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Verfahren zur Herstellung metallhaltiger Monoazofarbstoffe Es wurde
gefunden, daB man wertvolle metallhaltige Monoazofarbstoffe erhält, wenn man auf
sulfonsäure-und carbonsäuregruppenfreie Farbstoffe der allgemeinen Formel
worin R für einen Alkylrest oder eine gegebenenfalls substituierte Aminogruppe steht
und X Wasserstoff oder einen nicht ionogenen Substituenten bedeutet, metallabgebende,
vorzugsweise chrom- oder kobaltabgebende Mittel einwirken läßt.
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Monoazofarbstoffe der angegebenen allgemeinen Formel werden erhalten,
indem man diazotierte i Amino-2-oxybenzole, die im Kern eine gegebenenfalls substituierte
Sulfonamidgruppe oder eine Alkylsulfongruppe enthalten und die einen weiteren nicht
ionogenen Substituenten tragen können, mit i, 8:Trimethylen-q.-oxycarbostyrü kuppelt.
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Geeignete i-Amino-2-oxybenzöle sind beispielsweise i-Amino-2-oxybenzol-5-sulfonsäureamid
i-Amino-2 - oxybenzol - 5 - sulfonsäuremethylamid, i - Amino -
2-oxybenzol-5-sulfonsäuredimethylamid,
i-Amino-2-oxybenzol-5-sulfonsäureanilid, i-Amino-2-oxybenzol-5-methylsulfon, i-Amino-2-oxybenzol-5-äthylsulfon,
i-Amino-2-oxybenzol-4-sulfonsäureamid, i-Amino-2-oxybenzol-q.-sulfonsäure-dimethylamid,
i-Amino-2-oxybenzol-q.-sulfonsäure-anilid, i-Amino-2-oxybenzol-q.-methylsulfon,
i-Amino-2-oxy-5-chlorbenzolq.-sulfonsäureamid, i-Amino-2-oxy-5-methylbenzol-4.-sulfonsäureamid,
i-Amino-2-oxy-3-nitrobenzol-5-sulfonsäureamid.
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Das als Azokomponente verwendete i, 8-Trimethylen-4.-oxycarbostyril
läßt sich leicht durch Erhitzen von Tetrahydrochinolin mit Malonester gewinnen (Kayser
und Reissert, Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft, 25, [i892] 11g3).
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Die Metallisierung der Monoazofarbstoffe kann nach bekannten Verfahren
beispielsweise durch Einwirkung von Chromkomplexen der Sahcylsäure, Oxalsäure oder
Weinsäure, durch Umsetzen mit Alkalichromaten bei Anwesenheit reduzierender Mittel,
durch Erhitzen mit Chrom(III)-salzen in organischen Lösungsmitteln oder durch Einwirkung
ammoniakahscher Kobaltsalzlösungen erfolgen.
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Metallfreie Farbstoffe der genannten Art, die eine genügende Wasserlöslichkeit
aufweisen, können gegebenenfalls auch auf der Faser, beispielsweise nach dem Einbadchromverfahren,
in ihre Metallkomplexverbindungen übergeführt werden.
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Die neuen metallhaltigen Farbstoffe färben Wolle und Materialien von
ähnlichem färberischem Verhalten aus neutralem bis schwach saurem Bade in vorzugsweise
roten bis rotbraunen Tönen. Die Wollfärbungen zeichnen sich bei guter Gleichmäßigkeit
durch sehr gute Wasch-, Walk-, Dekatur- und Karbonisierechtheit sowie durch sehr
gute Lichtechtheit aus. Gegenüber dem aus Beispiel s der deutschen Patentschrift
842 o89 bekannten chromhaltigen Azofarbstoff zeichnen sich die erfindungsgemäßen
chromhaltigen Farbstoffe durch besseres neutrales Ziehvermögen, verbesserte Waschechtheit
und saure sowie alkalische Walkechtheit aus.
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In den folgenden Beispielen stehen Gewichtsteile zu Volumteilen im
Verhältnis von Gramm zu Milliliter. Beispiel i ii Gewichtsteile i-Amino-2-oxybenzol-5-sulfonsäureamid
werden mit Zoo Volumteilen Wasser und 12 Volumteilen konzentrierter Salzsäure angerührt
und mit einer wäßrigen Lösung von 4,3 Gewichtsteilen Natriumnitrit diazotiert. Die
Suspension der Diazoverbindung wird unter Rühren zu einer Lösung von 11,7 Gewichtsteilen
i,8-Trimethylen-4-oxycarbostyril in ioo Volumteilen 15°/oiger Sodalösung, 15 Volumteilen
4o°/oiger Natronlauge und 15o Gewichtsteilen Eis zugesetzt. Nach beendeter Kupplung
wird der Ansatz auf 7o bis 8o° erhitzt und der Farbstoff durch Zugabe von verdünnter
Essigsäure zur Abscheidung gebracht und abfiltriert. Die Farbstoffpaste wird in
500 Volumteilen Wasser unter Zusatz von verdünnter Natronlauge gelöst und
bei 7o bis 8o° mit einer ammoniakalischen Lösung von 8,5 Gewichtsteilen kristallisiertem
Kobaltsulfat verrührt. Nach beendeter Metallisierung wird der Farbstoff durch Zugabe
von Kochsalz abgeschieden, abgepreßt und getrocknet. Er bildet ein braunes Pulver,
das sich in Wasser leicht mit brauner Farbe löst und Wolle aus neutralem Bad in
gleichmäßigen orangebraunen Tönen von sehr guter Naß- und Lichtechtheit färbt.
