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Vorrichtung zum pneumatischen Austrocknen der Oberflächenfeuchte von
körniger Kohle od. dgl. Die Erfindung betrifft einen pneumatisch wirkenden Trockner
zum Austrocknen. der Feuchte, ins,-besondere Oberflächenfeuchte, von köTni,ger Kohle
oder dergleichen Stoffen, insbesondere Rohbraunkohle, bei der das Gut in einem senkrecht
oder annähernd senkrecht stehenden Trockner, z. B. im mittleren Teil, so eingeführt
wird, daß die groben Teile abwärts fallen, die feineren, vom Trockenmittelstrom
selbst gefördert, am Ende des Trockners ausgetragen werden.
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Die aus der Grube kommende Rohkohle, die z. B. bei Braunkohle eine
Körnung von etwa o bis 6o mm haben kann, neigt in stark oberflächenfeuchtem Zustand,
z. B. beregnet, zum Kleben und führt infolgedessen leicht Betriebserschwernisse
in den Aufbeereitungsanlagen herbei. Man hat bereits vorgeschlagen, Rohkohle zur
Vermeidung solcher Betriebserschwern.is,se vorzutrocknen. Eine praktische Ausführung
dieser Vortrocknung besteht indes bisher noch nicht.
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Nach der Erfindung soll die Vortrocknung der Kohle in der Weise durchgeführt
werden, daß bei ,vveitgehende.T Erhaltung der Kohlengröße die Abtrocknung nur um
wenige Prozent, z. B. von 58 auf etwa 55119 bei Braunkohle, bei Steinkohle je nach
der Beschaffenheit des Rohmaterials z. B. von 1d. bis i6% auf etwa io@/o erfolgt.
Auf diese Weise wird der Zweck, die Aufbereitungsmaschinen vor Verklebungen zu schützen
und besonders bei Braunkohle die Leistungsfähigkeit des Naßdienstes ohne Vergrößerung
der Apparatur zu steigern, vollkommen erreicht.
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Gemäß der Erfindung ist bei einer eingangs erwähnten Vorrichtung fü.r
die Austragung der nach
unten gefallenen gröberen Gutsstücke im
unteren Teil des Trockners eine zweite Gutsaustragstelle vorgesehen, und es sind
Temperatur sowie Geschwindigkeit des Trockenmittelstromes regelbar. Die Trockengasgeschwindigkeit
wird dabei so geregelt, daß das grobe Material, z. B. bei BraunkohIentrocknung etwa
ein Korn von io bis 6o mm, nicht pneumatisch gehoben wird, sondern dem Gasstrom
nach unten entgegenfällt und im tiefsten Punkt aus dem Trockner ausgeschleust werden
kann. Das feine Korn, z. B. bei Verarbeitung von Braunkohle in einer Größe von etwa
o bis io mm, das den größten Gehalt an Oberflächenwasser besitzt, wird dagegen in
üblicher Weise von den aufsteigenden Trocknungsgasen pneumatisch gefördert und in
einem nachgeschalteten Sichter oder Nlaterialabscheider gleichfalls aus dem Trocknun:gsgasstrom
ausgeschieden. Die abgeschiedenen gröberen und feineren Teile können alsdann getrennt,
z. B. mit Hilfe von Transportbändern, zur weiteren Verwenduirg kommen, z. B. im
\Taßdienst einer Braunkohlenbrikettfabrik verarbeitet werden. Hierbei ist die Abscheidung
und Trennung sehr viel leichter möglich als bei völlig getrocknetem Gut.
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Durch entsprechende Wahl der Rohrlängen sowie der Höhe der Einführungsstelle
des zu trocknenden Gutes in die steigende Trocknungsleitung hat man es in der Hand,
die Trockenzeit von grobem und feinem Korn entsprechend dem Trocknungsbedürfnis
für die Entfernung der Oberflächenfeuchtigkeit verschieden, gewünschtenfalls also
derart zu wählen, daß eine gleiche Oberflächentrocknung sowohl des groben Kornes
wie des feinen Kornes erzielt wird. Es ist ferner durch geeignete Vorrichtungen,
z. B. durch Zusatz oder Abzug eines Teiles des Heizgases an der Aufgabestelle, möglich,
die Gasgeschwindigkeiten im unteren Teil der Trockenstrecke, in der das grobe Korn
nach unten fällt, und im oberen Teil der Trockenstrecke, in der das feine Korn nach
oben getragen wird, verschieden zu halten und damit die Trockenzeit beider Gutsanteile
zu beinflussen.
