DEP0012455MA - - Google Patents

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DEP0012455MA
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BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 3. August 1954 Bekanntgeniaidht am 18. Oktober 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung betrifft ein kontinuierliches Verfahren zum Beschichten einer Trägerbahn mit einer viskosen wasserhaltigen Masse und ist von besonderem Wert bei der Aufbringung viskoser wäßriger Lösungen in Form von Schichten auf fotografische Filme und Papiere, z. B. bei dem Aufbringen viskoser wasserdurchlässiger Silberhalogen-Kolloid-Dispersionen auf Papier- und Filmunterlagen.
Es sind bereits verschiedene Verfahren zum Auftragen von Schichten aus viskosen wäßrigen Lösungen und besonders aus wasserhaltigen fotografischen Emulsionen vorgeschlagen worden. Zu diesen. bekannten Verfahren gehören solche, bei denen die Beschidhtungs- und Trocknungskammer unter reduziertem Druck gehalten werden. Bei derartigen kontinuierlichen Beschichtungsvorgängen dringt jedoch eine erhebliche Luftmenge in das System ein, wenn die Film- oder Papierbahn in die Beschichtungskammer , eintritt, und dieser Umstand begrenzt neben anderen Faktoren die Auftragsgeschwindigkait. Mit den vorbekannten Verfahren hat man Beschichtungsgeschwindigkeiten bis zu etwa 40 m je Minute erreicht.
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Die vorliegende Erfindung betrifft nun ein Verfahren zum kontinuierlichen Beschichten von Trägerbahnen mit viskosen wasserhaltigen Massen mit ; einer Geschwindigkeit von enheblich mehr als 40 m je Minute, wobei die erzielten Schichten von gleich-. ., mäßiger Dicke und keine Bläschen zwischen der Schicht und dem Träger eingeschlossen sind. Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens können außerordentlich dünne Schichten hergestellt werden.
Gemäß der vorliegenden Erfindung besteht das Verfahren zum kontinuierlichen .Beschichten einer Trägerbahn mit einer viskosen wasserhaltigen Masse darin,' daß man diese Masse durch einen Schlitzgießer in Form einer Schicht auf eine sich bewegende und mit einer.linearen Geschwindigkeit von wenigstens 45 m je Minute sowie i-.ftis 2oomal schneller als die Ausflußgeschwindigkeit der Masse transportierte biegsame Trägerbahn aufträgt, und zwar bei weitgehender Abwesenheit nicht kondensierbarer Gase, z. B. Luft, aber in Anwesenheit zugesetzter, leicht kondensierbarer Gase einer inerten wasserlöslichen Flüssigkeit mit einem Siedepunkt von nicht höher als ioo° C bei Atmosphärendruck, wobei ein Druck von 20 bis 190 mm Hg und eine Temperatur von 24 bis 650C eingehalten werden.
Bei einer besonders zweckmäßigen Anwendungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird eine viskose wasserhaltige Dispersion lichtempfindlicher Silberhalogenide in einem wasserdurchlässigen natürlichen oder synthetischen Kolloid durch einen Schlitzgießer in Form einer dünnen Schicht auf eine biegsame Trägerbahn aufgetragen, beispielsweise auf einen dünnen-Film oder auf.Papier, die mit einer linearen Geschwindigkeit von wenigstens 45 m je Minute und 1- bis 2oomal schneller als die Ausflußgeschwindigkeiit der Dispersion transportiert wird,-wobei in derBeschiehtungszone der kondensierbare Dampf einer fotografisch unwirksamen, mit Wasser mischbaren Flüssigkeit mit einem Siedepunkt von nicht mehr als 1000C bei atmosphärischem Druck zugesetzt wird, und zwar bei einem absoluten Druck von 20 bis 190 mm Hg, während der Partialdruck der nicht kondensier-' baren Gase in dieser Zone nicht mehr als 5 °/o des Gesamtdruckes beträgt und wobei die Zone einer Temperatur von 24 bis 650 C unterworfen wird.
