DE952472C - Verfahen zur Polymerisation ungesaettigter organischer Verbindungen - Google Patents

Verfahen zur Polymerisation ungesaettigter organischer Verbindungen

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DE952472C
DE952472C DEB6629D DEB0006629D DE952472C DE 952472 C DE952472 C DE 952472C DE B6629 D DEB6629 D DE B6629D DE B0006629 D DEB0006629 D DE B0006629D DE 952472 C DE952472 C DE 952472C
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Dr-Ing Erhard Grams
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    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08FMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED BY REACTIONS ONLY INVOLVING CARBON-TO-CARBON UNSATURATED BONDS
    • C08F4/00Polymerisation catalysts
    • C08F4/28Oxygen or compounds releasing free oxygen

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  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Addition Polymer Or Copolymer, Post-Treatments, Or Chemical Modifications (AREA)

Description

Es ist bekannt, daß ungesättigte organische Verbindungen, insbesondere die Vinylverbindungen, in wäßrigem Medium mit wasserlöslichen Sauerstoffperverbindungen polymerisiert werden können. Häufig sind hierbei die Anspringzeiten, d. h. die Zeiten, innerhalb deren die Polymerisation einsetzt, und die Polymerisationszeiten vor allem bei tiefen Temperaturen für technische Zwecke zu lang, ja es setzt bei tiefen Temperaturen die Polymerisation überhaupt nicht ein.
Es wurde nun gefunden, daß man diese Mängel weitgehend beseitigen, d. h. sowohl die Anspring- als auch die Polymerisationszeiten wesentlich verkürzen kann, wenn man die Polymerisation mit Sauerstoffperverbindungen in Gegenwart geringer Mengen von wasserlöslichen Aminoalkoholen oder ihren nicht polymerisierbaren Salzen ausführt. Die wasserlöslichen Aminoalkohole oder ihre Salze wirken dabei als Aktivierungsmittel.
Es ist zwar aus dem Schrifttum bekannt, Mischpolymerisate aus polymerisierbaren Verbindungen und geringen Mengen Vinylsulfonsäure oder ihren Salzen mit anorganischen Basen oder Aminen, u. a. Triäthanolamin, zu polymerisieren·. Dies konnte aber keinen Hinweis darauf geben, daß ein Zusatz von Aminoalkoholen oder ihren nichtpolymerisierbaren Salzen bei Polymerisationen besondere Vorteile bietet.
Als wasserlösliche Aminoalkohole seien genannt: Mono-, Di- und Triäthanol-, -propanol- oder -butanolamin und am Stickstoff alkylierte und bzw. oder arylierte oder aralkylierte wasserlösliche Aminoalkohole, ζ. B. Diäthyläthanolamin, und Benzyldiäthanolamin; ferner wasserlösliche Aminoalkohole, deren Stickstoff zyklisch gebunden ist, z. B. N-Oxäthylpyrrolidin, und α- oder /J-Oxypyrrolidin; endlich solche am Stickstoff alkylierte und bzw. oder arylierte Derivate, welche gleichzeitig noch Carboxylgruppen
enthalten, ζ. B. Monoäthanolaminodiessigsäure, Aminotriessigsäurediglykolester oder Diäthanolaminopropionsäure oder Diäthanolaminobenzoesäure.
Auch polyalkylierte Amine, z. B. Aminodiglykol oder Aminotri-diglykol, zeigen deutliche Beschleunigung.
Auch quaternäre Basen, z. B. Tetraäthanolammoniumhydroxyd und ihre Salze, sind wirksam.
