicht werden in einem späteren Stadium bis zu dem gewünschten
Betrage entfernt, beispielsweise durch Trocknung. Es wurde festgestellt, daß dadurch, daß man
Wasserdampf der auf einem Druck von weniger als 190 mm Hg gehaltenen Beschichtungszone zuserzt
und den Partialdruok der nicht kondensierbaren Gase in dem System auf weniger als 5 °/o des
Gesamtdruckes hält, während man eine wasserhaltige Dispersion von Silberhalogenen in einem
wasserdurchlässigen Kolloid mit einer Viskosität von 2000 bis 100 000 cP und mit einem Gehalt an
Feststoffen von 20 bis 65% in Schichtform aufbringt, Beschichtungsgeschwindigkeiten von mehr
als 45 m je Minute erreicht werden können. Dünne Schichten mit einer Dicke von 0,05 bis 2,5 mil
(1 mil = V1000 Zoll, entsprechend etwa V40 mm), die
im getrockneten Zustand frei von eingeschlossenen Bläschen sind und eine gleichmäßige Haftung an
der Unterlage aufweisen, können aus aufgetragenen wäßrigen Filmen erzielt werden, die eine Dicke
von 2 bis 30 mil bei einer Temperatur von 24 bis 650C besitzen. Dies ist mit Rücksicht auf die
Tatsache überraschend, daß, wenn nicht kondensierbare Gase, ζ. B. Luft, in Mengen von etwa
10% des Gesamtdampfdruckes anwesend sind, nicht kondensierbare Gase zwischen der aufgespritzten
Schicht und der Unterlage in um so stärkerem Maße eingeschlossen werden, je größer
die Beschichtungsgeschwindigkeiten sind. Die Tatsache, daß der Zusatz von Wasserdampf zu dem
System eine gleichmäßige Haftung der aufgetragenen Schicht zur Folge hat und den Einschluß
von Bläschen in auffälliger Weise vermindert, sogar bei einer fünffachen Erhöhung der Geschwindigkeit
gegenüber den vorbekannten Verfahren, wird nicht durch Kenntnis der bisher bekannten
Verfahren nahegelegt.
Offenbar ist es nur der neuartigen Kombination des stark reduzierten Druckes und der absichtlichen
Zugabe eines kondensierbaren Dampfes, z. B. Wasserdampfes, in der Beschichtungszone bei dem
erfindungsgemäßen Verfahren zu verdanken, daß eine mehrfache Zunahme der Auftragsgeschwindigkeit
erreicht werden kann. Die bloße Zugabe von Wasserdampf in die Beschiohtungszone bei atmosphärischem
Druck oder bei bis zu 5 Zoll Hg erniedrigtem Druck gestattet nicht mehr als eine
ioVoige Erhöhung der Beschichtungsgeschwindigkeit
ohne einen unerträglichen Einschluß von Bläschen.
Die Erfindung ist besonders vorteilhaft bei der Aufbringung wäßriger Silberhalogendispersionen
in den verschiedenen Arten natürlicher und synthetischer wasserdurchlässiger Kolloide, die als
Bindemittel für die Silberhalogenkörner benutzt werden, beispielsweise Gelatine, Albumin, Agar-Agar,
wasserfester Polyamide, Polyvinylalkohole, teilhydrolysierter Polyvinylester, hydrophiler PoIyvinylacetale
einschließlich solcher mit Farbbildnern und anderen Arten viskoser wäßriger Lösungen,
vor allem solcher, die Kolloide enthalten. Das Verfahren ist besonders nützlich für die Bildung von
Schichten aus Gelatine-Silberhalogen-Emulsionen. Eine vorzugsweise Ausführungsform des Verfahrens
unter Anwendung von Gelatine-Silberhalogen-Emulsionen besteht darin, daß man eine
wasserhaltige Dispersion lichtempfindlicher Silber-'halogene in Gelatine mit einer Viskosität von 3000
bis 6oooocP in Gestalt einer dünnen Schicht von 0,05 bis 0,75 mm Zoll Dicke auf eine dünne, biegsame
Bahn aufspritzt, die mit einer linearen Geschwindigkeit von 105 bis 150 m je Minute und
i- bis 2oomal schneller, als der linearen Austrittsgeschwindigkeit der Dispersion entspricht, bewegt
wird, und zwar bei weitgehender Abwesenheit von Luft und in der Gegenwart von zugesetztem
Wasserdampf, wobei ein Druck von 30 bis 130 mm Hg und eine Temperatur von 30 bis 6o° C
aufrechterhalten werden, während die anwesende Luft weniger als 5 °/o des Gesamtdampfdruckes ausmacht
und Wasserdampf in einer Menge zugesetzt wird, die ausreicht, um das Wasser in der wasserhaltigen
Dispersion bei der gewählten Temperatur am Sieden zu hindern.