Der Gesamtdruck in der Beschichtungszone sollte
vermöge des zugesetzten Dampfes ausreichend sein, um mit Wasser mischbare Lösungsmittel (einschließlich Wasser) in der wasserhaltigen Masse oder Lösung, die zum Beschichten verwendet wird, bei der Beschichtungstemperatur (z. B. 24 bis 65° C) am Sieden zu hindern. Da der Partialdruck der nicht kondensierbaren Gase, in der Hauptsache Sauerstoff und ' Stickstoff, auf weniger als 5 °/o des Gesamtdruckes gehalten wird, sind die in der Beschichtungszone verbleibenden Dämpfe im wesentlichen alle kondensierbar. Diese Beifügung kann auf verschiedenen Wegen erzielt werden, z. B. indem man zuerst den Druck in dem System unter den Arbeitsdruck erniedrigt, z. B. auf 2 bis 3 mm Hg, und dann den kondensierbaren Dampf der wasserlöslichen Flüssigkeit in die Be- p schichtungszone bringt und damit den Gesamtdruck von 20 bis 190 mm Hg erhöht oder indem man die Zone mit kondensierbaren' Dampfen bei einem höheren Druck durchspült. ■■...·.·
Zu den dafür geeigneten Mitteln gehören die Dämpfe solcher inerter, mit Wasser mischbarer Flüssigkeiten, wie Wasser, Methylalkohol, Äthylalkohol und Aceton. Dieser kondensierbare Dampf wird in das System mit einer Geschwindigkeit eingebracht, die die Verdampfungsgeschwindigkeit oder die Abführung von wasserlöslichen Lösungsmitteln aus der aufgebrachten wasserdurchlässigen, von dem Film getragenen Kolloidschicht übertrifft.
Der Mindestdruck der kondensierbaren Dämpfe in der unter reduziertem Druck stehenden Beschichtungszone ist gleich dem oder etwas größer als der Dampfdruck, der dem Siedepunkt des Wasers und/oder der sonstigen Lösungsmittel in der aufgebrachten Schicht bei dem reduzierten Druck entspricht. Das Wasser oder die Lösungsmittel in der aufgebrachten Schicht werden in einem späteren Stadium bis zu dem gewünschten Betrage entfernt, beispielsweise durch Trocknung. Es wurde festgestellt, daß dadurch, daß man ■Wasserdampf der auf einem Druck von weniger als 190 mm Hg gehaltenen Beschichtungszone zusetzt und den Partialdruck der nicht kondensierbaren Gase in dem System auf weniger als 5% des Gesamtdruckes hält, während man eine wasserhaltige Dispersion von Silberhalogenen in einem wasserdurchlässigen Kolloid mit einer Viskosität von 2000 bis iooooocP und mit einem Gehalt an Feststoffen von 20 bis 65 % in Schichtform aufbringt, Beschichtungsgeschwindigkeiten von mehr als 45 m je Minute erreicht werden können. Dünne Schichten mit einer Dicke von 0,05 bis 2,5 mil (1 mil = 1Z1000 Zoll, entsprechend etwa V40 mm), die im getrockneten Zustand frei von eingeschlossenen Bläschen sind und eine gleichmäßige Haftung an der Unterlage aufweisen, können aus aufgetragenen wäßrigen Filmen erzielt werden, die eine Dicke von 2 bis 30 mil bei einer Temperatur von 24 bis 65° C besitzen. Dies ist mit Rücksicht auf die Tatsache überraschend, daß, wenn nicht kondensierbare Gase, z. B. Luft, in Mengen von etwa 10% des Gesamtdampfdruckes anwesend sind, nicht kondensierbare Gase zwischen der aufgespritzten Schicht und der Unterlage in um so stärkerem Maße eingeschlossen werden, je größer die Beschichtungsgeschwindigkeiten sind. Die Tatsache, daß der Zusatz von Wasserdampf zu dem System eine gleichmäßige Haftung der aufgetragenen Schicht zur Folge hat und den Einschluß von Bläschen in auffälliger Weise vermindert, sogar bei einer fünffachen Erhöhung der Geschwindigkeit gegenüber den vorbekannten Verfahren, wird nicht durch Kenntnis der bisher bekannten Verfahren nahegelegt.