Die optimale Menge des Aminoalkohols ist von ίο seiner Konstitution, von der Art und Menge der Vinyl- und Sauerstoffperverbindungen, der Polymerisationstemperatur und der Wasserstoffionenkonzentration abhängig, aber in jedem Fall durch Versuche einfach zu ermitteln. Bei Anwendung von Triäthanolamin und Natriumpersulfat eignet sich z. B. am besten die gleiche bis dreifache Menge des Aminoalkohols, bezogen auf das Persulfat. Dabei liegt die optimale Menge je nach der Vinylverbindung zwischen 0,2 und ι °/0 Triäthanolamin bezogen auf die Vinylverbindung. In der Reihe der Mono-, Di- und Triäthanolamine liegt eine deutliche Steigerung der Wirkung vom Monoäthanolamin zum Triäthanolamin vor. Auch das Diäthyläthanolamin ist wirksamer als das Monoäthanolamin. Die aktivierende Wirkung der Aniinoalkohole tritt bei allen wasserlöslichen organischen und anorganischen Sauerstoffperverbindungen ein, z. B. Methyltetrahydrofuranperoxyd, Acetonperoxyd und Wasserstoffperoxyd, Natriumperoxyd, Perboraten und insbesondere Persulfaten und bei Gemischen dieser Sauerstoffperverbindungen untereinander. Der aktivierende Einfluß der wasserlöslichen Aminoalkohole auf die Sauerstoffperverbindungen kann unter Umständen durch Zusatz reduzierender Stoffe, z. B. Sulfit, Hydrosulfit, Phosphat, noch gesteigert werden. In weitaus den meisten Fällen erübrigt sich jedoch ein derartiger Zusatz. Die aktivierende Wirkung der Aminoalkohole ist so stark, daß auch in Gegenwart von Luft, d. h. molekularem Sauerstoff, der manchmal die Polymerisation hemmt und deshalb ausgeschlossen werden muß, die Polymerisation sofort einsetzt.
Wegen des Zerfalls der Perverbindungen empfiehlt es sich in vielen Fällen, vor allem bei längerer Polymerisationsdauer, die Perverbindungen nicht auf einmal zu Beginn der Polymerisation, sondern erst nach und nach in dem Maße des Polymerisationsfortschrittes zuzugeben.
Besonders deutlich tritt die aktivierende Wirkung der wasserlöslichen Aminoalkohole auf die Polymerisation bei den Derivaten, z. B. Estern, Nitrilen und Amiden, der Acrylsäure und ihrer α- und /5-Substitutionsprodukte, z. B. den Estern, Nitrilen und Amiden der Methacrylsäure, der Croton-, Zimt-, Malein- und Fumarsäure, bei cc, /^-ungesättigten Carbonylverbindungen, z. B. Methylvinylketon, bei den Vinylestern und Vinylhalogeniden, z. B. Vinylacetat, Vinylbenzoat oder Vinylchlorid, sowie bei dem asymmetrischen Dichloräthylen in Erscheinung, bei denen sowohl die Anspringzeit und -temperatur wesentlich herabgesetzt als auch die Polymerisationszeit bei sonst gleichen Bedingungen wesentlich verkürzt wird. Das gleiche gilt für ungesättigte Kohlenwasserstoffe, z.B. Styrol, Butadien und Isopren, besonders im neutralen und alkalischen Gebiet. Auch bei der Mischpolymerisation I von zwei oder mehreren dieser Stoffe ist die aktivierende Wirkung vorhanden, z. B. bei der Polymerisation von Isopren und bzw. oder Butadien mit Acrylnitril, Acrylestern und -amiden, Methacrylestern und -amiden, α, ^-ungesättigten Carbonylverbindungen und asymmetrischem Dichloräthylen, oder bei der Mischpolymerisation der genannten Verbindungen sowie der Vinylester, Vinylhalogenide, Vinyläther und von N-Vinylverbindungen, z. B. Vinylcarbazol, untereinander.
Besonders deutlich ist die aktivierende Wirkung der wasserlöslichen Ammoalkoholztisätze bei tiefen Temperaturen. So gelingt die Polymerisation der vorstehend genannten Verbindungen mit Hilfe der Aminoalkohole ohne Energiezuführung. Es wird also bei der Polymerisation in wäßriger Lösung oder Emulsion die Aufheizung großer Wassermengen auf höhere Temperaturen erspart. Man erzielt sogar die Polymerisation unterhalb gewöhnlicher Temperatur, d. h. Temperaturen unter 200, bei denen nach den bisher üblichen Verfahren, d. h. also ohne Zusatz von wasserlöslichen Aminoalkoholen, überhaupt keine oder höchstens äußerst träge Polymerisation eintrat.
