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Klappbares Räumgerät für den Strebbau ' Zusatz zum Zusatzpatent 830
389
Es ist bekannt, zum Hereinladen von Kohle Räumpflüge zu verwenden, die
an der den Kohlenstoß unterschrämenden Maschine angehängt sind und von dieser an
dem Fördermittel entlang gezogen werden, wobei sie die unterschrämte Kohle in den
Förderer drücken. Bei der Talfahrt werden diese Räumgeräte dann nach dem Lösen entsprechender
Bolzen bzw. Schrauben zusammengeklappt und können, da sie sich jetzt gut den durch
das fortwährende Nachrücken des Förderers entstandenen beengten Raum- und Platzverhältnissen
anpassen, ohne große Schwierigkeit zum Ausgangspunkt der Räumfahrt zurückgezogen
werden.
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Bei den bekannten Ausführungen dieser Art von Räumgeräten unterscheidet
man zwei im Aufbau unterschiedliche Formen. Während bei einer bekannten Ausführung
das Räumblech durch ein auf dem Sohlepacken gleitendes Verbindungseisen mit dem
auf dem Fördermittel gleitenden Führungseisen verbunden ist, wird bei der Ausführung
nach dem Hauptpatent 870 389 (Patentanmeldung E q.86 r VI / 5 b) das Räumblech durch
eine auf seiner Rückseite befindliche Versteifungsrippe an dem Führungseisen abgestützt.
Beiden Ausführungen gemeinsam ist die Verstellbarkeit des Räumbleches mittels Bolzen
in verschiedene Räumtiefen.
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Die diesen Ausführungen anhaftenden Mängel liegen bei der erstgenannten
Form in der Anordnung des Verbindungseisens, welches unter der zu räumenden Kohle
hindurchgezogen werden muß und dadurch den Reibungsschluß zwischen dem am Liegenden
stehenbleibenden .Sohlepacken und dem
zu räumenden Gut unterbricht,
und in dem umständlichen Umbau des Gerätes beim Räumen in beiden Fahrtrichtungen.
Mit der zuletzt genannten Ausführung ist es nicht möglich, in beiden Fahrtrichtungen
zu räumen, sondern das Gerät kann nur für Links- bzw. Rechtsstoß verwandt werden.
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Außerdem ist eine Änderung der Räumtiefe bei beiden Geräten nur in
kleinen Grenzen möglich, da bei kleiner Räumtiefe das in den Förderquerschnitt hineinragende
Verbindungseisen bzw. das Ende der Versteifungsrippe die Förderung der beim Schrämen
direkt anfallenden Kohle behindert.
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Ziel der Erfindung ist es, diese angeführten Mängel zu beseitigen.
Zu diesem Zweck ist auf dem Führungseisen ein Zapfen angeordnet, der ein scharnierartig
ausgebildetes, mit Messern versehenes Räumblech trägt. Dieses Blech besitzt auf
seiner Rückseite eine Versteifungsrippe, die sich auf ein auf dem Führungseisen
fest angeschweißtes Halteblech aufschiebt, sich dort in der äußersten Stellung abstützt
und durch einen Bolzen bzw. eine Schraube befestigt wird. Die Bohrungen der am Führungseisen
befestigten Rippe lassen eine Befestigung des Räumbleches in den verschiedensten
Stellungen zu und ermöglichen es somit, das Gerät vor Ort den bestehenden Verhältnissen
anzupassen.
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In weiterer Ausführung der Erfindung kann der Zapfen auch in der Längsmitte
des Führungseisens angeordnet sein und zwei scharnierartig ausgebildete, gleiche,
in einem stumpfen Winkel zueinander stehende, mit Messern versehene Räumbleche tragen.
Beide Räumbleche sind durch eine je einem Blech zugeordnete Versteifungsrippe -
die ineinandergreifen - lösbar miteinander verbunden, wobei der beide Rippen verbindende
Bolzen durch Einführen in verschiedene Lochstellungen eine Änderung des zwischen
den Räumblechen bestehenden stumpfen Winkels und damit der Räumtiefe zuläßt. Bei
der Räumfahrt übernimmt eines der beidenBleche dieRäumarbeit, während das andere,
parallel zum Fördermittel bzw. zum neuen Kohlenstoß liegende Blech an einem Anschlag
des Führungseisens befestigt wird und damit die ganze inn den Zapfen drehbare Einrichtung
hält.