Offenbar ist es nur der neuartigen Kombination des stark reduzierten Druckes und der absichtlichen Zugabe eines kondensierbaren Dampfes, z.B. Wasserdampfes, in der Beschichtungszone bei dem
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,erfindungsgemäßen Verfahren zu verdanken, daß eine mehrfache Zunahme der Auftragsgeschwindigkeit erreicht werden kann. Die bloße Zugabe von Wasserdampf in die Beschichtungszone bei atmosphärischem Druck oder bei bis zu 5 Zoll Hg erniedrigtem Druck gestattet nicht mehr als eine idVoige Erhöhung der Beschichtungsgeschwindigkeit ohne einen unerträglichen Einschluß von Bläschen.
Die Erfindung ist besonders vorteilhaft bei der Aufbringung wäßriger Silberhalogendispersionen in den verschiedenen Arten natürlicher und synthetischer wasserdurchlässiger Kolloide, die als Bindemittel für die Silberhalogenkörner benutzt werden, beispielsweise Gelatine, Albumin, Agar-Agar, wasserfester Polyamide, Polyvinylalkohole, teilhydrolysierter Polyvinylester, hydrophiler PoIyvinylacetale einschließlich solcher mit Farbbildnern und anderen Arten viskoser wäßriger Lösungen, vor allem solcher, die Kolloide enthalten. Das Verfahren ist besonders nützlich für die Bildung von Schichten aus Gelatine-Silberhalogen-Emulsionen. Eine vorzugsweise Ausführungsform des Verfahrens unter Anwendung von Gelatine-Silberhalogen-Emulsionen besteht darin, daß man eine wasserhaltige Dispersion lichtempfindlicher Silberhalogene in Gelatine mit einer Viskosität von 3000 bis 60000 cP in Gestalt einer dünnen Schicht von 0,05 bis 0,75 mm Zoll Dicke auf eine dünne, biegsame Bahn aufspritzt, die mit einer linearen Geschwindigkeit von 105 bis 150 m je Minute und i- bis 2oomal schneller, als der linearen Austrittsgeschwindigkeit der Dispersion entspricht, bewegt wird, und zwar bei weitgehender Abwesenheit von Luft und in der Gegenwart von zugesetztem Wasserdampf, wobei ein Druck von 30 bis 130 mm Hg und eine Temperatur von 30 bis 6o° C aufrechterhalten werden, während die anwesende Luft weniger als 5 % des Gesamtdampfdruckes ausmacht und Wasserdampf in einer Menge zugesetzt wird, die ausreicht, um das Wasser in der wasserhaltigen Dispersion bei der gewählten Temperatur am Sieden zu hindern.
Die nachfolgenden Ausführungsbeispiele dienen zur Erläuterung der Erfindung, sollen diese aber in keiner Weise begrenzen.
B e i s ρ i e 1 I
Zu Beginn des Beschichtungsvorganges wird der Druck der Beschichtungszone auf etwa 2 bis S mm Hg erniedrigt, um im wesentlichen alle nicht kondensierbaren Gase (z. B. Luft) zu entfernen. Darauf wird Wasserdampf hinzugegeben und der Druck dabei auf 50 bis 60 mm Hg erhöht, während die Evakuierung fortgesetzt wird. Eine Gelatine-Silberbromid-Emulsion mit einem Gehalt an Feststoffen (einschließlich Silberhalogenen) von 50% und mit einer Viskosität von ungefähr ioooocP wird nunmehr durch eine Auftragsvorrichtung, deren unteres Ende mit Lippen versehen ist, die einen Abstand von etwa 0,12 mm haben, mit einer Geschwindigkeit von 24 m je Minute auf einen Zellulose-Acetat-Film aufgetragen, die eine Dicke von annähernd 0,02 mm hat und "eine dünne Gelatineschidht auf ihrer oberen Fläche trägt und die sich duröh die Beschichtungszone mit einer Geschwindigkeit von annähernd 120 m je Minute bewegt In der Beschichtungszone werden ein reduzierter Druck von etwa 50 bis 60 mm Hg und eine Temperatur von etwa 38 bis 420 C aufrechterhalten, während Wasserdampf mit einer Geschwindigkeit zugegeben wird, die die Verdampfungsgeschwindigkeit des Wassers aus der aufgebrachten wasserhaltigen Gelatine-Silberhalogen-Emulsion übertrifft. Die Gelatine-Silberhalogen-Schicht ist, wenn sie aus der Zone des reduzierten Druckes kommt, frei von eingeschlossenen Bläschen, Wellen und Streifen, gleichförmig in ihrem Charakter und erstarrt. Sie kann weiter-, getrocknet und -bearbeitet werden bei gewöhnliehen oder erhöhten Temperaturen,. und der beschichtete Film hat zufriedenstellende fotografische Eigenschaften.