Die nachfolgenden Ausführungsbeispiele dienen zur Erläuterung der Erfindung, sollen diese aber
in keiner Weise begrenzen.
Zu Beginn des Beschichtungsvorganges wird der Druck der Beschiohtungszone auf etwa 2 bis
5 mm Hg erniedrigt, um im wesentlichen alle nicht kondensierbaren Gase (z. B. Luft) zu entfernen.
Darauf wird Wasserdampf hinzugegeben und der Druck dabei auf 50 bis 60 mm Hg erhöht, während
die Evakuierung fortgesetzt wird. Eine Gelatine-Siiberbromid-Emulsion mit einem Gehalt an Feststoffen
(einschließlich Silberhalogenen) von 50% und mit einer Viskosität von ungefähr ioooocP
wird nunmehr durch eine Auftragsvorrichtung, deren unteres Ende mit Lippen versehen ist, die
einen Abstand von etwa 0,12 mm haben, mit einer Geschwindigkeit von 24 m je Minute auf einen
Zellulose-Acetat-Film aufgetragen, die eine Dicke von annähernd 0,02 mm hat und eine dünne
Gelatineschicht auf ihrer oberen Fläche trägt und die sich durch die Beschichtungszone mit einer Geschwindigkeit
von annähernd 120 m je Minute bewegt. In der Beschichtungszone werden ein reduzierter
Druck von etwa 50 bis 60 mm Hg und eine Temperatur von etwa 38 bis 420 C aufrechterhalten,
während Wasserdampf mit einer Geschwindigkeit zugegeben wird, die die Verdampfungsgeschwindigkeit
des Wassers aus der aufgebrachten wasserhaltigen Gelatine-Silberhalogen-Emulsion
übertrifft. Dk Gelatine-Silberhalogen-Schicht ist, wenn sie aus der Zone des reduzierten
Druckes kommt, frei von eingeschlossenen Bläschen, Wellen und Streifen, gleichförmig
in ihrem Charakter und erstarrt. Sie kann weitergetrocknet und -bearbeitet werden bei gewöhnliehen
oder erhöhten Temperaturen, und der beschichtete Film hat zufriedenstellende fotografische
Eigenschaften.
Eine kontinuierliche Papierbahn mit einer Barytschicht wird in die Beschichtungskammer geführt,
die bis auf einen Druck von etwa 6 mm Hg evakuiert ist und auf einer Temperatur von etwa
38 bis 420 C gehalten wird.. Wasserdampf wird in die Kammer gelassen, nachdem nahezu alle Luft
aus der Kammer entfernt ist, wobei der Druck auf etwa 60 mm Hg erhöht wird. Eine fotografische,
wasserhaltige Gelatine-Siiberbromid-Emulsion mit einem Gehalt an Feststoffen von ungefähr 40%
und einer Viskosität von 7000 cP wird dann in Abwesenheit von aktinischem Licht auf die Barytoberfläche
des Papiers aufgebracht, und zwar durch Auftragen durch ein enges Schlitzmundstück,
dessen Lippen einen Abstand von etwa 0,25 mm haben, mit einer Spritzgeschwindigkeit von 9 m je
Minute, während der Papierträger mit einer Geschwindigkeit von 90 m je Minute bewegt und kontinuierlich
Wasserdampf zugeführt, der Druck auf etwa 5°mm Hg und die Temperatur auf etwa
380 C gehalten wird. Die fotografische Papierbahn hat, wenn sie aus der Zone des reduzierten Druckes
kommt, zufriedenstellende fotografische Eigenschaften, ist glatt, frei von eingeschlossenen
Bläschen und bei normalem Druck ausreichend fest, so daß sie anschließend bei normaler oder erhöhter
Temperatur weitergetrocknet und dann zu einer Aufrollvorrichtung geführt werden oder
durch Längs- und Querschnitte in kleine Blätter geteilt werden kann.