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Ein Vorteil der erfindungsgemäßen Durchführung der Trocknung liegt,
abgesehen von ihrer hervorragenden Anpassungsfähigkeit an Korngröße und Oberflächenfeuchtigkeit,
darin, daß eine unerwünschte Zerkleinerung des Materials vermieden wird. Dabei wird
eine wirksame Auflockerung dies Gutes im Gasstrom und eine Sonderung schon in feuchtem
Zustand, und zwar der feineren und gröberen Bestandteile, ermöglicht, was wiederum
eine rasche Verdampfung der Oberflächenfeuchtigkeit bei hohen Leistungen bedingt.
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Es ist so ermöglicht, mit den für die kleineren Kornklassen ausreichenden
niedrigeren Trocknungsgasgeschwindigkeiten und damit mit geringerem Kraftaufwand
arbeiten zu können. Vorteilhaft können dabei zusätzliche Einführungsleitungen für
Heiz- und Fördergase oder Abzugsleitungen für diese sowie Regulierungsvorrichtungen
für die Zu-oder Abführung der Gase an dem Trocknerroh.r oder an dessen Abteilungen
vorgesehen sein. Auf diese Weise erhält man die Möglichkeit, die Korngrößen des
nach unten durchfallenden Gutsanteiles gegenüber den Korngrößen des nach oben pneumatisch
geförderten Anteiles beliebig entsprechend den Betriebserfordernissen zu regulieren.
Als weitere Möglichkeit kommt hinzu, daß durch die erwähnte regulierbare Gaszu-
und -abführung die Temperatur in verschiedenen Teilen des Trocknerroh.res sowie
im oberen und im unteren Teil unabhängig voneinander den jeweiligen Erfordernissen
und der Menge und Korngröße des. zu behandelnden Gutes entsprechend reguliert werden
kann. Auf diese Weise ist man in der Lage, z. B. Eigenschaftsänderungen der Kohle
durch wechselnde Witterungseinflüsse weitgehend und unmittelbar zu berücksichtigen.
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In der Zeichnung ist eine erfindungsgemäß ausgestaltete Anlage beispielsweise
dargestellt.
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Es bezeichnet hier in Abb. i das Bezugszeichen i eine Feuerung, aus
der die Trockengase durch die Leitung 2 in ein z-#veckmäß.ig senkrecht stehendes
Trocknerrohr 3 geführt werden, um dann weiter durch die Leitung 4. nach einem Materialabscheider
5 und von diesem aus durch die Leitung 6 in ein zweites, zweckmäßig tiefer stehend
als das erste Trocknerrohr angeordnetes Trocknerroh ,r 7 geführt zu werden. Aus
diesem werden die Gase weiter durch die Leitung 8 in den Materialabscheider g sowie
durch die Leitung io und den Ventilator i i und durch das Rohr 12 ins Freie geführt.
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Das Trockengut, z. B. Rohkohle, wird durch ein Förderband 13 in ein
Kapselwerk 14. aufgegeben und fällt aus diesem in das Trocknerrohr 3 ein. Die Weite
dieses Rohres und die Menge und Geschwindigkeit der Förder- und Trockengase in diesem
Rohr sind so bemessen, daß ein nach Menge und Körnung regelbarer, aus den gröberen
Stücken bestehender Anteil des Trockengutes, entgegengesetzt der Richtung des Förderluftstromes,
nach unten fällt, um dann weiter, gegebenenfalls unter Zwischenschaltung eines Kapselwerkes
oder einer Schleuse 15, in das untere Trocknerrohr 7 zu gelangen. Auch in diesem
Rohr fallen dann die schwereren Bestandteile nach unten, um am unteren Ende des
Trocknerrohres durch ein Kapselwerk 16 und die Leitung 17 abgezogen und durch das
Band 18 transportiert zu werden. Die feineren Bestandteile des durch das Kapselwerk
14 in das Trocknerrohr 3 gelangenden Gutes werden durch dien Trockenluftstrom in
die Leitung q. und weiter in den Materi.alabscheider 5 getragen, Die in diesem Materi,alabscheider
5 ausfallenden gröberen. Bestandteile gelangen durch die Schleuse ig und das Rohr
20 ebenfalls zum Abtransport, der gegebenenfalls durch das bereits erwähnte Band
18 erfolgen kann.
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Die feineren Bestandteile werden durch die Leitung 6 weiter in das
untere Trocknerrohr 7 gefü'hrt, so daß sie, soweit sie nicht bereits in diesem ausfallen,
durch die Leitung 8 in den Materialabscheider g gelangen. Der hier ausfallende Rest
des Materials gelangt dann durch die Schleuse 21 und das Rohr 22 ebenfalls zum Abtransport.