Beispiel II
Eine kontinuierliche Papierbahn mit einer Barytschicht wird in die Beschichtungskammer ;geführt, die bis auf einen Druck von etwa 6 mm Hg evakuiert ist und auf einer Temperatur von etwa 38 bis 420 C gehalten wird. Wasserdampf wird in die Kammer gelassen, nachdem nahezu alle Luft aus der Kammer entfernt ist, wobei der Druck auf etwa 60 mm Hg erhöht wird. Eine fotografische, wasserhaltige Gelatine-Silberbromid-Emulsion mit einem Gehalt an Feststoffen von ungefähr 40% und einer Viskosität von 7000 cP wird dann in Abwesenheit von aktinischem Licht auf die Barytoberfläche des Papiers aufgebracht, und zwar durch Auftragen durch ein enges Schlitzmundstück, dessen Lippen einen Abstand von etwa 0,25 mm haben, mit einer Spritzgeschwindigkeit von 9 m je Minute, während der Papierträger mit einer Geschwindigkeit von 90 m je Minute bewegt und kontinuierlich Wasserdampf zugeführt, der Druck auf etwa 50 mm Hg und die Temperatur auf etwa 380 C gehalten wird. Die fotografische Papierbahn hat, wenn sie aus der Zone des reduzierten Druckes kommt, zufriedenstellende fotografische Eigenschaften, ist glatt, frei von eingeschlossenen Bläschen und bei normalem Druck ausreichend fest, so daß sie anschließend bei normaler oder erhöhter Temperatur weitergetrocknet und dann zu einer Aufrollvorrichtung geführt werden oder durch Längs- und Querschnitte in kleine Blätter geteilt werden kann.
Beispiel III -
Eine Bahn von Zellulose-Acetat-Film mit einer Gelatineunterschicht1 wird in eine Beschichtungskammer geführt. Der Druck wird auf etwa 50 mm Hg absolut erniedrigt und die Temperatur auf etwa 380 C gehalten. Wasserdampf wird in die. Kammer gelassen, während die Evakuierung zwecks Auf rechterhaltung eines konstanten Druckes und Säuberung der Kammer von den nicht kondensierbaren Gasen fortgesetzt wird. Eine wäß-
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rige Gelatinelösung mit einem Gehalt an Feststoffen von ungefähr 40 °/o, die einen wasserlöslichen, lichthofverhindernden Farbstoff, wie z. B. 4, 4-Methenyl-bis-(i-plhenyl-3-methyl-pyrazolon-5), enthält undeine Viskosität von 30000 cP hat, wird dann durch eine Auftragsvorrichtung, die an ihrem unteren Ende ein enges Schlitzmundstück hat, ■ dessen Lippen einen Abstand von etwa 0,05 mm haben, mit einer Geschwindigkeit von'annähernd 12 m je Minute auf den Film und die Gelatineunterschicht aufgetragen, die sich mit einer Geschwindigkeit von 120 m je Minute bewegen. Die so aufgebrachte gefärbte Gelatineschicht ist frei von eingeschlossenen Bläschen und Streifen, gleichmäßig in ihren Eigenschaf ten und hat befriedigende fotografische Eigenschaften.
Verschiedenartige Beschichtungsgeräte können zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens benutzt werden. Der wesentliche Punkt ist, die Be-Schichtungszone mit einer geeigneten luftdichten Kammer zu umgeben, die mit Vorrichtungen zum Entfernen der Luft und des Dampfes aus der Kammer und zum Einführen von leicht kondensierbarem Dampf einer fotografisch unwirksamen wasserlöslichen Flüssigkeit ausgerüstet ist. Eine geeignete Apparatur ist schematisch in der Zeichnung dargestellt. Hierbei bedeutet 1 eine Kammer, in der eine Papier- oder Filmbahn über Walzen 2 und von dort über die Druckrollen 3 geführt wird.