Von starkem Einfluß auf die Anspring- und Polymerisationszeit ist die Wasserstoffionenkonzentration des Mediums, in welchem polymerisiert wird, und zwar derart, daß im allgemeinen in der Nähe des Neutralpunktes bei alkalischer Einstellung diese Zeiten wesentlich kürzer sind als im sauren Gebiet. Bei den Aminoalkoholen, welche außerdem noch Carboxylgruppen enthalten, ist dagegen die Wirkung von der Wasserstoffionenkonzentration in der Nähe des Neutralpunktes weitgehend unabhängig.
Zur Einstellung des für die Polymerisation günstigsten Bereichs der Wasserstoffionenkonzentration wird vorteilhaft eine schwache oder eine mehrbasische Säure zum Neutralisieren der Aminoalkohole verwendet, z. B. Phosphorsäure, Borsäure, eine Carbonsäure oder Polycarbonsäure. Beim Zerfall der Persulfate in Bisulfate während der Polymerisation üben diese Säuren dann eine Pufferwirkung aus, so daß das Sauerwerden des Reaktionsmediums weitgehend verhindert wird.
Bei Anwendung von Sulfo- oder Carbonsäuren als Dispergiermittel ist es zweckmäßig, sie in Form ihrer Salze mit den Aminoalkoholen zu benutzen, um den Salzgehalt der wäßrigen Phase niedrig zu halten. Die Äthanolaminsalze der höhermolekularen organischen Sulfo- und Carbonsäuren zeichnen sich durch gute emulgierende Eigenschaften aus. Zum Teil kommt ihnen auch eine weichmachende und stabilisierende Wirkung für die gegebenen Stoffe zu.
Die Tatsache, daß man nunmehr bei tiefen Temperaturen mit technisch brauchbaren Polymerisationszeiten polymerisieren kann, führt zu einer Reihe von neuen technischen Möglichkeiten und auch zu neuen Stoffen. So bedingen die höheren Polymerisationsgrade, die allgemein durch Polymerisation bei tiefen Temperaturen erzielt werden, eine Verbesserung der mechanischen Eigenschaften der Polymerisate. Ferner treten Reaktionen zurück, die bei höherer Temperatur eintreten, z. B. die Vernetzung bei den Dienpolymerisäten.
Auch die kontinuierliche Polymerisation bei tiefer Temperatur ist für eine Reihe von Stoffen nach diesem neuen Verfahren infolge des sicheren und raschen Eintretens der Polymerisation nunmehr möglich. Die dabei auftretenden geringeren Drucke gestatten eine apparative Vereinfachung und Verbilligung. Gleichzeitig tritt auch durch die Polymerisation bei tiefen Temperaturen eine Erhöhung der Betriebssicherheit ein.
Beispiel ι
Eine gesättigte Lösung von Acrylsäuremethylester in Wasser wird mit 0,1% Kaliumpersulfat und dem in der nachstehenden Tabelle verzeichneten Aminoalkohol als Aktivator versetzt und das pH auf die gewünschte Höhe mit Phosphorsäure eingestellt. Proben dieser Lösungen werden im Thermostaten auf 6o° erhitzt. Der Beginn der Polymerisation ist am Trübwerden der Lösungen erkennbar.
Aktivator
Anspringzeit (min) bei
= S = 6
PH =
P„ = 9
ohne Aktivator
0,2 °/0 Äthanolamin
0,2 % Diäthanolamin
0,2 % Triäthanolamin
0,2 % Tetraäthanolammoniumphosphat
250,0 21,0 l8,0 l6,0 23,0 240,0
19,5
l6,0
13,0
23,0
210,0
14,0
12,0
8,0
22,0
150,0 11,0
8,0
5,o
20,0
120,0
9,o
7,o
4,o
18,0
In gleicher Weise ergibt sich die Abhängigkeit der Anspringzeit von der Menge des Aktivators und vom pH für Vinylacetat:
Aktivator
Anspringzeit (min) bei ■ = 6 I P= 7
ohne Aktivator
0,1% Triäthanolamin.