In
Abb. 2 bedeuten gleiche Bezugszeichen gleiche Teile wie in Abb. i. Das vertikale
Trocknerrohr ist hier in seinem unteren Teil 23 weiter, in seinem oberen Teil 24
mit engerem Durchmesser ausgebildet. Die durch das Transportband 13 und das Kapsehverk
14 zugeführte Rohkohle wird in den oberen Teil der unteren weiteren Abteilung des
Trocknerroh.res 23 eingeführt. Die gröberen Bestandteile fallen, entgegengesetzt
der Richtung des Förder- und Trockenluftstromes, nach unten und gelangen auf das
Transportband 18. Die feineren Bestandteile werden in den Materialabscheider 9 geführt,
aus dem sie durch die Schleuse 21 und das Rohr 22 ebenfalls zum Abtransport gelangen.
Die feinsten Bestandteile, die gegebenenfalls noch durch Leitung 12 weggeführt werden,
können z. B. in einem Staubabscheidar gesammelt «-erden.
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Als besondere zusätzliche Mittel, die dazu dienen, das Verhältnis
der Menge des durch die untere Abteilung 23 des Trocknerrohres fallenden Gutes zu
den durch das Rohr 24 nach oben getragenen feineren Anteilen des Gutes zu regeln-
und diese Anteile, z. B. nach Korngröße, abzustufen, sind hier besonders in die
beiden Abteilungen 23 und 24 einmündende Luftzuleitungen 25, 26 vorgesehen, die
aus der Feuerung i durch die Leitung 27 sowie vom Ventilator i i durch die Leitung
28 gespeist ,werden können. Dabei können die Luftmenge sowohl wie die Temperatur
der Luft für jede Abteilung 23, 24 durch entsprechende Anordnung und Einstellung
von Regulierungsvorrichtungen, z. B. von Klappen 29, 30, 31, 32, 33, beliebig eingestellt
sowie hinsichtlich der gewünschten Zuführung von Gasen in die Abteilungen 23 und'
24 des Trocknerrohres reguliert werden.
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Auf diese Weise läßt sich auch bei dieser Ausführung eine weitgehende
Anpassung der Geschwindigkeit, der Menge und der Temperatur der Trockengase an die
jeweiligen Bedürfnisse des Trockengutes erzielen. Auch lassen sich die. Anteile
des Trockengutes in jeder Abteilung sowie die Körnung beliebig regulieren und den
übrigen Betriebsbedingungen anpassen.
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Die beschriebene Einrichtung kann mannigfach im Rahmen der wesentlichen
Gedanken abgeändert und ausgestaltet werden. So könnten z. B. die Leitungen, die
zur Zuführung oder Abführung von Heizgasen zum Trocknerrohr oder zu dessen Abteilungen
dijenen, auch in anderer Weise angeordnet und betrieben werden, z. B. derart, daß
jede Abteilung mit selbständigen Leitungen versehen wird, die auf Saug- und Druckwirkung
bzw. für die Abführung oder Zuführung von Gasen zu der betreffenden Abteilung eingestellt
werden können. Es könnten ferner anstatt nur eines Steigrohres deren mehrere angeordnet
sein. Ebenso könnten mehrere hintereinander oder parallel geschaltete Trocknersteigrohre
sowie ferner mehrere Materialabscheider vorgesehen sein. Gegebenenfalls könnte auch
von dem an den einzelnen Materialsammelstellen ausfallenden Material ein regelbarer
Anteil wieder zur Aufgabestelle oder zu einer geeigneten Stelle des Trocknerrohres
zurückgeführt werden. Außer b°i der Vorbereitung von Braunkohle läßt sich das beschriebene
Verfahren z. B. auch bei Steinkohlenaufbereitung anwenden, z. B. um bei Luftwäschen
das feisse durch Feuchtigkeit verklebte Korn so weit von seiner Oberflächenfeuchtigkeit
zu befreien, daß die Leistung der pneumatischen Feinkohlenherde oder Feinkornsetzmaschinen
gesteigert und damit der Wascherfolg und der Entaschun.gsgrad verbessert werden.
Auch in diesem Fall bietet die beschriebene Arbeitsweise den Vorteil, d'aß das keiner
Trocknung bedürfende grobe Korn möglichst rasch aus dem Gasstrom entfernt wird.
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Die Anlage läßt :sich ferner auch zur Trocknung oder Vortrocknung
anderer Stoffe verwenden, bei denen ähnliche Gesichtspunkte wie bei der Aufbereitung
von Kohle obwalten.