Eine Bahn von Zellulose-Acetat-Film mit einer Gelatineunterschicht wird in eine Beschichtungskammer
geführt. Der Druck wird auf etwa 50 mm Hg absolut erniedrigt und die Temperatur auf etwa 380 C gehalten. Wasserdampf wird in die
Kammer gelassen, während die Evakuierung zwecks Auf rechterhaltung eines konstantenDruckes
und Säuberung der Kammer von den nicht kon~ densierbaren Gasen fortgesetzt wird. Eine wäß-
rige Gelatinelösung mit einem Gehalt an Feststoffen von ungefähr 40%, die einen wasserlöslichen,
lichfhofverhindernden Farbstoff, wie z. B. 4, 4-Methenyl-bis-(i-plhenyl-3-methyl-pyrazolon-5),
enthält und eine Viskosität von 30000 cP hat, wird dann durch eine Auftragsvorrichtung, die an ihrem
unteren Ende ein enges Schlitzmundstück hat, dessen Lippen einen Abstand von etwa 0,05 mm
haben, mit einer Geschwindigkeit von annähernd 12 m je Minute auf den Film und die Gelatineunterschicht
aufgetragen, die sich mit einer Geschwindigkeit von 120 m je Minute bewegen. Pie
so aufgebrachte gefärbte Gelatirieschicht ist frei von eingeschlossenen Bläschen urd Streifen, gleichmäßig
in ihren Eigenschaf ten und hat befriedigende fotografische Eigenschaften.
Verschiedenartige Beschichtungsgeräte können zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
benutzt v/erden. Der wesentliche Punkt ist, die Beschächtimgszone
mit einer geeigneten luftdichten Kammer zu umgeben, die mit Vorrichtungen zum Entfernen der Luft und des Dampfes aus der
Kammer und zum Einführen von leicht kondensierbarem Dampf einer fotografisch unwirksamen
wasserlöslichen Flüssigkeit ausgerüstet ist. Eine geeignete Apparatur ist schematisch in der Zeichnung
dargestellt. Hierbei bedeutet 1 eine Kammer, in der eine Papier- oder Filmbahn über Walzen 2
und von dort über die Druckrollen 3 geführt wird. Die Druckrollen pressen die Papier oder Filmbahn
gegen eine drehbare Dichtungstrommel 4, von wo sie unter Walzen 5 und 6, von dort aufwärts über
eine Valze 7 geführt wird, die den Beschichtungsort darstellt, dann abwärts unter Walzen 8 und 9,
darauf wieder aufwärts durch einen engen Gang zwischen der Dichtungstrommel 4 und einer gekrümmten
Wand 10 der Kammer 1 und von dort schließlich zu einer Trocknungsabteilung und einer
Aufrolltrommel (die nicht dargestellt sind). Die Kammer 1 ist mit öffnungen 11 ausgestattet, die
mittels eines geeigneten Rohres 12 mit einer Vakuumpumpe oder einer Saugvorrichtung (nicht
dargestellt) verbunden sind. Ein Rohrstück 13 ist ebenfalls durch die Wand der Kammer geführt und
mit einer geeigneten Düse 14 zur Einführung eines kondensierbaren Dampfes einer Flüssigkeit, z. B.