0,25%
0,5%
1,0%
11,0
9,5 9,0 8,0 6,0 10,0
9,0
8,0
7,o 5,5
8,0
5,5
4,5
4,o
3,o
7,o 3,5 2,5
6,5 2,5
o,5 o,5
Beispiel 2
20 Teile Acrylsäureäthylester werden in einer Lösung von ι Teil a-oxyoktodekansulfonsaurem Natrium und 0,2 Teilen Natriumpersulfat in 40 Teilen Wasser emulgiert, und die Emulsion wird bei gewöhnlicher Temperatür geschüttelt. Je nach Art der zugesetzten Aminoalkohole setzt spontane Polymerisation nach folgenden Zeiten ein (begleitet von einer Temperatursteigerung bis etwa 700, wenn man nicht kühlt):
0,5 Teile Triäthanolamin nach 6 Minuten
o,5 o,5 o,5 o,5
N-Oxyäthylpyrrolidin ...
Triisopropanolamin
Aminodiglykol
Tetraäthanolammonium-
hydroxyd
i, 3-Propanolamin
7 15 45
70 80
Die Zeiten sind von der Reinheit der Aminoalkohole abhängig. Ohne Zusatz eines Aminoalkohols als Aktivator tritt kein Temperaturanstieg ein, und es sind nach 15 Stunden nur Spuren von Polymerisat entstanden.
Beispiel 3
Eine Emulsion von 100 Teilen asymmetrischem Dichloräthylen in einer wäßrigen Lösung von 3 Teilen a-oxyoktodecylsulfonsaurem Natrium, 0,6 Teilen Natriumpersulfat und 1,2 Teilen N-Oxyäthylpyrrolidin in 300 Teilen Wasser wird mit Essigsäure auf pH 6,5 eingestellt und bei gewöhnlicher Temperatur gerührt. Die Temperatur steigt auf etwa 320. Nach 4 Stunden ist das Dichloräthylen vollständig polymerisiert. Ohne Zusatz des Oxyäthylpyrrolidins ist die Polymerisation nach dieser Zeit noch nicht angesprungen.
Beispiel 4 10Q
21 Teile Isopren und 9 Teile Acrylsäurenitril werden in 60 Teilen Wasser, das τ,8 Teile des Natriumsalzes einer höhermolekularen aliphatischen Sulfonsäure und 0,3 Teile Persulfat gelöst enthält, emulgiert und 40 Stunden bei Zimmertemperatur geschüttelt. Die Ausbeute an Polymerisat beträgt
ohne Aktivator a) 12%
b) 25%
mit 0,5 Teilen Monoäthanolamin 43 %
- 0,5 - Diäthanolamin 64%
- 0,5 - Triäthanolamin 92 %
- Tetraäthanolammoniumhydroxyd 80 %
- Tetraäthanolammoniumsulfat .... 58 °/0
- Triisopropanolamin 93 %
- Diäthyläthanolamin 91 %
Die Verarbeitbarkeit des mit Hilfe von Aminoalkoholen in kurzer Zeit und bei tiefer Temperatur mit hoher Ausbeute (bei Ausdehnung der Polymerisationszeit erzielt man praktisch restlose Umwandlung der Monomeren in Polymere) erhaltenen synthetischen Kautschuks auf der Walze ist infolge nur geringer Molekülvernetzung weit besser als die solcher Polymerisate, die ohne Zusatz von Aminoalkoholen hergestellt sind. Zur Erzielung gleich guter Ausbeuten würden dabei überdies wesentlich längere Polymeri-
sationszeiten bzw. wesentlich höhere Polymerisationstemperaturen benötigt.
Beispiel 5
21 Teile Isopren und 9 Teile Acrylnitril werden in 60 Teilen Wasser, das 1,8 Teile a-oxyoktodekansulfonsaures Natrium und 0,12 Teile Natriumpersulfat gelöst enthält, emulgiert. Die eine Hälfte der Emulsion wird ohne, die andere Hälfte nach Zusatz von 0,3 Teilen Aminodiglykol 30 Stunden lang bei Zimmertemperatur geschüttelt. Die Ausbeute an Polymerisat beträgt im ersten Fall 18%, bei Zusatz des Äminoalkohols 64%.