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Da an die im untertägigen Einsatz stehenden Schrämmaschinen leistungsmäßig
sehr hohe Anforderungen gestellt werden, werden die in der Kohle-stellenweise vorkommenden
harten Einlagerungen eine solche - Maschine bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit
beanspruchen. Wenn dabei auch der für das Räumgerät aufzuwendende Leistungsanteil
im Verhältnis zur Antriebsleistung klein ist, so ist diese dann fehlende Leistung
für die reibungslose Abwicklung des Schrämbetriebes doch oft von ausschlaggebender
Bedeutung. Eine in diesem Falle vorzunehmende Verringerung der Räumtiefe kann an.
beiden Ausführungen des vorliegenden Räumgerätes leicht und schnell durchgeführt
werden und würde somit den für die Räumarbeit notwendigen Leistungsanteil nicht
unwesentlich verkleinern. Außerdem läßt sich mit dein doppelseitig ausgebildeten
Gerät die nach der Räumfahrt v om Hangenden hereingebrochene Kohle durch Einschwenken
des parallel zum Führungseisen stehenden Bleches bei der Talfahrt in den Förderer
laden und erfordert somit keine zusätzliche Handarbeit.
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Fig. i und 2 zeigen ein Ausführungsbeispiel der Erfindung in Vorderansicht
und Draufsicht, während in den übrigen. Abbildungen ein zweites Ausführungsbeispiel
des Erfindungsgegenstandes dargestellt ist. Es zeigen Fig. 3 und 4 eine Vorderansicht
und Draufsicht des Räumgerätes, Fig. 5 einen Schnitt im vergrößertem Maßstab nach
der Linie a-b der Fig. 4, Fig. 6 und 7 das Räumgerät im Grundriß und in der Stellung
der kleinsten Räumtiefe bzw. im gestreckten Zustand, Fig.8 einen Schnitt im vergrößerten
Maßstabe nach der Linie c-d der Fig. 7.
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Der mit i bezeichnete Förderer liegt am Kohlenstoß 2 und trägt auf
der dem Kohlenstoß zugewandten Seite das Räumgerät 3. Dieses liegt mit seinem Führungseisen
4, das mit einem Angriffsauge 5, einem Futterstück 6 und mit einem Halteblech 7
versehen ist, auf dem Fördermittel i auf und wird mittels Seil bzw. Kette 8 an die
vorlaufende Scbrämmaschine angehängt. Um den Zapfen 9 des Führungseisens i ist das
Räumblech io schwenkbar angeordnet und stützt sich mit seiner Versteifungsrippe
i i an dem Halteblech 7 ab. Das mit mehreren Bohrungen i2 ausgebildete Halteblech
7 ragt in die aus zwei Blechen bestehende Versteifungsrippe i i hinein und hält
mittels Bolzen 13 das Räumblech io in der gewünschten Räumtiefe fest.
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In weiterer Ausführung der Erfindung können auf dem Führungseisen
14, das mit zwei an den Enden befindlichen Angriffsaugen 15, 16 und mit zwei Anschlag-
bzw. Futterstücken 17, 18 versehen ist, auch zwei Räumbleche i9, 2o angeordnet sein.
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Die beiden Räumbleche i9, 2o sitzen auf dem am Führungseisen 14 fest
angeschweißten Zapfen 21 und werden dort von den beiden Scharnierblechen 22, 23
drehbar gehalten. Die äußeren Räumblechenden sind mit Messern24,a5 besetzt und mit
einer aus zwei Blechen 26, 27 bestehenden Versteifungsrippe 28 bzw. 29 ausgerüstet,
auf denen wiederum kurze senkrechte Rippen 3o angeordnet sind. Zwischen den Blechen
26, 27 fest eingeschweißt liegen bei der Versteifungsrippe 28 das Scharnierblech
22 und das Halteblech 31, welches in die das Scharnierblech 23 tragende Versteifungsrippe
29 hineinragt und dort durch den Bolzen 32 in verschiedenen Stellungen - zur Änderung
der Räumtiefe - befestigt werden kann.
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Die ganze in sich starr um den Zapfen 21 drehbare Anordnung wird nun
in die Arbeitsstellung gebracht und von dem parallel zum Förderer i liegenden, an
dem Anschlagstück 17 befestigten Räumblech 2o gehalten. Nach der Räumfahrt können
nach Lösen der Befestigung 33 beide Räumbleche i'9, 2o um den Zapfen 21, der zur
Sicherung der Scharnierbleche 22, 23 einen Sprengring 34 trägt, geschwenkt und in
der neuen Arbeitsstellung
an dem Anschlag i8 befestigt werden. Die
jetzt folgende Talfahrt der Schrämmaschine auf dem nach Abräumen des Kohlepackens
nachgerückten Fördermittel i bringt dann den Rest des vom Hangenden hereingebrochenen
oder mittels Abbauhammer gelösten Kohlenstoßes in den Förderer.
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Durch das Entfernen des Bolzen 32 können beide Räumbleche ig, 2o so
eingestellt werden, daß sie, einen gestreckten Winkel bildend, parallel zum Führungseisen
14 liegen (Fig. 7) und das Gerät im Fördermittel i verfahren werden kann.