von Wasser, in die Kammer versehen. Ein Rohr 15 steht mit einer Beschichtungsstange 16 in Verbindung,
die eine längliche Kammer 17 und ein Mundstück 18 mit engem Schlitz besitzt und mit einem
geeignet bemessenen Vorratsbehälter einer viskosen wasserhaltigen Dispersion von Silberhalogeri
in Gelatine verbunden ist. Die Temperatur der Kammer kann mit Hilfe von Heizelementen 19
oder mittels eines Wassermantels, die mit geeigneten Energiequellen verbunden sind, erhöht
werden.
Die der Beschichtungsstelle gegenüberliegende Wand der Kammer 1 ist mit einem Fenster 20 versehen,
so daß man den Beschichtungsvorgang beobachten kann.
Während des Arbeitsganges wird die Kammer 1 mit einer Vakuumpumpe verbunden und der Druck
zunächst auf etwa 2 bis 3 mm Hg absolut erniedrigt. Darauf wird Wasserdampf durch das
Rohr 13 eingelassen, der den Druck auf etwa 60 mm erhöht. Die zu beschichtende Bahn wird an
der Auftragsvorrichtung 16 vörbeigefü'hrt, während
das Beschichtungsmittel auf die Bahn aufgetragen wird. Die Bahn bewegt sich mit einer Gesohwindigkeit,
die größer ist als die Austrittsgeschwindigkeit der Dispersion, so daß die aufgespritzte
Schicht nach unten gezogen wird. Das Vakuum wird während der gesamten Besdhichtungsdauer
aufrechterhalten und der Wasserdampf kontinuier-Hch durch das Rohr 13 eingelassen. Die Erfindung
ist selbstverständlich nicht auf das Beschichten von Filmen und Papier mit wasserhaltigen Gelatine-Silberhalogen-Emulsionen
begrenzt, sondern ist auch vorteilhaft bei der Schichtbildung aus wasserhaltigen
Silberhalogendispersionen in anderen als den eben erwähnten wasserdurchlässigen Kolloiden.
So kann das Verfahren beispielsweise angewendet werden für die Schichtbildung von Polyvinyl-Acetal-Farbbildnern
aus wäßrigen Äthanollösungen von der in den USA.-Patentschriften 2 397 864 und 2 551 091 beschriebenen Art.
Die Erfindung ist ferner zweckmäßig bei der Herstellung mehrschichtiger fotografischer Filme,
einschließlich von Mehrfarbenfilmen, sowohl Positiven als auch Negativen, von Kopierpapieren,
doppelt beschichteten Röntgenfilmen, kinematopraphisdhen Filmen, Porträtfilmen und Papieren.
Die Erfindung ist nicht nur vorteilhaft bei der Bildung von lichtempfindlichen Silberhalogen-Kolloid-Schichten,
sondern kann auch herangezogen werden für die Herstellung von Lichtfilterschichten, von
Li-dhtihofschutzscihichten, die Farbstoffe und Pigmente
enthalten, die die gewünschten Wellenlängen des Lichtes absorbieren, und schließlich von Schutzschichten
und Unterschichten aus wäßrigen Lösungen einschließlich wäßriger Äthanollösungen.
In diesen Schichten können Gelatine oder die anderen obenerwähnten Kolloide das filmformende
Bindemittel darstellen. Die zur Beschichtung dienenden Lösungen können ein Gehalt an Feststoffen
von 25 bis 60% aufweisen.
Ein Vorzug der Erfindung besteht darin, daß sie ein Verfahren liefert, das die Bildung wäßriger
Kolloidschichten mit hohen Auftragsgeschwindigkeiten gestattet. Die Erfindung ist besonders nützlich
bei Viskositäten von 30000 bis 60000 cP. Das
Verfahren ist einfach in der Handhabung und arbeitet zuverlässig mit einer kontinuierlichen
Basis.