Beispiel 6
21 Teile Isopren und 9 Teile Acrylnitril werden in einer Lösung von 2,1 Teilen des Natriumsalzes einer höhermolekularen aliphatischen Sulfonsäure in 60 Teilen Wasser emulgiert und unter Anwendung verschiedener Mengen Natriurnpersulfat und Triäthanol-
amin (bei gleichzeitiger Änderung des Verhältnisses von Persulfat zu Triäthanolamin) 30 Stunden bei Zimmertemperatur geschüttelt. Die Ausbeuten betragen bei
o,3Teilen Persulfat und 0,1 Teil Triäthanolamin 66 °/0
0,3 - - 0,25 Teilen - 78%
o,3 - - - 0,5 - - 79°/0
o,3 - - - 0,75 - - 76%
0,3 - - 1,0 Teil - 62%
0,3 - - 1,5 Teüen - 49 <>/„
0,1 Teil - - 0,3 - - 77 0/0
o,2Teilen - - 0,3 - 76 %
0,3 - - - 0,3 - - 70%
0,4 - - 0,3 - - 65%
0,5 - - 0,3 - - 587o
0,6 - - 0,3 - - 55%
Beispiel 7
Zu einer Emulsion von 1250 Teilen Vinylisobutyläther in 1250 Teilen Wasser, das 25 Teile a-oxyoktodekansulfonsaures Natrium, 25 Teile Acrylsäure, 13,75 Teile Ätznatron, 3 Teile Wasserstoffperoxyd (ioo°/0ig) und 6 Teile Triäthanolamin gelöst enthält, gibt man bei 750 im Verlauf von 3 Stunden eine Emulsion von 1250 Teilen Acrylsäuremethylester in 1150 Teilen Wasser, das 25 Teile a-oxyoktodekansulfonsaures Natrium, 25 Teile Acrylsäure und 13,75 Teile Ätznatron gelöst enthält, sowie ebenfalls im Verlauf von 3 Stunden 100 Teile 3%iges Wasserstoffperoxyd. Nach beendetem Zulauf wird 1 Stunde lang auf 80 bis 85 ° aufgeheizt. Anschließend werden unpolymerisierte Anteile mit Wasserdampf abgeblasen. Nach dem Fällen und Trocknen erhält man 2220 Teile Polymerisat = 86 % Ausbeute der Theorie. Es sind 72 % des eingesetzten Vinyläthers einpolymerisiert.
Polymerisiert man ohne Triäthanolamin, so erhält man 1820 Teile Polymerisat = 71 °/0 Ausbeute der Theorie. Es sind nur 42 % des eingesetzten Vinyläthers einpolymerisiert.
Beispiel 8
14 Teile Isopren und 6 Teile Acrylnitril werden in einer Lösung von 1,8 Teilen butylnaphthalinsulfonsaurem Natrium und 1,2 Teilen Methyltetrahydrofuranperoxyd (enthaltend 2,5% Peroxydsauerstoff) in 40 Teilen Wasser emulgiert. Nach 30 Stunden sind bei gewöhnlicher Temperatur bei Zusatz von 0,4 Teilen Triäthanolamin 40% polymerisiert, während, ohne diesen Zusatz sich nur 21% Polymerisat gebildet haben.
Beispiel 9
Eine Lösung von 20 Teilen Acrylamid in 80 Teilen Wasser wird mit 1 Teil 30°/Oigem Wasserstoffperoxyd und 0,5 Teilen Triäthanolamin versetzt und bei pH = 9 bei Zimmertemperatur sich selbst überlassen. Nach 2 Stunden setzt unter Selbsterwärmung die Polymerisation ein und verläuft praktisch quantitativ.
Eine mit Natronlauge oder Ammoniak statt mit Triäthanolamin auf pH = 9 eingestellte Lösung polymerisiert unter sonst gleichen Bedingungen nicht.