Die Druckrollen pressen die Papier- oder Filmbahn gegen eine drehbare Dichtungstrommel 4, von wo sie unter Walzen 5 und 6, von dort aufwärts über eine Walze 7 geführt wird, die den Beschic'htungsort darstellt, dann abwärts unter Walzen 8 und 9,.
darauf wieder aufwärts durch einen engen Gang zwischen der. Dichtungstrommel 4 und einer gekrümmten Wand 10 der Kammer 1 und von dort schließlich zu einer Trocknungsabteilung und einer Aufrolltrommel (die nicht dargestellt sind). Die Kammer 1 ist mit Öffnungen 11 ausgestattet, die mittels eines geeigneten Rohres 12 . mit einer Vakuumpumpe oder einer Saugvorrichtung (nicht dargestellt) verbunden sind. Ein Rohrstück 13 ist' ebenfalls durch die Wand der Kammer geführt und mit einer.geeigneten Düse 14 zur Einführung eines kondensierbaren Dampfes einer Flüssigkeit, z. B. von Wasser, in die Kammer versehen. Ein Rohr 15 steht mit einer Beschichtungsstange 16 in Verbindung, die eine längliche Kammer 17 und ein Mundstück 18 mit engem Schlitz besitzt und mit einem geeignet bemessenen Vorratsbehälter einer viskosen wasserhaltigen Dispersion von Silberhalogen in Gelatine verbunden ist. Die Temperatur der Kammer kann mit Hilfe von Heizelementen 19 oder mittels eines Wassermantels, die mit geeigneten Energiequellen verbunden sind, erhöht \verden.
Die der Beschichtungsstelle gegenüberliegende Wand der Kammer 1 ist mit einem Fenster 20 versehen, so daß man den Beschichtungsvorgang beobachten kann. '
Während des Arbeitsganges wird die Kammer 1 mit einer Vakuumpumpe verbunden und der Druck zunächst auf etwa 2 bis 3 mm Hg absolut erniedrigt. Darauf wird Wasserdampf durch das' Rohr 13 eingelassen, der den Druck auf etwa 60 mm erhöht. Die zu beschichtende Bahn wird an der Auftragsvorrichtung 16 vorbeigeführt, während das Beschichtungsmittel auf die Bahn aufgetragen wird. Die Bahn bewegt sich mit einer Gesohwindigkeit, die größer ist als die Austrittsgeschwindigkeit der Dispersion, so daß die aufgespritzte Schicht nach unten gezogen wird. Das Vakuum wird während der gesamten Besohichtungsdäuer aufrechterhalten und der Wasserdampf kontinuierlieh durch das Rohr 13 eingelassen. Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf das Beschichten von Filmen und Papier mit wasserhaltigen Gelatine-Silberhalogen-Emulsionen begrenzt, sondern ist auch vorteilhaft bei der Schichtbildung aus wasserhaltigen Silberhalogendispersionen in anderen als den eben erwähnten wasserdurchlässigen Kolloiden. So kann das Verfahren beispielsweise angewendet werden für die Schiöhtbildung von Polyvinyl-Acetal-Farbbildnern aus wäßrigen Äthanollösungen von der in den USA.-Patentschriften 2 397 864 und 2 551 091 beschriebenen Art.
. Die Erfindung ist ferner zweckmäßig bei der Herstellung mehrschichtiger fotografischer Filme, einschließlich- von Mehrfarbenfilmen, sowohl Positiven als auch Negativen, von Kopierpapieren, doppelt beschichteten Röntgenfilmen, kinematopraphischen Filmen, Porträtfilmen und Papieren. Die Erfindung ist nicht nur vorteilhaft bei der Bildung von lichtempfindlichen Silberhalogen-Kolloid-Schichten, sondern kann auch herangezogen werden für die Herstellung von Lichtfilterschichten, von Lidhthofschutzschichten, die Farbstoffe und Pigmente enthalten, die die gewünschten Wellenlängen des Lichtes absorbieren, und schließlich von Schutzschichten und Unterschichten aus wäßrigen Lösungen einschließlich wäßriger Äthanollösungen. In diesen Schichten können Gelatine oder die anderen obenerwähnten Kolloide das filmformende Bindemittel darstellen. Die zur Beschichtung dienenden Lösungen können ein Gehalt an Feststoffen von 25 bis 60% aufweisen.