Ein anderer Vorzug des erfindungsgemäßen Verfahrens ist darin zu erblicken, daß man Silberhalogenemulsionen mit einem hohen Gehalt an Feststoffen
benutzen kann, was eine erhebliche Verminderung der Trocknungszeit zur Folge hat und
eine gleichmäßige Regelung der Dicke der Silberhalogenschichten unabhängig von der Viskosität
der Emulsion dadurch gestattet, daß man die Menge der Emulsion durch das Beschichtungsmundstück
genau abmessen kann. Das Verfahren macht es überflüssig, die aus der Gelatine-Silberhalogen-
Emulsion gebildete Schicht zu kühlen, damit diese erhärtet und einer weiteren Trocknungsbehandlung
zugeführt werden kann. Die mehrfache Erhöhung der Auftragsgeschwindigkeit macht das Verfahren
wirtschaftlicher als die vorbekannten Verfahren und erzielt Scihichten von befriedigender Qualität.
Claims (11)
1. Verfahren zum kontinuierlichen Beschichten einer Trägerbahn mit einer viskosen
wasserhaltigen Masse, dadurch gekennzeichnet, daß man diese Masse durch einen Schlitzgießer
in Form einer Schicht auf eine sich bewegende und mit einer linearen Geschwindigkeit von
wenigstens 45 m je Minute sowie 1- bis 2oomal schneller als die Ausflußgeschwindigkeit der
Masse transportierte biegsame Trägerbahn aufträgt, und zwar bei weitgehender Abwesenheit
nicht kondensierbarer Gase, aber in Anwesen-
ao heit zugesetzter leicht kondensierbarer Gase einer inerten wasserlöslichen Flüssigkeit mit
einem Siedepunkt von nicht höher als ioo° C
bei Atmosphärendruck, wobei ein Druck von 20 bis 190 mm Hg und eine Temperatur von
24 bis 650C eingehalten werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß eine viskose wasserhaltige Masse verwendet wird, die ein wasserdurchlässiges
Kolloid enthält.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Kolloid Gelatine verwendet
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine viskose wasserhaltige
Masse verwendet wird, die einen die Lidhthofbildung verhindernden Farbstoff enthält.
5. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine viskose wasserhaltige
Masse verwendet wird, die aus einer Dispersion von Silberhalogenen besteht.
6. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß mit dem Schlitzgießer eine Schicht mit einer Dicke von 0,05 bis 0,75 mm aufgetragen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die biegsame Trägerbahn mit
einer Geschwindigkeit von 100 bis 150 m je Minute fortbewegt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine Masse
verwendet wird, die eine Viskosität von 2000 bis 100 000 cP hat.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1
bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß als kondensierbarer Dampf Wasserdampf zugesetzt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1
bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil der nicht kondensierbaren Gase auf weniger als
5% des gesamten Dampfdruckes herabgesetzt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man eine wasserhaltige Dispersion lichtempfindlicher Silberhalogene in Gelatine mit einer Viskosität von 3000 bis
60 000 cP in Gestalt einer dünnen Schicht von 0,05 bis 0,75 mm Dicke auf eine dünne, biegsame
Bahn aufträgt, die mit einer linearen Geschwindigkeit von 100 bis 150 m je Minute und
i- bis 2oomal· schneller als die lineare Ausflußgeschwindigkeit der Dispersion bewegt wird,
und zwar bei weitgehender Abwesenheit von Luft und in der Gegenwart von zugesetztem
Wasserdampf, wobei ein Druck von 30 bis 130 mm Hg und eine Temperatur von 30
bis 600C aufrechterhalten werden, während die
anwesende Luft weniger als 5% des Gesamtdampfdruckes ausmacht und der Wasserdampf
in einer Menge zugesetzt wird, die ausreicht, um das Wasser in der wäßrigen Dispersion bei
der gewählten Temperatur am Sieden zu hindern.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Θ «09 658S» 10.56
{609 855 4. 57)
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