Beispiel 10
Eine Lösung von 20 Teilen Acrylamid in 80 Teilen Wasser wird mit 0,2 Teilen Natriumperborat und dann nach Erwärmung auf 8o° mit 0,4 Teilen Triäthanolamin versetzt (pH = 9). Es setzt sofort Polymerisation ein.
Beispiel 11
100 Teile Vinylchlorid werden in einer Lösung von 2 Teilen Triäthanolammoniumacetat in 300 Teilen Wasser (pH = 7) durch Rühren dispergiert und mit einer wäßrigen Lösung von 1 Teil Natriumpersulfat versetzt. Nach dem Aufheizen auf 40° setzt sofort Polymerisation ein. Diese ist schon nach 3 Stunden bei 400 beendet. Das erhaltene Polymerisat ist ein weißes, feines, gut filtrierbares Pulver.
Beispiel 12
Eine 25°/0ige Emulsion von Vinylacetat in einer i°/oigen Lösung von a-oxyoktodekansulf ansaurem Natrium in Wasser wird mit 0,5 °/0 Triäthanolamin und 0,25 °/0 Natriurnpersulfat versetzt. Schon nach kurzer Zeit tritt lebhafte Polymerisation unter starker Erwärmung ein.
Ohne den Zusatz von Triäthanolamin unterbleibt diese Reaktion.
Beispiel 13
70 Teile Isopren und 30 Teile Isopropenylmethylketon werden in einer Lösung von 6 Teilen des Natriumsalzes einer hochmolekularen aliphatischen Sulfonsäure, 0,5 Teilen Natriumpersulfat und 1 Teil Triäthanolamin in 200 Teilen Wasser emulgiert und 30 Stunden bei 300 polymerisiert. Die Ausbeute beträgt 65% Polymerisat.
Ohne Zusatz des Aktivators bilden sich nur 20% Polymerisat.
Beispiel 14
40 Teile Isopren werden in 60 Teilen Wasser, in dem 2,4 Teile des Natriumsalzes einer höhermolekularen Sulfonsäure, 0,6 Teile Triäthanolamin und 0,3 Teile Natriumpersulfat gelöst sind, emulgiert. Die Emulsion wird 8 Stunden in einem Thermostaten bei 25° gerührt
und dann aufgearbeitet. Trotz der kurzen Polymerisationszeit und der niedrigen Temperatur sind 8 Teile, also 20% eines kautschukartigen Polymerisats entstanden.
Ohne Zusatz von Triäthanolamin tritt keine Polymerisation ein.
Beispiel 15
60 Teile Wasser, in dem 2,4 Teile a-oxyoktodekansulfonsaures Natrium gelöst sind, werden mit 0,3 Teilen Triäthanolamin, 0,3 Teilen Natriumpersulfat und 40 Teilen eines Gemisches aus
i. 70 Teilen Butadien -f- 30 Teilen Acrylsäurebutylester oder
2. 70 Teilen Acrylsäurebutylester + 30 Teilen Butadien
versetzt. Zwei entsprechende Parallelansätze (ia und 2 a) enthalten kein Triäthanolamin. Die vier Ansätze werden 14 Stunden lang in einem Thermostaten bei 33° gerührt. In den Ansätzen ohne Triäthanolamin haben sich nur Spuren von Polymerisat gebildet.
Ansatz 1 a 0,6 Teile Polymeres,
Ansatz 2 a 0,4 Teile Polymeres.
Die Ansätze mit Triäthanolamin dagegen sind schon weitgehend polymerisiert.
Ansatz 1 enthielt 24 Teile Polymeres = 60 % Ausbeute, Ansatz 2 enthielt 35 Teile Polymeres = etwa 90% Ausbeute.
Beispiel 16
21 Teile Isopren, 4,5 Teile Acrylnitril und 4,5 Teile Styrol werden in 60 Teilen Wasser, in dem 1,2 Teile Natriumsalz einer hochmolekularen aliphatischen Sulfonsäure, 0,09 Teile Natriumpersulfat und 0,3 Teile Triäthanolamin gelöst sind, 40 Stunden bei gewöhnlicher Temperatur geschüttelt. Man erhält ein kautschukartiges Mischpolymerisat in einer Ausbeute von 79%. Ohne Triäthanolammzusatz tritt unter den gleichen Bedingungen keine Polymerisation ein.