Ein Vorzug der Erfindung besteht darin, daß sie ein Verfahren liefert, das die Bildung wäßriger Kolloidschichten mit hohen Auftragsgeschwindigkeiten gestattet. Die Erfindung, ist besonders nützlich bei Viskositäten von 30000 bis 60000 cP. Das Verfahren ist einfach in der Handhabung und arbeitet zuverlässig mit einer kontinuierlichen Basis.
Ein anderer Vorzug'des erfindungsgemäßen Verfahrens ist darin zu erblicken, daß man Silberhalogenemulsionen mit einem hohen Gehalt an Feststoffen benutzen kann, was eine erhebliche Verminderung der Trocknungszeit zur Folge hat und eine gleichmäßige Regelung der Dicke der Silberhalogenschichten unabhängig von der Viskosität der Emulsion dadurch gestattet, daß man die Menge der Emulsion durch das Beschichtungsmundstück genau abmessen kann. Das Verfahren macht es überflüssig, die aus der Gelatine-Silberhalogen-
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Emulsion gebildete Schicht zu kühlen, damit diese erhärtet und einer weiteren Trocknungsbehandlung zugeführt werden kann. Die mehrfache Erhöhung der Auftragsgeschwindigkeit macht das Verfahren wirtschaftlicher als die vorbekannten Verfahren und erzielt Schichten von befriedigender Qualität.

Claims (10)

PATENTANSPRÜCHE:
1. Verfahren zum kontinuierlichen Beschichten einer Trägerbahn mit einer viskosen wasserhaltigen Masse, dadurch gekennzeichnet, daß man diese Masse durch einen Schlitzgießer in Form einer Schicht auf eine sich bewegende und mit einer linearen Geschwindigkeit von wenigstens 45 m je Minute sowie 1- bis 2oomal schneller als die Ausfktßgesdhwindigkeit der Masse transportierte biegsame Trägerbahn aufträgt, und zwar bei weitgehender Abwesenheit nicht kondensierbarer Gase, aber in Anwesenheit zugesetzter leicht kondensierbarer Gase einer inerten wasserlöslichen Flüssigkeit mit einem Siedepunkt von nicht höher als ioo° C bei Atmosphärendruck, wobei ein Druck von 20 bis 190 mm Hg und eine Temperatur von 24 bis 65° C eingehalten werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine viskose wasserhaltige Masse verwendet wird, die ein wasserdurchlässiges Kolloid enthält. /
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Kolloid Gelatine verwendet wird. ;
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine viskose wasserhaltige Masse verwendet wird,, -die einen die Lichthofbildung verhindernden Farbstoff enthält. '.-·'
5. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine viskose wasser-
, 40 haltige Masse verwendet wird, die aus einer
Dispersion von Silberhalogenen besteht. '-'' ._
6. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem Sahlitzgießer eine Schicht mit einer Dicke von 0,05 bis 0,75 mm aufgetragen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die biegsame Trägerbahn mit einer Geschwindigkeit von 100 bis 150 m je Minute fortbewegt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine Masse verwendet wird, die eine Viskosität von 2000 bis 100 000 cP hat.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß als kondensierbarer Dampf Wasserdampf zugesetzt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil der nicht kondensierbaren Gase auf weniger als.'' S% des gesamten' Dampfdruckes herabgesetzt wird. -.' /. '■' . <■'""
i.r. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man eine wasserhaltige Dispersion lichtempfindlicher Silbefhalogene in Gelatine mit einer Viskosität von 3000 bis 66 000 cP in Gestalt "einer dünnen Schicht von .,.■0,05 bis 0,75 mm Dicke auf eine dünne, biegsame Bahn aufträgt, die- mit einer linearen Geschwindigkeit von too bis 150 m je Minute und / ■ ■ i- bis 2oomal schneller als die lineare Ausflußgeschwindigkeit der Dispersion bewegt wird, und zwar bei weitgehender Abwesenheit von Luft und in der Gegenwart von zugesetztem Wasserdampf, wobei ein Druck von 30 bis 130 mm Hg und eine Temperatur von 30 bis 60° C aufrechterhalten werden, während die anwesende Luft weniger als 5% des Gesamt-. .dampfdruckes ausmacht und der Wasserdampf /-■■ in einer Menge zugesetzt wird, die ausreicht, ■ um das Wasser in der wäßrigen Dispersion bei - der gewählten Temperatur am Sieden zu hindern.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 609 6S8/39J 10.56

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