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Zur Herstellung der Chromkomplexverbindung wird die Paste des metallfreien
Farbstoffes unter Zusatz von verdünnter Natronlauge in 300 Volumteilen Wasser
gelöst und mit Zoo Volumteilen einer alkalischen Lösung von Chromsalicylsäure, entsprechend
2,5 Gewichtsteilen Chromoxyd, unter Rückfluß so lange -erhitzt, bis die Metallisierung
beendet ist. Der abgeschiedene und getrocknete Farbstoff stellt ein rotbraunes Pulver
dar, das sich in Wasser leicht mit blauroter Farbe löst und Wolle aus neutralem
Bad in gleichmäßigen rotstichigen Bordotönen von sehr guter Naß- und Lichtechtheit
färbt. Beispiel 2 13 Gewichtsteile i-Amino-2-oxy-5-chlorbenzol-¢-sulfonsäureamid
werden mit 250 Volumteilen Wasser und i2 Volumteilen konzentrierter Salzsäure
angerührt und mit einer wäßrigen Lösung von 4,3 Gewichtsteilen Natriumnitrit diazotiert.
Die Suspension der Diazoverbindung wird unter Rühren zu einer Lösung von 1i,7 Gewichtsteilen
i, 8-Trimethylen-¢-oxy-carbostyril in ioo Volumteilen 15°/oiger Sodalösung, 15 Volumteilen
4o°/oiger Natronlauge und 15o Gewichtsteilen Eis zugesetzt. Nach beendeter Kupplung
wird der Ansatz auf 7o bis 8o° erhitzt und der Farbstoff durch Zugabe- von verdünnter
Salzsäure zur Abscheidung gebracht und abfiltriert. Die Farbstoffpaste wird in
500 Volumteilen Wasser unter Zusatz von verdünnter Natronlauge gelöst und
bei 7o bis 8o° mit einer ammoniakalischen Lösung von 8,5 Gewichtsteilen kristallisiertem
Kobaltsulfat verrührt. Nach beendeter Metallisierung wird der Farbstoff durch Zugabe
von Kochsalz abgeschieden, abgepreßt und getrocknet. Er bildet ein rotbraunes Pulver,
das sich in Wasser leicht mit blauroter Farbe löst und Wolle aus neutralem Bad in
gleichmäßigen blaustichigen Rottönen von sehr guter Naß- und Lichtechtheit färbt.
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Zur Herstellung der Chromkomplexverbindung wird die Paste des metallfreien
Farbstoffes unter Zusatz von verdünnter Natronlauge in 500 Volumteilen Wasser
gelöst; zu der Lösung wird unter schwachem Sieden eine schwach alkalische Lösung
von 6 Gewichtsteilen Natriumbichromat und 6,5 Gewichtsteilen Traubenzucker in 150
Volumteilen Wasser zugetropft. Nach beendeter Metallisierung wird der Farbstoff
in üblicher Weise isoliert und getrocknet. Man erhält ein braunrotes Pulver, das
sich in Wasser leicht mit blauroter Farbe löst und Wolle aus neutralem Bad in gleichmäßigen
Bordotönen von sehr guter Naß-und Lichtechtheit färbt.
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In analoger Weise können die in der folgenden Tabelle aufgeführten
metallhaltigen Farbstoffe hergestellt werden.
| Färbung der Metall- |
| Nr. Diazokomponente Azokomponente Metall komplexverbindung
. |
| auf Wolle |
| 3. i-Amino-2-oxybenzol-4-sulfonsäure- i, 8-Trimethylen-q.-oxy-
Co Ziegelrot |
| amid carbostyril |
| q.. desgl. desgl. Cr Blaustichigrot |
| 5. i-Amino-2-oxybenzol-5-sulfonsäure- desgl. Cr desgl. |
| dimethylamid |
| 6. i-Amino-2-oxybenzol-4-sulfonsäure- desgl. Co Ziegelrot |
| dimethylamid °' |
| 7. desgl. desgl. Cr Rotstichigbordo |
| B. i-Amino-2-oxybenzol-4-sulfonsäure- desgl. Co Ziegelrot |
| anilid |
| g. desgl. desgl. Cr Rotstichigbordo |
| 1o. i-Amino-2-oxybenzol-5-methyl-- desgl. Co Orangebraun |
| sulfon |
| ii. desgl. desgl. Cr Blaustichigrot |
| 12. i-Amino-2-oxybenzol-q.-m_ethyl- desgl. Co Ziegelrot |
| sulfon |
| 13- .i-Amino-2-oxybenzol-5-äthyl- desgl. Co Orangebraun |
| sulfon |
| 1q.. desgl. desgl. Cr Blaustichigrot |
| 15. i-Amino-2-oxybenzol-5-n-propyl- desgl. Cr desgl. |
| sulfon |