Aus 21 Teilen Isopren und 9 Teilen Styrol wird unter den gleichen Bedingungen mit Triäthanolammzusatz ein Mischpolymerisat mit 20% Ausbeute, ohne Triäthanolaminzusatz kein Polymerisat erhalten.
Beispiel 17
21 Teile Fumarsäurediäthylester und 9 Teile Piper-
ylen werden mit 60 Teilen Wasser, in dem 1,8 Teile α-oxyoktodekansulfonsaures Natrium, 0,12 Teile Natriumpersulfat und 0,3 Teile Triäthanolamin gelöst sind, 40 Stunden bei Zimmertemperatur geschüttelt. Man erhält in einer Ausbeute von über 80% ein kautschukähnliches Polymerisat. Ohne Zusatz von Triäthanolamin hatten sich unter gleichen Bedingungen nur 16 % Polymerisat gebildet.
Beispiel 18
40 Teile Isopren werden in einer Lösung von 2,4 Teilen des Triäthanolaminsalzes der Dibutylnaphthalinsulfonsäure und 0,18 Teilen Natriumpersulfat emulgiert, und das Ganze wird 9 Stunden lang bei 320 gerührt. Man erhält 6,4 Teile = 16 °/0 Polymerisat, während ein entsprechender Ansatz, jedoch mit dibutylnaphthalinsulfonsaurem Natrium kein Polymerisat liefert.
Beispiel 19
Ein Gemisch aus 80 Teilen Vinylchlorid, 20 Teilen Acrylsäuremethylester, 300 Teilen Wasser, 1 Teil Natriumpersulfat und 2 Teilen dibutylnaphthalinsulfonsaurem Triäthanolamin wird im Schüttelautoklav auf 450 erhitzt. Nach etwa 1I2 Stunde ist die Polymerisation beendet. Ein Vergleichsansatz mit dibutylnaphthalinsulfonsaurem Natrium benötigt unter gleichen Bedingungen eine Polymerisationszeit von 10 Stunden.
Beispiel 20
100 Teile Vinylchlorid werden in 300 Teilen einer i%igen Lösung von diisobutylphenoxyessigsaurem Triäthanolamin emulgiert und mit 1 Teil Natriumpersulfat versetzt. Bei 40° ist die Polymerisation schon nach 90 Minuten beendet. Man erhält eine völlig koagulatfreie wäßrige Dispersion, aus der sich in üblieher Weise ein klares Polymerisat gewinnen läßt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH:
    Verfahren zur Polymerisation ungesättigter organischer Verbindungen in wäßrigem Medium in Gegenwart von wasserlöslichen Sauerstoffperverbindungen als Polymerisationskatalysator, dadurch gekennzeichnet, daß man geringe Mengen wasserlöslicher Aminoalkohole oder ihrer nicht polymerisierbaren Salze als Aktivierungsmittel mitverwendet.
    In Betracht gezogene Druckschriften:
    Deutsche Patentanmeldung J 60 632 IVb/39c.
    1 609 683 11.56
DEB6629D 1941-04-24 1941-04-24 Verfahen zur Polymerisation ungesaettigter organischer Verbindungen Expired DE952472C (de)

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Application Number Priority Date Filing Date Title
DEB6629D DE952472C (de) 1941-04-24 1941-04-24 Verfahen zur Polymerisation ungesaettigter organischer Verbindungen
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DEB6629D DE952472C (de) 1941-04-24 1941-04-24 Verfahen zur Polymerisation ungesaettigter organischer Verbindungen

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO1994018249A1 (de) * 1993-02-11 1994-08-18 Henkel Kommanditgesellschaft Auf Aktien Herstellung von polyacrylaten

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WO1994018249A1 (de) * 1993-02-11 1994-08-18 Henkel Kommanditgesellschaft Auf Aktien Herstellung von polyacrylaten

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